von Felix Menzel
Wir wissen nur zu einem Bruchteil, was in Deutschland Tag für Tag geschieht. Wir sind bestens geübt im Wegschauen, Verharmlosen und Verschleiern. Solange es uns persönlich nicht trifft, ist jedes Problem weit weg. Und sobald es uns betrifft, sind wir damit beschäftigt, Schleichwege zu erkunden, um uns nicht wehren zu müssen.
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Zur Debatte gestellt
von Götz Kubitschek
Wer behauptet, daß es der Staat mit seiner permanenten Feind-Inszenierung gegen Rechts sei, der die Straßentrupps der Antifa legitimiere, leidet weder an Paranoia, noch sitzt er einer Verschwörungstheorie auf. Er bedient auch kein partei-politisches Wort-Geklingel: Er beschreibt vielmehr den logischen Weg vom offiziellen Warnvokabular hin zur halb-offiziellen Zivilcourage.
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von Felix Menzel
Die Chemnitzer Freie Presse berichtete gestern ausführlich über ein Asylbewerberheim im Stadtteil Ebersdorf, das die Anwohner beunruhige. Seit Anfang 2012 werden in dem Heim alle dem Freistaat Sachsen zugewiesenen Asylbewerber für die ersten zwölf Wochen untergebracht.
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Zur Debatte gestellt
von Ellen Kositza
Kaum wage ich, zwischen all die hochpolitischen und heißdiskutierten Beiträgen aus den letzten Tagen eine Notiz aus den Niederungen des Alltags einzufügen. Immerhin: Wie immer hängt alles mit allem zusammen.
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von Götz Kubitschek
Das kaplaken-Bändchen NO. 30: „Neue Weltordnung“ von Manfred Kleine-Hartlage ist derzeit der bestverkaufte Titel meines Verlags. Der Autor hat sich im Verlauf der letzten drei Jahre (seither lese ich ihn und weiß von anderen, daß sie ihn lesen) einige Alleinstellungsmerkmale erarbeitet, die ihn zu einem besonderen und virulenten Kopf gemacht haben. Morgen referiert er in Stuttgart.
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von Martin Lichtmesz
Ich habe vor ein paar Tagen einen langweiligen Artikel ohne den geringsten Unterhaltungswert gelesen. Das lag aber nicht an dem Text, sondern an mir selbst. Es ging darin um Dinge, von denen ich relativ wenig Ahnung habe, und für die ich wenig bis gar keine Neigung verspüre. Nichtsdestotrotz sind eben diese Dinge ein Schlüssel zum Verständnis der heute virulenten politischen Prozesse. Sogar dort, wo man es auf den ersten Blick nicht vermutet. (weiter…)

Gastbeitrag
Vorbemerkung: Der hier abgedruckte Brief ist ein Fundstück, das unserer Redaktion aus der Zukunft zugespielt wurde. Wir dokumentieren ihn, weil er Auskunft gibt über die Behutsamkeit des Tons (fett eingefärbt!) auch jenen gegenüber, die man in unseren Tagen noch mit dem Teufel verglich. Daß Verena Becker (RAF) einen ähnlichen Brief erhielt, sollte uns rühren, nicht empören.
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Zur Debatte gestellt
von Götz Kubitschek
Zustand und Lage der Nation werden vor allem an ihren Grenzen sichtbar. Gibt es Übergriffe? Wird jedem, der sie überschreitet, klar, daß er in einen anderen Herrschaftsbereich eintritt und daß er sich dieser Herrschaft zu unterwerfen hat? Während am Wochenende in ganz Deutschland die Temperaturen sanken, der Abstieg und der Aufstieg der Klubs endgültig entschieden und in Schleswig-Holstein ein unwichtiges Parlament neu zusammengewählt wurde, begab sich in Bonn eine dreißigköpfige Gruppe der Bürgerbewegung ProNRW an den Grenzsaum der Nation.
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Aus der Druckausgabe
pdf der Druckfassung aus Sezession 47/April 2012
von Thor v. Waldstein
Über die Späten Reflexionen und die Italienischen Schriften Ernst Noltes ist es zwischen Siegfried Gerlich, Thorsten Hinz und Stefan Scheil zu einer Debatte gekommen (Sezession 45 und Sezession 46). Sie hat deutlich gemacht, wie ambivalent der Blick auf das Werk des im 90. Lebensjahr stehenden Geschichtsdenkers sein kann. Das spricht nicht zuletzt für den Autor Nolte, dessen Feder es offensichtlich gelungen ist, geistige Attraktion für ganz unterschiedliche historische Denkansätze zu entfalten.
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von Martin Lichtmesz
1912 schrieb Karl Kraus eine Satire über den „Untergang der Welt durch schwarze Magie“, womit die per Druckerschwärze verübten Verbrechen an der deutschen Sprache in der zeitgenössischen Presse gemeint waren.
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von Michael Paulwitz
Der ranzige Mief nach Denunziantentum und Provinzialismus, der gewöhnlich über in der deutschen Öffentlichkeit ausgetragenen Aufreger-Debatten liegt, weht auch über dem sogenannten „Fall Weidner“. Skandalisiert wurde nach altem Brauch eine ursprünglich nicht für die breitere Öffentlichkeit bestimmte Meinungsäußerung des Schriftleiters der „Burschenschaftlichen Blätter“ sowie dessen seit längerem bekannte politische Vergangenheit.
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von Götz Kubitschek
Mit einem alten Bauer aus dem Nachbardorf Kartoffeln gesteckt, dabei verwendet: den Reihenzieher, den Karst (eine Hacke mit Zinken), den Häufler. Danach „drillte“ der Bauer noch fünfzehn Reihen Mais mit einer rein mechanischen Sähmaschine, die mich jedesmal begeistert, wenn er sie zum Einsatz bringt. Es spitzen schon durch den Boden: Schwarzwurzeln, Haferwurz, Radieschen, Salate, frühe Kartoffeln, Erbsen, Dill und – im warmen Frühbeet – Tomaten und Zucchini.
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von Martin Lichtmesz
Der Feind ist die eigene Frage als Gestalt, formulierte Carl Schmitt. Ob man den Islam pauschal als „Feind“ einstuft oder nicht: seine wachsende Präsenz in Deutschland wie in ganz Westeuropa wirft Fragen über die eigene Identität auf, denen kaum mehr auszuweichen ist und die über kurz oder lang einen Entschluß erzwingen werden. (weiter…)
Zur Debatte gestellt
von Felix Springer
Sezession 1 war dem Thema Krieg gewidmet. »Der Ernstfall hat den Vorzug, die Tatsachen deutlicher hervortreten zu lassen«, schrieb Karlheinz Weißmann 2003 und brachte damit einen Aspekt im Selbstverständnis der politischen Rechten zum Ausdruck, den sie als entscheidend für ihre Daseinsbegründung ansieht.
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von Martin Lichtmesz
Am Samstag hörte ich während einer Autofahrt Deutschlandradio. In jedem zweiten Beitrag ging es um „Rechtsextremismus“. Da war etwa die Rede von der „rechtsradikalen“ Marine Le Pen, und daß Sarkozy mit Einwanderungsthemen „in den Gewässern des Front National“ fische. Dann folgte ein Bericht über den Breivik-Prozeß in Norwegen, der als mediale Horrorshow live übertragen wird.
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