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Botho Strauß – Neue Anmerkungen zum Außenseiter

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TragosIn Spiegel erschien letzte Woche ein Essay von Botho Strauß, der inhaltlich nahtlos an den legendären „Anschwellenden Bocksgesang“ aus dem Jahr 1993 anknüpft. Dieser hat, obwohl bereits zwei Jahrzehnte alt, nichts von seiner Frische eingebüßt („Aktualität“ könnte man auch sagen, aber das habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen).

 

Michael Klonovsky schrieb anläßlich einer Wiederlektüre:

Erstaunlich, wie frisch und hellsichtig sich der weiland so inkriminierte Text anlässt, während das ganze eigenwertfreie alarmistische Gesinnungsgouvernantengeschwafel wie getrockneter Unflat von ihm abgefallen ist – eine reizende Illustration des Unterschieds zwischen Literatur und Feuilletonismus.

Nicht zu vergessen, daß einige der verbissensten „Gouvernanten“ aus den Reihen des Spiegels selbst kamen, mit dem damaligen Kulturressortleiter Hellmuth Karasek an der Spitze. Umso mehr darf man angesichts des Vorspanns zu dem neuen Essay „Der Plurimi-Faktor – Anmerkungen zum Außenseiter“ die Ohren spitzen. Strauß sei 1993 „als politscher Reaktionär abgestraft“ worden – „dabei war der Autor damals womöglich nur hellsichtiger als andere.“ Na, Karasek wird sich hoffentlich mächtig darüber gefreut haben. Weiterhin heißt es:

Diesmal beobachtet er, wie der „intellektuelle Götzendienst vor dem Populären“ eine Anpassung nach unten zur Folge hat – und wie das „Breite zur Spitze“ wird, wenn es um Quoten, Foren und die Interessen der meisten geht: der „Plurimi-Faktor“. Die wenigen aber, so Strauß, die sich nicht durch das Internet  Gesellschaft und Übereinkunft verschaffen wollen, werden sich in der Absonderung einrichten müssen.

Wozu dann auch logischerweise die Aussetzung der Spiegel-Lektüre, insbesondere seiner berüchtigten Online-Version zählen müßte. Denn es geht in Strauß‘ Essay nicht nur um das Internet (nebenbei, Gómez Dávila gibt es jetzt auch auf Twitter), sondern um alle Massenmedien, die daran wirken, den breiten Strom des „konsentiv Assemblierten“ auszuweiten, bis kein Flecken mehr übrig ist, in dem man anders denkt, schreibt, spricht und, nicht zu vergessen: lebt.

In Deutschland ist es eben vor allem der Spiegel, der zumindest auf der Middlebrow-Ebene so ziemlich alles verkörpert, befördert und nach Kräften einzementiert, was Strauß so verabscheut und vehement kritisiert. Meine bescheidene Meinung: Wer nicht mindestens allergisch gegen das typische Spiegel-Deutsch ist, dessen Gehirn ist bereits in bedenklicher Weise von der condition-salaud befallen, von der Strauß spricht.

Zum Erfolg des Blattes gehört freilich auch eine gewisse Elastizität, und wohldosierte „Kontroversen“ halten bekanntlich das bundesdeutsche Federvieh auf Trab und in Lohn und Brot. (Ich bin schon voller Vorfreude auf Georg Diezens Kommentar, der uns hoffentlich nicht vorenthalten wird.)

Die Papierlöwen des Feuilletons haben also wieder Futter bekommen, der Skandal ist diesmal allerdings, was zu erwarten war, ausgeblieben. Zumal Strauß‘ Stil sich wenig dazu eignet, um knallige Zitate herauszufischen, die man dann mit wohlfeilen faulen Eiern bewerfen kann.

Man muß leider die Anstrengung aufmerksamen und sinnentnehmenden Lesens auf sich nehmen. Das ist abschreckend genug. Und wenn nun schon der Spiegel selbst einräumt, daß Strauß‘ Gegner heute reichlich alt aussehen würden, so wird wohl niemand eine zweite Blamage riskieren wollen (Ausnahmen gibt es immer, aber was wäre der schönste Bocksgesang ohne einen Thersites als Kontrastgezeter).

Dabei strahlt der Essay trotz aller Polemik weder Zorn noch Empörung aus, sondern eher die Kühle der Abkehr und der Verachtung. Das gilt sogar dann, wenn Strauß danteske und durchaus angemessene Höllenstrafen für die „Schänder der Landschaftsseele“, die Erfinder und Profiteure der Windräder, ausmalt. Non ragioniam di lor, ma guarda e passa -  „Sprich nicht mit ihnen, sondern schau hin und geh vorüber“, so der Rat Vergils an Dante, als die Unterweltwanderer die massa damnata passieren.

Andreas Rosenfelder (Die Welt) „gefällt das“, er geniert sich aber angeblich aus Ehrfurcht ein wenig, Strauß vorbehaltslos zuzustimmen.

Felicitias von Lovenberg (FAZ) meint, hinter der Maske des Entrückten und Vergeistigten einen „Hilferuf“ zu vernehmen:

Konsequent wäre es gewesen, solche Gedanken, statt im „Spiegel“ etwa in den „Scheidewegen“, der „Jahresschrift für skeptisches Denken“, zu veröffentlichen und sich damit sichtbar dorthin zu stellen, wo er sich selbst verortet. Doch noch – und das ist womöglich die eigentliche, positive Botschaft dieses ziellos apokalyptischen Essays – hat Botho Strauß die Hoffnung darauf, gehört, vielleicht sogar verstanden zu werden, nicht aufgegeben.

Die Maske der so vorsichtigen und gesuchten Formulierungen verbirgt allerdings wohl mehr Sprengstoff, als ein oberflächlicher Leser ahnen würde.  In einem Absatz stellt sich Strauß der Frage nach der Islamisierung Europas, ohne freilich dieses Schlagwort zu benutzen. Dabei beginnt er seine Betrachtung mit einer Perspektivumkehrung:

 Wir drängen den Gläubigen und Andersgläubigen neben uns unentwegt unsere Freiheiten auf, denken aber nicht daran, auch nur das Geringste von ihrer sittlichen Freiheitsbeschränkung nachahmenswert zu finden oder auf uns abfärben zu lassen. Das Abfärben soll nur einseitig geschehen.

Dieses  „Abfärben“ hat also nichts mit den Phantasien linker „Integrations“- und „Vielfalts“-Romantiker zu tun:

Dabei täte etwas mehr Familie, etwas väterliche Stärke einem Erziehungsverhalten gut, dessen Schwächen allenthalben von staatlich geförderten Hilfen kostspielig kompensiert werden. Autorität zu bezweifeln gehört jedoch zu den Pflichten, die der demokratischen Übereinkunft selbstverständlich erscheinen und die ihr leichtfallen.

Wir befinden uns hier also mitten im Elend der „liberalen Islamkritik“ (siehe etwa hier, hier und hier), die den Islam einerseits zum Feind „unserer Werte“ erklärt und gleichzeitig blindlings die Voraussetzungen für seine Ausbreitung in westlichen Ländern schafft.

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Vom Mainstream zum Maelstrom

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33 Kommentare zu „Botho Strauß – Neue Anmerkungen zum Außenseiter“

  1. ene

    Wenn es auch nicht gleich zur „Bilderstürmerei“ kommt – ich frage mich allerdings mitunter, wer sich eigentlich in bestimmten Kommunen zukünftig für die kostspielige Restaurierung alter Dorfkirchen mit Spuren mittelalterlicher Wandmalereien und dergleichen zuständig fühlen wird. Wen das in zwei Jahrzehnten noch interessiert, wer sich dafür engagiert, wer bereit ist zu spenden. Wenn Privatpersonen sich in solchen Fällen engagieren, hat das fast immer etwas mit ihrer eigenen Identität zu tun: „Ich möchte, daß der Kirchturm wieder so aussieht wie früher, da bin ich als Schüler täglich vorbeigegangen…“ Wer dann überhaupt im „Denkmalschutz“ noch eine selbstverständliche kulturelle Aufgabe sieht.
    – Nur eine Randbemerkung zum vorliegenden Thema.

  2. Erwalf

    Wieder ein reichhaltiger Beitrag von M.L.. Wegen der kürze meiner Lesezeit blieb bei mir vorerst nur die seit Jahren bestehende Frage im Kopf: Wer ist Feind, wer Verbündeter? Soll ich meine Freiheit mit den Nur-noch-Freien gegen die morgenländische Bedrohung freien Denkens und Glaubens verteidigen oder meine Werte und Lebensvorstellungen mit den Gläubigen, wenn auch fremden, gegen alle freiheitsextremistischen Ungläubigen? – Ich weiß es immer noch nicht.

  3. Martin

    Wer ist Feind, wer Verbündeter?

    Erwalf,

    Seien Sie entspannt und nehmen Sie sich ein Beispiel an den „Migranten“:

    Die sind sich, obwohl selber untereinander oftmals heillos zerstritten, instinktiv immer auch einig, wenn es gegen „uns“ geht.

    Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, sagt der Volksmund.

    In diesem Punkt können wir von den „anderen“ lernen.

    Zum Artikel:
    Die Woche fängt gut an … (hier könnte jetzt ein „Smiley“ sein, wenn es möglich wäre).

    M.L.: Wir arbeiten noch an einem „Like-Button“ in Form einer Schlange…

  4. Stevanovic

    @Erwalf
    „Die sind sich, obwohl selber untereinander oftmals heillos zerstritten, instinktiv immer auch einig, wenn es gegen „uns“ geht.“

    Wenn Sie das glauben, sind Sie dem öffentlich vorgetragenem Stuss von „Vielfallt ist Bereicherung“ schon aufgesessen. Das einzige, was Vertreter der Migranten (bei einem Organisationsgrad von unter 10%, mithin ohne jegliche Legitimation) „instinktiv“ eint, sind die Fördertöpfe. Das dürfte Ihnen aus urdeutschen Zusammenhängen nicht ganz fremd sein. Es ist die erbärmliche Einigung beim Gerangel um den Futtertrog, der gefüllt wird, wenn ein bestimmter Knopf gedrückt wird. Die dafür notwendige Dressur als ein einigendes Moment, gar als Gemeinsamkeit „gegen“ etwas zu deuten, würde den Integrationsindustriellen gefallen.

    @Lichtmesz
    „Dabei steht für ihn jedoch eine bloße Anpassung an die herrschenden Normen, deren Brüchigkeit er durchschaut hat, außer Frage. Er sucht dritte und vierte Wege. Das „Anderssein“, das ihn von der Mehrheit unterscheidet und absondert, ist vor allem Konsequenz einer tieferen Einsicht in das Chaos und die Misere, die unter der Oberfläche der sozialen Ordnungen und Konventionen brodeln. Es ist das Bewußtsein dieser ständigen Präsenz, das ihm diese Ordnungen als so gefährdet und so fragwürdig erscheinen läßt, oft auch als heuchlerisch, korrupt und verlogen, ja böse.“

    Die Abgrenzung zwischen dem edlen Eremiten und Angst vor Verantwortung ist manchmal recht schwierig. Ich schwanke zwischen bewundernden Respekt wegen der Konsequenz auf der einen Seite und dem Drang, nach ein paar Ohrfeigen zu rufen „Reiß dich zusammen!“ auf der anderen Seite. Intellektuelle Wahrhaftigkeit erfordert eine Distanz zur Mitte und zum Durchschnitt, gerade wenn man über ganz andere Wege nachdenkt. Ein Leben in der Mitte ist heuchlerisch, korrupt und verlogen, keine Frage. Ohne Selbstbeschmutzung geht das nicht. Eine der schmerzhaftesten Wunden im Leben, ist die Erkenntnis der Selbstbeschmutzung. Das Auszuhalten fällt den Schamlosen leicht, die wahren Helden brauchen dafür Kraft. Botho Strauß hat Angst vor dem Schmerz und vor der Sinnlosigkeit des Kraftaufwandes. Es klingt zu sehr ein Kind durch, das nicht mitspielen will, wenn ihm nicht alle versprechen, dass es sofort gewinnen kann. Aus Angst vor Enttäuschungen, aus Angst vor dem Bösen, aus Angst vor der Mitte. Er ist eindeutig kein Sisyphus, wahrscheinlich will er auch keiner sein.

    Ich würde mir nicht einbilden, einen Botho Strauß wirklich zu verstehen. Sollte ich ihm unrecht tun, tut es mir Leid.

  5. Joseph von Sternberg

    „dann darf man nicht erwarten, daß ein ikonoklastischer Angriff auf die europäischen Kulturschätze ausbleiben wird:“

    es gibt schon diese Angriffe en masse – sie wird von den IQ 110 Vettern der Sarrazenen, die nicht mit dem Kriegergen ausgestattet sind seit Dekaden in der weichen Form betrieben:

    das letzte was ich davon gehört habe war die Streichung der Johannespassion bei einem Bachfestival in den USA, weil die antisemitisch sei…

    ach ja – und nicht zu vergessen -

    die Proklamation der jüdisch-christlichen Kultur :-)

  6. Stevanovic

    Leider konnte ich mich an keinen Satz mit Sprengwirkung erinnern. Habe den Essay noch mal gelesen und habe wider wenig gefunden. Sprengsätze detonieren in der Regel nur ein Mal. Kein Gedanke, der allein in diesem Forum nicht schon ausgerollt und breitgetreten wurde. Ich zumindest habe nichts gelesen, was in irgendeiner Form ein neuer Aspekt gewesen wäre. Es sprang kein Funke über. Und das ist auch das Problem von Botho Strauß.

    Der Freitag hat es am besten Zusammengefasst. Botho Strauß wünscht sich die Bonner Republik zurück. Kubrick und Rothko sind ein guter Hinweis, an welcher Stelle er die Zeit (verkürzt gesagt) anhalten möchte. Strauß schreibt es selbst an mehreren Stellen, er will gar nicht zur wirklich alten Form zurück. Er möchte den alten kulturellen Mechanismus, billigt ihm auch liberale Inhalte wie die genannten Künstler zu. Er will nicht werden wie die Moslems, das ist kein Model, er glaubt jedoch von ihnen mittlerweile mehr lernen zu können als von der modern-christlichen Unkultur. Strauß ist kein Feind der modernen Kunst, solange sie Kunst ist. Kein schlimmer Standpunkt, damit gehört er nicht zu den wenigen, er gehört zu den ganz vielen. Der durchkommerzialisierten Schrott-Retro 80er Jahre Welle liegt ein ähnliches Gefühl zugrunden. Joschka Fischer, der sich als letzten RocknRoller bezeichnet. Strauß müsste nur hinschauen, auf die vielen.

    Er hat alle Möglichkeiten sich Zurückzuziehen, einen geschlossenen Kreis zu gründen und hohe Kunst zu machen. Nichts leichter als das. Nur, so alleine für die Ewigkeit werkeln ist ihm zu wenig. Er will ja die staunende Anerkennung der Vielen. Wenn wir ihn schon nicht verstehen, sollen wir ihn wenigstens bewundern. Was er nicht erträgt, er ist uns egal. Darüber beschwert er sich, klar, im Spiegel, der Prawda der Vielen-Diktatur. Auch der letzte Viele soll seinen Schmerz hören. Nun springt keinerlei Funke von seinem Werk über, wir nehmen ihn nicht wahr. Er wünscht sich eine Welt, in der wir ihn erkennen. In der Intellektuelle erzogen werden, die seine Werke verstehen. Das sollen nur ein paar sein, er braucht nicht viele. Der Wunsch ist nicht schlimm. Tun möchte er dafür nichts. Er wüsste auch nicht was. Und das macht das ganze zum Gejammer eines hochbegabten Kindes. Er will sich eine gute Fee herbeimotzen, nur sich den Vielen stellen, einem Kampf stellen, Mann sein, mal autoritär sein…da reicht es nur für dieses Essay. Wir Vielen können keine hohe Kunst erkennen, schon gar nicht verstehen, den Unterschied zwischen elitär und impotent erkennen wir sehr wohl. Strauß leidet nicht an den Vielen, er leidet an seiner Impotenz die Vielen, seien sie auch gefiltert und gesiebt weniger, zu befruchten. Die Wenigeren (sich irrtümlich für die Wenigen halten), die wir haben, grunzen ihm jetzt zustimmend, die Vielen hören ihnen ja auch nicht mehr zu.

    Nochmal: Kein Gedanke, keine Idee, die in den letzten Jahren nicht schon hundertmal geäußert wurde. Ich erkenne keinen guten Rotwein, Dosenbier erkenne ich sofort.

    Einem Botho Strauß sollte man das nicht durchgehen lassen. Der kann mehr.

  7. Rumpelstilzchen

    Zunächst, willkommen zurück, Herr Lichtmesz.

    Mal wieder ein dichter Text, für den es Muße braucht.

    Volker Weidermann hat in der FAS Botho Strauß‘ Essay bescheinigt,
    „nichts zu sagen“ :

    „Es steht nichts drin in diesem Text, so oft man ihn auch liest. Nichts außer Verachtung für die Gegenwart, Verachtung für die Masse, Verachtung für das Theater, Windkrafträder, für den totalen Konsens des Guten..“

    Nichts Neues außer dem „alten Untergangszauber“

    Ich habe den Text nur kurz überflogen, vermag nicht zu beurteilen, ob da irgendwo Sprengstoff liegt.
    Nur soviel:
    Dass „Bevölkerungswandel“ zu einem Wertewandel führt, ist klar:
    Die FAZ singt heute z.B. Das Loblied auf die Kultur des islamischen Fastenbrechens. Aber, was ist schlimm daran, wenn wir „Außenseiter“ dadurch an unsere eigenen christlichen Fastentraditionen erinnert werden ?
    Schlimmer ist, dass immer mehr Authochtone dadurch an Nichts Eigenes mehr erinnert werden. Weil sie nichts Eigenes mehr kennen. Sie haben gar nichts, was sie den Andersgläubigen aufdrängen könnten. Da färbt nichts ab. Gar nichts !

    Der Bevölkerungswandel ist vielleicht (!) nicht nur ein Angriff auf die europäische Kultur, sondern könnte sie zu sich bringen.
    Man bedenke:
    Ab 1494 regierte in Florenz Savonarolas religiöser Fanatismus. Botticelli soll eigenhändig einen von ihm gemalten weiblichen Akt einer Venus zur öffentlichen Bilderverbrennung getragen haben und danach nie mehr eine nackte Frau gemalt haben. Wie furchtbar !! Vielleicht wäre dieses Bild noch schöner als die Geburt der Venus gewesen, noch schöner als das weibliche Idealbildnis im Frankfurter Städel ?
    Savonarola war aber kein Moslem.
    Ein ikonaklastischer Angriff von muslimischer Seite auf die Werbeplakate der jüngsten Anti Aids Kampagne (ich will es andersrum, lustvoll usw.) würde positiv auch auf mich abfärben.
    Vielleicht sind wir gar nicht die radikal Außenstehenden, die nirgendwo dazugehören, sondern die einzigen, die noch Stand haben.
    Damit muß man nicht kokettieren. So ist das Leben.
    Nur, was mir zu schaffen macht:
    Heute morgen zog mein Jüngster fröhlich in die Welt hinaus, zu einem Wanderurlaub.
    Ganz sentimental dachte ich an das schöne Lied: Wohlauf in Gottes schöne Welt, welches wir dereinst bei ähnlichen Aktionen sangen und wollte den Liedtext googlen. O Schreck. Ich stieß auf die Kopfzeile:
    Volkslieder als Therapie bei Demenzerkrankungen.
    Vielleicht helfen Volkslieder gegen das Vergessen.

  8. Hesperiolus

    @ Rumpelstilzchen

    Welchen FAZ-Artikel meinen Sie? In der überregionalen Ausgabe sind mir heute nur die Ausführungen von Rainer Hermann „Die Angst abbauen“ aufgestossen, in welchen er den OIC-Generalsekretär Ihsanoglu einen toleranten Islam und die „islamische Dimension der europäischen Kultur“ beschwören lässt, pikanterweise aus dessen saudi-arabischem Büro in Dschidda. Wenn ich Wortmeldungen ausgerechnet aus Saudi-Arabien gegen „Islamophobie“ und für die Religionsfreiheit der Mohammedaner hierzulande höre, setzt es aus….! Unterdessen haben islamische Jugendliche, vielleicht nicht ganz zufällig im Rammadan, eine christliche Kirche bei Hannover abgebrannt. Weder die FAZ noch die Sueddeutsche Zeitung oder die ZEIT haben darüber eine einzige Zeile vermeldet! Stellen sie sich vor, deutsche Adoleszenten hätten eine Synagoge oder Moschee in Brand gesetzt. Da ich für den Spiegel keinen Euro ausgebe, warte ich noch auf den Text und überfliege grade noch einmal den „Aufstand gegen die sekundäre Welt“. „Rechts zu sein“ als Akt der Auflehnung: gegen die Totalherrschaft der Gegenwart, die dem Individuum jede Anwesenheit von unaufgeklärter Vergangenheit, von geschichtlichem Gewordensein, von mythischer Zeit rauben und sie ausmerzen will. So ist es.

    M.L.: Weiß man denn schon sicher, wer die Täter von Hannover waren?

  9. Rumelstilzchen

    @ Hesperiolus

    FAZ online vom 5.8.13
    Karen Krüger
    Fastenbrechen: „Nie schmeckte eine Dattel köstlicher“

  10. trup

    Dass die eifernden Muslime unsere Kirchen abbrennen und das vertuscht wird (das ist schon vertuschen, wenn man es nicht druckt, ausschließlich wegen der Täterherkunft), passt doch ins Bild.

    Das Christentum, seiner anfänglichen Eiferei (Chlodwig ließ noch jeden Eingeborenen Europäer, der seinen Kosmotheismus beibehielt in Jahwes Namen letztlich siegreich niedermetzeln) müde geworden wie eine Pappfigur fallen wird, sollte allen klar sein. Gegen die Wucht Mohammeds ist Jesus heute nur noch eine lahme Geschichte. Die sekularen Christen (nach Max Stirner „Unsere Atheisten sind fromme Leute“), selbst nennen sie sich Humanisten, geben inzwischen die Vorgaben und da ist Kirchenschutz ironischerweise unpässlich.

    Die christliche Lehre vom universalen Menscheitsbrei, der Abkehr vom eigenen Volk, das Weltreich der Güte, die multirassische Heilslehre des Humanismus hat die Mehrheit um so fester verinnerlicht. Die Buße der Atheisten ist die fanatische Fortführung christlicher Werte im völkervernichtenden Universalismus unter der sekularen Schuldreligion, eingesäuselt vom auserwählten Volk und seiner Intellektuellen (von Adorno bis zu Susan Sonntag: „Die weiße Rasse ist der Krebs der Manschheit“).

    Wer in religiösen Kampfansagen keine mehr sehen will, weil er sie – der bewussten religiösen Eiferei unbekannt – umdeutet in Unkenntnis der Wege und Übersetzungen dieser Kampfansagen, der wird das Spiel verlieren. Der christliche Universalismus, welcher inzwischen in Humanismus übersetzt wurde ist der Todesfluch Europas. Angefeuert vom Stamm Israels (Isaiah 60/61) in dessen Hoffnung auf ihr Weltreich (Jaques Attali hat unlängst offen den Weltstaat mit Hauptstadt Israel angekündigt) werden die Humanisten, wie einst die Christen, in ihrer Schuldangst weiter wüten. Man sieht es in Schweden, wo selbst Vergewaltigungen der eigenen Töchter durch Einwanderer in dem Medien systematisch vertuscht werden.

    Das Aufgeben Europas ist nur folgerichtig in einem Wertesystem, wo durch kirchliche Geschichtsfälschung alles Gute nur aus dem Orient kam. Erst alles verwüsten, um dann das Restliche zu übernehmen wie die Jahresfeste. Dann wird behauptet, alles Vorherige sei nur Barbarei gewesen. Dasselbe macht der Islam systematisch. Wie sich Allah und Jahwe gleicht, kommen sie doch aus derselben Wüste.

    Und jetzt sind die christlichen Ethiker, sekulare wie gottgläubige, schüchtern im Untergang. Zahm wie Lämmer. Gottes Lämmer. Der Hirte hat sich verabschiedet, die Lämmchen zittern. Ein böser grausamer Jahwe bleibt unerkannt im Hintergrund, Lamm Jesu ist ein Lamm nur mehr, Allah schreit und jault, herrscht und befiehlt noch grausam die Fremden mit Gewalt.

    Als würde ein Gefasel von einem Einsiedler da etwas dran ändern. Da hilft vielleicht nur Organisation mit höchster Hingabe und strengstem Zusammenhalt. Parallelgesellschaft, eine neue Religion, ein Orden. Ohne tiefe und weite Netzwerke wird da nicht viel zu machen sein. Vereinzelung ist der Untergang. Mir schwebt da vor, eine Gemeinschaft zu bauen, die durch ihre Gemeinschaftlichkeit eine höhere Lebensqualität schafft und bei den Mitgliedern durchsetzt. Was der Islam kann, können wir auch. Die Fähigen und Gesunden sammeln und deren Kräfte sich ergänzend bündeln. Auch in der körperlichen Bildung, gemeinschaftlicher Sport und Kampfsport, Weiterbildung, Ritualfeste, Haltungen einfordern, Mode kreieren, Optimismus und Stärke ausstrahlen, Ziele definieren. Wir haben keine zwanzig Jahre mehr dafür, fürchte ich. Leicht gesagt, ich weiß.

    Passt nicht zum Thema, doch passt. Im Aufsatz stand ja eher vages Zeugs. Botho Strauß fischt bei den Vielen oder so. Wir müssen dahim kommen, die kulturelle Eleganz neu zu definieren. Das muss unsere Mitglieder erfassen und nach außen spürbar sein. Dann werden die Besten zu uns fliehen. Und dann werden wir gestalten.

    M.L.: Viel Erfolg dabei wünsche ich, vor allem beim „Optimismus und Stärke ausstrahlen“, was ja bekanntlich auf Knopfdruck funktioniert. Fake it till you make it, wie die Amerikaner sagen. Heidegger hat es schon gesagt: eine neue Religion kann man sich nicht nach Belieben aus den Fingern saugen, wie es einem gerade paßt. Man wird nicht zum Mohammed, weil man das gerne hätte. Und wenn überhaupt, dann sind es immer inspirierte Außenseiter (und nicht: „die Einsiedler“), die eine Chance haben, zu Visionären werden, und neue Religionen zu empfangen oder Ideen, die eine Gemeinschaft bauen können. Diese ganzen antichristliche Invektiven lehne ich ab. Es gibt keine und gab niemals eine „christliche Lehre vom universalen Menschheitsbrei“ und der „Abkehr vom eigenen Volk“, während diejenigen, die heute den Globalismus vorantreiben, alles andere als Gläubige und Christen sind. Das sind alles Lesefrüchte aus schlechter ideologischer Literatur und vulgarisiertem Nietzsche. Die gläubigen Christen im gläubigen Europa, der großartigsten Zivilisation, die Welt je gesehen hat, waren indessen auch nicht gerade Lämmer, die sich nicht zu wehren wußten, oder nichts zustande gebracht hätten. Diese ganzen überspannten, historisch ahnungslosen Ideen über das Christentum spalten nur noch mehr vom „Eigenen“ ab.

  11. Mauretanier

    Als würde ein Gefasel von einem Einsiedler da etwas dran ändern. Da hilft vielleicht nur Organisation mit höchster Hingabe und strengstem Zusammenhalt. Parallelgesellschaft, eine neue Religion, ein Orden. Ohne tiefe und weite Netzwerke wird da nicht viel zu machen sein. Vereinzelung ist der Untergang. Mir schwebt da vor, eine Gemeinschaft zu bauen, die durch ihre Gemeinschaftlichkeit eine höhere Lebensqualität schafft und bei den Mitgliedern durchsetzt. Was der Islam kann, können wir auch. Die Fähigen und Gesunden sammeln und deren Kräfte sich ergänzend bündeln. Auch in der körperlichen Bildung, gemeinschaftlicher Sport und Kampfsport, Weiterbildung, Ritualfeste, Haltungen einfordern, Mode kreieren, Optimismus und Stärke ausstrahlen, Ziele definieren. Wir haben keine zwanzig Jahre mehr dafür, fürchte ich. Leicht gesagt, ich weiß.

    So schauts aus.

  12. Der Reaktionär ist Phantast, Erfinder (der Konservative dagegen eher ein Krämer des angeblich bewährten). Gerade weil nichts so ist, wie er’s sieht, noch gar nach seinem Sinn sich entwickelt, steigert er die fiktive Kraft seiner Anschauung und verteilt die nachhaltigsten Güter des Geistes oder des Gemüts. Oder die lange anhaltenden. Oder die im Erhalten sich erneuernden (um der entleerten Vokabel einen wenig variablen Sinn zu unterlegen.)

    Eher die eindringlichsten als die nachhaltigsten. Dem in diesem Sinne Reaktionären haftet die Zeit zu sehr an, auf welche es sich bezieht, als daß es wahrhaft zeitlos sein könnte. Das wahrhaft Zeitlose ist leicht, ein Spiel mt den Fragen der Menschen, ein Kommentar zu ihren Problemen, das Reaktionäre in dem Sinne ist der der Wut des Betrogenen entsprungene Vorwurf, welcher manchmal, wie etwa in Spanien, auch eine Bühne bekommt, auf welcher er sich darstellen kann.

    Besser als am Alten festzuhalten ist es, seinen Anfang zu verstehen, sein Baumaterial, seine Bauweise, sein Fundament und seine Absicht. Natürlich ist das im Detail zu umfangreich, aber jedes einzele Detail ist nützlich und erlaubt es, partiell Ersatz zu schaffen.

  13. Rumpelstilzchen

    @ trup
    Ich verstehe Ihre Wut und Verzweiflung angesichts des Vertuschens von Kirchenabbrennungen und Vergewaltigungen in Schweden usw.
    Kirchweyhe ist Sinnbild dieses vermeintlichen Hinnehmens, aber es hat sich unterschwellig eingebrannt, dass soetwas nicht hinnehmbar ist.
    Auch diese Eiterbeule wird aufbrechen. Die Zeit wird kommen.
    Und dass dieser Wahnsinn so ruhig hingenommen wird, treibt auch mich um. Aber ich sehne mich nicht nach der Wucht Mohammeds !!
    Diese fast offene Bewunderung dieser Wucht in rechten Kreisen ist eher erschreckend. Und ich sehe schon die geschlossene Front, wenn es gegen die Lehre vom “ universalen Menschheitsbrei“ geht.
    Wenn die Moslems wenigstens etwas nordischer aussehen würden.
    Man kann die „Schwäche“ des Christentums auch anders erklären:

    „Der aufklärerische Liberalismus stellt sich blind für das Böse in der Welt: sowohl für die dämonische Macht des adversarius diabolus, des >bösen Feindesim Ernstverhandeln < und <sich auseinandersetzen< könnte. Aus dem liberalistischen Weltbild ist das unheimliche, erbarmungslose und unerbittliche >Nein< , für den Christen eine selbstverständliche Realität, ausgelöscht.
    Das ethische Leben des Menschen wird zu einer risikolosen und unheroischen Harmlosigkeit verfälscht; der Weg zur Vollendung erscheint als pflanzenhafte Entfaltung und Entwicklung, der das Gute kampflos gelingt.“

    Josef Pieper, Vom Sinn der Tapferkeit

  14. Rumpelstilzchen

    P.S Korrektur
    ..des bösen Feindes schlechthin, wie für die geheimnisvolle Macht menschlicher Verblendung und Willensverkehrtheit; schlimmstenfalls dünkt ihn die Macht des Bösen nicht so im Ernst gefährlich, dass man nicht mit ihr verhandeln und sich auseinandersetzen könnte.“

    Genau dieses Verhandeln mit dem Bösen erleben wir bei den Provinzgrößen in Kirchweyhe, bei den Sozialarbeiterinnen, die die Totschläger vom Alexanderplatz „verstehen“ wollen. Hier gibt es nichts zu verstehen.

    Es fehlt das unerbittliche NEIN.
    Man muß dazu auch kein Christ sein, aber gesunde Instinkte sollte man schon haben.

  15. ene

    @ trud

    Neue Religion, körperliche Bildung, Feste, eigene Mode – alles schon mal dagewesen! Vor über 100 Jahren und nannte sich „Lebensreform“. Diese Bewegung war allerdings etwas vielschichtiger. Die Gefahr: Sektierertum.
    Leute, die auch im Winter Sandalen tragen, darauf läuft es dann oft hinaus…

  16. Stevanovic

    @trup

    Wieder muss ich dazwischen quaken. Gehen sie mal in die Moschee und hören sich den Imam an. Reden sie mit Moslems über ihre Gemeinde. Christliche Kulturheulsusen zeigen dagegen richtig ritterliche Haltung. „Fake it till you make it“ – klasse! Das betrifft aber nicht nur uns, das betrifft gerade das Selbstbewusstsein DER Moslems. Zählen sie die Moscheebesucher. Klar, es sind mehr als in der Kirche, die Tendenz werden sie nicht übersehen können. Die Moderaten bleiben weg, die, die kommen, werden immer hysterischer. Das sind die, die wir wahrnehmen. Der Liberalismus frisst sie gerade. Die Einschätzung, die Toleranz würde denen die Tore öffnen, empfinden die ganz anders. Zu Recht, die werden gerade totgekuschelt. Sagen sie als moslemischer Vater, ihre Tochter soll nicht am Schwimmunterricht teilnehmen. Sofort ist eine Task-Force aus drei Betreuern da. Und ihre Tochter wird schwimmen. Der Liberalisierungsschub in der moslemischen Bevölkerung war in den letzten 20Jahren riesig. Das Kopftuch ist nicht Ausdruck eines Glaubens, es ist ein Zeichen von Subkultur, morgen vielleicht schon out. Heißt nicht, dass das Zusammenleben gut läuft, das, was sie beschreiben ist ja tatsächlich. Die Fehlentwicklung ist da. Nur zeigt sie nur einen Ausschnitt. Es gibt 10% strenge Moslems. Das sind in der BRD 400.000. Wissen sie, was die anderen 3.600.000 machen? Biertrinken, Sex vor der Ehe haben und die Eltern belügen. Die 10% und das Strandgut aus den 90% sind die, die es in die PI-News schaffen. Fake it till you make it. Was sie da sehen, sind die feuchten Träume eines Imams bei Vollmond. Vertun sie sich nicht: der Islam in Europa ist die nächste Kerbe im Colt der Linksliberalen. Versprochen.

    „Wir drängen den Gläubigen und Andersgläubigen neben uns unentwegt unsere Freiheiten auf, denken aber nicht daran, auch nur das Geringste von ihrer sittlichen Freiheitsbeschränkung nachahmenswert zu finden oder auf uns abfärben zu lassen. Das Abfärben soll nur einseitig geschehen.“

    Wir geben viel, viel Geld aus, damit das so bleibt. Und es läuft prima.

  17. Inselbauer

    Sehr geehrter Herr Lichtmesz, ein oberflächlichen und nichtigen Kram wie „Optimismus und Stärke“ kann man doch ohne weiteres zur Schau stellen, mit ein bisschen Übung. Wer das will, soll es faken, es soll Leute beeindrucken, und wenn es der rechtsintellektuellen Szene ein paar fesche Damen einbringt ist es doch gut gelaufen.

    M.L.: Das finde ich auch gut so, ich unterstütze das volle Progamm. Nur ist es irrig zu glauben, daß damit allein das Abendland gerettet würde. Und diejenigen, die zuviel von „Optimismus und Stärke zeigen“ reden, vor allem in Verbindung mit nietzschoiden Auslassungen, wirken meistens eher verbissen, gewaltsam-hilflos und apokalypseverdüstert als stark und „daseinsgelassen“ auf mich. So reden Leute, die schon drauf und dran sind, aus ihren Herzen Mördergruben zu machen, und sich gleichzeitig in Illusionen hineinzukrampfen oder zu -autohypnotisieren. Vor allem das mit dem „Optimismus“ verstehe ich nicht. Was soll das überhaupt heißen? Wer soll einem das abkaufen, wenn man gleichzeitig einen großen Crash, etwa mit dem Islam, prophezeit? „Optimistisch“, daß wir diesmal aus der Etzelshalle herauskommen? „Optimistisch“ wie ein Politiker oder ein sowjetisches Propagandaplakat oder ein Self-Help-Guru? Was für einen Anlaß gibt es denn, „optimistisch“ zu sein? Lügen und Selbstlügen bringen ebenso wenig weiter wie Resignation.

    Ein ernsthaftes Problem für den nachdenklichen Rechtsausleger ist das Christentum. So banal das klingt, aber mir macht die Frage nach einer sinnvollen Haltung zum christlichen Erbe scheußliches Kopfzerbrechen. Es erscheint mir logisch, sich vor diesem Hintergund in einer Kirche zu erschießen: Was zum Teufel soll ich als Atheist zu Jesus Christus sagen? Ich bin katholisch erzogen worden und weiß ganz gut, was der katholische Glaube ist. Ist das aber jetzt unser Eigenes? Muss man eine feuilletonistische Haltung dazu einnehmen, die kulturelle Tradition, die Kunst, das Gebet, die Barmherzigkeit der Mutter Gottes würdigen?
    Ich muss bei dieser schwierigen Frage immer an Stifters Ton denken, wenn er über unendlich gute und liebe, aber verstorbene Frauen schreibt (– sie gab mir alles, das gute stille Weib…)
    Das Christentum ist also für mich die tote liebe Ehefrau und nicht die Exfreundin, der man allerhand Nachteiliges nachsagt. Auf diesem Niveau bewege ich mich also, höchste Zeit für eine theoretische Auseinandersetzung –

    M.L.: Nicht nur Ihnen bereitet das Kopfzerbrechen. Die „theoretische Auseinandersetzung“ ist in Arbeit, und wird wohl noch dieses Jahr bei Antaios erscheinen.

  18. Hesperiolus

    @ Rumpelstilzchen
    Danke für den Hinweis.
    @ M.L.
    Nach dem was zu erfahren ist, wurde der Tatort bereits seit längerem von (ihrer Herkunft nach muslimischen) Jugendbanden terrorisiert: Araber, Türken und Kurden. Eine einschlägige Gruppe nennt sich AIG (Ausländer in Garbsen). Vandalismus und vorausgehende Brandstiftungen sollen ausschließlich deutsche Geschäfte getroffen haben, türkische Ladeninhaber blieben verschont, also doch kein ziel- und wahlloser Frust, sondern Rassen- oder Religionsterror? Was halten Sie von der Regie dieser türkischen Quelle:
    http://www.youtube.com/watch?v=VVNMiflH99I
    Wurde hier ein Bekennervideo inszeniert?

  19. Nordlicht

    Verdienstvoll, dass sich ML in unnachahmlicher Weise der ausführlichen Sezierung und Deutung eines vorgegebenen Textes wie Straußens Essay hingibt.
    Noch wertvoller wäre es m. E. gewesen, sich an einer Replik auf Strauß zu versuchen.

    Eine solche – recht erfrischender Art – fand ich im Netz:
    http://lampiongarten.wordpress.com/2013/07/31/brief-an-botho-straus/

  20. Stevanovic,

    ich find’s geradezu lustig zu glauben, daß 90% Bier trinkende Türken einen wichtigen strategischen Erfolg im Kampf der Kulturen darstellen.

    Wie naiv muß man sein, um zu glauben, daß die Menschen jemals in der Masse tugendhafter waren?

    Wenn man es als Kulturkampf auffäßt, dann gibt es nur eine wichtige Etappe vor dem Ziel, nämlich einen Großteil der türkischen Mädchen dazu zu bringen, sich von ihrer Gemeinde abzuwenden. Und das Ziel wäre die Ersetzung des islamischen Begriffs des Guten, welcher exekutive Verantwortungsübernahme beinhaltet, durch den christlichen, welcher das nicht tut.

    Ehrlich gesagt wollte ich den Kulturkampf nicht führen, und schon gar nicht in einem angespannten Umfeld, wenn dann unter Bedingungen, wie sie zur Zeit von realexistierendem Sozialismus und arabischem Nationalismus bestanden.

    Es läuft nicht prima, träumen Sie weiter. Je angespannter die Lage wird, desto mehr gewinnt der islamische Begriff des Guten an Evidenz. Und was dann irgendwann passieren wird, ist eine partielle Angleichung an den Gegner, welche in der Folge allerdings das bestehende System in Europa zum Einsturz bringen wird. Dieser ganze Kulturkampf ist buchstäblich das Sägen am Ast, auf dem man sitzt.

  21. http://lampiongarten.wordpress.com/2013/07/31/brief-an-botho-straus/

    In der Tat sehr schön:

    Du schreibst in diesem Essay vom beständigen Niedergang der Kunst in Richtung Orientierung an der Masse und so sehr ich Dir darin instinktiv zustimmen will: Ich kann es nicht. Ich möchte Dich an den Schultern packen, Dich schütteln und rufen: “Bitte sieh genauer hin!”

    Unten, unter den in dem Teppich aus Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendungen vorkommenden Dingen, unter dem Geplapper der Massen, unter der auf den ersten Blick sichtbaren Tarnoberfläche einer gigantischen Müllhalde kriecht und lebt ein riesiges Universum an lesens-, hörens-, sehenswerter Kultur, die man allerdings (zumal ohne Internet) nicht mehr so leicht zu finden in der Lage ist.

    Du hast ja Recht mit Deiner den Text durchziehenden Kritik an den ganzen Online-Plattformen: Social Media besteht zu einem sehr großen Teil aus überflüssigen Schrott. Genau deswegen muss man aber auch hier genau hinsehen, man muss überall genau hinsehen, denn das mit dem überflüssigen Schrott trifft auf 99% von Allem zu, nicht nur auf 99% des Netzes.

    Das Verhältnis zwischen diesen beiden Polen hat sich im Verlauf der Geschichte niemals verändert, ich fürchte, das ist eine reaktionäre und daher im Sinne Deines Essays phantastische Verklärung der Vergangenheit, die Vorstellung von einer Goldenen Zeit, die in Wahrheit nie existiert hat. Das Verhältnis ist lediglich sehr viel evidenter geworden, seitdem die 99% angefangen haben, ihren Mund mit der Tastatur aufzumachen und diese spontanen Äußerungen permanent an virtuellen Orten eingeschrieben stehen.

    Wenn ich mein [beliebiges Online-Portal] aufmache und mich durch Tonnen von unterirdischem Zeug wühlen muss, bis mir schlecht wird, um ein paar wenige gute Sachen herauszufischen, dann fange ich leider auch manchmal an, so zu denken wie Du es tust. Ich will das alles ein für alle Mal löschen, die Stecker ziehen, es loswerden, in ein Haus im Wald ziehen, nie wieder davon belästigt werden und ab und zu mal eine düstere Kultur- und Gesellschaftskritik auf der Schreibmaschine tippen, sie an mir bekannte Verleger oder Agenten übersenden, die dafür sorgen, dass sie irgendwo abgedruckt wird und vielleicht die zwei bis vier verbliebenen Menschen erreicht, die dasselbe denken.

    Zum Glück habe ich dieses Privileg nicht, denn kurz danach stolpere ich doch immer wieder über die wirklich guten Einträge, Artikel, Bilder, Musikstücke, Kurzfilme und merke: Dieses Zeug existiert. Es ist nur gut versteckt. Es lohnt sich, danach zu suchen und es sind durchaus Sachen der Spitzenklasse, die das Netz, gut versteckt in kleinen Nischen und oft auch nicht sonderlich beachtet, hervorbringt. Das Breite war niemals die Spitze und wird es nie sein, der Kulturschaffende, der sich nach unten orientiert, der seine Arbeit am Publikum ausrichtet, war und wird niemals ein Künstler sein, er bleibt immer nur Entertainer.

    Du irrst Dich in diesem Punkt ganz gewaltig: Die Dauerverfügbarkeit von Allem im hier und jetzt, der permanente Strom von Informationen und Kulturgütern, die zu einem großen Teil bedeutungslos sind, dieser endlose Strom an Entertainern und Entertainment, den das Internet mit sich bringt: Das alles hat die wirklich guten Dinge nicht weggeschwemmt oder verschwinden lassen, sondern es hat sie im Gegenteil noch wertvoller gemacht.

  22. Stevanovic

    @ Ein Fremder aus Elea

    „Wenn man es als Kulturkampf auffäßt, dann gibt es nur eine wichtige Etappe vor dem Ziel, nämlich einen Großteil der türkischen Mädchen dazu zu bringen, sich von ihrer Gemeinde abzuwenden.“

    Genau so funktioniert dieser Kulturkampf nicht: Wir schaffen keine klaren Fronten, niemand bekommt gesagt, dass er sich zu ändern hat. Ganz im Gegenteil, Multikulturell bedeutet ja, jeder kann so bleiben, wie er ist. Niemand soll sich angegriffen fühlen. Dann schlägt der diskrete Scharm des Liberalismus zu: das Individuum wird von der Herde getrennt. Das passiert subtil, langsam, aber es passiert. Je öfter es passiert, desto mehr versuchen die Traditionalisten die Reihen geschlossen zu halten. Weil sie das wohl erkannt haben, drängen es die Verbände in das Rampenlicht der Gesellschaft. Damit haben sie den Kampf schon verloren, weil sie zu unseren Bedingungen, auf unserem Terrain kämpfen. Der Deal für das Rampenlicht und kulturelle Zugeständnisse (Speisekarten mit Halal-Menü) ist, dass sie über die Vereine Integrative Maßnahmen machen. Wie werde ich fit für den Arbeitsmarkt? Der Beginn der Integration ist auch Beginn einer Erosion. Am Ende, und viele, viele von desorientierten Jugendlichen totgetretene Menschen später, wird sich das türkische Mädchen von der Gemeinde abwenden. Und dann ist das Ganze nicht mehr multikulturell, dann ist es integriert. Genau darum geht es, bei der Integration mit multikulturellem Ansatz. Totkuscheln.

    „Ehrlich gesagt wollte ich den Kulturkampf nicht führen, und schon gar nicht in einem angespannten Umfeld, wenn dann unter Bedingungen, wie sie zur Zeit von realexistierendem Sozialismus und arabischem Nationalismus bestanden.“
    „It’s the economy, stupid“ – deswegen alternativlos. Außer Sie wollen eine andere economy. Wenn nicht, warten sie auf bessere Zeiten, die werden kommen. Sollten Sie nicht als Kollateralschaden im Rinnstein enden.

  23. Inselbauer

    Der Optimismus ist doch eine erotische Geste, mehr nicht. Es handelt sich dabei um eine Unbestimmtheit der Haltung gegenüber der Welt (also der Frau…), die als Stabilität auftritt: Der Optimist ist bereit, aber er ist auch bereit zum Verzicht. Ein Optimist ist also ein Schweinehund, man könnte auch einfach sagen, ein Arschloch, der Frauen und Erwerb durch soziale Umtriebe gewinnt und sich alle Wege offen hält.

  24. Wie werde ich fit für den Arbeitsmarkt? Der Beginn der Integration ist auch Beginn einer Erosion. Am Ende, und viele, viele von desorientierten Jugendlichen totgetretene Menschen später, wird sich das türkische Mädchen von der Gemeinde abwenden.

    Nein, entweder macht ein Türke sein eigenes kleines Ding (Gemüseladen), arbeitet als Lohnsklave oder schließt sich mit anderen Türken zu irgendeinem lukrativ scheinendem Unternehmen zusammen (Computerspiele). Nichts davon integriert.

    Deutschland expandiert nicht. Die Vergleiche mit den Vereinigten Staaten sind deshalb völlig lächerlich. Es wird doch nichts erschlossen in Deutschland. Wo was erschlossen wird, da kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen, um es zu tun, aber wo eine Wirtschaft lediglich gewartet wird, wie in Deutschland, da entwickelt sich eher noch ein eine homogene Gesellschaft trennendes Kastenwesen, als daß Fremde integriert würden.

    Was alt ist ist alt und nicht jung und verhält sich wie sich etwas altes nunmal verhält. Daß Menschen integriert werden, heißt doch nichts anderes, als daß etwas neues erwächst, aber dazu bedarf es einer verbindenden Kraft, welche immer darin besteht, daß man auf die eine oder andere Weise etwas zu erschließen vermag, was man zuvor noch nicht erschließen konnte.

    Was sollte das in Deutschland sein? Und inwieweit betrifft es Türken?

  25. waldgänger aus Schwaben

    Zunächst mal wieder ein Lob an die sezession:

    „Die Arbeit an der Sprache ist die Arbeit am Gedanken.“

       Max Frisch

    An der Sprache kann man Qualitätsjournalismus vom Boulevard-Blatt unterscheiden.
    Man vergleiche die Sprache der sezession mit den armseligen Artikeln auf welt.de oder gar spiegel.de

    Zum Inhalt:

    Mein Weg des Außenseiters ist der der politischen vita contemplativa. Allerdings nicht als Weltflucht, nicht aus einem „existenziellen“ Schock heraus. Ich bin sogar passives Mitglied einer an christlichen Werten orientierten Partei mit Schwerpunkt auf Bewahrung der Familie und der Schöpfung.

    Die wenigen Orden in der katholischen Kirche, wie die Kalthäuser oder die Trappisten,
    die noch das hochmittelalterliche Ideal der christlichen vita contemplativa pflegen, prüfen ihre wenigen Kandidaten genau.
    Weltflüchtige Gedanken sind ein Grund für die Ablehnung eines Kandidaten.
    Nicht die Flucht aus der Welt sollte das Motiv für die vita contemplativa sein, sondern der Wunsch nach radikaler Hinwendung zu Gott.

    So fühle ich mich aus der Einsicht in die Unvorhersehbarkeit der Geschichte zur politischen vita contemplativa hingezogen und nicht weil ich den Polit-Betrieb verachte. Die, die dazu berufen sind, mögen das politische Tagwerk besorgen. Ich bin es nicht. Diese Haltung kann durchaus Faulheit genannt werden. Worauf ich mit einem Zitat von Nietzsche zu antworten pflege:

    „Die Faulheit ist die Schwester der Freiheit.“

    Vielleicht ist sie im Politischen sogar ihr Preis.Denn wirklich frei kann nur der Abseitsstehende sein, er muss nicht fürchten, dass die Mühe des politischen Tagwerkes, die es schon macht eine Position mit Verve zu verteidigen, vergebens war, wenn er seine Meinung ändert.

    Es widerspricht nicht einer politischen vita contemplativa ihre Vollendung in einer Tat, einem Werk oder dem Aufgehen in politischer Arbeit zu finden, wenn die Berufung dazu erfolgt. Aber die politische vita contemplativa soll nicht mit dem Zweck gewählt werden einer solchen Vollendung entgegen zu streben, sonst ist sie ein Weg in den Abgrund.

  26. waldgänger aus Schwaben

    @Ein Fremder aus Elea

    „Was sind Eure Werte?“, fragte mal eine junge Türkin auf einer Veranstaltung, in der es um Integration ging. „Welche Werte muss ich übernehmen, damit ich integriert bin?“

    Dann kam das übliche Gestammel über Toleranz, das Grundgesetz und so. Die Türkin lächelte nur still.

  27. Rumpelstilzchen

    @Inselbauer

    Ersetzen Sie Optimismus und Stärke durch Tapferkeit
    im Sinne der vier Kardinaltugenden ( Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß, genau in dieser Reihenfolge).
    Das ist keine Zurschaustellung, kein Fake, sondern eine über lange Jahre zu erwerbende innere Halt-ung.

    „Tapferkeit ist die Bereitschaft, im Kampf für das Gute zu fallen…Das Eigentliche der Tapferkeit ist das Standhalten, nicht der Angriff.
    Der Ort der Tapferkeit ist der äußerste Ernstfall, in welchem Standhalten die objektiv einzig verbleibende Möglichkeit des Widerstandes ist.“ Josef Pieper

    Also, erschießen Sie sich bitte nicht in einer Kirche !
    „Was zum Teufel soll ich als Atheist zu Jesus Christus sagen ?“
    Lesen Sie vielleicht Oriana Fallaci „Die Kraft der Vernunft“, Kapitel 9
    „Ich bin eine christliche Atheistin“.
    Diese Fallaci ist alles andere als ein gutes stilles Weib.
    Und ihre Leidenschaft und Bereitschaft zur Hingabe hat was sehr erotisches, was Optimismus nicht hat.
    Optimismus ist immer auch etwas dümmlich.
    Vor der Tapferkeit steht die Klugheit.

  28. Stevanovic

    @Ein Fremder aus Elea

    Wir werden das Thema hier nicht wirklich durchkauen können, sehen Sie mir nach, wenn ich nur mit Überschriften arbeite.
    Integration in was? Bodo Strauß entdeckt im Jahr 2013, dass die eigentlichen sakralen Orte der Apple Store und Starbucks sind (ich habe den Text nicht vorliegen, zitiere aus dem Gedächtnis). Die Kultur ist eine Kultur der Konsumbefriedigung und der flachen Zugänglichkeit für alle. Darüber schreiben Lichtmesz und viele andere schon seit Jahren, deswegen gibt es keine Respektpunkte für Bodo, nur so am Rand. Deswegen müssen wir auch nicht in die Feinheiten dessen einsteigen, was heute die deutsche Gesellschaft ausmacht. Ziel der Integration ist es nicht, dass ein Migrant um den Maibaum tanzt oder an der Pfingstprozession teilnimmt. Das, was hier auf SiN Deutsch genannt wird, starb während meiner Schulzeit. Mit Verlaub, da war ich noch das einzige Gastarbeiterkind in der Klasse. In dieses Deutschtum können Sie mangels Vorbilder niemanden integrieren. Ziel der heutigen Integration ist die Teilnahme an der Messe im Apple Store und am Wettlauf um den kantenlosesten Lebenslauf. Und in der Richtung tut sich einiges. Gemüsehändler und Lohnsklaven? Ja, viele, aber nicht nur. Das kann es nicht nur sein, sonst würde die Ökonomie nicht auf noch mehr Zuwanderung drängen. Diese Leute sind ja nicht doof, die wissen, warum Sie das fordern. Wenn Sie über Zuwanderung reden wollen, dann sind Migranten und die Integrationsindustrie die falschen Ansprechpartner. Halten wir also fest: Bei der Integration geht es nicht darum, aus Migranten Deutsche zu machen, es geht darum, sie fit für die deutschsprachige Konsumgesellschaft zu machen. Das klappt bei Muslimen aus kulturellen Gründen langsamer, sie werden aber geschliffen. Ich weiß nicht, in welchem türkischem Dorf das Kopfeintreten erlaubt sein soll, auch kenne ich den Balkan wirklich gut, deswegen behaupte ich, dass das, was wir hier in Deutschland sehen, die displaced persons der corporate wars sind. Es sind Karikaturen einer Kultur. Gerade weil sie Karikaturen sind, sind sie aggressiv und versuchen „Authentisch“ zu bleiben. Die Integrationsindustrie hat dabei die Rolle des beruhigenden Gesprächstherapeuten. Was wir als Islamisierung wahrnehmen, ist das letzte Aufleuchten einer Sternschnuppe. Außer es kommen noch mehr, dann beginnt das Spiel erneut. Die Strukturen, diese Menschen in die Konsumgesellschaft zu integrieren, nennen sich Einwanderungsgesellschaft. Abgesehen davon: Die Behauptung, die deutsche Wirtschaft wird nur gewartet, stimmt so nicht. Dem globalisierten Teil der Wirtschaft geht es so gut wie nie. Was Ihnen als Wartung vorkommt, ist eine permanente Modernisierung. Nur klar, es geht nicht mehr um Stahlproduktion. Fast die Hälfte des China-Handels sind keine Güter, sondern technische Dienstleistungen. Knowhow das hier verächtlich als Wartung beschrieben wird, aber das ist ein ganz anderes Thema.

    „Was sollte das in Deutschland sein? Und inwieweit betrifft es Türken?“

    Sie meinen, was an dem ganzen nun Deutsch als ein Identitätsmerkmal sein soll?

    Fragen Sie nicht Ihren türkischen Nachbarn oder den davon lebenden Gutmenschen, stellen Sie eine Anfrage bei der Stiftung Neue Soziale Marktwirtschaft oder der Bertelsmann Stiftung. Da sitzen Ihre Gesprächspartner.

  29. Nein, meine Frage bezog sich auf die in Deutschland zu erschließenden Potentiale. („Was sollte das in Deutschland sein?“)

    Sie argumentieren ja quasi, daß das Beratungsgeschäft mit China ein expandierender Sektor ist, in welchen Türken einströmen.

    Aber um nicht ganz so polemisch zu sein, sondern lieber etwas grundsätzlicher, Modernisierung ist ein wirklich äußerst irreleitendes Wort für die Verfeinerung eines alten, eingespielten Systems. Das Moderne ist gerade nicht neu, sondern lediglich das letzte Update von etwas altem.

    Und da ist es ganz offensichtlich, daß Sie, um überhaupt modern sein zu können, die Grundlage dieser Modernität, also das Alte, gut verstehen müssen.

    Und genau deswegen neigt ein altes System, hier die deutsche Wirtschaft, nicht der deutsche Staat, dazu, sich zunehmend in Kasten zu spalten, weil der Riese, auf dessen Schultern der Moderne steht, immer größer und schwieriger zu überschauen wird.

    Es ist absurd zu glauben, daß ein solches System Leute braucht, welche seine Grundlagen nicht kennen, außer für die niedrigsten Dienste.

    Freilich, in soweit Deutschland selbst als Hightech-Standort zurückfällt, ergibt sich ein Bedarf an ausländischen Spezialisten aus führenden Forschungs- und Technologienationen, aber soweit ist noch nicht, wir schicken immer noch unsere Spezialisten in die Vereinigten Staaten, nicht umgekehrt.

    Der Grund für die Immigration nach Deutschland besteht in einer Kombination aus wirtschaftlichen Grundbedürfnissen und der sozialen Situation in Deutschland, welche nur pathologisch genannt werden kann, ein Prahlen, Mißachten, nun, ein Land voller Menschen, welche keinen besonders guten Kontakt mit der Realität haben und sich deswegen unangemessen verhalten, Anspruchsdenken, Annahme falscher Selbstverständlichkeiten, absurde Prioritäten und so weiter.

    Die Deutschen sind mit den Juden zusammen definitiv eines der am meisten verstörten Völker. Es kann auch nicht anders sein, wenn man die Geschichte bedenkt, aber derlei Zipperlein sind keine gesunde Grundlage für wirtschaftliche Migration, denn selbstverständlich gibt es genug Deutsche, die als Handwerker arbeiten sollten. Daß sie es nicht wollen ist geisteskrank, deswegen Türken zu importieren keine Lösung.

  30. Stevanovic

    Der Grund für die Immigration nach Deutschland besteht in einer Kombination aus wirtschaftlichen Grundbedürfnissen und der sozialen Situation in Deutschland, welche nur pathologisch genannt werden kann, ein Prahlen, Mißachten, nun, ein Land voller Menschen, welche keinen besonders guten Kontakt mit der Realität haben und sich deswegen unangemessen verhalten, Anspruchsdenken, Annahme falscher Selbstverständlichkeiten, absurde Prioritäten und so weiter.

    Strukturen sind ja auch manifestierte Ansprüche: Rente, zwei Apotheken vor der Tür, Bus rund um die Uhr, 7 Wurstsorten…um den Zirkus am Laufen zu halten, braucht es Nachschub.

    Sie nennen es geisteskrank, die Entscheider nennen es Wohlstandserhaltung. Und nur darum geht es. Weniger Leute, weniger Konsum, weniger Strukturen, weniger Umsatz. Diese Rechnung ist richtig. Ob Sie das für sinnvoll halten oder vieleicht nur eine Apotheke und nur zwei Wurstsorten brauchen, spielt keine Rolle. Die Ökonomie tut es. Und darauf kommt es an.

  31. trup

    @M.L. und andere“Vor allem das mit dem „Optimismus“ verstehe ich nicht. Was soll das überhaupt heißen? “

    Optimismus hat mir gestern auch nicht gefallen, ich kam aber nicht auf: Zuversicht und Stärke auszustrahlen wäre nicht Anfang, aber Frucht der organisierten Bemühungen, was anziehend auf mögliche Verbündete wirkt. Die Zuversicht, die eine eingeschworene Gemeinschaft im Bewusstsein ihrer Stärke hat. Also kein „fake it“. Die Zuversicht zum Ziel: Die Rückabwicklung der Masseneinwanderung und die Wiederaufnahme des Erbes unserer Kultur. Strauß als Einsiedler zu bezeichnen war falsch von mir, ich verstehe aber selbst das sehr gut.

    @Inselbauer:“Ein ernsthaftes Problem für den nachdenklichen Rechtsausleger ist das Christentum.“

    Unsere neue Religion ist immer noch da. Der Freytag ist Freya gewidmet. Selbst das Christentum hat sich daran reich bedient und geklaut.
    Ich war auch katholisch bis in die Jugend. Aber ich habe schon bei der Kommunion in der Beichte die Anmaßung der Kirche gespürt, ein kleines Kind auszuhorchen – ohne sich zu schämen vor sich selbst. Die Sache der Familie zu untergraben. Ich log den Pfarrer an, erzählte erfundene Sünden. Es geht denen um Erniedrigung und Unterwerfung wie im Islam. Dort mit Hilfe von Genitalverstümmelung, hier mit Kinderbeichte etwa. Die Flehgesänge, das Orientalische. Das Hinknien in der Kirche. Der Selbsthass, das Unterwerfen.

    Und die nur durch Massenmord an Heiden siegreiche Religion mit folgender Theokratie im Nachhinein zu verklären kann ich auch nicht verstehen. Man schaue heute nach Saudi-Arabien, dort sieht man in etwa, was das Christentum in Europa bedeutete. Allerdings haben hier die Mönche den Alkoholismus eingeführt, die Bibel nicht den Unterworfenen zu lesen gegeben und alle Ungläubigen seit der kriegerischen Einführung durch Chlodwig in den Tod zu schicken versucht. Das zu vergessen, gelingt mir nicht. Diese jüdische Sekte war Gewaltherrschaft zu Anfang mit Mordorgien, wie es im Deuteronomium 7 ja auch gefordert wird, Schändung und Verwüstung aller heidnischen Städten usw. Es gibt bei uns im Dorf einen alten heidnischen Eichenhainhügel, dort saßen wir manchmal. Die Bäume scheinen immer jung gewesen und da steht ein Kreuz. Aber es ist völlig fehl am Platz. Wie ein Pfahl der Anmaßung steht es dort gottverlassen.

    Max Stirner zeigt in seiner Schrift „Der Einzige und sein Eigentum“ überzeugend wie der moderne Humanismus als Überbleibsel des Christentums entstand. Gott wurde durch die Menschheit ersetzt.

    Albert Schweizer als sekularer Christ par excellence:
    http://chechar.wordpress.com/2013/07/20/schweitzers-niglets/
    Sammlung zur These:
    http://chechar.wordpress.com/2012/04/03/the-christian-problem-encompasses-the-jewish-problem/
    @Rumpelstilzchen: Die kennen aber das Böse und es heißt einfach rechts.

    @ene: Das was ich über Lebensreform weiß, taugt als Vorbild. Das muss wiederholt werden, mit mehr Zug drin. Mit einem Pathos, der die Bedrohung Europas begreift und niederzuschlagen schwört.

    @Stevanovic: Kaum zu glauben. Allerdings ist der Absteig nicht einmal an die Dominanz der Pöbelreligion des Mohammed gebunden. Pariser, Londoner, Marseiller, Stockholmer, Neukölner Zustände sind nichteuropäische Zustände.

    einer schrieb: „it’s the economy, stupid“. Ja stimmt. Die Wirtschaft, die als Konsequenz die Bevölkerung ersetzt und eine Jahrzehntausende alte Kultur und Rasse zu vernichten droht, ist als Werkzeug der Vernichtung zu sehen. Wir haben längst konzepte, die solche Vernichtung nicht nötig hätten. Die kommen aber nicht im Fernsehen und nicht an der Uni. Dr. Dr. Wolfgang Berger und andere wären als Wirtschaftsminister möglich. Die Knechtschaft unter der verzinsten Schuldgeldkreditblase der privat kontrollierten Geldausgabe ist dermaßen schädlich, da sollte man schon ansetzen. Bevölkerungsaustausch als wirtschaftliche Maßnahme. Geht es eigentlich feindseliger oder kränker?

  32. Mauretanier

    Neue Religion, körperliche Bildung, Feste, eigene Mode – alles schon mal dagewesen! Vor über 100 Jahren und nannte sich „Lebensreform“. Diese Bewegung war allerdings etwas vielschichtiger. Die Gefahr: Sektierertum.
    Leute, die auch im Winter Sandalen tragen, darauf läuft es dann oft hinaus…

    Ja, mein Gott, dann tragen wir halt im Winter Sandalen. Wo ist das Problem?

    Ich sehe da nur Vorteile.

    Was mich nicht umbringt, usw., wenn wir schon bei „nietzscheoiden“ Phantasien sind.

    Oder ganz gewaltsam-apokalyptisch-düster gut jüngeroid:

    „Was mich nicht umbringt, macht mich stäker; und was mich umbringt, ungeheuer stark.“

    Also doch in einer Kirche erschießen. Wobei das wahrscheinlich nur das erste Mal so gut kommt. Neue Ideen und Lokalitäten sind also gefragt.

Diskussion geschlossen. :-)

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