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kositza Ellen Kositza


Wie ich 294 Stunden dachte, AfD-Mitglied zu sein

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erhatihnEin possierliches Spiel in mehreren Akten:

Erster Akt: Die AfD ist immer wieder Thema im Hause & im Bekanntenkreis: Ist doch toll, was die machen! — Nein, Partei ist Partei. Immer die gleichen Mechanismen. Wirst sehen! — Aber lies mal, was die Petry hier sagt! Goldrichtig! Tolle Frau! Und der Gauland! Ich find das mutig! — Partei ist immer Filz. Du hast falsche Hoffnungen. — Vielleicht. Aber die haben doch tolle Leute! — Fragt sich, ob die toll sind oder nur so tun — usw.

Im September 2014 hatte die AfD eine großformatige Anzeige in der Jungen Freiheit geschaltet „Jetzt Mitglied werden!“ Ich: „Schau! Von wegen, die halten peinlichen Abstand! Die werben um Leute wie uns!“ Natürlich fühlte ich mich persönlich angesprochen. Seit 1992 habe ich regelmäßig für die Junge Freiheit geschrieben, hunderte Artikel. Ich fühlte mich hundertprozentig als Teil der Kerngruppe dieser Annonce, bin außerdem Trägerin des Gerhard-Löwenthal-Preises für Journalisten, die JF hat ihn mir 2008 verliehen. Ich stellte wenige Tage nach Erscheinen der JF-AfD-Anzeige meinen Antrag online, gerichtet an meinen Kreisverband.

Zweiter Akt: Vom AfD-Kreisverband Halle-Saalekreis erhielt ich einige Einladungen zum Stammtisch, jeweils am frühen Abend – ungünstig für jemanden mit vielen kleinen Kindern. Dabei wär ich gern mal hingegangen. Mein Antrag war mir ernst, hatte aber keine Priorität; es hatte Zeit. Als ich im Dezember einmal nachhakte, wie es mit meinem Antrag aussähe, hieß es, es sei niemals einer eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt wartete Kubitschek schon geschlagene acht Monate auf eine Reaktion: Er hatte am 1. April einen Antrag gestellt. Lag’s am Datum?

Dritter Akt: Ich habe das Buch Vater, Mutter, Staat von Rainer Stadler gelesen, Redakteur beim Magazin der Süddeutschen Zeitung. Ein hervorragendes Buch, sehr skeptisch gegen den neuen deutschen Krippenwahn. Ich habe es für die Februar-Ausgabe der Sezession rezensiert. Stadler hat unter anderem den jeweils Zuständigen der Parteien schriftlich sehr eindringliche Fragen vorgelegt bezüglich ihrer Haltung zur frühkindlichen Fremdbetreuung. Er präsentierte die Antworten im Wortlaut und zeigte sich sehr unzufrieden. Niemand habe deutlich Stellung genommen gegen eine Politik, die das Kindeswohl in staatliche Hände legen will. Stadler schrieb, „nur die kleine ÖDP“ zeige hier ein erfreuliches Profil.
Was mir fehlte: Die AfD. Sie – und ihre Positionen zu Fragen der Familienpolitik – kam gar nicht vor. Dabei hätten die sicher bessere Antworten, oder? Ich wandte mich schriftlich an Frauke Petry. Ob Sie Interesse hätte, mir für unser blog die Fragen zu beantworten? Oder, wenn nicht sie (aus Zeitmangel?), dann ein Parteikollege, der mit diesen Themen betraut sei? Keine Antwort, Wochen nicht. Ich hakte auf anderen AfD-Kanälen nach. Im Januar 2015 die Antwort einer Sekretärin: Nein, man wolle/könne sich nicht äußern.

Vierter Akt: Im Postfach fand sich am 5. 2. 2015 unerwartet eine mail:

Wir begrüßen Sie herzlich in der Partei „Alternative für Deutschland“.
Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich zusammen mit der AfD für die Zukunft Deutschlands engagieren.
Ihre persönliche AfD-ID-Nr. lautet: 10593229. Damit stehen Ihnen von jetzt an viele Möglichkeiten zur Mitarbeit in der AfD offen.
Der große Erfolg der AfD bei den Europawahlen und der Einzug in viele kommunale Parlamente zeigt, dass wir immer mehr Anerkennung bei den Bürgern finden.
Wir freuen uns deshalb, dass Sie künftig bei der Alternative für Deutschland mitwirken und für unser Programm werben wollen. Gemeinsam werden wir die deutsche Politik verändern.

Freundliche Grüße
Alternative für Deutschland
- Mitgliederbetreuung -
www.alternativefuer.de
mitglieder@alternativefuer.de

Und in der Briefpost lag ein hübsches Mitgliedskärtchen. Kubitschek erhielt auch eines.

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113 Kommentare zu „Wie ich 294 Stunden dachte, AfD-Mitglied zu sein“

  1. der letzte Deutsche

    Die Art und Weise, wie die AfD mit Anträgen auf Mitgliedschaft umgeht,
    sollte einem doch sehr zu denken geben,
    Ich wuerde die Familie Kositza/Kubitschek bitten, uns, die Leserschaft,
    auf dem Laufenden zu halten.
    Sollte die AfD glauben, aus fadenscheinigen Gründen auf Ihre Mitglied-
    schaft verzichten zu wollen/können, ist dies ja letztlich für jeden einzel-
    nen von uns (Lesern der SEZESSION) vermutlich Grund genug, unser
    Verhältnis zu dieser Partei (bis hin zum Wahlverhalten) zu überprüfen.

    Mich persönlich würde es sehr enttäuschen, daß man auch in der AfD
    Personen von der Parteimitarbeit ausschließen möchte, die ihre Fähig-
    keiten, Politik zu verstehen und dieses Verständnis auch entsprechend
    zu artikulieren, bereits hinreichend unter Beweis gestellt haben.

  2. alex

    Hm – im AfD Kreisverband Halle/Saale scheint jemand offensichtlich geschlafen zu haben. Oder unglaublich optimistisch gewesen zu sein….

    kommentar kubitschek:
    eher völlig normal. wie die meisten leute hier im landstrich.

  3. FdF!

    Da frag ich wirklich mal nach. Die Begründung muss geliefert werden. Melde mich.

  4. jack

    AfD-Funktionärin preist Bereicherung durch Vielfalt

    Mit dem Loblied auf die „Bereicherung“ durch „Pluralität“ (immerhin nicht „Vielfalt“ – das ist wohl das „Alternative“ an dieser Rhetorik) benutzt die Sprecherin genau die Art von Nebelsprache, hinter der dieses Establishment die Krise unseres Landes zum Verschwinden bringt. Die Floskel von den „Mitbürgerinnen und Mitbürgern“, wo man auch einfach von „Bürgern“ sprechen könnte, und die kitschverdächtige Häufung von lobhudelnden Floskeln bis hin zu der Tautologie von den „leckeren Köstlichkeiten“ verrät vor allem eines: den Willen, dazuzugehören; von just dem Establishment anerkannt zu werden, zu dem man doch eine „Alternative“ sein will. http://www.sezession.de/40375/afd-preist-bereicherung-durch-vielfalt.html

    Wenn die AfD auch anfänglich zu leichtem Optimismus veranlasste, was um alles in der Welt wollen Sie in dieser Partei? Perlen vor die Säue werfen?

  5. Trouver

    Diese bizarre Praxis kommt mir nicht erst jetzt vor.

    Vor einem Jahr berichtete ein Forist, ihm kam dieselbe Dubiositaet in die Quere. Er wurde also auch kein Mitglied.

  6. Heiko Kleinke

    Kositza und Kubitschek sind unverzichtbare Charaktere für die nationalkonservative Bewegung!

    Aber sie sollten schlau genug sein, dass eine Partei wie die AfD sie nicht aufnehmen kann.

  7. Tobias aus Dresden

    Als ich das eben las, lag mein ausgefüllter Antrag noch in der Postausgangsbox im Auto … der Umschlag wanderte eben samt Marke direkt in den Schredder … Unglaublich!

  8. Unke

    Einmal mehr Respekt an die beiden Mitgliedswilligen!
    An der AfD abarbeiten? Wenn ich mir nur die Vorturner Lucke und Henkel… aber bitte: jedem Sisyphos seinen Stein!

  9. Karolus Franzus

    Ja, die Aufbruchstimmung kenne ich auch noch.
    Inzwischen aber natürlich auch die Ernüchterung.
    Natürlich ist es gut, dass es die AfD überhaupt gibt, aber…

    Letztlich geht es nicht darum, welche Partei welche Leute mit welchen Phrasen wohin stellt, sondern wer realen Druck auf die Handpuppen ausüben kann.
    Pegida war etwas, das realen Druck erzeugt hat.
    DAS ist der Weg.

  10. Marcus Junge

    So richtig alternativ und „überhaupt nicht“ das Kaspertheater, welches seit Gründung dieses faulen Ei’s immer wieder gespielt wird.

    Vergleiche ich die JF von 2008 mit dem was da heute so kommt, dann kommt mir auch wieder sofort „Alternative“ in den Sinn, die Alternative von der Alternative. Na gut, ganz so schlimm ist es nicht, aber den Ruck in Richtung dieser ominösen „Mitte“ kann man einfach nicht übersehen. Gerade im Zuge der Umwandlung zur Haus- und Hofpostille der AfD. Daher gilt ganz eindeutig, wer 2008 einen Löwenthal bekam, ist 2015 absolut untragbar für die AfD, viel zu national und rechts. Den Rest kann man in den Archiven über die Behandlung von denen nachlesen, die lange vor der AfD versuchten eine echte Alternative zu sein, ohne deshalb die Partei des Verfassungsschutzes darzustellen (NPD) und daher untragbar für die AfD sind. Rauswürfe, Aufnahmeverbote und eine Vielzahl an Äußerungen wie schön bunt und islamisch es doch ist / sein soll, geben der AfD auch gleich noch mehr alternativen Charme.

    Ich kann daher auch nicht verstehen, was man bei denen will und das schreib ich so seit deren Gründung, auch hier und verweise auf Akt 1 – Absatz 1. Eine echte Alternative wäre wunderbar gewesen, nur nicht mit solchen Leuten, nicht mit so einem Gründungsprogramm, nicht mit so einer Anbiederung an die CDU die ganze Zeit, der neuen Satzung und den Abstimmungen in Brüssel. Niemand braucht eine CDFDPU mit dem einem Anstrich Marke „Verkohlung 1982″.

  11. Karolus Franzus

    Natürlich hat auch Petry Angst um ihre Stellung in der AfD.
    Frau Nölle-Neumann hat das Prinzip ja genau untersucht („Die Schweigespirale“). „Aus dem moralischen Element zieht die öffentliche Meinung ihre Kraft, ihre Isolationsdrohung, welche die Schweigespirale in Gang setzt.“ (Erinnerungen, S.260)

    Doch bitte mal die „Distanzeritis“ bleiben zu lassen, ist ein verständlicher Wunsch. Er ist aber völlig aussichtslos. Die Isolationsdrohung, also die Drohung mit der Existenzvernichtung, ist die Wirkung der erfolgreichen moralischen Aufladung einer Meinung.
    Es ist kaum möglich, am Ende des Hebels anzusetzen, um das zu verhindern.
    Ebenso absurd wäre es, bei einem Fahrrad den Bremsgummi an der Nabe anzusetzen, wo bei kurzem Drehweg große Kraft wirkt. Ansetzen muss die Gegenkraft außen, an der Felge, am langen Hebelarm. Dort ist die Kraft pro Strecke geringer, also leichter zu bremsen.
    Im Klartext: Die linken Deutschenhasser, die sich durch die Verdrängung der linksextremen Massenmorde moralische Autorität und eine Rolle als Retter der Menschheit angemaßt haben, müssen auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Der lange Hebel muss geschwächt werden, dann ist auch die Kraftübertragung am Ende, die Teile-und-Herrsche-Praxis gegenüber den Patrioten mittels der Isolationsdrohung, geschwächt.
    Dazu ein Hinweis auf das http://www.museumoncommunism.org/
    mit der übersichtlichen Aufschlüsselung der 100 Mio. Toten, die die Linken und Linksextremen auf dem Gewissen haben.
    Das muss man ihnen unter die Nase reiben, bei jeder Gelegenheit. Denn sie versuchen es gern zu relativieren.

  12. Die Funktionäre vom Lucke /Henkel-Flügel nehmen schon seit langem Einfluß auf das künftige Parteiprogramm, über das noch im Laufe des Jahres 2015 abgestimmt werden soll, indem ´rechte´ Neumitgliedschaften verhindert werden. Mit der neuen Satzung (die die Zustimmung von 2/3 der anwesenden Mitglieder auf dem Bremer BPT erfordert hat) geht das jetzt noch besser. Es ist wohl leichter für Linksextremisten oder Salafisten, Parteimitglied zu werden, als für ´Rechte´. Eine tolle ´Alternative für Deutschland´.

  13. Superior

    Der „definitive Kurs“ der AfD ist noch nicht bestimmt. Es lohnt sich also durchaus sich Gedanken zu machen, wie man diese Chance im positiven Sinne beeinflussen könnte.

    Die Ablehnung der Anträge ist natürlich eine Frechheit und das wird hoffentlich noch geändert.

  14. Martin Höfer

    Ein wenig Schadenfreude kann ich mir nicht verkneifen! K.u.K. werden Parteimitglieder? Selbst Schuld! Aber im Ernst, den Grund würde ich auch gerne erfahren.

  15. ulex

    Hmm,

    das steht doch in der Zeitung, die Order kam von ganz oben.

    Der Artikel erschien 2, 3 Stunden vor der obigen überaus aufschlußreichen Darstellung die ich als prompte Reaktion darauf empfunden hab.

    (Denn in der Tat hatte ich ich gewundert, weshalb man als grundsätzlich parteiferner Pegidist jetzt auf einmal einen Aufnahmeantrag in einer Partei stellt, die bei der ganzen Oertel-Bachmann-Geschichte von außen betrachtet eine dubiose Rolle gespielt zu haben scheint (zumindest was Ratschläge und Einflüsterungen und Durchstechen von Informationen angeht):

    http://www.sz-online.de/nachrichten/afd-lehnt-goetz-kubitschek-ab-3042514.html

  16. ulex

    Ansonsten:

    Natürlich (unprovoziert) eine nicht ungewollte Positionsklärung, wobei ja mehr als deutlich ist, dass die AfD ihrem Wählerauftrag auf allen Ebenen Druck in den Parlamenten zu machen, nur sehr unzureichend nachkommt und außerhalb der Medien / Wahlkämpfe nix mobilisiert bekommt (Bilder von der AfD-“Großkundgebung“ anlässlich der Bombardierung Dresdens: http://afd-dd.de/fotos-von-gedenkenkranzniederlegung-auf-dem-altmarkt-am-14-02-2015/)

    Dabei hätte Kositzka so als stellvertrende Schriftführerein dem örtlichen Kreisvorstand rein optisch und altersmäßig wohl ganz gut zu Gesicht gestanden:

    http://halle.afd-lsa.de/?page_id=8

    Und wer sich über die organisatorischen Unzulänglichkeiten die in der Schilderung deutlich werden wundert (die ich aus Sachsen völlig bestätigen kann, die aber auch in etablierten Parteien alles andere als unüblich sind), der beachte, dass unter obigen Link zur offiziellen Kontaktseite des KV die Kontaktmöglichkeiten noch nichtmal ausgefüllt sind. Da braucht man sich über solche Aufnahmeverfahren natürlich nicht wundern.

  17. Falls eine Mitgliedschaft juristisch schon zustande gekommen ist, dürfe ein Rausschmiss nicht so einfach sein. siehe
    Parteiausschluss

    Das bloße Berufen auf einen angeblichen Irrtum reicht jedenfalls nicht, um ein Gesetz zu umgehen.

  18. Bernd Derksen

    Danke für den interessanten Blick hinter die Kulissen der Partei.
    _____
    Auch in der AfD-Satzung steht ja das parteiübliche:
    „Die Ablehnung des Aufnahmeantrags muss gegenüber dem Antragsteller nicht begründet werden.“ (§4 (4))
    Ich erwarte, dass man darauf verweisen wird.

  19. Andreas Walter

    Es ist diese innere Zerrissenheit, die wohl jedem Menschen innewohnt, die letztendlich auch die AfD wie mittlerweile, beziehungsweise seit dem Kosovo-Konflikt, auch Die Grünen an den Tag legen, die einstmals als Vorbild für basisdemokratische Prinzipien standen. Eine Zerrissenheit zwischen Ideal und Wirklichkeit, zwischen Krieg und Frieden, zwischen dem was wir bejahen und dem was wir verneinen. Leider hat jedoch das was wir ablehnen genauso viel Macht über uns, nämlich über unsere eigene Psyche, wie alles, was wir gut finden, gutheissen. Vom Schatten sprechen darum auch einige wenige kluge Leute und der beinhaltet im Grunde genommen alles, zu dem wir nein sagen, was wir ablehnen, von uns wegschieben. Ein eigenartiges Prinzip, möchte man beinahe glauben, doch man kann die Uhr danach stellen. Und es hat auch nichts mit Aberglaube oder Magie zu tun sobald man begreift, dass das Böse der Thronsitz des Guten ist und auch der Teufel immer nur Gott dient, dienen kann, um in christlichen Symbolen verständlich zu machen, was ich damit sagen möchte. Denn wäre es anders, dann wäre nicht Gott allmächtig, sondern müsste auch „er“ sich seine Macht mit „jemand“ teilen, und dann wäre auch das Christentum keine monotheistische Religion, sondern eine Polare. Eine Bipolare, wenn Sie verstehen was ich meine.

    Sie und ihr Mann, der Herr Kubitschek, Frau Kositza, sind zwei feine Menschen. Eine Partei, die Sie Beide als Mitglieder ablehnt ist es nicht wert, dass Sie sich noch weiter darüber Gedanken machen und oder gar darüber grämen. Das sind dann einfach nur Vollidioten die das wahre Prinzip echter und verantwortungsvoller Herrschaft noch nicht begriffen haben, denn diese bemüht sich immer und zu jeder Zeit, jedem in der Welt einen vertretbaren und auch angemessenen Platz zu verschaffen. Jeder gewalttätige Schmok der Antifa wie auch andere Kriegstreiber fügt darum unserer Gesellschaft mit seinem Verhalten einen grösseren Schaden zu, als Sie es Beide allein durch Worte jemals tun könnten. Denn es sind nicht Worte, die gefährlich sind, sondern jene, denen bestimmte Worte nicht passen und die ihnen darum gefährlich werden könnten oder die bestimmte Worte, Aussagen und Sätze für gefährlich halten, und welche sie darum unterdrücken oder zumindest zu unterdrücken versuchen. Doch das ist das Gleiche wie Bücher verbrennen oder Hexen, und darüber dachte ich mal wären wir schon hinaus. Der Kampf, den wir, und da schliesse ich mich gerne ein, dagegen führen ist daher uneingeschränkt berechtigt, und darum werden wir am Ende auch siegen. Meine Worte in Gottes Ohr.

  20. Thomas Schramm

    Die AfD ist wie alle anderen Parteien, die sich in der BRD etabliert haben, nur ein Instrument der seit Jahrzehnten immer besser organisierten Parteien-Diktatur, die sich auch als Demokratie bezeichnet.

    Ich gebe Ihnen den guten Rat, Ihre Zeit nicht mit diesen Firmen der Machtausübung für die sich auserwählten Eliten (was sie aus natürlichen Gründen nie wären) zu vergeuden.

  21. Roman

    Man muß sich langsam ernsthaft Gedanken darüber machen, ob man die AfD noch wählen kann.

  22. Kleiber

    „Etiam si omnes, ego non“ – Liebe Kositza, lieber Kubitschek, seien Sie froh. Die verbissene Vereinsmeierei und die intriganten Pöstchenjäger der AfD auf Kreisebene bleiben Ihnen jetzt erspart. Politisch spielt sich da außerhalb von Wahlkämpfen an obskuren Stammtischen in irgendwelchen Gaststätten mit Bundeskegelbahn ohnehin nicht viel ab. Und auch da nur sehr sparsam.

  23. Ernst Jünger

    Na, der Grund ist doch offensichtlich. Selbst die JF ist Leuten wie Henckel schon ein Dorn im Auge aber gerade noch so tragbar.

    Ein Aufnahme von GK in die AFD hätte bedeutet, das man ihn wieder in das selbe konservative Boot setzt, aus dem DS ihn ja erst rausgeworfen hat. Im krassesten Fall wäre DS dann gezwungen gewesen, sein AFD-Engagement deutlich herunterzufahren. Die AFD selbst wäre wieder ein deutliches Stück in Richtung Rechtsextremismus gerückt worden – und das gerade jetzt wo mit den nächsten Landtagswahlen alles auf dem Spiel steht?

  24. ingres

    Also ich denke man sollte die AfD nicht offen überfordern. Ich habe sicherlich Ansichten, wegen derer man mich auch nicht aufgenommen hätte, hätte man sie gekannt. Aber ich bin halt nicht prominent und auch wenn ich von meiner Wahrheit mehr oder weniger überzeugt bin, weiß ich, dass man wenn überhaupt jahrzehntelang (falls es in der BRD geordnet weiter geht, was ich freilich bezweifle) Geduld haben muß. Und an der Basis kann ich nach wie vor alles sagen was ich denke. Wenn nicht wars das halt.

  25. Falkenstein

    AfD: Alter Wein in neuen Schläuchen? Provokante Frage – aber erlaubt.
    Was kenne ich doch die Hoffnungen der letzten Jahre auf endlich freie, endlich neue Parteien mit Volkshaftung. Und?
    Ein Henkel mit dem Stallgeruch der Industrie und ein Professor Lucke der die Basisentscheidung – gegen Russland Sanktionen zu stimmen – schlicht ignorierte. Was soll da rauskommen?
    Und Gauland: „Die Pegida ist tot!“ Ach, ist sie das? Und war es nicht eher die Enttäuschung über die Oertelpleite?
    Nein – unsere Zeit des Umbruches benötigt keine Parteien auf dem Boden der Parteiengesetze dieser Republik.
    Es braucht eine Volksbewegung mit mehreren Armen. Eine „Paulskirche“ rspkt. Nationalversammlung.
    Darunter auch eine „Volksgewerkschaft“, in Polen nannte man das mal „Solidarnosz“.
    Denn – wenn wir das Parteiendenken nicht ablegen, wird alles was an Hoffnung und Aufbruch geschieht, in die Hose gehen.
    Dieses momentane System fängt und neutralisiert an den Leimruten „Parteien“ allen Widerstandsgeist, alle Aufbruch – Energie ab.

  26. Ulkig, daß der Spiegel die AfD als „nationalkonservativ“ bezeichnet, als wäre das schon ausgemachte Sache. Kubitschek & Kositza sind „prominent“, und die Gida-Veranstaltung in Leipzig war natürlich, täteratä, ein „Aufmarsch“.

  27. mario

    Eine einfache Ablehnung hat anscheinend nicht gereicht, man musste Sie auch noch im heutigen SPIEGEL (S. 17) der Meute zum Faß vorwerfen:

    http://i.imgur.com/TsnbTOi.jpg

    Keine Alternative, nirgends.

  28. Jürgen Rachinger

    Auch ich wurde gleich zu Gründungszeiten abgelehnt, da ich vor Jahren einmal Mitglied bei den Republikanern und Pro-Deutschland war. Demokratisch legitimierten Parteien ! Fand und finde es sehr schade, da ich die AFD wirklich als wählbare alternative empfand. Aber so wird es in ein paar Jahren eine Partei wie alle anderen auch. Mit den internen Machtkämpfen geht ja jetzt schon los. SCHADE.

  29. Thomas Wawerka

    Zum Kotzen, aber leider durchaus keine singuläre Erscheinung: Ein Bekannter von mir, der sich als Sympathisant im Umfeld der Friedensdemonstrationen bewegte, die ja auch gern mit dem „Rechts-Verdikt“ belegt wurden (man denke an die geschwätzige Jutta von Ditfurth), der also genau weiß, wie es ist, politisch-moralisch exkludiert zu werden, wendet nun genau dasselbe Prinzip an, um sich von mir wegen meiner Pegida-Unterstützung zu distanzieren (und der Gipfel ist, er belegt das mit Artikeln aus den von ihm immer kritisierten MSM). Da steht man wie vom Donner gerührt, fasst sich an den Kopf und fragt sich, was denn jetzt los ist. Statt dass die gemeinsame Ausschlusserfahrung verbindet, benutzt eine Seite sie, um sie gegen die andere zu verwenden. Gibt’s doch nicht! – Dasselbe Spiel nun hier. Statt dass die AfD sich selbstbewusst rechts verortet, auf den Tisch haut und klarmacht, dass rechts und links politische Basismentalitäten sind, seit es den Parlamentarismus gibt, dass beide Positionen für die nötige Opposition sorgen, für check and balances, dass auch ein Demokrat nur auf zwei Arschbacken richtig sitzen kann, nun dieses miese Rumgedruckse und Angebieder. Wie’s aussieht, sitzt auch die AfD mittlerweile in der PC-Falle. Nur gut, dass ich nicht beigetreten bin, wie ich es eigentlich tun wollte!
    Bei meinem Versuch, zu verstehen, was da passiert, bin ich lediglich so weit gekommen: Es muss sich um eine Mischung aus berechtigter Angst und Charakterlosigkeit handeln. Solchen Leuten muss irgendwann jegliches Ehrgefühl abhanden gekommen sein. Da kann man nur noch unmissverständlich Schluss machen.

  30. Rationalist64

    Auch ich hatte in 2013 ein kurzes Gastspiel bei der AfD (damals waren die Mitgliedsnummern noch vierstellig). Schon damals fiel aber die völlige Willkür auf, die im Umgang der Partei-Oberen mit einfachen Mitgliedern herrschte. So wollte auf dem Gründungskongress der sächsischen AfD am 22.04.13 eine Person auf dem damals als aussichtsreich geltenden Platz 2 der sächsischen Kandidatenliste für den Bundestag kandidieren. Ein anderes bestätigtes Mitglied, ein Dresdner Rechtsanwalt, wusste, dass der Kandidat beruflich gescheitert und arbeitslos war und nur einen gut dotierten Versorgungsposten in der Politik haben wollte. Da der „Kandidat“ fürchtete, diese Information könne seine Wahlchancen schmälern, wenn es der Anwalt auf der Wahlversammlung (die parallel stattfand) publik machen würde, ließ er ihm von der Security rechtswidrig den Zugang zur Mitglieder-Versammlung verwehren. Später „entfernte“ der „Kandidat“, der (ohne Gegen-Kandidat) dann übrigens tatsächlich auf Platz 2 gewählt worden war, seinen „Widersacher“ kurzerhand durch einen manipulativen Eingriff aus der Mitgliederdatei (zu der er Zugang hatte), ohne dass es jemals ein Ausschlussverfahren gegen das Mitglied, das zuviel wusste, gegeben hätte.

    Außer ein paar „Hanseln“ (mich eingeschlossen) nahm in der AfD niemand Anstoß an solchen Vorgängen. Mir wurde schnell klar, dass eine Partei, in der solche Zustände herrschen, die von der überwiegenden Mehrheit der Mitglieder und Funktionäre gebilligt werden, ihren Anspruch, eine demokratischere Alternative zu den anderen Parteien zu sein, nicht erfüllen kann und will.

  31. Rumpelstilzchen

    Ich distanziere mich von den Distanzierern der Distanzierer…..

    Ähm… Hat sich die Junge Freiheit eigentlich schon davon distanziert, Frau Kositza den Gerhard Löwenthal Preis verliehen zu haben ?

    Sollten wir uns nicht endlich alle von uns selbst distanzieren ?

    Sogar meine linke Ex-Freundin ist aus einem stark bereicherten Gebiet weggezogen, der Kinder wegen. Und einen Politiker als Maulwerker zu bezeichnen,das ist doch kein Ausschlußgrund ?

    Wen sollen wir den jetzt noch unterwandern ?

  32. Annika Hansen

    Ich stimme Herrn Schramm und Herrn Walter zu, die AfD ist keiner weiteren Betrachtung wert. Momentan wird sie für die CDU rundgelutscht. Von Alternative keine Spur mehr, im Gegenteil. Auch sollte Frau Kositza dankbar sein, dass sie nicht in dieser Schlangengrube gelandet ist. Missliebige Parteimitglieder kriegen mit fadenscheinigen Begründungen Ausschlussverfahren an den Hals, die gegen die Vorgaben der Satzung und des Parteiengesetzes verstoßen. Petry belügt ohne rot zu werden die Mitglieder. Beispiel ihre Insolvenz, sie war schon Anfang 2013 ganz furchtbar pleite, hat sich aber als erfolgreiche Unternehmerin stilisiert, die sie gar nicht war. In Insolvenz ist sie erst nach den Bundestagswahlen gegangen, nach dem es mit dem Einzug in den Bundestag nicht funktioniert hat. Gegen Petry wurde auch Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung gestellt. Es läuft übrigens noch eine Wahlbeschwerde bezüglich der sächsischen Landtagswahlen. Einer von einem Parteitag demokratisch gewählten Listenkandidaten wurde einfach mal so, entgegen den Vorgaben des sächsischen Wahlgesetzes, von der Landesliste der AfD gestrichen. Der Generalsekretär der AfD Sachsen ruft bei dem Landesparteitag der AfD in Meck-Pomm offen zum Satzungsbruch auf und so weiter und so weiter….

  33. Ralf Rolf

    Dass sie beide Parteigenossen werden wollten verwundert mich; Politikkompetenz hin, Mitarbeiten wollen her. Besser ist es (für den Charakter), über den Parteien zu stehen. Parteien sind, mit Verlaub, Scheißdreck. Alle.
    Ich habe oft und reichlich für die AfD gespendet. Ich werde das weiterhin tun, wie ich auch diese Partei weiterhin wählen werde.
    Das tue ich nicht wegen der AfD. Die AfD ist mir Mittel zum Zweck.
    Diese Partei wird sich so wie alle Parteien, alle Massenorganisationen in jedem Land entwickeln, wie Sie schon erkennen konnten. Das liegt an der vorherrschenden Einstellung „der Menschen“. Und die ist so, wie sie ist. Was Einstellungen und Einsichten ändern könnte ist ein anderes, weites Thema.
    Fehler abhaken. Drüber lachen können (über sich und über die). Weiter machen.

  34. Weserlotse

    Das ist wirklich bizarr.

    Nachdem ich lange Zeit mit mir gekämpft habe, hatte ich mich gerade eben entschlossen, in die AfD einzutreten. Nun frage ich mich, ob ich wohl diese Entscheidung nochmal überdenken sollte. Aber ich neige dazu, mir zu sagen: nein, jetzt erst recht!

  35. Nemo Obligatur

    Ehrlich gesagt, bin ich verwundert, wieso Sie überhaupt der AfD beitreten wollten. Und wundern muss ich mich auch, dass Sie sich wundern, nicht aufgenommen bzw. wieder kurzerhand ausgeschlossen worden zu sein. Vor allem, vor dem Hintergrund der Positionierung der JF und der Debatte, die hier vor einiger Zeit lief (überwiegend in Andeutungen), finde ich das merkwürdig.

    Aus meiner Perspektive sieht es so aus: K&K haben ein Projekt in Form der Sezession und dem angeschlossenen Verlag. Das ist ein kultureller Baustein des „Rechten Flügels“. Auf dem Boden der Verfassung, wie man so schön sagt, und gedeckt von der Meinungsfreiheit. Ein Ort des Denkens und der Debatte. Unverzichtbar, in meinen Augen. Das dieser Rechte Flügel in den Parlamenten wenig bis gar nicht vertreten ist, ist bedauerlich, aber das ist ein ganz anderes Thema, über dass sich hier und anderswo schon klügere Leute als ich den Kopf zerbrochen haben. Ich will es mal so formulieren. Nicht alles, was nicht Sitz und Stimme im Bundestag hat, ist undemokratisch und verfassungswidrig, auch wenn unsere Medien gerne diesen Eindruck erwecken, zumindest soweit es die Rechte betrifft. Aber genug davon.

    Parteipolitik spielt sich in ganz anderen Sphären ab. Leider notwendig, aber gewiß nicht immer vornehm. Vor allem wird nach anderen Regeln gespielt als in der intellektuellen Debatte. Sicher ist Politik nicht die folgerichtige und lineare Verlängerung einer inneren Haltung oder einer moralischen Position. Parteipolitik ist wie eine riesige Büro- und Hinterzimmerintrige. Für mich habe ich daraus schon vor langer Zeit den Schluss gezogen, niemals einer Partei beizutreten. Ob ich zur Wahl gehe und wen ich wähle, entscheide ich dann von Fall zu Fall.

    Aber gut, muss jeder für sich selbst entscheiden. Am Ende muss ja auch irgendwer Politik machen; die große und die kleine.

  36. Fred

    Leute, das könnt Ihr Euch doch an einer Hand abzählen.

    Herr Kubitschek als Wortführer der PE-/LEGIDA-Bewegung und zack, das war´s mit der Parteikarriere!

    Nur ein weiterer Beleg dafür, daß in diesem Lande innerhalb des Parteiensystems nichts mehr erreicht werden kann.

    Nun könnte man sagen, die AfD ist so blöd, die merken gar nicht, wie ihnen PEGIDA die Wähler in die Arme treibt und sie nehmen das Geschenk nicht an. Nö, blöd sind die nicht. Also müssen sie wohl andere Motive haben.

    Scheinbar geht nur AfD _oder_ PEGIDA, und nicht beides. Also volle Konzentration auf PEGIDA, Frau Kositza und Herr Kubitschek. (Auch wenn´s unheimlich schade ist, die schon entstanden Strukturen der AfD nicht nutzen zu können.)

  37. HPF

    Hallo,
    mir ist das gleiche passiert. Bin mit derzeit rd. 24% der Wählerstimmen und mit 6 Mandatsträger schon über 20 Jahre mit einer Freien Liste im Gemeindeparlament. Da ich die Asylpolitik und Euroverschwendung (schon lange vor der AFD) anprangerte, wurde und werde ich als Rechtsradikal bezeichnet. Nur sind unsere Wähler wohl schlauer als das Ablehnungsgremium der AfD und wir erwarten in 2016 die 30% Marke zu überschreiten. Mein Mitgliedsantrag der AfD wurde ebenfalls ohne Begründung -trotz mehrfacher Nachfrage- abgelehnt !

  38. Beate T.

    Das interessiert mich ebenfalls ungemein, die Mail mit Bitte um Aufklärung der Ablehnung ist bereits raus. Ich warte gespannt auf (hoffentlich) erfolgende Antwort

  39. von Espenfeld

    Wenn die AfD weiter so den liberalisierten Kurs fährt, den der Henkel
    und im Geheimen auch Lucke so favorisieren, können die liberalen Wähler ja gleich wieder die alte Tante FDP (mit den langen Beinen) wählen, wie in Hamburg schon viele Wähler gemacht haben.

    Diese FDP-Wähler haben erkannt, dass die FDP das Original der Liberalen ist und nicht die AfD.

    Die bayerische AfD ist beispielsweise aufgrund ihres strikten Henkel-Lucke-Kurses unter ihrem Vorsitzenden Wächter schon auf 3,…. % abgesackt ( Aussage des Generalsekretärs der CSU ).Man kann fast sagen , wenn man die derzeitige Öffentlichkeitswirkung bewertet, dass die bayerische AfD seit Monaten einen Koma-ähnlichen Schlaf durchmacht.

    Kein Wunder, alle Themen , die den konservativ-patriotischen Wähler ansprechen würden, sind seit langer ‚Zeit in Bayern nicht mehr von der AfD in die Öffentlichkeit gebracht worden. Pegida, Massenzuwanderung, Asylrechtsmißbrauch, Großmoscheebau , Islamistenszene, Mißbrauch des Demonstrationsrechts durch Linksradikale werden in der AfD nicht offensiv angegangen.

    Falls der Gauland , Adam und Frau Petry nicht bald das Ruder wieder in Richtung patriotisch-konservativer Politik umstellen, wird die AfD wohl auch bald wieder vergessen sein, wie die Altparteien und die Systemmedien sehr erhoffen.

    Es ist deshalb für mich kein Wunder , dass die Mitgliedschaft von K.u.K.in der AfD derzeit nicht stattgegeben wurden.

    Die AfD-Führung unter Lucke und Henkel fürchten den Begriff „Rechts“
    noch mehr als der Teufel das Weihwasser.

  40. Rainer Gebhardt

    Frau Kositza,
    Sie haben da etwas falsch verstanden. In der Anzeige stand ausdrücklich, daß die AfD Mitglieder sucht, keine Mitdenker.
    Ich kenne einige AfD-Mitglieder aus Thüringen persönlich. Da herrschen Zweifel, ob sich die kantigen und unverwechselbaren Typen auf Bundesebene durchsetzen können, eher ist ontologisches Schüttgut gefragt, um die Ränge zu füllen.

  41. Raum für Neues

    Das ist ja allerhand und ein dickes Ei! Da setzt sich die Petry mit Stein und Krautkrämer an einen Tisch http://is.gd/55IC4m, ihre Kollegen lassen sich monatelang von der JF feiern und hofieren, aber verweigern Ihnen unter fadenscheinigen (nein, gar keiner Begründung!) monatelang die Mitgliedschaft?

    Echt rufschädigend, aber nicht für Sie, sondern die sog. „Alternative“. Hätten die sich vorher überlegen müssen, daß auch Sie „Mittel und Wege“ haben, dies öffentlich zu machen, und es diesen Heuchlerverein mglw. (hoffe ich!) ein paar ihrer „Mitgliederinnen“ kostet…

  42. Michaela

    Sehr geehrter Herr Pazderski,

    seit April 2013 bin ich Mitglied der „Alternative für Deutschland“, …

    Heute Morgen erreichte mich die Information über den Verlauf des Aufnahmeverfahrens von Herrn Götz Kubitschek und Frau Ellen Kositza (siehe http://www.sezession.de/48611/wie-ich-294-stunden-dachte-afd-mitglied-zu-sein.html/2).

    Nach § 4 Abs. 3 der neuen Bundessatzung wurden deren Anträge auf Mitgliedschaft abschlägig beschieden. Mit E-Mails vom 17.2.2015 wurden beide über die Ablehnung informiert.

    Nach § 4 Abs. 4 muss eine Ablehnung gegenüber Antragstellern nicht begründet werden.
    Aber als „fast zweijähriges“ Parteimitglied möchte ich über die inhaltlichen Gründe für die Ablehnung informiert werden. Bitte lassen Sie mich wissen, welche Umstände den Bundesvorstand zu seiner Entscheidung bewogen haben.

    Noch zwei Nachfragen:
    1.
    Beruflich war ich lange Jahre für die organisatorische Betreuung eines … zuständig und weiß sehr genau, was die vielfältigen Aufgaben von Geschäftsstellen bedeuten. Bitte erklären Sie mir, wie es zu solch schleppender und letztendlich auch inkompetenter Bearbeitung von Mitgliedsanträgen (siehe o.g. Artikel) kommen kann! Dies fast zwei Jahre nach Parteigründung.
    2.
    Wie kommt die Ablehnung dieser zwei Aufnahmeanträge in die Presseöffentlichkeit (zum Beispiel Spiegel/online, Sächsische Zeitung/online)? Trotz intensiver Suche habe ich auf den Seiten der AfD dazu keine Pressemitteilung gefunden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Habe meiner Verärgerung über a) die Ablehnung, b) die Qualität der innerparteilichen Verwaltungsarbeit und c) Informationsweitergabe an Presseorgane mit obiger E-Mail Ausdruck verliehen. Melde mich wieder bei Antworten.

  43. KW

    Nun ja, wir beobachten die AfD, Mitglieder unseres Stammtisches besuchten in der Vergangenheit zahlreiche AfD Veranstaltungen in Hamburg. Die Reden von Kruse, Henckel und Lucke wurden am Stammtisch inhaltlich wiedergegeben. Allgemeinplätze, nichts Berauschendes. Ein neues Mitglied am Stammtisch war letzten Sonntag anwesend, er wurde von der AfD aufgenommen, bekam sogar einen Posten und trat wieder aus mit der Begründung, daß sie zu lasch seien. Über Parteien werden wir das Land nicht retten, Neugründungen werden nur das System erhalten wollen, STATT, Schill partei wurden nach kurzer Zeit zerlegt, nachdem sie ihre Rolle gespielt und konservative Wähler abgefangen hatten. Viele Mosaiksteinchen ergeben ein Bild, und so fördere ich alles, was meiner Einstellung entspricht und meide alles, was mir schadet. Wir hier im Norden treffen uns bereits 4 Jahre 1x im Monat und sind nun dabei Pegida in Hamburg zu gründen. Götz Kubitscek als möglicher Redner war auch im Gespräch, aber soweit sind wir lange nicht. Meine Meinung: Parteien sind immer Teil des Systems, wir brauchen eine breite nationale Bewegung, darum bin ich hier, darum abonniere ich die JF, auch wenn sie mir nicht immer gefällt, darum kaufe ich bei kleinen Händlern und meide Konzernprodukte. Die kostenlosen Broschüren von der JF sind als Hauswurfsendung sehr zu empfehlen. Protestbriefe im Landkreis gegen die Überfremdung habe ich auch geschrieben. Man soll sich nicht überarbeiten, sonst verzweifelt man.
    K+K, seien Sie froh, daß Sie sich das inhaltsleere Geschwafel der Parteioberen nicht anhören müssen, Ihre Reden in Leipzig und Dresden waren um Längen besser.

  44. Frenchman

    Zwei meiner besten Freunde konnten kein AfD-Mitglied werden. Man hat auf die Aufnahmeanträge gar nicht reagiert. Nach mehrfachen Nachfragen mit ausweichenden Antworten haben es beide aufgegeben. Das hat im einen Fall ein Jahr, im anderen anderthalb Jahre gedauert. Die AfD will keine Konservativen und keine Rechten! Daraus können wir nur eine Konsequenz ziehen: Wir wollen die AfD nicht.

    Ich halte es für sinnvoll, eine eigene Partei zu gründen. Es gibt mit Sicherheit mehrere Zehntausende an erfahrenen Leuten, die auf Grund irgendwelcher lächerlichen Details aus ihrer politischen Vergangenheit kein AfD-Mitglied werden können, aber darauf warten, parteipolitisch wieder aktiv werden zu können.

    Vielleicht sollte man zunächst einmal eine lockere Sammlungsbewegung gründen, ohne gleich Parteienstatus anzustreben. Einfach eine formelle Mitgliedschaft mit wenigen allgemeinen Programmpunkten, um zu dokumentiere: Wir sind bereit für eine neue Partei.

    Es gibt allerdings eine Voraussetzung: Wie bei den Linken generell üblich, darf die politische Vergangenheit kein Thema sein. Egal, woher man kommt. Das ist eine harte Entscheidung, aber nur diese Voraussetzung kann zu einer neuen Partei führen. Abgrenzungen sind generell abzulehnen. Es geht nur um Inhalte und das Einhalten der Gesetze.

    Gelingt es, eine mitgliederstarke Gruppe zu schaffen, erwächst automatisch eine neue Partei daraus. Die AfD kommt übrigens auch aus einer ähnlichen Gruppierung, der „Wahlalternative“.

    Eine AfD ohne KuK ist eine Feindorganisation.

  45. bulko

    Vor der Bundestagswahl trat ich mit grossem Optimismus in die Partei ein.Mehr als 60 Wahlplakate montierte ich mit einem Bekannten so hoch wie möglich-aus den bekannten Gründen,das Material haben wir zum grössten Teil selbst bezahlt.Dazu fleissig Flugblätter verteilt.Überhaupt waren es die Rechten,die den grössten Einsatz gezeigt haben.Pforzheim hatte übrigens in beiden Wahlen das beste Ergebnis in Ba/Wü.

    Bei der Landtagswahl zeigte ich weit weniger Einsatz,und das auch nur auf Drängen eines jüngeren Kollegen.

    Bei der von mir zuletzt besuchten Sitzung in einem überfüllten Nebenzimmer einer Pforzheimer Gaststätte , als es um die Thematik der Wahlplakate ging,sprang Einer auf mit den Worten:“Wenn die AfD zu Rechts wird,ist das nicht meine Partei !“.Es war derjenige,der schon bei der BT stolze Beträge gespendet hatte.Schon damals setzte er sich durch und betonte,“wer bezahlt,der schafft an“.Er hat sich durchgesetzt.

    Da sitzt du in einem muffigen,überhitzten Raum ,soll das Fenster ,einen Spalt weit geöffnet,einen kleinen Hauch von Freiheit hereinlassen,schreit sofort einer :“ Fenster zu !“

    Ach, die „Wahlparty“ noch zu erwähnen:Grosses Hallo über die Niederlage der FDP,dann tiefe Enttäuschung über der Nichteinzug in den BT.
    Ich saß allein an einem Tisch,eine „Party“ stelle ich mir anders vor.Da sind viele selbständige Unternehmer,Steuerberater und Ärzte und andere Betuchte,es tauchten situierte Herren auf,die Gattinnen mit Schmuck behangen,Leute die ich noch nie gesehen hatte,vermutlich Unterstützer die im Hintergrund bleiben wollen.Ob das „Nazis in Nadelstreifen waren“ ?(grins)
    Mein Eindruck war,die jetzt auftauchen,sind von der Angst um ihr Geld getrieben.

    Mit meiner kleinen Rente gehöre ich nicht dazu.Ohnehin bin ich der Überzeugung,die „Revolution“ muss von – links-kommen(bitte nicht falsch verstehen).

    Eigentlich bin ich nur noch Mitglied,um die Etablierten zu ärgern,dafür auch das Engagement s. oben.

    Einzig bereue ich,mich mit einem guten alten Bekannten zerstritten zu haben,der sich vor der BT nicht zum Wählen der AfD überreden ließ.

    Was die Ablehnung von Götz Kubitschek und seiner Frau betrifft,werde ich von der Bundesgeschäftsführung Auskunft verlangen,dort hatte ich mich schon einmal als „rechts“ geoutet,was bislang aber folgenlos blieb.

  46. Andrenio

    Sehr geehrter Herr Oberst,

    schon im Vorfeld hatte ich erfahren, dass der Landesvorsitzende Sachsen-Anhalt Poggenburg aktiv mitwirkte, dass der Mitgliedsantrag des Ehepaars Kubitschek endlich positiv beschieden wurde.

    Große Hoffnungen konnte man darauf setzen, denn der Landesverband ist noch dünn besetzt und Persönlichkeiten mit Leuchtturmfunktion wie diese Publizisten hätten dem Landesverband starken Auftrieb gegeben.

    Nun zeigt sich, dass der Bremer Parteitag ein gut eingefädelter Versuch war, alle konservativen Kräfte in der AfD zu marginalisieren meinend, dass man auf dieses grob geschätzte Drittel langfristig verzichten kann. Erstens ist eine Abstimmung über undurchsichtige Satzungsfragen kein Indikator für das wahre Stimmungsbild der Partei. Zweitens kann eine im Entstehen begriffene Partei wie die AfD keinesfalls auf diesen Flügel verzichten, weil eine weichgewaschene FDP/2: Darauf können wir verzichten!

    Wenn an dieser Stelle nachgegeben wird, dann wird die nationalkonservative Meinung nur noch ein Mauerblümchendasein fristen und irgendwann aus der Partei verschwinden

    Vielleicht haben Sie den Mumm hier nicht nur ausführendes Organ zu sein, sondern Ihrer Offiziersehre nachzukommen, auch wenn Sie damit persönliche und finanzielle Nachteile erleiden müssen.

    Mit freundlichen Grüssen

  47. Andrenio

    Zusatz: Beim Oberst handelt es sich um Bundesgeschäftsführer AfD Georg Pazderski

  48. Eduard von Hartmann

    Liebe Frau Kositza,

    ich muss Ihnen Folgendes berichten: Ich war mal kurzfristig Mitglied DER FREIHEIT ( ca. 3 Monate ), dann kündigte ich meine Mitgliedschaft, nachdem die Partei sich mehr oder weniger zu einer Ein-Personen-Partei entwickelt hatte und sich, so unerlässlich dies auch ist, auch noch zu einer Ein-Themen-Partei ( Islamkritik ) entwickelt hatte. Ich sah also in der AfD eine wirkliche ALTERNATIVE und hatte mich um Mitgliedschaft beworben. Alles geschah in der Phase der optimistischen Aufbruchsstimmung. Nach einigen Wochen rief mich jemand vom Kreisverband an, der sich mit mir zu einem Gespräch treffen wollte. Schließlich sei ich ja mal Mitglied einer „exgtremen“ Partei gewesen und müsse nun auf Herz und Nieren auf meine politische Gesinnung überprüft werden. Dies wurde zwar nicht wörtlich so geäußert, sondern in netten Worten verkleidet, aber ich hatte schon verstanden, wie es gemeint war. Mittlerweile war ich überhaupt nicht mehr interessiert daran, Mitglied zu werden, da ich es als dreist empfand, sich als „Alternative“ zu bezeichnen und dann exakt denselben Mechanismen zu unterwerfen, die in der etablierten Parteienlandschaft gang und gäbe sind: Anbiederung an die Spielregeln der „Eliten“, Ausgrenzung Anderer anstatt Integration ( Exkommunikation ), eine ewige Distanziererei von allem, was auch nur den Anschein von „rechts“ hat oder was andere dafür halten, nervige Trittbrettfahrer, die nun glaubten, in der „Alternative“ Karriere machen zu können und Mitglieder bzw. Bewerber nun auf deren Gesinnung prüften, Bernd Lucke mit seiner weichen, feminin anmutenden Art, es allen recht machen zu wollen, die allgegenwärtige Angst der Partei davor, anzuecken et cetera. Dennoch traf ich mich mit zwei der erwähnten Karrieristen. Ja, ein zweiter war dazugekommen, als wir uns in einem Lokal in der Innenstadt trafen, da dies wohl so angeordnet war, um eine effiziente Dokumentation meiner politischen Gesinnung zu gewährleistem. Wie gesagt, ich hatte nicht mehr vor, Mitglied zu werden, wollte mir aber den Spaß nicht nehmen lassen, mich mit den Herren zu treffen, um den Spieß sozusagen umzudrehen. Ich übte also Kritik an ihrem Verhalten und an der neuen Strategie der Ausgrenzung. Es ging mir darum, den beiden klarzumachen, dass dies eben keine Alternative sei. Wir sprachen dann noch über allgemeine politische Themen und da die Herren sahen, dass ich wohl ein sehr reflektierender Mensch bin, der argumentiert, einen wirklichen Diskurs anstrebt ( Bitte kein „Herrschaftsfreier Diskurs“. Ein soclher ist mir zuwider! ) und dass ich mitnichten jemand bin, der mit hohlen, nicht fundierten Äußerungen um sich wirft, fiel ich also nicht durchs Raster. Wir waren dann so verblieben, dass dies ein „interessanter“ Abend gewesen sei, ich aber Abstand von einer Mitgleidschaft nehmen würde. Drei Tage später erhielt ich E-Post und darin wurde mir mitgeteilt, dass ich offiziell Mitglied der AfD sei. Man stelle sich das einmal vor: Ich muss mich einem Gesinnungstest unterziehen ( dem ich mich auch freiwillig und willentlich unterzogen hatte ), dann teile ich den Herren mit, dass ich aufgrund der aktuellen Enzwicklung von einer Mitgliedschaft absehe, schließlich wird über mich hinweg entscheiden, dass ich Mitglied bin.
    Nun wollte man auch noch, dass ich den gesamten Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft überweise. Doch da ich mich hintergangen fühlte, kündigte ich meine unfreiwillige Mitgliedschaft sofort wieder. Den Betrag habe ich nie überwiesen aber irgendetwas wird da vielleicht noch kommen, wenn es ums Geld geht…Das Ganze liegt nun schon über ein Jahr zurück.
    Meine Meinung habe ich nicht geändert: Die AfD ist keine Alternative. Sie unterwirft sich den Spielregelndes Systems. Seit Henkel Mitglied ist, driftet die Partei eh ins wirtschafsliberale Lager ab und konservative Kräfte ( Gauland, Petry ) könnten zwar Hoffnungsträger sein, aber ich gehe nicht davon aus, dass diese sich durchsetzen werden. Hinzu kommt noch, dass aufgrund aktueller politischer Entwicklungen ( Asylmissbracuh, Pegida, „Grexit“…) nichts getan wird, um all diese katastrophalen Fehlentwicklungen aufzugreifen, die daraus resultierende Unzufriedenheit im Volk aufzugreifen und dieses gefundene Fressen zu nutzen. Denn all diese Themen sind ja nichts anderes als eine Bestätigung der Berechtigung einer politischen Alternative in Deutschland. Was nutzt diese jedoch, wenn all diese Chancen ungenutzt auf der Strecke bleiben?
    Eine wirkliche Alternative kann nur darin bestehen, ein völlig anderes Profil zu entwickeln als der bereits existierende Einheitsbrei.
    Was Ihr Situation betrifft,
    so ist dies eine weiter Bestätigung der Unterwürfigkeit dieser „Alternative“. Denn ich kann sie schon vor meinem geistigen Auge sehen, all die entsetzten Gesichter der Verantwortlichen für ihren Rauswurf ( um nichts anderes handelt es sich ). Man sah schon im vorauseilenden Gehorsam all die Berichte und Schlagzeilen in den Medien der Meinungsmacher “ Neurechte Mitglieder in der AfD“, “ “ Rechtsextreme Publizisten in den Reihen der AfD “, “ Ellen Kositza, Hitler hätte seine Freude an ihr gehabt und ihr das Mutterkreuz verliehen, in der AfD “, “ Ellen Kositza, das leibgewordene Klischee der Rechten Mitglied in der AfD“, “ Rechtsradikaler Verleger und seine Ehefrau als Pegida-und Volksverhetzer hetzen nun in der AfD mit „…
    Und da wundern sie sich über ihren Rauswurf?

    Seien Sie froh, dass es so gekommen ist.

  49. Johannes P.

    Die Verschiebung der Grenzen dessen, was politisch sagbar ist, benötigt immer verteilte Rollen. Einerseits den Radikalen, der sagt, was er will, und andererseits den Realisten, der immer auf den Radikalen verweisen muß, um im Vergleich zu ihm als moderat und präsentabel zu erscheinen.

    Nun wollen zwei Akteure aufbegehren gegen die Rollen, die ihnen das Schicksal zugewiesen hat, ohne eine Zweitbesetzung anzubieten. Das kann nicht gutgehen.

  50. Rüdiger Happ

    Merkwürdig, bei mir (Ex-CDU-Mitglied und 2009 FDP-Wähler) gab’s im Frühjahr gar keine Schwierigkeiten, AfD-Mitglied zu werden.
    @ Marcus Junge „was man bei denen will“?: Ich wurde Mitglied, weil ich den Euro weghaben will, eine schlankere, nicht so stark integrierte EU und ausgeglichene bis positive Finanzen in D, ohne für andere Länder mitzuzahlen. Auf keinen Fall will ich, wie Beatrix von Storch, den Bundeshaushalt für Herdprämien aufblähen (und für Krippen auch nicht). Islamisierung will ich auch nicht, aber wenn bei PEGIDA Leute Schilder hochhalten „Putin, hilf uns!“, dann wird mir schlecht. Soll man den Teufel Islamisierung durch den Beelzebub Putin austreiben? Daß Lucke und Co. pro Rußland-Sanktionen stimmten, ist goldrichtig. Wenn es schon wieder soweit ist, daß Despoten in Europa Nachbarländer überfallen, kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
    @ van Espenfeld: „Dann können sie wieder FDP wählen“ – nein, können sie nicht, solange die FDP am Euro festhält.
    @Kositza: Seltsam, daß Sie am 5.2.14 einen AfD-Brief mit dem Satz „Erfolge bei der Europawahl“ erhielten, wo die Europawahl doch erst im Juni war ;-)
    Ich bin im Frühjahr 2013 einer liberal-konservativen Euro- und EU-Kritikerpartei beigetreten und fand mich im Herbst 2014 in einer nationalkonservativen deutschen Kremlpartei (ist die Busenfreundschaft mit Rußland irgendwie „deutschnationaler“ als die mit den USA?) wieder, die mit verschwörungstheoretischen Wirrköpfen wie Jürgen Elsässer zusammen auftritt und mit russischen Diplomaten vertrauliche strategische Beratungen abhält. Wie abschreckend das auf eine bürgerliche Ex-CDU-und-FDP-Klientel wirkt, dazu die Kommentare unter diesem SPIEGEL-Beitrag hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-sucht-rat-aus-russland-strategiesitzung-in-der-botschaft-a-1006983.html
    Auf jeden Wähler, der am rechten Rand hinzukommt, gehen zwei in der rechten bis liberalen Mitte verloren, die halt nur „weg mit dem Euro und Schluß mit der Schuldenmacherei“ wünschen. Ich bin auch weg, sollte sich der nationalkonservative Kurs durchsetzen.

  51. birne helene

    Als Genderberater und Karriereberater von Frauen und Multisexuellen hat meine Analyse der Zukunftschancen von Frau Kositza eine Mitgliedschaft in der FDP ergeben.
    Ich stehe auch für andere Interessierte als buchbarer Berater zur Verfügungt und fertige maßgeschneiderte Zukunftsgutachten an. Bitte melden Sie sich. Ich stehe selbstverständlich auch während Ihrer bald eintretenden Karrierezeit als 24-Stunden-Berater zur Verfügung und erlaube mir die Summe von elf Prozent Ihres neuen Brutto-Einkommens wöchentlich einzuziehen.

  52. Ein gebürtiger Hesse

    Was für eine erbärmliche Geschichte … man möchte in die nächste Ecke spucken. Doch möge dieser Wink mit dem Zaunpfahl, den die Partei mit ihrer Ablehnung von K & K auch grundsätzlich an ihre patriotischen Mitglieder sendet, entsprechend quittiert werden. Jedenfalls von mir: ich bin auch in dem Verein (weiß schon länger nicht mehr, warum) und werde mein Austritts-Schreiben formulieren. So sich an der Geschichte in den nächsten Tagen nichts ändert, wovon ich leider ausgehe, wandert es in die Post.

    Von der Abhängigkeit, die falsche Hoffnungen in die falsche (weil letztlich doch bloß liberale) Sache mit sich bringen, kuriert einen manchmal der Ekel.

  53. Thustra

    Die Satzungsänderungen, insbesondere nicht behandelte § 4 über den Erwerb der Mitgliedschaft und sonstige Anträge, sind insgesamt nicht wirksam beschlossen worden und auch nicht wirksam nach der zum Parteitag bestehenden Satzung beantragt worden. (näheres ist dem Antragsbuch zum Bremer Parteitag zu entnehmen, sofern richtig nachgelesen wird.)

    Bsp.: Verfristung des „Kompromiss“Antrags zur „Einer“-Spitze am 16.02.2015 nach Ablauf der Antragsfrist zum 09.01.2015.

    Damit sind rechtsstaatliche Satzungvorgaben nicht eingehalten worden.

    Interessant ist, dass die Medien dies nicht entdeckt haben, weil sie wie immer ihre Aufgaben zu Parteitagen nicht erledigen und die Inszenierung von Parteitagen nicht mehr versuchen analytisch zu erschließen.

    -No Reply Email – Mehr Infos nur über öffentliche Nachfrage.

  54. Hesse

    Habe gerade bei der AfD nachgefragt und meinen Austritt angekündigt, wenn keine befriedigende Antwort kommt. Da eine solche nicht (mehr) möglich ist, werde ich austreten.

  55. Rhett66

    Lucke hat in Bremen ausdrücklich in einer vielbejubelten Rede gesagt, die Wahlen würden in der Mitte gewonnen und nicht an den Rändern. Deswegen gab es ja im Vorfeld soviel Wirbel um die neue Satzung. Lucke als alleiniger Vorsitzender bedeutet: Mainstreampartei. Und er hat es geschafft.

    Witzig war doch auch, wie Lucke öffentlich erklärt hatte, den Antrag von Frau Oertel von der Pegida hätte man abgelehnt. Dabei hatte Oertel überhaupt keinen Antrag gestellt! Vielleicht war Lucke schlecht informiert, vielleicht war es aber auch kein Versprecher sondern ein genau kalkuliertes Statement.

    Was die Aufnahmepraxis mit ewig langen Wartezeiten betrifft – das ist nicht böser Wille. Online gestellte Anträge sind Datensätze in der Verwaltungssoftware, die man sich explizit aufrufen muß. Nachfragen beim Kreisverband, der auf diese Liste keinen Zugriff hat, müssen dann an das zuständige Landesvorstandsmitglied weitergegeben werden, und nur wenn der mal Zeit hat, guckt er in diese Liste und teilt dem Kreisverband mit, wer sich inzwischen alles gemeldet hat und daß man mit den Personen mal Kontakt aufnehmen soll. Ja, das ist unprofessionell, aber politisch motiviert ist es nicht.

  56. Steffen

    Wie hier manche sofort mit einem Parteiaustritt drohen ist geradezu lächerlich. Wenn man Mitglied ist, sollte man sich organisieren mit anderen Parteimitgliedern, parteiinterne und externe Kanäle nutzen und selbst Druck ausüben. Aber eine solche leere Drohung eines Parteiaustritts, bei der man im schlechten Falle sehr schnell ziemlich dumm aussehen kann, bringt rein garnichts!

    kommentar kubitschek:
    guter kommentar.

  57. Roland Schmiermund

    Wer in einer „Partei“ Demokratie sucht, hat nicht verstanden was „Parteien“ sind.

    Die Parteiführung „führt“ oder besser gesagt „diktiert“. Alles andere wird als „Basisdemokratie“ unterschieden.
    Seit wann gibt es 2 Stufen der „Demokratie“?

    Ich würde meine Zeit und Kraft nicht mit einer überflüssigen Parteimitlgiedschaft verschwenden. Letztendlich werden lediglich Mitgliedsbeiträge eingezogen und versickern im Interesse der „Führung“.

    Machen Sie es wie die Nicht-Wähler. Entziehen Sie dieser Postdemokratie immer weiter die Legitimation.

    Denken Sie daran, jeder Wähler bringt der gewählten Partei Bares in die Parteikasse.

  58. Andrenio

    @Rüdiger Happ

    Bin in allem nicht Ihrer Meinung, finde es aber trotzdem gut, dass Sie hier teilnehmen. Das zeichnet nämlich die Rechte aus: Es gibt keine Denkverbote!

    @Thustra

    Bitte schicken Sie konkrete Links, um Ihre Argumentation nicht nur nachzuvollziehen, sondern um sofort innerparteilich die Führung unter Druck zu setzen

  59. Hesperiolus

    Sehr verehrte K u. K,

    da wo Sie stehen, nützen Sie viel mehr ohne AfD-Parteibuch. Warum sollten Sie sich womöglich eine Damokles-Schere der vorauseilenden Parteizensur über den Schreibtisch hängen? Indes würde ich eine Wahlentscheidung nicht von so etwas abhängig machen, ist doch ein Verhältnis von Wählern und Gewählten zu Recht das einer mutuellen Verachtung – in jedem Fall! Parteivolk ist das Zusammenspiel von Narzissten und deren Staffage, im Spektrum von dumpf bis hysterisch. Psychopathen sind diese Herr- und Frauschaften graduell doch alle. Die AfD erscheint bisher als steriles Konstrukt, das auf keine „Ideengeber“ und „Chefideologen“ aus den neu-eigenen Reihen wartet, sondern Stimmvieh für die Strippenzieher-Konsorten aufbieten muß. Die verlinkten Fotos sind darnach! Nach wie vor werde ich sie wählen! Dabei interessiert mich an der Parteimenagerie nur, daß Sie die PC unterminiert – und ob der Gauland ein Kiton-Sakko „spazieren“-führt!

  60. Michael Koch

    Ich schrieb schon einmal an anderer Stelle: AfD? – Viel Lärm um nichts.
    Dabei bleibe ich. Die AfD ist keine Alternative für Deutschland, sie ist eine alte Native des brd-Parteiensystems. Sie ist aus diesem erwachsen und erfüllt ihre Aufgabe als Trugbild einer wirklichen Alternative sehr gut. Hat sie ihre Aufgabe erfüllt, dann verschwindet sie sehr schnell wieder. Der ehemals hoffnungsfrohe brd-ler, der sich von ihr etwas erhoffte, verschwindet wieder in seiner alten Lethargie, ist betrübt und hält fürderhin sein Maul. Aufgabe erfüllt. Note Eins und setzen!

  61. Sackozzy

    seien wir mal ehrlich, Henkel und Lucke sind Reinst-Wirtschaftler, Henkel mit Best-Industriekontakten.
    Der soll wohl sicher nicht mit ner Partei Billigarbeiter und Lohndrücker abwehren, sondern wohl eher eine Ersatz-FDP nach deren ruhmlosen Abgang initiieren.
    Daher auch diese immer wieder durchschimmernde Islam-Offenheit, auch Zetsche hat beste Türkei-Verbindungen.
    Ob diese de-facto-liberale Partei noch irgendwie in die oft vorgegebene Richtung der islamkritischen Ausrichtung gebogen werden kann, bleibt abzuwarten und ist noch lange lange nicht entschieden.

  62. Der Gutmensch

    … und so siecht er dahin, der blasse Gestaltungswille unserer Generation, weil der Wind nach wie vor steif von links außen bläst; mithin aus der Richtung der Destruktiven! Dieser ihrer Natur entsprechend können sie natürlich nicht wissen, dass es sich nicht immer empfiehlt, unbedingt immer alles zu tun, was ggf. gerichtsfest sein mag: Natürlich muss die Ablehnung einer Parteimitgliedschaft nicht begründet werden; und sie ist ja auch nach Rechtsauffassung der AfD noch gar nicht zustande gekommen, sondern stand offenbar unter Vorbehalt. Es stellt indessen kein besonders vertrauenerweckendes – und irgendwie auch kein… hm….besonders demokratisches?! – Verhalten seitens der Führung dar, dem Landesverband mal eben von oben reinzugrätschen und dem potentiellen Neumitglied dann nicht einmal eine Begründung für die verordnete Ablehnung zu liefern! Und als Destruktiver (Hauptsache gegen …) lernt man natürlich auch nicht, dass mit reinen Streber-Mitgliedern kein Blumentopf zu gewinnen ist; das ist ja gerade das Problem der etablierten Parteien, dass man dem intellektuellen Nachwuchs so konsequent die Tür vor der Nase zugeschlagen hat. Die AfD weiß es also auch nicht besser; wer hätte das gedacht … nun, Max G. vielleicht: Der schrieb jedenfalls mal eine heitere Geschichte darüber, wie er mit dem Fahrrad durch einen ehemals sehr gepflegten Bezirk fuhr; und zwar auf dem Bürgersteig, weil die Straße (nebst Radweg) stark befahren war. Und es kam wie es kommen musste: Einer der alteingesessenen Rentner ranzte ihn von der Seite an: „DA ist der Radweg!!“ Unser Max ließ sich davon indessen nicht verdrießen, sondern schnauzte prompt zurück: „DA ist der Friedhof!!“

    In diesem Sinne,

    G.

  63. jokn

    @(Ein gebürtiger) Hesse & alle, die jetzt austreten wollen:

    Ich finde, man sollte die Flinte nicht zu früh ins Korn werfen. Bin Mitglied, war allerdings bisher nicht aktiv und auch nicht vernetzt, sondern eine Karteileiche. Ich war am Samstag auf dem BPT in Bremen und bin von der BPT-Choreografie und der nun endlich veröffentlichten Satzung ziemlich ernüchtert. Trotzdem, z.B. die „Patriotische Plattform“ (AfD-Mitgliedschaft ist da Voraussetzung) hat die K&K-Ablehnung interessant kommentiert. Vielleicht machen Sie dort noch einmal eine Stippvisite, bevor Sie die AfD ganz den Mainstreamern überlassen.

  64. Der Gutmensch

    und Herr Happ: Ich bin verblüfft, wie man sich eine Meinung über den Euro bilden kann und ihn dann aber sofort und unter allen Umständen weghaben will. Wir sind ja nunmal drin – genau, wie in der EU – also ist die Frage eines Austritts ja primär eine des Zeitpunktes. Wann der gekommen ist, wissen die wenigsten; da braucht man Zugang zu Informationen, zu denen man ohne Amt und Mandat eben keinen Zugang hat. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich freue mich immer, wenn scheinbar in Stein gemeißelte Zusammenhänge hinterfragt werden. Aber ausgerechnet aus finanzpolitischer Sicht hat sich die AfD mit ihrem Radikalansatz m. E. nicht empfohlen; mangels verlässlichen Informationen, so ungerecht das auch ist! „So früh wie möglich raus“ ist jedenfalls naiv gedacht; jede Wette, dass Prof. Dr. Lucke da ein differenziertes (aber eben nicht so einfach darstellbares) Bild hat.

  65. Ein gebürtiger Hesse

    @ jokn

    „Vielleicht machen Sie dort [bei der Patriotischen Plattform] noch einmal eine Stippvisite, bevor Sie die AfD ganz den Mainstreamern überlassen.“

    Danke für Ihren Einwand und Anstoß (es ist immer instruktiv, wenn jemand an Handlungsspielräume glaubt). Bislang wußte ich gar nicht, daß die PP wenn auch kein direktes Organ der AfD, so doch eine Versammlung aus Mitgliedern ist. Die Stellungnahme zur Nichtaufnahme von K & K trifft zudem ins Schwarze. Gut, warum nicht, ich werde mal schauen, ob die Patrioten auch dort, wo ich wohne, einen Ableger haben.

  66. Erzreaktionär

    Na, dann will ich mal nicht so sein und tu‘ für einen Moment so, als würde ich Frau Kositza ihre Verwunderung, daß sie und Götz Kubitschek von der AfD abgewiesen worden sind, tatsächlich abkaufen. Wieso sollte die AfD auch einen „rechtsextremen Verleger“ und „Scharnierfunktionär“, der bei LEGIDA „islamophobe Hasspredigten“ hält, auch ablehnen?! Aber mal ernsthaft, bereits 2013 konnte jeder der wollte (die meisten wollten sich aber lieber von der „Aufbruchsstimmung“ mitreißen lassen) schon an der Führungsriege der Partei sehen, daß das nix taugt. Leute, die jahrzehntelang an den Zitzen des Systems genuckelt haben, werden plötzlich nervös, weil sie um Rente und Sparkonto fürchten. Aber vorher hat von den Herren Professoren keiner das Maul aufgekriegt. Erbärmlich. Und dann Alexander Gauland, dieses pseudokonservative Ausscheidungsprodukt der Hessen-CDU… Nein, mit der AfD drängt sich einfach eine neue Sau zu den alten an die Futtertröge. Mehr gibt’s zu dem Verein nicht zu sagen.
    Was Rüdiger Happ oben schreibt – daß für jeden rechtskonservativen Wähler zwei aus der „Mitte“ verloren gehen, ist nicht die ganze Wahrheit. Die ist noch viel besser. Die AfD kann es sich leisten, die Konservativen und Rechten wie den letzten Dreck zu behandeln – ein nicht unerheblicher Teil davon wird sie trotzdem wählen, denn die AfD ist ja… beinahe hätte ich geschrieben: alternativlos. Und überhaupt, solange man im Ortsverein noch Tacheles reden kann! Ja, das kann man bei der CDU auch und wahrscheinlich vielerorts sogar bei der SPD, das hat aber auf die Parteilinie keinen Einfluss. Bei CDU/CSU hat diese Nummer rund 25 Jahre lang funktioniert.
    Die einzige Funktion, die ich der AfD zukommen sehe, ist die, daß viele gutwillige, einfache Mitglieder mal die Augen geöffnet bekommen. Ein mir bekanntes AfD-Mitglied erzählte mir nach seiner ersten Bekanntschaft mit der lokalen Antifa (dabei ist da außer Infomaterial vom Tisch werfen eigentlich nichts passiert) ganz entrüstet: „Das sind ja tatsächlich ganz fanatische Verbrecher!!“ Ach, nee… Und wer sich bisher von unserer „pluralistischen Medienlandschaft“ umfassend und objektiv informiert glaubte, lernt es jetzt halt auf die harte Tour. Was bleibt, wenn der Spuk vorbei ist? Vielleicht ein paar tausend neue Waldgänger und Sezessionisten. Immerhin.

  67. Klaus F.

    Zum Thema Parteien ist gerade erst hier bei den Kollegen ein m.M.n. hervorragender Artikel erschienen:
    http://ef-magazin.de/2015/02/19/6432-politik-kein-schwein-braucht-parteien

  68. Meier Pirmin

    Politische Neurose? Als auswärtiger Beobachter der AfD, der Jungen Freiheit, Sezession, MUT usw. ist mir aufgefallen, dass zwar einerseits je ein Abgrenzungsbedürfnis legitim ist, dass man aber andererseits von den ganz anders gearteten Grünen aus ihrer Anfangszeit nichts lernen will. Dort waren brutale Schläger (Joschka Fischer), Maoisten, Trotzkisten und jede Art politischer Sektierer integrierbar, so weit sie sich als politisch lernfähig erwiesen, was zum Teil immerhin der Fall war und den politischen Erfolg nicht verhindert hat. Bei Beobachtung der verschiedenen konkurrenzierenden rechten Politfelder fällt mir auf, dass etwa der Diskussionsblog von „Sezession“ ein weit höheres und kultivierteres Niveau hat als derjenige der Jungen Freiheit, an dem ich mich nicht beteiligen würde. Und wiewohl ich mich von Herrn Kubitschek philosophisch schon abgegrenzt habe und abgrenze, steht für mich ausser Zweifel, dass er und seine Frau argumentativ in einer ganz anderen Liga spielen als etwa Frau Petry, die noch vor Jahresfrist bei einer ARD-Fernsehdiskussion über die erfolgreiche Schweizer Zuwanderungsinitiative im Vergleich etwa zum Schweizer Rechten Mörgeli einen völlig anfängerhaften Eindruck hinterliess. Wenn dieses Thema schon angesprochen wird: Es stimmt, dass die AfD derzeit nur einen Bruchteil des Potentials andeutet, welches mit einem bei weitem unverfroreren und erfolgreicheren Auftritt die Schweizer Volkspartei mit Herrn Blocher bei der Wählerschaft abholt, wobei letzterer zwar wie Lucke ein Liberaler ist, jedoch mit der Straussschen Strategie, das gesamte rechte Wählerpotential ohne Rücksicht auf Verluste in der Mitte aufzusaugen, in der Schweiz immerhin einen Wähleranteil von 26% generiert. Dabei kann man freilich in der Schweiz ein Nazi-Image erst recht nicht gebrauchen. Andererseits wäre es völlig absurd, berechtigte Islamkritik als politisch weniger legitim z.B. als Totalitarismuskritik oder Christentumskritik anzusehen und die Menschen, die sich wegen der Islamisierung Sorgen machen, an der Urne vorsätzlich nicht abholen zu wollen. Das sind mutmasslich mehr als die Henckelleute, welche bestenfalls auf das Wählerpotential einer FDP hoffen, ohne auf dieses auch zählen zu können, weil am Ende das Original überlebt.

    Um aber auf die laufende Diskussion zurückzukommen: Sowohl als Redner bei den Demonstrationen wie vor allem als Publizist hat sich Herr Kubitschek ein Niveau und eine Glaubwürdigkeit erarbeitet, das man beispielsweise bei der FPÖ nie gesehen hat. Mit anderen Worten: Falls man in Deutschland ein in Europa übliches Mass demokratischer Meinungsfreiheit akzeptieren kann, dürfte wohl auch jemand wie Herr Kubitschek noch in der demokratischen Bandbreite akzeptierbar sein. Ich habe jedenfalls Mühe, in ihm und seiner Frau eine grössere Gefahr für die deutsche Demokratie zu sehen als dies seinerzeit beim ursprünglich klar extremeren und skrupelloseren Joschka Fischer der Fall war. Dies bedeutet freilich nicht, dass man sich im selben Ausmass wie Fischer an das sogenannte „System“ anpassen sollte. Dabei wäre trotzdem die permanente „Systemkritik“ und der entsprechende Sprachgebrauch bei der Deutschen Rechten lieber mal herunterzufahren. Es genügt, dass man sich ohne schlechtes Gewissen zur demokratischen Rechten bekennt. Ohne die Integration der deutschen Rechten, der sie ohnehin zugezählt wird, bleiben die Zukunftschancen der Alternative für Deutschland mutmasslich gering. Sie ist wohl im gleichen Ausmass zur Rechtspartei konditioniert wie umgekehrt die Grünen, trotz einiger abweichender Momente, letztlich beim linken Lager bleiben. Dabei war zumal Joschka Fischer stets ein Linker, nie ein Grüner, so wie Götz Kubitschek mutmasslich stets ein Rechter bleiben wird und mutmasslich nie mit einem „Scheissliberalen“ verwechselt werden kann. Letzteres ist wohl der Grund für die Nichtaufnahme in die Partei. Vernünftiger wäre es gewesen, die Sache betr. einen vielleicht nur vorläufig inopportunen Parteibeitritt intern zu besprechen. Drei Viertel der möglichen Wählerschaft der AfD sind und bleiben potentiell dem rechten Lager zuzuzählen. Nur dort gibt es noch Wähler, die offensichtlich nicht abgeholt werden. Die derzeitige Situation mit dem Ausschluss von Kubitschek u. Co. bedeutet für die deutsche Rechte vor allem politische Heimatlosigkeit, was mit Radikalisierung einhergehen kann.

  69. niekisch

    Die Umstände dieser Aufnahmeverfahren sind schon kurios.

    Im jetzigen Moment ist aber klar, daß die AfD poinitiert konservativ/neurechte Kräfte nicht aufnimmt, um „sauber“ im gutmenschlichen Sinne zu bleiben.

    Ich war schlau: habe ein paar Monate nach Parteigründung einen Förderer – Antrag gestellt, der problemlos bewilligt wurde. Will ich jetzt Vollmitglied werden, so brauche ich mich nur zu melden und ich bin drin mit allen Mitgliedsrechten. Außerdem ist es billiger. Dennoch erfahre ich fast alles und kann überall mitreden.

    Wenn Herr Lucke seinen wirtschaftsliberalistischen Kurs endgültig durchsetzt, dann widerrufe ich einfach die Lastschrift. Setzen sich Petry pp durch, dann …Vollmitgliedschaft.

    Geschickt, was?

  70. Weserlotse

    Ich kann angesichts diees unverschämten Verhaltens sehr gut verstehen, daß es, so man bereits Mitglied ist, einen juckt, alles hinzuwerfen und, so man es nicht ist, sich bestätigt darin zu sehen, daß Parteien im allgemeinen sowieso nichts taugen und die AfD im besonderen da keine Ausnahme macht. Dennoch: ich sehe keine Perspektive, in diesem Land eine politische Wende über einen anderen Weg als über eine Partei zu bewirken; ich sehe auch keine andere Partei in Sicht, die sonst dafür in Frage käme. Dem Druck von der Straße wird die Politik nicht weichen, das kann man schön vergessen, da wurden in der Bundesrepublik schon ganz andere Bürgerbewegungen ausgesessen. Alles Aufregen hilft nichts: man sollte das Feld nicht den Luckes und Henkels überlassen.

  71. Martin

    Ich stimme denjenigen Kommentatoren zu, die sinngemäß geäußert haben, dass sie vom Verhalten der AfD-Führung jetzt nicht unbedingt überrascht sind aber dafür eher überrascht sind, dass E.K. und G.K. überhaupt einen Aufnahmeantrag bei dieser Partei abgegeben haben.

    Ebenso stimme ich denen zu, die einen Austritt von Mitgliedern aus diesem Grund als falsch ansehen. Das wäre die Bestätigung des alten Spruches:

    Bestrafe einen, diszipliniere hundert (wird, glaube ich, Mao zugeschrieben).

    Etwas besseres, als den freiwilligen Exodus bestimmter Mitglieder könnte Henkel & Co nicht passieren. Also: Erstmal bitte standhaft bleiben und innerparteilich Netzwerken und sich durchsetzen.

  72. Calderone

    Wenn das geneigte Publikum -Bester Redner- skandiert – und dieses Sachlage auch den politisch Engagierten nicht verborgen geblieben sein dürfte; bzw. wenn man annimmt, dass Jene (polit. Engagierte) sich nicht nur im emotionalem Wettbewerb um Ansehen, sondern auch durchaus in ökonomischer Konkurrenz mit Dritten befinden, würde ich -vorsichtig formuliert- meinen, dass der Zeitpunkt für den Antrag auf Aufnahme in die(se) ehrenwerte Gesellschaft besser gewählt hätte werden können.

  73. Hesse

    Es gibt auch Unterstützung innerhalb der AfD (Patriotische Plattform sowie eine Facebook-Seite, die für die Mitgliedschaft von KuK wirbt).

    Andererseits muss man da auch viel Negatives lesen, z.b. die „Sezession“ sei eine „Nazi-Postille“ usw.

    Ich glaube nicht, dass sich hier noch was tut. Am besten: Abhaken!

  74. Strogoff

    Kubitschek und Kositza melden sich bei der Afd an? Ist das ein Scherz? Wahrscheinlich eher um ein paar Anekdoten über die AfD aus näherer Anschauung abgeben zu können. Mit der AfD verbindet Euch doch wenig.

    Wenn die SPD Sarazin loswerden möchte, dann kann die AfD K.u.K. nicht gebrauchen. Ist auf jeden Fall erwartbar. Wo sehen Sie Ihre Nähe zur AfD, wo Kubitschek die AfD doch als Kantenschere bezeichnet und damit die Abgrenzung zur Sezession selbst beschreibt?

    Zugegeben: Sie haben den Schalk im Nacken.

  75. birne helene

    War der Mitgliedantrag eigentlich ernst gemeint? :)

  76. Jan

    mein Antrag wurde nicht einmal beantwortet. Ich bin noch in keiner Partei Mitglied gewesen und politisch auch nicht öffentlich in Erscheinung getreten. In BW sorgt aber ein Herr Kömel dafür, dass möglichst alle deutschfreundliche Personen aus der Partei herausgehalten werden. Hierzu soll z.B. auch eine Liste von CDU-gegnerischen Familien existieren. Dieser Liste bedient sich Bernd Kömel. Damit die AfD zu einer CDU ohne Euro wird, wurden frühzeitig CDU-U-Boote wie Kömel installiert.

  77. sulla

    das Problem ist, dass viele grundehrliche Leute nur überlegt haben, einzutreten und nicht getan. So wurde die AfD von Leuten überschwemmt, die ansonsten nichts taugen, nur nach einem Job Ausschau hielten. Jetzt haben wir es, wie es ist. Dort ist noch ein Kern, die noch für die Sache kämpfen und leider befinden sich in Rückzugsgefechte. Ich rate jedem jetzt erst recht einzutreten, retten, was noch zu retten ist. Wir haben nur diese eine Chance. Danach wird es wieder Jahre vergehen, bis eine sich aufmacht, alles auf sich zu nehmen. Eine Parteigründung erfordert viel Geld, noch mehr Zeit und Nerven. Und keine kann sagen, wie es ausgeht.

  78. Willi Windler

    @sulla: es war nun mal vor allem Lucke, der Geld, Zeit und Nerven in die Gründung der AfD gesteckt hat.
    Die AfD ist als Euro-kritische Partei angetreten – mit Lucke als maßgeblichem Antreiber und Aushängeschild. Die Mehrheit der Mitglieder war von Anfang an nicht ‚rechts‘. Schau dir die Leute am Gründungsparteitag an, das Bundestagswahlprogramm 2013, die Leitlinien der AfD oder das Europawahlprogramm. Dennoch scheinen unerklärlicherweise nicht wenige Rechte zu meinen, die AfD wäre ihre lang ersehnte Partei.

    Die Rechten stecken in der Sackgasse. Eine rechte Partei ist in Deutschland chancenlos – die existierenden sind gescheitert, eine neue wird nicht annähernd in die Nähe der 5%-Hürde kommen.
    Vielleicht sehen deshalb so einige Rechte die einzige Chance über die AfD doch noch irgendwie in der Politik anzukommen. Aber die AfD will mehrheitlich nicht rechts werden. Das wird sich auch nicht ändern.

  79. Willi Windler

    @Jan: machen Sie halt eine eigene Partei auf. Bernd Kölmel ist AfDler der ersten Stunde und hat die Partei maßgeblich mit aufgebaut – da wussten Sie noch gar nicht, dass es die AfD gibt.

  80. Klara Text

    Also ich bin seit Ende April 2013 Mitglied der AfD.
    Nachdem Frank Schirrmacher in einem Einzel-Interview kurz zuvor bei Beckmann von der kommenden vielversprechenden künftigen „Bürgerpartei der Mitte“ (AfD) geschwärmt hatte, gab es für mich nach eingehender Beschäftigung mit dem damals bekannten Für und Wider, kein Halten mehr. – Nicht zuletzt auch, um den Werdungs- evtl. auch den Niedergangsprozess einer neu gegründeten politischen „Alternative“ von innen her mitzuerleben und par exempel einschlägige Presseberichte vergleichend dazu überprüfen zu können.
    Bekam dann Ende Mai 13 auch mein „Kärtchen“
    Mit den Piraten hatte mein verangegegangener Versuch als offenbar ertappter Nicht-Nerd leider nicht geklappt. Auf deren Bestätigung könnte ich heute noch warten.
    War ja dann auch gut so…

    Kurz gesagt, ich bin immer noch Mitglied; sogar gerne in einem Berliner Bezirksverband wenn auch inzwischen nur noch überzeugt von der medial allseits verfemten Beatrix von Storch ( MdEP), die von ihrer ursprünglich ausgestrahlten Authentizität nichts eingebüßt hat.
    Als sich treu bleibende Frau der Tat und Einsatzes gehört sie wohl auch zu den Wenigen in der Spitze, die sich aus dem Kampf um die Richtungshoheit der Partei herauszuhalten versteht.

    Es tut mir jedoch um die geballte Kompetenz leid, die sehr viele Mitglieder dank ihrer hoch qualifizierten Profession und Lebenserfahrung mitbringen und immer noch bereit sind, sich aufopfernd mit Verve in die programmatische Arbeit zu stürzen.

    Solange dieser unsägliche Führungsstreit zwischen den Alpha-Tieren (von Lucke, Adam … bis Gauland) weiter anhält und unvermindert schamfrei dazu auf offener Bühne ( zudem i.d.R. via „Lügenpresse“) ausgetragen wird, wird daraus natürlich nichts.

    Ich wünsche mir deshalb, die AfD würde in Bremen von den Bürgerschaftswahlen ausgeschlossen werden,
    http://www.weser-kurier.de/bremen_artikel,-Buergerschaftswahl-ohne-AfD-_arid,1061036.html

    damit diese sich m.E. allesamt (!) vollkommen illoyal gebärdenden Herrschaften mal zur Besinnung kommen und Gelegenheit erhalten, sich von ihrem Dauer-Wahlkampf-Modus verabschieden und sich endlich um die INHALTLICHE Ausrichtung und vernunftbegabte Ausgestaltung einer Flügel-übergreifenden Programmatik kümmern können., so wie um die dabei dringend erforderliche demokratische Einbindung der Mitgliederschaft und deren „Pflege“.

    Ich habe auch mit großem Interesse „Vater, Mutter, Staat“ von Rainer Stadler gelesen. Seine Positionen sind im Info-Radio nachzuhören
    http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/zwoelfzweiundzwanzig/201501/215389.html

    Aber auch das lt. Kreuz-Verlag „bestsellerverdächtige“, dann aber doch wegen seiner Brisanz abgelehnte Buch von Christa Mulack. „Der Mutterschaftsbetrug“ (in Deutschland). 2008, 2.Aufl., wäre immer noch dazu passend eine gesellschaftspolitische Debatte wert

    So lange in dieser Partei kein „gesunder Menschenverstand“ von Frauen, Müttern u. Alleinerziehenden, die alles „unter einen Hut zu bringen“ haben, Einzug hält, versuche ich als „zeitlich begünstigte Minimal-Frauenquote“, wenigstens meinen Finger ins aufgezeigte offene Defizit zu legen.
    Den mir bekannten, aufnahmewilligen weiblichen Personenkreis habe ich deshalb leider von einer aktiven Mitgliedschaft vorerst abgeraten.
    Weil – momentan reine Zeitverschwendung…

    Doch durch wen anders in Deutschland könnte unserem Grundgesetz (als immer noch beste Verfassung der Welt) endlich umfänglicher zum Recht verholfen werden?
    So lange die AfD noch DAFÜR einsteht, werde ich sie voraussichtlich weiterhin wohlmeinend kritisch begleiten.

  81. darius

    Naja, das kann bei mir jetzt keine Empörung hervorrufen. Ich empfinde es noch nichtmal als Skandal. Der Mitgliedsantrag zweier profilierter rechter Köpfe wurde von einer Partei abgelehnt, die mit Händen und Füssen gegen das Stigma „rechts“ kämpft – krasse Sache, oder? Abgesehen davon glaube ich, dass es für alle Beteiligten das Beste ist. Den vorauseilenden Distanzierern in der AfD bleibt ein Distanzierungs- und Rechtfertigungsakt erspart und der rechte Flügel in der AfD gerät nicht wegen einer neuen Pressekampagne erneut unter Druck. Ist doch eigentlich kein so schlechter Deal, oder?

    Anmerkung Kositza:
    Bei mir jedenfalls suchen Sie „Empörung“ auch vergebens (gut: für die Auskunftsverweigerung immerhin ein bißchen Empörung), es ist mehr ein Aha-Erlebnis. Was ich mich aber weiterhin frage, in welchen Zeitungen hat die AfD außer in der Jungen Freiheit noch großformatige Anzeigen geschaltet? In der Emma und der Süddeutschen, den einzigen defintiv „rechts“unverdächtigen Blättern, die ich im Abo habe, war jedenfalls keine.

  82. medamana

    Ein Jahr nach meinem Antrag bekam ich eine Rechnung über meine Mitgliedschaft. Auf meine Nachfrage seit wann ich MiItglied bin und welchem Kreisverband ich denn zugehöre wurde die Rechnung zurückgezogen.
    Mein Antrag wurde dann einem Kreisverband zugeschickt. Die wollen mich aber, wie mir zugetragen wurde, nicht aufnehmen, da ich Burschenschafter bin.
    Offiziell hat sich aber niemand gemeldet.

    Meine Reserviertheit gegenüber Parteien hat das eher gestärkt!

    Fühle mich in dem Sinne natürlich geadelt, auch natürlich dadurch, daß ich sozusagen auf gleicher Stufe wie KuK stehe! :-)

  83. Urwinkel

    Bei mir um die Ecke hängt übrigens noch ein Wahlplakat aus der Zeit der letzten Bundestagswahl. Soweit ich weiß, müssen die Parteieverantwoltlichen dafür sorgen, daß die Dinger nach dem Wahlkampfzirkus runterkommen. Sonst setzt es empfindliche Geldstrafen. Meine Einschätzung: das hängt dort irgeneiner aus Spaß oder eiserner Überzeugung immer wieder an dieselbe Stelle, solang die Vorräte reichen. Der Osten tickt anders. Viele Leute tragen auch nichteinmal mehr Armbanduhren. Achtet mal darauf.

  84. jack

    es war nun mal vor allem Lucke, der Geld, Zeit und Nerven in die Gründung der AfD gesteckt hat.

    Die AfD ist als Euro-kritische Partei angetreten – mit Lucke als maßgeblichem Antreiber und Aushängeschild. Die Mehrheit der Mitglieder war von Anfang an nicht ‚rechts‘.

    Viel Geld ist ein relativer Begriff. WESSEN Geld wäre interessant herauszufinden, wurde denn investiert?

    Gab und gibt es da nicht einen Milliardär, der auf den Verfall des Euro gewettet hat oder noch immer darauf spekuliert mit seinen Milliarden? „Eurokritik“ muss diese „Herren“ entzücken, schaufelt sie ihm doch, falls wirksam, die nächsten Milliarden in seine Tasche.

    Gemach also mit dem Vollweinen der Tempotaschentücher über den armen, fleissigen Lucke, ehemaligen Berater der Weltbank, und seine Anstrengungen.

    Das ehemalige Hätschelkind des Systems ist mindestens dreimal chemisch gereinigt.

  85. frankpassau

    Erinnert mich irgendwie an die Republikaner.

  86. SFH

    Die Nichtaufnahme in die AfD – strategische Gründe!

    Lucke betonte immer wieder, dass nicht er die CDU, sondern die CDU ihn verlassen hat. Die CSU zählt natürlich dazu. Von Anfang an war auch immer die Rede von der AfD als Volkspartei, die alle Wählermilieus ansprechen will. Im Selbstverständnis also eine Partei der Mitte: bürgerlich, konservativ, liberal. Nur dort werden Wahlen gewonnen. Und CDU/CSU sind eben nicht mehr Mitte, wie die ersten Achtungserfolge der AfD zeigen. Aus dem Stand sofort knapp fünf Prozent und danach immer sicher über fünf Prozent. Dann kam Pegida. Plötzlich wurde die AfD als ostdeutsche Pegidapartei wahrgenommen und das Geraune über einen nationalkonservativen, rechten Flügel innerhalb der Partei begann, von den Medien dankbar aufgegriffen. Lucke setzte im Hamburger Wahlkampf und auf dem Parteitag in Bremen bewusst thematische Kontrapunkte, um die programmatische Verengung der Partei zu verhindern. Die Mehrheit ist diesem Kurs gefolgt, der „Richtungsstreit“ war befriedet, die schwierige Hamburgwahl der erste Erfolg im Westen. Ja, die AfD kann langfristig die bessere CDU, sogar die bessere CSU sein, denn das ist der Alptraum der CDU, eine echte „Franz-Josef-Strauß-Partei“, die bundesweit antritt. Für eine junge Volkspartei in Deutschland ist es einfach kontraproduktiv, gerade jetzt Leute aufzunehmen, die mit ihrer Prominenz den „rechten“ Flügeldiskurs medial neu befeuern und die thematische Verengung befördern würden.

  87. Daß es hier nicht um Mitleidsheischerei geht, sondern eher darum, Gedanken über die verblüffende „Bearbeitungs“dauer eines scheints mal als Aprilscherz begonnenen Mitgliedschaftsbegehrens – das erst gar nicht bearbeitet wurde, dann, NACHDEM ein neuer Beschluß über derlei Verfahren gefaßt wurde, demgemäß abgelehnt und selbiger Vorgang umgehend an die Presse durchgestochen wurde, um auf Kosten Anderer das sogenannte Profil zu schärfen – anzustoßen, ist aber dank der Fähigkeit zum sinnentnehmenden Lesen soweit schon allen klargeworden, oder?

    (Gilt so übrigens auch für den einen oder anderen Mitleser, der sich bei Fratzebuch nun emsig das Maul über, Zitat, »die Kohnservativen [sic!]«, Zitat Ende, zerreißt.)

    Was ansonsten die hier geäußerten Feststellungen über Parteien an sich angeht: ja.

  88. enickmar

    Bester Kommentar bisher:

    War der Mitgliedsantrag eigentlich ernst gemeint?

    Kositza: Lesen Sie bitte nach im „Zweiten Akt“.

  89. FdF!

    Leider habe ich trotz mehrerer Nachfragen entweder keine Antwort erhalten oder es wurde mit Achselzucken reagiert. Warten wir das Ergebnis der von der Patriotischen Plattform initiierten Iniative mal ab.

    Man würde aber den falschen Leuten einen Gefallen tun, wenn man jetzt austritt. Ganz im Gegenteil. Hinein in die AfD!

    Es ist noch viel Bewegung in der ganzen Sache. Eine stabile Nomenklatura hat sich noch nicht bilden können. „Jetzt geht noch was!“

  90. Andeas Walter

    Ich habe kein Problem mehr damit einer Minderheit anzugehören von der die Mehrheit glaubt, sie wäre direkt der Hölle entsprungen. Das Leben wird dadurch schwierig, ja, einem manchmal sogar zur Hölle auf Erden gemacht durch all die Scheinheiligen und Dummen, doch dann habe ich gestern das hier gelesen, zum zweiten mal im Leben und diesmal als Erwachsener, bewusst. Und ich bin weiß Gott kein Heiliger, auch nicht mehr in der Kirche und an einen „weißen Mann mit weißen Bart“ der unser Schicksal lenkt glaube ich auch nicht. Ich kann es nicht einmal erklären, beschreiben, dass was es ist, was mich bewegt. Doch ich muss es auch nicht mehr, erklären, nur noch leben. Es spricht für sich und ich erlaube mir und traue mich sogar zu sagen, dass es sich mir schon oft offenbart hat, auf vollkommen unglaubliche Art und Weise. Niemand der es nicht kennt kann es verstehen, doch das erfüllt mich höchstens mit Trauer. Ohne Worte und unendlich dankbar, Andreas.

    Matthäus 10:16

    http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/matthaeus/10/

    Dem Sinn nach: „Und ich werde euch wie die Schafe mitten unter die Wölfe senden, …“

    Und ich fürchte mich nicht, liebe aber eben auch die Freiheit, bin ein fröhlicher und glücklicher Mensch, trotz meiner relativen Armut, und liebe die Menschen und das Leben, wenn sie nicht gerade ernst verrückt spielen, so wie im Augenblick. Schlimm, dass alles zur Zeit für mich zu sehen auch wenn ich weiß, dass alles genau so seine Richtigkeit und Ordnung hat. Verrückt, sagen die Einen, doch selig sind die Anderen.

  91. birne helene

    @ Ellen Kositza

    Habe ich gelesen:
    „Mein Antrag war mir ernst, hatte aber keine Priorität; es hatte Zeit.“

    Mir stellte sich nun trotzdem die Frage, ob das von Ihnen Ernst gemeint sein konnte. Eine konsequent rechte Denkerin, die freiwillig in die AfD eintreten will? Da dachte ich mir, das kanns doch nicht gewesen sein: Jahrelang eine zielgerichtete Haltung, um dann bei einer Partei zu landen, die in den oberen Etagen sich sowieso von einem distanziert? Mit welchem Ziel? Da dachte ich mir schon: Das sind Perlen vor de Säue.
    Man muss ja nicht Mitglied sein, um in die AfD hineinwirken zu können. Außer man will die blonde Frauke Petry werden :-)

  92. birne helene

    „AfD außer in der Jungen Freiheit noch großformatige Anzeigen geschaltet? In der Emma und der Süddeutschen, den einzigen defintiv „rechts“unverdächtigen Blättern, die ich im Abo habe, war jedenfalls keine.“

    Das stimmt schon, was Sie sagen. Aber haben Sie auch nur eine Sekunde wirklich gedacht, dass das Ernst gemeint sein könnte unter Lucke? Die Herrschaften wollen Ihre Stimme und nicht Ärger wegen der Mitgliedschaft profilierter rechter Denker. Deswegen bin ich auch davon ausgegangen, dass sie Ihren Antrag sowieso nicht ernstmeinten, sondern mal testen wollten, um dann einen lustigen Beitrag für den Blog zu haben.
    Im übrigen hätte ich auch nicht gedacht, dass Sie ernsthaft in die Niederungen der Parteipolitik wollen.

  93. Martin

    Der Osten tickt anders. Viele Leute tragen auch nichteinmal mehr Armbanduhren. Achtet mal darauf.

    Urwinkel,

    ich schätze Ihre Ausführungen über elektronische Musik, aber hier sind Sie eindeutig in einer Wahrnehmungsfalle gelandet. Seit jeder ein Smartphone hat, welches ihm ohnehin ständig die Uhrzeit anzeigt, hat kaum noch jemand eine Armbanduhr, dies gilt insbesondere für jüngere Menschen und für Frauen – und zwar völlig unabhängig ob Ost oder West.

    So, und jetzt einmal etwas Allgemeines:

    Dieser Artikel hat jetzt in seiner Debattenabteilung binnen sehr kurzer Zeit schon deutlich über 85 Kommentare. Die Artikel über Felix Menzels „Einwanderungspolitik“ unter 20 und der über M.H.´s Roman „Unterwerfung“ nach einiger Zeit knapp über 20.

    Artikel über Pegida haben zumeist auch sehr schnell hohe Zahlen an Debattenbeiträgen. Dies ist interessant für eine Netzseite einer Zeitung, die ja Metapolitik betreiben will.

    Ich ziehe daraus den Schluss, dass es ein sehr hohes Bedürfnis nach konkreter Politik zu geben scheint und das besonders sensibel darauf reagiert wird, wenn es offenbar kein politisches Sprachrohr mit einer gewissen Potenz zu Wahlerfolgen mehr zu geben scheint, welches einen dann auch ggf. als Mitglied akzeptieren will. Denn eigentlich ist ja mit der Ablehnung der Mitgliedsanträge nun wahrlich nicht wirklich etwas ernsthaft überraschendes geschehen. Zumindest für alle, welche die AfD seit längerem „unter Beobachtung“ haben.

  94. jack

    Man glaubt es erst, wenn man es -auch hier- lesen kann:

    „Wenn drei Deutsche zusammentreffen, gründen sie entweder mindestens einen Verein, oder…..eine Partei…!“

    Soweit die Erkenntnis europäischer Nachbarn.

    Rein in eine Partei, raus aus der Partei, lamentieren über die Partei. Was soll das eigentlich? Es scheint leider noch immer „Konsens“ zu sein, Parteien wären dazu da, Bürgerinteressen zu vertreten obwohl wir alle aus, ja, aus Erfahrung wissen sollten, dass das nicht der Fall ist. In Deutschland haben wir doch mittlerweile die Einheitspartei minimal unterschiedlicher Gruppen, die sich gewissen Leuten unterwirft und die sich, bis auf Nuancen, durch nichts mehr unterscheiden.
    Der Unterschied ist lediglich, in welcher Zeitspanne der Bürger ausgesaugt bzw. ersetzt werden kann.

  95. jokn

    @Rüdiger Happ, 21.02.2015, 12:34

    Ich verstehe die Beweggründe – es waren auch die meinen – Ihres Beitritts. Das gilt nicht für Ihr, ich möchte es so bezeichnen, „politmediales Kastendenken“, das anscheinend jedes Leben außerhalb des herrschenden Blocks verfemen möchte. So ist eine Vortragsveranstaltung des Compact-Magazins mit Rednern wie u.a. W. Wimmer (CDU), A.v. Bülow, Egon Bahr(!) (beide SPD), A. Gauland (AfD) u. dem Ihnen als Euro-Kritiker bekannten Staatsrechtler K.A. Schachtschneider für Sie ein „Auftritt zusammen mit verschwörungstheoretischen Wirrköpfen wie Jürgen Elsässer“. Diskussionen mit russischen Diplomaten (das tägliche Geschäft der etablierten Parteien) sind für Sie im Falle der AfD irgendwie unzulässige „vertrauliche strategische Beratungen“. Es geht mir nicht um Kritik an Ihren inhaltlichen Positionen. Es geht um die aggressive Anmaßung des etablierten politmedialen Blocks, der Diskussionsforen außerhalb seines Machtbereichs als aussätzig behandelt. Wenn Sie als AfD-Mitglied da mit einstimmen, finde ich das irritierend. Wenn wir das Establishment als politkorrekten Platzanweiser akzeptieren, haben wir als Alternative verloren. Ich hoffe, dass weder Liberale wie Sie, noch dass Konservative austreten – auch wenn beide bisweilen allergisch aufeinander reagieren. Beide bilden nun einmal den bürgerlichen Spannungsbogen, der, klein genug, der überwältigenden sozialistischen Übermacht (alle im BT vertretenden Parteien) die Stirn bieten muss.

  96. Thomas Wawerka

    Mir stellte sich nun trotzdem die Frage, ob das von Ihnen Ernst gemeint sein konnte. Eine konsequent rechte Denkerin, die freiwillig in die AfD eintreten will? Da dachte ich mir, das kanns doch nicht gewesen sein: Jahrelang eine zielgerichtete Haltung, um dann bei einer Partei zu landen, die in den oberen Etagen sich sowieso von einem distanziert? Mit welchem Ziel?

    Nun, Sie sind hier ja nicht der Erste mit dieser Meinung bzw. dieser Frage, aber ich denke, das Ziel ist doch ziemlich offensichtlich: Der Versuch, die verschiedenen Ausprägungen der Opposition einig zu halten; der Versuch, ein verbindendes Glied zwischen AfD und Pegida zu bilden; der Versuch, dem divide et impera etwas entgegenzusetzen. Ich finde das sehr klug, und „k.u.k.“ sind souverän genugt, um sich dabei keinen Zacken aus der Krone zu brechen. Je breiter das Bündnis, umso größer die Chance auf einen Politikwechsel.
    Die Feigheit derer, die nun Brosamen und Gnadenbrot fressen dürfen, macht mich ärgerlich, gar verachtungsvoll.

  97. Hendrik Pauli

    So wünschenswert aus Sicht rechtskonservativer Kreise eine größere Öffentlichkeit und Bekanntheit für das Ehepaar Kubitschek/Kositza auch sein mögen, halte ich doch den versuchten Weg über eine AfD-Mitgliedschaft für unausgegoren; nicht, weil es in der AfD nicht – zumal in ihrem konservativen Flügel ideologisch und funktionell Platz für die beiden gäbe. Es geht mir nicht um das „ob“, sondern um das „wie“.

    Jedem, der das Projekt einer Parteigründung rechts der Union und die derzeit relativ günstigen Zeitumstände ernst nimmt, dem muss klar sein, dass eine Mitgliedschaft zweier so prominenter Rechtsintellektueller eine heikle Angelegenheit ist.

    Nur ein Artikel oder eine Zeile aus den Tiefen der Sezession oder dieses Blogs und die mediale Hetzmeute geht von der Leine; damit hat die AfD ihre nächste Personaldiskussion. Dass ich diese Mechanismen widerwärtig finde, will ich nicht erst betonen. Nur: Sie bestehen nun mal.

    Sinnvoll wäre es wohl gewesen, vorher mal über entsprechende Kanäle Fühlung aufzunehmen, wie man über Kubitschek/Kositza so denkt, zumal bestimmte Charakterisierungsversuche aus deren Feder(“Kantenschere“; „Energiepumpe“) eher auf eine kritische Distanz zur AfD hindeuten. Aber es besteht doch offenbar eine gutes Verhältnis zu dem nicht ganz unbedeutenden Björn Höcke. Über solche naheliegenden Annäherungsversuche lese ich nichts, nur über den lauter-unbedarften Online-Antrag von Frau Kositza.

    Dass es „nur“ um Engagement an der Basis, womöglich die sprichwörtliche Ochsentour gegangen wäre, glaube ich jedenfalls nicht. Etwas mehr strategisches Denken – was legitim ist – darf man wohl unterstellen. Es ist völlig unzweifelhaft, dass das AfD-Mitglied Kubitschek eine herausgehobenen Rolle als Wahlkämpfer in Sachsen-Anhalt im kommenden Jahr 2016 gesucht hätte. Vielleicht sogar mehr? Ich bin sicher, darüber in der AfD auch nachgedacht worden ist, gerade im Hinblick auf den bisher wenig gefestigten Landesverband Sachsen-Anhalt.

    Nochmal: Ich spreche ich gegen die Parteiambitionen der „Sezessionisten“, nur der Empörungstsunami der jetzt durch die entsprechende Netzwerke rollt (einschließlich der hysterischen Stellungnahme der Patriotischen Plattform) erscheint mit etwas wohlfeil. Das lässt das ganze dann unterm Strich eher wie eine gut kalkulierte PR-Nummer wirken – was sie hoffentlich nicht ist.

    Etwas mehr Gelassenheit und einen Blick für die strategischen Notwendigkeiten des Mammutprojekts „Kleine Volkspartei“ wäre mal wieder am Platze.

    Über den Sinn und Unsinn einer AfD-Mitgliedschaft können beide Seiten zu gegebener Zeit noch mal nachdenken.

  98. ingres

    Mir stellt sich gerade folgende Frage: Was unterscheidet eigentlich die Position der Sezessionisten von der der AfD Basis? Ich will Abschaffung von Gender, eine Bildung (mindestens) wie in den 50-er und 60-ern. Eine Entlarvung der Klimakatastrophe-Lüge, eine Neuordnung des Euro, ein entschiedenes Vorgehen gegen den Islam und die Antifa. Über alles das kann man in der AfD an der Basis offen reden, was mich in dieser Form überrascht hat. Außerdem weiß jeder was die Nazikeule und die Political Correctness sind. Auch weiß man, dass man von der Presse diffamiert wird Wo sonst sollte das möglich sein?
    Darüberhinaus sollte der Schuldkult „verschwinden“. Dafür ist das Bewußtsein nicht so geschärft. Bei einem Förderer aber dafür umso mehr. Da muß ich dann sogar Widerspruch anmelden allerdings bei geordneter Auseinandersetzung. Das alles müßte dich für den Anfang erst mal reichen.

  99. Legionär

    Wenn man sich vergegenwärtigt, dass die AFD nach Verständnis ihres Vorsitzenden Lucke sowie bedeutender anderer Parteifunktionäre vor allem Henkel, Kruse keine rechts(populistische) Partei ist, ist die Ablehnung ihres Mitgliedsantrages nicht verwunderlich. Ihre von Zwiespalt geprägte Einstellung zur AFD verstehe ich vollends Frau Kositza, da zumindest von den ostdeutschen Landesvorsitzenden vor allem von Herrn Gauland durchaus vernünftige Äußerungen zu hören sind. Zur letzten Bundestagswahl habe ich jedoch nicht AFD gewählt, weil mir beim Durchlesen des offiziellen Partei/Wahlprogramms klar wurde, dass die AFD keine zahlenmäßige deutliche Reduzierung der Zuwanderung und keine Zuwanderung nach dem Kriterium der ethnischen/kulturellen Abstammung befürwortete -also das was wir dringend bräuchten. Sie möchte die Zuwanderung nur mehr als die anderen Parteien nach rein wirtschaftlichen Kriterien ausrichten. Als vor kurzem von Gauland die Forderung erhoben wurde, die Zuwanderung auch nach kultureller Herkunft zu gestalten – wobei er Leute mit orientalischer Herkunft weitgehend ausschließen wollte, stimmte ihm keiner von den anderen Parteioberen zu und widersprach ihm sogar Frau Petry. Eine solche Einwanderungspolitik wie derzeit offizielle Parteilinie der AFD wird nichts daran ändern, dass nicht nur die autochtonen Deutschen sondern auch die der Weißen mittel-bis langfristig zur Minderheit im eigenen Land/Kontinent werden. Daher wähle jeder ernsthafte Patriot, sollte sich da bei der AFD nix ändern, eine ernsthaft rechte Partei.

  100. kassandra

    Meine e-mail an den Bundesvorstand (eine Antwort wird es wohl nicht geben):

    „Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Lucke, sehr geehrter Herr Pazderski,

    ich bin seit Oktober 2014 AfD-Mitglied. Ihrer Partei bin ich beigetreten, weil ich die Politik der etablierten Parteien und den von ihnen gebildeten Bundes- und Landesregierungen in den letzten Jahren als zunehmend verhängnisvoll, destruktiv, und konträr zum nationalen Interesse gerichtet wahrgenommen habe. Dies betrifft insbesondere die Themenbereiche EU / €-Rettung, Energiepolitik, innere Sicherheit, und Asyl / Einwanderung. Ich bin zuvor in keiner anderen Partei Mitglied gewesen, meine politische Einstellung würde ich als konservativ-liberal und unabhängig bezeichnen.

    Mit Unverständnis und Bestürzung habe ich heute erfahren, dass der Bundesvorstand sein Veto gegenüber der Aufnahme von Götz Kubitschek und seiner Ehefrau Ellen Kositza in die Partei eingelegt, und diese Information offenbar auch gleich an die einschlägigen Medien (SZ, Spiegel) lanciert hat. Kubitschek und Kositza gehören ohne Zweifel zu den profiliertesten Vertretern des konservativ-intellektuellen Spektrums in Deutschland, wovon jeder Leser der Zeitschrift Sezession und / oder ihrer Publikationen Zeugnis ablegen kann. Auch die drei Reden, die Götz Kubitschek in den letzten Wochen in Leipzig und Dresden gehalten hat, waren sämtlich brillant, ergreifend und von Inhalt und Ton absolut moderat.

    Ich mutmaße, dass der Grund für die Ablehnung der Mitgliedsanträge in einer bemühten Abgrenzung der Parteispitze gegenüber „Rechts“ liegt. Dieser Anbiederungsversuch wird indessen nichts daran ändern, dass die AfD und ihre Mitglieder von der ganz überwiegenden Mehrheit der Journalisten und Politiker anderer Parteien weiterhin pauschal wahlweise als rechts(extrem), rechtspopulistisch, nationalkonservativ, erzkonservativ etc. abgestempelt und diffamiert werden wird.

    Mit einer Ab- und Ausgrenzungsstrategie gegenüber konservativen Denkern tut sich die Partei nach meinem Dafürhalten keinen Gefallen. Mit einer einseitigen Betonung ihres wirtschaftsliberalen Profils wird die AfD ihr Potential nicht ausschöpfen können. Kubitschek und Kositza wären ein großer Gewinn und eine erhebliche Bereicherung für das innerparteiliche Meinungsspektrum gewesen.

    Welche Konsequenzen ich persönlich aus diesem Vorgang ziehe, muss ich für mich noch entscheiden.“

  101. Urwinkel

    Martin, Stichwort: Armbanduhr. Damit ich wollte ich darauf hinweisen wie sich die technische Entwicklung auch optisch manfestiert. In Erinnerung an Ernst und F.G. Jünger. Smartphones, also Handys hatte ich ausgespart, da ich das Wissen darüber für Allgemeinbekannt, Konsens und Straßenlästerei halte. Das haben Sie mit ihrer Repklik prima bestätigt. Geschäftsidee: Vielleicht sollte sich jeder der darauf Wert legt eine Uhr zu tragen ein Rolex-Immitat tätowieren lassen. Vielleicht noch eine kurze Anekdote dazu: Ich versuchte zum Weihnachtsgeschäft spontan eine Uhr zu kaufen. Eine einfache Armbanduhr als Geschenk für einen notorischen Zuspätkommer. Mehr symbolisch gemeint. Deshalb durfte sie auch nicht allzuviel kosten. Denkste! In einer Stadt in der Größe vergleichbar mit z.B. Erfurt bekam ich keine. Auch in einschlägigen E-Markt-Regalen gab es keine. Dafür mehre Handyfachläden. Da ich meinen notorischen „Zuspätkommer“ gut kenne, weiß ich, daß es sinnlos gewesen wäre ihm ein Mobilfunkgerät zu schenken (er verlierts eh wieder bevor er damit „88″ in ein I-Net Forum husten kann). Da ist eine Uhr die man sich an den Arm schnallen kann und mit einer Betriebsdauer von etwa zwei Jahren schon besser. Aber wie gesagt, ich fand keine. So muß ichs bei Ermahnungen belassen. Hilft auch. Das beste ist: der braucht das, ihm gefällts, der steht drauf. Wir proben übrigens gerade ein Theaterstück nach Antonin Artaud zusammen.

  102. enickmar

    @ Kositza

    Ich meinte, ob ernsthaft erwartet wurde, daß Antrag und Mitgliedschaft auch fruchtet. Für manchen mag das „unerwartet“ gekommen sein, daß Ihr einen Antrag gestellt habt. Daher brachte diese Frage das Erstaunen (über soviel Optimismus) zum Ausdruck. Ob falsch oder richtig, das war jedenfalls meine erster Gedanke …

  103. gert friedrich

    Ich lebe zum Glück in Bayern,in München und hier gibt es Gottseidank die CSU.

    Vergessen sie AFD,Republikaner,Freiheit,die Rechte,NPD etc.
    die CSU ist die beste Lösung.

    Ich bin Abonnent der Sezession und die CSU dreht mir keinen Strick daraus.

  104. birne helene

    „Ich finde das sehr klug, und „k.u.k.“ sind souverän genugt, …“

    Ohne Zweifel.
    Eben deshalb würde ich es schade finden, wenn k.u.k. Ressourcen verschwenden würden, indem sie sich direkt und offen parteipolitisch in der AfD engagieren. Wenn sie berechtige Gründe haben und realistisch aufgrund der personellen Situation vor Ort Chancen sehen, ist es etwas anderes. ANSONSTEN: Die AfD ist strukturell und systemisch betrachtet keine Partei für die beiden. Dann besser einen neuen Antrag stellen, um PEGIDA-FÜHRER zu werden.

  105. Gerhard Vierfuß

    Sehr geehrter Herr Pazderski,

    bitte leiten Sie dieses Schreiben an die Miglieder des Bundesvorstandes weiter.

    Mit großer Bestürzung habe ich gelesen, daß der Bundesvorstand der AfD die Aufnahmeanträge von Ellen Kositza und Götz Kubitschek zurückgewiesen hat. Beide gehören zu denjenigen, die seit Jahren durch ihre publizistische Arbeit gegen die Fehlentwicklungen in der deutschen Politik gewirkt haben – und zwar zu guten Teilen in der gleichen Richtung, wie sie auch die AfD auf ihre Fahnen geschrieben hat: gegen die politische Engstirnigkeit, gegen die sogenannte politische Korrektheit, gegen die Schweigespiralen in der Öffentlichkeit; für mehr Offenheit in der politischen Debatte, für die Rückgewinnung eines normalen Verhältnisses zur deutschen Nation, für eine Stärkung der deutschen Souveränität. Insbesondere Kubitschek hat durch seine Arbeit als Publizist und Verleger wesentlich mitgearbeitet an der Schaffung von Grundlagen, die eine Partei wie die AfD überhaupt möglich machten. Seine bedeutsame Rede bei der Legida-Demonstration am 21. Januar http://www.sezession.de/wp-content/uploads/2015/01/legida-kubitschek.pdf hat soeben erst ganz grundsätzlich und fern von aller tagespolitischen Hektik den Weg aufgezeigt, den die Politik einschlagen muß, wenn sie unser Volk einen und unseren Staat in eine gute Zukunft führen will.

    Wenn der Bundesvorstand solche Köpfe aus unserer Partei heraushalten will, dann dient er weder den Interessen der Partei noch denen Deutschlands. Ich vermag für eine solche Haltung nur einen einzigen Grund zu sehen: das Betreben, die Gewichtung der Flügel der AfD zugunsten des liberalen und zuungunsten des nationalkonservativen Flügels zu beeinflussen. Ein solches Vorgehen ist von der Satzung nicht gedeckt. Der Bundesvorstand ist nicht autorisiert, die Mehrheiten in der Mitgliedschaft durch gezielte Aufnahmepolitik zu manipulieren. Was wäre die nächste Maßnahme? Die Ausrufung eines parteiinternen „Kampfes gegen rechts“? oder eines „Aufstandes der Anständigen“? Vielleicht ein Parteiausschlußverfahren gegen Björn Höcke, seines Zeichens Vorsitzender der Landtagsfraktion in Thüringen, dessen politische Positionierung sich jedoch nicht wesentlich von der Kubitscheks unterscheidet http://afd-thueringen.de/2014/11/bjoern-hoecke-stefan-scheil-und-die-afd-komplettinterview-aus-sezession-im-netz/ http://afd-thueringen.de/2014/12/gluecklich-der-staat-der-solche-buerger-hat-afd-landeschef-bjoern-hoecke-im-gespraech-ueber-die-pegida/ ?

    Ich protestiere auf das schärfste gegen die Entscheidung des Bundesvorstandes und fordere Sie auf, den Beschluß zurückzunehmen.

  106. Martin

    @gert friedrich
    War das mit der CSU jetzt Ernst gemeint oder eine Satire/Ironie?

  107. Legionär

    @ gert friedrich
    Sonntag, 22. Februar 2015, 18:15 (URL) | Kurz-URL

    „Ich lebe zum Glück in Bayern,in München und hier gibt es Gottseidank die CSU.Vergessen sie AFD,Republikaner,Freiheit,die Rechte,NPD etc.
    die CSU ist die beste Lösung.“

    Die CSU war die meiste Zeit in der deutschen NachkriegsGEschichte mit an der Regierung im Bund. Eine Reduzierung des immensen Zustroms von türkischen Gastarbeitern sowie orientalischen und schwarzafrikanischen Asylanten hat sie nicht bewirkt, es wurden und werden immer mehr. An dieser bitteren Wahrheit ändern auch die gelegentlichen zuwanderungskritischen CSU-Politikeräußerungen nichts. Solche Äußerungen wurden und werden nur aus taktischen Gründen getätigt. Man sollte Parteien nach ihrer tatsächlichen Politik und nicht nach markigen Reden einiger Parteioberer beurteilen.

  108. FdF!

    Der ein oder andere hat sich bestimmt schon satzungsrechtliche Gedanken gemacht. Völlig wurscht, ob GK und EK wirklich in die AfD wollen oder nicht, es wird Zeit für politische Klarheit. Wenn sie denn rein wollen, spricht aus AfD-Sicht offiziell eigentlich nichts dagegen. Aus deren Sicht spricht dagegen, dass sich der Intellektuelle (in diesem Fall nicht böse gemeint), nicht unbedingt in ein parteipolitisches Korsett zwängen muss. Diese Frage ist aber aktuell nachrangig.

    Hat jemand einen konkreten Ansatz für einen klärenden Rechtsstreit?

  109. Claudia Wagner

    In der AfD gibt es gegenwärtig eine starke Gruppe um Hans Olaf Henkel, die sehr viel (auch Geld und Mitarbeiter) investiert, um die AfD nach rechts abzugrenzen.

    Wer wie das Ehepaar Kubitschek und Kositza sich offen als rechts tituliert (https://www.youtube.com/watch?v=szip05URHn8), der hat es schwer in einer Partei, in der Bernd Lucke, der große Alleinherrscher alles unternimmt, damit man ihn nicht als rechts bezeichnet.

    Bereits beim Hamburg-Wahlkampf waren konservative ParteiVIPs wie Petry, Gauland oder Adam nicht erwünscht. Das wird sich in Bremen, Baden-Württemberg etc. fortsetzen. Die neue Mitte und die Nachfolge der FDP ist das erklärte Ziel.

    Schon in Bremen könnte man daran scheitern!

  110. Danke für allseitigen Zuspruch, Nachfragen hier & Nachhaken dort! Eins will ich noch erläutern – zu meinen Beweggründen, AfD-Mitglied zu werden. Kurz ausgeholt: der Mann, dem ich meine primäre politische Sozialisation verdanke, ist seit Jahrzehnten CDU-Mitglied. Zweimal in seinem Wählerleben hat er sein Kreuzchen an anderer Stelle gemacht, „um denen eins auszuwischen“. Wenn wir mal gemeinsam Nachrichten gucken/hören, kommentieren wir synchron, er denkt wie ich. Dennoch bleibt er seiner Partei treu. Sagt, die Merkel mache so viel falsch, aber er sehe keinen, der es richtiger machen würde. Er sagt: das eine ist das Wünschbare, das andere das Realistische. Seine Mitgliedschaft und seinen kleinen Rentnerbeitrag sieht er als Steinchen im Bollwerk gegen die Linken. Zwei, dreimal im Jahr besucht er Veranstaltungen, einmal war er mit der lokalen Union in Berlin. So kenn ich „Parteimitgliedschaft“ von kleinauf. Mein Gedankengang verlief ähnlich. Mit der CDU hätte ich logisch keine Sekunde liebäugeln wollen.
    Aber die AfD? Tut doch ihr Mögliches. Bringt Themen auf`s Tapet, die noch vor ein paar Jahren öffentlich schier unsagbar schienen, „unsere“ Themen! Ein bitternotwendiges Korrektiv, vermutlich nicht mehr. Warum sollte ich das nicht unterstützen? Wenn die schon um „Leute wie mich“ (so hab ich die JF-Anzeige wirklich verstanden) werben! Mir wär‘s auch wichtig gewesen, einem arg darniederliegenden und in jeder Hinsicht zerfurchtem Land wie Sachsen-Anhalt auf die Beine zu helfen. Karrieretechnische Partei- Ambitionen tendieren bei mir gegen Null, ich hab kein Politiker-Gen.
    Bei Kubitschek, der seinen Antrag ein halbes Jahr vor mir stellte, war es hingegen eine Probe aufs Exempel, er wollte wissen, wie man ihn hier einschätzt und welche Kreise das ziehen könnte. Er hat nach einem dreiviertel Jahr mit keiner Antwort mehr gerechnet. Nun ist das Resultat allerdings aussagekräftig.
    Wir schauen also, was wird.

Diskussion geschlossen. :-)

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