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Schreibtisch, Garten, Alltag (XIV): Vergeßt Broder!

broderIch füttere taktisch. Wenn ich morgens mit einer Blechschüssel voll Küchenresten und Korn ins Hühnergehege trete, streue ich Futter-Achsen für die Guten und geheime Eckchen für diejenigen, die nicht an den Trögen stehen dürfen. Dann erst ziehe ich die Klappe an ihrer Kette nach oben und lasse die Hühner heraus. Der erste ist dabei immer der Hahn, ein selbstgefälliges Tier, das sich ein historisch erprobtes Verfahren zu eigen gemacht hat: an der Luke stehen und das Volk sortieren. Links gehts zum Napf, rechts zurück in die Kammer, und als ich neulich ein Gegengewicht in Form eines Junghahns einsetzte, lag dieser am nächsten Morgen tot im Stall. Eklig triumphierte krähend der Platzhirsch.

Laß über die ruhigeren Tage (an denen auch hier im Netz-Tagebuch Ruhe nichts geschah) das Manuskript eines kaplaken-Bändchens aus der feder von Günter Scholdt. Dessen Konservatives Prinzip ist seit ein paar Wochen vergriffen und wird derzeit nachgedruckt. Nun legt er sein zweites Bändchen vor, es trägt den Titel Vergeßt Broder. Sind wir immer noch Antisemiten? und wird im Februar erscheinen. Solches wäre derzeit noch keine Meldung wert, hätte nicht Henryk M. Broder jüngst wieder seiner Selbstgefälligkeit gefrönt und dafür gesorgt, daß der ab und an israelkritischen Publizisten Jakob Augstein unter die Top 10 der tollsten Antisemiten weltweit geraten ist.

Diese Liste wird jährlich vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angelos veröffentlicht. Man verließ sich dort auf eine Empfehlung Broders, der Augstein in Anspielung auf den „Stürmer“-Herausgeber den „kleinen Streicher“ genannt hat. Augstein, der unter anderem die Wochenzeitung Freitag herausgibt, seine Ziergarten-Leidenschaft zu einem Buch ausgewalzt hat und „Im Zweifel links“ für den Spiegel als Kolumnist arbeitet, rangiert in der Liste auf Platz 9. Seither stammelt das deutsche Feuilleton vor sich hin und wägt zwischen der sehr ernsten Aufgabe eines „Wehret den Anfängen“ und der Irritation über die international für Augstein nicht ungefährliche Klassifizierung ab.

Mir ist das Los Augsteins wurscht, zumal er ab und an öffentlich in eine Deutschland-Fahne rotzt und aus seiner Arbeit an der Auflösung alles Deutschen keinen Hehl macht. Mich interessieren nur die Macht-Mechanismen, die Broder mit seiner Empfehlung offenlegt: Wie kann eine Institution wie das Wiesenthal-Zentrum, das als seriös bewertet wird und großen politischen Einfluß besitzt, die persönliche Antipathie einer Revolverschnauze aufgreifen und aus der eigenen Arbeit eine Karikatur machen? Wird durch die Nominierung Augsteins nicht die ganze Liste überdeutlich zu dem, was sie wohl zuvor schon war: eine Farce?

Broder also: Vergeßt ihn, schreibt Scholdt – und untermauert diese Empfehlung auf 96 Seiten mit vielen Zitaten aus Broders wiederum lehrmeisterlichem und selbstgefälligem Buch Vergeßt Auschwitz!, in dem er sein selbstverliehenes Amt als Schicksalsrichter auf die Spitze treibt: links lang zu den Guten, rechts in die Verdammnis.

Scholdts Abrechnung kommt also zur rechten Zeit – hier vorbestellen.

49 Kommentare zu „Schreibtisch, Garten, Alltag (XIV): Vergeßt Broder!“

  1. WF

    1) Ob das Wiesenthal-Zentrum seriös ist oder nicht bzw. von wem es als seriös erachte wird, ist eine Frage, die ich gar nicht mit dieser Selbstverständlichkeit beantworten wollte.

    2) Dem WZ kommt eben die Existenzberechtigung abhanden, weswegen man sich schon munter nach neuen Betätigungsfeldern umsieht. Es wird auf ein Gefallen auf Gegenseitigkeit hinausgelaufen sein… Das WZ setzt den JA auf die Liste, dafür lesen wir alsbald in Welt und Bild ein paar tolle Artikel über die Förderungswürdigkeit des WZ und wieso gerade wir als Deutsche ein Interesse daran haben müssen diesen Laden zu finanzieren.

  2. Stefanus

    Broder machte das, was das Wiesenthal-Zentrum seit Jahren macht. Spielen mit der Angst. Sie demonstrieren eine Macht, die sie nur deswegen besitzen, weil Macht und Einfluß (siehe Beschneidungsgesetzgebung) unklar sind.

    Der Titel eines – nicht zu schreibenden – Buches lautet: Vergeßt! Broder, Simon-Wiesenthal und Auschwitz und „Anti-Semitismus“. Wer sich davon ins Bockshorn jagen läßt, sollte dort gar nicht mehr herauskommen. Zier- oder Nutzgartenpflege ist um den Faktor 100 gefährlicher.

    Dennoch sind die Macht- und Einflußstrukturen interessant. Schließlich bestimmen sie die Geschicke unseres Landes, ja die der ganzen westlichen Welt. Diesen Einflüssen zu unterliegen ist geradezu das Wesen, die Definition, der westlichen Welt. Als Deutschland noch nicht der westlichen Welt anghörte, waren diese Einflüsse marginal.
    Die Kraft der Deutschen macht aus Mitteleuropa eine Schlüsselregion. Deswegen richtet(e) sich die Aufmerksamkeit auf dieses Land. Es war zweimal Gegenstand eines Weltkrieges, um diesen Schlüsselraum der westlichen Welt zu unterwerfen, sprich den Macht- und Einflußstrukturen, denen die USA seit dem 20. Jhdt. völlig ausgeliefert sind.

    Das Wort Antisemit, wie Rassist, ist bloß ein Indiz dafür, daß jemand seine eigenen ethnischen Interessen benennt und offen vertritt. Selten ist damit verbunden, andere Rassen oder Ethnien herabzusetzen. In der Regel reicht es aus, um sich diese Ehrenbezeichnungen zu verdienen, wenn man mit deren Privilegien oder Machtstrukturen benennt.

    Augstein hat diese Lorbeeren nicht verdient.

  3. Fredy

    Ich versteh, dass sich das wohl rechnen mag. Aber ein Buch über Broder ist wohl der Ehre zu viel. Besser ignorieren, dann muß man nichts vergessen.

  4. Asenkrieger

    Das Simon-Wiesenthal-Zentrum soll „seriös“ sein? Die haben es fertig gebracht sogar schon ihren eigenen fanatischen Mitstreiter Edgar Bronfman auf die Liste der „Antisemiten“ zu setzen (Augstein ist mir ebenfalls egal).

    Doch da finden sich auch hervorragende Gelehrte auf dieser dubiosen Liste, wie z.B. Prof. Kevin MacDonald, der durch interessante evolutionsbiologische Theorien hervorgetreten ist (seine Bücher bekommt man u.a. bei Amazon).

    Was ist das übrigens für eine menschenverachende Idee, Menschen auf eine Negativ-Liste zu setzen? Gerade die Juden haben doch in ihrer leidvollen Geschichte mit solchen Listen schon böse Erfahrungen machen müssen.

    Wir wissen, was alles passieren kann, wenn man derart öffentlich zum Abschuß freigegeben wird. Das ist bestimmt nicht „seriös“!

  5. Gottfried

    Die Wahrheit werden sie nicht sagen. Aber ihre Lügen werden immer grotesker werden.

    Leider fehlt mir dieser häßliche Zug der Schadenfreude ja gänzlich.
    Schlechte Menschen wären jetzt sicher amüsiert, wie sich die Matrix der Weißen Schuld immer weiter hochschaukelt und erhitzt.

    Aber „Broder vergessen“? Weiß ich nicht, auch dieses Zitat hier?

    “Ich glaube tatsächlich, dass Europa ein übernahmereifer Kontinent ist… Ich finde es grundsätzlich gut, dass das so genannte “weisse, heterosexuelle, blonde, arische” Europa seinem Ende entgegengeht.” Henryk Marcin Broder, Berner Zeitung, 8.2.2007.

  6. Kreuzweis

    Vorerst ein glückreiches neues Jahr Ihnen und den Ihren!

    Ihr Beitrag bestätigt mir, daß das Gutmenschentum auch im rechten Lager verbreitet ist. Ich entsinne mich noch anderer mitfühlsamer Nutztiergeschichten. Doch Tiere kümmern sich nicht um moralische Gefühlsregungen guter Menschen. Der Instinkt sagte dem Hahn, daß wenn er den Konkurenten zu Kräften kommen ließe, der ihm das Leben schwer machen würde und oder ihn seinerseits umbrächte.
    Die Biodeutschen ließen sich diesen Instinkt ausreden, weshalb ihnen nun die fremden „Hähne“ das Leben zunehmend sauer machen …

    Was die Handlungsweise des S.-W.-Zentrums angeht, so erfüllt sie mich mit nicht nur klammheimlicher Freude. Auch kommt sie für mich nicht überraschend, da ich mir die Lehre der Fabel „Der Frosch und der Skorpion“ merkte: paßt wunderbar!

    Ich habe nicht ganz verstanden, ob SIE vom S.-W.-Zentrum „seriöse“ Arbeit erwarteten, für mich paßt die Nominierung vollkommen in die „seriöse“ Arbeit dieses Zentrums. Eher würde ich von einem Al-Capnone-Zentrum eine seriöse Aufklärung der Vorurteile gegüber der Mafia erwarten.
    Über den „ehrenwerten“ „Nazijäger“ Simon Wiesenthal (oder wie auch immer er hieß) schrieb Gerd Honsik ein luzides Buch mit dem Untertitel „Schelm und Scheusal“. Allein die Vergleiche seiner diversen autorisierten Biographien lassen vermuten, daß er im günstigsten Falle unter bipolaren Störungen gelitten haben muß; bei Metapedia werden Sie geholfen …

    Broder, das Zentrum, Augstein und die ganze Mischpoke haben daher zumindest für mich nichts überraschendes – alles eine einzige Schmiere für Kriechwillige.

  7. Welche Ironie, ein Buch mit dem Titel „Vergeßt Broder“ zu schreiben, wenn man doch genau weiß, daß die Aufregung im bundesrepublikanischen Blätterwald mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit erfolgen wird. Kann ja gar nicht anders sein, bei einem so prominenten Namen wie Henryk M. Broder! Scholdts Buch ist doch wie Gratiswerbung für Broder! Das erinnert mich an die Geschichte vom weißen Elefanten (aus „1001 Nacht“?). Einem Mann wurde versprochen, er würde einen Schatz finden, wenn er bei Vollmond in seinem Garten grübe – aber um Himmelswillen dabei *nicht* an einen weißen Elefanten dächte. Tja! Natürlich dachte er beim Graben permanent an den weißen Elefanten, und der Schatz war weg. – Also ich hätte an Herrn Scholdts Stelle *kein* Buch über Broder geschrieben. Lieber noch ein zweites Buch über konservatives Leben.

  8. D. Urchblicker

    Die Entscheidung war richtig, Herr Kubitschek. Alles andere hätte mich enttäuscht und wäre zudem das falsche Signal gewesen.

    Mit Zustimmung nahm ich in Teil 12 zur Kenntnis daß man erstmal eine Schwanzfeder ausbilden solle. Groß mein Entsetzen in Teil 13 daß gerade jener Junghahn, der sich gegen vier Brüder druchgesetzt hatte, in den Kochtopf wandern sollte. Ich war schon drauf und dran eine befreundete Tierfreundin mit grossem Garten zu bitten dem Hahn Asyl zu gewähren, wäre da nur nicht die grosse Entfernung gewesen.

    Geholfen hat es zwar nichts, aber lieber stehend sterben als um seine legitime Chance beraubt im Kochtopf zu enden.

  9. Biobrother

    Das im obigen Text verlinkte Streitgespräch mit dem tatsächlich in die Deutschlandfahne rotzenden Walser-Sohn Jakob Augstein ist in der Tat interessant. Besagte Fahnenschändung ist natürlich – auch wenn man tumben Nationalismus ablehnt – unmöglich, in einem anderen Land wäre er damit beruflich erledigt, sein Ruf wäre ruiniert, oder er hätte sogar rechtliche Konsequenzen zu befürchten, hier gehört das wohl zur Grundausstattung eines (selbsternannten) Linksintellektuellen. Ansonsten ist Herr Augstein wohl (ebenso wie Herr Reemtsma) in die Kategorie des Salonsozialisten einzusortieren, das zeigt sich ja ebenfalls ganz gut in dem Video. Der Euro muss um jeden Preis gerettet werden (was auch passieren wird), auch wenn inflationäre Entwicklungen die zu erwartende Folge sind, aber die lassen eben nur den Normalbürger verarmen. Dazu passt ja auch, dass beim Freitag nun – so gar nicht solidarisch – massiv entlassen werden soll. Was Herrn Broder anbelangt: ich finde ihn recht geistreich, das muss ich ganz ehrlich sagen (wobei hier auch ein Stück weit liberale Solidarität mitspielen mag). Immerhin: Er lässt, auch auf der von ihm mitbetriebenen Achgut-Seite, an seiner Subjektivität keinen Zweifel, das mildert die oft sehr pointierten Ausritte dann m.E. etwas. Ebenso dürfte ihm klar sein, dass er hier quasi Narrenfreiheit genießt. Die überharsche Kritik an Herrn Augstein ist vielleicht also auch der Empörung geschuldet, dass diese Narrenfreiheit hier vom Gegenüber nicht hinreichend gewürdigt wird (was aus Herrn Augsteins Sicht wiederum folgerichtig sein mag, lastet doch die Vergangenheit auf einem Kämpfer gegen den Nationalismus weniger als auf etwaigen Ewiggestrigen). Den Sinn und Zweck solcher Prangerlisten entwertet das natürlich deutlich.

  10. Biobrother

    Nachsatz: Falls besagte Prangerlisten denn überhaupt einen Sinn und Zweck haben.

  11. neocromagnon

    Broder ist ein Aufschneider, wie alle in dem Zirkus, aber manchmal schreibt er wirklich witzig, was man nicht von allen behaupten kann.
    Wie wäre es eigentlich, wenn einem diese Liste und die Leute dahinter egal sind? Was können sie einem wirklich tun und was ist von Leuten zu halten, die einem auf deren Geheiß Knüppel in den Weg schmeißen? Sollte man sich von denen nicht eh fern halten? Nach dem Motto, viel Feind viel Ehr.

  12. Unke

    Gockel meldet 297(!!) ‚Verstöße‘, wenn man es wagt, nach „Wiesenthal site:metapedia.org“ zu suchen:

    Aus Rechtsgründen hat Google 297 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt.

    Wenn man hinter die Suchanfrage /ncr eingibt wird zwar nur noch 1 Suchergebnis „entfernt“, aber es gibt immer noch kein Suchergebnis.
    Versteh‘ das jemand…
    ——————————–
    Ob man Broder solch eine Plattform bieten sollte?
    Für so einen -selbst für einen Publizisten- eitlen Maulaufreißer definitv zu viel der Ehre. Sein Blog (die Achse des Juten) finde ich gar nicht einmal so schlecht; unsägliche Figuren wie Hannes Stein (dieselbe Fakultät wie Broder; wohnt, übrigens, passenderweise in Brooklyn) oder Dr. (ganz wichtig!) Wolfgang Weimar werden durch erfrischende Autoren wie Wolfgang Röhl oder fleißige Aufklärer wie Benny Peiser aufgewogen.

    Was wirklich nervt ist Broders Obsession mit seinesgleichen bzw. das Verhältnis der deutschen Linken (genauer: deutscher Intellektüllen aus Medienbetrieb, Partei-Vorfeldorganisationen und Politik) mit den Juden.
    Als ob das außer den Mitgliedern dieser linksextremen Zirkel irgend jemanden interessieren würde, was da abgesondert wird.
    Bringt dieses Kaplakenbändchen Aufklärung in die Schizophrenien des H.M. Broder? So richtig rückt er ja nicht raus mit der Sprache, ob alle Deutschen Nazis sind. Vom Tenor her würde ich entnehmen: ja, denkt er schon. Aber dann müßte man sich (oder besser: ihn) fragen, warum er ausgerechnet dieses Land zu seiner Wahlheimat erkoren hat…? (Ich weiß es natürlich.)
    Wenn Scholdt die Heuchelei -nicht nur von Broder, sondern auch des Medienbetriebes, der ihm als Unberührbaren Narrenfreiheit gewährt (eine Freiheit, die ein Sarrazin oder Hohmann nie hatte)- thematisiert und er schlüssig darlegen kann, für was Broder eigentlich steht kaufe ich das Büchelchen!

  13. Schnippedilderich

    Aus Sicht der Hennen sind krähende Hähne ohnehin nur reaktionäre Nihilisten und in der Bratröhre erhalten sie eine natürliche Bräune!

  14. agentjoerg

    Man verließ sich dort auf eine Empfehlung Broders, der Augstein in Anspielung auf den „Stürmer“-Herausgeber den „kleinen Streicher“ genannt hat.

    Mich interessieren nur die Macht-Mechanismen, die Broder mit seiner Empfehlung offenlegt:

    eine sehr interessante frage zu den Macht-Mechanismen, herr kubitschek, die sie da aufwerfen? aber eine antwort wäre wohl zu verschwörungstheoretisch.

    MKH hat auch seine eigenen erfahrungen damit gemacht:

    http://korrektheiten.com/2011/12/21/deutschfeindlichkeit-erfahrungen-mit-bat-yeor/

    Soziologisch besonders faszinierend ist das Buschtrommelsystem, dessen Funktionsweise hier so eindrucksvoll demonstriert worden ist: dessen Beteiligte, ohne einander zu kennen, einander so weit vertrauen, dass sogar offensichtliche Lügen dieses Vertrauen (und die Bereitschaft zur Befolgung von Ratschlägen) nicht zu erschüttern vermögen. Dieses Vertrauen und diese Bereitschaft basieren offenkundig nicht auf persönlicher Bekanntschaft, sondern auf einem anderen Faktor.

    oder die professoren John Mearsheimer und Stephen Walt:

    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Israel_Lobby_and_U.S._Foreign_Policy

    The book describes the lobby as a „loose coalition of individuals and organizations who actively work to steer U.S. foreign policy in a pro-Israel direction“.

    Mearsheimer stated, „[w]e fully recognised that the lobby would retaliate against us“ and „[w]e expected the story we told in the piece would apply to us after it was published. We are not surprised that we‘ve come under attack by the lobby.“[102] He also stated „we expected to be called anti-semites, even though both of us are philo-semites and strongly support the existence of Israel.“

  15. Gottfried

    Über die Lektüre von Kevin MacDonald bin ich u.a. – neben vielen historischen Recherchen – dazu gekommen, mal die Erkenntnisse der Hirnforschung ein wenig einzusehen. Daß zum Beispiel fremdenfeindliche Reaktionen über den Mandelkern (Amagdyla) nachweisbar sind. Die Versuchskandidaten werden mit Photographien Rassefremder konfrontiert und es erfolgen negative Reaktionen, wie auch positive Reaktionen nachweisbar sind, wenn ihnen vertrautere Gesichter entgegenblicken.

    Es ist ungeheuerlich, wie der Humanismus den zentralen Schutz des Lebens („Selbsterhaltungstrieb“) über das körperlich verankerte System der Furcht zur Krankheit umgewertet hat.
    Im Gefolge der Großen Kulturrevolution 1968ff sprach man verstärkt von sogenannten „Ängsten“ – die in der Mehrzahl natürlich als noch gewichtiger markiert wurden.
    (Als albernen Konter könnte man hier von einer generellen „Bio-Phobie“ der Humanisten sprechen.)

    „Was ist das übrigens für eine menschenverachende Idee, Menschen auf eine Negativ-Liste zu setzen?“

    Hier – gut, ich bin dort vielleicht ja extrem sprachempfindlich – sehe ich immer die große Gefahr, bei Verwendung dieser semantischen Lehmklumpen die vordiktierte Matrix des Feindes noch zu bekräftigen.

    Darf ich irgendeinen der sieben Milliarden, hundert Millionen und „ein paar zerquetschten“ Zweibeiner denn nun gar nicht verachten? Den genußfreudigen Spieljungen und Stalinfreund Ilja Ehrenburg? Lev Bronstein? „Hirsch“ Apfelbaum (Tarnname: „Zinoviev“)?
    Falls doch: Ab wie vielen dieser „Menschen“, denen ich bereits meine Verachtung entgegengebracht habe, ist der moralisch abwertende induktive Rückschluß auf eine Verachtung der gesamten „Mensch“heit erlaubt, durch priviligierte Humanisten, die sich zur Fürsprache für alle sieben Millarden berufen fühlen?

    Eine zentrale Kritik am Fundament des Humanismus: Wie viel Würde besitzt der „kultur“schaffende Räpper Bushido z.B.? Woran erkennt man diese „Menschen“würde denn beim Einzelnen ganz konkret mit den eigenen Augen, dem eigenen Verstand, dem eigenen Herzen, die das partiell humanistische Grundgesetz schützen will?

  16. Toni Roidl

    Wiesenthal, Augstein, Broder… dafür extra ein Buch? „Vergesst Broder“, das ist so wie „Denken Sie immer daran, Broder zu vergessen“. Ich glaube nicht, dass sich Broder selbst so ernst nimmt. Ich glaube auch nicht, dass sich hier „Macht-Mechanismen“ entfalten; wer nimmt diese Top-Ten-Liste denn wirklich ernst? Die Kommentare sind doch eher gedrucktes Augenrollen. Und zu Augsteins „Israelkritik“: Es stimmt schon, dass er wie die linken Anti-Impis auf dem Standpunkt steht: Nur tote Auschwitz-Juden sind gute Juden. 1.500 Raketen p.a. auf Israel sind ihm egal, aber wenn die Israelis zurückschlagen, heult er. Ich habe diese Empathie für die primitiven „Palästinenser“ noch nie verstanden. Schreihälse, die nichts geregelt kriegen, während die Israelis die Wüste bewohnbar machen. Und das hat nichts mit dem Philosemitismus von pi-news zu tun.

  17. Inselbauer

    Ihr kennt diesen Augstein nicht! Er führt sich in seiner Redaktion auf wie ein „Schriftleiter“ und Alpha-Hendl, und es ist natürlich wahr, dass er die volkstümlichen Affekte von seinem leiblichen Vater mitgenommen hat, der nach 4 Bier auf die Plutokraten schimpft. Ihr harmlosen Konservativen könnt euch sicher nicht so recht vorstellen, was bei einer „Verlagsbesprechung“ mit diesem Kerl abgeht, welche handfesten Hasskomplexe diese linksliberalen Clowns tatsächlich haben. Israel ist da nicht nur ein „Mörderstaat“, und dass sich der Broder in die polnischen Hosen macht, wenn er so etwas hört, ist doch nur verständlich. Ich gönne Herrn Augstein die Aufnahme in die Ehrenliste, auf dass er seine Kohle bald wieder in die mittelständische Industrie steckt und nicht in seine beschissenen publizistischen Projekte!

  18. Karolinger

    Die teilweise hier auftretende Bewunderung für Broder wundert mich doch sehr. Er teil äußerst kräftig aus(gerne mit Nazi-Vergleichen) und rechtfertigt sich dann damit, dass man ja jetzt darüber diskutiert und das sei doch wunderbar. Hauptsache man redet darüber.

    So einfach sollte man Broder dann doch nicht davon kommen lassen. Insofern freue ich mich auf die Analyse von Scholdt.
    Mal sehen ob Scholdt dann nächstes Jahr auch auf der „seriösen“ Liste steht.

  19. Irrlicht

    Wer meint, Broder sei nur ein harmloser, antiintellektueller Politclown, mit einem Faible für pro-israelische Propaganda, das er auf seinem mit Leuten aus der antideutschen Szene gegründeten Blog, manchmal auch in der Springer-Presse, auslebt, übersieht die im Artikel erwähnten existierenden Machtmechanismen, derer er sich bedient. Ken Jebsen z.B. kostete es den Job beim rbb.

  20. Meyer

    Ad: Machtmechanismen

    Diese reichen weit. So weit, daß ein Steinbrück Eurobonds forderte und eine Merkel einer unendlichen Geldmengenausweitung zustimmt. – Broder ist lediglich der Anus dieser Mechanismen.

    Die längst beantwortete Frage lautet, wo die Epizentren dieser Machtmechanismen sitzen. Dies sicherlich nicht im Simon-Wiesenthal-Zentrum an der Westküste, sondern eher an der Ostküste selbigen Kontinents. Aber immerhin war die Aufnahme von Augstein in die Liste der Aussätzigen das Beste, was passieren konnte. Bei den einem Teil der Linken handelt es um Instinkt, der die Selbst- oder eher Fremdzerstörung einleitet. Bei dem anderen Teil, so dem „derzeitigen“ Augstein handelt es sich um dem „Sieger der Geschichte“ andienende Selbstzerstörung. Nun wird von Augstein diese Selbstzerstörung als universales Prinzip konsquent betrieben und umfaßt somit auch den Staat Israel. Der Selbstbetrug der Linken muß sich immer weiter steigern, damit es nicht auffällt, daß sie ganz simpel seit vielen Jahrzehnten die nützlichen Idioten fremden Interesses sind.
    Besser man wettert (also: machtlos) gegen „die Plutokraten“, als man noch nicht einmal begreift, wer hier Politik macht. Und Broder macht es eben nicht. Er reicht, wie die Linken, die Scheiße nur in die Öffentlichkeit durch. Es handelt sich um die Fußtruppen des Hochadels des Kreditgeld-Feudalismusses.

    Wie sich einige dazu hergeben, diese Machtmechanismen im besten Propaganda-Stil einfach „zu übersehen“, zu „überschreiben“, wundert mich nicht grundsätzlich. Allerdings bin ich doch erstaunt, diese hier vorzufinden.
    Selbstbehauptung fängt da an, die Ketten, die mich halten, zu erkennen, sie nicht mehr zu wollen und zu ergründen, wie man sie löst.
    Das erweiterte Feuilleton ist lediglich Nebenkriegsschauplatz.

    Wer hat den Hauptnutzen dieser Fesseln? Um diese Frage drücken sich die Feuilletonisten!

  21. nino

    @Karolinger

    Versteh ich auch nicht. Ich kann mir das nur damit erklären, dass einige Konservative das eigene Denken (und ihre Autonomie) so gründlich verlernt haben, dass sie schon froh sind, wenn jemand wie Broder ab und zu mit den Wölfen (also ihnen) heult.
    Dann kommen so Sprüche wie „Broder nimmt sich selbst nicht so ernst“, oder „er pisst den Gutmenschen wenigstens ab und zu ans Bein“ usw.

    Das kann doch nicht interessieren bei einem Typen, der die Abschaffung Europas fordert! Für so jemanden machen sich Konservative noch stark? Es ist mir auch egal, mit wieviel Wortwitz er solche Postulate von sich gibt. Meist sind seine Texte ja sowieso ziemlich nah an der Satire. Das ist dann gleichzeitig seine Fluchtburg: „Depp, hast du die Satire nicht bemerkt?“ Das ändert aber nichts an seinen widerlichen Postulaten, die er ja meist unwidersprochen platzieren kann.

  22. Nihil

    @Kreuzweis: Es ist fein, dass hier so eine offene Sprache gepflegt wird, aber Honsik als Gewährsmann zu zitieren ist einfach nur dumm. Dass Wiesenthal ein widerlicher Typ war, das weiß man auch so oder – von mir aus – mit Bruno Kreisky!

    Zum Inhalt:
    1) Der Titel gefällt mir gut, endlich mal ein bisschen Kontroverse. Von Langeweile(rn) sind wir ohnehin umgeben.
    2) Ich glaube schon, dass sich eine Auseinandersetzung mit Broder in dieser Form lohnt, weil er medial relativ präsent ist und so manchem Dünnbrettbohrer rasche Polemik im Umgang mit dem Islam in Europa reicht. Am Ende werden damit PI-Fans produziert, das sollten wir nicht wollen. (Natürlich ist Broder nur ein Symptom und ich hoffe das Büchlein dreht sich nicht allzu sehr um die Person.)
    3) Eine Auseinandersetzung mit Augstein halte ich hingegen für überflüssig. Augstein ist ideologisch von vorgestern, ein Schnösel ohne wirklichen Intellekt, ein „Edelprolo“ halt, der noch dazu seine Kuckuckseibiographie im Narzissmus ertränken will. Langweiliger, weil unpolitischer, gehts nicht mehr.

  23. Wer ist Ken Jebsen? Ich kannte den nicht, mußte erst mal googeln. Da lese ich dann (Wikipedia): „bürgerlicher Name Moustafa Kashefi… Künstlername Ken Jebsen“. Was verbindet uns mit dem? Also mich gar nichts. Ob so ein Broder sich mit so einem Kashefi streitet, geht mir am Grundgesetz vorbei. Nino und Karolinger, Sie haben recht. Als Konservativer sollte man wissen, auf welcher Seite man steht. Wenn Broder im TV kommt, schalte ich sofort weg (ich gucke sowieso wenig Fernsehen, da muß ich mir nicht die raren Minuten vergällen). Wenn ich über einen seiner Artikel im Netz stolpere, klicke ich ebenfalls sofort weg. Ich habe ihn früher mal gelesen, aber schon lange nicht mehr. Zum Glück „muß“ man ja nicht! Und daß er „gegen die Gutmenschen“ schriebe, ist ja nur eine fromme Selbsttäuschung. In Wahrheit spielt er den Hofnarren der Gutmenschen. Das hat er übrigens mit Augstein junior gemein. Also was soll dieser Pseudo-Streit? Ist doch alles nur Augenwischerei.

    Aber eins wäre trotzdem mal interesant: Man könnte Henryk M. Broder zum nächsten Zwischentag vorladen, oder auch zu einer früheren konservativen Veranstaltung, und ihn dann argumentativ „entzaubern“ (so sagt man, glaube ich, in Gutmenschenkreisen). Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen trifft Broder ja immer nur auf eine Einheitsfront aus Plüsch. Aber wie geht er mit echtem Widerspruch um…?

  24. In Sachen Antisemitismus hat sich Broder hierzulande zur absoluten Autorität ernannt. Er allein hat die Deutungshoheit über alles, was des Antisemitismus verdächtigt sein könnte. In seinen Definitionen bedient er sich einer geschlossenen Beweisführung, wie man es nur in der Freudschen Psychoanalyse oder im Marxismus antrifft; Systeme, die sich auch nicht „falsifizieren“ lassen. Mit einer Feststellung wie – beides „jüdische“ Erfindungen“ – würde ich mich schon als Antisemit zu erkennen geben. Aussagen wie „Ich mag Israel“ oder „Ich bin kein Antisemit“, „Ich mag Broder“, genauso wie „Ich mag Broder nicht“, besonders aber Sätze wie „Wir als Deutsche mit unserer besonderen Verantwortung…“, liebt Broder. Sie machen im Broderschen System nicht nur verdächtig, sondern sie sind entlarvend. Denn, wie stellt Broder fest: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“

  25. bernardo

    Was mich einigermaßen befremdet, ist der Untertitel des geplanten Bands:

    „Sind wir (!) immer noch (!) Antisemiten?“

    Er transportiert deutlich die Basis der Kollektivschuldlegende, daß alle „es“ gewußt, gewollt oder zu verantworten hätten. In Deutschland sind aber zu keiner Zeit Vele oder die Mehrheit oder gar Alle antisemitisch eingestellt gewesen. So etwas zu behaupten, ist Unsinn.

    Diese Legende verbreitet übrigens ebenfalls und mit Freuden: Broder.

    „Die Deutsche haben wieder zur Normalität gegenüber den Juden zurück gefunden. Und diese Normalität ist antisemitisch.“

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_antisemitismus_ist_ein_weltkulturerbe_er_sollte_unter_den_schutz_der_un/

  26. Meyer

    Augstein: „Das SWC ist eine wichtige, international anerkannte Einrichtung. Für die Auseinandersetzung mit dem und den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWC meinen ganzen Respekt. Umso betrüblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwächt wird. Das ist zwangsläufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird.“

    Sehr geehrter Herr Augstein. Ersetzten Sie SWC mit Spiegel-Freitag-ARD-ZDF-Welt-SZ-FAZ-DLR-DLF-DW-BZ-Bild-HAB-WAZ-usw. so wäre Ihr Satz ehrlicher. Nun erfahren Sie am eigenen Leib, was Sie täglich selbst ausüben: Primitive Hetze.

  27. Gottfried

    @ nino

    „Broder nimmt sich selbst nicht so ernst“

    Wenn Broder in den BUNTEN Medien einen seinen zahllosen Auftritte hat, schießt er einen Elfmeter nach dem anderen lässig in das Netz. Hier mal ein anthropologisch sehr interessantes Thema, nämlich, wie sich jedes Lebewesen und natürlich auch unsereins als Zweibeiner mit Hilfe eines Systemes von Vorurteilen in der Umwelt orientiert.

    Eine einzige geistige Sahelzone, in der Broder sich dann freilich als „Intellektueller“ abheben kann:

    http://www.youtube.com/watch?v=rL7UARwWGnc

    Trick Nummer 25 aus dem „Großen Handbuch für Roßtäuscher“:
    Teile dem Auditorium drei, vier oder fünf Sachen mit, die wahr sind.
    Anschließend kannst Du ihnen alles verkaufen, auch Deine Lügen.
    Für nicht wenige Blinde ist Broder der Seher. DER Pseudotabubrecher der Nation.
    Für meinen Geschmack – gänzlich unabhängig von seinen Inhalten – ist er mir viel zu laut.

    „Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr «arisch» weiss, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen.“
    (Archiv „hagalil“, 7/2006)

    Bin in keiner Weise mehr bereit, auch nur ein einziges Wort aus der Matrix zu übernehmen, innerhalb der so ein Feind unseres Landes, unseres Volkes und unseres Europas hofiert wird.
    Wenn Broder die Uhrzeit angibt, dann gucke ich auf meiner Uhr nach.

    Wer bitte sind diese „Semiten“? Wir tragen auch keine Zylinder mehr. Warum sind wir bereit, so einen uralten Begriff von Wílhelm Marr anzuerkennen?
    Falls es um Feindschaft gegen den Judaismus geht: Warum darf das als Meinungsäußerung nicht geduldet werden wie eine Meinungsäußerung gegen andere Gruppenimperialismen auch?
    Falls es aber um behauptete Feindschaft gegen DIE Juden geht:
    Wie viele Juden mag ein solcher Delinquent dann nicht, daß man ihn einen Gegner DER Juden schlechthin schimpfen darf?
    Hier stellt sich die gleiche Frage, wie bei anderen humanistischen Kampfbegriffe auch, bei „Menschen“verachtung, „Frauenfeindlichkeit“, „Schwulen“feindlichkeit.

    Ich finde es judenfeindlich, wenn Broder oder sonstwer, der diesem Volke angehört, instrumentalisiert wird, um darauf dann ein ganz anderes Süppchen zu kochen.

    Wenn ich hier keine Millionen Araber wohnen haben möchte, dann kann ich auch sagen: ICH möchte das nicht. Dazu brauche ich einen erklärten Feind meines Landes und meines Volkes nicht.

  28. Eben habe ich nach dem Begriff „Glimpfwort“ gegoogelt – bekanntlich eine schöne Verdeutschung für „Euphemismus“. Dabei stieß ich auf folgende Geschichte von Johann Peter Hebel, die, finde ich, hier ganz gut in den Zusammenhang paßt. (Als Leser des 21. Jahrhunderts frage ich: War Hebel ein Antisemit? Oder ein Philosemit? Oder nur im Sinne Heinz Erhardts ein Schelm?)

    Ich zitiere:

    Glimpf geht über Schimpf (1813)

    Ein Hebräer, aus dem Sundgau, ging jede Woche einmal in seinen Geschäften durch ein gewisses Dorf. Jede Woche einmal riefen ihm die mutwilligen Büblein durch das ganze Dorf nach: „Jud! Jud! Judenmauschel!“ Der Hebräer dachte: Was soll ich tun? Schimpf ich wieder, schimpfen sie ärger, werf ich einen, werfen mich zwanzig. Aber eines Tages brachte er viele neugeprägte, weißgekochte Baselrappen mit, wovon fünf soviel sind als zwei Kreuzer, und schenkte jedem Büblein, das ihm zurief: „Judenmauschel!“ einen Rappen. Als er wiederkam, standen alle Kinder auf der Gasse: „Jud! Jud! Judenmauschel! Schaulem leckem!“ Jedes bekam einen Rappen, und so noch etliche Mal, und die Kinder freuten sich von einer Woche auf die andere und fingen fast an den gutherzigen Juden liebzugewinnen. Auf einmal aber sagte er: „Kinder, jetzt kann ich euch nichts mehr geben, so gern ich möchte, denn es kommt mir zu oft und euer sind zuviel.“ Da wurden sie ganz betrübt, so daß einigen das Wasser in die Augen kam, und sagten: „Wenn Ihr uns nichts mehr gebt, so sagen wir auch nicht mehr Judenmauschel“ Der Hebräer sagte. „Ich muß mir’s gefallen lassen. Zwingen kann ich euch nicht.“ Also gab er ihnen von der Stund an keine Rappen mehr und von der Stund an ließen sie ihn ruhig durch das Dorf gehen.

    Zitat Ende.

  29. Couperinist

    Also mit dieser extremen Fixierung einiger sich als besonders „gut“ verstehender deutscher Intellektuellen auf Israel, hat Broder recht ! Was soll das ewige Getue um den Palästinakonflikt ? Der ist nicht mal dort mehr die treibende Kraft, vielmehr der kalte Krieg zwischen Iran und Saudi-Arabien/ Schiiten und Sunniten.

    Warum fiel Augstein nichts Vergleichbares zum Sudan ein, zu Tschetschenien, Kaschmir, Syrien jetzt ? Das waren/ sind tlw. viel dramatischere Konflikte. Nein, immer gehts um Israel, ie bei einer Obsession.

    Ich will Broders nervende Selbstgerechtigkeit gar nicht verteidigen, aber da hat er nicht so unrecht. Das ständige Hadern mit Israel, für das dieser Augstein steht, kann ich nicht nachvollziehen und mir nur mit einem Knacks in der Hinsicht erkären.

  30. Gottfried

    @ Kurt Schumacher

    „Als Leser des 21. Jahrhunderts frage ich: War Hebel ein Antisemit? Oder ein Philosemit?“

    So ist es schön brav.

    Fragen Sie sich auch, wenn Äußerungen über mongolide Völker (Koreaner, Japaner, Chinesen usw.) oder Angehörige mongolider Völker fallen, ob das philo- oder antimongolid ist?

  31. Niedersachse

    Lieber Herr Kubitschek,

    ich befürchte, dass die Veröffentlichung dieses Bandes keine gute Entscheidung ist. Zunächst einmal erschließt sich mir der Sinn nicht, warum sich der Autor gerade Henryk M. Broder zur publizistischen Zielscheibe auserkoren hat. Da hätte es lohnendere publizistische Angriffsiele gegeben, anstatt völlig unnötig eine neue Front aufzmachen. Hat Broder in letzter Zeit etwa die Sezession oder das IfS angegriffen oder nicht etwa Augstein jr. und Ken Jebsen? Und letztgenannte durchaus zu Recht. Augsteins Positionen zu Israel haben den Boden sachgerechter Kritik längst verlassen und sind durch Unfairness, Parteilichkeit und Hass gekennzeichnet. Er behandelt die Israelthematik genauso, wie er und seinesgleichen mit der demokratischen Rechten umgehen. Tut mir leid, aber mit Augstein empfinde ich keinerlei Solidarität. Und wer ist Ken Jebsen? Ein anständiger deutscher Patriot oder ein im Zweifel linksstehender Verschwörungstheoretiker?

    Am Ende wird man gegen Kubitschek & Co die Antisemistimuskeule schwingen, fürchte ich. Und zwar werden es genau jene linken „israelkritischen“ Nationalstaatszerstörer vom Schlage eines Augstein sein, die hier gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz genommen werden. Wozu soll dieser Beitrag zur Selbstdemontage gut sein?

    Gibt es zudem nicht dringendere Probleme, denen sich Konservative widmen sollten (Energie-/“Klimaschutz“-Politik, Europäisierungswahn, Genderpolitik, Ausländerkriminalität, Demografieproblem, Bildungspolitik, politische Handlungsspielräume für Konservative)?

    Sicher, es gibt einzelne Äußerungen von Herrn Broder, die ich nicht teile, und gelegentlich schimmert seine politische Herkunft aus dem antideutschen Lager durch. Dem stehen aber auch viel Positives gegenüber. Broder und seine Achse des Guten kritisieren die Klimawandelhysterie und die verfehlte Energiepolitik, die Eurorettungspolitik und die Gewaltkriminalität von moslimischen Einwanderern. Dafür hat man ihn sogar von linker Seite als Stichwortgeber von Breivik hingestellt. Unlängst hat Broder zudem höchstselbst die europäische Integrationspolitik deutlich kritisiert, die auf die Abschaffung der Nationalstaaten und der politischen Handlungsfreiheit abzielt. Dass er Israel gegen unfaire Berichterstattung verteidigt, finde ich nicht unsympathisch.

    Soll dieses Büchlein nun der Dank dafür sein, dass Broder der Blauen Narzisse ein Interview gegeben hat und unlängst ein Beitrag der Jungen Freiheit (mit positiver Bezugnahme) auf der Achse des Guten verlinkt wurde? Im übrigen stört mich die israelfeindliche Haltung einzelner Rechtsintellektueller (Sie, Herr Kubitschek, können sich vermutlich denken, welchen Ihrer Autoren ich speziell meine). Glauben Sie mir, es bringt der Rechten keinerlei Nutzen, wenn sie sich am Antizionismus der Linken ein Beispiel nimmt.

    Schade, schade. Dabei leisten Sie insgesamt eine gute Arbeit. Den Kaplaken-Band von Manfred Kleine-Hartlage „Warum ich kein Linker mehr bin“ z.B. habe ich mit Gewinn gelesen.

  32. Realist

    Vergeßt Auschwitz – ein Buch so zu betiteln und es dann de facto mit dem Fazit enden zu lassen, nur wer uneingeschränkte Solidarität mit Israel übe, sei wirklich frei vom Makel des Antisemitismus – diese intellektuelle Blutgrätsche ist in Intention und Ausführung so vulgär, daß Ignoranz die einzig konsequente Haltung dazu sein kann. Jede Re-Aktion würde hier nur einen taktischen Vorteil für den Gegner bedeuten. Eine ebenso perfide wie geniale Waffe, die Broder da in Stellung gebracht hat, in der Tat.

    Nun hat er sie das erste Mal abgefeuert, auf einen offensichtlich arglosen Gegner, wie die beschriebene „Irritation des deutschen Feuilletons“ eindrucksvoll dokumentiert.

    Augstein ist jedoch nur ein willkürlich gewähltes Bauernopfer. Letztendlich hätte es jede exponierte Person sein können, welche die Dummheit beging, den Kopf aus dem Schützengraben des gesamtgesellschaftlichen Konsens der Kollektivschuld zu stecken. Letztendlich agiert er wie ein Scharfschütze, der zwar objektiv gesehen wenig Schaden anrichten kann, jedoch durch die demoralisierende Androhung der Exekution aus dem Hinterhalt in der Lage ist, ein ganzes Bataillon niederzuhalten. „Schön den Kopf zwischen den Knien behalten“ ist die unmissverständliche Botschaft, der Erhalt weiteren Geldes und weiterer U-Boote das Ziel.

    Nur läßt mich Scholdts Untertitel „Sind wir immer noch Antisemiten?“ befürchten, daß etlichen Zeitgenossen der Kopf bereits auf Höhe des Gemächts angewachsen ist.

  33. Unke

    Man könnte Henryk M. Broder zum nächsten Zwischentag vorladen

    (Kurt Schumacher, Freitag, 4. Januar 2013, 14:36)
    .
    Oh ja, bittebitte!

    Ist die Anfrage schon draußen??

  34. nino

    „Am Ende wird man gegen Kubitschek & Co die Antisemistimuskeule schwingen, fürchte ich.“

    Und das entwertet dann alles was die Sezessionisten je sagten oder schrieben? Wird dann jegliche Analyse eines Kubitschek falsch?

    Broder hat doch die Front gegen Leute wie die Sezessionisten schon lange eröffnet. Warum diese Angst?

    „Dem stehen aber auch viel Positives gegenüber. Broder und seine Achse des Guten kritisieren die Klimawandelhysterie und die verfehlte Energiepolitik, die Eurorettungspolitik und die Gewaltkriminalität von moslimischen Einwanderern.“

    Und jetzt? Muss man Broder applaudieren weil er sich einen eher unblutigen Untergang des Abendlandes wünscht, der sich bitte nur ethnisch und kulturell vollziehen soll, nicht aber auf wirtschaftlicher Ebene?

  35. Meyer

    Würde man wesentliche Strukturentscheidungen Israels auf die Bundesrepublik übertragen, fände sich ein Broder hier im Status eines Palästinensers wieder.

    Diese Strukturentscheidungen für Israel abzulehnen, beantwortet er mit einem „Antisemitismus“-Vorwurf. Den gleichen Vorwurf würde man sich einhandeln, wenn man dieselbe Strukturentscheidung für Deutschland verlangte.

    Das ist nicht nur pervers. Das ist schlichtweg saudumm, weil es so durchsichtig verlogen ist oder es ist einfach nur saudumm.

    Israel ist nach Merkel angeblich bundesrepublikanische Staatsraison, ohne daß etwa Deutschland israelische Staatsraison wäre. Bis dahin ist das lediglich lächerlich. Tragisch ist, daß Deutschland offensichtlich kein Gegenstand der bundesrepublikanischen Staatsraison darstellt. Wäre dies anders, wäre Israel im gleichen Atemzug auch kein Gegenstand deutscher Staatsraison mehr. Wozu auch? Damit ein Broder nicht „Haltet den Antisemiten!“ ruft? Wer gibt denn darauf einen Furz?

  36. @ Gottfried

    Meine Fragen über Hebel waren selbstverständlich sarkastisch gemeint! Als eine direkte Replik auf den Untertitel von Professor Scholdts neuen Band der kaplaken (siehe weiter oben).

  37. Gottfried

    @ Niedersachse

    „Ein anständiger deutscher Patriot oder ein im Zweifel linksstehender Verschwörungstheoretiker?“

    Nur mal zur Sicherheit, um vor dem weiteren Diskurs hier die Begrifflichkeit zu klären:

    „Verschwörungstheoretiker“, sind das ganz allgemein solche Personenkreise, die behaupten, daß für die Öffentlichkeit bedeutsame Entscheidungen und daraus folgende Handlungen nicht immer öffentlich vorher angekündigt werden?
    Die zum Beispiel etwas von vermeintlichen „Insider“-Geschäften an der Börse unken, von gesetzlich nicht erlaubten Preisabsprachen zwischen Großunternehmen, von geheimen Treffen organisierter Kriminalität, Seilschaften innerhalb von Parteien oder Großunternehmungen, die das offene Prinzip solcher Organisation konterkarieren?
    Oder gar von Einflußnahme eines gesellschaftlichen Bereiches wie z.B. Finanzwesen auf einen gänzlich anderen gesellschaftlichen Bereich wie z.B. Politik, so daß möglicherweise durch den zu engen Kontakt von einflußreichen Finanzmenschen zur Politik das eigentliche Ziel selbiger, das Anstreben des Gemeinwohles der Polis, nicht mehr – oder nicht mehr hinreichend – angesteuert werden kann?

  38. Gottfried

    @ Niedersachse

    „gelegentlich schimmert seine politische Herkunft aus dem antideutschen Lager durch.“

    „Abdel-Samed: “Die deutsche Angst ist eine Angst vor Veränderung. Hier ist so lange nichts passiert, dass die Menschen die statische Gesellschaft für das Maß aller Dinge halten.“ Broder: ‚“Da geh ich mit. Das ist auch meine einzige Kritik an Thilo Sarrazin, dass er auf dieser Panikwelle mitschwimmt. Deutschland schafft sich ab. Na und? Gesellschaften schaffen sich öfter mal ab und nicht zwangsläufig zu ihrem Nachteil.”

    Mei, dann kommt halt irgendetwas anderes, wenn es unser deutsches Vaterland bald nicht mehr gibt.
    Man muß ja auch nicht alles immer gleich auf die Goldwaage legen.

  39. Irrlicht

    @Niedersachse
    Sie befürchten, die scharf geladene Antisemitismuswaffe, mit der Broder seit geraumer Zeit gestikuliert, könnte nach Augstein die Sezessionisten treffen? Sie kann grundsätzlich jeden treffen, den Frontverlauf gibt er selbst vor. Seine Ansichten über Deutsche sind spätestens seit seiner Schrift „Der ewige Antisemit“ bekannt und seitdem unverändert. Im November des letzten Jahres äußerte er sich auf der „Achse des Guten“ folgendermaßen: „Die Deutschen haben wieder zur Normalität gegenüber den Juden zurück gefunden. Und diese Normalität ist antisemitisch.“

  40. Kiki

    War es Dimitrij, war es Iwan Karamasow, den der große Fjodor Michailowitsch das unsterbliche (weil immer auf solche unappetitlichen Akteure zutreffende) Wort sprechen ließ: „Ein Ungeziefer vertilgt das andere.“?

    Mehr ist zum hier angesprochenen Semit-Anitsemitgerangel nicht zu sagen.

    Wer ein Büchelchen dazu veröffentlich möchte, bitte sehr, aber ob man seine knapp bemessene Lebens- und Lesezeit auf die Letüre des nämlichen verwenden sollte, bezweifele ich.

  41. nino

    „Die Deutschen haben wieder zur Normalität gegenüber den Juden zurück gefunden. Und diese Normalität ist antisemitisch.“

    Wäre dem so, hätte Broder in diesem Land nichts zu melden. Ist dem so und Broder darf doch schreiben was er will, dann haben die Deutschen in diesem Land nichts zu melden.

  42. Niedersachse

    @nino
    Nein, natürlich wird dadurch nicht alles falsch. Aber es bleibt bei solchen Anwürfen immer was hängen, was letztlich einen negativen Effekt haben kann, sodass die Möglichkeiten, auf den öffentlichen Diskurs einzuwirken, sich verschlechtern können. Zumal Sezession und IfS keine auch annähernd so starke Position auf dem „Meinungsmarkt“ haben wie der Spiegel. Augstein kann es sich leisten, Broder zum Feind zu haben.

    Und ein weiteres Mal nein. Man muss Broder nicht zu allem applaudieren. Ich habe ja bereits angedeutet, dass ich nicht alles gut finde, ja teilweise ablehne, was er von sich gibt. Und Broder hantiert viel mit Polemik. Das geht manchem auf die Nerven. Aber dennoch halte ich es für falsch, gerade Broder aufs Korn zu nehmen. Ignoriert ihn doch besser. Nicht Broder, sondern einige seiner antideutschen Bekannten wie z.B. Samuel Salzborn und Clemens Heni hätte man ins Visiier nehmen sollen.

    @Irrlicht
    Ich glaube nicht, dass sich Broder von sich aus die Sezessionisten vorgeknöpft hätte. Aber ein solches Buch – verbunden mit einigen sehr israelkritischen bis -feindlichen Kommentaren auf dieser Seite – kann natürlich als Einladung aufgefaßt werden.

    Ja, solche Zitate von Broder sind mir bekannt. Man darf sie aber weder auf die Goldwaage legen noch aus dem Kontext reißen. Sie fallen ja in der Regel dann, wenn er ganz konkrete Personen, die gesellschaftlich fest etabliert sind, kritisiert. Und ich bin überzeugt, er würde sich damit zurückhalten, wenn er nicht den Eindruck hätte, dass die Mehrheit der Deutschen eine sehr distanzierte bis feindliche Haltung gegenüber Israel einnähme.

    Broder ist heute nicht mehr ganz so links wie er früher einmal war. Mit solchen unnötigen Angriffen treibt man ihn aber ins radikal-linke Lager zurück. Sicher, ein Rechter ist er nach wie vor nicht. Aber man muss auch nicht Neutrale zu Feinden machen, wenn sich das vermeiden läßt. Nicht Broder, sondern die Hardcore-Antideutschen, die Europafanatiker und die grünen Gutmenschen aller Parteien sind die eigentliche Herausforderung.

    Und wozu das ganze? Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass von Augstein und Konsorten jemand der Sezession oder dem IfS beispringt, bloß weil einige Sezessionisten Augstein gegen Broder und das SWC in Schutz genommen haben. So naiv kann doch keiner sein.

    Hinzu kommt, dass Broder trotz mancher kritikwürdiger Äußerungen keine Schlüsselfigur für all das ist, was in diesem Land falsch läuft. Es sind andere, die man ins Visier nehmen und publizistisch angreifen sollte.

    Und eines zum Schluß: Ich halte es für grundlegend falsch, wenn sich die deutsche Rechte auf dem Feld der Israelkritik meint zu profilieren zu müssen. Das bringt für den Kampf um Identität, Nationalstaatlichkeit und Souveränität nichts ein. Die Linke, auch und gerade die antizionistische Linke, wird das ausnutzen, um die Rechte des Antisemitismus zu bezichtigen. Man darf hier nicht auf Querfronteffekte hoffen, sondern muß sich vielmehr bewußt sein, daß die Linke mit doppelten Standards arbeitet.

  43. Gottfried

    @ Kurt Schumacher

    „Meine Fragen über Hebel waren selbstverständlich sarkastisch gemeint!“

    So habe ich sie auch gelesen.

    Trotzdem finde ich die Überlegung sehr wichtig, wie wir diese vorgegebene Matrix verlassen können.
    Broder ist innerhalb der Spaß- und Pornographiematrix der BUNTEN Medien fest etabliert.

    Er gibt ein unerträgliches Statement ab, man solle die Gedenkstätte zum KL in Owiecim vergessen. Er lügt wie gedruckt, seine Absicht ist es nämlich, den Strahlungsradius dieser religiösen Stätte auszuweiten. Zugleich betreibt Broder permanent das, was er für Spaß hält bzw. als solchen vorgibt.

    Eine der Vernebelungstaktiken der rabulistischen Berufsgaukler schlechthin: Die Verweigerung einer verbindlichen und kommoden Ebene, Allerernstestes und Plöhdestes wird zu einem ungenießbaren Brei vermengt.

    Für mich als unter der Frisur eigentlich recht gut durchbluteter Leser ist es ein UNERTRÄGLICH lautes Geschrei, was Broder von sich gibt. Er hatte auch schon vor Jahren keinen Sinn für die Nuance. Da ist einfach keine Feinmotorik vorhanden, ein nur schlecht verborgener Suprematismus, der ihn wohl auch nicht bewegt, an sich zu arbeiten.
    Mit diversen Prozessen pflegt er desöfteren vor Gericht nachzusorgen, wenn etwas nicht in seinem Sinne verläuft.

    M.E. wäre es taktisch verkehrt, in Konfrontation mit Broder zu scherzen, ironisieren usw., weil man dann seine Vorgabe bedient und bestärkt. Auch wäre es verkehrt, Ihn zu ignorieren, er ist ein wichtiges Symbol bestimmter Machtverhältnisse.

    Übrigens geht es nicht um deutsche Schuld. Es geht um indogermanische Schuld und da läuft etwas sehr viel verkehrter, als die allermeisten denken. In England oder Schweden ist die Situation noch viel schlimmer als bei uns.
    Trotzdem ist, auch für die Schweden, als letzter moralischer Bezugspunkt der medial daueraufbereitete NASO Schicklgruber (gest. 1945) der Leibhaftige dieses religiösen Unterdrückungssystems, das ganz genau deshalb so gut funktioniert, WEIL es dermaßen IRRSINNIG wie zutiefst perfide ist.
    Der Spießer glaubt immer, wenn er betrogen wird, daß der Betrüger ein gewisses Raffinement aufbringen muß. Das ist ein Irrtum. Der Spießer prüft das Kleingedruckte, derweil schlägt ihm der Betrüger unvermittelt in den Magen, bildlich ausgemalt.
    Broder hat dieses Niveau, das unterhalb der geistigen Anflughöhe liegt, die man eigentlich vom Gegner erwartet, wenn man sich auf einen Fechtkampf einlassen will. Und genau das macht es so schwierig.

    Nun geht das Spiel weiter wie beim „Hasen und dem Igel“. Der unangreifbare Clown kann mit seiner Rolle als Entertainer kontern, man muß also mit dem zweitschlimmsten Vorwurf rechnen, humorlos zu sein.

    Würde Broder persönlich begegnen mit dem Eingeständnis, absolut – wie bei angeborener Farbenblindheit – einfach keinerlei Humor zu besitzen, die einfachsten Scherze nicht verstehen zu können. Und dann ganz dröge Punkt für Punkt seiner Aussagen angehen.

  44. Couperinist

    Warum sollte man gegen die Sezession die Antisemitenkeule schwingen ? Das Gute ist ja, dass man sich hier, anders als bei Jakob Augstein, ganz aus dem heraushält, warum „die Völker, drunten weit in der Türkei aufeinander schlagen“. An unserer deutschen Misere sind keine Juden, Moslems schuld, sondern wir selbst.

  45. @ Niedersachse

    „Broder und seine Achse des Guten kritisieren die Klimawandelhysterie und die verfehlte Energiepolitik, die Eurorettungspolitik und die Gewaltkriminalität von moslimischen Einwanderern.“

    Dieses „brauchbare“ im „Achgut-Blog“ (darauf hat auch schon Frau Unke weiter oben hingewiesen) stammt meist nicht von Broder, sondern von anderen.

    „Sein Blog (die Achse des Juten) finde ich gar nicht einmal so schlecht; unsägliche Figuren wie Hannes Stein (dieselbe Fakultät wie Broder; wohnt, übrigens, passenderweise in Brooklyn) oder Dr. (ganz wichtig!) Wolfgang Weimar werden durch erfrischende Autoren wie Wolfgang Röhl oder fleißige Aufklärer wie Benny Peiser aufgewogen.“

    „Im übrigen stört mich die israelfeindliche Haltung einzelner Rechtsintellektueller (Sie, Herr Kubitschek, können sich vermutlich denken, welchen Ihrer Autoren ich speziell meine). Glauben Sie mir, es bringt der Rechten keinerlei Nutzen, wenn sie sich am Antizionismus der Linken ein Beispiel nimmt.“

    „Rechts“ und „Links“ hilft auch in dieser Frage mal wieder nicht unbedingt weiter. Sowohl auf „rechter“ als auch auf „linker“ Seite gibt es einerseits „Antizionisten“, wie auch andererseits erklärte Israel-Fans, die meist auch mehr oder weniger große USA-Freunde sind und von den Grünen, der SPD, Teilen der Linkspartei und dem linksliberalen Mainstream auf Seiten der „Linken“ bis hin zu CDU/CSU, FDP, Springer-Presse, PI-News und den „Pro“-Parteien auf Seiten der sog. „Mitte“, der „Konservativen“ bzw. der „Rechten“ reichen.
    Hier bei der „Sezession“ habe ich erfreulicherweise BEIDES nicht angetroffen, und auch die JUNGE FREIHEIT bemüht sich, soweit ich das überblicke, beides möglichst zu vermeiden.

  46. Gottfried

    @ Niedersachsen

    „Man muss Broder nicht zu allem applaudieren.“

    Gibt es an diesem unsäglichen vulgären Rassisten denn IRGENDETWAS, was ihn auch nur geringfügigst exculpiert?

    „Zumal Sezession und IfS keine auch annähernd so starke Position auf dem „Meinungsmarkt“ haben wie der Spiegel. Augstein kann es sich leisten, Broder zum Feind zu haben.“

    Zentralrat befiehl, wir folgen dir! Wenn in mein Haus gewaltsam ein Zuhälterring eindringt, dann gibt es unter diesen pöhsen Buben immer noch bedrohlicher erscheinene Gestalten und weniger schreckenerregende.

    Der Defätist ist hier dann gleich am „Differenzieren“. Seelenforscher haben dieses Wegrationalisieren der Selbstaufgabe bereits vor längerem als „Stockholmsyndrom“ klassifiziert.

  47. nino

    „Nicht Broder, sondern einige seiner antideutschen Bekannten wie z.B. Samuel Salzborn und Clemens Heni hätte man ins Visiier nehmen sollen.“

    Broder ist antideutsch, ja antieuropäisch. Was genau verstehen sie an seiner Aussage nicht, wenn er sagt, er fände es gut, wenn Europas Völker vernichtet werden? Respektive, immer bunter werden, wie er sich so euphemistisch auszudrücken weiss. Dass er trotz solchen Aussagen bei einigen Konservativen noch auf einem Sockel steht, wäre Grund genug, ein Büchlein über ihn zu schreiben.
    Broder gebraucht ja den Antisemitismusvorwurf inflationär. Soll ihn das nun auch noch vor Kritik schützen?

    Ich werde auf alle Fälle mal einen Blick in das Büchlein werfen. Dann, aber erst dann, kann man auch ein Urteil darüber abgeben.

  48. so, diskussion ist geschlossen.
    dank und gruß!
    götz kubitschek

  49. Jürgen

    Scholdt hat absolut recht. Broder ist von einem guten Journalisten zum Schatten seiner selbst verkommen. Das muss die Altersdemenz sein. Ganz gut getroffen hat es http://moslaemm.blogspot.com/2013/01/das-sterbende-entlein-henryk-m-broder.html mit seiner Kritik. Ich hab mich beim Lesen weggeschmissen.

Diskussion geschlossen. :-)

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