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menzel Felix Menzel


Wachstumskritik (VII): Das Diktat der Unruhe

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sombartWer an einer nicht nur die Wirtschaft, sondern das ganze Leben umfassenden Wachstumskritik interessiert ist, tut gut daran, die bekannten, politisch-polemischen Schlagworte „Sozialismus“ und „Kapitalismus“ genauso wie „links“ und „rechts“ zu vermeiden.

Nach diesem Verzicht eignet sich dann Werner Sombarts Werk Die drei Nationalökonomien (1930) hervorragend dafür, um wieder eine vernünftige Ordnung ins eigene Denken zu bringen.

Sombart unterscheidet in diesem Buch zwischen einer richtenden, ordnenden und verstehenden Nationalökonomie. Richtende Nationalökonomien wurden vor allem von Philosophen entworfen. Sie sind auf einen höchsten Zweck ausgerichtet, der außerwirtschaftlich sein müsse. Eine liberale Ordnung wird diesem Ansatz zufolge also eingerichtet, um die individuelle Freiheit des Einzelnen zu verwirklichen. Eine sozialistische Ordnung hingegen entsteht als Resultat der Anstrengung, eine auf Gleichheit basierende Gesellschaft zu erreichen. Darüber hinaus kann es aber auch beinahe beliebig viele andere Entwürfe, z.B. ganzheitliche (Othmar Spann), geben, die alle von dem gesellschaftlichen Ziel abhängen.

Ein Volk, das keinen besonderen Willen zur Macht hat, wird daher auch eher zu einer Bedarfsdeckungswirtschaft neigen als eines, das imperialistische Ziele durchsetzen will und deshalb auf Gewinnmaximierung und Expansion setzen muß. Sombart betont nun allerdings, daß die ordnende Nationalökonomie inzwischen eine größere Rolle spielt als die richtende. Das Prinzip der ordnenden Nationalökonomie sei die „Auflösung der Natur in Zahlen“. Auf der Basis von naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten wird also versucht, die Methoden zum bestmöglichen Gedeihen der Wirtschaft zu finden. Der Grundfehler dieses Ansatzes ist die Annahme, es lasse sich jede beliebige Wirtschaftsform und Welt mit der dafür nötigen mathematischen Genauigkeit herstellen. Die Wirtschaft ist aber ein Feld des Handelns. Niemand muß nach Gesetzmäßigkeiten agieren. Vielmehr besitzt jeder selbst in einer Planwirtschaft eine enorme Handlungsfreiheit in Bezug auf die Wahl seines Berufs, persönlichen Einsatzes etc. pp.

Aus diesem Grund plädierte Sombart für eine verstehende Nationalökonomie, die zugleich Erfahrungs-, Kultur- und Sozialwissenschaft sein müsse. Nur so könnten der Geist, die Form und die Techniken der Wirtschaft zunächst analysiert und später natürlich auch verändert werden. Mit der europäischen Wirtschaftsgesinnung (Geist) hatte ich mich zuletzt bereits in meinem Beitrag über „Asketische Ethik und Größenwahn“ beschäftigt. An den verstehenden Nationalökonomen Max Weber anschließend, habe ich argumentiert, daß der Verzicht auf sofortigen Konsum und Reichtum, um in Zukunft etwas Großes zu schaffen, Europa einerseits über Jahrhunderte hinweg an die Spitze der Welt brachte und hielt. Andererseits aber hat gerade dieser Geist zu einer Machbarkeitsutopie verführt, die heute umso schädlicher ist, weil dem asketischen Fortschrittssystem der von Weber gesuchte religiöse Impuls fehlt und die Gleichheitsideologie das Bildungssystem zerstört hat.

Hinzu kommt, daß mittlerweile bezweifelt werden muß, ob der höchste Zweck unserer Wirtschaft tatsächlich noch ein höheres Ideal ist, wie sich dies Sombart vorstellte. Denn wofür arbeitet denn der flexible, weltweit einsetzbare Karrieremensch ohne Familie? Und wofür wollen Politiker Wachstum herstellen?

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23 Kommentare zu „Wachstumskritik (VII): Das Diktat der Unruhe“

  1. Andreas Walter

    Oh je, da machen Sie aber ein Fass auf, Herr Menzel.

    Ruhe Unruhe, schlafen wachen, Entspannung Anspannung, frieden und kriegen, der Mensch befindet sich nunmal unentwegt auch im Wechselspiel der Polaritäten. Das gehört wie Tag und Nacht, warm und kalt, Leben und Tod, hell und dunkel, lachend und weinend zu jeder Schwingung, Rotation, in der sich alles Lebendige, Aktive, Strömende, Rotierende, ja eben Seiende, Existierende nun mal befindet.

    Was das Thema Notwendigkeit von Wachstum betrifft, so fallen mir dazu das Individuelle ein, vom Kind zum Erwachsenen also, dann jenes einzelner aber bestimmbarer Gruppen, durch überdurchschnittliche Vermehrung, und aus der Summe all dieser Gruppen und Individuen ergibt sich dann eben auch das Wachstum der gesamten Weltbevölkerung.

    Welches wiederum Ressourcen verbraucht, in Form von Energie und ihrer Nebenerscheinungsform Materie.

    Es gibt nun mal mindestens den biologischen Erhaltungsaufwand wie es auch einen altersspezifischen Wachstumsaufwand gibt, schon auf der rein materiellen Ebene. Ähnliches gilt jedoch auch für die Entwicklung des (an die geistigen Wesen gekoppelten) Geistes, wobei hier eine Berechnung des dazu nötigen Aufwands wohl um ein vielfaches schwerer ist. Gruppenidentität gehört hier auch dazu.

    Und, um noch einen Draufzusetzen, es gibt sogar den von biologischen Wesen entkoppelten Geist in Form von beispielsweise einer Bibliothek, die auch einen Erhaltungsaufwand und, wenn gewünscht, sogar einen Wachstumsaufwand besitzt. Vor allem aber dadurch auch einen Wert.

    Richtig, die NSA ist darum derzeit auch die grösste Datenkrake, die dem Rest der Menschheit, wo sie es eben technisch schafft, Energie, Lebensenergie absaugt. Oder auch Facebook, Google, usw.. Das ist die wahre Analogie aus dem Film Die Matrix. Es geht nicht um Strom (Batterie) oder Wärme, wie im Film dargestellt, sondern um Geist. Um Ideen und Wissen, um den Genius, um den der Rest der Welt derzeit von den VSA aus gebracht wird.

    https://www.youtube.com/watch?v=IojqOMWTgv8

  2. Anton Reiser

    Die „Gottspieler“ (Roland BAADER) begreifen niemals, dass jede nationale Ökonomie eine Art Organismus ist, den man nicht mit Zahlen und Statistiken steuern kann.

    Renaud CAMUS Begriff „Der große Austausch“ beschreibt sehr schön, was im Moment in der „BRD“ und in Europa abläuft. Wie ist so ein Wahnsinn möglich, fragt man sich als denkender Mensch?

    Ich meine, dass ist nur durch Newton-Denken (Maschinen-Denken) möglich. Nach NEWTON, hat Gott hat die Welt als Maschine erschaffen – und seitdem „rattert“ sie ohne göttlichen Eingriff vor sich hin („Deismus“). Dieses Denken wurde von Adam SMITH ganz bewußt auf Volkswirtschaften übertragen („The Wealth of Nations“). Die „BRD“ ist im Maschinen-Denken der Multi-Kulti-Faschisten nichts anderes als eine Gesellschafts-Maschine (so dachten übrigens auch die Bolschewiken, das „Ergebnis“ ist jedem bekannt —> Millionen Tote) mit Millionen von Gesellschafts-Atomen, d.h. „das Ganze ist die Summe seiner Teile“. Diese Atome kann man in beliebiger Anzahl und aus beliebigen Herkunftskulturen herkommend (egal ob aus Afrika, islamischer Kulturkreis, aus Asien …) in die Gesellschafts-Maschine einbauen und die „Maschine“ wird trotzdem weiterlaufen.

    Leibniz-Denken (Organismus-Denken):

    Tatsächlich ist der Kosmos – nach LEIBNIZ – ein Organismus, der über Jahrmilliarden gewachsen ist. Genauso ist jede Volkswirtschaft ein Organismus, der über Jahrhunderte gewachsen ist. Die Einzelteile jeder Gesellschaft sind nicht beliebig austauschbare Atome, sondern MONADEN (Geistteilchen, die das Ganze – z.B. den „DEUTSCHEN GEIST“ – in sich tragen, d.h. „das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“), die sich gegenseitig beeinflussen und vom Ganzen (z.B. „DEUTSCHE KULTUR“) beeinflusst werden. Entfernt man eine MONADE, dann hat das Auswirkungen auf andere MONADEN in der näheren Umgebung. Tauscht man Millionen MONADEN aus, wie es diese wahnsinnigen Satanisten aus Brüssel und Berlin vorhaben, dann verändert das die gesamte organische Gesellschaft (Umvolkung, Austausch der Staatsvolkes, Genozid). Wird dieser Austausch nicht gestoppt, stirbt am Ende der ganze Organismus (z.B. „DEUTSCHER GEIST“ – „DEUTSCHES VOLK“). Dieser Prozess ist dann nicht mehr rückgängig zu machen, außer man will Jahrhunderte auf eine „Renaissance“ warten.

  3. Großer Teich

    Leider kommt Felix Menzel ganz kurz vor der Zielgeraden zu einem abrupten Ende, vermutlich um sich nicht auf konkrete wirtschaftspolitische Vorgaben zu versteigen und in unverfänglicher Abstraktion zu verbleiben.

    Dabei sind die Schlussfolgerungen doch eigentlich glasklar. Die moderne Unruhe hängt ganz eng mit der Entgrenzung der Lebensverhältnisse zusammen, sowohl im Großen wie auch im Kleinen. Eine Beendigung dieser Entgrenzung hieße praktisch:

    - Verbot der Leih- und Zeitarbeit
    - Abschaffung der auf ständige marktkonforme Selbstoptimierung getrimmten Hartz-Reformen
    - Rückkehr zum Flächentarifvertrag, Ende des ständigen Drucks auf den Einzelnen zur Rechtfertigung seines Wertes
    - Abwicklung der unternehmerorientierten Steuer- und Ordnungspolitik der letzten 20 Jahre zur Wiedereinbindung der Wirtschaft in einen sozialen Konsens

    Nun sind das alles klassisch linke Forderungen, denen von den wohlsituierten Lesern konservativer Publikationen oft mit Misstrauen begegnet wird. Alles andere jedoch ist konservative Kosmetik und dient eher der Neuetablierung feudaler Strukturen als einer Emanzipation von entgrenzten Wirtschaftskreisläufen.

    Unklar ist ebenfalls, wie die von Menzel geforderte „Strukturierung“ und „Gestaltgebung“ ohne steuerungspolitischen Zwang in Gang kommen sollen. Rechtes détachement in allen Ehren, aber irgendwann muss man Farbe bekennen. Linke Wirtschaftspolitik ist konservativ im eigentlichen Sinne des Wortes – „konservative“ Wirtschaftspolitik hingegen oft ein Feigenblatt für Klassenkampf von oben.

  4. Gustav

    In der natürlichen Evolution der biologischen Arten hat derjenige einen Selektionsvorteil, der sich schneller an neue Gegebenheiten anpaßt. Die eine Art überlebt, die anderen Arten verschwinden. Ähnliche Vorteile hat in der Entwicklung neuer Produkte derjenige, der ein neues Produkt rascher auf den Markt bringt, ein ähnliches Produkt zu niedrigerem Preis oder auch nur bei den Verbrauchern den Eindruck erwecken kann, sein Produkt sei besser oder billiger. Im Wettbewerb der Konkurrenten kommt es damit zu einem Verdrängungswettbewerb, der mit einer Beschleunigung der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung einhergeht (Peter Kafka, 1994). Diese Beschleunigung ist so lange möglich und wird sich so lange fortsetzen, so lange für diese Entwicklung die energetischen Grundlagen gegeben sind. Schwinden diese Grundlagen, dann geht dieser beschleunigte technische Wandel in einen Überlebenskampf der Firmen über, der sich auch wieder krisenhaft beschleunigt, bis die Produktion wieder mit den energetischen Grundlagen und damit auch der Kaufkraft der Bevölkerung in Einklang gekommen ist.

    Der Evolutionsmechanismus, der den jeweils Schnelleren überleben läßt, beschleunigt die Evolution in ihrem Gesamtgefüge, erschöpft die energetischen Voraussetzungen und erweist sich damit letztendlich als ein Regulations- und Selbstzerstörungsmechanismus, dem auch die biologische, technische und soziale Entwicklung der Menschheit unentrinnbar ausgeliefert ist. Wer sich durch Erkenntnis oder Teilerkenntnis aus diesem Prozeß auszuklinken versucht, wird gnadenlos auskonkurriert und in den Gesamtprozeß zurückgeworfen. ….. Die Entwicklung der Industriegesellschaft baut … auf der Ausbeutung fossiler Energie auf, die gegenwärtig weltweit zur billigeren Hälfte abgebaut ist und sich nicht erneuern wird. Doch nach wie vor ist die Geschwindigkeit des Wandels ein Selektionsvorteil, selbst noch im Abschwung.

    Hauptbeschleuniger des sozialen und politischen Wandels ist der Krieg. Er entfesselt die Energien der Kriegführenden aufs äußerste. Und an seinem Ende rollen die Kronen über das Pflaster, wehen die roten Fahnen und zerbrechen die Reiche. Nicht nur 1815, 1917/‘18 und 1945. Die apokalyptischen Reiter satteln schon längst wieder ihre Pferde.

    Volkmar Weiss, Die globale Beschleunigungskrise, 2009

  5. Nemo Obligatur

    Spannende Fragen, die Sie da stellen, Herr Menzel. Fangen wir mal von einer anderen Seite an. Warum wächst „die Wirtschaft“ eigentlich? Sie können den Ressourceneinsatz vermehren durch Kapitalakkumulation und Bevölkerungswachstum, oder eben durch technischen Fortschritt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Totale_Faktorproduktivit%C3%A4t

    Beides war in den letzten 150 bis 200 Jahren geradezu rasant.

    Das Problem des Zinses hängt übrigens auch damit zusammen. Je höher das Wachstum, desto höher der Zins (und umgekehrt), denn man könnte ja – theoretisch – sein Geld (der Ökonom spricht hier eigentlich von Ersparnis) entweder verleihen oder selbst investieren.
    Sie sehen, wir sind bislang völlig ohne Volk, Nation und Staat ausgekommen. Auch ohne Ziele und Ideen.

    Während sich Kapitalakkumulation und Bevölkerungswachstum noch vergleichsweise leicht begründen lassen, ist es schon nicht mehr so einfach, den technischen Fortschritt zu erklären. Ich denke, an dieser Stelle könnten Ihre Überlegungen fruchtbar gemacht werden. Was will der Mensch und wonach strebt er? Die Wahrheit ist wohl, das wir uns an dieser Stelle nicht so recht unter Kontrolle haben. An der Uni sagte mir mal ein Dozent, dass auch die apokalyptischen Reiter Interesse an einer funktionierenden Güterversorgung haben. Das ist zweifellos zutreffend. Andererseits sind Menschen oftmals bereit, für höhere Ziele Opfer und Enbehrungen auf sich zu nehmen, zumindest eine zeitlang. Diesen Punkt als gegeben vorausgesetzt, liegt eigentlich der Schluss nahe, dass uns, die wir materiell nicht darben und nicht Hungers leiden, schlicht diese Ziele abhanden gekommen sind. Man könnte auch sagen, dass wir „gedankenlos“ geworden sind. Es will eben jeder nur noch ein größeres Auto haben als sein Nachbar. Andererseits ist auch eine Gesellschaft von Almosenempfängern unvorstellbar. Ganz ohne Triebfedern wie Gier, Neid und Abstiegsangst wird es nicht gehen. Es kommt vor allem darauf an, unser heutiges Übermaß auf ein erträgliches Niveau herunterzupegeln.

    Wer macht nun den Anfang und durchbricht diesen Kreislauf? Über diesen Punkt habe ich oft gegrübelt. Messen wir das Ziel unseres Daseins an den Grundlagen desselben, dann sehen wir, dass die materiellen Grundlagen in Europa gesichert sind. Technischer Fortschritt ist eigentlich nur noch auf einem Feld zweckmäßig, nämlich in der Medizin. Dahin könnten die Ressourcen fließen. Das selbstfahrende Auto, VR-Brillen und ähnlichen Tinnef braucht eigentlich niemand. Global sieht es nicht ganz so paradiesisch aus. So gesehen ist unser Wohlstand eher Fluch als Segen. Wären wir bettelarm, wir müssten uns wohl nicht des starken Andrangs aus dem Orient erwehren. Andererseits würden wir dann der Mittel dazu ermangeln und womöglich selbst auf Wanderschaft gehen. Unsere Welt ist definitiv aus den Fugen geraten. Vermutlich wird irgendwann ein Grundstoff zur Neige gehen: billige Energie, Wasser oder Ackerboden, vielleicht wird auch eine Seuche die Arbeit erledigen. Das alles wird nicht schön sein, aber danach ist es vielleicht wieder so für 10 bis 20 Generationen erträglich.

  6. Frank Reich

    Zur „Mode“ usw.:
    Ich bemühe seit unzähligen Jahren Edward Bernays zu diesem Thema, Neffe Sigmund Freuds, Autor von Grundlagenwerken wie „Propaganda“ und faktischer Erfinder der „PR“.
    Bernays beschrieb zeitlebens, wie er Begehren und Nachfrage schuf, wie er Massen manipulierte, Verlangen induzierte, Meinungen entwarf. Er nahm sicherlich Grundbedürfnisse auf (Veränderung, Fortschritt im Sinne eine Nicht-Stillstandes usw.), aber er legte vor allem dar, wie leicht diese Sekundar-Bedürfnisse von außen zu beeinflussen und zu lenken sind. Jede Markingabteilung, jedes PR-Büro, jede Partei usw usf arbeitet heute mit diesen Erkenntnissen und versucht, uns Konsumenten mit mehr oder minder probaten Mitteln von der eigenen Botschaft zu überzeugen. Mit freien Willensentscheidungen (ob bewusst, unbewusst = instinktiv) hat all das schon lange(!) nichts mehr zu tun. (By the way: Selbst Goebbels war profunder Kenner und „Schüler“ Bernays!).
    „Wachstum“, in dem Sinne, wie wir ihn interpretieren, ist daher kein Instinkt, sondern ein (fehl)geleitetes (gar gewecktes?) „Bedürfnis“. Diesem „Bedürfnis“ liegt keinerlei Ratio mehr zugrunde, sondern nur noch der Gedanke subjektiven Befindens des reinsten Individualismus. Ein Bedürfnis, welches sekundär und „eigentlich“ vernachlässigbar wäre (nehmen wir bspw. Maslows Erkenntnisse), aber dennoch gelenkt, geweckt wie unterdrückt werden kann.
    Bernays verstand es beispiellos, die freudschen Erkenntnisse der Psychoanalyse und die pawlowschen Erkenntnisse der Konditionierung praktisch zu instrumentalisieren und daraus universelle Schemata zu entwickeln, die heutzutage tiefsitzende Muster unseres angenommenen Bewusstseins sind.

    Ich interpretiere die „moderne Unruhe“ daher auch ein wenig anders und nicht als Folge des unerreichten (unerfüllbaren) Strebens nach immer mehr. Ich interpretiere diese Unruhe eher als Ausdruck einer instinktiven Erkenntnis, dass dieses Streben nicht dem eigentlichen (individuellen/tatsächlichen/wahren) Willen entspricht, man aber dennoch nahezu oder tatsächlich zwanghaft bemüht ist, in der Befriedung seiner Konditionierung das Heil zu suchen (frei dem Junkie, der immer wieder nach dem Kick des ersten Rausches sucht, obgleich er weiss, dass er diesen nie wieder wird erfahren können).
    Ich versuche durch diesen Vergleich meine Ansicht zu beschreiben, dass diese „moderne Unruhe“ nichts natürliches, sondern etwas oktroyiertes, etwas geschaffenes, etwas erzwungenes, aber nichts ist, was en gros unserem eigentlichen Naturell entspricht. Dafür spricht m.E. auch, dass „Wachstum“ immer an bedürfnisorientierte Versprechen (bzw. Ängste) gekoppelt ist: Sicherheit, Wohlstand und – perfiderweise gerade bei uns! – „Verbesserung“ der Lebenssituation.

    Sollte „Wachstum“ ein natürliches Bedürfnis sein (im Sinne einer „Verbesserung der Lebensqualität“), so wird dieses Bedürfnis spätenstens seit der modernen Industrialisierung in diesen Breitengraden ad absurdum geführt. Daher geht Menzels geschätzte Kritik meiner subjektiven Einschätzung nach auch am Thema vorbei, die zwar berechtigterweise alle erdenklichen ökonomischen Gedankenträger zur Erläuterung ins Feld führt, aber eben nicht den „eigentlichen“ Antrieb bzw. die „eigentlich“ bedeutsame Erklärung berücksichtigt, die dem modernen Massenphänomen gerecht wird.

  7. Gustav

    „Alles Organische erliegt der um sich greifenden Organisation. Eine künstliche Welt durchsetzt und vergiftet die natürliche. Die Zivilisation ist selbst eine Maschine geworden, die alles maschinenmäßig tut oder tun will. Man denkt nur noch in Pferdekräften. Man erblickt keinen Wasserfall mehr, ohne ihn in Gedanken in elektrische Kraft umzusetzen. Man sieht kein Land voller weidender Herden, ohne an die Auswertung ihres Fleischbestandes zu denken, kein schönes altes Handwerk einer urwüchsigen Bevölkerung ohne den Wunsch, es durch ein modernes technisches Verfahren zu ersetzen. Ob es einen Sinn hat oder nicht, das technische Denken will Verwirklichung. Der Luxus der Maschine ist die Folge eines Denkzwanges. Die Maschine ist letzten Endes ein Symbol, wie ihr geheimes Ideal, das Perpetuum mobile, eine seelisch-geistige, aber keine vitale Notwendigkeit.“
    Oswald Spengler, Der Mensch und die Technik, 1931

    „Die moderne Welt ist so kaputt, daß man keine Angst zu haben braucht, daß sie nicht untergeht.“
    Nicolás Gómez Dávila

  8. Rosenkranz

    Ein Hauptproblem beim Wachstum sehe ich, daß unser Gehirn Schwierigkeiten hat, exponentielle Vorgänge zu verstehen. Was bedeutet es, wenn eine Wirtschaft um 5% im Jahr wächst? Das bedeutet eben eine Verdoppelung der Wirtschaftsleistung in rund 14 Jahren. Damit einher geht immer ein gewaltiger Anstieg des Energie- und Rohstoffverbrauchs in den modernen Zivilisationen.

    Eine der Haupttriebkräfte hinter dem Wirtschaftswachstum ist das Schuldgeldsystem. Aber wie sagte Spengler schon sinngemäß: „Dieses Geldsystem wird nur durch Blut überwunden.“

    Um etwas Ruhe in den Laden zu bringen, empfiehlt es sich Lektüre vom Postwachstumsökonomen Prof. Nico Paech aus Oldenburg. Er empfiehlt eine ganz klare Entschleunigung, d.h. 50% weniger Arbeiten (um Geld fürs Notwendigste zu verdienen), Konsumverzicht, viele Dinge zu Hause produzieren (Prosument, teilw. Selbstversorgung), Änderung des Geldsystems.

    Gerade viele Leute aus dem linksalternativen Spektrum besuchen seine Vorträge, fühlen sich gut, trinken Bionade und machen weiter wie bisher. Die Veränderung beginnt nämlich bei einem selbst und das ist schwer.

    Vielleicht führt ja auch die erhöhte thymotische Stimmung bei den Enttäuschten im Lande, zu einer Abwendung vom Konsum. Wer auf diese Regierung sauer ist, will ihr sicher den ein oder anderen Steuereuro vorenthalten.

  9. Winston Smith 78699

    Bis auf den allerletzten Satz könnte der Artikel auch in einem Blatt der linken Globalisierungskritiker stehen, wenn nicht gar im Manifest vom kommenden Aufstand. Dies sollte als Einladung an deren Querdenker zu lesen sein. Für mich kommen leider die dystopischen Anteile des Artikels überzeugender rüber als der utopische letzte Satz. Hoffentlich helfen mir die Kommentare auf die Sprünge, wie die Normierung und Einhegung zu verstehen sind. Ich jedenfalls wünsche mir, dass über die Arbeit hinaus mit einfachen und ehrlichen Mitteln gesungen, gedichtet und gespielt wird. Dass die Kenntnis einfacher Freuden nunmehr ja zu verbotenem Wissen zu gehören scheint, paßt bestens in das Bild der entwurzelnden Entfremdung hinein. Wer diese Dinge tut, konsumiert währenddessen ja nicht. (Gemeinsames Singen zur Zupfgeige, noch dazu in der Muttersprache, ist ja schon lange anrüchig; wort- und tonloses Buschgetrommel hingegen gilt als leicht zugänglich und bunt-vielfältig bildend, vielleicht weil es dabei kein Richtig und Falsch gibt.)

  10. Aristoteles.

    @Nemo Obligatur

    Sie schreiben:
    „Sie sehen, wir sind bislang völlig ohne Volk, Nation und Staat ausgekommen. Auch ohne Ziele und Ideen.“

    Meinen Sie das ernstlich oder ironisch oder wie soll ich das verstehen?

  11. Karl

    @Nemo Obligatur

    „Ganz ohne Triebfedern wie Gier, Neid und Abstiegsangst wird es nicht gehen.“

    Wenn Sie diese Laster als weiterhin – egal bis zu welchem Grade – unabdingbare Bestandteile (Triebfedern) einer Volkswirtschaft betrachten, dann gute Nacht.

    Wirtschaft ist der Austausch von Waren und Dienstleistungen zur Bedarfsdeckung. Geld ist ein Mittel dazu, diesen Austausch zu erleichtern, sozusagen das Schmieröl oder auch Blut. Mehr nicht.

    Gier, Neid und Angst sind menschliche Laster und haben in zwischenmenschlichen Beziehungen – und auch das ist Wirtschaft – nichts verloren. Ob dem in der Realität so ist oder nicht ist eine andere Frage – aber man kann diese Laster keinesfalls zum systemischen Bestandteil eines Systems machen, wenn es nicht von Grund auf faul sein soll.

    Wie wäre es mit Strebsamkeit, Ansporn und Mut? Aber wie gesagt, wir reden hier von menschlichen Eigenschaften, Tugenden und Lastern. Sich damit zu befassen, kann nicht Aufgabe der Wirtschaft sein. Das ist Aufgabe der Erziehung eines Volkes.

  12. Strukturierung, Rhythmisierung… Äpfel nur noch im Herbst und so… Aushelfen bei der Ernte… der Kirchgang am Sonntagmorgen.

    Und alles im Rahmen gelassener Vernunft, einer Renaissance des Sinnlichen, Handwerklichen.

    Und Quenya machen wir zur Landessprache. Oder Pennsylvania Dutch.

  13. Grobschlosser

    re Nemo Obligatur / „Vermutlich wird irgendwann ein Grundstoff zur Neige gehen“ .

    Kommt so sicher wie das Amen in der Kirche – die Phosphatkrise beginnt 2040 ; selbstverständlich haben Industriestaaten das Problem auf dem Schirm – aber „günstige“ Lebensmittel wird es in naher Zukunft nicht mehr geben .

    Ein wichtiges Argument gegen die Zuwanderung : wir brauchen Agrar – und Ausgleichsflächen ( Rückbau nicht benötigter Plattenbauten in Mitteldeutschland ; die Freiflächen werden bepflanzt ; Umwandlung der Nadelholzwälder ( Nutzwälder des. 19. Jhr. ) in biologisch wertvolle Hartholzwälder , Eichen , Buchen , wenige Kiefern , keine schnellwachsenden Fichten .

    Problem China : 1,7 Mrd. Leute wollen jeden Tag angemessen mit Kohlenhydraten versorgt werden – Brasilien liefert Sojaschrot ; ein Blick auf die Karte genügt und es wird klar : die us Marine kann diese Lieferungen problemlos unterbinden ; Australien hat angekündigt U-Boote kaufen zu wollen ( wofür ? ) . China – Afrika : gleiches Bild : China bewirtschaftet inzwischen viele Gegenden in Afrika ; da es dort keine Rechtssicherheit im europäischen Sinne gibt handelt es sich um deals zwischen den örtlichen warlords und den chinesischen Kaufleuten – auch Kuwait und die Saudis lassen in Afrika Biomasse produzieren – Schwachpunkt : das cia kann in Afrika problemlos die Geschäftsmodelle der Chinesen torpedieren ( „Emanzipationsbewegungen “ ; „regime change “ die Begleitmusik liefert dann „arte“ : „böse gierige Chinesen beuten arme Neger aus “ tatsächlich investieren die Chinesen in die afrikanische Infrastruktur – auch wenn die chinesischen Geschäftsmodelle nicht humanistisch begründet sind so helfen diese Programme den Schwarzen eher als das engl./franz. Kolonialprogramm ( von den Belgiern mal ganz zu schweigen ) .

    China verfügt bereits heute nicht über ausreichende Ackerflächen ; vorhandene Flächen sind oft zu stark kontaminiert – Russland und Kanada könnten China adäquat versorgen -darauf will sich Peking aber aus naheliegenden Gründen nicht verlassen .

    Russland ist autark , baut seine Landwirtschaft ( mit deutscher Technik und Hilfe ) weiter aus ; riesige Schweinemastanlagen in der Nähe von Moskau entstehen , weiter sind geplant .

    nochmal China : Fleisch gilt in China als Zeichen von Wohlstand und Erfolg – entsprechend will die chinesische Mittelschicht ( aktuell ca. 400 Mio. Personen ) ähnlich konsumieren wie der Westeuropäer . Kommen weitere 150 Mio. Fleischkonsumenten hinzu wird es bereits eng . Keine Regierung in Peking kann e sich leisten den Leuten den Fleischkonsum zu verbieten – zwar können zentralistisch regierte Länder einzelne Querulanten sanktionieren ; aber das Konsumverhalten der Masse ist kaum steuerbar ( Notfallmaßnahmen mal ausgenommen ; Rationierungen während einer kriegerischen Auseinandersetzung ) .China , aber auch Asien insgesamt sind versorgungstechnisch auf die Außenwelt angewiesen . Hypothese : Japan wird sich mit China und Russland verbünden – auch weil eine dauerhafte Abhängigkeit von den usa innenpolitisch bald nicht mehr hinnehmbar ist . ( Japan und China werden über ihren jeweiligen Schatten springen und pragmatisch zusammenarbeiten ; energiepolitisch wäre Japan dann zwar an Russland und China gebunden – aber es könnte mit beiden Ländern auf Augenhöhe über die Modalitäten verhandeln – Japan ist technologisch auf dem gleichen Niveau wie die usa – entsprechend ist China an einer Zusammenarbeit interessiert .

    Fischbestände schrumpfen ; Aquakulturen in Großstädten und Ballungsräumen werden ein Thema sein .

    Sofern die Masse Mensch nicht organisiert werden kann sehe ich schwarz .

    Die Befürchtungen der habermasindoktrinierten Linksbourgeoisie : der westlich / us -amerikanische Lebensstil ( der ja bekanntermaßen mit der heißgeliebten Demokratie einhergeht ) hat jede Menge Schrott und Müll produziert ( Detroit , Nanterre , Rotherham etc. pp ) heimlich , still und leise könnten sich systemrelevante Techbürger von der Wachstumsidee verabschieden – und b) das asiatisch taoistische Modell für sich entdecken ( “ ohne uns funktioniert kein Staat ; wir brauchen weder die sozis noch die Bereicherer ; schaun wir mal was in China gut klappt “ ) . Marktwirtschaft ohne westliche Demokratie ; optimiert man das chinesische Modell ( weniger Flächenverbrauch ; weniger Müll , weniger Umweltverschmutzung – also : mehr soziale Kontrolle und Organisation ) so könnte man sich unter gewissen Voraussetzungen vom Liberalismus abwenden . ( tatsächlich leben ausnahmslos alle Funktionsträger in der VR China recht gut mit der herrschenden Ordnung – egal was „arte“ behauptet ) . Eine cia Revolution wird es in China niemals geben .

    siehe auch :
    Die Kritische Theorie ist tot

    Peter Sloterdijk schreibt an Assheuer und Habermas

    Südfrankreich, Anfang September 1999

    kein Ende der Geschichte weit und breit .

  14. Grobschlosser

    EK: Jeder kann sich vorstellen, daß es für jeden Administrator eine ordentliche Strapaze ist, Langtexte dieses Ausmaßes vor dem Freistellen durchzulesen…Weil’s hier keinen hauptberuflichen Kommentarfreisteller gibt, dauert so was manchmal länger. Immerhin, ich hab’s sehr gern & mit Gewinn gelesen.

    Die Kritische Theorie ist tot

    Peter Sloterdijk schreibt an Assheuer und Habermas

    Südfrankreich, Anfang September 1999
    Sehr geehrter Herr Assheuer,
    als ich Ihren sehr interessanten und fantasievollen, wenn auch etwas zu sensationellen Aufsatz über das von Ihnen so genannte „Zarathustra-Projekt“ in der ZEIT vom 2. September las, hatte ich spontan das Bedürfnis, Ihnen, verständlichen Vorbehalten zum Trotz, zu gratulieren. Sie weisen in Ihrem Artikel endlich wieder vor großem Publikum auf aktuelle Probleme hin, die viele zeitgenössische Philosophen, Naturwissenschaftler und Soziologen seit Jahrzehnten beschäftigen. Sie tun der philosophischen Debatte den Gefallen, zu zeigen, dass akademische Öde nicht ihre einzige Existenzweise sein muss.
    Besonders hat mir Ihr Hinweis gefallen, dass es nach meinem Vortrag in Elmau „in der Philosophenszene rumort“ habe. Da ich die einschlägigen Rumor-Philosophen persönlich kenne, kann ich die Tragweite dieser Bemerkung überblicken. Noch besser gefiel mir Ihre Formulierung, dass das Rumoren „allerdings nur hinter vorgehaltener Hand“ stattfinde. Dieser Ausdruck ist amüsant, weil er auf eine Sachlage verweist, die anatomisch nicht leicht nachzuvollziehen ist. Wie stellt man es an, hinter vorgehaltener Hand über jemanden zu reden, hinter dessen Rücken man redet?
    Es wäre mir aber lieb, wenn Sie mir den Text des von Ihnen rezensierten Vortrags zur Überprüfung überlassen könnten. Mein Wunsch nach einer Gegenlektüre ist leicht erklärt: Ich habe bei mir zu Hause eine Version des von Ihnen fabelhaft dämonisierten Textes liegen, die um vieles blasser ist als Ihr triumphales Referat. Normalerweise suche ich mir die Leute, die mich besser verstehen als ich mich selbst, nach Möglichkeit selber aus, aber mir scheint, dass ich in Ihrem Fall eine Ausnahme machen muss. Gern würde ich Ihr Exemplar mit dem meinen vergleichen, um zu sehen, ob wir dieselben Vorlagen benutzen. In meinem Text heißt es zum Beispiel an einer Stelle, dass Nietzsches züchterische Visionen hysterisch und unangemessen waren und dass sein Konzept des Übermenschen für uns keine Bedeutung mehr haben kann, aber dass er nichtsdestoweniger – wie Plato – ein Zeuge bleibt für das Aufdämmern gewisser „pastoraler“ Aspekte in Fragen nach der Fortpflanzung, Erziehung, Medikalisierung und Selbstoptimierung menschlicher Wesen. Ein anderes Beispiel: In meinem Exemplar steht, dass angesichts der aktuellen Durchbrüche in der Biotechnologie ein moralischer Codex formuliert werden muss (ich sage, etwas umfassender, für die „Anthropotechniken“) – und ich füge, zu Ihrem Verständnis, hinzu, dass in einem solchen Codex, unter anderem, die Grenze zu ziehen ist zwischen legitimen genmedizinischen Optimierungen für die Einzelnen und illegitimen Biopolitiken für Gruppen. Sie haben offenbar eine surrealistische Version vorliegen, weil Sie lesen, es werde für eine umfassende elitistische Neuzüchtung der Gattung plädiert. In meinen Ohren klingt das nach Science-Fiction, mit biologischer Gotik und soziologischer Schauerromantik kombiniert. Ich würde gern wissen, wer den Ihnen vorliegenden Text so sensationell umgeschrieben hat, dass er jetzt ungefähr das Gegenteil von dem besagt, was in ihm steht? Oder hat vielleicht die vorgehaltene Hand Ihnen Winke gegeben, wie er gegen den Wortlaut zu lesen sei?
    Kommen wir zum Modus Ihres Angriffs. Im Prinzip könnte Ihre alarmistische Attacke eine legitime demokratische Funktion ausdrücken. Sollte ich den Unsinn gesagt und gemeint haben, den Sie in meinen Text hineinlegen, so hatten Sie Recht, davor zu warnen. Jede Gesellschaft braucht semantische und physische Alarmsysteme, um sich gegen Angriffe auf ihren Bestand, moralisch oder politisch, von innen oder von außen, zu wehren. Denken Sie, um klassisch zu argumentieren, an die kapitolinischen Gänse, die einst das alte Rom mit ihrem rechtzeitigen Schnattern zu nächtlicher Stunde vor den Galliern gerettet haben. Damit fängt schon alteuropäisch der Alarmismus an. Die Hüter der res publica haben den Gänsen diesen Dienst nicht vergessen. Das kapitolinische Geflügel, das funktional in unserer Presse und unserer Ideologiekritik weiterlebt, hat von da an auch das Recht, Fehlalarme auszulösen, ohne geschlachtet zu werden. Das ist schon gut so. Lieber ein paar Mal zu oft schnattern als einmal zu wenig – als Demokrat bin ich in diesem Punkt auf Ihrer Seite. Wenn ich Unverantwortliches gesagt haben sollte, akzeptiere ich Alarm jeder Art, solange er zum zivilisierten Gespräch führt.
    In Bezug auf Ihr Vorgehen, Herr Assheuer, ist aber ein Bedenken anzumelden. Muss man nicht gelegentlich auch vor dem Warner warnen? In meinen Augen sind Sie auf dem besten Weg, selbst zu einer Problemgans zu werden, zum einen, weil Sie so übertrieben auftragen, zum anderen, weil Sie im Auftrag Dritter den Alarm auslösen. Von beidem ist zu reden.
    Zunächst: Allen Lesern Ihres Artikels wird auffallen, wie sehr Sie den Alarm ästhetisiert haben. Das weckt sofort einen gewissen Verdacht: Haben Sie vielleicht den l‘alarme-pour-l‘alarme für sich entdeckt? Sie rauschen daher wie eine gefiederte Entrüstungsdiva, die ständig nach der Publikumsreaktion schaut.
    Die Dekadenz des Alarms ist also bei Ihnen nicht zu übersehen, er ist zur selbstbezüglichen Form geworden und luxuriert. Worin besteht für die Öffentlichkeit der Nutzen einer Sologans, die ihre Wahnsinnsarie abschnattert, während weit und breit kein Gallier zu sehen ist? Oder wollen Sie sagen: Was ein Gallier ist, das bestimmt die Gans, die vor ihm warnt?
    Offenbar ist dies Ihr Ansatz. Andernfalls, scheint mir, hätte es genügt, darauf hinzuweisen, dass der Philosoph X einen Vortrag über eines der brisantesten Themen der Gegenwart gehalten hat, eine ziemlich esoterische, literarisch anspruchsvolle Rede, ein philosophisches Nachtstück, das der Autor selbst nicht ohne Sorge vor den Abgründen seiner Problemstellung in Elmau vor einer Gruppe eminenter Philosophen und Theologen vortrug (es müssen, neben Ihnen, lauter Schlafmützen gewesen sein).
    Ein Wort zu der eben gebrauchten Formulierung „Dekadenz“ des Alarms – ich hätte auch „Ausdifferenzierung“ sagen können oder einfacher „Geschäft“. Ihr Artikel ist ein gültiges Beispiel dafür, wie sich in der zeitgenössischen totalen Öffentlichkeit eine Entwicklung vom Alarmismus zum Skandalismus vollzieht (vgl. Peter Sloterdijk, Selbstversuch, Hanser Verlag, München 1996, S. 110-130). Nicht wenige Journalisten, darunter auch Sie, haben die Zeichen der Zeit erfasst: den Tod der Kritik und ihre Transformation in Erregungsproduktionen auf dem eng gewordenen Markt der Aufmerksamkeitsquoten. Sie bieten seither ihre Dienste immer unverhohlener an: entweder als Publicity-Macher oder als Skandalisten, was strukturell dasselbe ist. Also darf man fragen: Wem dienen Sie mit Ihrem Auftritt – sich selbst?, einem anderen?, der Diskursdemokratie?, der ganzen Menschheit?
    Damit kommen wir zu dem anderen Punkt. Folgen wir einfach Ihrem Hinweis: Wenden wir uns an den Besitzer der vorgehaltenen Hand, die Ihnen zugesteckt hat, zu wessen Nutzen Sie sich und andere munter machen sollen.
    Mit freundlichen Grüßen Ihr P. Sl.
    Der offene Brief, Zweiter Teil
    Sehr geehrter Herr Habermas,
    Gerüchte reisen bekanntlich schnell. Irgendjemand hat einmal gesagt, sie reisen so schnell wie der böse Wille. Inzwischen ist auch mir, als letztem Glied in der geflüsterten Kette, mit einer Verzögerung von nur wenigen Wochen, sogar an meinem Ferienort im Süden zu Ohren gekommen, was Sie über mich und meinen Elmauer Vortrag zum Humanismusbrief von Martin Heidegger verbreitet haben sollen, mit Worten, die eher aus dem polemischen Reservoir Ihres politischen Wortschatzes stammen, wobei der Ausdruck „jungkonservativ“ eine große Rolle spielt.
    Mit Rücksicht darauf, dass es zwischen uns einmal hellere Tage gegeben hat, sogar die unausgeführte Vorskizze zu einer Freundschaft, und weil ich meine Erinnerungen an die Hochachtung, die ich für Sie als Verfasser einiger für mich und meine Generation lehrreicher Bücher empfand, nicht im Affekt verwerfen will, schreibe ich Ihnen hiermit, um die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu dialogischen, nicht diffamierenden Verständigungsformen von meiner Seite her zu erfüllen. Ich tue den ersten Schritt, obwohl es Ihnen der Situation nach oblegen hätte, ihn zu machen. Ich honoriere den Bonus des Älteren, den Sie in Bezug auf mich genießen. Ich betrachte bis auf weiteres Ihre Auslassungen als bloße Irrtümer, die Sie revidieren können, und Ihre Urteile als Ausdrücke eines Zustands, von dem eine Rückkehr in gemäßigte Formen noch möglich ist.
    Bitte beachten Sie die Formulierung „bis auf weiteres“. Sie drückt aus, dass ich der Obergrenze meiner Toleranz nahe bin. Sie haben, Herr Habermas, mit zahlreichen Leuten über mich geredet, niemals mit mir. In unserem argumentierenden Gewerbe ist das bedenklich; bei einem Theoretiker des demokratischen Dialogs ist es unverständlich. Mit Ihren Reden haben Sie, um nach dem zu urteilen, was ich im indirekten Rücklauf höre, für Aufregung gesorgt. Über Wochen hin, scheint es, haben Sie im Groben gepoltert und im Feinen agitiert. Sie haben zwischen Hamburg und Jerusalem umhertelefoniert, um andere zu Ihrem Irrtum zu bekehren. Sie haben Kollegen, die meine Elmauer Rede bedenkenswert fanden, sogar massiv unter Druck gesetzt. Mehr noch, Sie haben Raubkopien des Textes angefertigt (der Ihnen privatim überlassen worden war) und diese, unter Verletzung aller guten kollegialen, akademischen und publizistischen Sitten, an Journalisten, die Ihre Schüler waren und sind, geschickt, begleitet mit einer expliziten Anleitung zum Falschlesen und mit einer Aufforderung zum Handeln. Sie haben Teilnehmer der Elmauer Tagung mit latent erpresserischen Vorwürfen überschüttet, dass sie in situ nicht so exzentrisch wie Sie auf meine Rede reagiert hatten. Sie haben bei einem Mitarbeiter der ZEIT sowie bei einem Autor des Spiegels Alarmartikel in Auftrag gegeben, bei denen Ihr Name nicht fallen sollte. Zuerst blies Ihr Schüler Assheuer ins Horn, dann hat auch der Mohr seine Schuldigkeit getan.
    „Souverän ist, wer sich so vertreten lassen kann, als ob er in seinem Vertreter selbst anwesend wäre.“ In Anspielung auf den von uns beiden heftig kritisierten Carl Schmitt habe ich in meinem letzten Buch (Sphären II, Globen, S. 667) einen Satz formuliert, der, wenn er zutrifft, erkennen lässt, dass Sie sich noch immer um die Rolle des Souveräns der deutschen Diskurs-Produktion bemühen, auch nach Ihrer Emeritierung. Es gibt, soweit ich sehe, in der Theoriegeschichte keinen Präzedenzfall, dass sich ein Denker in einer so prekären Sache so diskret und effizient hat vertreten lassen wie Sie.
    Ich gebe zu diesen Vorgängen zunächst einen Kommentar im Jargon unserer einstmals gemeinsamen philosophischen Schule. Man würde damals angesichts einer asymmetrischen Gesprächslage dieses Typs bemerkt haben: Der Kritiker verdinglicht seinen Gegner; er behandelt ihn wie einen Mechanismus, nicht wie eine Person. Er reklamiert für sich die volle Subjektivität (aus direktem Zugang zur Wahrheit) und spricht dem anderen eben diesen Zugang ab. Dies ist im semantischen Bürgerkrieg manchmal nötig. Glauben Sie mir, Herr Habermas, ich bin mit dergleichen Sprachspielen so gut vertraut wie Sie selbst. Sie gehören zum inhumanen Erbe des ideologiekritischen Denkstils, der bei Ihnen gewiss nicht schlimmer ausgeprägt ist als bei anderen Vertretern dieser inzwischen nicht mehr ganz so ansehnlichen Tradition. Sie sind hierin nur ein durchschnittlicher Träger einer problematischen Gewohnheit, die man einst mit dem Ehrennamen der Kritik umkleidete.
    Eine Frage drängt gleichwohl sich auf: Hat es nicht auch zu den Denkfiguren unserer verwelkten Frankfurter Tradition gehört, mit einer „Rache der Dinge“ zu rechnen? Was glauben Sie, was geschähe, wenn das Ding Sloterdijk mit einem Mal zu sprechen begänne? Wie wäre es, wenn dieses Ding, dieser Mechanismus, als nervöses An-sich, als schmerzempfindliches Es eine Reaktion zeigte, eine Überreaktion sogar, wer weiß? Wenn das Ding auf den Gedanken käme, eine Ehre zu haben?
    Das ausgedehnte Ding namens Peter Sloterdijk bildet sich partout ein, es sei (vortheoretisch natürlich) auch eine res cogitans, mit der man hätte reden können, vielleicht sogar reden sollen. Da Sie sich gegen das Reden-mit und für das Reden-über entschieden haben, besteht – das Ding ist boshaft genug, dies zu betonen – ein diskurspraktisches Defizit, zumal ich als Autor und Verlagskollege nur zehn Ziffern auf Ihrem Telefon (Vorwahl inbegriffen) oder einen Posttag von Ihnen entfernt lebe.
    Seltsam genug, Ihr Ding, das sich eine Ehre einbildet, hat noch ein paar andere quasisubjektive Merkmale: Es denkt zum Beispiel gelegentlich in historischen Konstellationen. (Das haben wir, sehr geehrter Herr Habermas, trotz allen sonstigen Unterschieden weiterhin gemeinsam, nur dass Sie eher an die Lage von 1933-1945 denken, Ihren lebensgeschichtlichen Beanspruchungen entsprechend, während ich seit jeher lieber mit vormärzlicher Analogie operiere, aus Gründen, die ich gleich erklären will. So hat jeder von uns seine Wahlvergangenheit, aus deren Kontrast Missverständnisse wahrscheinlich werden.)
    Um bei vormärzlichen Bezügen einen Augenblick zu verweilen: Ich weiß nicht, sehr geehrter Herr Habermas, ob Ihnen gegenwärtig ist, welchen Stellenwert die Motive der Schriftstellerehre und der Satisfaktion im Werk des von uns beiden hoch geschätzten Aufklärers Heinrich Heine besaßen und wie er in den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts einige größere Denunziationsversuche, durch einen gewissen Wenzel und durch Ludwig Börne, beantwortet hat. Da Sie selber mich – in fernen, freundlicheren Tagen –, ich denke, sehr zu Recht, in Heines Tradition eingeordnet haben, darf ich mir hier vielleicht die Beobachtung erlauben, dass auch dieser ein ziemlich ehrenempfindliches Ding war und dass er vor kaum einer verbalen Violenz zurückschreckte, wenn es um Angriffe auf die sensitiven Punkte seiner Existenz ging – sein Judentum, seinen Protestantismus, vor allem aber seine Integrität als Sprecher der emanzipatorischen Tendenzen seiner Zeit. Was mich angeht, so empfinde ich seine Gegenattacken zwar als fulminant, aber nicht immer als vorbildlich, denn Heine schlug manchmal in seinem gerechten Zorn heftiger zu, als für seine Sache gut war. Dennoch verstehe ich, warum er sich gelegentlich wie ein martialisch-heiterer Erzengel des offenen Worts gebärdete. Er mochte die Zensur im Allgemeinen nicht, besonders aber nicht die Zensur durch eifersüchtige Kollegen.
    In der Sache hatte Heine Recht. Was er in prozeduraler Hinsicht in seinem Börne-Buch vollzogen hat, diese politische Psychoanalyse des scheinliberalen Charakters am Beispiel eines bekannten politischen Moralisten, das finde ich bewundernswert, und mehr noch, ich finde es aktuell und auf Wiederholung drängend.
    Wenn es ein Gutes an Kommunikationsabbrüchen gibt, Herr Habermas, so besteht es darin, dass sie Klarheit begünstigen. Man tritt nicht nur einen Schritt zurück, sondern mehrere, und gibt Illusionen auf. Indem Sie mich verdinglichen, geben Sie mir, Ihrem Ding, eine Chance, interobjektiv auch Ihre Grenzen klarer zu erkennen. In diesem objektiveren Blick auf Sie ist mir zumute, als überschaute ich mit einem Mal ein ganzes Terrain, eine Epoche, ein System von Illusionen. Das Wesen Kritischer Theorie wird in der Dämmerung offenkundig.
    Darf ich notieren, was ich jetzt sehe? In ihrer älteren Version (Adorno) war die Frankfurter Schule ein gnostischer George-Kreis von links; sie lancierte die wunderbar hochmütige Initiative, eine ganze Generation in verfeinernder Absicht zu verführen. Sie löste eine tiefe Wirkung aus, die wir unter der Formel vom Eingedenken der Natur im Subjekt zusammenfassen können. In ihrer jüngeren Version (Habermas) war sie ein in Latenz gehaltener Jakobinismus – eine sozialliberale Version der Tugenddiktatur (in Verbindung mit journalistischem und akademischem Karrierismus). Beide Systeme, wenn sie mächtig werden, stellen für normale Demokratien Gefährdungsfaktoren dar – das ältere in nur geringem Maß, weil es aus inneren Gründen nie populär werden kann, das jüngere jedoch umso mehr, weil es überaus häufige und populäre Affekte – das Ressentiment und die Lust am Bessersein – organisiert. Für noch nicht normale Demokratien sind sie hingegen genau das Richtige.
    Hegel hatte das Wesen der terreur darin erkannt, dass in ihrem Dunstkreis der Verdacht unmittelbar in die Verurteilung übergeht. In jedem Jakobinismus heißt anklagen auch schon liquidieren. Nie war diese Diagnose aktueller als jetzt, da hocheffiziente Massenmedien Aufputschungen in Realzeit bewirken können (selbst das NS-Regime war technisch langsamer und wesentlich weniger durchsynchronisiert als die totale Öffentlichkeit von heute, auf deren Klaviatur auch Sie, Herr Habermas, sich jetzt nicht ohne Wirkung betätigen).
    Mithin: Dass Sie, dieser große Kommunikator, dieser vom eigenen Nicht-Faschismus durchdrungene Diskursethiker aus Deutschland (Ihr nachweislich brüchiges Axiom lautet ja: Faschisten sind immer die anderen), die Medien so zum Einsatz bringen, wie dieser Vorfall es bezeugt, gibt mir Gelegenheit zu bemerken, wie im Konflikt Ihre liberale Maske zerfällt. Ihre diskursethischen Vorwände rücken zunehmend zur Seite und lassen robustere Motive erkennen. Ich brauche nur in dieser Woche die ZEIT zu lesen und den Spiegel, um zu wissen, woran ich mit Ihnen und Ihren ethischen Projekten bin. Sie haben aufgehört, den zwanglosen Zwang des besseren Arguments zu bemühen. Jetzt sind Sie endlich bei dem nicht mehr ganz so zwanglosen Zwang der schnelleren Denunziation (und der schlechteren Lektüre) angekommen. (Ihr verstorbener Kollege Luhmann würde bemerken: also doch Umstellung von Moraldiskurs auf Agitation.)
    Auch mich wundert diese Entwicklung nicht wirklich, weil sie nur den ständig möglichen Übergang von liberal-jakobinischer Latenz in jakobinische Explizitheit bezeugt. Das ist nicht neu. Immerhin haben Sie dem Wort Emeritus einen neuen Sinn gegeben.
    Ich bitte Sie, mir zu glauben, dass ich Ihnen das alles weniger übel nehme, als Sie vielleicht vermuten. Ich denke jetzt über die universalistischen Gehalte Ihres Verhaltens nach. Sie sind ein Aufklärer wider Willen geworden, in dem Sinne, dass Sie schließlich doch den Ausbruch wagen aus den kontrafaktischen Konstruktionen, die Ihre Kommunikationstheorie als too good to be true erscheinen ließen. Sie wollten endlich einmal offen legen, wie Ihr erweiterter Begriff des kommunikativen Handelns aussieht. Darf man schon wirklich von Ihrer Kehre sprechen? Jedenfalls wissen wir jetzt besser, durch Sie selbst und Ihre gelehrigen Schüler, was Sie unter Diskutieren, unter Denken, unter Zugehen auf Probleme, unter Öffentlichkeit und unter Offenheit verstehen. Sie haben exemplarisch gemacht, wie sich das schlechte Lesen als Waffe einsetzen lässt, und Sie haben eine Szene arrangiert, die uns half zu verstehen, wie bei allzu treuen Schülern die Legasthenie interessante Verbindungen mit dem Opportunismus eingeht. Kann man von einem Aufklärer mehr verlangen?
    Aliquid semper haeret, hieß es in der römischen Antike, die bereits ein explizites Wissen über die Rolle der Diffamierung im Konflikt der Ambitionen besaß. Der Satz besagt: Verleumde allemal, weil auch bei völliger Widerlegung eine Rückkehr zum Zustand davor nicht mehr gelingt. Etwas haftet immer. Ich entwickle allerdings soeben eine neue Hypothese über jenes aliquid, das stets hängen bleibt. Jakobiner sind gewiss mit dem römischen haeret-Prinzip besser vertraut als ich, aber auch mir, dem Anti-Jakobiner, springt ins Auge, dass der Satz unbestimmt lässt, an wem das aliquid haften bleiben soll. Bleibt es am Denunzierten, bleibt es am Denunzianten?
    Lassen wir es, dieses eine Mal, auf den Versuch ankommen. (Die deutsche Nachkriegsdebattengeschichte zeigt freilich bisher keine ermutigende Bilanz, weil der liberal-jakobinischen Prozessform gemäß der Angegriffene der Verlierer ist. Skandalstatistisch gesehen sind meine Aussichten nach dem Habermas-Assheuer-Mohr-Coup miserabel – es sei denn, es entwickelte sich ein Metaskandal, an dem sich etwas lernen lässt über die Geschäfte der Skandalisten in diesem Land, über die deutsche Entrüstungsindustrie, die Dekadenz der Kritik und die eingeschliffenen Allianzen zwischen Liberal-Jakobinismus und Showsystem.)
    Im Grunde ist die Situation so geheimnisvoll nicht: Die Ära der hypermoralischen Söhne von nationalsozialistischen Vätern läuft zeitbedingt aus. Eine etwas freiere Generation rückt nach. Ihr bedeutet die überkommene Kultur des Verdachts und der Bezichtigung nicht mehr sehr viel. Die traumabedingte Retrospektivität der Nachkriegskinder kann ihre Sache nicht mehr sein (ausgenommen diejenigen unter den Jüngeren, die die jakobinische Neurose von den Älteren übernahmen – Söhne von Söhnen, ein Kapitel linker Sozialpsychologie). Die meisten, soweit sie nicht entmutigt sind, denken dem Neuen entgegen, mit einer Freiheit, von der die alten Problemträger nur wenig wissen. Wäre die Sache nicht auch ein wenig tragisch, so wäre Gelächter die einzige richtige Auflösung der Affäre.
    Wen wundert es eigentlich, dass in dieser Lage die alten Mentalitätsmachthaber sich vor ihrer Ablösung noch einmal aufbäumen und ihre Schuld und ihre Unfreiheit mit letzter Anstrengung auf die Nachkommen zu legen versuchen? Sie wollen der eigenen Hypermoral ein riesiges Denkmal setzen, und sie wollen einmal noch, wie damals, als kein toter Diktator vor unserem Widerstand sicher war, zur Faschistenjagd aufbrechen.
    Ach, lieber Habermas, würde ich am liebsten sagen, es ist vorbei. Die Zeit der Söhne mit dem zu guten und dem zu schlechten Gewissen geht vorüber. Was ist daran so traurig? Es gilt, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Was ich philosophisch als Theoretiker des humanen Traums dazu beitragen wollte, zeigen meine beiden letzten Bücher.
    Die Kritische Theorie ist an diesem 2. September gestorben. Sie war seit längerem bettlägerig, die mürrische alte Dame, jetzt ist sie ganz dahingegangen. Wir werden uns versammeln am Grab einer Epoche, um Bilanz zu ziehen, aber auch, um des Endes einer Hypokrisie zu gedenken. Denken heißt Danken, hatte Heidegger gesagt. Ich meine eher, Denken heißt Aufatmen.
    Mit freundlichen Grüßen Ihr P. Sl.

    © beim Autor/DIE ZEIT 1999 Nr. 37
    All rights reserved.

  15. Grobschlosser

    wie wir unschwer erkennen wurde das „Gedankengebäude“ eines Herrn Habermas von Sloterdijk widerlegt – das hat Folgen für den Diskurs – nicht nur in Deutschland und Europa sondern weltweit .

    Die Widerlegung der FFM Schule und das vernichtende Urteil über Habermas wird zwar von den mainstream-Medien , den Schulen und Hochschulen weitgehend ignoriert – aber die Kollateralschäden der habermasschen Politik seit `68 sind übersehbar : Polen , Russland und Ungarn haben sich vom linksbürgerlichen Schwachsinn komplett verabschiedet – keine „pussy riot“ Aktion kann dieses Prozess aufhalten ; in Frankreich rebelliert das katholisch – ländlich geprägte Bürgertum gegen die illuminierten „Eliten“ – merkwürdigerweise hört man vom allwissenden Welterklärer Bernard Henry Lévy recht wenig in der letzten Zeit ( oder ich habs übersehen ) .

    Strategisch gesehen führt die Linksbourgeoisie nur noch Rückzugsgefechte – allerdings gut versorgt und medial hervorragend vernetzt – der Drops ist noch nicht gelutscht – für den deutschsprachigen Raum gilt : die Bolschewisten geben ihre claims nicht freiwillig her – sie werden auch den amerikanischen Freund herbeirufen wenn es in 20 Jahren auf das letzte Gefecht hinausläuft .

    Zur Erinnerung : die sed Nachfolgeorganisation hat ca. 800. Mio Schalck-Golodkowski west Mark nach Wien geschleust ( unmittelbar nach der Wende ) mit dieser Summe kann man durchaus Politik machen .
    Warten wir also ab ob dem ex KGB Mann Putin demnächst mal der Kragen platzt und wir einige heißgeliebte Demokraten ohne rechtliche Folgen als stasi Zuträger bezeichnen dürfen .

  16. Nemo Obligatur

    @Aristoteles

    Es geht hier um die Theorie des wirtschaftlichen Wachstums nicht um Politik. Als Philosoph müssen Sie das nicht verstehen. Aber dann sollten Sie besser schweigen. Oder lesen Sie wenigstens den Link in meinem Kommentar durch.

    log Y =log c + a c log K + (1-a) log A

    Arbeit und Kapital. Nix Volk, Nation und Staat. Das brauchen Sie an der Stelle nicht. Verwechseln Sie nicht ein Modell mit der Wirklichkeit. Das Modell darf, es muss vereinfachen. Wenn Sie nicht vereinfachen, haben Sie eine Landkarte im Maßstab 1:1. Was wollen Sie damit anfangen?

    @Karl

    Es ist nun mal so: Gier, Neid und Angst sind starke Emotionen und Triebfedern menschlichen Handelns. Dies zu berücksichtigen, kann helfen, die Wirklichkeit zu verstehen. Sie verwechseln zweierlei Dinge: Die Welt wie ist und die Welt wie sie sein sollte. Alter Fehler, haben schon die Kommunisten gemacht. Sind daran gescheitert. Die Kirche war da klüger. Hat das Sakrament der Beichte geschaffen.

  17. Max

    Karl, ich halte es für eine gefährliche Idee, Marktwirtschaft mit Gier, Profitsucht und ähnlichen Lastern zu assoziieren, wie es im linken Antikapitalismus üblich ist, und wovon auch die Rechte nicht frei ist.

    Ein System was funktionieren soll, muss mit den realen Menschen, so wie sie sind, irgendwie zurechtkommen können. Die kommunistische Idee von der Umerziehung zu einem Neuen Menschen hat ja nun einmal kläglich versagt.

    Und wenn man sich von der Utopie verabschiedet hat, den Menschen jegliche Laster wie Gier, Neid und Abstiegsangst auszutreiben, dann ist es wichtig, Menschen, die solche Laster haben, so in die Gesellschaft zu integrieren, dass sie trotz ihrer Laster nützliches tun für die Gesellschaft. Was am einfachsten funktioniert, wenn sie nützliches für die Gesellschaft tun müssen, um ihren Lastern zu frönen.

    Das ist es, worum es in der Marktwirtschaft geht. Wer Luxus will – an sich ein Laster – bekommt eine Chance, diesem Laster zu frönen – dafür muss er für andere Menschen nützliche Dinge schaffen, Dinge, die die anderen bereit sind, gegen seine Luxusgüter einzutauschen.

    Was genau die Bedürfnisse des Einzelnen sind, ist nichts, was für die Marktwirtschaft wichtig wäre. Sie ist recht optimal, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Wer unbedingt einen Porsche fahren will, wird dies am leichtesten iin einer Marktwirtschaft können. Wem Jesuslatschen und Jeans ausreichen, wird auch sie am billigsten in einer Marktwirtschaft bekommen, und damit mehr Zeit haben, über den Sinn seines Lebens zu philosophieren oder ganz altruistisch anderen Menschen zu helfen.

  18. Aristoteles.

    @Nemo Obligatur

    Natürlich muss ich das nicht verstehen, deswegen habe ich eine Frage gestellt. Mache ich mitunter, um etwas zu verstehen.

    Ob oder wann ich nicht fragen sollte, lasse ich mir allenfalls vom Blogwart sagen oder anzeigen, aber nicht von Ihnen.

    Und da Sie mich als Philosophen erachten – ja, ich möchte gern mehr verstehen.
    Passiert mir nicht zum ersten Mal, dass ich auf mein Pseudonym hingewiesen werde, scheint Aufmerksamkeit zu erregen. Ich meinerseits glaube jedenfalls nicht, dass Sie identisch mit „Niemand wird verpflichtet“ sind.

    Zu Ihrer Logik:
    Wenn ich Menzel richtig verstanden habe, möchte er die Ökonomie mit Sombart als eine Ökonomie betrachten, „die zugleich Erfahrungs-, Kultur- und Sozialwissenschaft sein müsse.“ Das macht Menzel sogar an der Stelle, wo er der Ökonomie berechnende, profitorienierte, von individueller Freiheit losgelöste Kälte unterstellt – quasi als negatives Gegenüber.
    Warum stellen Sie dann ein Modell auf, das aus „Arbeit und Kapital“ besteht, und attestieren diesem Modell: „Sie sehen, wir sind bislang völlig ohne Volk, Nation und Staat ausgekommen. Auch ohne Ziele und Ideen.“?
    Wollen Sie Menzels Negativ-Bild in einer Formel wiederholen?

    Nemo Obligatur, mir scheint, Sie „verwechseln zweierlei Dinge: Die Welt wie ist und die Welt wie sie“ im Modell aussieht.

    Wenn ich erfahre, dass meine Tochter vom Klassenverband oder vom Klassensprecher ausgebeutet wird, stelle ich nicht noch extra eine Formel auf: A wird von B ausgebeutet.

    Entsprechend fragen Sie zuletzt:
    „Wenn Sie nicht vereinfachen, haben Sie eine Landkarte im Maßstab 1:1. Was wollen Sie damit anfangen?

    So viel verstehe ich allerdings, dass „Arbeit und Kapital“ nicht ohne Bezug zum Arbeiter und Kapitalverwalter ist. Dazu brauche ich keine Landkarte.

  19. Nero

    @ Nemo Obligatur

    Halt! Nicht. So. Schnell.

    Also erstens finde ich Ihre Zurechtweisung Aristoteles gegenüber unangebracht, denn

    Ein Ökonom muss in gewisser Hinsicht Mathematiker, Historiker, Staatsmann und Philosoph sein […]

    Das sagte John Maynard Keynes.

    Und zweitens hätten Sie sich klarer ausdrücken müssen.
    Da Sie sich nur auf die Neoklassische Wachstumstheorie beziehen, hätten Sie vorher die Prämissen erläutern müssen.
    Sie tun ja gerade so als ob das die Ergebnisse der Untersuchung wären.
    Ich finde Sie haben das verdreht dargestellt. Sie können auch nicht erwarten, dass jeder sich mit diesen volkswirtschaftlichen Themen auskennt und das dann schon richtig anordnet.

    Zum Inhalt:

    Während sich Kapitalakkumulation und Bevölkerungswachstum noch vergleichsweise leicht begründen lassen, ist es schon nicht mehr so einfach, den technischen Fortschritt zu erklären.

    Ja woher kommt der techn. Fortschritt? Das Solow Modell nimmt das einfach als Annahme und macht dann weiter. Erklärt wird nichts.
    Hier greift die Endogene Wachstumstheorie. Zum normalen Kapital kommt das Humankapital mit dem Faktor für den Produktionssektor:
    (1-u)*E
    (1-u) = Anzahl der Personen die im Produktionssektor arbeiten
    u = Anzahl der Personen die im Forschungssektor arbeiten
    E = Wissen
    Prämisse: keine sinkenden Skalenerträge (sie hatten ja konstante deklariert) Erklärung: Spill-Over-Effekte

    Der Rest arbeitet also in der Forschung. Daraus lässt sich ableiten, dass mehr Menschen arbeiten müssen, davon weniger in der Produktion und mehr in der Forschung um technologischen Fortschritt zu erzielen.
    –> Mehr Frauen in MINT berufe usw…

    Falls Dritte es geschafft haben bis hier hin zu kommen, Respekt! Da werden Sie sagen, dass das doch eine Binsenweisheit ist. Nun warten Sie ab was man daraus alles schließen kann…
    Also soviel zur Herkunft des technologischen Fortschritts:
    Verhältnis von Arbeitern in der Produktion und in der Forschung.

    Jetzt noch die Wachstumsrate der Bevölkerung mit Arbeit multipliziert
    n* (1-a)
    n= Wachstumsrate der Bevölkerung
    a= Kaptial
    (1-a) = Arbeit

    Dann kommt man auf die wahnwitzige Idee mit der Formel Y=K*A zu spielen. Heraus kommt (ich erspare die Herleitung, ist hier auch nicht darstellbar), dass die Wachstumsrate des Outputs (Y = Yield) der Wachstumsrate der Bevölkerung entspricht.
    So, diese zwei Aspekte sagen uns, dass je mehr Menschen arbeiten desto höher ist der Output (Frauen in den Beruf usw..) und je mehr Menschen im Forschungssektor arbeiten, desto größer ist der technologische Fortschritt. In Summe: einfach mehr Menschen in die Industrienationen und die noch nicht erschlossenen Regionen zu Industrienationen machen.

    Sie behaupten zwar, man käme damit ohne Volk und Nation aus und wenn Sie nur die Wörter meinen, dann haben Sie auch recht.
    Aber die Menge der Menschen spielt auch hier eine Rolle wie sie sehen.

    Ich war früher auch ein wenig so drauf. Ich habe die Macht der Zahl überbewertet. Alle Modelle sind quantitativer Natur und missachten die Qualität völlig.
    Und wenn Sie ein Modell der Qualität erstellen, kommen Sie um Volk und Nation nicht herum. Sei es IQ, sei es Historie, sei es Geographie, Sprache…

    Ökonomisch betrachtet, sind Deutsche die Loser der Geschichte und müssen weg. Weil wir scheiße sind. Unsere Wachstumsraten sind zu gering. Ökonomisch gesehen. Wir leben nunmal in einer Welt in der Wachstum alles ist. Leider.
    Der Fehler liegt aber darin zu glauben, zuerst wäre die Ökonomie da und die Deutschen oder andere Völker hätten sich unter dieses Dach eingeschlichen.

    Nein, anders herum wird ein Schuh draus. Zuerst wir, dann die Ökonomie.

    Der Tag ist nicht weit, an dem das ökonomische Problem in die hinteren Ränge verbannt werden wird, dort, wohin es gehört. Dann werden Herz und Kopf sich wieder mit unseren wirklichen Problemen befassen können – den Fragen nach dem Leben und den menschlichen Beziehungen, nach der Schöpfung, nach unserem Verhalten und nach der Religion. First Annual Report of the Arts Council; John Maynard Keynes

    Nemo, brechen Sie die macht der Zahl und trauen Sie sich irrational zu sein. Sie werden sehen wie wunderbar die Emotionen ihren Verstand ergänzen. Das Abendland macht den Fehler den Verstand über alles andere zu stellen, wobei die Welt des unbegreifbaren doch so viel größer ist.

    Typisch Volkswirte ts ts ts…

  20. Nemo Obligatur

    @ Aristoteles.
    Sonntag, 20. März 2016, 20:11 (URL) | Kurz-URL

    Wollen Sie Menzels Negativ-Bild in einer Formel wiederholen?

    Nein. Der Punkt ist folgender: Bevor man sich darüber verständigt, ob Wachstum gut oder schlecht ist, muss man sich erst einmal anschauen, wie wirtschaftliches Wachstum entsteht. Das ist nämlich keineswegs ein Selbstläufer, sondern eine ziemlich knifflige Frage, auf die es so richtig noch keine Antwort gibt. Die meisten Ansätze basieren auf der Vermehrung von Arbeit und Kapital sowie auf dem technischen Fortschritt. Man kann diesen Punkt gar nicht nüchtern und technokratisch genug sehen. Hehre Begriffe wie Staat, Nation, Volk und Vaterland sind hier völlig fehl am Platze. Deswegen scheinen mir auch die Überlegungen von Sombart wenig fruchtbringend zu sein.
    Obwohl es auch eine Denkrichtung gibt, die den Wohlstand der Nationen auf die Institutionen zurückführt (dazu Acemoglu, „Why Nations fail“).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Warum_Nationen_scheitern

    Wenn man diesen Weg betritt, dann wird man entgegen den Ansichten Acemoglus früher oder später vermutlich doch wieder auf Werte wie Kultur, Sitte und vielleicht sogar Rasse stoßen. Denn woher kommen die Institutionen? Aber das zu sagen ist natürlich öffentlich (noch) nicht möglich und in der Wissenschaft schon mal gar nicht. Nur sind solche Ansätze empirisch schwer bis gar nicht prüfbar. Theorien, die nicht prüfbar (=falsifizierbar) sind, sind selbstredend wertlos.

    Noch eine Ergänzung.
    Wenn ich Ihre Ausführungen lese, dann sehe ich, dass ich Ihnen Unrecht getan habe. Zumindest ist meine Entgegnung zu scharf bei Ihnen angekommen. Ihre Frage war allerdings auch missverständlich formuliert (nämlich so halb ironisch). Aber solche Missverständnisse lassen sich im Internet wohl nicht immer vermeiden.

  21. Trouver

    Wie ist so ein Wahnsinn möglich, fragt man sich als denkender Mensch?

    Das sage i c h Ihnen, lieber Herr Reiser.

    Die Mehrheit in einer entwickelten Demokratie ist immer korrumpiert. Ihre Loyalität ist immer erkauft, jeder Tag aufs neue: bei den Prekären durch Alimente, panem et circenses, bei den Reicheren durch das Versprechen des Schutzes.

    Die Meisten lassen sich damit abfinden – das ist nun halt so.

    Und die Minderheit, wie Sie und ich, – hat kein politisches Mittel es irgendwie zu beeinflussen.

    Schauder, ja. Aber wahr.

  22. Andreas Walter

    Ich sehe schon, Herr Menzel, wir verstehen uns nicht.

    Weil ich der Meinung bin, das Wachstumskritik an sich schon ein Widerspruch in sich selbst ist für ein biologisches System, das wie Sie auch zudem Geist besitzt, die Fähigkeit also auch Geist auszubilden, wachsen zu lassen.
    (…)

    Admin: Lieber Herr Walter, nicht so derb reingrätschen, bitte.

  23. Nemo Obligatur

    @ Nero

    Es ist immer angenehm, wenn man adäquate Diskussionspartner findet. Was die Zahlen angeht, bin ich allerdings der Ansicht, dass es ohne eine gewisse analytische Strenge nicht geht. Mit Emotionen macht man sich viele Dinge schwerer als nötig (siehe meinen leicht verunglückten Gedankenaustausch mit Aristoteles).

Diskussion geschlossen. :-)

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