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Dominique Venner hat sich in Notre Dame erschossen – Protest gegen die Homo-Ehe

vennerDer 78-jährige Historiker Dominique Venner hat sich heute in der Cathedrale Notre Dame in Paris erschossen, um gegen die Einführung der Homo-Ehe in Frankreich zu protestieren. Zuvor plazierte er auf dem Altar einen versiegelten Brief und veröffentlichte auf seiner Internet-Seite ein Manifest, in dem er zu „neuen, spektakulären und symbolischen Aktionen“ aufruft, „um uns aus dem Schlaf zu schütteln, unsere eingeschläferten Gemüter aufzurütteln und die Erinnerung an unsere Grundlagen wiederzuerwecken“.

Venner weiter: „Wir kommen in eine Zeit, in der Worte durch Taten beglaubigt werden müssen.“ Sezession hat in den vergangenen Wochen den Kontakt mit Venner intensiv gepflegt und für Heft 54 einen Beitrag aus seiner Feder über den französischen Protest gegen die Homo-Ehe erhalten, der jedoch nicht auf diese krasse Form des Protests hinwies. In der Sezession 34/ Februar 2010 erschien ein ausführliches Interview mit Venner. Ein für die Augustausgabe geplantes Gespräch enthält indes Andeutungen, die zeigen, daß Venner seinen symbolischen Freitod bereits vor Wochen geplant hatte.

Wörtlich heißt es darin: „Unser Zeitalter fordert nicht mehr ein, die Macht zu ergreifen, wie man früher sagte. Es gewährt dem Traum vom Tag der Wende keinen Raum mehr. Die Politik ist nicht mehr das Band, das dem Leben einen Sinn gibt. Ungeachtet der Stärken der politischen Aktion ist es nicht die Politik, die den Europäern das Gewissen zurückgeben kann, was sie sind, und sie kann ihrem Leben desgleichen keine Orientierung bieten. Dieses Gewissen kann nur durch eine starke Wahrnehmung der Identität kommen. Mit anderen Worten: keine politische Aktion von hohem Niveau ist denkbar ohne die Vorbedingung eines identitären Gedächtnisses, das fähig ist, sie zu lenken. Aber Worte reichen dann nicht aus. Man muß Worte durch Taten bekräftigen können, man muß das Leben einsetzen, und dies muß bis zur Bereitschaft reichen, das Leben zu opfern, wenn es erforderlich erscheint.“

Das vollständige Interview ist hier veröffentlicht.

Dominique Venner ist in Deutschland bekannt als Verfasser eines Standardwerks über die deutschen Freikorps (Söldner ohne Sold, 1974), als Herausgeber der Zeitschrift Nouvelle Revue d‘Histoire und als politischer Aktivist, der unter anderem Aufgrund seiner Beteiligung am Putsch gegen die Algerien-Politik de Gaulles für einige Zeit im Gefängnis saß. Die meisten seiner Werke sind nicht ins Deutsche übersetzt.

43 Kommentare zu „Dominique Venner hat sich in Notre Dame erschossen – Protest gegen die Homo-Ehe“

  1. karlmartell

    „Nach einem Selbstmord ist die Pariser Kathedrale Notre-Dame evakuiert worden. Am Nachmittag hatte sich ein 78-Jähriger vor dem Altar in den Kopf geschossen. Nach einem Bericht von „Le Parisien“ trug der Mann einen Brief bei sich, der den Grund für die Tat klären könnte.

    Er war ein Historiker, Schriftsteller und Autor eines elfbändigen Werks über Feuerwaffen. Noch am Vormittag hatte er im Internet einen Beitrag veröffentlicht, in dem von „spektakulären und symbolischen Taten“ die Rede ist, die nötig seien, um die Menschen aufzuwecken. Offenbar ist der 78-Jährige ein Nationalist, der gegen die Schwulenehe protestierte.“
    http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_63490382/mann-erschiesst-sich-vor-dem-altar-von-notre-dame.html

    Wir könnten uns alle so spektakulär das Leben nehmen. Es würde nichts ändern, genauso wenig wie der Selbstmord von Marcus Porcius Cato, dem Jüngeren, den Lauf der Geschichte änderte.

    „Wenn den Europäern ein Unglück zustößt, so meinen sie sich dadurch Rat zu schaffen, daß sie die Schriften eines Philosophen aufschlagen der Seneca heißt.“

    Was bleibt sonst?

  2. Zadok Allen

    Eine Aktion, ungewöhnlich für alte Männer und für mich ohne erkennbaren Sinn. Venner müßte doch bewußt gewesen sein, daß es unter heutigen massenmedialen Gegebenheiten keine Öffentlichkeit für derartige „Märtyrertode“ gibt – im Unterschied etwa zur Brüsewitz-Selbstverbrennung von 1976.

    So wird diese schärfstmögliche persönliche Stellungnahme in Frankreich vier bis fünf, bei uns zwei bis drei Tage lang durch die Nachrichten und Kommentarspalten geistern, danach ist alles vorbei und nichts wird sich verändert haben.

    Man kann nur hoffen, daß Venner keine unmittelbar betroffenen Angehörigen hinterläßt.

  3. rautenklause

    Donnez-moi, mon Dieu, ce qui vous reste
    Donnez-moi ce qu‘on ne vous demande jamais.
    Je ne vous demande pas le repos
    Ni la tranquillité
    Ni celle de l‘âme, ni celle du corps.
    Je ne vous demande pas la richesse
    Ni le succès, ni même la santé.
    Tout ça, mon Dieu, on vous le demande tellement
    Que vous ne devez plus en avoir.
    Donnez-moi, mon Dieu, ce qui vous reste.
    Donnez-moi ce que l‘on vous refuse.
    Je veux l‘insécurité et l‘inquiétude.
    Je veux la tourmente et la bagarre
    Et que vous me les donniez, mon Dieu, définitivement.
    Que je sois sûr de les avoir toujours,
    Car je n‘aurai pas toujours le courage
    De vous les demander.
    Donnez-moi, mon Dieu, ce qui vous reste.
    Donnez-moi ce dont les autres ne veulent pas.
    Mais donnez-moi aussi le courage
    Et la force et la Foi.

  4. Venner hat sich nicht nur in einer abschließenden Einzeltat zur Überbringung einer letzten Botschaft geopfert, sondern ein Leben voller Risiko kompromißlos vollendet. Wenn man selbst nur unter Pseudonym agiert und dabei keinerlei Risiko eingeht, ist Scham die angemesse Antwort, die anhalten wird, bis man sich selbst zur Tat entschließt.

  5. Venners Verleger Pierre-Guillaume de Roux hat seinen Autoren bereits mit Mishima in einem Atemzug genannt…

    http://www.blog.blauenarzisse.de/6477/taten-statt-worte-dominique-venner-erschiesst-sich.html#more-6477

    Wider Erwarten ist das europäische Medienecho aber groß… Neben Spiegel, Focus, n-tv haben innerhalb weniger Stunden auch Independent, La Repubblica und El Pais zu Wort gemeldet. Unabhängig davon, in wieviel Stunden das verhallen wird oder ob sein Freitod zum kurzen Fanal wird: Repose en Paix.

  6. Hubschrauberpilot

    Ehre seinem Angedenken. Dominique Venner war Fallschirmjäger.

    Prière du Parachutiste

    Donnez-moi, mon Dieu, ce qui vous reste
    Donnez- moi ce qu’on ne vous demande jamais.

    Je ne vous demande pas le repos,
    Ni la tranquillité,
    Ni celle de l’âme, ni celle du corps.

    Je ne vous demande pas la richesse,
    Ni le succès, ni même la santé.

    Tout çà, mon Dieu, on vous le demande tellement,
    Que vous ne devez plus en avoir !

    Donnez-moi, mon Dieu, ce qui vous reste,
    Donnez-moi ce que l’on vous refuse.

    Je veux l’insécurité et l’inquiétude,
    Je veux la tourmente et la bagarre,
    Et que vous me les donniez, mon Dieu, définitivement

    Que je sois sûr de les avoir toujours
    Car je n’aurais pas toujours le courage
    De vous les demander.

    Donnez-moi, mon Dieu, ce qui vous reste,
    Donnez-moi ce dont les autres ne veulent pas,
    Mais donnez-moi aussi le courage,
    Et la force et la foi.

  7. Inselbauer

    Ein Pasolini müsste man sein, dann könnte man hemmungslos den „Idealismus“ dieses bemerkenswerten Mannes hochleben lassen (wie er das bei den Selbstverbrennungen in der CSSR getan hat). Wer nicht ganz so kitschig veranlagt ist, sagt ihm leise servus und liest seine guten Bücher.

  8. Nihil

    Venner war einer von uns!

    Zum Abschied:

    Den vollbringenden Tod zeige ich euch, der den Lebenden ein Stachel und ein Gelöbniss wird.
    Seinen Tod stirbt der Vollbringende, siegreich, umringt von Hoffenden und Gelobenden.
    Also sollte man sterben lernen; und es sollte kein Fest geben, wo ein solcher Sterbender nicht der Lebenden Schwüre weihte!
    Also zu sterben ist das Beste; das Zweite aber ist: im Kampfe zu sterben und eine grosse Seele zu verschwenden.

    Gruß aus Wien.

  9. Unke

    Wird es etwas nützen? Angesichts der fortgeschrittenen VerwesungZersetzung* halte ich es mit Theodore Dalrymple: „not with a bang, but with a wimper“.
    Nun, das war allerdings ein „Bang“. Ob Hollande über die Homoehe, seine katastrophale Wirtschaftspolitik, seine Frauengeschichten stürzt? Und wenn ja, ändert das etwas am Regime? M.a.W., was bringt so ein Freitod? Was ich meine ist: wenn ich mich umbrächte, dann wäre das die Verzweiflungstat eines Einzelnen und würde niemanden interessieren (deswegen begehen islam. Märtyrer ja Selbstmordattentate, da „interessiert“ es schon gleich mehrere). Wenn ein nur dem Fachpublikum bekannter Prä-Promi Selbstmord begeht wird der Effekt ebenfalls begrenzt sein.
    Klar, bei einer Selbstmordwelle sähe das anders aus. In Japan gab mal wohl so etwas. Und für weiße Männer in westlichen Zivilisationen wäre die Zeit reif.

    *beispielsweise gibt es in Frankreich nur noch ein nichtlinkes Mainstream-Presseerzeugnis, den Figaro.

  10. Ein Selbstmord ist keine Tat, sondern nur der Höhepunkt einer schwersten Depression. Das mit Idealen aufladen zu wollen, ist in höchstem Maße unredlich.

  11. Zadok Allen:
    Venner war in seinem Leben nicht nur Aktivist und Historiker – er hatte auch fünf Kinder.

  12. Ein Selbstmord ist keine Tat, sondern nur der Höhepunkt einer schwersten Depression. Das mit Idealen aufladen zu wollen, ist in höchstem Maße unredlich.

    Für alle, die es immer besser wissen, und dabei offenbar noch nie etwas von Sokrates oder Seneca gehört haben:
    http://www.ndf.fr/poing-de-vue/21-05-2013/exclusif-les-raisons-dune-mort-volontaire-par-dominique-venner?fb_source=pubv1

  13. Ist das nun mutig oder feige? Ist das ein Fanal oder eine Flucht?

    Im Endeffekt ist jeder Selbstmörder wohl irgendwie auch „mutig“, aber, Entschuldigung, ich kann da keinen tieferen Sinn erkennen. Das Ganze ist dekadent und töricht, mehr nicht. Es wird bei seinen Gegnern mehr für Spott sorgen, denn für Bewunderung.

    Ein Wolf, welcher sich aus Kummer darum, daß im Rudel keiner auf ihn hört, selbst zerfleischt, ist als Heroe äußerst ungeeignet!

  14. ene

    „schwerste Depression“ – würden Sie das auch im Falle von Jerzy Popieluszko sagen – ?

    Verzeihen Sie die Frage: wie kommen wir eigentlich dazu, vom Sessel aus das Handeln anderer Menschen nach sogenannten „psychologischen Kriterien“ zu beurteilen?
    Gibt es die Freiheit des Menschen oder gibt es sie nicht?

  15. Il faudrait nous souvenir aussi, comme l’a génialement formulé Heidegger (Être et Temps) que l’essence de l’homme est dans son existence et non dans un « autre monde ». C’est ici et maintenant que se joue notre destin jusqu’à la dernière seconde. Et cette seconde ultime a autant d’importance que le reste d’une vie. C’est pourquoi il faut être soi-même jusqu’au dernier instant. C’est en décidant soi-même, en voulant vraiment son destin que l’on est vainqueur du néant. Et il n’y a pas d’échappatoire à cette exigence puisque nous n’avons que cette vie dans laquelle il nous appartient d’être entièrement nous-mêmes ou de n’être rien.

    en voulant vraiment son destin…

    Was meint er damit? Daß man wartet? Hofft für sein Erleiden belohnt zu werden?

    …que l’on est vainqueur du néant.

    Oder soll das eine Verherrlichung des Nichts sein? Letzteres wäre verquer.

    Ansonsten stimme ich dem tendentiell zu, soll heißen, daß ich keinen Gegensatz zwischen dem Hier und Jetzt und einer anderen Welt sehe, aber die resultierende, das eigene Wesen achtende Haltung teile. Ist wohl eine Sache der katholischen Prägung. In der Bibel selbst findet sich auch folgendes.

    Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn.

    Aber natürlich ist ein Selbstmord in einer Kirche, bei aller möglicherweise fruchtbaren Symbolik, recht leicht als ein in sich widersprüchlicher Akt zu begreifen… obwohl… selbst dann würde er wohl noch die richtigen Fragen anregen.

  16. Honoré de la Canardière

    Man braucht etwas Abstand, um die ganze Tragweite seiner Geste zu erfassen.

    Ich kenne zu viele von denen, die sich mit dem bequemen Lesen von Büchern und Zeitschriften zufrieden geben.

    Bevor man von „Depression“ spricht, sollte man auch von seinem Alter und Gesundheitszustand Rechnung tragen.

    Also:

    Ein unermüdlicher Kampf für das WAHRE Europa findet somit seinen ehrwürdigen Ausgang.
    Ruhe in Frieden, Kamerad, wir vergessen Dich nie.

  17. Joseph von Sternberg

    Die Frage, die mich intressiert – hat er das auf den richtigen Hochaltar gelegt – oder auf den häretischen „Mahltisch“…

    Ich meine er war ja ein Heide – aber sicher vorkonziliar erzogen…

    Eigenartig ich habe vor ein paar Wochen seinen Essay über die Ilias und die Odyssee gelesen. Zufall…

    Gestern habe ich mir nochmal die Schlußszene von Viscontis Unschuld angesehen – nach einer Vorlage von d´Annunzio – wo der Hauptdarsteller sich vor seiner Geliebten erschießt:
    http://www.youtube.com/watch?v=-3N7_7Nbock

    Mein Gott ich bin katholisch – aber irgendwo lebt dieser pagane Faschismus noch immer in mir – und ich respektiere das, was Evola den mors triumphalis genannt hat – obwohl ich glaube, daß es den Himmel ausschließt…

    Nichts für ungut …

  18. N. N.

    „Wer abspringt, ist nicht notwendigerweise dem Wahnsinn verfallen, ist nicht einmal unter allen Umständen >gestörtverstört<. Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muß wie von den Masern … Der Freitod ist ein Privileg des Humanen.“

    – Jean Améry -

  19. Bergrat (procul negotiis c/o)

    Depression – ?
    „Depression“, weil es uns in der brave new world nicht ganz so wohlig wird, wie es uns werden sollte? Ich kann das Wort „Depression“ nicht mehr hören, in diesem und jedem anderen Fall. Schreiben Sie doch gleich den klassifikatorischen Diagnose-Code nach den einschlägigen Vorgaben der globalen Health-Technokraten dazu? Abgründige Verzweifelung darüber, daß es mit unserer großen, herrlichen Kultur zu Ende gegangen ist, daß wir auf einem vergifteten Müllhaufen wimmelnder Lemuren dieses trostlose Dasein auszustehen haben? Das trifft uns alle. Und das sollte ausreichen. Im Gegenteil, wer sich an den Dingen, wie sie niedergehen, nicht zu Grunde leidet, mag krank oder gesund sein, auf keinen Fall würde der noch etwas taugen! Und klarsichtiger als in den hier abgedruckten Äußerungen des verehrten Herrn Venner kann einer sich zur Lage nicht äußern.
    Venner, Glück auf!

  20. bernardo

    Bei allem Respekt und Unkenntnis der Hintergründe:

    Diese Tat knüpft nicht an das an, was christlich-europäische oder germanisch-europäische Identität ausmacht.

    Ein Katholik tötet sich nicht. Das steht ihm nicht zu.

    Wenn er es wagt, kann er gegen die Gottlosen aufstehen und sein Leben einsetzen.

    Ob er es tatsächlich verliert, wird er dann sehen.

  21. ene

    @ ein Fremder aus Elea

    Die von Ihnen anfangs zitierte frz. Passage verstehe ich (sehr zusammengfaßt) so:
    daß das Wesen des Menschen/Menschlichen in der Freiheit der Entscheidung im Hier und Jetzt besteht. (Nicht in einer „autre monde“). Daß man das eigene Leben in der eigenen Hand hält bis zum letzten Moment.

    (Von „Hoffen“, „Warten“ und „Erleiden“ finde ich da nichts.)

  22. Julius

    Frl. Vicky Pedia schreibt unter Verweis auf Le Monde, laut einer Notiz habe er „mit seinem Tod ein Zeichen gegen ‚islamistische‘ Einwanderung“ setzen wollen. [ http://de.wikipedia.org/wiki/Dominique_Venner ] Von der „Homo-Ehe“ ist dort (noch) garnicht die Rede. Die französische Version ist ausführlicher. bei Le Monde wird zitiert: „contre le crime visant au remplacement de nos populations“. Die Zerstörung der Gesellschaft durch die Homo-“Ehe“ ist also nicht der Kern der Begründung. Ich halte das für wesentlich, ja entscheidend. Die rosaroten Erscheinungen sind wirklich nicht das Problem Europas, sondern nur eine ephemere Phänomene der Auflösung. Die Notiz, die Venner hinterlassen hat, sollte man mit größter Aufmerksamkeit aufnehmen.

    Im Übrigen mag es durchaus zutreffen, dass dieser Selbstmord der Höhepunkt einer Depression ist. Das ändert nichts daran, dass er eine Tat ist und dass auch Depressionen Ursachen bzw. Auslöser haben. Mich packt beim Gefühl, ein Fremder im eigenen Land zu werden, außer Zorn auch nicht selten die nackte Verzweiflung. Richtig ist: Im Abendland ist man aus guten Gründen weit weniger geneigt, im Selbstmörder einen Helden zu sehen als in Japan, das das Ritual des Seppuku kennt. Insofern ist der Vergleich mit Mishima zwar zulässig, aber nicht ganz richtig. Doch allein die Wahl des Ortes macht diese Tat zum Fanal.

    Sokrates und Seneca gingen nicht in den Freitod, der befohlene Selbstmord war von ihnen gleichmütig hingenommen worden. Am besten wäre glaube ich der Vergleich mit Cato dem Jüngeren. (Es gibt dazu eine Stelle, ich weiß nicht mehr wo und bei wem, wo es sinngemäß heißt, dass es nach bestimmten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wohl das beste ist, aus dieser Welt, die nicht mehr die unsere ist, zu scheiden, so wie einst Cato minor.)

    evola@gmx.net

  23. Bundschuh

    Die Überschrift ist ärgerlich und irreführend. Das sollte aus Gründen der Redlichkeit geändert werden, auch wenn man den Islam nicht als das Problem sieht, sondern „die Dekadenz“, denn Dekandenz sowie Vormarsch des Islam und seiner Völkerschaften sind doch nur zwei Seiten der nämlichen Medaille: Er hat sich aus Protest gegen die drohende Machtübernahme (bzw. Hinnahme derselben durch die Franzosen) durch afro-arabische Islamisten erschossen!
    Dabei ist er auch nicht der erste, vgl. Roland Weißelberg: http://nicht-mit-uns.com/Freitod.htm
    Dass sich niemand der noch alle Tassen im Schrank hat, allein deswegen umbringt, weil Schwule nun amtlich beglaubigt das tun, was sie sowieso immer schon getan haben und wozu sie ihrer Natur nach den Hang haben, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Die – wohlgemerkt- profane Eheschließung unter homosexuellen ist lediglich eine konsequente Akzeptanz dessen, was die angeborene Identität dieser Leute ihnen vorgibt. Eine andere Frage ist die nach Adoption und Ehegattensplitting. Aber das sind politische Details, die so oder so gewertet werden können. Der Untergang des Abendlandes ist es weiß Gott nicht. Der geneigte Leser sollte einmal reflektieren, wie es wäre, er selbst fände einfach keinen Gefallen an Frauen sondern an Männern…

    Meinen vollen Respekt hat Venner aber jedenfalls, da er in Bezug auf die Schwulenehe zwar nicht meiner Meinung war, aber das Kernproblem schon richtig erkannt hat.

  24. @bernardo
    So sollte es sein.

    Kürzlich erzählte jemand die Geschichte von einem Kradmelder, der durch die sibirische Kälte fuhr und dem nach der Ankunft die gefrorenen Wangen zersplitterten und abfielen. Er habe sich sofort erschossen.

    Sich selbst, wohlgemerkt. Er ist nicht mit ein paar Handgranaten zum Feind gelaufen.

    Bei allem Verständnis für unkontrolliertes Verhalten in Extremsituationen von Menschen, über die ein irdisches Urteil zu richten vermessen sein mag – aber die Tat ist weder vorbildlich noch heldenhaft.

  25. Jan

    Es gibt kein zweites Leben nach dem Tod. Aber wir leben in unseren Kindern weiter. Venner hat fünf Kinder. Er hat alles richtig gemacht.

  26. S. Pella

    Die kleingeistigen Äußerungen einiger Kommentatoren (z.B. „ohne erkennbaren Sinn“; „Ein Selbstmord ist keine Tat, sondern nur der Höhepunkt einer schwersten Depression“) über Venners Märtyrertum widern mich an. Dieser Mann gab sein Leben, um auf den nihilistischen Tod Europas aufmerksam zu machen und ein Fanal zu setzen. Und hier beschweren sich Personen von ihren Bürostühlen aus, daß diese Akte des Widerstands nichts bringen. Pfui Teufel!

    Zum Verständnis Venners, sei ein Blick in dessen Ouevre erlaubt:

    „Und dann gab es noch die eigentlichen Freikorps, eine Art Einsatzreserve, Noskes force de frappe, eine stets einsatzbereite Truppte für Ernstfälle. Das waren die Härtesten, die Verwegensten, eine Truppe, die mehr als die anderen politisiert war. […] Diese verwegenen Kohorten, die in der Hölle des Bürgerkriegs entstanden waren, breiteten sich im ganzen Reich aus, unabhängig, gnadenlos und hochmütig, weder an eine Klasse noch an eine Partei gebunden. Es brannte eine Leidenschaft in ihnen, die noch keinen Namen besaß. Ihre Fahnen mit den Symbolen von Blut und Tod flatterten wie eine höhnische Herausforderung über den Trümmern der alten Welt. Für sie gab es nur das Gesetz, das sie sich selbst geschaffen, und sie folgten nur den Führern, die sie sich selbst gewählt hatten.“

    Dominique Venner: Söldner ohne Sold. Die deutschen Freikorps 1918-1923. Kiel 1984. S. 75.

    Dies war das Holz, aus dem Venner geschnitzt war! Ein flammernder und leidenschaftlicher Nationalismus, verbunden mit wahrem Europäertum.

  27. Rumpelstilzchen

    Es steht mir nicht zu, über Dominique Venners Suizid zu richten.
    Das kann Gott allein.
    Nur ein paar Anmerkungen aus christlicher Sicht:

    Wenn Venner 2010 im Interview mit der JF beklagt, dass die Europäer den Glauben an ihre Werteverloren haben, dann zähle ich dazu auch die christlichen und nicht nur die heidnischen Werte.
    Ein Tod ohne Hoffnung ist furchtbarer als ein Tod in Hoffnung.
    Man kann gegen die Einführung der Homoehe protestieren und gegen die drohende Islamisierung Europas andere Zeichen setzen als eine Selbsttötung.
    Flüchten oder Standhalten. Im Christlichen ist das Eigentliche der Tapferkeit das Standhalten.
    Der letzte Mönch von Tibhirine setzt m.E. ein spektakuläreres und symbolischeres Zeichen als die Tat Venners.
    Sich von einem algerischen Blogger aus der Fassung bringen lassen, der sagt, dass in fünfzehn Jahren in Frankreich die Islamisten an der Macht sind..und dem Standhalten des letzten Mönches liegen nicht nur europäische Geisteswelten.
    Ja, es geht wirklich um eine „intellektuelle und moralische Reform“( Renan), eine Wieder- oder Neugewinnung europäischer Identität. Aber – es geht nicht ohne Gott.
    Ohne „transzendenten Rückzugspol sind wir dem Ungeheuer Welt eingefügt“. Dieser Satz stammt leider nicht von mir, sondern von , sorry, Sloterdijk.

    Venner starb einen französischen existentialistischen Tod,
    nur eine Möglichkeit selbstbestimmten Sterbens im aufgeklärten Europa.

    „Wir haben nur dies eine Leben, in welchem wir entweder alles oder nichts sind“( Venner)
    Ist das so ???

    P.S. Zwischen der heidnischen und der christliche Rechten verläuft ein grösserer Graben, als zwischen der heidnischen Rechten und der göttlichen Linken.
    Oder anders formuliert: Wer hat Angst vor der Metaphysik und warum ???

  28. Bundschuh,

    ich denke, da verkennen Sie Venner doch, denn die Sache hat selbstverständlich eine symbolische Dimension und ist in der Tat ein Angriff auf die Familie, wie übrigens auch schon die standesamtliche Eheschließung.

    Franzosen sind in diesen Dingen wohl hellhöriger als Deutsche.

  29. G. Wey

    Zumindest ein kleiner Trost bleibt, denn gänzlich konnte sich der von mir sehr geschätzte Schriftsteller, Historiker und europäische Nationalist Dominique Venner durch seinen furchtlosen Freitod der Welt nicht entziehen, denn die Elemente, aus denen sein Corpus besteht, bleiben im Haushalt der Natur, und was seinen überragenden Geist betrifft, so wissen wir nicht, ob nicht auch seine Seele in ein Reservoir zurückfließt und vielleicht eines Tages in irgendeiner geballten Form wiederkommt.

  30. Rumpelstilzchen,

    Sie schreiben: „Wir haben nur dies eine Leben, in welchem wir entweder alles oder nichts sind“( Venner)
    Ist das so ???

    P.S. Zwischen der heidnischen und der christliche Rechten verläuft ein grösserer Graben, als zwischen der heidnischen Rechten und der göttlichen Linken.
    Oder anders formuliert: Wer hat Angst vor der Metaphysik und warum ???

    Ich halte es ehrlich gesagt schon für unverschämt in einer Aussage wie der von Ihnen zitierten Heidentum oder wie von Sternberg Paganismus zu sehen.

    Diese ganze Lehre mit Petrus vor der Himmelspforte usw. ist nicht biblisch.

    Was genau prophezeit die Bibel denn den Lauen? Etwa nicht das Nichts, wenn sie Jesus ausspuckt?

    Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.

  31. Nihil

    Wenn es nichts mehr gibt wofür es sich zu sterben lohnt, dann auch nichts mehr wofür es sich zu leben lohnt!

    @S. Pella: Danke. Die anderen haben nichts „verstanden“. Und ich befürchte, sie werden auch nichts „verstehen“, weil sie anders „fühlen“.

    @Rumpelstilzchen: Metaphysik entwertet das echte Leben. Es macht aus dem Leben nichts anderes als einen langen Weg zum Tod, zum Nichts, zu „Gott“. Es gibt ein Leben vor dem Tod, das wurde uns Europäern vergessen gemacht. Venner hat uns wieder darauf hingestossen. Er hat uns die Welt gezeigt – wie sie ist und wo sie ist, jenseits der Worte, des Verstandes. Mit seinem eigenen Blut! Für Christen möglicherweise ein Sakrileg, unlauterer Wettbewerb gegenüber dem „einen“.

  32. JeanJean

    @bernardo,

    ja, ein Katholik weiß, das er mit dem Freitod mehr als das irdische Leben opfert.

    Die Tat hängt aber nicht im luftleeren Raum, wie es in Deutschland der Fall wäre, sie steht im Zusammenhang mit einem Aufbruch, einer Bewegung hunderttausender Franzosen, meist Katholiken, die in der Verhängung der Homoehe den beabsichtigten Todesstoß gegen das christliche Frankreich erkannten und dagegen kämpfen wollen.

    Das ist eine zutiefst identitäre Bewegung, die durch durch ihren Glauben an Jesus, das Bewusstsein der Einbettung in die Geschichte findet, die in Frankreich mit der französischen Revolution den bis heute andauernden und scheinbar siegreichen weltweiten Vernichtungskampf gegen den christlichen Glauben und die Völker brachte.

    Die Ziele sind hochgesteckt, denn die Kampfansage gilt der mit den 68ern eingeleiteten permanenten Revolution und der durch sie in Gang gesetzten, sich selbst perpetuierende Zersetzung, die die Demonstranten umkehren wollen.

    Es ist nun die Frage, wie dieser Freitod, der für Katholiken ein Skandal ist, aufgenommen wird. Sieht man, dass hier ein Mensch bereit war nicht nur durch die Hölle, sondern in die Hölle zu gehen, oder wendet man sich erschrocken vor dem Bruch des Gesetzes ab?

    Interpretiert man es als ultimative Ablehnung der göttlichen Ordnung oder als Unterwerfung unter diese Ordnung bei bewusster Aufgabe der Möglichkeit der Erlösung.

    Die Beantwortung dieser Frage, wird mit darüber entscheiden, ob dieser Freitod nur ein Spektakel im Medienzeitalter, oder ein Fanal zur Sammlung werden wird.

    Der demonstrative Selbstmord in einem Kirchenraum, vor dem Altar, lässt ja vollkommen gegensätzliche Interpretationen zu. Man wird sehen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt, ob die kleinen Flämmchen, die die Proteste gegen die Homoehe, oder für den Schutz des Lebens, entzündeten die reale Möglichkeit einer geistigen Wende eröffnen, oder einfach erlöschen.

    Papst Franziskus, dem man ja auch hier zu Recht, wie ich denke, mit großem Misstrauen begegnet, hat möglicherweise doch mehr Facetten, als man im ersten Schreck bemerken konnte:

    „Die gefährlichste Bedrohung sieht er in dem, was er „jugendlichen Progressismus“ nennt, einen Enthusiasmus für den Fortschritt, der sich in Wirklichkeit gegen die Völker und Staaten richtet, gegen ihre katholische Identität: „in engem Zusammenhang mit einer Staatsauffassung, die weitgehend ein militanter Laizismus ist“, so Kardinal Bergoglio.
    Am Sonntag, den 12. Mai brach der Papst eine Lanze für den rechtlichen Schutz des ungeborenen Lebens in Europa. In Buenos Aires, was man sich vergessen sollte, leistete er erbitterten Widerstand gegen die Legalisierung der Abtreibung und der „Homo-Ehe“. In der weltweiten Ausbreitung solcher Gesetze sieht er „eine imperialistische Auffassung von Globalisierung“, die „den gefährlichsten Totalitarismus der Postmoderne darstellt“.“

    Man muss hier bedenken, dass die katholische Kirche bei der UN vertreten ist und damit im Zentrum dieser Völkervernischtungsmaschine, was sie einerseits zur Mittäterschaft, andererseits zum potenten Widerstand befähigt.

    Wenn nun die Verteidigung des Lebensschutzes und der Ehe als letzte Bastion angesehen werden, nach dem ja alles andere bereits in Dauerdialogen aufgegeben wurde, lohnt es sich (auch wenn beide Themen bei uns in Deutschland kaum Interesse finden) genauer hinzusehen.

    http://www.katholisches.info/2013/05/20/papst-bergoglios-theologie-abtreibung-und-homo-ehe-ausdruck-eines-globalisierungsimperialismus-kein-dialog-mit-dem-furst-der-welt-nie/

    Hier och ein Artikel zur Entwicklung in Frankreich, der zwischen einer Mehrzahl deprimierender Meldungen, wenigstens ein wenig neugierig machen kann und mich sehr beeindruckt hat:

    http://www.katholisches.info/2013/05/08/unter-den-pariser-veilleurs-jugendprotest-gegen-homo-gesetzgebung/

    Man wird sehen.

    Dominique Venners ultimatives Opfer erschüttert mich zutiefst. Gott sei seiner Seele gnädig.

  33. Pit

    Der Gedanke, bei Venners Akt habe es sich um Selbstmord gehandelt, ist absurd.
    Es ist ein Fanal.
    Es ist: eine Handlung, statt Worten.
    Es ist: die Versinnbildlichung dessen, worum es heute geht: um Leben und Tod. Nicht um abstrakte Ideen. Sondern: um Leben und Tod der Weißen Völker Europas.
    DARUM geht es, um unsere nackte physische Existenz, nicht um Fragen, ob die Atmosphäre am Hof Ludwig XIV mehr von Ironie oder mehr von Sarkasmus geprägt gewesen sei.

    Natürlich geht es NICHT um Homo-Ehe, welche ausdrücklich nur das Vehikel ist, um sein Thema rüberzubringen: es geht um die Verdrängung der Weißen Völker aus Europa durch das Eindringen von Nicht-Weißen. Also um das, wovon man nicht sprechen kann, wenn man die Kategorie „Rasse“ nicht kennen will: „der „Große Austausch“ der Bevölkerung Frankreichs und Europas“.

    Um diesen Diskurs durchzuzwingen, hat Venner sein Zeichen gesetzt. Damit WIR instand gesetzt werden, endlich in den Begriffen zu reden, die allein unsere Weiterexistenz gewährleisten können.

  34. Karl Eduard

    Man muß schon fern ab von der irdischen Welt sein, zu meinen, der eigene spektakuläre Tod brächte Leute, die solche Sachen wie die Homoehe verzapfen, auch nur zum sekundenlangen Innehalten.

    „Ach Du meine Güte, da hat sich jetzt ein Promi erschossen, da wollen wir die Angelegenheit doch schnell mal noch einmal überdenken.“

    War das jetzt zynisch und menschenverachtend? Sicher. Aber mit dieser Einschätzung ist man mehr Realist als der, der zur Pistole gegriffen hat, um sich in einer Kirche das Hirn rauszuschiessen. In der Hoffnung, damit die, die die Entvolkung methodisch betreiben irgendwie anzurühren. Das juckt die keinesfalls. Und was der Mann getan hat ist, sich aus der Schützenlinie zu nehmen. Das ist so sinnvoll, wie im Gefecht, angesichts eines übermächtigen Feindes, sich selbst zu erschiessen. Man schwächt dadurch nur die eigenen Reihen, statt sie aufzurütteln. Und auf den Gegner macht es auch keinen Eindruck.

    Sonst hätten wir ja in geschichtlichen Abhandlungen darüber lesen können, wie sich die Legionäre selbst entleiben, worauf ihre Feinde erschüttert und weinend, ihrer Waffen entledigen, schluchzend nach Hause wanken und ihre Niederlage erklären.

  35. Heinrich Brück

    „Zum ersten Mal in ihrer vieltausendjährigen Geschichte sind die europäischen Völker weder geistig noch politisch noch ethnisch mehr Herr ihres eigenen Gebietes.“
    (Histoire et tradition des Européens. 30000 ans d‘identité, 2002, 248 S.)

    „Sein Schicksal als Aufständischer hinzunehmen, ohne jemals zu verleugnen, was man ist, ohne der Versuchung zur Normalisierung nachzugeben, ohne den Sirenengesängen des Systems zu erliegen, das
    erfordert Heldenmut. Diesen kann nur aufbringen, wer ein starkes Bewußtsein seiner Bestimmung in sich trägt und unverbrüchliche Treue gegenüber den eigenen Werten.“
    (Junge Freiheit)

    Ein Mann mit Würde. Nur die Würde kann in würdeloser Zeit für Irritationen sorgen.

  36. Christoph Nahr

    Etliche Kommentatoren hier scheinen anzunehmen, daß Venner Katholik war. Gibt es dafür irgendeinen Beleg? Ich konnte zwar nichts Konkretes finden, habe aber den gegenteiligen Eindruck. Im 2010er Interview etwa nennt er ausdrücklich „die Befreiung vom Christentum“ als wünschenswertes Ziel.

  37. Reichsvogt

    Vor dem aktuellen Hintergrund kann man erneut „Wir sollen sterben wollen“ von Krause Landt und die beiden anderen Aufsätze in diesem Buch aus dem Manuscriptum Verlag lesen. Wenn wir das alle machen würden freuen sich klammheimlich die Zersetzer. Endlich sind die Spielverderber weg und man mußte sich nichteinmal die Hände schmutzig machen.

  38. Zadok Allen

    @ S. Pella und andere

    Um es klarzustellen: Es geht mir keinesfalls darum, Venners Tat abzuwerten oder seine persönliche Integrität zu bezweifeln; im Gegenteil empfinde ich – nicht zuletzt aufgrund einer ähnlichen Einschätzung der Lage heraus – tiefe Sympathie für ihn.

    Was ich vielleicht nicht richtig zum Ausdruck gebracht habe: Das, was mich persönlich über dieser Tat zum Verzweifeln bringt, ist die Gewißheit, daß sie eben nicht als „Fanal“ im klassischen Sinne wirken, daß sie nichts bewirken wird. Denn die Abstumpfung der Massen und die Fähigkeit des massenmedialen Apparats, alle der Offizialideologie zuwiderlaufenden Begebenheiten zu verschweigen und damit der Nichtexistenz anheimzugeben, verhindern es, daß dergleichen wirken kann.

    Das Schlimme ist, daß gerade diese Tat die Sinnlosigkeit (im Sinne von Unwirksamkeit) der ethisch vorbildlichen Haltung Venners, die nicht zuletzt sein Manifest bezeugt, erweisen wird. Sie wird an der teuflischen Logik der total herrschenden Gegenwart zerschellen.

  39. Rumpelstilzchen

    @ Fremder aus Elea

    Ich verstehe ihre Kritik nicht. Und Ihre Empörung ( Unverschämtheit).
    Das Heidentum Venners leite ich nicht aus dem o.g. einen Satz ab, sondern aus Venners Selbstpositionierung. Siehe Texte und Interviews Venners hier im Forum.
    Er ist kein Christ, da er “ keinerlei Hoffnungen auf ein Jenseits hat“ , allenfalls auf die Fortdauer seiner „Rasse“.
    Er glaubt also nicht an die wie auch immer geartete „Fortdauer“ seiner Individualität, sondern an die Fortdauer einer kollektiven Identität.
    Er konstatiert, dass Europa keine „bindende identitäre Religion“ besitzt.
    (Während Muslime diese besitzen). Das Christentum hat m.E.Europa lange diese Identität gegeben, während, so Venner die „Metaphysik des Grenzenlosen überwunden “ sei, die Venner als „unheilvolle Quelle aller modernen Fehlentwicklung“ sieht.
    Wie Alain de Benoist in seinem Buch „Heide sein“ kritisiert Venner den Individualismus und Universalismus der christlichen Kultur und sieht darin das große Übel.
    Die Muslime dagegen bilden identitäre Gemeinschaften, weil sie kein individualistisches und universalistisches Menschenbild wie die Christen haben. Das Christentum dagegen verhindere und negiere kollektive Identitäten (z.B. Völker). Dies eine hoffentlich verständliche Beschreibung , was ich mit heidnisch meine. Und was heidnische Rechte meinen.
    Ich kann nachvollziehen, dass hier einige vom „Opfertod“ Venners beeindruckt sind. Aber ich habe Probleme, seinen Begründungen für den Freitod zu folgen.
    Ich benötige dieses „Opfer“ nicht, um aus meiner „Lethargie gerissen zu werden“. Wäre interessant, was die „veilleurs“ dazu sagen.

  40. rosenzweig

    Für mich symbolisiert Dominique Venners Selbstmord die endgültige Niederlage der säkularen und anti-christlichen Rechten. Ein muslimischer Blogger liefert ihm sozusagen den letzten Auslöser für seine Tat; mit Äußerungen, die ich sinngemäß so schon in den 70er Jahren von einem marokkanischen Muslim und Geschäftsfreund in Amsterdam vernahm. Und schon damals wußte ich, daß das Kreuz siegen wird. Säkulare Linke wie Rechte wissen natürlich nicht, was es bedeutet, wenn in den letzten 20 Jahren mehr Muslime zum Christentum konvertiert sind, als in 1500 Jahren zuvor. Dieser noch fast untergründige Fluß wird zum reißenden Strom werden. Ich habe gerade „1913“ von Florian Illies gelesen. Wie war Gott doch tot damals. Niemand hätte da geglaubt, ihn heute so lebendig vorzufinden. Leute wie Venner (Gott sei ihm gnädig) sind dem vermeintlichen Tod des lebendigen Gottes entsprungen und ziehen das Nichts seiner Auferstehung vor.

  41. l75exa

    Leider gab und gibt es in gewissen Teilen der „Rechten“ und der rechten Intelligenz eine Tendenz zur Heroisierung des Selbstmordes. Aber es ist nicht mutig, sich nach eigenem Belieben aus der Welt zu schaffen. Mut zeigen die Aushalter und die Aufhalter, nicht diejenigen, die es für eine Heldentat halten, einmal einen Abzug zu betätigen. Und es ist auch kein „Zeichen“ gegen oder für Irgendetwas – außer für das Gefangensein in Selbstbezogenheit, für die individualistische Weigerung, etwas auszuhalten, das nicht Ergebnis eigener „Entscheidung“ ist oder einfach für Krankheit. Dem Kampf gegen die Homosexualisierung der westlichen Gesellschaften hat Venner mit seinem Selbstmord den denkbar schlechtesten Dienst erwiesen. Darüber kann auch sein verblendeter „Opferungs“-Schwulst nicht hinwegtäuschen. Sich opfern, heisst nicht, sich eine Kugel in den Schädel zu jagen, sondern, wie Bonhoeffer geschrieben hat, „unseren Tod zu dem zu machen, was er sein kann: zum Tod in freier Einwilligung“.

  42. diskussion geschlossen.
    dank und gruß!
    kubitschek

Diskussion geschlossen. :-)

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