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kubitschek Götz Kubitschek


Wie weiter (XIII): amazon.de und 12 gestrichene Antaios-Titel

antaiosschlangeDer Internet-Buchändler amazon hat – obwohl ein Privatunternehmen aus den USA – den Status eines Quasi-Monopolisten erlangt: Selbst Buchhändler recherchieren lieferbare Titel und mögliche Empfehlungen über diesen Giganten mit der blendend organisierten Internet-Präsenz. Am vergangenen Mittwoch hat amazon 12 Titel meines Verlags Antaios aus seinem Sortiment gestrichen. Für die Öffentlichkeit existieren sie nicht mehr.

Der Schnitt erfolgte nicht aus wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen: Titel wie Polen 1939 von Stefan Scheil, Die liberale Gesellschaft und ihr Ende von Manfred Kleine-Hartlage, Verlorene Posten von Richard Millet oder Sieben Reiter von Jean Raspail gehörten zu den gut bis sehr gut verkauften Titeln, um die sich außerdem eine lebhafte Diskussion spann. Bestellungen von amazon bearbeiteten wir binnen eines Tages – wer je bei Antaios bestellt hat, weiß, daß wir rasch und sorgfältig verpackt liefern.

Es liegen also ohne Zweifel politische Gründe für die Streichung der Titel vor. Durch zwei schriftlichen Anfragen an amazon konnte ich klären, daß es sich nicht um ein technisches Versehen handelte, sondern daß gewisse „Kriterien“ und „Richtlinien“ verletzt seien und amazon entschieden habe, die Titel aus dem Programm zu nehmen. Meiner Aufforderung, mir schriftlich jene Kriterien und Richtlinien zu nennen und mir dadurch die Verbesserung meines Angebots zu ermöglichen, kam amazon nicht nach. Es muß sich also um Kriterien handeln, die in den Büchern selbst liegen.

Ein befreundeter Rechtsanwalt, der eine gewisse Erfahrung mit derlei Fällen hat, bestätigte meinen Verdacht, daß es sich um einen politischen Akt handle. Er riet außerdem davon ab, auf der Grundlage des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) den Rechtsweg zu beschreiten: Durch mehrere Urteile sei klargemacht worden, daß das AGG – obgleich es Diskriminierung auch aus Gründen der „Weltanschauung“ zu verhindern vorgibt – auf politisch positionierte Akteure keine Anwendung finde. Die Chancen auf einen juristischen Erfolg gegen ein Privatunternehmen seien außerdem denkbar schlecht, und der Streitwert werde erfahrungsgemäß so hoch angesetzt, daß mein Verlag aufgrund fehlender Mittel die Rechtsmittel anzuwenden wohl nicht in der Lage sei.

Wie weiter? Da es sich bei amazon nicht um ein Gemüsegeschäft handelt, sondern um den Quasi-Monopolisten in Sachen Bücher, haben die Streichungen dramatische Auswirkungen: Es gehört zum Wesen eines Monopolisten, daß die Kunden einer solchen Machtfülle so etwas wie neutrale, ausgewogene Kompetenzen zuschreiben. Was wikipedia auf dem Feld des Wissens und google für das Suchen und Finden sind, ist amazon im Bereich des Buchs: eine Instanz, der Millionen Nutzer vertrauen und gegen die anzurennen etwas von Halsstarrigkeit und mangelnder Fähigkeit zur Selbstkritik hat. Warum soll sich die Masse irren, warum sollen wir als vereinzelte Kritiker Recht haben?

Wenn selbst Gymnasiallehrer wikipedia-basierte Arbeiten akzeptieren und Unternehmen bei den Quasi-Monopolisten im Netz Recherchen über das Vorleben ihrer Bewerber anstellen – ohne die Kriterien und Richtlinien, die Hierarchien und Zensurmechanismen zu hinterfragen – wird nur jeder 10. Kunde jenseits von amazon nach Antaios-Büchern recherchieren, wenn er sie dort nicht findet.

Nicht zu reden von den Zufallskunden: Weil Richard Millets Verlorene Posten jedem mitempfohlen wurden, der nach Sarazins neuem Buch suchte, haben wir den Millet in den vergangen Wochen recht gut verkauft. Nun entgehen uns diese Verkäufe, mithin: diese Kunden, die auf uns stoßen, weil wir gute Bücher gut plazieren konnten.

Noch einmal: Wie weiter? Mir bleibt zunächst, einige Briefe an amazon zu schreiben und zu versuchen, etwas über die Hintergründe der Streichungen zu erfahren. Sodann muß ich die Verluste abfangen, finanziell und ideell:

+ Wer direkt bei Antaios bestellt, handelt im Sinne des Verlegers, unsere seite ist ja unkompliziert und gut aufgebaut;
+ Wie das ist, wenn wir ab sofort Bücher unter Auschluß der amazon-Öffentlichkeit publizieren, muß ich noch durchspielen: Ich sehe nicht ein, warum Frank Lissons Homo Viator, Bernard Willms Identität und Widerstand oder demnächst Martin Lichtmesz‘ Kann nur ein Gott uns retten? nur für unseren Leserstamm geschrieben sein sollen.

77 Kommentare zu „Wie weiter (XIII): amazon.de und 12 gestrichene Antaios-Titel“

  1. R. M.

    Ärmel hochkrempeln. Amazon begann in einer Garage, Sie haben immerhin ein Rittergut.

  2. JS

    Amazons Zensur scheint leider nicht nur Ihren Verlag zu betreffen. Das „Heerlager der Heiligen“ beispielsweise ist auch nicht mehr aufzufinden. Eine ziemlich beunruhigende Entwicklung, die sich hier zeigt.

  3. jak

    Interessant wäre zu erfahren, ob amazon nur die genannten Artikel aus dem eigenen Programm genommen hat oder ob die Streichung auch generell die Plattform amazon marketplace betrifft? Da ist Antaios ja (noch?) vertreten… In den Teilnahmebedingungen gibt es unter dem Punkt „V. Verbotene Artikel“ einen Willkürgummmiparagraphen, der „j) Jegliche Arten von anderen Produkten, deren Listung oder Verkauf im Rahmen von Amazon.de Marketplace nach freiem Ermessen von Amazon nicht unterstützt wird.“ Das kann alles bedeuten…

  4. xx

    Es wurde auch Jean Raspail – Heerlager der Heiligen gestrichen! Die Bücher wurde aber nur aus der deutschen Suchalgorithmik gelöscht. Unter amazon.fr findet man die „Sieben Reiter“ in Ihrer Ausgabe noch!

  5. Revolte

    Gute Frage. Um qua Boykott ein Umdenken zu erreichen, dafür ist die Leserschaft vermutlich zu klein. Täglich Protestbriefe schreiben? Würde Amazon sicherlich ein wenig ärgern, aber man würde über kurz oder lang im Spamfilter landen. An das Gewissen appellieren? Schwerlich.

    Tragt euch als Religionsgemeinschaft ein, dann habt ihr freie Fahrt (eine nicht-christliche wohlgemerkt!).

  6. Nicht zu reden von den Zufallskunden: Weil Richard Millets Verlorene Posten jedem mitempfohlen wurden, der nach Sarazins neuem Buch suchte, haben wir den Millet in den vergangen Wochen recht gut verkauft. Nun entgehen uns diese Verkäufe, mithin: diese Kunden, die auf uns stoßen, weil wir gute Bücher gut plazieren konnten.

    Amazon stellt seine Bewerbungskooperation ein. Ich denke, die einzige Chance dbzgl. besteht darin, daß diese Entscheidung subaltern gefällt wurde, aber wahrscheinlich haben sich andere Kunden just an dieser Kooperation gestört.

    Rein politische Gründe halte ich für unwahrscheinlich. Amazon hat wahrlich keinen Grund, die deutsche Politik zu mögen. Da ginge vielleicht was, wenn man die richtigen Knöpfe drückte.

    Im Falle Raspails wär’s vielleicht klug zu sehen, was Amazon Frankreich macht. Da könnte es einen Hebel geben.

    Ich meine, ich mag mich irren, aber ich bin mir doch recht sicher, daß ohne Amazon und Google die Wahrnehmungslage weit schlechter wäre. Ich denke nicht, daß man sie zu zwingen versuchen sollte, wenn man keinen Konsens im Rücken hat.

    Eine Thematisierung solcher „Policies“, welche ja die verschiedensten Parteien treffen, wäre eine sinnvolle Sache, müßte aber wohl aus dem Umfeld der Piraten oder ähnlicher Vereine erfolgen, also unter dem Gesichtspunkt staatlicher/korporativer Einflußnahme auf das Internet.

    Vielleicht sollte man auch an diesem Beispiel verdeutlichen, wie gefährlich es ist, wenn solche Vereine wie die Piraten ihre Kernanliegen aufgrund politischer Infiltration von links aufgeben. Gleichzeitig folgt daraus für die politische Rechte auch, daß es klüger ist, solche Vereine ihre Arbeit machen zu lassen, als sie auch noch in unnütze Positionierungskämpfe zu treiben.

    Gilt auch für die AfD. Ein klareres Bewußtsein der Wichtigkeit der Beackerung der Kernkompetenz, ohne sich auf nebensächliche Diskussionen einzulassen, also dort nicht Partei zu ergreifen, würde allen nützen.

  7. HSA

    Grabert/Hohenrain Titel (Heerlager) sind auf Amazon.de schon länger gesperrt.
    Im Übrigen: Über amazon.com ist alles erhältlich, was natürlich keine Lösung ist.

  8. Gold Eagle

    Es gibt da nur eine Macht, die Einfluss auf Amazon hat, das ist der Verbraucher. Ich würde da ein Fass aufmachen. Wenn sich tausende von Kunden melden, die sehr viel Geld auf Amazon lassen, wird das die Firma beeindrucken. Dazu kommt noch, dass auch viele unpolitische Nutzer davon ausgehen, dass sie das sie die Gesamtheit des Angebots präsentiert bekommen und die sich dann auch fragen, ob Amazon hält, was es verspricht. Unternehmen machen einfach eine kühle Abwägung. Was kostet sie mehr, unliebsame Artikel nicht zu listen oder einen zahlungskräftigen Teil ihrer Kunden zu verärgern. Wenn zum Beispiel PI darüber berichten würde und die Email-Adresse zum Kundenservice von Amazon listet, und 10.000 Nachfragen dort eintreffen, dann ist Amazon gezwungen, zu reagieren. Sie werden wenigstens ihre Richtlinien offen legen müssen. Wenn nämlich haften bleibt, dass Amazon vollkommen willkürlich die Suchergebnisse manipuliert, dann wäre das ein ziemlicher Imageschaden für das Unternehmen.

  9. Steffen

    Ich würde spontan dazu raten, einige Artikel zu dem Thema bei pi-news zu veröffentlichen. Wenn man entsprechende E-Mail-Adressen und Telefonnummern recherchiert hat kann man über die engagierten Leser bei PI einigen Druck ausüben. Ein Ausweichen auf bspw. Ebay würde ich nicht begrüßen und ist sicherlich auch nicht als Option gedacht – Amazon ist mittlerweile die „Hausnummer“ wenn es um Versandhandel geht.

  10. DerAndi

    Geschätzter Herr Kubitschek!

    Bitte nehmen Sie das nicht nicht auf die leichte Schulter nach dem Motto „dann halt nicht (mehr bei amazon)“, denn das hat sehr signifikante Auswirkungen auf Ihre Verkäufe und auch langfristig für Ihr Umfeld aus sezession, IfS etc.

    Daher empfehle ich den Angriff nach vorne: große Mobilisierungskampagne mit Hilfe Ihrer Leser und Freunde, um das Ganze in die Öffentlichkeit zu tragen. Bitte erinnern Sie sich: damals hat man doch der JF das Konto gekündigt und diese sich – wohl auch – mit Hilfe öffentlichen Drucks dagegen gewehrt.

    Also bitte nicht gleich annehmen, dass das „eh nix bringt“, weil der feige Zeitgeist links steht. Ich sehe durchaus Chancen. Ich weiss, das kostet Kraft, aber versuchen Sie es doch bitte. Verbünden sie sich mit anderen Betroffenen und versuchen Sie eine Öffentlichkeit herzustellen.

  11. Vermutlich steckt eine der einschlägigen Denunziantenorganisationen dahinter, die schon seit längerem versuchen, Amazon zur Entfernung politisch unerwünschter Literatur zu bewegen. Da wesentlich unkonventionellere Titel noch erhältlich sind, die (im Fall einiger fremdsprachiger Werke) sogar von Amazon selbst in Deutschland gedruckt werden, gehe ich davon aus, daß man recht willkürlich ein paar Titel aus dem Angebot entfernt hat, um einer größeren Kampagne der Denunzianten zu entgehen. Da dürfte tatsächlich nur eine noch größere Gegenkampagne helfen. Je mehr Kunden das Unternehmen anschreiben und freundlich nachfragen, welche Bücher Amazon gedenkt ihnen künftig aus welchen Gründen vorzuhalten und auf die Möglichkeit hinweisen, zu einem Mitbewerber zu wechseln, desto besser.

  12. Gladius

    Als wenn ich es geahnt hätte – vor ein paar Tagen bestellte ich mehrere Titel aus dem Verlag Antaios bei amazon.de und bekam bezüglich eines Titels von Frank Lisson wenig später gemeldet, dass er nicht mehr verfügbar sei; eine seltsame Vorahnung beschlich mich – nun ist mir einiges klar.

    Alles was mich noch von einer Bestellung bei Antaios abhält ist die Frage: Liefern Sie auch an eine Packstation?!

    Gruss, Gladius

    „Liefern Sie auch an eine Packstation?“ Ja!

  13. Strogoff

    Wie teuer es ist weiß ich nicht aber wenn sich mehrere Verlage zusammenschließen geht es vielleicht, zur Not auch mit Spenden der Leser und Online-Leser:

    Ist es möglich einen Amazon-Gegenentwurf für unser Milieu zu erstellen?
    Eine Seite auf der unsere Verlage ihre Bücher verkaufen können und man als Privatperson seine Bücher verkaufen kann, woran die Betreiber etwas verdienen und die Seite mit finanziert wird. Wenn wir unsere Bücher z.B. von Horst Lange, nicht mehr lesen möchten können wir sie in einem geschlossenen Kreis zur Verfügung stellen.
    Diese Bücher können dann nicht einfach „gestrichen“ werden, wie Amazon es auch schon mit Nicht-Sezessions-Büchern gemacht hat.

    Kubitschek möchte auch ferne Kunden gewinnen. Wenn man sich zusammen tut werden mehr Klicks generiert und eine größere Seite, auf der Privatpersonen verkaufen können und wo die Gebühren angemessen sind, lädt bestimmt nach einer Kennenlern-Zeit zum Schmöckern ein.

    Eher eine langfristige Idee aber definitiv eine Bündelung der Kräfte.

    Ansonsten bleibt Kubitscheks Briefverkehr zwecks einer Handreichung der Richtlinien. Diese wird bestimmt gerade im Büro zusammen getöpfert. Dass es keine Richtlinien gegeben haben kann sieht man ja an der Sperrung von Homo Viator.

  14. Andreas Vonderach

    Diese Nachricht ist ja eine Katastrophe! Das beste, was wir tun können, ist wahrscheinlich wirklich massiver Protest von Amazon-Kunden.

    Ich habe gerade eine entsprechende E-Mail an Amazon geschickt. Man muß sich da auf der Amazon-Seite etwas durchklicken und vor allem aufpassen, daß man nicht den Verkäufer des letzten Buches kontaktiert, daß man bei Amazon bestellt hat. Eine direkte E-Mail-Adresse ist nicht angegeben.

    Meine E-Mail:

    Bitte an die Entscheidungsträger weiterleiten!

    Ich habe gerade erfahren, dass Amazon die Titel des Verlages „Edition Antaios“ aus seinem Angebot genommen hat. Der Grund dafür dürfte wahrscheinlich eine Denunziation von linker Seite sein. „Edition Antaios“ ist ein absolut seriöser konservativer Verlag der nichts mit Extremisten zu tun hat und selbstverständlich nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

    Der Verlag führt manche Bücher, die bei amazon.de großes Interesse finden und sicher auch oft über Amazon bestellt werden, nicht zu letzt von mir.

    Ich bitte Sie, sich beim Verfassungsschutz zu informieren, und Ihre Entscheidung gegebenfalls wieder zurücknehmen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Ihr Stammkunde
    Andreas Vonderach

    antwort kubitschek:
    lieber andreas, Dein buch über die „völkerpsychologie“ ist vorsorglich natürlich auch betroffen, obwohl noch kein mensch den inhalt kennen kann – es geht ja erst anfang nächster woche in den druck!

  15. Andreas Vonderach

    Da die Möglichkeit besteht, daß man mit einer Kunde-E-Mail nicht durchdringt, sollte man den Protest durch Briefe ergänzen.

    Götz, nenn‘ uns doch bitte die dafür geignete(n) Adresse(n).

    antwort kubitschek:

    ich bitte sehr darum, keine beschimpfungen o.ä. loszuwerden, sondern die notwendigen sachfragen nüchtern und beharrlich vorzutragen: fragen nach den kriterien, der pauschalen löschung, der ursache für den vorgang.

    briefe: Amazon.de, Rechtsabteilung, Marcel-Breuer-Str. 12, 80807 München
    ePost: http://www.amazon.de/kontaktformular
    telefon: 089-35803-0 (rezeption, dort bitte das probem schildern und nach dem verkäufer-team fragen)

  16. Antwort von Amazon: Zu den angefragten Titeln lägen „derzeit keine weiteren Informationen vor“. Man bedauere, „dass wir den gewünschten Artikel momentan nicht mehr anbieten.“

  17. Markus Willinger

    Die wirkliche Katastrophe dabei ist, dass Amazon nicht nur dominiert, sondern fast täglich noch wichtiger wird. Im ebook -Bereich (Kindle) gibt es eigentlich nur Amazon, und hier liegt die Zukunft der Bücher. Ein „Gegenamazon“ ist da völlig chancenlos, und Protestbriefe, sind jemandem mit Weltmonopol in der Regel egal.

    Eine Möglichkeit wäre die gesperrten Titel unter einem neuen Verlagsnamen wieder zu veröffentlichen. Denn es scheint ja um den Verlagsnamen zu gehen und nicht um die Werke selbst. Wäre (mit neuem amazon Konto und anderer IP als bisher) auszuprobieren.

  18. Andreas Vonderach

    GK: „Dein buch über die „völkerpsychologie“ ist vorsorglich natürlich auch betroffen, obwohl noch kein mensch den inhalt kennen kann“

    Da bin ich nicht so sicher. Ich fürchte, wir müssen davon ausgehen, daß wir nicht in Ruhe arbeiten können. Gut wäre es, wenn jetzt die JF breit über die Angelegenheit berichten würde.

  19. Martin

    Er riet außerdem davon ab, auf der Grundlage des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) den Rechtsweg zu beschreiten

    Ich halte das geschilderte Problem nicht für eine Frage des AGG als vielmehr für ein wettbewerbsrechtliches Thema, bei dem vieles darauf ankommt, wie markbeherrschend Amazon jenseits des bereits geschilderten Faktischen tatsächlich ist.

    Zu diesen Rechtsfragen könnte man einmal einen Spezialisten kontaktieren, evtl. gibt es ja auch im Leserkreis eine/n, der damit zu tun hat und vom theoretisch denkbaren die notwendig praktischen Folgerungen machen kann.

    Wie auch immer: Auf dem Gebiet des Rechts ist man immer „auf hoher See“. Von daher sollte auf jeden Fall der Weg der Stärkung der eigenen Vertriebskanäle vorrangig weiter beschritten werden.

  20. Die Idee mit PI ist nicht schlecht. Das sollte Manfred Kleine-Hartlage aber persönlich in die Hand nehmen.

  21. Andreas Vonderach

    Vielleicht gibt es ja wirklich die Möglichkeit, die Bücher über einen anderen Verlag oder einen Strohmann wieder anzubieten oder sie später einfach wieder einzustellen. Bei Amazon kümmert sich normalerweise keiner um die Datenpflege, so ist da z.b. nach zwei Jahren immer noch die Ankündigung eines meiner Bücher (Region und Charakter bzw. Die deutschen Regionalcharaktere), das dann bei einem anderen Verlag erschienen ist. Trotz mehrerer Hinweise von mir und dem Verlag hat Amazon das Buch nur einmal für zwei Eochen herausgenommen, seitdem steht es da wieder drin.

    Auf jeden Fall: Werbung, Werbung, Werbung! Man kann auch in Amazon-Rezesionen ähnlicher Bücher auf die gesperrten Bücher hinweisen.

  22. Daniel

    Ist eine Bestellung der Antaios-Titel auch über jede beliebige Buchhandlung möglich? Oder auch Thalia?

    antwort kubitschek:
    ja, natürlich.

  23. Wir könnten ja auf unseren Internetseiten bzw. facebook-Seiten für den Verlag werben.

  24. Hauke Harringa

    Ich habe Amazon bisher für sein Prinzip geschätzt, ein vollständiges Angebot des Buchhandels bereit zu stellen und sich allen Versuchen von Zensur standhaft zu widersetzen.

    Wenn Amazon jetzt seine Politik ändert, wird es über kurz oder lang wohl auch seine Position als Referenz verlieren. Wenn der örtliche Buchhändler oder Leser merken, dass doch nicht mehr alle Bücher bei Amazon zu finden sind, werden sie sich bald angewöhnen, auch andere Kataloge zu konsultieren, zum Beispiel ebook.de

  25. Hartwig

    @ Fremder: Die oft geschmähten PI‘ler soll‘n es nun retten …
    @ alle: Ich erinnere an die Worte des „Identitären“, der von M.Lichtmesz jüngst zitiert wurde. Im Originalbeitrag spricht er vom Zusammenstehen und vom Für-einander-Einstehen innerhalb des Lagers. Auf ernstfall.org wird (dagegen?) die Verschweißung harter Kerne debattiert unter notwendigem Ausschluss der „Lauen“ (um es stark vereinfachend auszudrücken). Beides hat so oder so seinen Sinn.
    Um ehrlich zu sein, als ich vor ca. zwei, drei Jahren mit dem Verlag Antaios bekannt wurde, war ich überrascht, seine Titel überhaupt bei Amazon oder Hugendubel gelistet zu sehen.
    Habe meist über Hugendubel gekauft, weil ich auf Grund der idiotischen Zustellzeiten von dhl die Abholung in der Filiale bevorzuge. Als Anregung an Antaios: Baut in Eure Bestellmaske den sogenannten Adresszusatz mit ein (analog zu sehen bei amazon(sic)), so dass die Zustellung in eine bestimmte Postfiliale angegeben werden kann.
    Ansonsten fällt mir der Satz des Kommentators Meyer ein, der sinngemäß schrieb, man solle nicht verwundert sein, wenn sich ein Feind auch feindlich verhält. Na, leicht gesagt, wenn die wirtschaftliche Existenz angegriffen wird, aber nicht von der Hand zu weisen. Eine Verschärfung der Lage ist unübersehbar. Kann und muss auch als Zeichen der Bedrohtheit der Gegenseite gedeutet werden.
    Herr Kubitschek: Sagen Sie konkret, wie zu helfen ist, über die selbstverständliche Werbung für Ihren Verlag und das fast selbstverständliche Förderabo für Ihr Heft hinaus.
    Es grüßt
    Hartwig

  26. Martin

    Bemerkenswert:

    Im SPON Forum zu Augsteins Kolumne über Sarrazins neuestes Buch wird sich darüber beschwert, dass ein „internationaler Konzern“ namens Amazon sich über den blendenden Verkauf der Bücher Sarrazins bereichert …

    Schade, dass Sarrazin nicht bei Antaios veröffentlicht, evtl. gäbe es dann diesen Aufreger nicht oder Antaios hätte sein oben geschildertes Problem nicht, da Geld wohl doch nicht stinkt …

    PS: Erspare mir die Verlinkung, da Augsteins nicht lesenswerter Artikel Sarrazin in allen bisher bekannten Punkten seines neuen Buches bestätigt.

  27. Gast

    Daß immerhin Lorenz Jäger in der FAZ vom Sonnabend diesen Vorgang moniert, hat man zur Kenntnis genommen?: „Amazon war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Man kann aber vermuten, dass es politische Gründe waren, die zu der Entscheidung führten. Der Fall erscheint umso merkwürdiger, als Amazon ansonsten durchaus harte NS-Literatur verteibt….usw..“ Nr. 45 S. 33.

  28. KW

    @ Andreas Vonderach

    Gut wäre es, wenn jetzt die JF breit über die Angelegenheit berichten würde.

    =========================================

    Ich habe den Link heute der JF geschickt, vielleicht macht sie ja was draus. Bescheid weiß sie.

  29. Wilhelm III.

    Kurze Nachfrage:
    Hat man die Bücher bei Amazon.de direkt gekauft, oder waren Sie ein Marketplace-Händler?

    antwort kubitschek:
    direkt. aber selbst als maketplace-händler kann man die bücher nicht mehr anbieten.

  30. Hartwig,

    also weder ich noch Manfred haben sie jemals geschmäht, und Manfred ist ja persönlich betroffen, es ist ja sein Buch, das nicht mehr über Amazon verfügbar ist.

    Sicher, Manfred hat sich schon vor längerer Zeit gegen Amazon gewendet, aber das ist ja auch kein Grund, es nicht nochmal zu tun.

    Ich sehe da keine moralischen Fragwürdigkeiten, letztlich ist jeder sein eigener Herr und hat seinen eigenen Kurs.

    Übrigens ein Thema, über welches Manfred bereits referiert hat.

  31. G.B.

    Das ist ein schlechtes Omen, da die Autoren auch auf die Verbreitung ihrer Werke bedacht sind. Warum sollen sie bei Antaios veröffentlichen, wenn ihre Schriften schwer auf dem Büchermarkt zu finden sind…

  32. Man kann als Anbieter Produkte auch selbst einstellen: https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=200104190
    Wenn die dann auch gelöscht werden, müsste Amazon zumindest eine Begründung dafür geben. Die Geschäftsbedingungen beziehen sich bei verbotenen Artikeln konkret auf den § 130 StGB, der ja hier nicht verletzt würde.

  33. G.W.

    Wie nicht anders zu erwarten, bringt Briefchen schreiben erstmal keinen Erkenntnisgewinn. Zur Dokumentation nachfolgend die Antwort von Amazon an mich:

    Guten Tag Herr …,

    bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir über interne Entscheidungen bezüglich unseres Programms keine Auskunft geben können und dürfen.

    Ich bitte um Ihr Verständnis und wünsche Ihnen einen schönen Abend.

    Freundliche Grüße
    Martin Schreiber

    Beste Grüße an die Verlagsmannschaft und an alle Autoren.

  34. Stein

    Habe gerade folgende Mail an Amazon geschickt. Nützen wirds wohl nicht viel, aber den Versuch (bei ausreichend Teilnehmern) ist es sicher wert.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich musste heute erfahren, daß Amazon wesentliche Teile der Veröffentlichungen des Verlages Antaios aus seinem Sortiment verbannt hat. Ich würde diesbezüglich gerne die Gründe erfahren, da es sich bei den betroffenen Werken um anspruchsvolle Literatur handelt, die die Denkfähigkeit des Lesers fordert und eine kritische Auseinadersetzung mit der Gesellschaft fördert, somit eine Bereicherung für jede Buchhandlung dastellt. Im übrigen ärgert mich diese Vorgehensweise (wohl ausgelöst durch das Vorgehen einer linken pressure group) besonders, da ich erstens bisher davon ausgegangen bin, daß Amazon (als US-Unternehmen) das amerikanische Ideal der Meinungsfreiheit und des Zensurverbotes verinnerlicht hat und zweitens als langjähriger und treuer Amazon-Kunde gerade in den vergangenen Monaten in vielen Diskussionen das Unternehmen gegen die verleumderischen Kampagnen deutscher Gewerkschaften in Schutz genommen habe. Ich hoffe daher daß Amazon sich nicht politisch instrumentalisieren lässt und bitte darum, daß Sie Ihr Vorgehen noch einmal überdenken.

    Mit freundlichen Grüßen

  35. Karl

    Was passiert hier?

    Das Internet war mal ein Ort der Freiheit. Wo man unbekannte Welten entdecken und sich dabei auch schon mal verlaufen konnte. Ein Ort, anarchisch zwar und wild. Aber frei.

    Heute gibt es Apple, Facebook, Google und Amazon. Vier amerikanische Konzerne beherrschen das Internet und zählen zusammen einen signifikanten Anteil der Weltbevölkerung zu ihren Kunden. Sie vereinen rund 80 Prozent des grenzüberschreitenden Datenverkehrs auf sich. 40 Prozent der Zeit, die Menschen online verbringen, vereinen die Seiten der großen vier auf sich. Facebook hat zehnmal mehr Nutzer als Deutschland Einwohner. Google beantwortet eine Milliarde Suchanfragen pro Tag.

    Die vier Konzerne definieren das Netz, überziehen es mit Weltanschauungen, Moralvorstellungen, Ideen von Gut und Böse. Sie haben eine digitale Welt geschaffen, die mehr an ein autoritäres Disneyland erinnert als an einen wilden Dschungel. Teils aus eigenem Antrieb, teils von Regierungen dazu gezwungen, schaffen sie Fakten und setzen Regeln, die für alle gelten sollen. So werden sie immer wieder zu potenten Zensurmaschinen, zu Gedankenwächtern der Gegenwart. Zu Instrumenten der Lenkung.

    Die Menschen sollen nur das wissen, was den Herrschenden genehm ist. So einfach ist das!

    Das Internet wurde eine Goldmine für wenige Monopole. Der Reichtum hat sich in den letzten 20 Jahren erheblich konzentriert, gerade in den Ländern, die am stärksten vernetzt sind. In Europa und den USA ist nach mehr als hundert Jahren Emanzipation der Mittelklasse wieder von Oligarchie und Plutokratie die Rede. Und jetzt entdecken wir, dass das Erpresserpotential jener, die auf ein allsehendes Internet-Auge zugreifen können, praktisch grenzenlos ist. Im Internet findet eine Neuverteilung von Informationsmacht von Machtlosen an die Mächtigen statt.

  36. Unke

    Das ist ja bestürzend! Und versaut mir den Abend.
    Da habe ich instinktiv das Richtige getan, indem ich in letzter Zeit zunehmend antiquarisch außerhalb von Amazon bestellt habe, jüngst 2 Bücher zu James Watt und seiner Zeit.
    So richtig fallen mir da sonst keine Gegenmaßnahmen ein. Erinnert ein wenig an diesen Fall. Ein -oder mehrere- NWO- Kommunisten haben da wohl hintenrum intrigiert werden nun nicht mehr zu erreichen sein. Und Jeff Bezos wird es herzlich egal sein bzw. an den (oder einen seiner Adlaten) wird man nicht (so einfach) herankommen.
    *grrr*
    Die Frage, die ich mir stelle ist: wie stellt man ein größeres Maß an Öffentlichkeit her?

  37. Ich möchte nicht den Mut nehmen, aber ich denke „Briefe“ schreiben an einen multinationalen Konzern, der mit knapp 120.000 Mitarbeitern ca. 75 Mrd. USD Jahresumsatz erwirtschaftet, wird nicht viel helfen. Amazon ist darauf ausgelegt Millionen von Kundenanfragen jährlich abzuwickeln – und so werden auch diese „Briefe“ professionell vom System absorbiert, bestenfalls ein Antwortschreiben aus Textbausteinen retourniert.

    Wie bereits im Artikel angeklungen ist gerade der Bereich der IT-gestützten Dienstleistungen ein Quasi-Monopol der US-Konzerne. Manchmal frage ich mich was Europa eigentlich produziert? Autos, Gemüse, Staubsauger? „Hi-Tech“ für breite Anwenderschichten jedenfalls kaum. Im Bereich IT ist Europa eine Katastrophe: die Hardware kommt aus Fernost, die Software aus den USA und die großen Internetangebote mit Monopolcharakter ebenso aus den USA: Google, Amazon, Wikipedia, Youtube, Facebook, usw. usf. Europa hat ja nicht einmal eine GPS-Alternative. Europa könnte derzeit auch nicht einmal einen Computer bauen – ohne US- und Fernost-Produkte. Und das noch größere Problem: so übel sind diese Produkte/Dienstleistungen nicht. Ich sehe derzeit leider wenig Möglichkeiten – allein schon politisch – aus dieser Misere herauszukommen. Wünschenswert ist die derzeitige Situation aber keinesfalls.

  38. Konservativer

    Obgleich ich seit geraumer Zeit Antaios Titel direkt beim Verlag ordere (telefonisch), habe ich als alter und guter Amazon Kunde dort angerufen und eine Lanze für den Antaios Verlag gebrochen.
    Hier ist ein Aufstand der wirklich Anständigen angezeigt.

    „…
    An die Stelle der Scheiterhaufen tritt das große Schweigen. Hier erfahren die Leserscharen nur noch, was sie wissen sollen. Das ist das Ende der Demokratie.“

    Oswald Spengler (1880 – 1936)

  39. Hartwig

    @ Fremder
    Was die Schmähung der PIler betrifft, meinte ich gewiss nicht MKH, und wohl auch nicht Sie, aber doch eine Reihe der hier und anderswo Kommentierenden. MKH hat oft genug auf die Nützlichkeit und den Mobilisierungsfaktor der Islamkritiker verwiesen, zu denen ich selbst nicht gehöre. Und immer war seine Argumentation plausibel.

    Sonst frage ich mich, ob die Vielzahl der Rechten/Konservativen etc. (also das „Lager“) nicht AUCH PERMANENT gegen solcherlei Plattformen wie amazon etc. schießen sollten, sobald man linkes Material dort aufkreuzen sieht. Protestmails gegen xy, weil es CheGuevara- und HammerUndSichel-TShirts vertreibt, weil es GregorGysi-Buch im Angebot hat, weil es RAF-Symbolik vertreibt, weil man GG-Widriges erahnt, weil Band abc als linksradikal gilt u.s.w. u.s.f. Nicht das ich das gern zensiert hätte; nicht das ich glaubte, das nütze was. Aber vielleicht wären die Entscheider weniger beeindruckt von der all zu einseitigen Torpedierung von linker Seite.
    Tja, wer soll das machen, wer hat die Zeit? Diejenigen, die die Zeit haben, sollten sich an die Tastatur schwingen. Ein Rückzugsgefecht, gewiss. Aber warum nicht auch im Rückzug kämpfen.

  40. Stil-Blüte

    Gab es bei amazon nicht schon mal so eine Sperre? Wann war das, bei Sarrazin? Wie ist diesem ununterbrochenen millimeterbreiten Weiterrücken der Front gegen ein vermeintliches Widerstandsnest/-netz beizukommen? Standhalten! Bei amazon bestelle ich nicht wieder.

  41. Flaneur

    Haben Sie Herr Kubitschek nicht noch vor gar nicht langer Zeit proklamiert, Sie würden sich bewusst keine Meinung zu wirtschaftspolitischen Fragen bilden bzw. eine solche veröffentlichen?!

    Amazon ist ein gutes Beispiel dafür, wie heute Macht ausgeübt wird. Wenn eine Behörde das Antaios-Sortiment vom Markt nehmen wollte, wäre aber die blutige Nase vermittelt durch Verwaltungs- und Verfassungsgerichte so was von absehbar.

    Aber was die kastrierte Staatlichkeit nicht vermag, das macht ein Unternehmen wie amazon mit links. Hofiert durch die Freihandelsjünger und Staatlichkeitsskeptiker, die auch auf den Akademien des IfS zu finden sind.

    Das Amazon strategisch agiert, wird übrigens schon daran deutlich, dass dort kaum Gewinn gemacht wird. Als Privatunternehmen! Das sagen doch die ganzen wirtschaftsliberalen Konservativen immer, dass man als Unternehmer eben Gewinn machen muss.
    Offenbar sehen das die Aktionäre von Amazon anders. Da scheinen andere Ziele wichtiger zu sein als die Eigenkapitalrendite.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/investitionen-amazon-waechst-und-verzichtet-immer-noch-auf-gewinn-12633524.html

  42. Toby

    Zeigen wir Amazon, was ein richtiger Shitstorm ist!

  43. Martin

    indem ich in letzter Zeit zunehmend antiquarisch außerhalb von Amazon bestellt habe,

    Wenn Sie über zvab geordert haben sollten, dann haben sie über eine mittlerweile zum Amazon- Konzern gehörende Plattform bestellt. Und via zvab sind ja die wirklichen „Kracher“ erhältlich …

  44. Spielhahn

    Sehr geehrter Herr Kubitschek,

    der sozialen Ausgrenzung folgt die wirtschaftliche. Ich fürchte, dass die Auseinandersetzung weiter eskalieren wird. Es wäre zu überlegen, wie dem zu begegnen ist. Das Gespräch mit Ihrem Rechtsanwalt war ein erster Anfang. Das AGG ist in unseren Händen aber ein stumpfes Schwert. Wie „Martin“ richtig schrieb, ist einem Konzern wie amazon aber auf anderen Rechtsgebieten (Wettbewerbsrecht, Urheberrecht etc.) eventuell besser beizukommen.

    Warum nutzen sie nicht ihr Netzwerk und scharen Spezialisten um sich, die auf diesen Gebieten sich auskennen und asymmetrische Strategien entwickeln können? Z.B. ein gemischtes Team aus Rechtskundigen und Medienleuten wäre vielleicht in der Lage, mit moderatem Aufwand einigen wirtschaftlichen Schaden bei der Gegenseite zu erzeugen und diese letztlich zum Einlenken zu bewegen.

    Die besten Grüße und Wünsche auf das Rittergut,
    C.

  45. Inselbauer

    Wer kann ein solches geballtes „zivilgesellschaftliches Engagement“ mobilisieren? Die Intervention einer Gewerkschaft, selbst eines linken Bündnisses würde nicht dazu ausreichen. Das muss aus mehreren Richtungen orchestriert werden, damit bei Amazon der Eindruck entsteht, dass es wie beim Tischler drei Nägel im Brett gibt.
    Wer macht das jetzt, ohne Anlass, wer kriegt da die Akteure in ein Boot?
    Wer hasst die Old-School-Nationalisten am meisten und wer wird von ihnen am meisten verachtet? Und wer ist „Experte“ mit dem Berufsbild des systematischen Akteurs gegen Sie, wer hat das schon bewiesen?
    Wer hat eine Rechtsanwaltskanzlei von der Firma bezahlt bekommen, damit er über den Karsten Schimpanski die Schnauze hält?
    Wer kann innerhalb von ein paar Tagen über die Firma die Antifa, staatliche Stellen, Gewerkschaften, die Bildungsstelle der IHK und die Kirche mobilisieren?
    Wer ist das? Wer ist das größte Arschloch im ganzen Land?

  46. Bernd Derksen

    Bemerkenswert.
    Es ist schon klar, dass die deutsche Filiale von Amazon hinter den Kulissen unter einigem politischem Druck agiert. Und je nachdem wie stark das Rückgrat des dortigen Akteurs ist, gibt man dann nach.
    Dass man nicht den Mumm hat, dazu zu stehen und Gründe transparent zu machen, ist ja auch nix Neues.

    Ich erinnere mich, wie Amazon mir mal 2007 Falschinformationen zu einem Buch (Arne Hoffmann über den Fall Eva Herman) in einer Antwort-E-Mail auftischte. Was mir nur so klar wurde, weil ich beim Verleger (Lichtschlag) nachfragte und der dann recht erbost über das Agieren Amazons war.

  47. Neidhardt

    Auf meine Mail an Amazon bekam ich soeben einen Formbrief, wonach die Beantwortung möglicherweise einige Zeit dauern könnte.

    Ich hatte geschrieben:

    Sehr geehrte Damen und Herren, einer Mitteilung des Antaios-Verlages entnehme ich, dass Sie diverse Bücher dieses kleinen konservativen Verlags aus Ihrem Angebot genommen haben. Ich kenne das Verlagsprogramm genau, da ich schon zahlreiche seiner Bücher – allerdings meist direkt – gekauft und gelesen habe. Daher kann ich aus eigener Kenntnis bestätigen, dass die dort angebotene Literatur auf keinen Fall den geschützten Bereich des Verfassungsbogens überschreitet. Dies ist im übrigen auch dadurch belegt, dass lt. Mitteilung des Verlags kein einziges seiner Bücher von irgendeiner amtlichen Stelle in irgendeiner Hinsicht indiziert ist oder auch nur unter entsprechender Prüfung oder Beobachtung steht.

    Ich bin daher über Ihre Entscheidung sehr erstaunt und bitte Sie, diese noch einmal zu überdenken. Sollte keine Revision möglich sein, so könnte ich aus Gründen der Selbstachtung nicht umhin, meine Literaturkäufe über Ihr Haus künftig einzustellen. Das würde ich bedauern, da ich mit Ihnen immer angenehm zusammengearbeitet habe.

    Natürlich ist der geringe Umsatz meines eigenen Kundenkontos für Sie völlig unbeachtlich. Bitte bedenken Sie aber, dass ich mit Sicherheit nicht der Einzige bin, der an Ihrer möglicherweise nicht ausreichend durchdachten Entscheidung Anstoß nehmen wird. Im Netz las ich bereits einen ersten gegen Sie gerichteten Boykottaufruf; dergleichen Initiativen können sehr rasch einen lawinenartigen Umfang erreichen.

    Es würde mich freuen, von Ihnen einen positiven Bescheid zu bekommen.

  48. Fredy

    Ich bestelle gewerblich über das Amazon-Portal jährlich sicher über 5.000 Euro, seit Jahren. Habe den Account eben gekündigt. Das Maß ist voll.

  49. Rainer Gebhardt

    Ich war ganz höflich. Und wie zu erwarten, war es vergeblich.

    @ Amazon am 02/24/14 17:28:32

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit Befremden registriere ich, dass Sie die Bücher des Antaios Verlags aus Ihrem Angebot genommen haben. Noch verstörender ist der Umstand, dass Sie diese Entscheidung für begründungsunbedürftig halten.
    Dass ich mein Geld in Zukunft bei Amazon nur noch für Bücher ausgeben soll, die eine wie auch immer geartete Zensur passiert haben, beunruhigt mich, denn es ist eine Entscheidung, die mich zu einem unmündigen Leser degradiert. Diese Praxis kannte ich bisher nur von politischen Behörden in totalitären Regimen.
    Muss ich jetzt sogar befürchten, dass Sie die Liste der von mir gekauften Bücher an jene Instanz weitergeben, die Sie zu Ihrer unglücklichen Entscheidung veranlasst hat?

    Vielleicht können Sie mir mitteilen, welche Gründe Amazon Deutschland veranlasst haben, mir das Verlagsprogramm von Antaios vorzuenthalten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rainer Gebhardt

    Antwort von Amazon:

    Guten Abend Herr Gebhardt,
    ich verstehe Ihre Aufregung und Ihren Wunsch nach Klärung des Sachverhaltes. Ich kann Ihnen aber nicht sagen, warum die Bücher des Antaios Verlags bei Amazon aus dem Programm genommen wurden bzw. durch wen dies veranlasst wurde. Möglicherweise passen die Bücher nicht mehr ins Programm von Amazon, vielleicht gab es auch Probleme zwischen dem Verlag und Amazon.

    Gründe wird es vermutlich geben, Amazon wird diese aber nicht der Öffentlichkeit bekanntgeben.
    Ich bitte um Ihr Verständnis.

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

    Freundliche Grüße
    Martin Schreiber

    Konnte ich Ihr Problem lösen?
    Ja Nein
    Haben Sie weitere Fragen oder ein anderes Anliegen, helfen wir Ihnen hier gerne weiter: http://www.amazon.de/kontakt
    Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei.

  50. WKV

    @PI & Sezession-Leser mit Amazon-Konto: Unbedingt bei Amazon anrufen und sich beschweren. Ich habe es gerade gemacht, die rufen auf eigene Kosten zurück. Beschweren, dass sich die Bücher des Verlags nicht mehr im Angebot befinden und mit Konto-Kündigung bei Amazon drohen! DROHEN! DROHEN! Und nochmals DROHEN!

  51. Rainer Gebhardt

    @ Hauke Harringa

    „Wenn der örtliche Buchhändler oder Leser merken, dass doch nicht mehr alle Bücher bei Amazon zu finden sind, werden sie sich bald angewöhnen, auch andere Kataloge zu konsultieren, zum Beispiel ebook.de“

    Das Problem ist doch, dass Antaios nun aus dem algorithmischen Empfehlungsmarketing bei Amazon herausfällt. Weder kleine Verlage noch Buchhändler haben die Budgets, um Kampagnen zu fahren, die auch nur annähernd die Klicks und Konversionsraten erzielen, die eine Empfehlung bei Amazon erzielt.
    Sollte hier wirklich der Vorhang gefallen sein, müssen andere Strategien entwickelt werden. Das ist leicht gesagt, ich weiß, aber so ist es nun mal. Und ja, je kleiner die Budgets, um so größer müssen die Ideen sein. ( Oder der Kopf, der sie haben soll. Das Dilemma ist ja, daß es so wahnsinnig viele Kommunikationskanäle nicht gibt, und daß deren gatekeeper sich nach dem Akt von Amazon wahrscheinlich schon warm laufen.)

  52. Leo

    Also, mit Verlaub—!
    1. Wer sucht, der findet. Gerade heutzutage. Wer sich interessiert, klickt sich bis dahin durch, wo’s spannend wird. (Mein Gott, wie haben wir im Osten eigentlich rausbekommen, welche Bücher man lesen muss – ohne Amazon-“Folgende Titel hat auch XY gewählt…“)
    2. Antaios-Bücher bestellt man am besten direkt bei Antaios.
    Bei Amazon bestellen bedeutet, die sozial fragwürdigen Arbeitsbedingungen dort zu unterstützen. Und was diese anbetrifft, geht es ja nun seit Jahren durch die Presse, dass da nicht alles mit rechten Dingen zugeht, oder? An DIE appellieren?!? Scheint mir nicht der Adressat Nr. 1 zu sein…
    3. Die Grenzen der Meinungsfreiheit. Ein besseres Beispiel für Sarrazins neues Buch hätte man sich nicht ausdenken wollen, oder?!

    Ansonsten: Geduld!
    „Democracy is coming to the U.S.A.“ (L. Cohen)

  53. Icke

    Warum sollte Amazon auch Gründe dafür nennen irgend etwas aus dem Katalog zu nehmen. Ist Amazon durch die unglaubliche Größe nicht mehr autark und darf selbst entscheiden was verkauft wird?

  54. Neoptolemos

    Also ich als stummer und bis heute nicht kommentierender Leser von sezession.de und Abonnent der Printfassung habe meinen kleinen Beitrag getan: Einen netten Brief postalisch an die von GK genannte Adresse der Rechtsabteilung Amazons verfaßt. Möge dieses Sandkorn Teil einer Lawine sein.
    Gruß!
    Neoptolemos

  55. Revolte

    Stürmische Zeiten schweißen zusammen. Kopf nicht hängen lassen, Herr Kubitschek!
    Der Kampf geht weiter!

  56. Zapparoni

    Vielleicht ließe sich Ihr Kundenstamm dazu bewegen zukünftig ALLE Bücher über Ihren Verlag zu bestellen. Also auch all das was nicht im Antaios-Programm ist.
    Der Großhändler Libri bietet zum Beispiel für Buchhändler die Möglichkeit über eine unkomplizierte Internet-Schnittstelle Bestellungen mit Direktversand zum Kunden auszulösen. Die Marge liegt bei etwa 30%, je nach Buch. Für die komplette Versandabwicklung (zuverlässig und schnell) wird von Libri eine angemessene Gebühr verlangt. Das hieße: keine Lagerhaltung, keine Investition, geringer Aufwand und der Zugriff auf das gesamte Angebot von Libri (auch Hörbücher, Filme usw.).

  57. Turmkönig

    Für jeden, den das alles jetzt Anlaß und Grund genug ist, seine Amazon-Buchbestellsucht endlich zu beenden, der aber nicht so recht weiß, wie er sein Konto löschen kann, gibt’s hier ein paar einfache Tipps:
    Klick.

    In Zukunft werden die wichtigen Bücher nur noch bei Antaios und beim JF-Buchdienst bestellt; weniger wichtige Bücher – also solche, die in keinem von beiden Verlagen zu finden sind – kann man sich anderswo besorgen, ohne sich länger von Amazon abhängig zu fühlen.

  58. Isabel

    Wer in den letzten Jahren viel bei Amazon bestellt hat, sollte sich vielleicht die Mühe machen, in dem natürlich sachlich gehaltenen Beschwerdeschreiben das Volumen in etwa auszurechnen und anzugeben. Bei mir betraf das vor allem Fachliteratur und der Vorgang läßt in mir entgegen der von amazon geleisteten Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit Überlegungen reifen, auch Fachliteratur zukünftig eher über die entsprechenden Verlage direkt zu bestellen, sofern möglich.

    Kommentatoren, die hier äußern, wer suche, der finde auch, sollten sich vielleicht mal in einen Grundkurs BWL und/ oder Marketing setzen ;-)

    Und die Kommentatoren, die äußern, Beschwerden oder Anfragen zu dem Vorgang seien unnötig, sollten sich vielleicht einmal bewußt machen, wie solche Streichungen zustande kommen. Das ist in der Regel nicht Konzernlinie (und den Amazon-Markt anderer Länder betrifft das ja auch nicht), sondern wird durch Druck von links ausgelöst, dem dann irgendwann nachgegeben wird. Solange sich die Zahl der Beschwerden/ Anfragen gegen solche Maßnahmen weit unter der Zahl der Beschwerden der anderen Seite bewegt – mit dem entsprechenden Einkaufsverhalten bei amazon, das vielleicht noch berücksichtigt wird – werden solche Versuche von links, eine Art „sanfte Zensur“ durchzusetzen, erfolgreich sein und sich häufen.

    Daß Deutschlands Konservative an den Meinungsrand gedrängt wurden, hat auch mit zu viel Bequemlichkeit und zu wenig Widerspruchsgeist zu tun. Und anonyme Kommentare zu schreiben ist in der Hinsicht noch keine Leistung.

  59. Isabel

    Vielleicht läßt sich zudem – als Verlagsmaßnahme – ein Teil des durch die Streichung verursachten Verlustes durch intensivierte Facebook-Werbung ausgleichen. Und daran könnte sich auch jeder mit FB-Konto beteiligen, durch „liken“ der Verlagsseite und teilen von Links.
    Mir durchaus klar, daß das manchen alles wie die Hölle auf Erden erscheint, aber das ist nunmal die Welt, in der wir leben.

  60. Heiko

    Wer Herrn Bezos direkt kontaktieren möchte: jeff@amazon.com
    Gelegentlich soll er sich der an ihn gerichteten Anfragen auch annehmen…

  61. eleonore

    Auch wenn es kein Trost sein dürfte: Das wäre Ihnen nicht passiert, hätten Sie nicht schon eine Menge bewegt.

    Ich war verwundert, die Bücher überhaupt so „frei“ erhältlich bei Amazon vorzufinden: Was bei Amazon (eBay, Google, Spiegel, Tagesschau…) erhältlich ist, sind Inhalte, die als irgendwie akzeptabel abgesegnet sind. Man kann es bei Amazon bekommen, also hat es eine Existenzberechtigung. Umkehrschluß: Kann man es dort nicht bekommen, ist es irgendwie obskur, schräg, bizarr, möglicherweise illegal.

    Unser ach so freies System (offensichtlich glauben ja viele hier an die Freiheit und sind sich des Grades der bestehenden Repressionen überhaupt nicht bewußt) hält sich Amazon, Google, Facebook etc. doch als Gradmesser. Man „toleriert“ erstmal alles, sollten sich die unliebsamen Ideen aber zu sehr verbreiten, wird eben eingeschritten, wie in diesem Fall geschehen.

    Sich unter Verweis auf die Amazon-Richtlinien anderer Länder zu beschweren (Amazon.fr) bringt gar nichts. Ich kann an einem französischen Computer bei Amazon auch kein Parfum kaufen (Entscheidung eines französischen Handelsgerichts wg. Markenpiraterie) und ich werde auch US-Computerspiele in ihrer ungeschnittenen Form nie über Amazon.de, sondern nur über Amazon.com bestellen können (solange das halt noch geht, und zensiert sind sie trotzdem).

    Jemand hier schrieb von einem Ausweichen auf eBay – vergessen Sie das. Ebay wird auf Zuruf ganz schnell alles von der Plattform verbannen, was nicht genehm ist, und das auch ohne Prüfung.

    Ich sehe den besten Weg, mit der Sache umzugehen auch darin, sich über PI möglichst viel Öffentlichkeit zu schaffen. Die wenigsten Revolutionen des Internet-Zeitalters wurden über das Staatsfernsehen angezettelt…Und keine über Papier. Die Zukunft liegt beim eBook. Daß Amazon den eBook-Markt über den Kindle auf Dauer beherrschen könnte, sehe ich z.B. nicht: Wer heute schon keine Lust hat, sich von Amazon seine Inhalte vorschreiben zu lassen, kauft sich einen Tolino. Sehr viele Computeraffine haben eben doch ein Gefühl dafür, wo Monopole problematisch werden, das sind dieselben, die sich auch bewußt keinen Apple zum Lesen der Morgennachrichten zulegen.

    Ich bin überzeugt, Sie finden einen guten Weg!

  62. Zamolxis

    Die Löschung aus dem Amazon-Angebot dürfte mit der Aufregung um die Messe „zwischentag 2013″ in Berlin in Verbindung stehen.

    Die Bücher von Frank Lisson kann man bei „eurobuch.de“ bestellen und kaufen. Über dieses Portal kann man sämtliche Bücher unter Eingabe des ISBN-Nummer finden.

    Beispiel: „Lisson, Homo Viator“

    http://www.eurobuch.com

    Eine sehr gute Adresse ist Buchversand Wimbauer.

    http://www.wimbauer-buchversand.de/sachgebiete.html

  63. Honoré de la Canardière

    @ Heiko

    Guter Einfall.

    Wer das Englische besser beherrscht als ich – hier sind es sicher eine ganze Menge Leute – sollte ihn an die von den Amis geschätzte Gut der Freiheit und damit der Meinungsfreiheit, an die Gründungsväter und so weiter erinnern. Ein George Washington war einem Götz Kubitschek viel ähnlicher als den linksextremistischen Ayatollahs.

    Eine technische Frage: Seit gestern aktualisiert sich bei mir die Seite (http://www.sezession.de/) nicht mehr, bleibt beharrlich auf den 17.2 stecken. Wüßte jemand eine Lösung?

  64. Erwin Mahnke

    Das betrifft vermutlich aber nur die deutsche Dependance von Amazon. Auf Amazon.com findet man die Bücher (alle?) noch.

    Wenn Titel, die ich kaufen will, bei Amazon Deutschland nicht mehr geführt werden, werde ich es zu allererst beim Verlag direkt und dann bei anderen Onlinehändlern versuchen. Den Verkauf von legalen Büchern kann man gar nicht verhindern. Nicht einmal den Verkauf von illegalen Büchern. Und das ist gut so!

    Amazon ist übrigens gerade in einer delikaten Phase, die knapp ein Jahr dauern wird, denn sie haben den Prime Service mit dem unbeschränkten Zugang zu Videostreams gebündelt. Hat das „Abo“ für kostenlose Lieferungen und Kindlebücher (eBooks) bislang €29 gekostet, so wurde der Preis klammheimlich auf €49 erhöht, dafür aber mit dem besagten Streaming gebundelt.

    Ich überlege mir bereits, das Prime Abo zu kündigen, will aber den morgigen Start des Streaming Service abwarten. Amazon würde somit sicherer Umsatz entgehen und ich denke viele Kunden stehen vor der Entscheidung. Da kommt es gar nicht gut, wenn auch noch Druck wegen politisch motivierter Gängelung aufkommt und noch mehr Kunden verscheucht.

    Also Rabatz machen! Ich bin sicher das hilft. Petition, PI, das volle Programm.

  65. Heinrich Brück

    Das volle Programm wäre eine 100-Millionen-Dollar-Klage
    in New York. Aber wer könnte eine solche Klage einfädeln, wenn
    überhaupt möglich, und kommt die Verbotsorder aus den USA? Oder
    haben deutsche Bürokraten eigenmächtig gehandelt, dann würden
    hier in Deutschland ein paar amazon-Stühle vakant, denn mit
    linken Denunziationen Imagepflege zu betreiben ist nicht unbedingt
    das redlichste Karrieremotiv.
    E-mails an Fernsehstationen sind vielleicht auch nicht die schlechteste
    Idee (rt.com, etc.).

  66. Gieselfalk Gebel l

    Der zunehmende Tugendterror „an alle Fronten“ ist beängstigend. Typisch deutsch wird jede Idee und jeder politische Trend bis zu Exess
    übertrieben. Wehret den Anfängen ist längst vorbei, müssen wir schon wieder über das bittere Ende nachdenken ?
    P.S.: Zur Erinnerung für Gutmenschen: Drucker / Presse – und Meinungsfreiheit sind das Fundament jeder Demokratie,.

  67. agricola

    Niemand wird abstreiten, dass Amazon ein typisches Werkzeug des US-Globalismus ist und die One- world -Ideologie verbreitet. Das rechte Literatur im Angebot war und noch ist wundert, gehört wohl aber zur Strategie der Marktanalysten der NSA!

  68. Bundschuh

    Vorhin hat „Ein Kommentator“ netz-gegen-nazis.de erwähnt, auf der Verlinkung erfährt man, dass auch der Blog „Störungsmelder“ Amazon ins Gebet genommen hat. Störungsmelder gehört zur Zeit und die Zeit gehört zu Holzbrink. Holzbrink gehören einige große Verlage in Deutschland und den USA, Umsatz 1,8 Milliarden im Jahr. Wenn „Störungsmelder“ abgeblitzt sein sollte, könnte er nach Papi Holzbrink gerufen haben, der ohne große Umwege erheblichen Druck auf die Führungsebene von Amazon.de ausüben könnte. U.U. reichen hier für Einfluss auch „drucklose“ Kontakte, man kennt sich, man mag sich etc.

  69. FW

    Amazon-Konto gelöscht. Hat gar nicht wehgetan. Den Kram aus der Cloud hat man natürlich runtergeladen und dreifach gesichert.

    Die Linken werden keine Ruhe geben, bis sie es wieder so schön haben wie unter Pol Pot. Das ist halt so. Wir werden keine Normalität bekommen, niemals.

    Man muß das hinnehmen wie Krankheit und Tod.

    Das Lustige ist, sie zerfleischen sich ja auch gegenseitig.

  70. Weltversteher

    Ganz ehrlich, lieber Mitleser: Das Kikeriki beim Monopolisten könnt ihr euch sparen. Ihr seid dort nicht erwünscht, und jetzt wird die Schlinge zugezogen.
    Was meint ihr, warum die ein Monopol aufgebaut haben? Ganz gut verdienen kann man auch ohne dieses. Es geht dabei um die Macht, genau diese Dinge zu tun, die wir jetzt erleiden.
    So traurig es ist, das war absehbar. Und alle dort gelaufenen Verkäufe sollte ein kritischer Verleger unter Glück verbuchen, nicht als Geschäftsgrundlage.

  71. Richard

    Hier mal eine echte Alternative zu amazon:

    http://buchhandel.de/

  72. Distelherz

    @ Stein

    Im übrigen ärgert mich diese Vorgehensweise (wohl ausgelöst durch das Vorgehen einer linken pressure group) besonders, da ich […] zweitens als langjähriger und treuer Amazon-Kunde gerade in den vergangenen Monaten in vielen Diskussionen das Unternehmen gegen die verleumderischen Kampagnen deutscher Gewerkschaften in Schutz genommen habe.

    Da mußte ich ein bißchen lachen, einfach so aus lauter grimmiger Heiterkeit. Ist das Ihr Ernst, oder sind Sie auch ein Arbeitgeber mit alt-manchesteristischem Impetus, der seine Lohnsklaven nach amazon’scher Manier hält?

    @Bundschuh

    Wenn „Störungsmelder“ abgeblitzt sein sollte, könnte er nach Papi Holzbrink gerufen haben, der ohne große Umwege erheblichen Druck auf die Führungsebene von Amazon.de ausüben könnte.

    Mit Verlaub, aber das ist die These vom Schwanz, der mit dem Hund wedelt. Aus dieser Ecke sehe ich den Druck nicht kommen.

  73. Freidank

    Ich habe noch nie über Amazon bestellt! Ungelogen!

    Ich habe das vor Jahren einmal versucht. Die Anmeldung für das Bezahlungssystem war mir aber zu kompliziert. So habe ich es gelassen.

    Antaios-Bücher bestelle ich direkt beim Verlag. Ansonsten ZVAB oder Buchläden. Amazon ist überflüssig.

  74. Rautenklause

    @ Freidank

    Das ZVAB wurde schon vor Jahren von amazon aufgekauft – also bestellen Sie letztendlich doch beim großen Strom …

    Mit scheint, daß viele der hier Schreibenden nicht ganz über die Gegebenheiten des Buchhandels informiert sind – Stichwort „Buchpreisbindung“, „Barsortiment“, „Verlagsbestellung“, „VLB“. Für jemanden mit (auch) Buchhändlervergangenheit immer wieder erstaunlich.

  75. Erwalf

    Amazons Senzurmaßnahme ist schlimm. Die Aussichtslosigkeit, dagegen juristisch vorgehen zu können, zerreißt die Rechtsstaatsfassade des GG und sämtlicher Gleichbehandlungsgrundsätze und -gesetze. Aber habe ich das in falscher Erinnerung, daß edition antaios überlegte, wegen der hohen Rabattkosten freiwillig sich von amazon trennen zu wollen?

    antwort kubitschek:
    nein, das stimmt: wir haben amazon nicht direkt belefert, sondern die vorgeschalteten barsortimente. das trug uns immerhin fünf prozent mehr ein, den amazon nimmt zum rabattsatz von 50 prozent zusätzlich 5 prozent für lagerkosten, obwohl es bei kleineren titeln gar keine lagerkosten gibt, sondern nur durchlaufende bücher. entschedend bleibt: die titel waren alle gelistet, und wo amazon nicht selbst verkaufte, konnte ein dritt-verkäufer das übernehmen. nun sind die titel indes nicht mehr gelistet, also: nicht mehr existent. das ist das bedrohliche.

  76. danke an alle, die sich an der diskussion beteiligt und an amazon geschrieben haben. ich habe
    1. nicht alle kommentare freigestellt, weil zum teil strategische überlegungen darin zu finden waren, die nicht an die öffentlichkeit gehören;
    2. nicht jede ePost beantworten können, es waren und sind zu viele. daher der pauschale dank.
    badeschluß! gk

Diskussion geschlossen. :-)

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