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lichtmesz Martin Lichtmesz


Christlich-subversive Aktion in Speyer

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DuDuPi-News berichtete am 11. November von einer christlichen Protestaktion in Speyer, die in einem fast schon gespenstischen Video dokumentiert wurde. Zumindest bei mir hat es aus mehreren Gründen ein erhebliches Gruseln ausgelöst.

Viele protestantische Kirchen werden heute eher als Konzertsäle und Propaganda-Stellen für „Toleranz“ und ähnliche Agenden denn als Gebetshäuser genutzt.  Vermutlich hatten die Verantwortlichen des Dekanats Speyer eine Kombination aus beidem im Sinn, als sie eine Aufführung der „Friedensmesse“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins auf den Spielplan setzten.

Dieses Anti-Kriegs-Stück wurde erstmals in Jahre 2000 anläßlich der Tragödie des Kosovo-Krieges aufgeführt; es basiert auf dem französischen Soldatenlied „L‘homme armé“ (Der bewaffnete Mann) aus dem 15. Jahrhundert, das Freunden der italienischen Kultgruppe Camerata Mediolanense ein Begriff sein wird. Jenkins verarbeitete darin Texte über den Krieg aus einer Vielzahl von Quellen, von der Bibel und dem Mahabharata bis zu den Berichten der Überlebenden von Hiroshima.

In die Komposition eingebaut ist auch ein islamischer Gebetsruf, der „Muezzinruf“. Dieser „Call to Prayer“ ist innerhalb des Stückes Auftakt einer Reihe religiöser Anrufungen, denen ein christliches „Kyrie Eleison“ und ein Text aus den Psalmen folgt. Jenkins hatte hier offenbar – in typischer kultureller Projektion der christlichen Perspektive – eine Polyphonie der Stimmen der „Weltreligionen“ vor Augen, die zu Besinnung und Frieden aufrufen. In der oben verlinkten Aufnahme kann man hören, wie sich der Interpret reichlich Mühe gibt, einen fromm-klagenden Ton anzustimmen.

Der ästhetische Unterschied zum „Kyrie“ ist allerdings sehr deutlich. Diese Litanei, ein wichtiger Bestandteil der katholischen Messe, wird in einem Kirchenchor vorgetragen, der „Adhan“ hingegen mit lauter Stimme von einem Minarett in die Welt gerufen. Er eignet sich eher für einen aufpeitschenden, ja martialischen Tonfall, und in der Tat wäre er an anderen Stellen der filmmusikartigen Komposition wohl besser am Platz gewesen.

Hier ist nun also der Punkt, an dem „die mutige Deutsche“ Heidi M., eine bekannte Heldin der islamkritischen Szene, ins Spiel kommt. Diese hat nämlich die Aufführung der „Mass for Peace“ genau in dem Moment von der Gallerie herab gestört, als der Muezzinruf erklang – mit zornerfüllter Stimme, den berühmten Worten von Martin Luther auf den Lippen und gar einer schwarz-rot-goldenen Fahne mit der Aufschrift „Jesus ist Herr“.

Jesus Christus allein ist Herr über Deutschland! Ich zerbreche diesen Fluch! Und ich stehe hier und ich kann nicht anders! Es ist die Kirche von Martin Luther! Ich stehe hier und ich kann nicht anders! Allahu Akhbar wird gerufen, wenn gemordet wird! Laßt euch nicht täuschen! Laßt euch nicht täuschen!

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81 Kommentare zu „Christlich-subversive Aktion in Speyer“

  1. Man wird nicht so behandelt wie man es verdient sondern wie man sich behandeln laesst.

    Und wenn gesitig voellig fellachisierte sich unterwerfen wollen, bitte, aber die sind dann ncht mehr teil eines Deutschen ( Oesterreichischen, Franzoesischen etc ..) Volkes.

    Fellachen zaehlen nicht. Wy counting people who do not count?

    Der Aktivismus der islamisch-subvesiven Elemente erinnert an leninsche Taktik. Und in der Tat: Wenige zu allem entschlossene haben noch immer die Schaherden unterworfen ( und machmal auch verspeist).

    Man kann gar nicht energisch genug sein!

    jeden Tag ein Akt des Widerstandes !

    jeden Tag ein Stoerung der p.c. Gemuetlichkeit!

    Jeden Tag Widerspruch!

    jeden Tag laut, kratzig, widerspenstig, energisch „kontra“ geben.

    Da die Fellachenposition in sich substanzlos ist lebt sie ausschliesslich von Taeuschung, „als ob‘ und der nicht wirklch noblen Zurueckhaltung der Gutgesinnten.

    „klingsor’s Reich‘ ist auch ploetzlich vergangen …

    Beste gruesse 7 es wird schon besser werden

    Harald de Azania

  2. Rumpelstilzchen

    Danke Herr Lichtmesz,

    Wenn man denkt, keiner versteht mich, erscheint ein Beitrag von ML.

    Heidi M. ist zweifellos „verrückt“. Ich kann es niemandem verdenken, wenn er hier skeptisch bleibt oder dergleichen sogar lächerlich, hysterisch und theatralisch überzogen findet. Aber so erging es auch Nietzsches tollem Menschen, den anfangs auch alle verlacht haben. Die „Verrücktheit“ der Heidi M. ist nichts gegen die tägliche, inzwischen konstitutionell verankerte Verrücktheit der Regierenden, der Kirchen, der Presse, der akademischen Ideologen, an die wir uns alle gewöhnt haben, und die unsere Gesellschaft von innen her aushöhlt und zerstört.

    Ich war an besagtem Tag in Speyer, weil ich die „Verrückten“ mal sehen wollte, sprich, ich ging durch die Mahnwache, die abgedrängt am Rande stand. Ältere, aufrechte Herrschaften, weit angereist und sehr verloren.
    Kurz kam mir der Gedanke, wieso dieser berechtigte Protest nicht attraktiver rüberkommt und auch, ob man nicht vielleicht in der Kirche ein paar Flugblätter von der Empore werfen könnte, so wie einst Sophie Scholl.
    Ich war nicht in der Kirche und erfuhr erst später von dieser Aktion Heidis.
    Ich schwankte zwischen Bewunderung und Skepsis. Bewunderung für den Mut und die Leiden-schaft, Skepsis, was das bewirken solle oder würde.
    Egal, es wäre natürlich phantastisch, wenn die belämmerten Zuhörer aus ihrer Abgestumpftheit erwachen würden und laut und unter Posaunenchor „Großer Gott , wir loben Dich“ singen würden , wenn der Muezzinruf ertönt.
    Noch schöner, wenn die anwesenden Muslime davon er-griffen würden.
    Ich habe schon viele einsame Subversive in meinem Leben kennengelernt und das waren die intensivsten menschlichen Begegnungen.
    Deshalb ein Hoch auf Heidi !

  3. Luise Werner

    Falls Heidi M. verrückt ist, dann nur deshalb, weil sie irgendwann verrückt geworden ist. So wie wohl auch ein A.Breivik verrückt wurde. Es ist eben zum Verrücktwerden, und ich wundere mich, dass noch nicht viel mehr Leute verrückt geworden sind. Und wenn ich jetzt weiter schreibe … bekomme ich bald Besuch …

  4. neocromagnon

    Mir ist ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen, als ich den Muezzinruf in der Kirche gehört habe.
    Es ist nicht ein Verrat an den Menschen der Kirche.
    Nach dem Glaubensbekennstnis ist Jesus als Herr gegenwärtig, in der Messe sogar leibhaftig.
    Es ist ein Verrat an Jesus Christus.

    Zu Heidi will ich nur sagen, ich bin fassungslos über diesen Mut.
    Darüber zu urteilen steht mir nicht zu, denn ich habe mich noch nie vergleichbar bewiesen.

  5. neocromagnon

    @Rumpelstilzchen

    Skepsis, was das bewirken solle oder würde.

    Du kannst davon ausgehen, daß keiner der Anwesenden diesen Tag jemals vergessen wird, incl. Muezzin.

  6. Redl

    Die Tat ist mutig, und es gehört in unseren „bunten“ Tagen sicher einiges an „Verrücktheit“ dazu. Wer mit katholischer Erziehung und christlichen Märtyrergeschichten im dreckigen Dutzend groß geworden ist und seinen streng-katholischen Glauben bewahren konnte (oder im mittleren Alter wiederentdeckt hat), sieht diese Episode eventuell noch ein wenig differenzierter.

    Und noch ein kleiner Einwurf: Auch wenn es in meiner oberbayerischen Wahlheimat eher unwahrscheinlich ist – wie lange wird es noch dauern, bis dieses Programm auch in katholische Kirchen zum traurigen Alltag oder Quasi-Alltag werden wird?

  7. MartinE32

    Als Noch-Mitglied einer evang. Landeskirche in Deutschland kann ich in diesem Zusammenhang gar nicht so viel essen, wie ich k … möchte.

    Bei den Kirchengemeinden an der Basis herrscht durchaus an vielen Orten noch ein anderes Verständnis, als es von der EKD und ihren Vorzeigestrebern vorgegeben wird. Aber die Widerstandsnester werden weniger, die wenigen „Prominenten“, die sich noch kritisch zum Modernismus der EKD äußern, wenn auch nur sehr, sehr soft, scheitern in der Synode (siehe Beckstein, dem sein Kurs in Sachen Homo-Ehe einen Strich durch die Rechnung gemacht hat) und es ist „unten“ eher ein stilles Erdulden um weitermachen zu können, in der Hoffnung nicht von „oben“ im Falle des Widerstandes „Feuer“ zu bekommen. Wenn nicht die familiäre Tradition bei mir Bindungen erzeugt hätte, die man nicht so ohne weiteres kappen kann, wäre ich schon seit längerer Zeit sicher kein Kirchensteuerzahler für diesen, an der Spitze gottlosen, Verein. Aber lange schaue ich mir das nicht mehr an und ich kann jeden verstehen, der sagt „ohne mich“.

    Die EKD und z.T. auch die evang. Pfarrer und Teile der Basis, allen voran Öko- und Pazifismusgruppen, „Frauenbünde“, „Jugendgruppen“ etc. sind in ihrer Gutmenschenbesoffenheit zur Hure des Zeitgeistes verkommen. Die evang. Kirche in Deutschland war schon immer sehr anfällig für alle Formen des Zeitgeistes, da sie immer „staatstragend“ sein wollte (kein Wunder, wenn man an die Anfänge des „evangelischen“ in Deutschland denkt, in der die Verquickung von sich emanzipierenden Fürsten und Bürgern mit der „neuen Bewegung“ quasi gegenseitige conditio sine qua non war). Sie war und ist daher auch zu sehr im diesseits verhaftet. Ihre auf der Welle der Macht Mitschwimm-Lust sieht man sehr gut im wilhelminischen Kaiserreich. Dies wurde in der Nazizeit noch perfektioniert und auch die Rolle der evang. Kiche in der DDR war keinesfalls nur die eines Rückzugsraumes für „Widerständler“, wie jetzt immer so getan wird … und heute buhlt man sich an den Zeitgeist des mulit-kulti und der vermeintlichen „Toleranz“ heran.

    Nicht umsonst ist eine evang. Pfarrerstochter Kanzlerin und ein ehemaliger evang. Pfarrer Präsident in diesem Land … sie sind die Trommler der Migration, des wirtschaftlichen Opportunismus, des Ausverkaufs an überstaatliche Institutionen und Interessengruppen und des Verrats an den christlichen Wurzeln dieses Landes.

    Ich zolle Heidi M. jedenfalls meinen Respekt!

  8. Rumpelstilzchen

    @neocromagnon

    Sie haben Recht, Kleines bewirkt oft Großes und wir wissen nicht, wo das Saatkorn auf fruchtbaren Boden fällt.
    Iman Bilal Gündüz wurde nach diesem „Vorfall“ von den Lämmern beklatscht.
    http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/cms.pl?cmd=showMsg&tpl=rhpMsg_thickbox.html&path=/rhp/lokal/spe&id=91-16153160

  9. Gutmensch

    Also, diese Heidi ist „verrückt“, Herr Lichtmesz? Na, wenn Sie das sagen … ich bin ja kein Mitglied der evangelischen Kirche, weil mir die schon seit der Christenlehre in meiner Kindheit etwas „grimmig“ vorkam. Wer beim Gottesdienst so mit Inbrunst singt: Ein feste Burg ist unser Gott (soweit ja noch ganz beruhigend) ein feste Wehr (mir wird es schon langsam enger im Hemde) und WAFFEN (Wo steht der Feind?!)…

    Nun mag es mich gefühlsmäßig ja etwas mehr zum vergleichsweise versöhnlichen Katholizismus (Beichte!) hinziehen – es muss ja doch jeder nach seinem Geschmack glücklich werden und soll seiner Religion mit Genuss fröhnen dürfen. In dem Zusammenhang erscheint mir die Heidi allerdings ganz und gar nicht „verrückt“, sondern eben als – naja, typische Protestantin, wie sie leibt und lebt und sich gnadenlos über die von ihr als solche erkannte Blasphemie ereifert.

    M.L.: Umso besser, also von mir aus bitte mehr davon!

    Das ist ein hier einheimischer und mir so wohlvertrauter Menschenschlag, dass ich solches Verhalten aus meiner Perspektive wohl auch gar nicht mehr als „Verrücktheit“ erkennen könnte, selbst wenn Sie mir das noch so schön erklären.

    Im Gegenteil kommt mir eher die Position der EKD etwas „verrückt“ vor.

    M.L.: Meine Rede!

    Schon um eine ganzes Stück Wegs verrückt, um genauer zu sein, nämlich genau um den Weg, der – wie oben zitiert – zwischen „feste Burg“ und dem grimmig angesungenen „WAFFEN“(-gebrauch?! Das frage ich mich schon seit Jahren!) liegt. Ich vermag die friedliebende EKD jedenfalls nicht als Waffenträger zu erkennen. Wollen wir also im Sinne der Toleranz und Religionsfreiheit für die Protestanten beten, dass ihre „feste Burg“ stehen bleibt wo sie ist und nicht ebenfalls „verrückt“ wird.

    G.,
    G.

  10. Carl Sand

    „Fast schäm ich mich, mit Ihnen zu schaffen, zur leckenden Lohe mich wieder zu wandeln spür ich lockende Lust“.

    An nur zwei Zitaten in diesem Beitrag lässt sich das ganze Dilemma
    der Sezessions-Szene belegen.

    -1-

    „Falls Heidi M. verrückt ist, dann nur deshalb, weil sie irgendwann
    verrückt geworden ist. So wie wohl auch ein A.Breivik verrückt wurde“.

    Verrückt? Verrückt wie Breiwig? Hallo! Jemand zuhause? Geht’s noch?

    Neben der unsagbaren Dämlichkeit, mit einem solchen Vergleich dem Feind argumentativ ein Zuckerli hinzulegen, welches schöner nicht sein kann -

    versuchen wir es einmal mit dem harten Blick: Breiwig hat sich Ziele
    gesucht, die seine Tat auf einer derartigen Ebene als verachtenswert
    dargestellt haben, dass, falls das Attentat nicht vom gleichen Brainstorming-Team wie der leicht angekokelte Pass von Muhammed Atta oder der hirnzermatschten Leiche in Eisenach, die brav (Ordnung muss sein) durchrepetierte, stammen sollte,
    man sich in Böhmischen Grotten, Brüsseler Kinderfreundeskreisen und Bertelsmannschen Denktanks ein zweites A…loch gefreut haben wird über die gebotene Gelegenheit.

    -2-
    „Zu Heidi will ich nur sagen, ich bin fassungslos über diesen Mut.
    Darüber zu urteilen steht mir nicht zu, denn ich habe mich noch nie vergleichbar bewiesen“.

    Oh mein Gott! Ich möchte Heidi M. auf keinen Fall den Mut absprechen, aber wenn für Kreise,die ständig von Härte und Soldatentod herumlabern, dass schon ohnmachtstaunender Mut sein soll…

    Ja, Scheisse, wenn das so mutig sein soll, dass man es nur noch als verrückt beschreiben kann, was waren dann erst der Georg Elser oder der Josef Kneifel oder gar ein Buddhistisches Selbst-BBQ…?

    Für wen das schon eine Kategorie ist, der ist mit dem Breivik schnell zur Hand. Ja, wenn Sie auch nur einen Elser hervorbrächten, oder einen Tyroler Mastenbumser, aber Sie haben recht:

    Man wäre verrückt, wenn man es tut.

    antwort kubitschek
    meinen dank, carl sand, für beide einwürfe.

    M.L.: Also ich habe in meinem Leben nix von „Härte und Heldentod“ herumgelabert, und kann nicht sehen, daß irgendwelche anderen Sezessions-Autoren oder -kommentatoren das ständig tun würden.

  11. ene

    Wo steht der Feind??

    Darüber gibt die erste Strophe in ihrer Gesamtheit Auskunft.

    Ein feste Burg ist unser Gott,
    ein gute Wehr und Waffen,
    er hilft uns frei aus aller Not,
    die uns jetzt hat betroffen.
    Der alt böse Feind
    mit Ernst er’s jetzt meint,
    groß Macht und viel List
    sein grausam Rüstung ist,
    auf Erd ist nicht seinsgleichen.

    Der „alt böse Feind“, der auf Erd „nicht seinsgleichen“ hat, ist der Fürst der Welt, die Inkarnation des Bösen, der Teufel also.

    Ich lernte das noch in der Schule, wir haben es am Reformationstag gesungen.

  12. Carsten

    Die EKD ist entweder eine kommunistische Tarnorganisation oder ein debiler Hühnerhaufen. Die wahren Verrückten sind jedenfalls die!

    Natürlich sind Heidi, Stürzenberger etc. Freaks, aber deren Aktionen sind zehnmal mehr wert als alle Tastaturhelden zusammen. (Ich nehme mich davon nicht aus.)

    Ich weiß nicht, was mich mehr beschämt: Die eigene Tatenlosigkeit im Vergleich zu dieser Frau oder diese Opfer, die da unten sitzen und auch noch applaudieren! Es ist nicht zu fassen!

    Ich wünsche jedem dieser Trottel aus tiefstem Herzen die volle Packung »Bereicherung«.

  13. Rumpelstilchen

    Das Dilemma der Sezessionsszene
    @carl Sand

    Neben der unsagbaren Dämlichkeit, mit einem solchen Vergleich dem Feind argumentativ ein Zuckerli hinzulegen, welches schöner nicht sein kann -

    Das habe ich auch gedacht und hoffte, dies würde übersehen. Man stelle sich das Geballere in der Speyerer Gedächtniskirche vor. Grausam !

    Josef Kneifel und seine Frau Irmgard durfte ich kurz nach ihrem Freikauf kennenlernen. Sie hatten beide absolut nichts Soldatisches oder Heldisches, sondern waren ganz bescheidene unaufgeregte Menschen.
    Irmgard Kneifel hat mich mehr noch als ihr Mann beeindruckt.

  14. Luise Werner

    @ Carl Sand
    Auch wenn Sie jetzt eine Huldigung von G.K. im Rücken haben, möchte ich Ihnen dennoch klarstellen, dass, wenn Sie meine fünf Zeilen zu deuten gewusst hätten, herauslesen hätten können, dass ich kurz vor einem „Aufruf“ zu solch „verrückten“ Handlungen war. Politisch allein ist da nichts mehr zu retten. Nun, so weit wollte ich es nicht ausschreiben. Wie dem auch sei, was der Feind von mir denkt und welche Vorlage ich gebe, darüber mache ich mir keine Gedanken. Und noch eins: Den Unterschied zwischen einem, sagen wir, Schlageter, und einem Breivik sollte man noch erkennen können.

  15. Heinrich Brück

    Nach 1945 gab es zwei Geschichtsschreibungen, eine historische
    für die Sieger, eine moralische für die Verlierer. Die historische war
    verlogen bis in den Kern, also blieb die moralische übrig. Natürlich ist
    eine moralische Geschichtsschreibung keine Geschichtsschreibung
    mehr, sie ist lediglich Propaganda und Gehirnwäsche, was aber auch
    nicht funktioniert, denn sie stellt die Geschichtsschreibung als solche
    auf den Kopf, schließlich gibt es Vergleiche und Realitäten die sich
    nicht totschweigen lassen.
    Die meisten Nachgeborenen wollen beweisen daß sie Hitler nicht
    gefolgt wären, und deshalb, weil sie müssen, welches Spiel spielt uns
    hier die Geschichte, diese vermeintliche Passivität, scheinbare
    Gleichgültigkeit, und ein blindes Vertrauen auf die unterstellt
    positiven Handlungen der Obrigkeiten. Sie beweisen nur leider
    das Gegenteil. Aber können sie es wissen?
    Und wer hat sie dazu erzogen, ich will nicht sagen verblödet? Wer
    hat sogennante „Gutmenschen“ aus ihnen gemacht? Das Wort
    Bösmenschen wäre vielleicht besser.
    Kein Volk gibt ungestraft seine Geschichtsschreibung aus der Hand,
    denn dann geht der Krieg weiter, nur halt mit anderen Mitteln.

    M.L.: Beim Thema bleiben, bitte!

  16. Biobrother

    Die Aktion von „Heidi“ wirkt nun wirklich reichlich bizarr, allerdings macht sie zumindest auf das Grundproblem aufmerksam, das in einem völlig einseitigen Entgegenkommen und Zurückweichen vor einer selbstbewusst aufstrebenden anderen Religion besteht, von der natürlich keine vergleichbaren Aktionen als Gegenleistung eingefordert werden. Ähnliche Beispiele finden sich zuhauf:

    1. Das Interview eines muslimischen Reporters mit einer muslimischen Theologin in einer christlichen Kirche, in der die Grundlagen des christlichen Glaubens auseinander genommen werden. (Kann man sich eine vergleichbare Sendung mit christlichen Geistlichen in einer türkischen Moschee vorstellen? Wohl eher nicht.)

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1011586/Maria-war-eine-Prophetin#/beitrag/video/1011586/Maria-war-eine-Prophetin

    2. Ökumenische Gottesdienste mit Imamin (natürlich in einer evangelischen Kirche, wo sonst?)

    http://www.hamburger-wochenblatt.de/wandsbek/lokales/christlich-islamischer-gottesdienst-d4354.html

    3. Kopftuch auf Probe (einen Tag lang mal Muslima spielen)

    http://www.youtube.com/watch?v=1h3LDESaaMk

    Wobei das Problem hier – wie schon gesagt – gar nicht mal in dem an sich sinnvollen Versuch einer zwischenmenschlichen Verständigung liegt, sondern eher darin, dass Muslime sich als Opfer unserer hartherzigen Gesellschaft präsentieren und so ein einseitiges Zugeständnis nach dem anderen aus der angestammten Kultur herauslocken. Hier müsste m.E. viel mehr auf ein stärkeres Geben und Neben geachtet werden.

  17. Biobrother

    Pardon, ich meinte natürlich ein ausgewogeneres „Geben und Nehmen“. ;-)

    Worin nun der Grund für diese Einseitigkeit besteht, bleibt letztlich unklar. Weil man Muslime wirklich als arme Opfer beständiger Islamophobie sieht? Zur besseren Integration? Zähmung durch Umarmung? Appeasement? Historisch schlechtes Gewissen und unkritische Hinwendung zu anderen Kulturen, weil man mit der eigenen Kultur nach wie vor fremdelt? Vermutlich wohl eine Mischung aus alledem.

    Ansonsten bin ich mir sicher, dass ein stärkeres Beharren auf eigenen Positionen durchaus eher geeignet wäre, bei Muslimen auf Respekt zu stoßen.

  18. Rucki

    Ich bin fremd geworden meinen Brüdern
    und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

    denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen,
    und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

    Ps.69

    Mehr kann ich dazu nicht sagen. Wer mag den Glauben dieser Frau und ihre Nöte die sie um ihr Land und um die Kirche Jesu Christi leidet je ermessen können.

    Eine deutsche Fahne mit der Aufschrift:

    Jesus ist der Herr!

    Hat es das überhaupt schon mal gegeben?

  19. T.Gygax

    Es wäre schon viel gewonnen, wenn jeder denkende Mensch, völlig egal ob er glaubt oder nicht, aus der Kirche austritt. Das ist das einzige, was diesen Laden in seiner Existenz trifft-wenn kein Geld mehr da ist. Alle anderen sind für die Pfaffen und Bischöfe nur das dumme Volk, das zahlen soll. Reinhard Mey, hier mal ganz treffend: „der Minister nimmt den Bischof beim Arm/ halt du sie dumm-ich halt sie arm“
    Der Mut dieser Frau ist beeindruckend, aber glaubt sie, dass das irgendjemand der Verantwortlichen stört? Die stört nur eines, wenn plötzlich massiv Leute die Kirche verlassen!

  20. Carl Sand

    Lieber Martin Lichtmesz

    Sie hatte ich ausdrücklich nicht gemeint. Ich dachte, das verstünde sich, da wir uns beide einer spitzen Zunge erfreuen, von selbst.

    Mich regte der Vergleich zwischen Breivik und Heidi M. auf.

    Schlageter, ja den schätze ich ebenfalls. Ausdrücklich nicht jedoch eine Lust am Brutalen, das immerwiederholte: Das Leben ist hart, bumsfallera, zwo drei, vier – was bin ich für ein Alphatier!“

    Was Aufrufe angeht, naja, das rechtlich heiße Eisen fasse ich lieber nicht öffentlich an. Schlageter, Else und Kneifel waren ja auch Einzeltuer, die brauchten keinen Aufruf oder ein Leittier.

    Nur soweit:
    Man möge sich bitte nicht durch einen Kindergarten metzeln, das macht schlechte Presse… (Sarkasmussmiley, falls man’s dazusagen muss…)

  21. Sehen Sie mal, was ich gefunden habe, Herr Lichmesz.

    Der Adhan in der Kathedrale Johannes des Täufers, heute Umayyaden-Moschee, zu Damaskus.

    http://www.youtube.com/watch?v=_yOZf2D96_8

    Das Gespenstische ist also vielleicht, aber auch nur vielleicht, ein gutes Zeichen. Denn dort, wo der Adhan mittlerweile selbstverständlich wurde, wirkt er nicht gespenstisch.

    Das Gespenstische hat also einen anderen Ursprung als den Islam.

    Tja, wo kommt es nur her…

  22. Sirius

    Diese ganze stille Masse an Zuhörern in der Speyrer Protestantenkirche
    kommt mir vor, wie ein Herde Schafe, die still und geduldig auf ihren Schlächter wartet. – So wie die meisten Deutschen, still und ruhig in ihren Wohnungen sitzen und meinen, andere werden bedrohlich Unangenehmes schon richten.

    Eine Heidi M. wird wohl nicht ausreichen, die Islamisierung Deutschlands aufzuhalten. Wenn sie weitermacht, wird sie wohl von den zuständigen Behörden für behandlungsnotwenig erklärt ( man denke an Mollath)
    und die gewollte Islamisierung dieses irrsinnig gewordenen Landes geht
    weiter.

    Alle Parteien, einschließlich der sogeannten „Schwarzen“( die Roten sowieso) arbeiten mit fleißigem Elan daran. – Und werden immer und immer wieder gewählt.

    Sind die deutschen Wähler also paranoid oder vom Wohlstand verblödet
    oder wollen sie irgendwann wirklich unter die Scharia kommen ?

    Also – Was solls ?

  23. quiesel

    Immer dieses „würde man so was auch in einer Moschee/Synagoge/Feuertempel machen können??“ Gejammer. Das ist doch überhaupt nicht der Punkt. Was andere machen oder nicht, ist in der Selbstbehauptung der eigenen „Kultur“ von keinerlei Bedeutung. Was wenn es zu einem „ökumenischen Gottesdienst“ in irgendeiner Moschee kommen würde? Wären dann alle Zersetzungen der eigenen Gesellschaft vergeben und vergessen, würden die ganzen „Kritiker“ darauf ihre Klappe halten?

    Davon abgesehen muss der Untergang des Christentums gar nicht so negativ eingeschätzt werden, wie es manch „Verteidiger westlicher Zivilisation“ oft tut. Räumt das Christentum erst mal das Spielfeld, wird Platz geschaffen für ein genuin ureuropäisches, anti-egalitäres Wertesystem. So schnell wird das aber nicht geschehen, aber wie ging nochmal Spenglers Prophezeiung? Eine neue Religion würde in Zukunft in Russland entstehen, so oder so ähnlich.

  24. Gutmensch

    Lieber „M.L.“ (schmerzen tut´s, aber diese Abkürzung kommt doch über die Tasten),

    wir haben uns in fast allem richtig verstanden, scheint mir. Nur ist Heidi nicht ganz die Ausnahme, als die Sie sie zeichnen. Damit wir uns richtig verstehen: Natürlich war ihre Aktion etwas ganz Besonderes!

    Aber Ihre Betonung lag ja auf einem anderen Aspekt: nämlich auf Heidis metaphysischem Antrieb. Dieser präsentierte sich Ihnen, na, sagen wir mal: „ungewohnt“, richtig? Nach meiner Beobachtung wäre es auch wenigen Katholiken eingefallen, sich mal eben die Kirche zu kapern und munter selber drauf los zu predigen, wie es einem gerade angebracht erscheint. Das ist allerdings weniger auf einen etwaigen katholischen Mangel an schneidiger Überzeugung zurückzuführen, sondern eher auf eine gewisse Vorliebe für die gute Form und Ordnung; entweder lässt der Katholik die Ungläubigen erst gar nicht in seine Kirche. Oder er räuchert diese hernach mal ordentlich aus.

    Demgegenüber hat Heidi, und das war mein eigentlicher Punkt, bei Lichte betrachtet nur gehandelt wie das einem Protestanten eben ansteht und das erkennen die ordentlichen Schäfchen der Gemeinde auch allesamt, da bin ich mir sicher; wie sich „offiziell“ dazu positioniert wird, ficht doch den Protestanten nicht an, der muss sich um sein eigenes Seelenheil kümmern!

    Dass sollte Sie derzeit aber nicht gruseln.

    G.,
    G.

    Das ist er aber gar nicht, jedenfalls nach meiner Beobachtung.

  25. Wahr-Sager

    @Carsten:

    „Die EKD ist entweder eine kommunistische Tarnorganisation…“

    Die wenigsten Kirchen sind heute wohl keine kommunistischen Tarnorganisationen.

  26. Ein Stich ins Wespennest.

    Der Adhān in der Kirche und der beherzte Auftritt der „mutigen Deutschen“ bieten Gelegenheit, sich wieder einmal über grundlegende Standpunkte und das eigene Verständnis der Zusammenhänge Klarheit zu verschaffen. „Islamkritik“ ist ja im Grunde ein immer wiederkehrendes Thema, zu dem jeder eigentlich immer nur das gleiche wie zuletzt sagen kann und offenbar viel aneinander vor geredet wird: Grob schubladisiert (ja, ich weiß, diese Einteilung ist völlig unzulänglich) die Toleranten, die liberalen Islamkritiker und eine dritte Gruppe, die zu benennen nicht leichtfällt (vielleicht einfach „Konservative“?) und deren Standpunkt – den ich teile – von Martin Lichtmesz in den verlinkten Artikeln prägnant dargelegt wurde.

    Die Diskussion über eine Intoleranz des Islam mag von akademischem Interesse sein, ist aber völlig fruchtlos. Erwarten die liberalen Islamkritiker allen Ernstes, daß sie die Anhänger des Islam überzeugen und zur Aufgabe ihrer „intoleranten“ Auslegung des Koran, zum Glaubensabfall oder gar zur Annahme des wahren Glaubens (gibt es diesen ihrer Ansicht nach?) bringen? Für uns Europäer kann es nur um die Verteidigung des Eigenen gehen. Dies setzt eigene Standfestigkeit und Wehrhaftigkeit voraus, und zwar zuerst und vor allem auf geistigem Gebiet.

    Die heute dominierende, moderne und angeblich so friedfertige und tolerante Form des Katholizismus gibt es eigentlich erst seit der endgültigen Selbstaufgabe von großen Teilen der Hierarchie im Zuge des Zweiten Vatikanums. Die Geschichten vom Korankuß, von Lumen Gentium Nr. 16 („Musulmanos, qui … nobiscum Deum adorant unicum“) usw. kennt eh schon jeder, daher will ich, ohne mich auf theologische und exegetische Diskussionen einzulassen nur beispielhaft einmal die seltener erwähnte Tilgung der Fluchpsalmen aus dem katholischen Stundengebet durch Paul VI. anführen. http://de.wikipedia.org/wiki/Fluchpsalmen Derlei Beispiele gibt es viele und sie sind alle nur Symptome.

    Im Islam das Problem zu sehen kommt mir so vor wie wenn man bei einem AIDS-Kranken lediglich Tuberkulose oder eine andere der sogenannten „opportunistischen Infektionen“, die für das intakte Immunsystem eines gesunden Menschen normalerweise harmlos sind, diagnostiziert.

    Ursache unseres Unterganges ist unsere geistige Immunschwäche, nicht der Islam. Der Islam an sich ist weder unser Feind noch unser Freund. Feindlich ist die Landnahme durch fremde Völker. Der Islam ist eine fremde Kultur, die ein Vakuum füllt. Dieses Vakuum ist primär geistiger Natur; die politischen und geschichtlichen Kata-Strophen (Nieder-Wendungen) sind die Folgen. Die Säkularisierung ist die Ursache des spirituellen Vakuums, das erst die innere Dekadenz und Wehrlosigkeit Europas ermöglicht hat.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Die von Klonovsky angesprochenen „überall in Europa zunehmenden Kirchenschändungen“ wurden von Christen innerhalb der Kirchen begonnen (Wer nicht weiß, was ich meine, unternehme eine Bildersuche im Netz mit dem Suchbegriff „liturgical abuse“.)

  27. Duisburger

    Wie Muslime diesen Firlefanz des kulturell-religiösen Austausches wahrnehmen, zeigt sich in Duisburg.

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/nord/duisburger-moschee-vorsitzender-lehnt-gebetsecke-in-kapelle-ab-id8683030.html

    Hier gilt ein extra für Muslime eingerichteter Gebetsraum innerhalb einer Krankenhauskapelle (!) für unangemessen. Man habe wohl mehr „Einfühlungsvermögen“ erwartet.

  28. OJ

    Ich warte genüsslich auf die Anzeige wegen Volksverhetzung, die nach dem Stand der Dinge, so wie er in der Szene ständig kolportiert wird, jetzt ja eigentlich postwendend folgen müssten.

  29. Franz Schmidt

    M.L. hat es wieder voll getroffen.

    Ich persönlich kann weder mit Jesus noch den Farben der Fahne was anfangen, doch ist mir jeder recht, der sich der Islamisierung aktiv entgegen stellt. Die Frau ist für mich wohl ziemlich abgedreht. Sie hat aber das Hauptproblem erkannt.

    Alle anderen Konflikte werden bald in Anbetracht dieser Bedrohung unbedeutend sein. Ob es uns passt oder nicht, wir werden in diese Auseinandersetzung hinein gezogen und haben keine Wahl mehr. Der Islam selbst hat uns diese Seite der Barrikade aufgezwungen.

  30. Joseph von Sternberg

    Kommt Fanatiker nicht von Fanum Heiligtum – fanaticus ist das nicht ein abgeleitetes Adjektiv über jemandem der sich in einem – heute würde man sagen: bewusstseinserweiterten Zustand befindet…

    Andererseits sagt die Epistel doch … ähm … Mulier tackeat in iglesia…

    Schwierig… schwierig – gerade vor ein paar Tagen habe ich meine Joseph de Maistre Lektüre wieder aufgenommen. Was mich beeindruckt ist seine Kälte, sein -unchristlicher- Stolz. Wahrscheinlich bin ich deshalb so feige und kriege so einen Stunt wie Heidi nicht hin: ich will das die Leute mich Hassen und nicht auslachen – mir geht das so auf den Zeiger – Antiabtreibungsdemos und Dachverbandstreffen – den geilen Hohn in den Augen alleine ertragen, dazu bin ich nicht hart genug – es reicht für ein kleines:

    sollen sie doch Kuchen essen

    – im kleinen Kreise beleidigter Hipster.

    Aber das mit der Metaphysik hat was – ich glaube Ernst Nolte schrieb, daß er im Vergleich zu Sayyid Qutb den Vicomte de Bonald als säkularen Denker empfindet.

    Das kann damit zusammenhängen, daß der Legitimismus auf die Aufklärung reagieren musste – hier haben wir aber den steinernen Gast im Zimmer sitzen – und unsere Sprache noch nicht gefunden – vielleicht haben wir eine Prophetin vor uns – die unseren Ausdruck so revolutionär verändern wird – wie die Beatniks in den 50ern – oder die Bud Spencer & Terrence Hill Filmen in den 70ern.

    Vielleicht wird bald Herr Lichtmesz mit der heiligen Rhetorik von Pfarrer Milch getauft werden – wer weiß…

    Ich aber bin so altmodisch – zwar bin ich über den Jargon des bürgerlichen Trauerspiels hinweg – aber meine Leidenschaft sind die Prä-20er – vor allem bei Ansichtigkeit dieses Post(Menstruations)-Christentums:

    Still da, ihr Redner!
    Du hast das Wort,
    rede, Genosse Mauser!

  31. Aschaffenburger

    http://www.katholisches.info/2013/11/15/junge-katholiken-protestieren-gegen-missbrauch-der-kathedrale-von-buenos-aires-fuer-juedische-gedenkliturgie/

    Die katholische Tradition tritt regelmaessig „subversiv“ ihren Gegnern entgegen. Und das ungeachtet moeglicher „Image-Verluste“ und der massiven medialen Hetze, wie auch in diesem Fall.

    Wer den Kampf fuer die Wahrheit als Verruecktheit abtut – nun ja, dann ist das eben hinzunehmen (auch wenn es in Speyer eine Protestantin war…). Es geht fuer Christus und was bedeutet schon das eigene Ansehen in der Welt? „Um meinetwillen werden sie Euch verfolgen.“

  32. Stil-Blüte

    @ T.Gygax
    ‚…aus der Kirche austritt…‘
    Gesagt, getan. Wer beginnt mit dem öffentlichen Bekenntnis a la Alice Schwarzer?

    Doch – Ist das nicht Frevel, ja Verrat an den Vorfahren, an der Tradition, am Glauben und an den Nachgeborenen sowieso?

    So, wie ein Staat von innen verdirbt, so gibt es auch nur von innen eine subversive Widerstandskraft. Ich denke an die Aufhebung des Hexenhammers, ich denke an Graf von Spee und ich denke vor allem an Luther. Immer war es nur eine Stimme. Immer waren es Interne, die es wagten, ihr Stimme zu erheben, gehört und – erhört wurden. Sie traten an und nicht aus.

    Warum war Heidi so mutterseelenallein? Nein, nicht zum K… ist das, sondern zum Heulen!

  33. PB

    Gunter Demnig ist inzwischen dazu übergegangen, seine „Stolpersteine“ nun auch vor den Wirkungsstätten verfolgter Prominenter zu verlegen, also vor Theatern, Bibliotheken, Hörsälen, so dass man künftig nicht nur zufällig und im Vorübergehen (an einzelnen Wohnhäusern), sondern stets auch beim Betreten zentraler Orte mit hohem Besucheraufkommen an Demnigs florierendes Geschäftsmodell erinnert wird.

    Man fühlt sich bedrängt und berufen, diesem verlogenen Biz seinerseits Stolpersteine in den Weg zu legen und bei jeder Verlegeaktion den selig-naiven Zuschauern laut zuzurufen, dass diese billigen Messingplaketten doch nichts anders darstellten als Johann Tetzels Ablassbriefe und sie selber nur bußfertige Gläubige einer neuzeitlichen Zivilreligion.

    Nur fehlt letztlich doch der Mut, sich gegen die dumme Mehrheit zu stellen. Zu groß sind die Skrupel, gegen die guten Sitten zu verstoßen, von denen man doch selber möchte, dass sie auch dann noch unbedingt geachtet und eingehalten würden, wenn die äußeren Verhältnisse längst unsittlich und krisenhaft geworden sind.

    Dann gibt es die Bedenken, ob man selber geeignet wäre, vor feindseligem Publikum das Wort zu führen, ob man schlagfertig genug sein würde, selbst einem lediglich verbalen Angriff standzuhalten.

    Und schließlich besteht die reale Gefahr, als Ruhestörer und Landfriedensbrecher identifiziert zu werden und dadurch nicht zuletzt die berufliche Existenz aufs Spiel zu setzen.

    Gunter Demnig wird deshalb auch in Zukunft ungehindert seinem einträglichen Geschäft nachgehen können (siehe Website).

    Faktisch müsste man nämlich tatsächlich bereits verrückt oder unzurechnungsfähig sein und sich jedenfalls schon als außerhalb der Gesellschaft stehend fühlen, wenn man diesem kollektiven Irrsinn ein energisches BESINNT EUCH, HALTET EIN entgegenrufen wollte.

  34. Stein

    Man mag von der Frau halten was man will, aber sie hat auf jeden Fall Eier. Seien wir doch mal ehrlich, die meisten von uns (mich eingeschlossen) bringen mehr als wütende Forenkommentare doch gar nicht zustande.

  35. Martin

    @Stil-Blüte
    bei mir wird es wohl eher ein Übertritt zum r.k., als ein Austritt werden, damit sind die Familientraditionen auch nicht unterbrochen, da das bei uns immer mal wieder der Mutter folgend zwischen ev und rk gewechselt hat – halte das protestantische für unreformierbar, es sei denn, die politischen Verhältnisse ändern sich, denn dann ändert sich auch die evang. Kirche, so wie sie es immer getan hat …

    … ich weis, seit Franziskus ist die rk Kirche auch nicht mehr das, was sie mal war …

  36. Rumpelstilzchen

    @ biobrother

    Warum erfolgt kein stärkeres Beharren der Christen auf eigenen Positionen,
    warum lassen wir uns von Muslimen das Gefühl geben, wir hätten eine Bringschuld ? Warum lassen wir uns ein Zugeständnis nach dem anderen entlocken ?
    Ich nehme diese Ver-rücktheiten inzwischen ungerührt zur Kenntnis.
    Psychologisch erinnert das Umgehen mit dem politischen Islam ( einen anderen kenne ich leider nicht) an die Zeiten des kalten Krieges. Nur sitzt der Feind nicht hinter der Mauer, sondern mitten unter uns. Und beide christl. Kirchen in Deutschland ( auch die katholische) fahren den Kurs der „friedlichen Koexistenz“. Die entscheidenden Unterschiede beider Religionen werden um eines vermeintlichen Friedens willen ausgeblendet.
    Wirkliche Verbündete sind ,wie seinerzeit die Dissidenten im Ostblock, konvertierte oder aufgeklärte Muslime.
    Aus theologischer Sicht kommt es mir manchmal vor wie eine Rückgängigmachung der konstantinischen Wende. Oder wie der Arianerstreit. Jedenfalls eine große Zeitenwende.

  37. Ich würde mir tausende von Heidis wünschen!

    Aber das Problem sind nicht die Muslime. Das Problem sind die evangelischen „Vertreter“ der Kirche. Wenn z.B. ultralinke Kirchenhistoriker, wie Gerhard Besier, polemisieren :

    „Christen sind fremdenfeindlicher“

    Christen neigen stärker zu Rassismus, Judenhass oder Islamophobie,

    http://www.pro-medienmagazin.de/index.php?id=109&tx_ttnews%5Btt_news%5D=84337

    oder wie Prof. Ursula Spuler-Stegemann in“Kirchen und Universitäten als Ansprechpartner islamistischer Aktivisten“ bereits 2002 ausführte:

    Pfarrer sorgen sogar dafür, dass Moscheen neben
    die Kirche gebaut werden – wie in Mannheim die
    Yavuz Sultan Selim Moschee neben der katholischen
    Liebfrauenkirche errichtet wurde – oder setzen – wie
    der evangelische Pfarrer im hessischen Städtchen
    Stadtallendorf – den ersten Spatenstich für die
    Grundsteinlegung der dreistöckigen Fatih Camii,
    deren Namen – ins Deutsche übersetzt -
    „Eroberer-Moschee“ bedeutet.

    Die Kirchen üben sich nach wie vor in Verharmlosung.

    Wer aber den Terrorismus nicht als von der Religion losgelöste, rein politische Agitation betrachtet, der erkennt auch nicht, dass der Islam als meines Wissens einzige Religion auf dieser Welt -wenn auch unter bestimmten Bedingungen – ein positives Verhältnis zu Krieg und zum
    Glaubenskampf mit der Waffe in der Hand bis hin zum Märtyrertod aufweist. Dies und auch die vielfältige und
    tiefgreifende Spannung islamistischer Ideologie zu unserem Grundgesetz mitsamt den Menschenrechten und anderen rechtlichen Bestimmungen ficht einen beachtenswerten Teil insbesondere der Evangelischen Kirche in Deutschland, der EKD, nicht an.

    Den gesamten Artikel, der gerade mit der EKD hart ins Gericht geht, findet man hier, ab Seite 30

    Wo Kirchen in Deutschland entweiht und dann in Moscheen verwandelt werden, wo in Kirchen Koch-und Fressveranstaltungen direkt vor dem Altar veranstaltet werden. http://www.hna.de/lokales/northeim/schlemmen-vorm-altar-1126028.html

    wo Blasphemie als Kunst apostrophiert wird, wie hier http://archives-lepost.huffingtonpost.fr/article/2011/04/07/2459129_en-avignon-piss-christ-d-andres-serrano-cible-des-cagots.html

    oder wie hier beschrieben , sind „Veranstaltungen“ wie oben ausgeführt, das kleinere Übel.

    Von dieser Aktion der Freimaurer in der Hamburger Michaeliskirche gar nicht zu reden.

    Das Abendland und seine mehr als 2000 jährige Erfolgsgeschichte liegt in dern letzten Zügen, wie in einem Artikel von ML festgehalten:
    Amerika, Kanada, Australien, alles Einwanderungsländer mit dem Resultat der Vernichtung der autochthonen Bewohner und deren Kultur.

    Ob hier geschrieben wird oder nicht, wenn uns allen nicht schnell mehr einfällt als dieses, ist es vorbei mit uns Weissen. Vielleicht haben die Gutmenschen, die mit dem Kätzchensyndrom, wenn sie medienwirksam Negerkinder streicheln in Afrika, eine 5Minuten länger dauernde Lebenszeit.

  38. Der einzige Grund warum Heidi „verrückt“ wirkt ist der, daß sie (fast) alleine dasteht. Wer einzeln rumbrüllt wirkt halt immer wie ein Irrer.

    Ist Heidi verrückter als die Kirchenfrau, die anläßlich der aufgrund eines Brandanschlages ausgebrannten Kirche in Garbsen vom „tiefen Selbsthaß der Täter“ sprach, die sich damit „selbst etwas antäten“? Ist sie verrückter als die „Bomber-Harris-do-it-again“-Antideutschen? Ist sie verrückter als die bescheuerten Kirchweyher, die sich zum Kampf gegen rechts mobilisieren lassen, wenn einer ihrer Söhne von Türken ermordet wird?

    Ist sie natürlich nicht.

    In einer verrückten Gesellschaft erscheint der Verrückte normal und der Normale verrückt. Heidi ist bei Lichte betrachtet vielleicht etwas exzentrisch, aber irre sind andere. Sie lebt halt ihre Wut und ihren Abscheu aus, wer von uns sollte da etwas dagegen haben?

    Sie macht das, was eigentlich alle von uns tun sollten. Wenn da hundert Demonstranten mit ihr in der Kirche stünden, dann würde sie nicht mehr so verrückt wirken, oder?

    Echt alle nur noch krank hier.

  39. Raskolnikow

    „Vita brevis breviter
    In brevi finietur
    Mors venit velociter quae neminem veretur
    Omnia mors perimit
    Et nulli miseretur!“

    (Rotes Buch von Montserrat)

    Man hat nicht übel Lust,

    sich die Dinge, post-mortal, einfach zu machen: Die kommen eh´ in die Hölle; Protestanten oder Moslems – sie erwartet alle dieser See aus Feuer …

    Lieber Sirius,

    Diese ganze stille Masse … kommt mir vor, wie ein Herde Schafe, die still und geduldig auf ihren Schlächter wartet. – So wie die meisten Deutschen, still und ruhig in ihren Wohnungen sitzen …

    In gewisser Weise haben Sie es schon getroffen. Nur giebt es keinen Schlächter sondern bereits die Grabesstille. Jene Stille, welche Ihnen wohl geeignet erscheinen muss, uns aufzuschrecken, heißen wir (So viele „meiste Deutsche“ giebt es gar nicht, meiner Treu!) ein großes Ausruhen. Dieses Schweigen langweilt nicht! Doch wenn es Ihr Ansinnen ist, Leben in die Bude zu bringen: Wohlan!

    Vielleicht aber, ist es gar nicht so verkehrt für uns Christen, in die Katakomben zurückzukehren.

    Werter Gygax!

    Die stört nur eines, wenn plötzlich massiv Leute die Kirche verlassen!

    Schon mal die Mitgliederentwicklung der protestantischen Religionsgemeinschaften angesehen? Die schert gar nichts, die Raserei wird noch zunehmen …

    Sternberg, Sie verkrachte Existenz!

    Weiter so! Ihr Beitrag gefällt mir. Kennen Sie echte Hipster?
    Früher war alles besser, auch wir waren Bessere, selbst der Zucker süsst nicht mehr so wie damals! Man kann nur wehmutsvoll zurück blicken. Für Leute wie uns ist das Heute kein Wellnessbereich.

    Ach Joseph, die gute, alte Zeit hat uns für immer verlassen und wir sind die Wegmüden auf der Straße durch das Hier und Jetzt! Nicht Narrs genug, lauthals Luther zu zitieren … (Allerdings trage ich eine Herrenhandgelenktasche und Plastron!)

    „Weiter so!“ hat man mir übrigens das letzte Mal zugerufen, da ich, lang ist´s her, zu Pankow Pissoirs säuberte. Mein Gefallensein aus der Welt ist ein solches, dass mich die Andern nicht mehr bekümmern. Erst recht nicht die dämlichen Hausfrauen beiderlei Geschlechts aus zeitgemäßer Politik und Religion. Sollen Ihnen doch die so heiß herbeigesehnten Orientalen die Gliedmaßen einkürzen. Diesem Breivik fehlte, neben manch anderem, zuallererst die Geduld …

    Morituri te salutant,

    R.

  40. Stil-Blüte,

    natürlich kommen die Korrekturen von innen heraus, aber deswegen muß keiner drinnen bleiben, ganz im Gegenteil, oftmals kommt man ja gerade dann zur Besinnung, wenn man plötzlich ganz allein auf weiter Flur steht.

    Also, der letzte, der am Ende noch drinnen ist, der trägt dann die Verantwortung für die Zukunft der EKD alleine auf seinen Schultern, und dann wird er schon was vernünftiges anpacken. „Viele Köche verderben den Brei“, nicht wahr?

    Nein, im Ernst, die Leute sind zu optimistisch, sie überschätzen ihre Möglichkeiten. Sie glauben, sie können den Dialog nur gewinnen und werden ohne größere Mühen einen Islam in Europa etablieren, so schön, wie die Welt den Islam noch nirgends gesehen hat.

    Sie sind so verdammt arrogant, daß sie noch nicht einmal die verschiedenen Ausprägungen des Islams studieren, um zu sehen, wie das Spektrum so ist, wo es etwas besser steht, und woran das liegt.

    Übrigens… so als Warnung. Noch 43 hat Himmler geredet, als ob Trotzki in der Sowjetunion den Ton angeben würde. Er mußte das tun, denn wenn die Russen nicht für den Kommunismus, sondern für die Verteidigung des Vaterlandes gekämpft hätten, hätte er sich unangenehme Frage über die Auswirkung der Nazipropaganda auf die russische Kampfmoral anhören müssen.

    Politiker, wenn sie erst einmal ihre Karriere an eine bestimmte Sicht der Dinge gehängt haben, bleiben bei dieser Sicht, koste es den Rest des Volkes, was es wolle.

    Es wäre wahrlich ein großer Segen, wenn jeder, der glaubt, daß es nichts wird, mit den hochfliegenden Plänen der EKD, einfach mal zu seinem Pastor gehen würde, und schlicht sagen: „Weißt du, Michael, ich glaube ihr schafft das nicht.“

    Noch werden Defätisten nicht weggesperrt, man sollte es eigentlich ausnutzen.

  41. Gutmensch

    @ene:

    Jawollja:

    „Wo steht der Feind??
    Darüber gibt die erste Strophe in ihrer Gesamtheit Auskunft.
    Ein feste Burg ist unser Gott,
    ein gute Wehr und Waffen,
    er hilft uns frei aus aller Not,
    die uns jetzt hat betroffen.
    Der alt böse Feind
    mit Ernst er’s jetzt meint,
    groß Macht und viel List
    sein grausam Rüstung ist,
    auf Erd ist nicht seinsgleichen.
    Der „alt böse Feind“, der auf Erd „nicht seinsgleichen“ hat, ist der Fürst der Welt, die Inkarnation des Bösen, der Teufel also.
    Ich lernte das noch in der Schule, wir haben es am Reformationstag gesungen.“

    Mein Großvater pflegte stets zu sagen: „Der eene is dem anderen sein Deibel!“ Ich hab ihm das nicht widerlegen können. Daher kriecht mich stets ein feiges Frösteln an, wenn ich diese markigen Worte Luthers höre oder lese.

    Gute Nacht,

    der Gutmensch.

  42. waldgänger aus Schwaben

    An der Aktion sehe ich nichts Subversives. Das war so subversiv wie Bibeln im Bordell verteilen. Zugegeben ein etwas schräger Vergleich. Aber die Hurerei mit allen ihren Begleitumständen scheint ja die hiesigen Gemüter zu erregen. Mehr noch als der Islam – nimmt man jedenfalls die Anzahl der Kommentare zum Maß. Doch noch ist hier nicht Badeschluß (Kositza).

    Am Ende des Artikels dieser bemerkswerte Satz

    Denn im Gegensatz zu den meistens rein säkular-liberalistisch argumentierenden „Islamkritikern“, wird hier eine metaphysische Frage angesprochen. Sobald aber die Metaphysik ins Spiel kommt, werden die Dinge ernst.

    Ja, genau. Ohne Bollwerke mit metaphysischem Fundament, mit reinem Grundgesetz-Patriotismus und erhabener Verfassungs-Lyrik wird das Abendland, das mal christlich war, dem Ansturm nicht standhalten.

    Ich sehe da, leider großenteils ausserhalb Deutschland einieg hoffnungsvolle Ansätze. Zum Beispiel der Widerstand gegen die Homoehe in Frankreich, Fidesz in Ungarn.
    Schwappen alle diese Ansätze zu einer großen paneuroäischen konservativen-christlichen politischen Bewegung zusammen kann sich sehr schnell sehr viel ändern.

  43. Axel Wahlder

    Luther-Sekte ist fuer mich gar keine Kirche. Schon damals gelang es dem gegen Papst rebellierenden M.L. der Erfolg indem er bei weltlichen ! Fuersten den Schutz erfuhr.

  44. Urwinkel

    Ich habe was zur Auflockerung übrig: Das Lied ANGRY YOUNG MAN einer deutschen Musikgruppe, die sich Get Well Soon nennt. Der Kopf dahinter ist ein studierter Philosoph. Das Video zum Lied ist in nebeligen Herbstfarben gehalten, und hat es vor zwei Jahren bis auf die Musikradio/TV-Kanäle geschafft. Die Waldgangästhetik ist spürbar. Diese par Minuten sind aufgeladen mit Symbolik. Da ist die Steinschleuder, die den armen Vogel trifft. Danach die flüchtenden Kinder, die sich selbst verletzen. Der heimliche Beobachter und Wegrenner in dem Video ist der Macher dahinter. Grandios und konservativ aufgeladen! Link:

    Get Well Soon – Angry Young Man [Official Video]

    http://www.youtube.com/watch?v=mumG3p3mb68

    M.L.: Schalte ich frei, weil es interessant ist, aber bitte keine off-topic-Beiträge à la pi-news mehr!

  45. Gustav Grambauer

    „Die wenigsten Kirchen sind heute wohl keine kommunistischen Tarnorganisationen.“

    BINGO.

    Was macht eigentlich die „Arbeit“ der „Sektenbeauftragten_innen“, deren gespreiztes DiaLüg-Gehabe auf humanistischer Basis immer schon für unterhaltsame Pausenfüllungen bei mir gesorgt hat?! Die sich (abgesehen von Scientology, womit sie vor allem McCarthy noch mal so richtig ins Grab hinein nachtreten können) immer wie ein bestimmter Typ Buddelkasten-Heßling nur an den Kleinen, Wehrlosen vergreifen, sich aber noch nie auch nur ansatzweise z. B. an die Grauen Wölfe oder an Ahmadiyya (oder übrigens andererseits an B`nai B`rith, Chabad Lub & Co.) herangetraut haben?!

    Hier etwas zum Genotypen dieser interessanten Subspezies des Homo Dialogicus:

    http://foref.info/news/europa/berlin-tom-cruise-graf-stauffenberg-and-pfarrer-gandow/

    Haben diese Leute jemals auch nur ansatzweise ihre Aufgabe in dem Sinne verstanden, einen Kultus zu schützen?!

    Weil wir gerade bei Sekten sind: neulich als es um Mischehen ging hatte ich aus meinem Bekanntenkreis eine bestimmte Mischrassenzucht-Farm mit größenwahnsinniger Weltregierungs-Anwartschaft erwähnt. Auch die sind in der (katholischen!!!) Kirche natürlich herzlich willkommen, würden aber andererseits unverzüglich ihre paramilitärisch organisierten Büttel einsetzen, wenn es jemand wagen würde, ihren Guru-Altar mit dem Singen eines „Kyrie“ oder „Ein feste Burg …“ zu entweihen:

    http://www.youtube.com/watch?v=xmWutG6D9tY&list=UUxhI6qGJbvaBHz3anFxearA&index=2

    Und nun der Clou: wen wundert`s jetzt noch, daß die dort maßgeblichen Leute früher Naxaliten

    http://de.wikipedia.org/wiki/Naxaliten

    waren und wen wundert jetzt noch (über die Hahnenkämpfe mit der Bengalischen KP hinweg) dies hier:

    http://www.anandamarga.de/modell-für-eine-gesellschaft-der-zukunft

    - G. G.

  46. Gustav Grambauer

    „… naja, typische Protestantin, wie sie leibt und lebt …“

    Zur Ehrenrettung der Protestanten: was für Hochkaräter dort auch heute noch, inmitten von uns, vorfindlich sind, und die kaum einer kennt!!!

    http://www.lammla.de/willkommen.php
    http://www.lammla.de/?navigation=UeberLammla
    http://lammla.de

    - G. G.

  47. neocromagnon

    @Rumpelstilzchen
    Sorry für das „du“ (Rumpelstilzchen hörte sich nach „du“ an).
    Klar klatschen die, die Mehrheit der Besucher so einer politischen Veranstaltung ist auf Linie. Aber sie alle wissen jetzt, daß es Widerstand gibt und welcher Mut sich ihnen entgegengestellt hat, für sowas wären die allesamt zu feige. Das wird nicht ohne Wirkung bleiben. Man weiß nie was passiert, vielleicht verschärfen sie jetzt sogar ihre Position, aber erzeugen so nur neuen Widerstand.
    Die strenge der Gewinnungskontrolle in der DDR und die zur Schau gestellte Einigkeit hat doch im nachhinein nur gezeigt, wie schwach die Ordnung dahinter in Wirklichkeit war.

  48. Gustav Grambauer

    An MartinE32

    „Die evang. Kirche in Deutschland war schon immer sehr anfällig für alle Formen des Zeitgeistes, da sie immer „staatstragend“ sein wollte (kein Wunder, wenn man an die Anfänge des „evangelischen“ in Deutschland denkt, in der die Verquickung von sich emanzipierenden Fürsten und Bürgern mit der „neuen Bewegung“ quasi gegenseitige conditio sine qua non war).“

    Hierzu (und zur Anregung des Appetits):

    „Journalist: Ebenso wie Preußen romantisieren Sie den Protestantismus. In der deutschen Geschichte war er das Flaggschiff des Bürgertums und hat geradenwegs in die Moderne geführt. Wie können Sie die mittelalterliche Ökumene preisen und gleichzeitig der Reformation anhängen?

    UL: Wir haben uns daran gewöhnt, die Reformation als bürgerlich aufzufassen. Das geht sogar so weit, daß im DDR-Geschichtsbuch der Bauerkrieg als „frühbürgerliche Revolution“ tituliert wurde. Dies ist grober Unsinn, denn den Bauern ging es nicht um Freihandel und Zunftfesseln, sondern um die Wiederherstellung des germanischen Rechts. Die Beliebtheit der DDR-Geschichtsbücher im Westen der siebziger Jahre zeigt nur, daß diese Vorstellungen dem modernen Bewußtsein allgemein nicht fremd sind. Sie sind dadurch entstanden, daß in den fünfhundert Jahren seit der Reformation das Bürgertum das Rennen gemacht hat, erst durch die Holländer, dann durch die Engländer, schließlich durch Amerika. Dies ist jedoch nicht der Geist des Luthertums, sondern des Calvinismus, Luthers Revolte zielt in eine ganz andere Richtung. Romantik ist eine spezifisch deutsche Erscheinung. In ihr sind beide Refomationen auf eine eigenartige, oft komische Weise verquickt.“

    Und übrigens:

    „Der Aufstieg Preußens, der Geist der Befreiungskriege und das Bismarckreich sind romantische Kunstwerke, ich sage das nicht nur bewundernd, sondern auch kritisch. Denn Romantik ist Halbheit und auf Dauer dem Feind unterlegen, der keine Halbheit kennt. Deshalb muß man Nietzsche als Reformator verstehen, der Luthers Halbheit zu Ende bringt. Leider ist seine Botschaft bis heute nicht bei den Deutschen angekommen. Nietzsches Radikalkritik des paulinischen Christentums muß man als Radikalkur zu seiner Gesundung verstehen. Und natürlich sind deutsch und christlich zwei Worte, die sehr eng zusammengehören.“

    Aus:
    http://www.lammla.de/?navigation=UeberLammla

    - G. G.

  49. Revolte

    Tja, im Grunde ein trauriges Schauspiel. Da wird es mal wieder vorgeführt, unser saft- und farbloses Evangelentum, schwer gezeichnet von der eigenen Resignation. Der Islam demonstriert Stärke, frisch, frei und fromm voran und die kränklichen, saturierten Irrläufer auf den Bänken staunen Bauklötze. Jawohl, so fidel kann Religion sein. Die islamischen Heerführer haben einen Fuß in einer weiteren Tür, wieder ein Stück europäischer Identität ist besudelt – alleine die Evangelen begreifen es nicht.
    Der ein oder andere mag den herannahenden Sturm wohl antizipieren, regen mag man sich gleichwohl nicht. Man schaut verstohlen in die Gesichter der Sitznachbarn – keiner regt sich, also bleibt man selbst auch sitzen. Aber wer sich dazu herablässt, eine derartige Veranstaltung überhaupt zu besuchen, von dem ist ohnedies kein Aufstand mehr zu erwarten.
    Ich garantiere, sobald die Gewänder gefallen sind und sich die Verhältnisse in Europa umgekehrt haben, konvertieren die geschlossen zum Islam.

  50. neocromagnon

    @Carl Sand
    Es gibt einen Unterschied zwischen rumlabern im Internet und irgendwo leibhaftig an einer echten Front zu stehen und leibhaftig bedroht zu sein. Wer weiß schon, was er dann noch wert ist.
    (PS: falls sie es nicht wissen, Heidi hat während einer Salafisten-Kundgebung schonmal kein Blatt vor den Mund genommen)
    Ich finde das hochtrabend abwägende Geschwafel vom gemütlichen Computersessel aus manchmal etwas deplaziert.

  51. Biobrother

    @ Rumpelstilzchen

    Der ungute Eindruck einer (nicht vorhandenen) Bringschuld des Westens gegenüber dem Islam, der von selbigem wohl als Schwäche und/oder als Kulturvergessenheit interpretiert wird, ergibt sich in der Tat, ebenso der Eindruck, dass der Islam im Westen (bewusst oder unbewusst) eine Doppelstrategie fährt, die sich einerseits auf aggressive Missionierung (Koran-Stände), andererseits aber auch auf sanfte Formen der kulturellen Unterwanderung stützt. Ich frage mich gerade, ob es Zufall ist, dass in den oben von mir genannten Beispielen muslimische Frauen federführend waren, vermutlich wohl nicht. Selbst Lamya Kaddor meinte mal, dass sie strikten Islamkritikern vermutlich weniger als liberale Denkerin denn als Schläferin erscheine. Insgesamt bin ich aber auch der Meinung, dass liberale und aufgeklärte Muslime hier eindeutig als Verbündete zu sehen sind, fragt sich nur, ob deren Einfluss auf die Mehrheit der konservativen Muslime ausreichend sein wird. Und was die Missionare mit ihren Koran-Ständen anbelangt, gehe ich jede Wette ein, dass selbige aus dem arabischen Ausland mitfinanziert sind, vielleicht weniger mit dem Ziel, Deutschland final zu islamisieren (die Zahl der Konversionen infolge gemischt-religiöser Ehen ist vermutlich höher als die Zahl der Konversionen allein durch Missionierung), sondern, um der Ausbildung eines liberaleren Euro-Islam entgegenzuwirken, denn der würde letztlich ja auch auf andere Islamformen ausstrahlen und autoritäre islamische Monarchien im außereuropäischen Ausland in Frage stellen.

    @ John Haase

    Bei allem Respekt vor dem Mut hinter der einsamen Protestaktion finde ich deren Form doch etwas problematisch. Im Grunde haben Sie aber wohl Recht.

    @ Julius

    Ein sehr interessanter Beitrag! Dass das Christentum stets eine reine Harmonieveranstaltung war, würde sicherlich niemand behaupten, da haben auch harte Kritiker wie Karlheinz Deschner sicher recht, und wenn man selber anderen (z.B. heidnischen Richtungen) nahe steht, muss einem auch das Christentum in vielen Punkten als stark kritikwürdig erscheinen, gerade auch im Hinblick auf interkonfessionell mitverschuldete Katastrophen wie den Dreißigjährigen Krieg oder die Ausrottung des damaligen germanischen Heidentums. Dennoch ist unsere heutige europäische Kultur nun einmal eine christlich geprägte Kultur, m.E. durchaus von großem kulturellem Reichtum und mit vielen positiven Aspekten, und die heutigen christlichen Kirchen sind wohl eher zahme Veranstaltungen, zumindest hier in Europa. Daher kann ich mich der nationalistischen Sichtweise, dass ethnisch fremde Einwanderung ein größeres Problem sei als die religiös-kulturelle Fremdheit vieler Einwanderer, nicht so recht anschließen.

  52. Rumpelstilzchen

    Manchmal wird mir ganz fröhlich zumute. Ich habe nämlich einen Verdacht.

    „Ich vertrete die Theorie, dass die meisten Muslime auf der Suche nach einem erlösenden Gott sind. Sie glauben, dass eine höhere Macht existiert und eine Moral vermittelt, die den Menschen als Kompass bei der Unterscheidung von Gut und Böse dient. viele Muslime suchen einen Gott oder eine Vorstellung von Gott, die in meinen Augen der Beschreibung des christlichen Gottes entspricht. Stattdessen finden sie Allah.“

    ayaan Hirsi Ali

    Ja, ich vermute sogar, dass manch eine muslimische Frau von Heidi beeindruckt ist.
    http://www.zukunftskinder.org/?p=30327

  53. Gutmensch

    Herr Grambauer, Herr Grambauer,

    Sie lehren mich das Fürchten! Was lassen Sie einen „UL“ da bitteschön erzählen?

    UL: „….denn den Bauern ging es nicht um Freihandel und Zunftfesseln, sondern um die Wiederherstellung des germanischen Rechts.“

    Die wollten „germanisches Recht“? Hat Thomas Müntzer tatsächlich „germanisches Recht“ unter seiner Regenbogenfahne gepredigt? Woher hat „UL“ denn diese Info? Ich war gerade in Mühlhausen … richtig ist, dass man dort das DDR-Bild vom Bauernkrieg korrigiert. Aber von germanischem Recht habe ich da weniger gesehen – im Gegenteil, eher von einem sehr christlich geprägten Alltag im Mittelalter. Wie der mit einer (gewollten) Renaissance des germanischen Rechts zusammengehen soll, das von etwas anderen Grundvorstellungen ausgeht, bedarf dann doch näherer Erläuterung.

    Und nu wirds, äh, „metaphysisch“ (Danke an M.L. für diese Ebene in der Debatte!!) und damit unweigerlich „gruselig“ (auch dafür herzlich: Danke – ich war naiv und habe nicht geahnt, wie verzweifelt ich diese Denkkategorie noch benötigen werde – mea culpa! Maxima culpa!!):

    M.L.: Tut mir leid, ich verstehe nicht, worauf Sie hinaus wollen. Meinen Sie das ernst oder ist das ein Versuch, sarkastisch zu sein?

    „Der Aufstieg Preußens, der Geist der Befreiungskriege und das Bismarckreich sind romantische Kunstwerke, ich sage das nicht nur bewundernd, sondern auch kritisch. Denn Romantik ist Halbheit und auf Dauer dem Feind unterlegen, der keine Halbheit kennt.“

    Allmächtiger. Wir, die Preußen, und der „Geist der Weihnacht“ – nee – „Geist der Befreiungskriege“ und Bismarck nebst Gesellen gelten dem „U.L.“ also als die soft spots der Nation. Wir dürften gar keine „Halbheit“ kennen, weil „der Feind“ ja schließlich auch keine Gefangenen macht!

    Ihr dürft mich ja gerne feige schelten – aber das ist nix für mich.

    Gruß vom

    erschrockenen Gutmenschen.

    M.L.: Bitte alle Teilnehmer beim Thema zu bleiben und nun keine Diskussion etwa über „germanisches Recht“ usw. anzufangen. Wat dem eenen sin UL, ist dem andern sin Nachtigall, oder so. Alle OT-Kommentare wandern ab jetzt in den Papierkorb.

  54. Rumpelstilzchen

    Im Angesicht des memento mori gilt auch:

    Ich bin und weiß nicht wer.
    Ich komm‘ und weiß nicht woher.
    Ich geh‘ ich weiß nicht wohin.
    Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.

    Das Reich Gottes, die basileia tou theou , oszilliert zwischen Weltüberwindung und Weltbejahung und ist sogar mitten unter uns (Lk 17,21).

    @biobrother
    Und der Gedanke, dass ein liberaler Euroislam auch auf andere Islamformen ausstrahlt und autoritäre islamische Monarchien im außereuropäischen Ausland in Frage stellt, ist theologisch gesehen natürlich ein großartiger Gedanke.
    Und nur in Europa, oder mit europäischem Gedankengut kann das Denkgefängnis des Islam geknackt werden. Die christliche Theologie ist nicht am Ende, sondern sie steht vor einer 2. konstantinischen Wende, der blutige Christenverfolgungen vorausgehen.
    Ansonsten bleibt nur die Apokalypse.
    @neocromagnon
    Ja, zum Rumpelstilzchen darf man Du sagen, es ist ein dämliches Hauswesen, das backt und braut. Und manchmal vor Freude hüpft oder vor Wut tobt.

  55. Vom Prozeß der Gleichschaltung und geistigen Uniformierung durch die multimediale Psychomacht bleibt nur derjenige weniger berührt, der auf irgend eine Art geistig nonkonform ist, sei es, weil er „verrückt“ ist oder grenzdebil oder hochintellektuell oder oder oder. Zumindest geistig ein Aussteiger. Der Massenmensch landet zwangsläufig in der Tretmühle des Zeitgeistes, er wird ihr auch nicht eigenständig entfliehen können.

    Aber noch etwas Statistik zu jenen, denen mittlerweile nicht mehr nach Integration, sondern nach Teilhabe gelüstet:

    55 Prozent der befragten „Deutschtürken“ sind der Meinung, daß „in Deutschland noch mehr Moscheen gebaut werden müssen“. 46 Prozent wünschen sich, „dass in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen wohnen“ (im Jahr 2010 waren es noch 33 Prozent).

    [hier weiter]

  56. Hartwig

    Die Gesinnungsrepression und -sanktion wird immer härter. Die Hilfstruppen der Herrschenden sind allgegenwärtig. Wer in der DDR aufwuchs, kennt das alles noch. Der kennt auch das seichte Aufbegehren im Kollegen- und Bekanntenkreis, wo damals wie auch jetzt verschmitzt und die Runde auf Reaktionen abcheckend, sich vorsichtig abtastend, die PC verletzt wird. „Haltet Euch nicht damit auf!“ rufe ich vernehmlich, „Das ist nichts. Eure Demokratie ist nicht mehr da! Wir leben in einer Gesinnungstyrannei. Euer Sprechen ist Beleg dafür. …. Ich glaube, ihr guckt alle viel zu viel Fernsehen.“ Tja, der Bekanntenkreis! Und Flugblätter des Nachts, und so noch einiges. Aber für den Marktplatz oder die Empore einer Kirche hats bei mir noch nicht gereicht.
    In Leipzig soll eine Moschee gebaut werden. Im Westen kaum etwas neues, im Osten schon. Eine Bürgerinitiative hat sich dagegen gegründet. Eine Petition wurde verfasst, der Landtag angeschrieben. Nützlich und wohlfeil und für die Stadtspitze einkalkuliert. Und: Wer auch immer es war, im Schutze der Dunkelheit wurden Pfähle ins Baugelände gerammt, darauf Schweineköpfe gespiesst und der Boden mit Schweineblut getränkt. Die Lokalpresse berichtete. Ein Aktion, von der sich alle distanzierten. Eine Aktion, und das ist das eigentliche, die den Widerstand gegen die Moschee schwerer kalkulierbar macht. Eine Aktion, die noch „Schlimmes“ erwarten lässt; erinnert an „begleitende“ Aktionen linksradikaler Aktivisten, nur eben diesmal mit umgekehrten Vorzeichen.

  57. Inselbauer

    Die Auflösung dieses Systems wird ein unvorstellbares Querfront-Chaos verursachen, das ist jetzt schon absehbar. Menschen aus unterschiedlichen ideologischen Milieus stehen – in unterschiedlicher Weise restverblendet – in einer vagen Opposition und bringen eine bunte Verzweiflung hervor. es ist die Frage, wie man damit umgeht, ob man hier einen Reinigungsdiskurs führen will oder nicht. Mutter Böhnhardt, Wolf Wetzel, die Damen von der Hartz IV-Agentur, belesene Nationalisten mit verträumten Augen, Eso-Freaks und der unbekannte Wähler (Stürzenberger habe ich vergessen) können niemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Der eine weint, der andere Schmollt, der dritte schreit in der Kirche. Es ist mir ganz egal, wie dieses dreckige System zerbricht, das muss ich ganz offen sagen.

  58. Hier gab es eine interessante Fortsetzung:

    http://www.pi-news.net/2013/11/bistum-fulda-stoppt-muezzinruf-in-st-anna-kirche/

    Wenn ein ehrgeiziger Singkreis ein Jahr lang an der Komposition Karl Jenkins arbeitete, sich mit seinen lauten und schrillen Tönen beschäftigte, so ist man zusammengeschmiedet worden und hält zusammen. Auch wenn es Dinge gibt, die man als Einzelner überdenken würde, z.B. der gewagte Muezzinruf, der als „Gebet“ verkauft wird, so stört das doch keinen. Das Motto „für den Frieden“ wird zum integrativen Aufruf. Und es ist wieder einmal die Jugend, die man damit überfahren hat: Außer dem Singkreis Somborn war ein Jugendchor der Waldorfschule gewonnen worden. Es sollte ein “wichtiger Beitrag zum interreligiösen Dialog” sein.

    Nur das Bistum in Fulda ging der Sache auf den Grund, als man ihn ins Bild setzte, spät, aber gerade noch rechtzeitig. Dass hier Ungereimtheiten und Unwahrheiten nebeneinander montiert wurden, machte ihn wohl stutzig, und er verbot einen Tag vor der Aufführung den geplanten Auftritt des Imams. “Respekt!”, sagten wir, Heidi und ich, die wir uns am Sonntag Abend vor der Tür der St. Anna-Kirche trafen, um mit Flyern über die bewusst falsche Übersetzung des Muezzinrufs aufzuklären. Natürlich bekamen wir die Wut der Sänger zu spüren, die sich jetzt gegen uns richtete, in der Annahme, wir hätten die Messe um ihren eigentlich Höhepunkt gebracht. Man wollte uns handgreiflich vom Bürgersteig entfernen; glaubte, uns mit Appellen an unseren fehlenden Anstand und Verstand zum Gehen bewegen zu müssen, was schnell in Beschimpfungen endete. Man rief die Polizei, ich meinerseits auch. Was wir nicht wollten war, einen lauten Streit vor der Kirche; hier wurde er gewünscht und sie konnten ihn haben.

  59. Gutmensch

    Lieber Inselbauer,

    nur die Ruhe… Sie meinen, die Heidi schreit in der Kirche und schafft dadurch keinen Konsens mit denen, die heulen etc.? Ich mir kommt es eher so vor, als würde die Heidi den heimlich still und leise bereits gebildeten Konsens dieser Leute bloß laut herausschreien! Dass man sie dafür ggf. nicht lieben wird – das steht ja auf einem ganz anderen Blatt. Jedenfalls hat Herr M.L. gerade eben den Teil Konsens gepostet, auf den sich auch die Katholiken verständigen können (auch wenn sie murren und versuchen, ausgerechnet die arme Heidi dafür haftbar zu machen). Bei den Katholiken herrscht Ordnung, da braucht niemand schreien, da gibt es ein Bistum, das darf ein Machtwort sprechen – und schon herrscht wieder Frieden in der Kirche.

    G.,
    G.

  60. ene

    @ Gutmensch

    Sie interpretieren Luthers Worte (mit Bezug auf den Großvater) als Anstiftung zum Mord in der Nachbarschaft?
    Da verstehen Sie Luther gewiß unhistorisch verkürzt.
    Hat uns denn die Aufklärung weitergebracht? „Humanisiert“ gar?
    Mir scheint , genau die Frage nach dem Bösen liegt da quer im Raum – schlecht wegzuschaffen — welche psychologische oder sonstige Theorie hätte da auch nur annähernd erschöpfende Antworten bereit?

    Den Bösen sind sie los, das Böse ist geblieben

    Goethe, Faust I, Mephisto. Aufklärungskritik in nuce.

  61. ene

    Mir ist ganz egal, wie dieses dreckige System zerbricht.

    Zweierlei ist zu bedenken:
    1) Sie würden dieses Geschehen nicht von der Loge aus als Zuschauer beobachten dürfen.
    2) Was ist denn als Nachfolge des „dreckigen Systems“ zu denken? Ein… sauberes -?

    Ich gestehe, das sind markige Sprüche, wo mir etwas unwohl wird.

  62. Stil-Blüte

    @ Gutmensch/M.L./Grambauer

    Heidi hat nicht nur gerufen, sie hat aufgerufen. Sie hat nicht nur aufgerufen, sie hat geschrien: ‚Jesus ist unser Herr!‘ Sie hat nicht nur geschrien, sie hat geschrieben, uns buchstäblich auf die schwarz-rot-goldene Fahne geschrieben! Sie hat also das Deutsche mit dem Christlichen verbunden. Und es trotzig emporgeheoben.

    @ M.L. Vorzüglicher Artikel! Wenn Sie aber , lieber M.L., den Bann ‚Thema verfehlt, setzen, 5″, Neudeutsch ‚OT‘, aussprechen – weiß ich nicht, ob Sie da nicht zu streng den Zeigefinger erheben bzw. auf die Taste ‚löschen‘ niedersausen lassen. Gestatten Sie mir diesbezüglich einzuwenden`: In jedem Beitrag geht es hier auch um das Wo, Woher, Wohin des deutschen Protestantismus (Sekularisierung, Politisierung, Profanisierung des Sakralen von Anbeginn bis hin zur EKD), der ja fast ausschließlich vom Nördlichen bis zur Mitte Fuß fassen konnte. Daraus schließe ich, daß es sehr viel mit dem Germanischen zu tun hat. Das Christlich-Katholische legte sich wie eine Firnis aus Blattgold über das germanische Gewohnheitsrecht, das im Bauernkrieg vehement durchbrach. Dieser Kohlhaassche Gerechtigkeitssinn! Die Amalganisierung unseres heutigen Christentums gab es damals nicht. Hie Eisen (Alltag), da Gold (Kirche). Das Heidnische war in den nördlichen Breitengraden weiter latent, während das Südlich-Urkatholische mit seinen sakralen Bauwerken, Altarbildern, Ritualen stilbildend-bindend wurde; der Papst schon rein geographisch näher.

    @ M.L.! Also Germanisches – Protestantisches. Warum diese Querverbindung ausparen? Nicht hart am Thema, aber Rhema? Nur wer Umwege geht, wird ortskundig. Mich hat Gutmensch hellhörig gemacht, gerade deshalb, weil ich seine Ausführungen sonicht teile.

    @ Gutmensch, Herr Grambauer hat nicht unrecht. Gehört das Germanische denn nicht auch heute noch zum ‚christlichen Abendland der nördlichen Hemisphäre von Europa? Speisen sich unsere Gesetze nur aus Römischem Recht, Code de Civile, den 10 Geboten? Nicht auch aus den Sitten und Gebäuchen von Altersher? Und ist das BGB ohne das Germanische zu denken (weswegen wird es ja auch permanent aufgeweicht). Unsere Sprache, Namen (Heide, ach, Heide!), Lieder, Feiertage (Maibaum), Märchen sprechen davon. Also, Gutmensch, seien Sie sich nicht ganz so sicher!

    Weiß jemand, wie es Heidi geht? Kann man sie erreichen?

  63. Joseph von Sternberg

    @ Raskolnikow:

    Linksalternative heißen heutzutage – zum ersten Mal …
    seit 60 Jahren … wieder: Hipster.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hipster_%2821._Jahrhundert%29

    Kaum zu glauben – aber die Hipster heißen Hipster – nicht Neo-Hipster – denn sie sollen ja genauso sein wie die Paleo-Hipster – nur das sie nicht in Fabriken arbeiten & nachts nicht Engelsgleich durch die Negergassen – pardon Afro-Amerikaner-Straßen krabbeln um ihr Fix zu bekommen. Nein – man wird von den Eltern unterhalten – und raucht politisch Korrekt Gras. Statt ein Büchlein mit Bebopartiger Lyrik zu schreiben, daß man bei K.O. Paetel verlegt – hat man On the road sein I-Pad dabei – auch in Schwellenländern und verlegt via Blog seine Poesie selbst oder man tritt als der Nigger-Guy im Poetry Slam auf:

    http://www.youtube.com/watch?v=NMzdFlbrnWc

    Ich bin in der Subkultur schulbedingt sozialisiert worden – kann mich also gut benehmen – kriege auch den Jargon hin.

    Ein anderer Aspekt dazu – RamzPaul hat es festgestellt: im Jahr 2012 stellt sich die PunkBand PussyRiot vor die Ikonostase (ohne zu wissen was das ist – außer man musste sich in das Thema reinzwängen – wegen dem Kunstgeschichte Studium) und kreischen rum. Wann nochmal starb Syd Vicious? Die hätten genauso gut als Flapper Girls auftreten können – um Charleston zu tanzen… Are you hep to the Jive?

    Es wird keine neuen Subkulturen mehr geben. Sie sind von der Padophilenbewegung bis zu Wacken so gut ausdiversifiziert, daß man wirklich jeden in den Abgrund ziehen kann…

    Notabene – hip & cool waren ursprünglich synonyme. Ich kann weder die Hippies als cool empfinden – noch meine Schulfreunde…

    Aber moment – einen coolen Hipster gibt es:
    http://www.funnyordie.com/videos/c3370d5275/are-women-as-horny-as-men

    Der schreibt aber solche Prosa:
    http://schwertasblog.wordpress.com/category/fremdsprachige-autoren/gavin-mcinnes/

    M.L.: Zur allgemeinen Unterhaltung lasse ich auch das den off-topic-Filter passieren. Gavin McInnes habe ich hier schon öfter erwähnt. Noch mehr Hipster-Gesocks:
    http://hipsterhitler.com/

  64. Zwischenbemerkung: Josef von Sternberg hat 1935 „Schuld und Sühne“ verfilmt, vielleicht stelle ich mir darum „unseren“ Raskolnikow wie Peter Lorre vor, was ihm aber zweifellos Unrecht tut…

  65. Revolte

    Warum denn schon wieder dieses Genörgel? Stil und Form dieses Ein-Frau-Protests waren dem Publikum durchaus angemessen.
    Wenn nur einer dieser verstockten Toleranzfetischisten nachdenklich nach Hause geht und recherchiert, was diese Dame so in Aufruhr gebracht haben könnte, wäre das schon ein Erfolg.

  66. Inselbauer

    @ ene

    Ehrlich gesagt bilde ich mir nicht ein, unter der im „konservativen Lager“ so verbreiteten Verfassungsneurose leiden zu müssen. Man kann nach meiner Auffassung durchaus verfassungsfeindlich empfinden, ohne einen Staatsanwalt auf den Plan zu rufen und sollte das auch tun.
    Ein bisschen Sauberkeit könnte tatsächlich nicht schaden. „Fürchtet euch nicht, das Ende ist nicht erreichbar.“ So ein knarrender Systemwechsel wäre doch mal was, das sage ich als Familienvater und Freiberufler, der in diesem System tatsächlich einen Dreck zu verlieren hat. Ich habe die Schnauze voll, meine Liebe!

  67. Gutmensch

    Liebe Stil-Blüte,

    Danke, hurra, ich darf wohl ungeniert loslegen:

    Ja, klar haben die evangelische Kirche und die „germanische Wesensart“ etwas miteinander zu tun, das sehe ich auch so. Aber das macht die Bauern doch nicht zu Unterstützern einer Gesetzesinitiative fürs germanische Stammesrecht! Insbesondere wissen Leute, die Gesetze fordern, regelmäßig zuerst, was für sie selber gut ist! Die armen Bauern in Bad Frankenhausen wussten das offensichtlich nicht (ihre Todesopfer gingen in die Tausende. Der Gegner hatte neun Gefallene zu beklagen.)

    Die Gemeinsamkeit, die Sie meinen, mag der grundsätzliche Hang zum „Wissenwollen“ von was auch immer sein. Der Deutsche will stets gerne wissen, und zwar genau und am allerliebsten Dinge, die man eigentlich gar nicht wissen kann. Der Vollblut-Protestant legt da gewöhnlich noch einen oben drauf. Den Katholiken wiederum zwingt das Unfehlbarkeitsdogma dazu, anzuerkennen, dass bloß der Papst irgendwas sicher wissen kann. So schützt er sich vor einer Menge seelischem Stress und treibt den Protestanten mühelos die nackten Wände hoch.

    Gruß vom Gutmenschen.

  68. Raskolnikow

    So themenfern,

    ist der Aspekt Hipster-Gelenktasche-Kirchentag gar nicht. Denn die Frage nach der Verrücktheit, wird doch schon in den ersten Ansätzen des Artikels aufgeworfen. Ich sehe hier übrigens eine der wenigen Widerstandsformen mit Potenzial!

    Ohne auf „unsere“ Heidi weiter einzugehen; es gibt eine heilige Verrücktheit. Habt Ihr schon vom Sel. Andreas gehört? Er war Asket und Narr in Christo. Ein wundervolles und unerschöpfliches Thema … Stichwort Gelenktasche! Ich stottere auch gelegentlich oder behaupte, Analphabet zu sein.

    Man muss die Leute da abholen, wo sie stehen. Und sie stehen tief im Land der Dämlichkeit, halten es aber für das gelobte … Seien wir barmherzig! Wir sollten sie über ihren Irrtum aufklären und in einen lustigen Bus setzen – Fahrtziel: noch tiefer ins Gestrüpp der Blödigkeit!

    Immer lustig, immer froh,

    R.

    PS: Ich sehe übrigens nicht aus wie Lorre, sondern wie eine Mischung aus Brett Keisel und Elisabeth Flickenschildt.

  69. Rumpelstilzchen

    Das Lachen der Heiligen und Narren ist die höchste Kunst der Subversion.

    ftp://bitflow.dyndns.org/german/HelmutThielicke/Das_Lachen_Der_Heiligen_Und_Narren_1975.pdf

  70. waldgänger aus Schwaben

    Jenen, die meinen die größte Gefahr für das Abendland gehe vom Islam aus, möchte ich eine These vorstellen, die ich schon vor Jahren vor 2001 aufschnappte.

    Ich persönlich gehöre nicht zu diesen. Von allen Bedrohungen des Abendlandes, rangiert der Islam irgendwo zwischen dem 25. und 52. Platz. :-)

    Doch nun zur These:

    Dem Islam steht der Zusammenstoß mit der Aufklärung noch bevor. Der islamische Fundamentalismus und islamische Eroberungsphantastien sind die ersten Reaktionen auf diesen Zusammenstoß und ein Zeichen der Schwäche, erste Anzeichen des Zerbrechens des Islams unter der Wucht des Aufpralls.

    Belege für die These:

    Die Hauptrichtungen des Islams (es gibt Ausnahmen wie die Alewiten) halten den Koran für wörtlich inspiriert. Erweisen sich Fehler im Koran bricht diesen Richtungen das Fundament weg. Ebenso ist der Nachweis von Brüchen in der Überlieferung des Textes, tödlich für den Glauben an die Verbalinspiration.

    Wird der Koran und dessen Entstehungsgeschichte nüchtern, wissenschaftlich betrachtet ist beides offensichtlich.

    1) Zur Entstehungsgeschichte des Korans lese man den wikipedia-Artikel.
    wikipedia-Artikel

    Nur ein Auszug daraus. Die beiden heute von den meisten Moslems als authentisch angesehenen Koranexemplare sind in kufischer Schrift verfasst, die erst 200 Jahre nach dem Tod Mohammeds entstand.

    Ältere Fragmente weisen eine andere Rechtschreibung und erheblich andere Anordnung der Suren auf. Die Anordnung der Suren ist wichtig, weil manche spätere Suren frühere widerrufen (abrogieren).
    Es gibt bezeichnenderweise keinen textus receptus des Koran, keine wissenschaftlich-kritische Ausgabe. Was bei einem Text dieses Alters und dieser Bedeutung wohl einmalig ist.

    Es wird zwar daran gearbeitet, aber kein Orientalist möchte sich da anscheinend aus der Deckung wagen.

    Ein Orientalist, der bezeichnerweise unter dem Pseudonym Luxenberg schreibt, vertritt mit einigen guten Argumenten die These, dass der Koran zu großen Teil aus christlichen Texten kompiliert wurde, die aufgrund der fehlenden Vokale im Text noch dazu falsch gelesen wurden, was die zahlreichen unverständlichen Stellen im Koran erklärt.

    2) Ein offensichtlicher Fehler im Koran ist die Stelle:

    „Und als Gott sprach: ‚O Jesus, Sohn Marias, warst du es, der zu den Menschen sagte: ‚Nehmt euch neben Gott mich und meine Mutter zu Göttern‘?“

    – Koran 5:116,

    Die christliche Lehre über die Dreifaltigkeit die hier abgelehnt wird, wurde bereits Jahrhunderte vor Mohammed festgeschrieben und ist hier falsch wiedergegeben. Hat Allah das Konzil von Nicäa (325) und das Konzil von Konstantinopel (381) falsch verstanden?

    Listen von Fehlern im Koran finden sich zahlreich im Internet:

    IslamForum

    <a href="http://www.pi-news.net/2011/01/fehler-im-koran/ pi-news

    Interessant :


    Warum einige Muslime anfangs einen Kulturschock erleben, wenn sie Islamwissenschaft studieren. von Anna Gesine Kneifel

    Lustig wie Moslems versuchen die Fehlerzu verteidigen:

    gutefrage

    Nicht immer so primitiv wie:

    „Die einzigen Fehler die ich hier sehe bist du häng dich einfach auf und versuch nicht meine Religion zu beschmutzen.“

    Jeder Moslem, der Englisch, Deutsch oder eine andere westliche Sprache versteht , Zugang zum Internet hat und sich für seinen Glauben interessiert, wird auf die unter 1 und 2 genannten Punkte stossen.

    Und dann?

    Ich weiß nicht wie islamische Ärzte, Naturwissenschaftler, Ingenieure mit diesen Fragen umgehen. Man kann nicht auf Dauer im Beruf die Methoden und Ergebnisse der westlichen Wissenschaften anwenden, und im Bereich der Religion ausblenden.

    Einige dumme Moslems werden ausgesprochen ungehalten reagieren (siehe oben), doch viele, sehr viele, die, auf die die es ankommt, werden anfangen die Fundamente ihres Glaubens in Frage zu stellen.

    Die beste Verteidigung gegen den Islam ist die Konfrontation mit diesen Widersprüchen im freundlichen, beharrlichen Dialog.

    Aus diesem Grund befürworte ich explizit deutschsprachigen islamischen Relgionsunterricht nach einem Lehrplan der wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

  71. Stil-Blüte

    @ Joseph von Sternberg
    Konfusion pur! Wer mag Sie mit all diesen ‚Neo‘-Anspielungen verstehen. Ihr Namensvetter dreht sich im Grabe rum.

  72. Stil-Blüte

    @ Raskolnikow
    So beliebt Sie hier und bei mir auch sind, das Gestrüpp, so stacheldig es auch sein mag, zurückbiegen, durchlinsen und eine Lichtung sehen. Handschuhe erlaubt.

    Heidi hat es getan, ohne Handschuhe.

  73. Rainer Gebhardt

    @ Joseph von Sternberg
    „Notabene – hip & cool waren ursprünglich synonyme.“

    Ja, vielleicht, als die coolness zur leeren leere Popgeste wurde.

    Davor war Coolness ein ziemlich aristokratische Haltung: desinvolture.
    Und so gesehen gab es nur einen Deutschen, der „echt cool“ war: Ernst Jünger! ( Na gut, Gottfried Benn auch.)

  74. Biobrother

    @ Rumpelstilzchen

    Nun ja, einen Aufruf zum „christlichen Gotteskriegertum“ im edlen Wettstreit mit der morgenländischen Konkurrenz wollte ich durch mein Lob der liberalen Muslime jetzt nicht heraufbeschwören, frei nach dem Motto „diese nützlichen Idioten helfen uns dabei, den Islam lokal und global aufzuweichen“. ;-)

    Dass es einen globalen Wettbewerb um religiöse Marktanteile gibt, lässt sich aber kaum leugnen.

    Gerade liberale Muslime in Deutschland bzw. im Westen allgemein tun mir eigentlich leid: Für die islamkritischen Nicht-Muslime sind sie oftmals Heuchler, die Taqiyya betreiben, für ihre Glaubensgenossen Verräter an der eigenen Sache, das ist sicher nicht gerade leicht, so zwischen den Fronten zu stehen und gleich von beiden Seiten beschossen zu werden. Dass die lautstarken islamistischen Kampfhähne, die sich jedem Dialog verweigern, die (verbalen) Prügel verdienen, ist natürlich was anderes, darüber muss man wohl nicht streiten.

  75. Gustav Grambauer

    Also jetzt Klippschule für den Gutmenschen:

    Seite aufrufen,

    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bauernkrieg

    dann im Suchfeld des Browsers „Recht“ eingeben, ein paarmal durchklicken und die Funde kurz gedanklich verarbeiten.

    Mache mir noch die Mühe, nach Selbstverständlichkeiten für Sie zu googeln (wo Sie sagen, Sie wollen mich die nackten Wände hochtreiben, also gut, hier für Sie):

    http://www.bauernkriege.de/artikel.html

    und hier sehen Sie sich beispielsweise den vierten, fünften oder etwa zehnten Artikel an, zum Jagdrecht beispielsweise:

    http://www.bauernkriege.de/jagdrecht.html

    Habe noch nie gehört, daß jemand diese „Infos“ wie Sie sagen bestritten hätte. Lediglich gibt es die Überlagerung mit dem Versuch, in die Bauernkriege unbedingt noch die (kultur-)marxistische Klassenlehre reinzupressen und auch gleich noch zum Aufhänger einer ganzen Doktrin zu machen.

    Sie in Ihrem Fall unterliegen wahrscheinlich einem ganz anderen Denkfehler: germanisches Recht hieß für die Bauern nicht germanisches Heidentum.

    Ich denke, der Stein des Anstosses war die Entfremdung und Entmündigung auf allen drei Ebenen: durch die Zwischenschaltung von Klerus, Adel und Justiz.

    Auch heute noch könnte man ein unvermitteltes (d. h. z. B. auch abstraktionsfreies) Recht durchaus als ein germanisches und zugleich im urchristlichen Sinne anstreben.

    Nebenbei gesagt bin ich, auch wenn ich Herrn Lammla schätze, Lichtjahre entfernt davon, Protestant zu sein. Aber vielleicht kriegen Sie mich mit der Getränke-Theorie dahin, wo Sie mich hinhaben wollen?!

    a) Wein-Zone (wo die Römer waren, ergo: Hochkultur)

    b) Bier-Zone (http://www.geobranchen.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2541), keine romanische Prägung, ergo: Halb-Barbarei

    c) Schnaps-Zone (z. B. Pommern), sehr, sehr, sehr weit weg vom Limes, ergo: nackte Barbarei.

    Z. B. Berlin markierte demnach mit „Molle & Korn“ die Grenze von der Halb-Barberei zur Barbarei.

    (Typischer „Bundesbürger“-Kurzschluß hierbei: die Einteilung zwischen (a) und (b.) / (c.) zugleich als Ausdruck der vorherrschenden Konfessionen anzusehen: Posen und Schlesien, wo die Römer nie waren, waren und sind erzkatholisch.)

    - G. G.

    M.L.: Schlesien war erzprotestantisch, als dort noch Deutsche lebten. Es ist auch eher ein Bier- als ein Weinland.

  76. neocromagnon

    @waldgänger aus Schwaben

    Ich bin mit einer Muslimin verheiratet und kenne viele Muslime privat. Die meisten von denen praktizieren nicht und wissen weniger über ihre Religion als ich. Das bemerkenswerte ist aber, daß sie sich alle nach Aussen hin an gewisse religiöse Konventionen halten und zwar sehr streng. Es gibt bestimmte Tabus die nicht angetastet werden von Menschen, die nicht religiöser sind als die meisten Deutschen.
    Dabei sind durchaus viele Freiheiten möglich, z.B. Frauen ohne Kopftuch in sexy Kleidung, die auch tolleriert werden, solange eine rote Linie nicht überschritten wird, nämlich öffentliche Kritik und Abwendung vom Islam.
    Woher kommt das?
    Ich habe den Verdacht, daß diese Gesellschaftsordnung durch die Todesdrohung entstanden ist, die im Islam allgegenwärtig ist. Es reicht, in einer bestimmten Epoche oder an bestimmten Menschen sporadisch Exempel mit äusserster Brutalität zu statuieren (wie es z.B. erst vor wenigen Jahren in der Türkei an einem Christen geschah, der bestialisch zu Tode gequält wurde) um machterhaltende Gesellschaftstabus zu installieren. Es ist das Prinzip jeder Gewaltherrschaft, es reicht die Drohung und die sporadische Glaubhaftmachung. Es ist überhaupt nicht notwendig, daß die Masse der „Gläubigen“ die Inhalte überhaupt kennt, geschweige denn versteht. Wichtig ist nur, daß sie nicht offen angezweifelt werden.
    Das daraus eine blühende dauerhafte Kultur entstehen kann glaube ich auch nicht, aber trotzdem kann es viel Leid und Zerstörung für unsere Lebenswelt bedeuten.

  77. Raskolnikow

    Eine kurze Anmerkung noch,

    zu Waldgängers (aus S.) Seminararbeit:

    Der Versuch Fehler im Islam „nachzuweisen“, kann nur einem westlichen Gehirn entspringen und ist vielleicht im Internet, an der Uni oder in Berlin-Mitte groß im Schwange.

    So lange man den Leuten aber nur das Nichts anbietet …

    Das nennt man dann wohl „Aufklärung“, das Nichts.

    Wie fest im Sattel der westliche Liberalismus steckt, sieht man daran, dass „Konservative“ dem Islam eine „Aufklärung“ wünschen! Damit auch die islamische Welt in dem erbärmlichen Müll versinkt, den wir hier aufhäufen … Dann dürft Ihr sie aber nicht in die Kirchen lassen, da sehen sie ja die Verwesung und riechen den Gestank! Nein nein, eine Aufklärung, wie wir sie hatten, wünsche ich keinem Volk, da bin ich zu sehr Menschenfreund (und verhinderter Euphoriker).

    Man kann als Reaktionär nur auf eine Radikalisierung des Islam hoffen. Vielleicht zwingen die Salafi den einen oder anderen Europäer zum Nachdenken über seine Wurzeln!

    Vielleicht wirft auch der Europäer den riesigen, ihn beugenden, Aufklärungs-Demokratie-Menschenrechts-Rucksack ab, wenn der Ali nicht mehr nur frech sondern auch handgreiflich wird. Wahrscheinlich werden beide erschrocken sein über die europäische Größe, wenn das wertlose Gerümpel vom Buckel fliegt. (Fuck you, Goethe!?) Vielleicht/wahrscheinlich nur ein Traum …

    Man müsste viel mehr mit den Kreuzzügen hausieren gehen!

    Für die Ausweitung der Schnapszone,

    R.

  78. Rumpelstilzchen

    Aus Zeitzeichen über einen geistvollen Evangelisten

    Schon 1947 war Thielicke in einer viel beachteten Karfreitags-Predigt gegen das Unrecht zu Felde gezogen, das unter dem Stichwort „Entnazifizierung“ an den Deutschen begangen wurde, und hatte sich gegen eine Kollektivverdammung des deutschen Volkes zur Wehr gesetzt. Martin Niemöller hatte er mehrfach kritisiert, ebenso Gustav Heinemann, wegen seines „Neins“ zur Wiederbewaffnung. Ende der Fünfzigerjahre hatte er einen Vortrag über das ethische Problem der Atombewaffnung vor dem Parteitag der CDU gehalten, trotz aller parteipolitischen Unabhängigkeit des Redners de facto ein Signal. Seine Bundestags-Ansprache von 1962 hatte den inneren Substanzverlust der deutschen Demokratie und den Niedergang des Begriffs „Vaterland“ beklagt, was ein weit über Deutschland hinausgehendes Echo und einen Berg von über tausend Zuschriften hervorgerufen hatte. Kurz: Thielicke war in der Optik vieler Beobachter auf der politischen Landkarte nach „rechts“ geraten.

    Gebe es noch ein paar Evangelisten wie Helmut Thielicke , müssten wir uns nicht abmühen, wie wir die Lady Gaga der Evangelikalen nun finden müssen.
    Dennoch: Wir sind alle Sünder vor dem Herrn.

  79. Rainer Gebhardt

    @ Gutmensch

    dann reiche ich doch noch eine Anmerkung nach zum Thema Müntzer/germanisches Recht etc. nach, auch wenn es off topic ist.

    Ihre Frage: „Hat Thomas Müntzer tatsächlich ‚germanisches Recht‘ unter seiner Regenbogenfahne gepredigt? Woher hat ‚UL‘ denn diese Info? Ich war gerade in Mühlhausen … richtig ist, dass man dort das DDR-Bild vom Bauernkrieg korrigiert. Aber von germanischem Recht habe ich da weniger gesehen…“

    So ganz daneben liegt der von Grambauer zitterte Lammla nicht. Und wenn Sie schon in der Mühlhäuser Ausstellung waren, ist Ihnen vielleicht ein Exponat aufgefallen: Müntzers „Hochverursachte Schutzrede“ – eine rhetorisch einmaliges Agitationsstück. Fakt ist, daß Münzer in seiner Polemik gegen die Fürsten dort auf eine alte Rechtstradition zurückgreift (das alte Grafenrecht), die der Herrschaft nur Exekutivgewalt zusteht, während die Gemeinde jede einzelne Entscheidung aufheben kann. (Müntzer: „Ey warumb? Ob die Obrigkeit das urteyl wölte verkeren…so sollen die umsteenden christen das verneynen und nit leyden…“).

    Zum rechtshistorischen Hintergrund der Bauernaufstände gehört auch das Allmenderecht, das auf das Gemeineigentum der alten Markgenossenschaft zurückgeht, einer gemeinsamen Wirtschafts- und Gerichtsordnung germanischer Siedlerverbände. Die Allmende umfasste als Dorfbesitz Wald, Wiesen und Wasser und beinhaltete das Recht zu jagen, Vieh weiden zu lassen und zu fischen. Im 15. und 16. Jahrhundert eigneten sich viele weltliche Herrscher die Gemeindeflächen an – Allmende-Raub – was einer der Gründe für den Bauernkrieg war und den Münzer polemisch gegen die Fürsten ausspielte:

    „Sich zu, die grundtsuppe des wuchers, der dieberei, der rauberey sein unser herrn und fursten, nemen alle creaturen zum aygentumb. die fisch im wasser, die vögel im lufft, das gewechß auff erden muß alles ir sein…nun sye aber nit alleine wider den glauben, sundern auch widder yhr naturliche recht handelen, so muß man sye erwurgen wye dye hunde…“

    Es ist unter anderem dieses alte Recht, das die Bauern bei der Obrigkeit einforderten und dem Müntzer mit seinem „omnia sunt comunia“ die Glücksformel lieferte (auch wenn er einen strengen Gottesstaat im Auge hatte und keinen vorbürgerlichen Wohlfahrtsstaat).

  80. Gutmensch

    Lieber Herr Grambauer,

    ich werde Buße tun und meine Klippschulkenntnisse zum Recht vertiefen, dafür ist mir gewöhnlich jeder Vorwand recht. Aber es wird voraussichtlich keine anderen Ergebnisse zeitigen: Germanisches Stammesrecht und Staatsorganisation sind einfach zwei Dinge, auch wenn das ein U.L. recht absichtsvoll zusammenbringen will und dafür auf hastige Schlüsse aus Wikipedia-Quellen hofft. Luther selber, dem wir das markige Wort der Protestanten verdanken, ging das viel zu weit – jedem klar denkenden Menschen wäre das zu weit gegangen. Er verwahrte sich also dagegen! Thomas Müntzer hat leider den Knall nicht gehört und das recht unschön mit seinem Leben bezahlt.

    Das Andenken an die aufständischen Bauern – soweit können wir beide uns gut verständigen – hat durch die Geschichtsschreibung bereits genug gelitten. Sehen Sie mir meine Schwäche nach, den Toten nun Frieden zu wünschen und sie nicht erneut politisch instrumentalisiert sehen zu wollen.

    versöhnlicher Gruß vom

    Gutmenschen.

Diskussion geschlossen. :-)

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