von Karlheinz Weißmann
Es gibt Bilder, die uns ganz unmittelbar ansprechen, wegen des Motivs, wegen der Atmosphäre, die sie festhalten. Das gilt für Zeichnungen oder Gemälde, aber es gilt auch für Fotographien.
In diesem Fall ist es eine Schwarzweißaufnahme, etwas unscharf, drei Soldaten mit den französischen Stahlhelmen des Ersten Weltkriegs, die sich halb über eine Brüstung aus Sandsäcken erheben, ein nach vorn gerecktes Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, ins Bild hinein schauend einer, der in der Rechten eine Fahnenstange mit eingeschlagenem Tuch emporreckt. Das Foto ist genau zu datieren: Champagne, 25. September 1915, 9.15 Uhr.
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von Martin Lichtmesz
Eugène Ionesco hat mich als Schriftsteller nie besonders interessiert. Seine Nashörner zählen freilich zu den großen, ewig aktuellen Parabeln des unseligen 20. Jahrhunderts. Einen einzelgängerischen, komplizierten Schriftsteller wie Ionesco kann man kaum auf einen Nenner bringen. Aber als mir vor einiger Zeit ein Sammelband mit politischen Essays Ionescos in die Hände fiel, war ich überrascht, einen über weite Strecken „rechtslastigen“ Autor vorzufinden, der in den Sechziger und Siebziger Jahren in der konservativen Tageszeitung Le Figaro scharf antikommunistische und antisozialistische Positionen einnahm. Auch sonst ging er mit der Linken dieser Zeit hart ins Gericht.
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Veröffentlicht:
Dienstag, 31. März 2009, 11:00
Kategorie(n):
Gedankenernst,
Lesefrüchte,
Schönes
Schlagwörter:
Codreanu,
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von Götz Kubitschek
… war als Autor unseres Netz-Tagebuchs leicht vorauszusagen: Wir schätzen Autoren mit einem besonderen, einem wiedererkennbaren, eigenen Ton, und wir schätzen diesen Ton so sehr, daß wir lieber inhaltlich Zugeständnisse an das Abseitige machen, nur um diesen Ton zu lesen. Das darf man jetzt nicht mißverstehen, es ist nicht so, daß wir jeden Text abdrucken, bloß weil er toll formuliert ist. Lichtmesz hat eine „Schreibe“ und eben – zumindest wenn er für uns schreibt – eine Vorliebe für diejenigen, die von der geometrischen politischen Mitte möglichst weit entfernt stehen.
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