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Ungefährlich? – Eine Gegenrede

irgendeinÜber das Schicksal der „Projektwerkstatt“, die Andreas Lichert in dem Kaff Karben bei Frankfurt eröffnet hat, haben etliche Autoren und Kommentatoren in unser Netz-Tagebuch vieles an Deutung, Empörung, Rechtfertigung, Zynismus, Ironie und Ratschlag notiert. Zielpunkt scheint zu sein, dem Gegenbündnis aus CDU, Antifa, Stolperstein-Initiative, Schule, islamischer Gemeinde und Stadt die Grundlosigkeit der Erregung mitzuteilen:

Die „Projektwerkstatt Karben“ – ein Marktplatz nur, ein Forum, eine Diskussionsinsel, ein gewaltfreier Raum der bürgerlichen Rede, in dem jeder willkommen ist, der sich mit den herrschaftsfreien Diskursformen des Habermasschen Oberseminars auskennt; mehr Projektwerkstatt – das bedeutet mehr Demokratie, mehr Wörter, mehr Austausch, mehr Konsens oder zu Brei geredeter Dissens; bedeutet: ein engagiertes Zusammenkommen und auftragsfreies Auseinandergehen; bedeutet: keinesfalls ein Imperativ, wenig Indikativ, vor allem Konjunktiv; bedeutet Unverbindlichkeit, kein Zorn, kein Schock, keine Suche nach Formen des Widerstands und kein zur Schau gestellter Anspruch auf eine andere Zukunft, eine andere Gesellschaft, eine andere, nämlich an der Wirklichkeit gemessenen Sprache.

„Projektwerkstatt Karben“ – das bedeutet: im Konsens mit der Mitte gegen jedweden Extremismus.

Ich will eines klarstellen: Dies alles ist nicht „Sezession“, und vor allem rechtfertigte dies alles auf keinen Fall den ebenso zermürbenden wie erfüllenden Lebens- und Berufsweg, den etliche von uns eingeschlagen haben. Für eine bloße Beteiligung am Diskurs, einen wöchentlichen wortgewandten Zwischenruf hätte es nach jugendlicher Temperaturerhöhung und nachjugendlicher Abkühlungsphase auch einer dieser typischen Einflußberufe an Schule, Universität, in einer Redaktion oder einer politischen Partei getan.

Nein – das Beteuern der eigenen Ungefährlichkeit und das Betteln um Gehör sind nicht die End- und Zielpunkte jener Spur, die mit Konsequenz zu ziehen wir uns irgendwann einmal vornahmen. An der durchdachten und durchlebten Sezession werden die Grenze der Meinungsäußerungsfreiheit, die Widerstandsfähigkeit, die Lebenslust „trotz alledem“ und die Qualität der Zeitdiagnose immer wieder aufs Neue vermessen. Dies alles ist weit weg von dem, was irgendein subalterner CDU-Karbener begreifen könnte. Er ahnte beim Blick ins Karbener Schaufenster der Projektwerkstatt seine Infragestellung, ahnt die Gefährlichkeit des Qualitätssprungs und der anderen Ordnung, in der er keine Rolle mehr spielte, und sammelt seither seine Lemuren. Von solchen – Leuten soll man sich irgendeine Frage gefallen und irgendeine Rechtfertigung abzwingen lassen?

Deshalb bin ich bei alledem – nach Karben mehr denn je – entschieden dafür, sich einen Dreck zu scheren um das, was ein dahergelaufener Funktionär aus irgendeiner beliebigen Partei, Initiative, Verwaltung oder Behörde über irgendeinen der Unseren zu befinden sich erdreistet. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob man mit Macht dagegenhalten kann oder ohnmächtig den Schwall über sich ergehen lassen muß: CDU-Mann von Leonhardi und etwaige Karbener Arschlöcher haben keine Kriterien für das, was wir für richtig oder falsch, notwendig oder irrelevant, angeraten oder unerheblich halten.

Auf Karben gemünzt: Entweder macht Andreas Lichert seine Projektwerkstatt einfach zu (was entschieden davon abhängt, wieviel Dreck er seiner Familie noch zumuten will), und das wäre keine Niederlage, sondern eine Art Körperpflege; oder er interveniert ohne weitere Bekenntnisse zu irgendwelchen bürgerlichen Selbstverständlichkeiten (FDGO usf.) und macht dem CDU-Mann v. Leonhardi und den Karbener Arschlöchern (so es welche gibt) den Alltag ungemütlich, und zwar so richtig. In zweiten Fall – schlage ich vor – helfen wir ihm.

35 Kommentare zu „Ungefährlich? – Eine Gegenrede“

  1. Inselbauer

    Der erste Schritt kann sein, dabei mitzuhelfen, die Netzauftritte der nordkoreanischen Karben-Brigade zu stören und lächerlich zu machen. Das ist teilweise schon gelungen. Auf Facebook kann man zum „Bündnis Offenes Karben“ bürgerlich-kritische Kommentare abgeben. Dort mussten heute schon fast 300 (automatisch erstellte und echte) Kommentare gelöscht werden, was die Absichten der Macher bis zur Kenntlichkeit entstellt.

    Die Netzauftritte und sozialen Aktivitäten werden dort vor allem von Lehrern organisiert. Diese Leute können durch höfliche telefonische Anfragen an ihre Vorgesetzten in ihren Aktivitäten sehr leicht gedämpft werden. Auch dazu wurde bereits eine kleine Schneeballaktion in Gang gesetzt.

    Im Netz treten immer wieder Sockenpuppen auf, die sich als „Identitäre“ ausgeben und Naziparolen verbreiten oder Fäkalworte posten. Auf solche Aktivitäten hat sich seit „Kirchweyhe“ ein Berliner Schein-Rechtsanwalt spezialisiert, der früher selber Neonazi war. Dieser Mann kann sehr einfach dadurch behindert werden, indem er auf Facebook per Privatnachricht möglichst zärtlich mit seinem richtigen Namen angesprochen wird. Meistens ist dann kurz darauf der Spuk vorbei. Den Namen verrät Euch sicher auf Anfrage Kubitschek (…)

  2. Richtig, dämpfende Diskussionen und Rechtfertigungsallüren führen zu nichts. Der Zug ist abgefahren. Und gegenüber Karrieristen wie Leonhardi ist auch in Karben kein Kraut gewachsen. Man muss deren Erbärmlichkeit bloßstellen. Der Sommer wird heiß, auch in Dresden:

    http://www.blauenarzisse.de/index.php/gesichtet/item/3846-zentrum-fuer-jugend-identitaet-und-kultur

  3. Schnippedilderich

    Sie haben ja so recht mit Ihrer Einschätzung , lieber Freund, aber mit dem
    Begriff des Ast Lochs rate ich, etwas behutsamer umzugehen. Er miniaturisiert nämlich das groteske Geschehen im Süden der Wetterau auf schwer verdauliche Weise. Die dortigen Christunionisten hätten eine Charakteristik Gargantuaschen Ausmaßes verdient.

  4. Wolf

    Bisher der klügste Beitrag zum Thema!
    Agieren, sich wehren und sich nicht zum Opfer machen lassen.

  5. Franz Schmidt

    Wie so oft, Herr Kubitschek, haben Sie es auch hier absolut zutreffend dargestellt. Keine Verteidigung, sondern Angriff!

    Rechtfertigungen, Erläuterungen, Beteuerungen sind nur ein Zeichen von Schwäche.

  6. Vulture

    Amen.
    Endlich mal wieder ne klare Ansage hier. Wurd‘ auch Zeit.

  7. waldgänger aus Schwaben

    Wenn die Freie Rede nicht mehr möglich ist, ist Subversion das Mittel der Wahl.

    Klassisches Beispiel: „Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann.“

    In der berühmten Rede des Antonius in Shakespeares Drama »Julius Cäsar« (1599) wird dieser Satz – jeweils leicht abgewandelt – mehrfach wiederholt. Solange bis auch der Letzte begreift, dass der Redner eigentlich das Gegenteil meint.

    Die facebook-Kommentare auf der Seite „Bündnis Offenes Karben“ bieten genug Inspiration für subversive Kommentare:

    Die Macher der Seite:
    Danke für diese tolle Veranstaltung heute. Menschen haben heute Position bezogen und sich für eine bunte und offene Gesellschaft eingesetzt. Weiter so!

    Da noch ein bisschen mehr Eigen-Lob rein und die Ironie ist perfekt.

    Nett ist auch eine der zahlreichen LehrerInnen

    Meine Schüler übrigens, wurden in meinem Unterricht dazu ausgebildet, Meinungen und Urteile selbst und begründet zu bilden. Viele von ihnen waren gestern ebenfalls bei der Veranstaltung und ich finde, das zeigt, dass man Jugendliche nicht indoktrinieren muss, sondern ihnen Wege und Möglichkeiten aufzeigt, sich umfassend zu informieren. Und das tue ich-und mit verlaub: das tue ich gut!

    Noch ein paar mehr „mein“, „mich“, „mir“, „ich“ und noch mehr Eigenlob und das Bild einer selbstverliebten Schnefe, die ihr Ego aus dem Kampf gegen Rechts speist ist perfekt.

    Ichmach mich dann mal an’s Werk…

  8. Helmut Poenicke

    Da ist nichts hinzuzufügen – nur das entsprechende, durch Andreas Lichert initiierte Handeln.

  9. Nihil

    @Waldgänger: Danke für diese Einsichten. Unglaublich welchen Pöbel der real existierende Antifaschismus nach oben spült.

  10. Wahr-Sager

    Ein vor Kampfgeist strotzender Text: Sehr schön! Zumindest könnte man den Blutdruck der „Anti“Faschisten wieder in die Höhe treiben, auch wenn dies sicherlich nicht das konkrete Ziel ist.

    „In zweiten Fall – schlage ich vor – helfen wir ihm.“

    Auf jeden Fall!

    Die schlechte Nachricht vorweg: Für den Krampf gägän rächts macht das Familienministerium ab 2014 weitere 1,5 Mio. Euro locker. Somit werden dann 25,5 Mio. Euro für die Bekämpfung des „Rechtsextremismus“ in den Wind gesetzt, um ansonsten arbeitsloses Antifa-Pack zu alimentieren. Schlimm genug, wie viel Geld für den Machterhalt der Rot-Grünen verpulvert wird – die Grünen forderten vor einiger Zeit sogar 50 Mio. (!) gegen rächts!

    Die gute Nachricht: Von Buntfaschisten produzierte Propaganda wie die SPD-Homepage „Endstation Rechts“ verzeichnet aktuell 8.792 Facebook-Anhänger. Am 21.11. waren es 7.086 Personen, die „Gefällt mir“ angeklickt haben. Das hört sich erst mal viel an – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Netzwerke wie dieses und „Netz gegen Nazis“ ziemlich populär sind. letzteres hat übrigens aktuell 60.084 Fans.
    Wenn man aber zur Kenntnis nimmt, dass 2012 über 75% der Deutschen online waren, was bedeutet, dass bei geschätzten 82 Mio. Bundesbürgern 61,5 Mio. Deutsche entweder im Internet aktiv oder zumindest als „Zuschauer“ unterwegs waren, dann ergibt das einen kläglichen Anteil von 0,014% der online gehenden Deutschen für „Endstation rechts“ und 0,098% für „Netz gegen Nazis“. Da von jung bis alt jederman angesprochen werden soll, ist das ein Armutszeugnis für die Buntfaschisten, die sich diese Tatsachen aber sicherlich schönreden werden.

    Zum Vergleich: Facebook hat weltweit ca. 1,06 Mrd. Nutzer. In der aktuellen Ausgabe der Computerzeitschrift CHIP steht, dass nur 1 Mio. User die App „Facebook Home“ heruntergeladen haben – was als Flop deklariert wurde. 1 Mio. von 1,06 Mrd. sind. 0,094% – was ziemlich genau dem o. g. „Erfolg“ des „Netz gegen Nazis“ entspricht.

  11. ene

    @ Waldgänger aus Schwaben

    Die „Subversion“ kann immer hilfreich sein.

    Darf ich ein mir bekanntes historisches Beispiel hier anführen?

    Es gab einmal in Wien einen „Arbeitergesangverein Ferdinand Lassalle“.
    Diese Namensgebung war dann zu einem bestimmten Zeitpunkt denkbar ungünstig, die ganze Sache vom Verbot bedroht.
    Es erfolgte eine rechtzeitige Umbenennung in „Gesangverein Franz Lehar“.
    Die Wimpelchen konnten weiter verwendet werden, die Mitglieder blieben auch. -

  12. Gunnar

    Vor einigen Tagen meinte ich, von einem Freund auf das Thema angesprochen, dass mir eine schlichte Reaktion seitens der Initiatoren sinniger erschienen wäre: Liebes Bündnis Bla Bla, das ist uns leider viel zu doof. Wir sehen uns.

  13. Heinrich Brück

    In dieser Woche passierten zwei interessante Dinge, zum einen
    das Assad-Interview in der FAZ, und weniger interessant, aber
    wichtiger, der Abschiedsbesuch des amerikanischen Präsidenten
    in einem ehemaligen Protektorat.
    Die Amerikanisierung der Welt wird nicht stattfinden, dafür zeigt
    die Sprache Assads eine klare Richtung.
    Aus dieser Perspektive muß der Internetauftritt der ‚Projektwerkstatt
    Karben‘ als mißlungen angesehen werden, schon die Sprache zeigt
    wer die Herren sind.
    Warum haben die Identitären nicht ein bißchen anders angefangen,
    zum Beispiel einen Vortrag zu einem bestimmten Thema im
    Bürgersaal der Stadt, keine Kriegserklärung an die Stadtoberen als
    Steilvorlage, keine Esoterik. Oder noch besser, eine Tanzveranstaltung
    organisieren, einen Ball für Jugendliche, oder sollen die Jugendlichen
    ständig in diesen unseligen Diskotheken alkoholisiert herumhüpfen,
    diesen modernen Kathedralen des Teufels?
    Jugendliche wollen doch nicht über Carl Schmitt diskutieren,
    jedenfalls nicht in erster Linie.
    Die Wahrheit muß man oftmals mit List verbreiten, historisch korrekt,
    und wenn dann Männlein und Weiblein sich im Kreise drehen, die
    Musiker auf der Bühne ihr Bestes geben, darf man beeindruckt
    sein.
    Den Jugendlichen in Karben empfehle ich jedenfalls zur Inspiration
    nicht Carl Schmitt, sondern eine „Hessische Volkskunde“ von 1904,
    herausgegeben von Carl Hessler, in der sie auch eine andere Sprache
    vorfinden und einen Vergleich anstellen können zur heutigen
    Sprache. Der Weidlich Verlag gab 1979 einen unveränderten
    Nachdruck heraus, eine 2. Aufl. erschien 1984. Das Buch hat 662 S.,
    aber eine bessere Heimatkunde für die hessische Identitätsfestigung
    kenne ich nicht.

  14. Inselbauer

    Der Kern des Problems ist, dass die vom „Wahr-Sager“ erwähnten Millionen (tatsächlich sind es eher 100 als 25) zu einem großen Teil für hauptberufliche Kräfte ausgegeben werden, die von früh bis spät Zersetzungsarbeit leisten. Diese Leute entwickeln enorme Routine in der Beeinflussung der Medien, und man muss ihnen etwas entgegen setzen. Was soll ein neuer Mitarbeiter der Amadeu Stiftung den ganzen Tag machen? Er wendet die Methoden an, die ihm seine Leute noch aus Stasi-Zeiten überliefert haben. Man unterhält sich mit „erfahrenen Journalisten“, die ihr Handwerk noch bei der Firma gelernt haben (ein großer Teil arbeitet bei freien Informationsagenturen in den neuen Bundesländern) und erwirbt Techniken des Mundtotmachens, der Informationshemmung, der Vernichtung beruflicher Existenzen. Einen Überblick über diese Methoden liefert zum Beispiel das Buch „Die Stasi“ von Jens Giesecke. Dort kann man nachlesen, wie die Damen und Herren von der Firma „Projektwerkstätten“ zu Fall gebracht haben.

  15. Nihil

    Weil es dazu passt – ein weiteres Stück der Politkommissare: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/16/tagesschau-diffamiert-anti-euro-partei-afd-als-rechtsextremisten/

    Man müsste das transparenter, dh. namentlich machen. Es ist eben nicht „die Tagesschau“, sondern der „Journalist“ Patrick Gensing, früher beim einschlägigen NDR-Magazin „Panorama“ tätig und nebenbei beim staatlich hochsubventionierten Antifa-Portal „publikative.org“.

  16. Nils Wegner

    @ Heinrich Brück: Daß Jugendliche nicht über CS (et cetera) diskutieren wollen, ist in der Tat ein Teil des Problems.

  17. Nein – das Beteuern der eigenen Ungefährlichkeit und das Betteln um Gehör sind nicht die End- und Zielpunkte jener Spur, die mit Konsequenz zu ziehen wir uns irgendwann einmal vornahmen.

    So ist es, ein guter Artikel.
    Das heißt aber nicht, dass es grundsätzlich falsch wäre, seine Distanz zu anderen „Rechten“ deutlich zu machen, so wie es etwa die Identitäre Bewegung in ihren Grundsatzpositionen nebenbei gemacht hat.
    Es geht hier vielmehr um eine Grundhaltung, die auch etwas mit einer gewissen Distanz zu herrschenden Verhältnissen zu tun hat.

  18. Nachtrag:
    Solange wir gewaltfrei und im Rahmen des Grundgesetzes handeln (was wir tun!), ist ein Bekenntniszwang wie dieses von der Projektwerkstatt Karben

    […] dass sich jeder, der teilnehmen oder mitarbeiten möchte, zwingend zu folgenden Grundsätzen bekennen muss:
    -Bedingungslose Ablehnung von Gewalt gegen Personen und Sachen
    -Bekenntnis zum Grundgesetz

    meiner Ansicht nach entbehrlich.

  19. Das hier Beschriebene erleben wir in allen Teilen Deutschlands. Der Denunziant ist hoffähig. In Niederbayern gilt heute noch der Spruch an den Stammtischen, „Leben und leben lassen!“. Das ist aber eine Illusion. Das gibt es nicht, selbst der offene Diskurs unabhängiger Gesprächsteilnehmer, die keinen parteipolitischen Anspruch erheben, wird öffentlich nicht mehr geduldet.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/03/dingolfinger-anzeiger-die-presse-meinungs-und-versammlungsfreiheit/

  20. Es gibt in konservativen Kreisen immer noch Leute, die auf die CSU setzen. Die ist aber heute keinen Deut mehr besser als die anderen Parteien. Man kann sie ruhig zu den Blockparteien zählen. Es gibt keine Versammlungs- und Meinungsfreiheit in Deutschland mehr, wenn Nonkomformisten versuchen mit ihrer Meinung in die Öffentlichkeit zu dringen, dann hört auch der Spaß in Bayern auf.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/02/21/der-rasante-verfall-der-meinungs-und-versammlungsfreiheit-in-niederbayern/

  21. Wahr-Sager

    @Inselbauer:

    Ich will gar nicht ausschließen, dass tatsächlich weit mehr als die offiziellen 24 bzw. bald 25,5 Mio. im Krampf gägän rächts ausgegeben werden, um Zersetzungsarbeit zu leisten. Immerhin kann man damit mehr als 1.000 Buntfaschisten anheuern, die hoch motiviert an ihre ideologische Arbeit herangehen. Wer würde das (in diesem Fall einen miesen Charakter vorausgesetzt) für Kohle nicht gern machen? Und damit ist auch geklärt, warum auf rechter Seite so wenig passiert: Es ist die fehlende Motivation. Ein Beispiel: journalistenwatch.com. Ein ziemlich professioneller Internet-Auftritt. Aber wer schreibt dort Beiträge bzw. Kommentare? EINE einzige Person!

    Der Buch-Tip ist wirklich gut.

  22. Inselbauer

    Die jungen Aktivisten stehen in den Situation, eine merkwürdige Unterlegenheit zu empfinden und laufen Gefahr, das auf irgendwelche metpahysischen oder historischen Mythen der eigenen Schwäche zu projizieren. Man muss diesen Burschen klar machen, dass sie in der Auseinandersetzung mit einem Gegener stehen, der auf den Wissens- und Erfahrungsbestand und auf die Netzwerke einer brutalen Diktatur zurückgreifen kann und das auch ohne jede Hemmung macht. Wenn ein solches Projekt wie in Karben unter Beschuss ist, dann wird hier nicht irgend ein linksliberaler Pipifax abgezogen, der halt quantitativ überlegen ist und auf die „Medien“ zurückgreifen kann: Da muss man gegen professionell arbeitende Zersetzer antreten, teilweise gegen ausgebildete Tschekisten, ehemalige Spezialisten eines Polizeistaates. Schaut euch die Materialsammlungen der Antifa und ihre Lageeinschätzungen an! (http://antifabi.eu/?p=2320) Das ist kein gutmenschliches Blabla sondern harte Arbeit. Leute, die so etwas machen, haben es gelernt und werden dafür bezahlt.

  23. Wahr-Sager

    Gerade im SPD-Blog „Endstation rechts“ gelesen (von einem „Chewie“):

    „Das rechte Schwein macht Unbeteiligte aufgrund ihrer Herkunft, Ethnie und/oder politischer Ausrichtung für alles verantwortlich, und das ‚Establishment‘ freut sich, dass Sündenböcke hinhalten müssen.“

    Kennen wir diese linke Strategie nicht zu Genüge?

  24. Nun, wo wir hier schon bei Analfixationen sind, stellt sich die Frage, was bei den Apologet_innen des „Bündnis Offenes Karben“ eigentlich offen ist…

    In Analogie* – Anbiederung / Diskreditierung – sei erwähnt, daß rote Sowjetextremisten schon ihnen aufgedrängte Demokratie-Preise ablehnen müssen, weil ihnen solch eine Huldigung aus der „extremen Mitte“ nicht geheuer ist.

    * (nein, das ist nicht die Wissenschaft vom Hinterteil)

  25. @Wahr-Sager

    …was bedeutet, dass bei geschätzten 82 Mio. Bundesbürgern 61,5 Mio. Deutsche entweder im Internet aktiv oder zumindest als „Zuschauer“ unterwegs waren, dann ergibt das einen kläglichen Anteil von 0,014% der online gehenden Deutschen für „Endstation rechts“ und 0,098% für „Netz gegen Nazis“…

    Ist das nun viel oder wenig? Der STÜRMER hatte auch nicht mehr oder weniger Abonnenten, dennoch war die Staatsräson eindeutig.

  26. Realist

    Deshalb bin ich bei alledem – nach Karben mehr denn je – entschieden dafür, sich einen Dreck zu scheren um das, was ein dahergelaufener Funktionär aus irgendeiner beliebigen Partei, Initiative, Verwaltung oder Behörde über irgendeinen der Unseren zu befinden sich erdreistet.

    Natürlich. In den Spiegel muß ich sehen können. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ein wenig mehr Schopenhauer darf es ruhig sein.

  27. Julius

    Herr Kubitschek,
    ich bin erleichtert. Die bisherigen Stellungnahmen zur Sache haben in ihrer Tendenz schon zur Sorge Anlaß gegeben. Ähnliches gilt übrigens für die ganze Identitäre Bewegung. Danke für die befreienden Worte.
    Das beeindruckende Gespräch, auf das Sie verwiesen haben („Ich will eine Spur ziehen.“), kannte ich bisher nicht. Ich danke Gott, dass es Männer wie Sie gibt.
    Gruß aus Wien
    evola@gmx.net

  28. Luise Werner

    Ich versuche gerade, eine mir nahestehende Person von ihrem „Trampelpfad“ herunterzuholen. Gewisse Zweifel zu säen ist noch einfach. Aber mit dem Wort „Rechts“ wird es schwierig. Da werden dann Begriffshülsen wie Weltoffenheit und Demokratie in Stellung gebracht, die mit rechts überhaupt nicht vereinbar seien. Und überhaupt wird die Globalisierung und alles was mit ihr folgt bestenfalls mit einem geradezu unbekümmerten Fatalismus betrachtet, schlimmenfalls wird dafür gekämpft und gewählt. Und da die komfortablen Lebensumstände der betreffenden Person kein Umdenken durch einen Realitätsclash erwarten lassen, bleibt eigentlich neben der vorbildhaften eigenen Persönlichkeit (was schwer genug ist) nur die Metaebene. Ihre klaren Worte, Herr Kubitschek und ihr verlinktes „Gespräch“ sind mir in beider Hinsicht hilfreich (hilfreich – auch so ein vermerkeltes Wort).

  29. Wahr-Sager

    @eulenfurz:

    Ich schrieb doch, dass das wenig ist. Aber ganz offenbar ausreichend, um großen Einfluss auszuüben.

  30. Haselnuss

    Ich habe mir das Manifest der Projektwerkstatt angesehen:

    -Bekenntnis zum Grundgesetz
    -keine Gewalt
    -kein Extremismus

    Was nützte es? NICHTS ! Man braucht keine Zeit verschwenden irgendwelche Bekenntnisse abzugeben und sich zu rechtfertigen. Wir schwächen nur unsere Position !

  31. John Haase

    Unter Umständen ist das Bekenntnis Herrn Licherts zum Grundgesetz vor allem der Tatsache geschuldet, daß er das einzige Ziel einer vermutlich beispiellosen Hetzkampagne in seiner Heimatstadt ist. Einer Hetzkampagne, die dazu gedacht und geeignet ist ihn zu isolieren und sozial zu zerstören.

    Ich denke daher das taktische Befindlichkeiten von anonymen Sezessionisten weniger eine Rolle dabei gespielt haben.

  32. S. E.

    Ich schäme mich als Karbener von solchen Politkadern vertreten zu werden.
    Leider habe ich erst heute durch Zufall die Hintergründe dieses Bündnisses gegen Rechts in Karben erfahren. Bisher sah ich nur die Plakate und habe sie als weitere Selbstbeweihräucherung des linken Bildungsbürgertums ignoriert.
    Am Wochenende werde ich mich auf mein Fahrrad setzen und mir die Projektwerkstatt mal anschauen und mir mein eigenes Bild machen. Veilleicht treffe ich ja jemanden für ein Gespräch.

  33. Karbener

    Ich kann meinem Vorredner S.E. nur zustimmen; auch ich wohne in Karben und bekam von der ganzen Sache bislang rein gar nichts mit. Dies zeigt, abgesehen von der ganzen Heuchelei dieser Bündnis-Genossen, doch ganz klar, dass eben NICHT ganz Karben gegen diese Werkstatt mobil macht.

    Man sollte sich eines verdeutlichen: Karben hat beinahe 23.000 Einwohnern, von denen 300-500 nun ihre Unterschrift für ein buntes Bündnis gegeben haben. Na, wie viel Prozent sind das? Das sind bei einer angenommenen Zahl von 500 Unterschriften gerade einmal 2,17 Prozent der Karbener; dies sagt wohl alles!

    Kein Wunder, daß sich bodenständige Deutsche nicht mehr für Politik interessieren, da dies eigentlich nur noch Theater und Schauspiel ist!

Diskussion geschlossen. :-)

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