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Endlich sagt’s mal eine! – Birgit Kelle im Gespräch

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kelle gleichheitswahn

Das nachfolgende Gespräch ist der 57. Sezession (Dezember 2013) entnommen.

SEZESSION: Frau Kelle, wie sieht Ihre Wunsch-Frau „von heute“ aus?

KELLE: Wie eine Frau, die es schafft, ihren Weg zu gehen, ihr Glück zu suchen und im Idealfall sogar zu finden, ohne sich von der Gesellschaft oder gar anderen Frauen vorschreiben zu lassen, welches das zugeteilte Häppchen Glück für sie zu sein hat. Mein persönliches Wunschbild für die „Frau von heute“ ist so betrachtet völlig irrelevant, denn es geht nicht darum, meine Vorstellungen für andere zu definieren, sondern jeder Frau die Möglichkeit zu schaffen, ihr eigenes Wunschbild zu werden.

SEZESSION: Sie haben sich also selbst beschrieben? War es ein langer oder bloß ein schwieriger Weg dorthin?

KELLE: Sie gehen also davon aus, dass ich mein eigenes Ideal bereits erreicht habe? Manchmal nach einem langen Familientag und Schreibtischarbeit bis in die Nacht bin ich nicht ganz sicher, ob mein Wunschbild und ich uns nicht ein bißchen entfremdet haben.  Zumindest würde ich heute sagen: Ich weiß, was ich will und ich fordere es auch ein. Für diesen Satz habe ich allerdings einige Jahre gebraucht.

SEZESSION: Insgesamt klingt das nach jener Wahlfreiheit, von der jeder in Deutschland und in der gesamten westlichen Hemisphäre mehr als genug vorfindet. Geht es nicht vielmehr um die – meinethalben freiwillige – Rückbindung in die Festlegung als Frau, also darum zu akzeptieren, daß es noch immer die Frauen sind, die die Kinder kriegen und die über dieses Schicksal nicht frei disponieren sollten?

KELLE: Mir gefällt der Begriff der „Rückbindung“ nicht. Wir kehren mit unserem Wunsch, Kinder zu bekommen, nicht zurück. Wir haben uns nie davon gelöst. Wir waren immer Frauen, wir sind Frauen und wir werden es immer bleiben. Sie bedienen sich hier der Rhetorik der Altfeministinnen, die ja immer wieder besorgt einen „backlash“ der Frauen zurück an den Herd und in die Familie kritisieren. Auch sie ignorieren, dass die Mehrheit der Frauen die traditionelle Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter nie verlassen hat und auch nie verlassen wollte. Die Wahlfreiheit, von der Sie mehr als genug sehen, finde ich allerdings nur auf dem Papier. Wenn einer Frau gesellschaftliche Ächtung als „Heimchen am Herd“, berufliches und damit finanzielles Aus und Altersarmut drohen, weil sie sich heute noch dafür entscheidet, Kinder vor Karriere zu setzen, dann ist sie nicht frei in ihrer Entscheidung, sondern wird nahezu genötigt, sich in ein zugeteiltes Rollenmodell einzufügen.

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29 Kommentare zu „Endlich sagt’s mal eine! – Birgit Kelle im Gespräch“

  1. yvonne

    Der Fall Brüderle war natürlich komplett lächerlich. Bis auf unsere Medienvertreter haben das wohl auch die meisten so gesehen. Normale Frauen freuen sich über Komplimente.
    Nicht leiden kann ich aber ebenfalls das Gerede davon, dass man als nicht berufstätige Frau überall angefeindet wird. Ich war immer und bin stolz, Hausfrau und Mutter zu sein. Wie andere das finden, interessiert mich überhaupt nicht. Und ich muss ehrlich sagen, es gab wenig dumme Kommentare. Viele wären doch auch gerne zu Hause.
    Die Zerstörung der Familie ist wie alle Zerstörungstaten hier das Werk dieser subversiv bis offensiv wirkenden Kräfte, die nicht gerade zufällig über uns gekommen sind.
    Witzigerweise gibt es trotz der gewünschten Gleichmacherei ja rein äußerlich bei den Jugendlichen einen Trend zu ausgeprägten Rollenbildern, aber leider alles geradezu betont kalt und oberflächlich. Ich sähe da lieber so etwas mütterliches, mehr dörflich-weibliches…
    Der Wunsch nach Selbstverwirklichung basiert auf einem Irrtum. Wir sollten stattdessen dem nachstreben, welches uns gut zu Gesicht steht.
    Neulich musste ich auf der Wache (nur eine Autoschramme ;)) mit dem Polizisten gemeinsam lachen, dass die Berufsangabe „Hausfrau“ auf seinem Formular nicht mehr eintragbar war.

  2. Die Befreiung vom Sklavenjoch des gefräßige Schreihälse fütternden Mutterkonstruktes wird erst mit der Frauenpflichtquote im Stahlwerk und Bergwerk erfolgt sein. Herausragender Akt der Emanzipation ist die Degradierung zu Ersatzmännern im menschenausbeuterischen Getriebe. Sterilisierte Frauen in die Produktion! Den Nachschub an Arbeitssklaven kann man sich schließlich billiger aus der Dritten Welt importieren!

    Vorangetrieben wird diese Ideologie zumeist von jenen ästhetisch Andersbegabten,

    … welchen ein weibliches Selbstbewußtsein ebenso fehlt, wie die Wertschätzung genuin weiblicher Eigenschaften und Tätigkeiten, und welche Frauen lediglich als zu kurz gekommene Männer betrachten. Jene Großstadthybride, die in der urbanen Zivilisation als anonyme Einzelwesen dahinvegetieren müssen zwischen Jobs, Jeans und Jugendwahn (die drei J), und die so gern wie Männer funktionieren würden, wenn man sie nur endlich ließe: Männer_innen.

    [Männer_innen!]

  3. Gutmensch

    Liebe Yvonne,

    ich kann nicht erkennen, dass der Wunsch nach Selbstverwirklichung auf einem Irrtum basiert, wie Sie schreiben. Ich denke vielmehr, dass dieser Wunsch völlig normal ist. Im übrigen wird man aber irgendwann einmal erwachsen und stellt sich dem Problem, dass man wohl nicht alles auf einmal haben kann. Dauerhaft Unerwachsene dürfen gerne weiter mit Gitte trällern: „Ich will alles, ich will alles und zwar SOFORT!“ Nur sollen sie es den anderen, die zurückhaltender mit ihren Wünschen sind, nicht in die Ohren schreien; das ist nämlich nicht nett.

    Im übrigen meine ich, dass Frau Schwarzer eine wichtige Funktion in diesem Land erfüllt. Zwar ist es ersichtlich Nonsens, sexuelle Belästigung nun ausgerechnet mit Herrn Brüderle zu verbinden – schöne Honigspur, super drauf reingefallen, #aufschrei, sorry Frau Schwarzer!! Im übrigen gibt es aber selbstverständlich sexuelle Belästigung (ich vermute, auch durchaus in volkssportverdächtigen Größenordnungen!) und regelmäßig wird sie sich als nicht justiziabel erweisen. Das ist eben der Preis, den Frauen dafür zahlen, dass sie unlimitierten Umgang mit Männern pflegen. Und den die Männer dafür zahlen, weil ja dann und wann eben doch angeklagt wird! Dieser Zielkonflikt wird sich wohl kaum auflösen lassen – oder jedenfalls: ich kenne kein Allheilmittel (die Scharia diskutiere ich an dieser Stelle NICHT).

    Deshalb ist es auch gut, dass es Frau Schwarzer einerseits und Frau Kelle andererseits gibt. Wer sich mal wieder entspannt zurücklehnen darf – sind die Männer, die nämlich meistens wissen, wo die Grenze verläuft.

    Gruß vom Gutmenschen.

  4. Rumpelstilzchen

    Ein Hoch auf die selbstbewußte Weiblichkeit !

    Birgit Kelle hat das Zeug Alice Schwarzer abzulösen, ohne das Schicksal von Eva Hermann zu erleiden.
    Erhobenen Hauptes und mit herausgedrückter Brust schreitet sie durch den deutschen Blätter- und Gesprächswald.

    Ihre Proklamation: Zwischen selbstbewusster Unweiblichkeit und an sich selbst zweifelnder Dämlichkeit gibt es einen Weg.

    Wir müssen uns keinen Bart wachsen lassen, uns nicht die Möpse aufpumpen. Wir brauchen keinen Nippel-Alarm auslösen und müssen nicht hysterisch kreischen, wenn uns mal ein alter Mann in den Ausschnitt guckt.
    Und wir brauchen auch nicht unsere Brüste zeigen, wenn wir demonstrieren und wir müssen uns nicht verhüllen. Entspannte Weiblichkeit pur.
    Und ich war schon immer ein Brüderle Fan.
    Guckst Du:

    http://www.zeno.org/Literatur/M/Busch,+Wilhelm/Bildergeschichten/Ein+galantes+Abenteuer

  5. Carsten

    Ich finde es großartig, dass es mit Birgit Kelle, aber auch Eva Herman, Frauke Petry, Bettina Röhl, Saskia Ludwig und nicht zuletzt Ellen Kositza endlich eine weibliche Gegenbewegung zum linken Mief der Ära Alice Schwarzer und der orwellesken „Gender“-Klempnerei gibt. Kompliment, die Damen!

  6. Carsten

    Passt auch dazu:

    Die Resultate einer europaweite Studie vom Mai wurden bislang von Medien und Politik nicht zur Kenntnis genommen: Sie passen nicht ins Bild.

    Nur elf Prozent der Frauen mit Kindern wünschen sich eine Vollzeit-Erwerbstätigkeit. Das ist eines der Ergebnisse einer europäischen Mütter-Studie. 63 Prozent würden gerne eine Teilzeitstelle mit der Erziehungsarbeit kombinieren und jede vierte Mutter bevorzugt es, sich vollzeitlich um die Familie zu kümmern.

    Die Erhebung basiert auf der Befragung von fast 12’000 Müttern und wurde im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt. Die Studie wurde zwar bereits im Mai 2011 veröffentlicht, aber bisher in Deutschland weder von den Medien noch von der Politik zur Kenntnis genommen.

  7. waldgänger aus Schwaben

    @Yvonne
    Zum Thema kann ich auch eine nette Anekdote beisteuern.
    Eine Bekannte aus Schulzeiten, studierte Germanistin, verheiratet mit einem gutverdienenden, viel beschäftigten Abteilungsleiter, zwei Kinder, verwirklicht sich selbst als freie Journalistin, wenn sie gerade mal Muse hat, was zu schreiben. Brauchen tut sie das magere Zeilenhonorar ja nicht.

    Natürlich schon immer links, grün, progressiv, modern, emanzipiert, das volle Progamm halt, wie man es so kennt.

    Bei einem Treffen von Schulkameraden kommt die Rede auf einen entfernten gemeinsamen Bekannten. Da sagt die doch glatt:

    „Ja, den kenne ich, der hat immer die Kinder vom Kindergarten abgeholt. Aber wie ein Loser sieht der eigentlich nicht aus.“

    Also nur Männer, die Loser sind, holen ihre Kinder vom Kindergarten ab!
    links, grün, progressiv, modern, emanzipiert!

  8. KW

    @ Carsten
    Und die Gegenbewegung ist auch wesentlich hübscher als Schwarzer. Der 68er Mief war nicht nur unhaltlich, sondern auch personell optisch furchtbar häßlich. Man denke nur an das derzeitoge politische Personal, gruselig.

  9. Gutmensch

    Ja, lieber Carsten,

    auch ich gönne den von Ihnen genannten Damen, dass eine von ihnen mal das politische Kampfgewicht einer Alice Schwarzer erreichen möge. Ich habe nichts gegen starke Menschen, selbst wenn es Frauen sind; ich halte aus!

    Und Stärke kann man Frau Schwarzer nicht absprechen – nicht einmal, dass sie bestimmte Prioritäten vernachlässigen würde: http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/paedophilie-distanzierungstango-in-der-paedofrage-12514795.html
    (Achtung: Wen Kinder nicht interessieren, den interessiert auch nicht der link).

    Liebes Rotkäppchen, danke für Ihren link, der hat viel Spaß gemacht.

    Lieber Herr Grambauer, ich habe allein drei verschiedene Grimms (Märchen) im Schrank – die wurden leider immer mal wieder sprachlich gepl … geglättet, meinte ich. Grundsätzlich haben Sie natürlich recht!

    Gruß vom Gutmenschen.

  10. hubraum

    @KW
    ganz tolles „Argument“. Wenn man inhaltlich offensichtlich nichts mehr dazu beitragen kann, behilft man sich damit, den Diskussionsgegner als Person anzugreifen und beispielsweise durch seine „Hässlichkeit“ abzuwerten: argumentum ad hominem.

    Ich fände es weniger berechenbar, wenn die Sezession mal ein Interview mit z.B. Alice Schwarzer einstellen würde. Den i-like-Birgit Kelle-Sticker trägt ja derzeit u.a. auch Dieter Stein. Interviews mit Frau Kelle, Werbung für ihr Buch, für ihre Lesungen und Auftritte findet man logischerweise inflationär in JF, PAZ und nun eben auch in der Sezession. Na fein. In eigenem Saft schmoren eben… Ist andererseits auch nachvollziehbar, denn wenn man ihre Meinung teilt, will man sie ja auch unterstützen, damit ihre Botschaft so viele Menschen wie möglich erreicht.
    Frau Kelles Verdienste als Hausfrau und Mutter werden jedoch hier (bei der rechten/dunklen Seite der Macht :o) auch nicht gewürdigt. Allein für ihre Arbeit als Buchautorin erntet sie medialen Dank und Anerkennung (und natürlich auch Anfeindungen und Abwertungen…). Frau Kositza bekam den Gerhard-Löwethal-Preis ja auch nicht für ihre eigentliche Arbeit.

  11. Hans Stein

    Der Angriff gegen die (Nur-)Hausfrau ist vielfach aus verstecktem Neid geboren. Früher pflegten Frauen von gutgestellten Männern stolz zu sagen „ich brauche nicht zu arbeiten“. Dies ist heute nicht mehr tunlich (korrekt), wird aber in vermögenden und bescheiden lebenden traditionellen Kreisen praktiziert.
    Die neudeutsche Frau dagegen bekommt höchstens ein Kind und setzt sich an die Aldikasse, um den Urlaub in Malle zu finanzieren.

  12. nino

    So ist es, Herr Stein. War man früher noch stolz und froh, dass ein Einkommen für die ganze Familie gereicht hat, so sind die Leute heute stolz darauf, wenn sie beide morgens aus dem Haus dürfen. Wunderbar, diese Emanzipation; da muss sogar die Frau einer Erwerbsarbeit nachgehen.
    Interessanterweise waren es viele Frauen aus der oberen Bürgerschicht, welche dafür stritten, dass sie auch mänlichen Tätigkeiten wie der Juristerei oder der Schrifstellerei nachgehen konnten (während dem die Kinder vom Kindermädchen betreut wurden). Die unteren Schichten, bspw. das Kindermädchen, wären froh gewesen, wenn die Einkommen der Gatten so weit gereicht hätten, dass sie zu ihren eigenen Kindern hätten schauen können.

  13. Gutmensch

    Hallo Hubraum,

    ich kann mich dem i-like-Sticker für Frau Kelle sogar anschließen! Sie spricht das nämlich das aus, was Frau Schwarzer nicht aussprechen kann: Nämlich dass junge Frauen (jedenfalls: auch) Mütter sein wollen und das nie anders war und nie anders sein wird! Das ist angesichts der Geburtenziffern und verpassten Gelegenheiten bitter nötig!

    Frau Schwarzer kam die Aufgabe zu, etwas anderes auszusprechen. Und sie meint, ihre Arbeit sei noch nicht vollständig getan.

    Leider wird über der ganzen Debatte etwas vernachlässigt, dass zur Familie ja Mutter und Vater gehören. Die Frauen in meinem Bekanntenkreis sind mittlerweile alle Mütter – spät ist es, natürlich sind es wenig Kinder – aber: immerhin … Nur: ich habe eine ganze Reihe (heterosexueller) männlicher Bekannter, die immer noch keine Väter geworden sind! Leider kann man sich auch als Mann nicht darauf verlassen, dass die Zeugungsfähigkeit ewig erhalten bleiben möge … aber wenigstens kriegen die Jungs selbständig einen Nagel in die Wand, fahren Motorrad und sind folglich auch bei kritischer Betrachtung als Männer erkennbar, so dass man noch nicht alle Hoffnung fahren lassen muss, dass es in naher Zukunft mal klappt mit der Familiengründung! Aber wenn ich in der Bahn sehe, was so nachgewachsen ist – unsichere sexuelle Orientierung, den Fluchtinstinkt überdeutlich im Gesicht – diese (leider auch schon angejahrten…) Jüngelchen sind doch meilenweit vom eigenen Wunsch nach Familie, Verantwortung und Kindern entfernt! Mit mangelnden Verdienstmöglichkeiten (die natürlich ein sehr ernsthaftes Problem darstellen) allein ist das nicht zu erklären; noch weniger mit mangelnder Kooperation der Frauen, wie Frau Kelle ja treffend herausgearbeitet hat.

    Gruß,

    Gutmensch.

  14. Rumpelstilzchen

    Endlich sagt’s mal einer:
    http://www.welt.de/vermischtes/article122216257/Ein-Softie-sucht-den-Macker-in-sich.html

    @Carsten die besagte Studie ist von der Organisation
    Mouvement Mondial des mères

  15. Rumpelstilzchen

    Und noch eine Jugendbuchempfehlung.

    Wilhelm Busch war ein großer Fürsprecher der selbstbewußten Weiblichkeit.
    Seine Bücher seien jungen Mädchen ans Herz gelegt:

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/4207/1

  16. Carsten

    Da hat der Gutmensch Recht. Viele junge Frauen würden gerne Mutter werden, finden aber keinen Mann, weil diese ihre Jugend gerne bis Ende Dreißig verlängern wollen und sich vor Verantwortung und Verbindlichkeit drücken.

    an Hubraum:
    „Frau Kositza bekam den Gerhard-Löwethal-Preis ja auch nicht für ihre eigentliche Arbeit“
    Na, Sie müssen’s ja wissen…

  17. Phobius

    … ist es auch gut, dass es Frau Schwarzer einerseits und Frau Kelle andererseits gibt.

    Ohne Männer, die die Frauen-Emanzipation (= Zwang zur Erwerbstätigkeit) forcieren, gäbe es beide nicht; der Feminismus wäre das, was er im Kern ist, ein sektiererisches Grüppchen gebärunwilliger und „gebärunfähiger Weiber“ (Nietzsche). Die offensichtlichen Intentionen eines Teils der „Elite“ unterscheiden sich dabei von denen der Mehrheit der sich seit Jahrzehnten verweiblichenden Männer, welche Spengler vor 100 Jahren wie folgt beschrieb:
    „Die Frauenemanzipation will nicht die Freiheit vom Mann, sondern die vom Kinde, die gleichzeitige Männeremanzipation die von den Pflichten für Familie, Volk und Staat.“

  18. KW

    @ Hubraum
    Daß Leute wie Schwarzer an der Zerstörung unseres Volkes, der Familie, an unserer zahlenmäßigen Dezimierung und der Zerstörung eines bewährten Schulsystems wesentlichen Anteil haben, muß nicht erst nachgewiesen werden. Es wird Zeit, daß Kräfte wie Kelle und Eva Herman politisch und publizistisch in Erscheinung treten, weil die Zerstörung nicht fortgesetzt werden darf.

  19. Gutmensch

    Ja, lieber Phobius,

    und was lehrt uns das alles? Dass es bei allem Geschlechterkrieg und Abgegrenze gegen die Mitkrieger in erster Linie mal Fürsprecher der FAMILIE geben muss und dann: Fürsprecher der KINDER aus der FAMILIE. Argumente gegen das Kinderkriegen sind schnell bei der Hand – leider sind sie sehr häufig auch nicht von der Hand zu weisen; es wäre herzlos, das zu leugnen – aber dafür gibt es in unserer Gesellschaft wenige – zu wenige – Anreize für das Kinderkriegen (nein, ich meine nicht das Geld (allein). Ich meine: Wertschätzung, oder mal zur bescheidenen Abwechslung: Ruhe vor übermäßiger Bevormundung!).

    Verlassen wir also die Nebenkriegsschauplätze (auch wenn sie sehr amüsant sind, wie Rotkäppchens links belegen) und wenden wir uns den Bedürfnissen der Kinder zu!

    Gruß an alle,

    der verheiratete Gutmensch.

  20. yvonne

    @Phobius
    Denn Emanzipation ist schließlich der Kern des linken Denkens. Loslösung und Zerstörung nicht zuletzt aus Faulheit und Feigheit, sich seinen Pflichten zu stellen, verpackt in die Verheißung, auf diese Weise zu sich selbst zu finden. Aber was liegt am Ende da: NICHTS.
    …zur Freude des Elitenteils.

  21. waldgänger aus Schwaben

    Wenn die politische Führung mit dem gleichen Elan wie bei gender-mainstream, diversity management etc. eine family-first Politik verfolgen würden, dann gäbe es genug Kinder und wir bräuchten keine Zuwanderung. Aber Zuwanderer sind als Wähler und Arbeitnehmer williger und billiger. Solange jedenfalls wie sie in der Minderheit sind.

  22. Stil-Blüte

    Klingt alles ein bißchen altmodisch, was ich jetzt sage, aber ich probier es mal, wobei ich das Mutterdasein stillschweigend einbeziehe.

    Mal ehrlich, ‚Hausfrau‘ klang immer schon ein wenig platt. Viel eher würde ich die Haus-Herrin (hallo, liebe Feministinnen) ausloben: sie dirigiert, delegiert, ordnet, ordnet an; sie hat die Oberhoheit über das Hauswesen. Ist man betucht – mit Personal; lebt man bescheidener – ist es prinzipiell doch nichts anderes. Dieses Umfassende eines Haushaltes ([das] Haus halten, einen Haushalt führen – Verwaltung der Finanzen, Einkauf, Gastgeberin, Gärtnerin, Köchin – ist – die Tautologie sei mir gestattet – umfassend . Die Fähigkeit, die dabei erworben wird, ist auf (Familien-)Unternehmen übertragbar mit dem feinen Unterschied, auf Zu- und Ausfälle, Mißliebigkeiten, Krankheit, auf das Lebendige an sich rascher, effizienter reagieren zu können.

    Exzellente Hausherrinnen waren in meinen Augen Katja Pringsheim-Mann, Helene Weigel-Brecht, Bettina von Arnim-Brentano, auch Jaqueline Kennedy. Gewiß, prominent, privilegiert, haben sie sich nie als Schatten ihres Mannes empfunden. Sie waren souverän, Persönlichkeit genug, ihren Machtbereich auszuloten und auszukosten.

    Wir sollten uns den guten Ruf einer Hausherrin zurückerobern. Und die Herren der Schöpfung sollten das in jeder Hinsicht besser honorieren!

  23. Nordlaender

    @ waldgänger aus Schwaben

    Was uns fehlt, ist eine Grundlagenforschung in Sachen Wirtschaftswissenschaft. Was ist Wirtschaft? Eine Gemeinschaft mit x Mitgliedern stellt benötigte Güter her bzw. erwünschte Dienstleistungen bereit.
    Wann ist Wirtschaft erfolgreich? Wenn der Bedarf an diesen Gütern und Dienstleistungen weitgehend gedeckt werden kann.
    Der Erfolg ist also in keiner Weise abhängig von der Anzahl der Mitglieder dieser Gemeinschaft, noch von der Größe und dem Umsatz der involvierten Unternehmungen.
    Nicht „wir“ benötigen die sogenannte „Zuwanderung“, daß bestimmte Unternehmungen ihre Umsatzzahlen nicht verringern wollen, steht auf einem anderen Blatt.
    (Pardon, bei „Zuwanderung“ stelle ich mir immer das Mienenspiel der Möntschenfreundin Rita Süßmuth – mit frommem Blick gen Himmel – vor.)

  24. Belsøe

    Zunächst: selbst die (genau betrachtet seltene) nicht erwerbstätige, nicht nebengewerblich oder im Bereich Endes Mannes zuarbeitende Frau ist nur in ganz kurzen Zeiträumen oder hoch privilegierten Kreisen eine nicht hart arbeitende Frau gewesen. Nun sind Waschzuber, Feld, Garten und Kleinvieh indes verschwunden. Also doch ein bisschen schlicht, und im übrigen in diesem Rahmen hochmodern, die Frau nicht so gern (eben heutig-zeitgemäß) tätig und meinetwegen auch verwirklicht sehen zu wollen. Und es ist auch nicht naturgegeben, jeden der mal eine Zeit lang was anderes (Kinder z.B.) vorhatte als Vollzeit in seinem erlernten Beruf abhängig zu arbeiten, für alle Folgezeit als minderwertige und abgehängte Kraft zu betrachten, so wie es sich die deutsche Wirtschaft immer noch leistet. Mein ganz persönlicher Blickwinkel nach diversen Jahren in anderen Ländern: wir sind auf diesem Gebiet richtig schlecht – eingefahren, überholt und abgehängt. Meine Oma lag eingewickelt am Feldrand während ihre Mutter – tja, arbeitete, aber wiederum zu Zeiten mit Säugling dank vernunftbegabtem Bauern halbe Tage machen durfte (auf eigene, familienverantwortliche Rechnung). Sowas bekommt man heute selbst mit Telearbeitsplätzen nicht so einfach abgesprochen, schon gar nicht auf gegenseitiges Wort. Die Mütterverachtung hat viele Gesichter, eins davon ist ein bräsiges Gewohnheitstier namens Chef.

    Besonders delikat wird es natürlich, wenn die andere Seite des Frühstückstisches dann auch B sagen muss. Das was hier als dann ja wohl doch bessere Frau gelobt wird, ist nämlich schlecht geeignet für populäre Beziehungsspielchen wie (berufs-)jugendlich-unverbindliche Ausschweifungen, progressive Überheblichkeit, ironisierende Ausflüchte, charakterliche Beliebigkeiten, lass-uns-nicht-über-Geld-reden und ähnliche Kommoditäten, an die sich keineswegs nur das linke Spektrum weidlich gewöhnt hat. Wie las ich einmal neben einem „Love your freedom? Thank a veteran!“-Graffito? „Love your premarital sex? Thank a Hippie!“

    Da muss dann schon ganz anders Butter bei die Fische.

  25. gerdb

    Noch zu Goethes Zeiten gab es im deutschen Sprachraum nicht eimal 20 Millionen Einwohner.
    Eine Gesundschrumpfung wäre durchaus zu begrüssen, nicht zuletzt aus ökologischen, konservativen Gründen.
    Das Problem ist die Überfremdung mit raumfremden Kulturen.
    Was wir brauchen ist nicht die Masse Mensch, sondern der Qualitätsmensch.

  26. waldgänger aus Schwaben

    @gerdB, @Nordlaender
    ein Rückgang der Bevölkerung durch Geburtenrückgang führt zu enormen sozialen Verwerfung. Es fehlt an Beitragszahlern für Rente und Krankenkasse. Der Ruf nach Zuwanderung stösst deshalb beim Heer der Alten in der Rentnerdemokratie solange auf Zustimmung, wie ihnen suggeriert werden kann, dass all die netten Ausländer nur kommen um ihnen ihren Ruhestand zu finanzieren.

    Bis die Betroffenen erkennen, dass die Zuwanderung netto ein Verlustgeschäft ist, weil die Falschen kommen, ist es zu spät.
    Eine „Gesundschrumpfung“ ist in einer Demokratie nicht zu machen, solange Zuwanderer bereit stehen, d.h. solange es irgendwo ärmere Länder auf der Welt gibt.

  27. Rumpelstilzchen

    Da sagt’s noch eine andere.
    Dieses Thema ist in Frankreich wohl auch eines.
    Da blitzt sogar der Erbfeind durch, schaut man auf die Leserkommentare.
    Na sowas: die franz. Feministen sind sogar für die Prostitution.
    Dann könnten sie doch das deutsche Modell übernehmen, statt in das Saarland zu fahren. Und somit ihre eigene Wirtschaft ankurbeln.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/elisabeth-badinter-im-gespraech-franzoesinnen-sind-zuallererst-frauen-dann-muetter-12680633.html

  28. Gutmensch

    Das Wort „Rentnerdemokratie“ ist vielleicht etwas OT, scheint mir aber ein echter Lichtblick im Meinungsdschungel.

    Zumal sich einige der heutigen Rentner von dem Anspruch überfordert sehen, Omas und Opas zu sein (ihnen haben wir es ja auch zu verdanken, dass grundsätzliche Probleme der Konzepte „Vater“ und „Mutter“ zum ersten Mal deutlich benannt wurden): Sich zu kleinen Kindern – wie etwa denen von Frau Kelle – herabzubeugen, um deren Popo abzuwischen, ist orthopädisch bedenklich, gerade für den älteren Rücken.

    Rückenmassagen wiederum fördern ganzheitlich die wellness und man wäre kein toleranter Mensch, wenn man von der Fachkraft verlangen würde, dass sie für das magere Gehalt beim Massieren auch noch auf deutsch mit einem redet.

    Jedenfalls scheint mir das Konzept „Rentnerdemokratie“ die Probleme der Nicht- und vielleicht ja Niemals-Rentner etwas zuverlässiger zu beleuchten als das Reiben an den spezielleren Anliegen der Frau Schwarzer.

    G.,

    G.

  29. hubraum

    @ Carsten: „Sie müssen es ja wissen“
    Der Gerhard-Löwenthal-Preis ist eine Auszeichnung für Journalisten und den haben sowohl Kositza als auch Kelle verdient. Für ihre „eigentliche“ Arbeit als Mütter wurde ihnen meines Wissens nach keinerlei gesellschaftliche Anerkennung zuteil.

    @ Gutmensch
    Ich würde auch eher den Birgit- als den Alice-Sticker anlegen. Allerdings tue ich mich etwas schwer damit, mich mit fremden Autoritäten zu schmücken. Ich glaube auch nicht, dass man Frauen/Männern ihren Kinderwunsch über ihren Verstand wieder zugänglich machen kann… heißt ja ReproduktionsTRIEB und nicht Reproduktionsüberlegung. Aber mit Naturwissenschaften/Genetik darf man ja heute nicht mehr argumentieren… da müsste der Mensch sich ja eingestehen, dass er ein denaturierter Primat ist… der einzige übrigens, der seine genetische Programmierung unterdrückt. Das kränkt… weil es aus dem menschlichen Elfenbeintürmchen haut. Wer das nie erlebt… gelebt hat… Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt des eigenen Kindes, Bindungs- und Brutpflegeinstinkt, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen übernehmen – wie will der verstehen, was ihm Eltern zu vermitteln suchen… was das mit dem Selbst macht? Kein Reiz – keine Reaktion. Frau Schwarzer fühlt nicht, was ihr entgangen ist und sie verteidigt ganz einfach ihren eigenen Lebensentwurf. Würde ich auch machen, an ihrer Stelle. Kompensation eines nicht gelebten Lebens…

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