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lichtmesz Martin Lichtmesz


Identitäre Basisarbeit (7): Votivkirche durch neun identitäre Wiener besetzt

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besetzt2Hut ab: Neun „identitäre“ Wiener haben die Masken fallen lassen und diesen Sonntag einen Coup gelandet, der mit Sicherheit nicht unbeachtet bleiben wird.

Zur Vorgeschichte: die Wiener Votivkirche wird seit zwei Monaten unter erheblicher Medienaufmerksamkeit von etwa 40-50 Asylbewerbern besetzt, die damit gegen angeblich „menschenunwürdige“ Bedingungen im niederösterreichischen Flüchtlingslager Traiskirchen protestieren wollen und zusätzlich allerlei politische und finanzielle Fundamentalforderungen stellen.

Daß diese Aktion keine Idee der kaum bis gar nicht deutsch sprechenden Flüchtlinge selbst war, sondern von diversen linken bis linksradikalen Anstiftern und Drahtziehern eingefädelt wurde, ist in Österreich seit Wochen bekannt und wird zuweilen auch zaghaft kritisch angemerkt, wie auch die zum Teil als überzogen erkannten Forderungen.  Die unbekannten Autoren der gendergerecht formulierten Liste bleiben zwar im Hintergrund, die Stoßrichtung ist jedenfalls wie üblich die Aushebelung von Bürgerrechten zugunsten von sehr weit gefaßten „Menschenrechten“ sowie von als „menschenverachtend“ gebrandmarkten Einwanderungs- und Asylbeschränkungen.

Nichts anderes also, als was die Antifanten unter dem Slogan „No border, no nation“ oder „Kein Mensch ist illegal“ (ist er auch nicht… nur sein Aufenthalt kann es sein) zusammenfassen. Nachhaltig mischt dabei die linkslastige katholische Hilfsorganisation „Caritas“ mit. In dieser Inszenierung sind die Flüchtlinge (auf linken Seiten nur mehr als „die Refugees“ tituliert), die immerhin zum Teil in Hungerstreik getreten sind, am Ende nur Schach- und Devotionalfiguren linker Strategien und Befindlichkeiten. Das Ganze ist schon längst in eine der üblichen Feelgood-Stücke „gutmenschlicher“ Selbstherrlichkeit resp. in ethnomasochistisches Selbst-Bashing ausgeufert. Wobei ich jede Wette eingehe, daß keiner der einschlägigen Akteure Lust hätte, neben einem „refugee camp“ wie in Traiskirchen wohnen zu wollen.

Daß diese Nummer mit anderen Worten nicht ganz koscher ist, ist also allgemein bekannt. Ihre politischen Akteure und Unterstützer verschanzen sich indessen hinter einer Rhetorik, die geschickt auf dem guten und schlechten Gewissen gesellschaftlicher Konsenswerte spielt. Kritik hieran zu formulieren ist ebenso schwierig wie sozial riskant, und nun haben eine Handvoll „Identitäre“ Wiens es eben doch gewagt: für einige Stunden „besetzten sie die Besetzung“, und schafften durch diese Provokation den Sprung in mehrere große Medien, darunter die Presse, der Standard, der ORFOE24 und vor allem der Kurier.

Die Aktivisten hatten in der Kirche Flyer verteilt, Plakate entrollt und eine Videobotschaft auf YouTube gestellt. Die Polizei war nach kurzer Zeit vor Ort, die Kirche wurde abgesperrt. Die Situation war laut Caritas aber unter Kontrolle und gewaltlos, die Männer hatten sich ruhig verhalten.

„Erst wenn die Besetzung der Votivkirche beendet und die Scheinasylanten in einer Moschee oder abgeschoben sind, wird die Besetzung der Besetzung beendet“, schrieben die Aktivisten auf Facebook. Mit der Aktion wollte die Gruppe nach eigenen Angaben einen „staatenlosen Flüchtling“ aus der Steiermark unterstützen, der nun ebenfalls in den Hungerstreik getreten sei.

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14 Kommentare zu „Identitäre Basisarbeit (7): Votivkirche durch neun identitäre Wiener besetzt“

  1. Nihil

    Pressespiegel

    Kurier: Rechte Aktivisten besetzten Votivkirche

    Kronenzeitung: Rechte „Gegen-Besetzung“ in Wiener Votivkirche

    Der Standard: Flüchtlingsprotest: Rechtsradikale besetzten Votivkirche

    Die Presse: Neun „identitäre Wiener“ besetzten Votivkirche

    Kleine Zeitung: Neun „identitäre Wiener“ besetzten Votivkirche

    Auf Twitter läßt der ORF-“Anchorman“ Armin Wolf (@ArminWolf) sein Weltbild erkennen: „Positive Lehre des Tages: Mit Recken, denen schon nach 5 Stunden in einer Kirche zu kalt ist, kann keiner je in Russland einmarschieren“ nachdem er die Identitären zuvor als „mutmaßliche Idioten und Arschlöcher“ bezeichnet hat. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft zu Linksextremisten aus der BRD (@Telegehirn) die Stunden zuvor auf Twitter noch „Bereitet den Nazis in der Votivkirche ein Stalingrad“ gefordert hatten und sie gerne mit „Dachlatten“ traktiert hätten.

    Fazit: Unglaublich wie gereizt die Linke reagiert, wenn man ihnen kurz einmal das Spielzeug streitig macht.

    M.L.: Die Links sind eh alle im Artikel drinnen.

  2. Nihil

    Immerhin erster Beitrag in den Wiener ORF-Lokalnachrichten (Video):
    http://tvthek.orf.at/programs/70018-Wien-heute
    sowie auf der ORF-Internetseite:
    http://wien.orf.at/news/stories/2570889/

  3. Inselbauer

    Alle Achtung! Das Kärntner Volkstum des „Wieners“ von der WIR macht einen rührenden Eindruck. Die österreichischen Linken werden da zwar sicher nichts empfinden, aber man hat ein gespenstisches Gefühl, zum ersten Mal in Österreich gibt es eine andere Perspektive. Ich stelle mir schöne, souveräne Kunststudentinnen und lässige höhere Beamte vor, wie sie auf den stotternden Kärntnerbua „mit kleinem Latinum“ herunterschauen. So zerbröselt eine Ideologie!

  4. Unser Redakteur vor Ort hat vom linken Pöbel gleich eine verpasst bekommen. Das waren vermutlich auch die „Unterstützer“ der „Flüchtlinge“, die die Identitären dann zum Verlassen der Kirche „bewegt“ haben. Die Argumente der Linken konnte man ja jüngst bei den Demos rund um den Akademikerball bewundern.

    http://www.unzensuriert.at/content/0011699-Mob-vor-Votivkirche-attackiert-Unzensuriert-Redakteur

  5. neocromagnon

    Wer ein freies Asylrecht und/oder offene Grenzen fordert, muß auch eine Antwort auf den damit verbundenen Zwang gegenüber der heimischen Bevölkerung geben.
    Diese wird vom Staat nämlich erstens dazu gezwungen, die Zuwanderung zu finanzieren, direkt durch Sozialsysteme und indirekt durch steigende Kosten z.B. Kriminalität, Verschmutzung, Unsicherheit, und zweitens unterdrückt der Staat das Recht der Einheimischen ihre eigene Lebenswelt auch durch Gewalt gegen Fremde zu verteidigen.
    War also Freiheit für Fremde durch offene Grenzen fordert, muß auch den Einheimischen Freiheit zugestehen, indem sie z.B. selber wählen können, ob sie für Sozialversicherungen, derart verwendete Steuern oder eine Polizeitruppe zahlen wollen oder nicht und indem der Staat den Bürgern das Recht gewährt, Waffen zu tragen und diese zur Verteidigung ihrer Heimat und der Ordnung ihrer Lebenswelt einzusetzen.
    Unter solchen gleichen Bedingungen hätte ich nichts gegen offene Grenzen einzuwenden und ich denke, unter solchen Bedingungen würde eine Zuwanderung durchaus in sehr geordneten gesitteten Bahnen stattfinden können. Eine Zuwanderung, von der dann tatsächlich beide Seiten profitieren können, weil sie in beiderseitigem Einvernehmen und Respekt stattfindet.
    DAS ist modern, logisch und vernünftig.

  6. Toni Roidl

    »Unglaublich wie gereizt die Linke reagiert, wenn man ihnen kurz einmal das Spielzeug streitig macht.«

    Genau. Hihi. Man sollte ihnen viel öfter das Eimerchen wegnehmen.

  7. Nebenbei: Schwarz-Gelb = Habsburger-Farben!

  8. neocromagnon, richtig. Die Refuggy- und PoCrikaner-Lobby (im Schnitt Personal, das mehr Steuern frißt, als es einzahlt) stiehlt sich aus der Verantwortung, wenn sie zwar ein gutes Gutmenschen-Gewissen als Monstranz vor sich hertragen will, die Resultate der eigenen Ideologie aber Unschuldigen aufbürdet.

    Betroffen sind im Duktus der Humanimport-Lobby nur die Einwanderer selbst, also jene, die im Gegensatz zu den in ihrer Heimat verharrenden Indigenen noch am ehesten über Gestaltungsfreiheit am zukünftig zwangsläufig gemeinsamen Schicksal verfügen.

    Natürlich soll jeder das Recht haben, so viele Flüchtlinge durchzufüttern, wie er will. Aber derjenige sollte auch jedem anderen das Recht zubilligen, sich vor dem Griff in die Taschen zu schützen!

  9. Angela Brüning

    Ich habe die mediale Berichterstattung über die Aktion der Wiener Identitären genau verfolgt. Mein Fazit: Die Aktion ist gelungen. Die Resonanz in den Medien war beachtlich. Ich würde den ironische Part, den man in jede Aktion als Immunisierungsstrategie (wer die Leser zum Lachen und Schmunzeln bringt, hat einen Vorteil) einbauen sollte, stilistisch besser ausformulieren. Bei jeder Aktion sollte man aber den Ironie – Schutzschild regelmäßig senken und analytisch klare und intellektuell ansprechenden Botschaften lossschicken. Plattitüden wie „Gegen Masseneinwanderung und Islamisierung“ kommen wirklich schon genug von der FPÖ. Wenn eine Identitäre Bewegung einen Sinn hat, dann die, intelligente junge Menschen von parteipolitischer Tätigkeit abzuhalten, sich gegenseitig intellektuell schulen zu lassen und das Erlernte in der direkten Aktion anzuwenden. Was mir wie bei jeder rechten Jugendgruppe Sorgen macht, ist die Positionierung zu wirtschaftspolitischen Dingen. Leider sind rechte Jugendliche meist wirtschaftspolitisch links und neigen dazu den „Liberalismus“ für alles Übel dieser Welt verantwortlich zu machen. Was Österreich auf keinen Fall braucht, ist noch eine Gruppe, die bei über 40 % Staatsquote auf die Exklusion von Ausländern aus dem Sozialstaat setzt und mit dieser „Ersparnis“ die ohnehin sozialistisch verblödeten Österreicher pampern will.

  10. Inselbauer

    Bei aller Liebe, aber die Habsburger sind zuviel des Guten! Dieses katholische degenerierte Syphilo-Gesindel will wirklich gar keiner mehr. Die Uniformen der Donaumonarchie sind wunderschön, das Essen war gut, Kunst und Wissenschaft 1914 auf einem Höhepunkt. Aber Identitäre, schaut euch den Karli Habsburg an! Deutsche Jugend, soll das dein Führer sein?! (…)

    M.L.: Also bitte… was ist gegen unseren guten, seligen Kaiser Karl einzuwenden??

  11. Jan

    ich habe seit geraumer Zeit darauf hingewiesen, daß das Identitätsproblem mit den Kirchen zusammenhängt. Siehe Vorträge von Dr. Walter Veith. Das ist aber eine Sache, die nicht schnell mal so gelöst werden kann, zumal man keine Macht hat.

    warum aber hat das Volk z.B. gegen den ESM keinen Widerstand geleistet? M.M. Deshalb, weil nicht genügende Menschen um mehr als eine Ecke denken können und daher die Gefahr nicht erkennen und zweitens, weil die Menschen auch infolge der Industrialisierung daran gewöhnt wurden, nur auf Anweisung zu denken und zu handeln. Da entsprechende Anweisungen für Widerstand nicht erfolgt sind, hat sich auch nichts geregt.

    Ist es nicht so, daß man direkt auf den Straßen die Ursachen für den nicht erfolgten Widerstand erfragen muss und daß Spengler etc. etwas sehr theoretisch sind?

  12. Inselbauer

    Lieber Herr Lichtmesz, ich habe mich auf den Muster-Karli bezogen, der schon 1993 eine Fernsehshow hatte und dann unangenehm aufgefallen ist, weil er für die ÖVP kandidiert, erfolglos einen Ghostwriter für seine Uni-Texte gesucht und Diademe geschmuggelt hat (…) der letzte Kaiser ruhe in Frieden, obwohl er ein Reich versemmelt und die letzten Kartuschen Giftgas aus eigener Tasche bezahlt hat

    M.L.: Na, da bin ich aber beruhigt!

  13. Asenkrieger

    @ M.L.
    Ich schätze Ihre Art zu schreiben. Sie haben einen ansprechenden Stil: Sie bringen eine interessante Mischung aus ausgiebig zitierten Originalquellen, eigenen Fakten und vor allem haben Sie das Wesentliche im Blick. Dieser Blick ist nach vorne gerichtet. Die Identitären sind tatsächlich eine Chance. Gut, daß Sie so über deren Entwicklung berichten.

    Das sieht man wohl auch anderswo. Gerade habe ich zu meiner Überraschung und Freude Ihren „Heimkehr“-Artikel von Sezession in einer englischsprachigen Übersetzung bei Counter Currents Publishing – frisch veröffentlicht – im Netz gelesen.

    Die Identitären sind übrigens auch bei Counter Currents Publishing mit einem Video of the day vertreten, sie gaben alternativright.com ein Interview und sind auf der Februar-Konferenz von American Renaissance vertreten.

Diskussion geschlossen. :-)

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