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lichtmesz Martin Lichtmesz


Frankreich: Die „Jugendlichen“ (mal wieder) und der Behinderte

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funnygamesDie täglichen Nachrichten und Semi-Nachrichten erscheinen mir schon seit langem wie ein endloser saurer Regen, der Tag und Nacht auf unsere Länder niederprasselt, ohne Unterlaß, ohne irgendein Anzeichen von Erschöpfung. Ein ätzendes Gift, das im Stakkato-Takt, alles, was noch steht, langsam aushöhlt, wegspült, abträgt, morsch macht. Da spanne sich, wer kann, einen Regenschirm auf – mehr als sich selbst und den Fußbreit Erde unter ihm wird er heute kaum mehr trockenhalten können.

Mit einer monotonen Versessenheit wird immer wieder in dieselben Kerben gehauen; werden immer wieder dieselben Stoßrichtungen eingeschlagen; immer wieder dieselben Forderungen erhoben; immer wieder dieselben Appelle verlesen; immer wieder dieselben Unterwerfungsgesten vollzogen; immer wieder werden dieselben trüben Flaschengeister beschworen; und, damit eng verbunden, immer wieder wird dasselbe roboter- und papageienhafte Gezeter angestimmt, das die Medien und den öffentlichen Raum bis zum Erstickungstod zumüllt.

Ich bin dieser Tage sehr, sehr müde geworden, noch Kieselsteine gegen diesen Wasserfall zu werfen. Die Leser werden gemerkt haben, daß sich meine Kommentierlust in letzter Zeit nicht mehr oft regt. Hurra, heute ist es also mal wieder soweit. Aber auch diesmal gibt es nichts Neues zu vermelden.

In den letzten Stunden machte eine AFP-Meldung aus Frankreich die Runde, die inzwischen durch sämtliche Massenverbreitungskanäle gespült wurde: Spiegel Online, Focus, Die Welt, Die Zeit, spin.de, derwesten.de, web.de, gmx.de, n24.de, news.at, Der Standard… In der Fassung der Welt:

Eine Attacke mehrerer Jugendlicher auf einen geistig Behinderten – gefilmt und ins Internet gestellt – hat in Frankreich für Empörung gesorgt. Der Vater des 18-jährigen Opfers prangerte am Dienstag im Sender RTL den „feigen“ Angriff auf seinen Sohn an. „Ich bin natürlich empört, er ist gedemütigt worden.“
Die Täter müssten bestraft werden. Zehntausende Menschen drückten bei Facebook ihre Zustimmung für eine Petition aus, in der eine Haftstrafe für die Angreifer gefordert wird.

Die Jugendlichen hatten den geistig Behinderten am Sonntag in einem Park in Fontaine im Großraum Grenoble attackiert, ihren Übergriff gefilmt und das Video auf Facebook hochgeladen. Darauf ist zu sehen, wie zwei Jugendliche den 18-Jährigen an den Armen festhalten, ihn anrempeln und schließlich in einen niedrigen Bach stoßen. Verletzt wurde das Opfer bei dem Angriff nicht.

Am Dienstag befanden sich drei der Angreifer im Alter zwischen 14 und 16 Jahren in Polizeigewahrsam, wie Ermittler in der französischen Alpenstadt Grenoble sagten. Ein ebenfalls verdächtiger Zwölfjähriger wurde nach seiner Befragung auf freien Fuß gesetzt.

Bereits am Montagnachmittag hatte die beigeordnete Ministerin für Behinderte, Marie-Arlette Carlotti, von einer „barbarischen Aggression“ gesprochen. Das inzwischen bei Facebook gelöschte Video sei „höchst schockierend“.

Die „Jugendlichen“ waren es also mal wieder! Was für eine Art von „Jugendlichen“, verschweigen die Zeitungen bekanntlich beharrlich. Das hat den Effekt, daß „Jugendliche“ inzwischen sowas wie ein Codewort, wenn nicht ein „Running Gag“ geworden ist. An diesem Punkt beginnt dann das lustige Spiel „Finde den Jugendlichen“, wobei der Hauptspaß daran ist, herauszufinden, ob zutrifft, was man zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon mit ziemlicher Sicherheit ahnt.

Ein paar Routine-Googleklicker zu französischen Nachrichtenseiten genügten in diesem Fall. Auch diese halten sich auffällig bedeckt über die Herkunft der Täter, aber – voilà! – einer ist immer der Verräter. Parismatch weiß mehr: einer der Täter, der die Tat auf seiner Fratzenbuch-Seite abgefeiert hat, hat den Namen „Omar Z.“, und er drückte sich in schönstem „Kiezfranzösisch“ aus, einem Neo-Dialekt, der nach Ansicht führender Sprachwissenschaftler die französische Sprache seit einiger Zeit enorm bereichert.

Ptdrr tout a l’heur regardez skon a fait a un handicapé chui mort.

Wuuuh, das ist ein Bingo! How fun!

Parismatch berichtet auch von der Verhaftung eines „Farid G.“ in Marseille, der ebenfalls seinen eigenen kleinen „torture porn“, diesmal mit einer Katze als Opfer, gedreht und auf Facebook veröffentlicht hat. Das mobilisierte rund 260,000 FB-Nutzer, die mit Petitionen darauf drängten, den Täter zu fassen und bestrafen. Hier sieht man eine un-diversifizierte Gruppe alternder Alt-Franzosen (plus ein, zwei junge Mädchen), die mit betroffenen Gesichtern gegen den jugendlichen, katzenhassenden Neo-Franzosen demonstrieren.

Einer eigens eingerichteten Facebook-Seite, die sich für die Bestrafung der Peiniger des geistig Behinderten aus Fontaine einsetzt, haben sich bis dato etwa 115,000 Nutzer angeschlossen. Das sind noch bedeutend weniger als im Fall des „Märtyrerkaters“ Oscar, aber die Zahl kann noch wachsen.

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42 Kommentare zu „Frankreich: Die „Jugendlichen“ (mal wieder) und der Behinderte“

  1. Wahrscheinlich hat sich da schon was aufgestaut, beweiskräftig ist die 100.000-fache Anteilnahme an Katzenvideos dafür aber nicht.

    Ich meine, gewissermaßen ja ein ähnlich gelagerter Fall, dieser für Artenschutz zuständig gewesen seiende Beamte aus Thüringen, der hat ja auch für erhebliches Aufsehen mit seinem… hmm… „Tiervideo“ gesorgt. Die FAZ hat drüber berichtet, der SPIEGEL auch – mit unverpixeltem Gesicht! – und ich wüßte nicht, was sich gegen Thüringer Beamte – also jetzt außerhalb des Verfassungsschutzes – aufgestaut haben sollte.

    Gut, lassen wir die Späße und werden ernst. Es ist völlig klar, daß die selbe Nachgiebigkeit, mit welcher die heutigen Zustände hingenommen werden, auch die morgigen Zustände hinnehmen lassen wird, daß, wer nicht seinen Beitrag dazu leistet, das Recht zu verwirklichen, jede Art von Unrecht geschehen lassen wird.

    Ironischerweise die Kernaussage des Korans.

    Aber das alleine wird dem Islam in Europa nicht zum Sieg verhelfen, dafür ist der Effizienzgedanke zu stark verwurzelt, aber es wird schon dazu beitragen, den Konflikt zu verstetigen.

  2. Rumpelstilzchen

    Lieber Herr Lichtmesz,
    Ihr Beitrag geht mir sehr unter die Haut und ich weiß, dass Sie ein sehr sensibler Mensch sind. Auch „ich werde dieser Tage sehr müde“ und kann verstehen, wenn Sie sich zurückziehen. Ich hatte diese schreckliche Meldung gelesen und wollte das Quellenstudium gar nicht vertiefen. Das wollte ich auch nicht bei Daniel Siefert. Aber ich sah seine Mutter mal zufällig in einem Gespräch bei RTL. Sie sagte sinngemäß, sie sei sich nicht sicher, ob es gut war, ihren Sohn zu einem friedlichen, gewaltlosen Jugendlichen erzogen zu haben. Auch ich habe meine Söhne so erzogen.
    Das alles wühlt mich auf.
    Und ich lese viel in den Psalmen und ich spüre, dass Europa Gott verloren hat. Wo bleibt der AUFSCHREI ?
    Und da gibt es inkorrekte Seiten, die diese Gottvergessenheit benutzen, um ihren spießigen Wohlstand zu verteidigen. Die solche “ Horrormeldungen“ täglich posten, um sich an ihnen aufzugeilen. Auch das kotzt mich an.
    Ja, man kann versuchen, das alles zu erklären oder zu verstehen. Und die Literatur nimmt auch zu. Z.B. von Andreas Püttmann: Gesellschaft ohne Gott, über die Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands. Aber das will ich eigentlich auch nicht mehr lesen.
    Ich bin froh, dass es junge Menschen gibt wie Sie, Herr Lichtmesz. Verzagen Sie nicht !
    „Wie lange noch darf mein Feind über mich triumphieren ?“ </b
    Psalm 13

    Herzliche Grüße
    Monika

  3. Holzfäller

    Diesen müden, kraftlosen und erschöpften Gerontokratischen Protest von authochthonen Bewohnern, flankiert von lächerlichen Facebook Kampagnen (wen interessiert das und was bewirkt es wenn 100.000e virtuell irgendetwas ablehnen oder befürworten?) erleben wir ja auch bei den sattsam bekannten „Gegen Rechts“ Demonstrationen, lediglich ergänzt durch zwangsverpflichtete und vom Unterricht freigestellte Schulklassen die altersmäßig für etwas Auflockerung sorgen.

  4. Nordlaender

    „Ich bin dieser Tage sehr, sehr müde geworden, noch Kieselsteine gegen diesen Wasserfall zu werfen.“

    Es bereitet mir immer wieder Freude, Herr Lichmesz, zu verfolgen, wie fein Sie die richtigen Worte zu setzen wissen bei der Beschreibung des allgemeinen Grauens.
    Unsereins sucht da bereits krampfhaft nach geeigneten Wurfgegenständen in der Guten Stube beim Verfolgen der Nachrichten.
    Was für ein gutes Vorbild, Ihre Contenance.

    „Mit einer monotonen Versessenheit wird immer wieder in dieselben Kerben gehauen“

    Gehe davon aus, daß die Wirkung von Gehirnwäsche viel größer ist, als allgemein angenommen. Nicht, daß Massen 1:1 diesem Dauerbombardement in Sachen „tolerance“ und „antidiscrimination“ usw. folgen, aber so eine Reaktion „aber irgendetwas wird da doch dran sein“ wird sich mit Sicherheit einstellen.

    „Ich werde zu dem Thema nichts sagen. Sonst würden mich alle für einen Rassisten halten.“

    Es dürfte jahrtausendelang, ob nun unter Chinesen, unter uns Europäern oder in Afrika, kein besonderes Phänomen gewesen sein, wenn sich Vater und Mutter über Kinder und Enkel der gleichen Sorte gefreut haben und auch gesorgt, ob denn dem Nachwuchs noch ein gesicherter Lebensraum zur Verfügung stehen wird in der Zukunft.
    Mangels Besonderheit dürfte es nie ein Interesse gegeben haben, diesem Streben einen Namen zu verleihen.

    Dann trat der Sexual“wissenschaftler“ Magnus Hirchfeld auf den Plan, der ein Sympathisant der bolschewistischen Massenmörder in der UdSSR war, und brachte den Begriff „racism“ auf. „Racism“ hieß sein Buch, das 1938 in London erschien.

    Millionen und Abermillionen – das ärgert mich z.B. außerordentlich bei der Identitären Bewegung – sind nun von solcher politischen Inkontinenz befallen, daß sie permanent brav über dieses Stöckchen springen.
    Aber so wird das alles nichts mehr mit uns.

    M.L.: Danke für die freundlichen Worte, aber: Diese im Netz verbreitete Story, daß Hirschfeld den „racism“ erfunden hat, und insbesondere, daß bis dahin diesbezüglich alles in Butter war, ist allerdings eine unzulässig simplifizierende Ente. Zudem hat auch dieser Begriff seine relative Berechtigung gehabt und seither einige Wandlungen durchgemacht. H.’s wissenschaftliche Leistungen würde ich, bei aller Agenda, die er zweifellos hatte, auch nicht gering veranschlagen. Und wie viele seines Zeichens hat er auch nicht wegen der Massenmorde mit dem Kommunismus sympathisiert.

  5. Sicarier

    Immer wieder eine Freude, Ihre gut pointierten Artikel zu lesen, auch wenn inhaltsbedingt Ratlosigkeit zurückbleibt. Auch gefällt mir der unpopulistische Schluss, dass das Problem ein fatales Zusammenwirken der ethnischen Gruppen ist und nicht „die“ Fremden. DAS ist Journalismus. Schade, dass ein Scharfsinniger wie Sie zu den mM nicht vermittelnde ist.

  6. Albert

    Lieber ML,

    ich kann Deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Mir geht es manchmal ähnlich – ich werde langsam müde, mich gegen diese Flut an Dummheit und gegen den Hass auf alles Eigene und Gesunde zu wehren.

    Dennoch: ich finde, Du bist momentan der weitsichtigste und sensibelste Kolumnist, den unser Land und Lager zu bieten hat. Dein Talent bringt auch eine gewisse Verantwortung mit sich, die es gebietet, weiter Kieselsteine in den Wasserfall zu werfen… Du tust es ja nicht nur für Dich, sondern gibst vielen Anderen eine Stimme.

    M.L.: Danke, und keine Sorge – in der Intifada zählt jeder Kieselstein, lautet eines meiner Motti.

  7. GFC

    Gut, lassen wir die Späße und werden ernst. Es ist völlig klar, daß die selbe Nachgiebigkeit, mit welcher die heutigen Zustände hingenommen werden, auch die morgigen Zustände hinnehmen lassen wird, daß, wer nicht seinen Beitrag dazu leistet, das Recht zu verwirklichen, jede Art von Unrecht geschehen lassen wird.

    Man sagt bei uns that which cannot go on forever, won‘t. Man nimmt diese Dinge hin, bis eben man es nicht mehr tut. Die Haltung der europäischen Völker zu etlichen Sozialfragen waren ja ganz anders noch vor ein paar Jahrzehnten, also nichts deutet daraufhin dass die aktuelle Lage ewig fortdauern müssen. Völker können viel dulden bis die Lage unerträglich wird, dann wird nicht mehr geduldet. Überall mehren sich die Zeichen, dass unter der breiten Bevölkerung eine allgemeine Ablehnung des bestehenden Systems entwickeln. Wenn noch nicht so stark in Deutschland, dann sicher anderswo wie in Frankreich und Italien. Ich bin z.Zt. in Italien fürs Geschäft – während meine ganze Taxi-Fahrt vom Flughafen in die Stadt Rom hat der Taxifahrer sein Zorn und Verachtung nicht nur für die politische Klasse sondern vor allem Medien und Finanz entladen, und sagte er sehne sich nach einer Revolution, „jeder den ich kenne denkt so.“

    Mal sehen, aber ich habe sowas nie erlebt zuhause in den USA. Das Abstossendste der heutigen Konservativen ist die Verzweiflung und Fatalismus, die z.T. aus normalcy bias hervorgeht. Man gibt sich geschlagen und entmutigt, offenbar nicht mehr dazu geneigt, zu leiden mit Geduld, bis die günstige Stunde schlägt – und die schlägt immer, für die, die zu warten und zu aushalten wissen.

    Außerdem ist Verzweiflung Todsünde, pass auf.

  8. Zadok Allen

    … immer wieder wird dasselbe roboter- und papageienhafte Gezeter angestimmt, das die Medien und den öffentlichen Raum bis zum Erstickungstod zumüllt.

    Vielen Dank für diesen Satz, Herr Lichtmesz. Die eigene Erfahrung so bündig auf den Punkt gebracht zu bekommen, wirkt befreiend, und wenigstens diesen Nutzen haben Ihre Betrachtungen wohl für viele hier.

    Innere Emigration ist das Losungswort der Stunde! In Ina Seidels teilweise mißlungenem, im ganzen aber doch ziemlich abgründigen und qualitätvollen Roman „Michaela“ gibt es eine sehr starke Stelle, wo eine alte Dame, die, weil sie vor Jahrzehnten einmal mit einem Juden verheiratet gewesen, Repressalien durch Behörden des III. Reiches erfährt, auf die Frage, ob sie sich dagegen wehren wolle, antwortet:

    „Wo denken Sie hin, ich werde mir doch nicht die Finger schmutzig machen!“

    An diese Szene muß ich in letzter Zeit oft denken, wenn ich – mehr aus Versehen, denn ich meide ihn mit zunehmender Konsequenz – den Zumutungen des massenmedialen Apparats ausgesetzt bin. Schon beim bloßen Lesen und Zuhören fühlt man sich beschmiert, und immer weniger ertrage ich das Gefühl des Fremdschämens, das die infantil-hysterisierte Schablonensprache, derer sich dort nominell erwachsene Menschen bedienen, bei mir auslöst.

  9. Revolte

    Mohammedaner sind ein wandelnder Rassismusbegriff. Und ein Oxymoron. Von ihnen Notiz zu nehmen ist Rassismus, sie zu ignorieren aber ebenfalls. Sie wollen Gleichbehandlung und dann doch wieder Sonderbehandlung.
    Als Vergangenheitsdeutscher (oder Minusdeutscher) hat man gegenüber Zukunftsdeutschen (oder Plusdeutschen) nur die Wahl zwischen falsch und verkehrt.
    Und da man es ihnen sowieso nicht recht machen kann, wäre es an der Zeit, einen eigenen Kurs zu fahren und nicht weiter auf das Geplärre zu hören.

  10. karlmartell

    „Ich bin dieser Tage sehr, sehr müde geworden, noch Kieselsteine gegen diesen Wasserfall zu werfen.“

    Genau das ist es, worauf der Feind lauert.
    Wer aber in der Lage ist, das tägliche Bombardement auszuhalten, dem wachsen Riesenkräfte dagegen zu schreiben. Und genau das ist Grund dafür, dass der Feind NICHT gewinnen wird.

    Danke und durchhalten!

  11. Nordlaender

    @ M.L.

    „Diese im Netz verbreitete Story, daß Hirschfeld den „racism“ erfunden hat, und insbesondere, daß bis dahin diesbezüglich alles in Butter war, ist allerdings eine unzulässig simplifizierende Ente.“

    Öhmm … ich bitte Sie, Herr Lichtmesz, die natürliche Sorge für die seinigen, ein evolutionäres Grundmuster, rechtfertigt doch nicht alles. Dann könnten eine Familie oder einen Stamm damit ja jeden Raubzug legitimieren.

    M.L.: Vielleicht haben Sie auch zuviel und zu einseitig Kevin MacDonald und seine Vulgarisierer gelesen. Wenn Sie sich auf dieses Erklärungsmuster einschießen wollen, bitte sehr. Mit diesem Tonfall und Denkstil sind Sie bei mir jedenfalls an der falschen Adresse.

    Genauso wenig, wie die sozialistische Idee per einiger Beispiele von pathologischen Altruismus bereits vollständig ad acta gelegt werden kann.
    Mir liegen wirklich keine Informationen vor, daß es den Begriff „racism“ schon vor 1938 gab. Vielleicht wissen Sie mehr?

    M.L.: Es geht nicht allein um den Begriff, es geht um die Dinge, die damit angesprochen werden. Eine Kritik von Rassenchauvinismus und Rassenhaß gibt es bereits seit der Aufklärung, insbesondere in England als Reaktion auf die brutale Versklavung der Schwarzen (William Blake etwa hat das in einigen Gedichten thematisiert). Außerdem ist dieser „Diskurs“ nicht von den Rassentheorien und -ideologien des 19. Jahrhunderts im Gefolge von Gobineau etc. zu trennen. Das alles ist ein viel umfassenderer Komplex, als Sie glauben.

    „Und wie viele seines Zeichens hat er auch nicht wegen der Massenmorde mit dem Kommunismus sympathisiert.“

    Der Bolschewismus hatte ja auch ein sehr edles Ziel. Als die Frühfeministin und Anarchistin Emma Goldmann nach London zurückgekehrt war, entsetzt über das Massenmorden in Rußland, verließen bei ihrem Bericht die Hälfte der Gäste, jede Menge gläubige Humanisten, entsetzt den Salon.

  12. Marcus Junge

    Jugendliche, ja ja, wie man sie halt kennt. Beim Kopp Verlag steht heute man wieder was zu den Moslems der USA, also den Schwarzen:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/redaktion/ergebnis-politischer-korrektheit-medien-schweigen-schwarze-schlaeger-verpruegeln-weisse-hippies.html

    Auch keine Neuheit, aber dafür wird zumindest Klartext gesprochen.

  13. Nordlaender

    @ Revolte

    „Als Vergangenheitsdeutscher (oder Minusdeutscher) hat man gegenüber Zukunftsdeutschen (oder Plusdeutschen) nur die Wahl zwischen falsch und verkehrt.“

    Innerhalb der aufdiktierten Integrations-Matrix sehe ich das exakt genauso.

    Vertrete dabei die Ansicht, daß Denken innerhalb solcher NWO-Begriffe wie „discrimination“, „integration“, „tolerance“, „racism“, „die Möntschen“ (Gauck, Merkel und Co., sic – statt die Deutschen, die Syrer, die Münchner, die Ausländer usw., je nach Zusammenhang), „diversity“, „conspiracy theory“ usw. vollkommen unmöglich ist.
    Führt meines Erachtens, ganz egal, welche Sätze man aus dem Neusprech nun auch basteln mag, zu fortgeschrittener politischer Inkontinenz.

    Scherze mit den Neusprechbegriffen finde ich angesichts des Ernstes der Lage etwa so witzig wie die Geschichte des Gastes, der wegen einer Fliege in der Suppe nach dem Ober ruft.

  14. Langer

    Das Problem ist nicht dieser Wasserfall, sondern die Uneinigkeit und Zerstreutheit der Arbeiter, die da einen Staudamm bauen koennten. Immer oefter richtet sich der Blick weg von den Missstaenden und der endlosen Wiederholung ihrer Aufzaehlung und mit fragender Miene hin zu denjenigen, die etwas dagegen tun koennten.
    In dieser Hinsicht erfasst mich tiefster Pessimismus. Denn vieles, was die Deutschen machen, machen sie ganz freiwillig. Da ist viel von Manipulation die Rede, aber es stellt sich doch irgendwann mal die Frage, warum es Leute gibt, die offenbar kritisch denken koennen und ob es bei einem Grossteil der anderen eben nicht Manipulation ist, sondern die eigenste Einstellung zu den Dingen. Und was sollte man dagegen unternehmen?

  15. GFC,

    ich hatte das Wort jede hervorgehoben, in dem Abschnitt, welchen Sie zitiert haben, womit ich meinte, daß die selbe Nachgiebigkeit, welche heute Leute wie Daniel S. über die Klinge springen läßt, morgen andere Unbeteiligte über die Klingen springen lassen wird und übermorgen?

    Ich schätze die Lage also keineswegs anders ein als Sie. Und auch die amerikanische Redensart, welche Sie anführten, habe ich schon kommentiert, nämlich hier:

    http://bereitschaftsfront.blogspot.com/2012/07/moralische-defizite-aus-schwache-oder.html

    Der dritte Punkt in der Liste. Aber die anderen Punkte sind auch alle aktuell.

    Sicher, so wird’s nicht weitergehen, aber wenn das Volk mit der Entschlossenheit und Voraussicht eines Rindviechs handelt, welches die Peitsche spürt, ist keine allgemeine Verbesserung der Lage zu erwarten.

    Die Zustände in Europa sind im übrigen typisch für die Provinzen von Imperien, das Zentrum sucht „leicht führbare“ Statthalter und findet sie auch. Was es noch an nationalem Bewußtsein gibt, wird weiterhin als Problem angesehen, letztlich kann ich mir auch vorstellen, daß die am Geldwesen hängenden Besitzansprüche zu Lasten der Provinzen bereinigt werden werden. Auch das wäre eine Weise, wie nicht weitergeht, was nicht weitergehen kann, nicht wahr?

    Ich hoffe durchaus – aber nur, worauf sich zu hoffen lohnt.

  16. Stil-Blüte

    Ich muß mal ganz schnell was hinschreiben, was mir durch den Kopf geht: In den 80er Jahren, als ich den Süden Europos durchstreifen durfte, wurde mir allerorten klar, daß Tierquälerei zu einem beliebten Volkssport der einheimischen Jugendlichen gehört. Deren Gegröhle beim Gejaule der gemarterten Tiere vergesse ich nicht – und das an den schönsten Stränden unter gnädiger Sonne. Und weiter: Auf der schönen Insel England: Das gegenseitige Quälen er Eliteschüler auf den Elditeinternaten. Pardon. Das gehört wohl gar nicht mehrt dazu und Herr Lichtmesz wird sofort wieder schreiben: Thema verfehlt. Wir müssen lernen, mit den Gemeinheiten von uns Menschlein zu leben.

    M.L.: Nein, solche Beobachtungen gehören auf jeden Fall zum Thema. Der „boarding school“-Sadismus ist auch in der englischen Literatur ein häufiges Thema.

    Frage: Die Videos vervielfältigen alles. Geändert hat sich aber im Grunde nichts.

    Um all das zu verkraften, holen wir uns Kraft aus allem, was uns wert und teuer ist: Sonnenaufgang, Bibel (Lichtmesz!), Homer (Lichtmesz!), Gedichte, langelange Geschichte, Volkslieder zum Mitsingen, Wasser, Schlaf, Rituale, Rhythmus, Tanzen, wo man ist, heimisch werden, Nachbarschaftstratsch, Schwimmen, Weinen, Wein. Bier. Überreizung abschalten. Liebäugeln.

  17. Tyler Durden

    @Nordlaender
    Naja sie haben das MÖNTSCHENrecht inzwischen ja auch ein wenig überstrapaziert, soviel zu langweiligen Sprachwitzen. Davon abgesehen mal ganz ehrlich das“die natürliche Sorge für die seinigen“ alles rechtfertigt würden Sie doch auch sagen, wenn es nur die richtigen sind?

  18. Revolte

    @Nordlaender

    Man kann m.E. die Scherze mit dem Neusprech gar nicht genug auf die Spitze treiben. Die Begriffe der Nomenklatura laden regelrecht dazu ein, verballhornt zu werden. So was muss immer wieder mit gehörigem Zynismus eingesetzt werden, einerseits, damit die Begriffe abnutzen und weil sie obendrein von den Falschen benutzt werden, andererseits, um die Boshaftigkeit, die in solchem Vokabular steckt, zu dechiffrieren.

  19. Nordlaender

    @ ML

    „Eine Kritik von Rassenchauvinismus und Rassenhaß gibt es bereits seit der Aufklärung“

    Zunächst mal bekenne ich mich hier ganz offen als Sünder: Ja, ich habe die Werke von Kevin MacDonald in der Tat sehr sorgfältig studiert.

    Verstand man sich miß? Ich meine NICHT den Inhalt des Wortes, also das Signifikat, sondern die Zeichenkette „R-A-C-I-S-M“ (Signifikant). Sollte letztere schon vor Hirschfeld in Gebrauch gewesen sein, dann bitte ich um Aufklärung.

    @ Tyler Durden

    „langweiligen Sprachwitzen“

    Kann es gut anerkennen, daß dieser Stil Sie persönlich langweilt.
    Die Diskussion über den Konflikt Menschenrecht versus Bürgerrecht halte ich für ganz enorm wichtig.

    „Davon abgesehen mal ganz ehrlich das“die natürliche Sorge für die seinigen“ alles rechtfertigt würden Sie doch auch sagen, wenn es nur die richtigen sind?“

    Nö.
    Dem Thema kann mit einem Strohmannargument nicht Gerechtigkeit widerfahren. So natürlich es ist, sich zuerst um den eigenen Verein zu kümmern, so wichtig ist ein negatives Bürgerrecht: Du sollst nicht töten.
    (Auch dann nicht, wenn die Speisekammer des Fremden voll ist, auch dann nicht, wenn es sich bei dem Begüterteren um eine überaus würdelose Gestalt handelt und Deine Familie mit Magerkost dahindarbt).

  20. rosenzweig

    „Die Videos vervielfältigen alles. Geändert hat sich aber im Grunde nichts.“ (Stil-Blüte) Genau. Aber nicht nur das. Sie versperren auch den Blick auf Anderes, Wesentlicheres.
    Was den „Wasserfall“ betrifft, fällt mir der Satz von Michael Klonovsky ein: „Ob all diese Emanzipationskollektive sich nur deshalb so geifernd und zähnefletschend gebärden, weil sie instinktiv ahnen, wie wenig Zukunft ihnen bleibt?“ (Acta diurna, 29. Januar 2014)
    In Frankreich passiert derzeitig so viel: Im letzten Jahr gingen Millionen auf die Straße, gegen Adoptionsrechte für Homos, Gender Mainstreaming usw. Die sozialistische Regierung und mit ihr die Leitmedien Europas dachten die Sache mit Spott und Ignoranz aussitzen zu können. Die Demos am letzten Wochenende haben aber gezeigt, daß der Wille und die Entschlossenheit des (überwiegend) katholischen Frankreich ungebrochen ist. Und jetzt hat die Regierung (vorläufig) kapituliert. Etwas, das in der deutschen Medienlandschaft bisher recht spärlich rezipiert wurde. Die Sozialisten erwarten ein Fiasko bei den Europawahlen (nicht nur in Frankreich). Aber es kann sein, daß diese Kapitulation noch andere Gründe hat. Nämlich, die Angst davor, daß dieser Aufstand sich über das konservative (katholische) Milieu (das man immer unter Kontrolle hatte) ausweitet. Zum besseren Verständnis gugelt man hier einfach mal „Dieudonne“, „ Alain Soral“ und „Quenelle“. Ein Komiker französisch kamerunischer Abstammung, dessen Auftritte verboten werden (um dann 2 Millionen Zuschauer im Internet zu haben), ein Essayist, dem mit Lynchjustiz gedroht wird, eine Anti System Geste, die als „umgekehrter Nazi Gruß“ denunziert wird, und wegen der schon Leute verhaftet und Polizeichefs gefeuert wurden. Man braucht kein Französisch zu können, wenn der Innenminister Valid bei einer Rede in hysterische Rage gerät, um zu erkennen, daß hier echte Panik im toleranten Establishment ausgebrochen ist. Ein weißer Philosoph und ein schwarzer Komödiant wurden sozusagen der zweiköpfige Emmanuel Goldstein des modernen Frankreich. Seit Anfang dieses Jahres zelebrieren die französischen Leitmedien regelmäßige „zwei Minuten Hass“ Orgien, in denen die beiden zu Inkarnationen Adolf Hitlers werden. Was die beiden so gefährlich macht für die Eliten, kann ich hier nur streifen. Ich werde darauf an anderer Stelle näher eingehen. Hier geht es mir nur darum, auf zu zeigen, warum die Rechte es so schwer hat, jene Bewegung für die Soral und Dieudonne M´bala M´bala stehen, zu begrüßen und zu verstehen, was auch ein Grund ist, warum hier so viel Trübsinn herrscht. Da wäre zum einen das M´bala M´bala, aber vor allem die politische Gruppe „Égalité et Réconcilaition“, die Soral gegründet hat, und ihr Motto: „Gauche du travail, droite des valeurs“ (Links für die Arbeit, rechts für die Werte) Ja, Links für Arbeit und Soziales. Damit tut sich der rechte Elitist schon schwer. Aber solche Bewegungen stehen für ein neues Paradigma, weil sie nämlich Rechts und Links zusammenbringen. Und was die Eliten in Frankreich wirklich in Panik versetzt, ist die tiefe Verankerung von E & R in den berüchtigten „banlieues“, den Vorstädten, diesen No Go Zonen der Gesetzlosigkeit. Wenn die Banlieues und das katholische Frankreich zusammen marschieren, dann ist Schicht in Schacht.

  21. Stein

    Auch ich bin müde. Sehr sogar, vom Arbeiten. Könnte vielleicht ein Weg sein, „die Jugendlichen“ zu bändigen.

  22. Stein

    @ Langer

    Das, was Sie als freiwilliges Handeln der Deutschen betrachten, stellt m.M.n das Ergebnis von jahrzehntelanger Umerziehung dar. Es war glaub ich Cora Stephan in einem kürzlich erschienen Artikel (bin mir aber nicht ganz sicher), die als Zielvorgabe für das gesamte Sozialingenieurwesen in Deutschland den „initiativ gegen andersdenkende vorgehenden Menschen“ erkannt hat. Scheint mir durchaus was dran zu sein.

  23. Sternenfrau

    Lieber Martin Lichtmesz,

    Gerade heute war mein Entschluss sehr stark – ich mag nicht mehr lesen. Ich schau in keinen Blog mehr.

    Ich will nichts mehr wissen von dieser – so deutlich fühlbar – nahenden Katastrophe, die da auf uns zurollt. Es „zieht mich runter“ – wie man auf gut wienerisch sagt.

    Da lese ich Ihre „ich bin so müde“ Zeile und denke – ja, ich auch.
    Ich auch, lieber Martin L.

    Wir sind offenbar schon viele, die müde sind, die sich ohnmächtig fühlen.

    Das Gefühl haben, dass wir nicht ankommen gegen die veröffentlichte Meinung, diese zähe Medienmasse, die eigentlich die Politik bestimmt.

    Eine Politik gegen das eigene Volk. Ob in Österreich, Deutschland, Frankreich….

    Ich bin froh, dass Sie sich dennoch aufgerafft und diesen Beitrag veröffentlicht haben.

    Auch wenn es mich traurig macht so Schlimmes zu lesen, so bin ich doch froh, dass es Leute wie Sie gibt, die den Mut haben gegen die Ignoranz dieser Wahrheiten, dieser Fakten anzuschreiben.

    Auch wenn ich mich um euch sorge. Weil euer Mut euch leicht zum Verhängnis werden kann in dieser Pseudodemokratie.

    Ich bin dankbar für jeden von euch, der diesen verlogenen Einheitsmedien ein Loch reißt und wünsche euch – Glück. Viel Glück !

  24. Axel Wahlder

    Aber die Mehrheit der Franzosen hat den Holland doch gewaehlt! Ich verspuere eine schwer zu erklaerbare Diskrepanz, wonach ein Waehler im Internetzeitalter doch genug aufgeklaert sein muss! Warum nicht FN? Ungarn, z.b., zeigt vor, dass der Patriot im Kanzleramt EU-Staates moeglich ist!

  25. Rosenzweig,

    das scheint mir aber doch nicht mehr als eine Reaktion auf Frankreichs verschärften Kurs im Nahen Osten zu sein. Würde die SPD analog anfangen, von der Notwendigkeit das jordanische Königshaus zu beseitigen zu reden, käme es hier in Deutschland wahrscheinlich zu ähnlichen Überschneidungen.

    Den durchschnittlichen Franzosen interessieren die Interessen von Total nicht so. Natürlich hieße es in Deutschland Antiglobalismus und nicht Antizionismus, daß die Diskussion in Frankreich offen antizionistisch geführt wird, besagt nicht mehr und nicht weniger, als daß es zumindest Teilen der sie Führenden große Freude bereitet, sie so zu führen.

  26. theodor

    @rosenzweig

    Ich werde darauf an anderer Stelle näher eingehen.

    Das ist sehr interessant was sie schreiben – wo fände ich denn diese ‚andere Stelle‘?

  27. Heinrich Brück

    Apropos Kevin MacDonald, in seinem Buch ‚Die Kultur der Kritik‘ gibt
    es einen hochinteressanten Aspekt, nämlich die Unterscheidung
    zwischen individualistischen und kollektivistischen Völkern. Der
    einzelne Europäer, individualistisch und weniger ethnozentristisch,
    gegen den gruppenbezogen agierenden Orientalen, weniger
    individualistisch und dafür umso mehr ethnozentristisch. Ob
    der Europäer jetzt behindert ist oder nicht, er steht allein einer
    Gruppe gegenüber. Die Gruppe gewinnt.

    M.L.: Mehreren Gruppen, würde ich sagen. Diese Beobachtung von MacDonald ist gewiß zutreffend. Der Witz an diesen „antirassistischen“ Diskursen ist ja, daß gerade die damit so attackierten europäischen bzw. europäischstämmigen Völker im Schnitt weitaus weniger rassistisch und ethnozentrisch sind als andere. Das ist ja einer der Gründe, warum sich die antirassistische Obsession gerade bei ihnen so durchsetzen konnte.

  28. @karlmartell
    Vielen Dank für die aufmunternden Worte in die müde Runde.

    Wohl sind mir all jene, denen angesichts ständig erlebter und erduldeter Ungerechtigkeiten und Lügen immer wieder auf’s Neue der Groll wächst und der Willen, sich gegen Mißstände aufzulehnen.

    Psalm 143 meines Glaubensbekenntnisses.

  29. Waldgänger aus Schwaben

    Herr Lichtmesz,
    höre ich da Resignation aus Ihrer Einleitung?

    M.L.: Don’t worry!

    Nehmen Sie sich ein Beispiel an unserem Pfarrer, der hält jedes Jahr am Familiensonntag dieselbe Predigt und beklagt, dass immer weniger Familen christlich leben und schliesst mit einem Spruch von Konfuzius:
    „Besser als über die Dunkelheit zu klagen ist es, eine Kerze anzuzünden“

    Ich kann mir in der Tat kaum vorstellen wie man ohne religiöse oder allgemeiner gesagt transzendentale Verankerung diesen Wahnsinn, den Sie „Regen“ nennen, aushalten kann.

    M.L.: Ha!

  30. Nordlaender

    @ Revolte

    „Die Begriffe der Nomenklatura laden regelrecht dazu ein, verballhornt zu werden.“

    Dieser historische Lübecker Druckergesell hieß übrigens Balhorn und nahm seine Aufträge nicht so sonderlich genau.

    Ihre Logik kann ich voll und ganz nachvollziehen. Und doch habe ich (im Laufe der letzten Jahre) jeden Glauben an diese Methode verloren.
    Da kommt jemand z.B. daher und will das Unterscheiden (lat. „discriminare“) verbieten.

    Ein Organismus, der nicht unterscheidet, ist aber dem sicheren Tode geweiht.
    Jemand gibt sich z.B. als Napoleon aus. Wie immer ich darauf eingehe, ich bestärke damit doch sein Wahnsystem.
    Sage ich: „Napoleon ist tot.“ bediene ich nur das Thema, das der Wahnbefallene vorgegeben hat.

  31. Realist

    „Innere Emigration“ trifft es sehr gut. Mag die Stunde kommen, da ich freudig meinen Platz im Schildwall einnehmen darf. Bis dahin können mir alle mal den Buckel runterrutschen.

    Stille Verweigerung der Loyalität und im Inneren behütete Verachtung ist die höchste Form der Freiheit in diesem System.

  32. Hartwig

    @ rosenzweig

    „Gauche du travail, droite des valeurs“ (Links für die Arbeit, rechts für die Werte).

    Könnte man die Bezeichnung „national socialisme“ geben.
    Innerhalb eines Rechtsstaates unter Wahrung bürgerlicher Freiheiten wäre dagegen wenig einzuwenden.

  33. rosenzweig

    „wo fände ich denn diese ‚andere Stelle‘?“ Das ist schwierig zu sagen Theodor, ich schreibe hier ja nicht unter Klarnamen und auf meinen Blog zu verweisen ist mir peinlich. Weil da bisher so gut wie nichts steht. Wenn ich meine Trägheit mal überwunden habe, werden Sie das wohl mitbekommen. Auch jetzt fehlt mir die Zeit, deshalb mach ich mal Kopie und Paste. Die meisten hier werden wohl des Englischen mächtig sein und ihnen wird auffallen, daß E&R bezüglich Moslems bzw. Muslim-Krimnalität eine ganz andere Linie vertreten als wir sie z.B. bei Stürzenberger und P I und auch teilweise hier vorfinden. Der französische Innenminister heisst übrigens Valls aber mein Schreibprogramm korrigiert mich dauernd.
    Zitat (aus „Culture Wars“ von E. Michael Jones):…the paradigm in France is dialectic, comprised of two political configurations which are the mirror image of each and, therefore, keep each other in power. In France, we have the sexualized Left promoting multiculturalism, and the Le Pen forces promoting the ethnic cleansing of Muslims. E & R breaks the dialectic by be- ing both pro-racination and pro- Muslim. This stance allows Soral to deconstruct the issue of Muslim crime, which is not a manifestation of “recent immigrants or religious Muslims” who “have strong roots in their culture, families, and lifestyles which categorically prevent them form being criminal.” Rather:
    The so-called “Muslim crime” in France is always linked with second generation youth gangs who have lost their cultural and religious roots and who know little or nothing about them but who are also rejected by the local, native, population. As Soral likes to say “nobody goes from the mosque straight into a gang- raping spree”. It’s really either/ or – but not both. Soral calls these thugs “Islamo-racaille” which can be loosely translated as “Islamo-thugs” – a very nasty and dangerous type with no sense of right and wrong and who exteriorizes his alien- ation by abusing the natives whom he hates. These are exactly the types who feel a deep attraction for the crude brutality of Wahabism and who end up killing cops in France or joining the liver-eaters in Syria. Their “Islam” is really only a pretext, a pious justification, for their psychopathic thuggery.
    Egalite et Reconciliation has been working with the Shi’a in France and “is especially close to the teach- ings Sheikh Imran Hosein and Sayyed Hassan Nasrallah. They are also close to the Iranian supported Centre Zahra in Paris.”4 E &R “stands for a full acceptance and integration of Muslim immigrants into the French society.” It poses a threat to the old paradigm: because it unites Left and Right, Christian and Muslim, religious and secular (as long as they are not anti-religious), native and immigrant, White and Black, rich and poor. But what seems to really trigger the panic of the French elites is the deep penetration of this movement into the notorious French “banlieues,” the destitute suburbs which over the past decades were filled with immigrants from Africa and which have turned into no- go zones of lawlessness and crime.

  34. Rosenzweig:

    Zumindest Soral und seine R&E-Truppe wurde bei Sezession im Netz bereits vorgestellt.

  35. Aurora

    Lieber Martin

    WORRY AND BE HAPPY !

    (Ein Satz, den mein spezieller „Lehrer“ oft sagt)

    Ich finde, der Satz hat was ;-)

    LG
    C

  36. Unke

    Rosenzweig, was an

    Links für die Arbeit, rechts für die Werte

    so originell sein soll erschließt sich mir nicht. Das wurde auch hierzulande als Antwort auf die „soziale Frage“ bzw. den Bolschewismus konzipiert und nannte sich National-Sozialismus.
    Die Quenelle dagegen finde ich tatsächlich originell und das französische Establishment demaskiert sich mit seiner Reaktion darauf selbst.
    Kann sein dass SiN darüber schon einmal berichtet hat, der Kern der Quenelle ist jedoch nicht, dass es etwas bestimmtes „verherrlicht“, sondern dass es eine unmittelbare Geste gegen die „PTB“, die „powers that be“ ist, etwa wie ein nur mühsam unterdrückter Mittelfinger.
    Das ist eigentlich auch unmöglich fehlzudeuten, aber die MSM (Miet-Schleimspur-Mäuler) entblößen sich hier als verlängerter Arm der Regierenden.
    Und das ist halt der Unterschied zu 1970: damals waren die Intellektüllen in Opposition zur Nomenklatura; heute, nach Vollendung des sozialistischen Eintönigkeit Paradieses, verteidigen sie die bestehende Ordnung.

  37. peter789

    „Ich bin dieser Tage sehr, sehr müde geworden, noch Kieselsteine gegen diesen Wasserfall zu werfen.“
    Kopf hoch, Lichtmesz. Du bist wie ein Bauer, der mühsam und gegen widrigste Bedingungen den Samen des Liberalismus und des Widerstandes gegen Links auf scheinbar toten Boden aussät. Aber irgendwann muss! auch wieder der Frühling der konservativen Wende kommen.

  38. Nein, Unke,

    die Quenelle ist die übertriebene zur Schau Stellung der eigenen Impotenz (Ich krieg‘ den Arm nicht hoch! Wirklich nicht!) in einer Zeit, welche die zur Schau Stellung der eigenen Impotenz verlangt.

  39. Unke

    Eben. Man könnte es aggressive Passivität nennen. Im übrigen ist mir nicht klar wo der Widerspruch zu meinen Ausführungen („mühsam unterdrückter Mittelfinger“) liegt.

  40. Ach, seien Sie nachsichtig mit mir. Ich muß mir, nachdem ich die Angelegenheit etwas eingehender recherchiert habe, selbst widersprechen – wenigstens partiell.

    Letztlich besagt die Geste „Arschkriecher“, wird allerdings nicht vollen allen so verstanden – wahrscheinlich weil nicht jeder so vulgär ist.

    Einem Mann, welcher nicht für seine Interessen eintritt, wird suggeriert, daß es ihm gefallen könnte, wenn ihm jemand den Arm in den Arsch steckt.

    Wären wir wieder bei der isländischen Bedeutung von „niidh“. Aber der Arm ist so weich, daß es ihn nicht stört.

    Nun ja, da überschneidet sich die Bedeutung dann mit suggerierter Impotenz.

    Aber offensichtlich ist den Franzosen die Bedeutung der Geste selbst nicht klar, sonst hätte sie Anelka ja nicht gemacht, nachdem er ein Tor geschossen hatte.

    Freilich, es ist ja auch eine vieldeutige Angelegenheit, die Impotenz mag die eigene sein oder die eines anderen, die Hand an der Schulter mag eine Stelle bezeichnen oder die Lahmheit des anderen Arms betonen und so weiter.

    Für Dieudonné sicherlich eine lustige Sache, das jetzt vor Gericht zu bringen, läuft ja darauf hinaus, daß der Staat offenziell zugeben muß, Gedankenpolizist und -richter zu sein.

  41. Unke

    Selbstverständlich bin ich keine offizielle Autorität in Sachen Knödel! :-)
    Als allerdings die Entrüstung von der üblichen Seite hochkochte wurde ich denn doch neugierig – und fand zunächst nichts. Ein Phänomen was dem Medienkonsument öfters widerfährt: das ist etwas oder jemand ganz pöhse oder -Codewort:- „umstritten“, man bekommt aber nicht so richtig mit warum eigentlich.
    Fast immer ist das Anlaß für mich ein wenig zu recherchieren, immer nach der Devise wenn Claudia Roth* X sagt, dann kann man sicher* davon ausgehen, dass das Gegenteil richtg ist, *also als 99%- Regel :-)
    (Aktuelles Beispiel: wenn alle auf Putin herumhacken… nein, es gibt zu viele aktuelle Beispiele, da verzettele ich mich nur.)
    Nach dem auch die FAZ nur den „Skandal“ als solchen thematisiert, aber sonst auch nichts dazu erläutert hatte (Journalismus bei der FAZ – „wozu?“) habe ich über vdare -oder war es takimag?- etwas mehr erfahren. Und ein paar YT-Videos von diesem Komiker gibt es auch. Dieser Komiker (kann den Namen nicht aus dem Gedächtnis fehlerfrei schreiben) tritt da offenbar mit einem ganz schlimm-verfemten auf (Faurisson?), kenne mich da nicht so aus. Naja, auf jeden Fall, es scheint hier wieder einmal guilt by association zu gelten und nun ist dieser Komiker eine Unperson. Also über den darf nicht mehr geredet werden. Medial und so. Nicht mehr beachten. „Gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehn!“. Wenn das Totschweigen längerfristig Erfolg hat werde ich nicht mehr hinter das Geheimnis der Quenelle kommen. Zumindest nicht ganz.

Diskussion geschlossen. :-)

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