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kositza Ellen Kositza


Wer gehört abgetrieben?

49pdf der Druckfassung aus Sezession 49 / August 2012

Wieviel Unbill, Leid und Mißstand gibt es in unserem Land! Cybermobbing, Altersarmut, Trunksucht, Feinstaub, Schulabbrecher, Verkehrstote, AIDS, Diskriminierung von Frauen, Rentnern, Vätern, transidenten Menschen, Schwermehrfachbehinderten. In den allermeisten Fällen, selbst wo es absolute Minderheitenphänomene betrifft, nehmen unsere Leitmedien ihre Funktion als Berichterstatter und Wächter recht ordentlich wahr. Man schreibt empathische Reportagen, man beklagt Zustände, man prangert an. Mit einer bedeutenden Ausnahme: Die gemeine Abtreibung.

„Gemein“ meint hier die „gewöhnliche“, ordinäre Abtreibung. Daneben gibt es freilich Abtreibungen, denen nach medial vermitteltem Empfinden durchaus eine gewisse Skandalträchtigkeit beigemessen wird: Zwangsabtreibungen in China, Mädchenabtreibungen in Indien, die hiesigen (vergleichsweise spärlichen) Spätabtreibungen aufgrund schwerwiegender Behinderungen sowie die meist kraß ausgeleuchteten und als „roh und unvorstellbar“ vorgeführten Fälle nachgeburtlicher Abtreibung, die dann endlich das offiziell-grausame Logo „Kindsmord“ verdienen.

Rund 29.000 Frauen haben hierzulande im ersten Quartal 2012 eine „ordnungsgemäße“, das heißt statistisch überhaupt erfaßte Abtreibung durchführen lassen, ein geringfügiger Anstieg ist zu verzeichnen. Wenn „es“ so weitergeht, sind das wieder um die 120.000 „Wegmachungen“ aufs Jahr gerechnet, runtergerechnet also etwa 450 pro Werktag. Über die Dunkelziffer wissen wir, typisch für Dunkelziffern, wenig. Vor Jahren ging das Statistische Bundesamt davon aus, daß es de facto rund 60% mehr seien. Anders als es absolute Zahlen suggerieren, ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Vergleich auf die jeweils jährlichen Lebendgeburten seit Jahren leicht im Steigen begriffen.

In der veröffentlichten Lebenswelt ist das gelegentlich eine Randspalte wert. Mehr nicht. Gab es je in den letzten Jahren einen Großartikel in den Leitmedien, gar eine Debatte über das Elend der alltäglichen Abtreibung? Mir wäre dergleichen entgangen. Abtreibung ist ein Tabuthema, das seinesgleichen sucht.

Unter den Tisch fallen dabei nicht nur all die menschlichen Resultate der sogenannten körperlichen Liebe, sondern auch das Leid, das sich oft genug (zuverlässige Zahlen fehlen naturgemäß) an die Sohlen derer heftet, die abgetrieben, eine Abtreibung zugelassen oder nahegelegt haben. Seit der triumphale Schlußstrich-Gestus der „Wir haben abgetrieben!“-Kampagne von 1971 einschlug wie eine Bombe, gilt das reproduktive Selbstbestimmungsrecht der Frau als sakrosankt.

Koste es, was es wolle: für die Abgetriebenen das Leben, für die Entschwängerte und für Paare häufig das Glück, für die solidarisch finanzierten Kassen (die den Abbruch in den allermeisten Fällen tragen) konkret rund 450 Euro pro „Fall“, freilich exklusive „Vor- und Nachsorge“.

Die spärlichen Grüppchen, die sich heute und hierzulande als vitale Lobby der notsuchenden Frauen und ihrer (darf man solch ein krasses Wort schreiben?) Leibesfrucht begreifen, kämpfen auf einsamem Posten. Wenn es auch eine Mehrheit der Frauen gibt, die eine Abtreibungslösung für sich strikt ablehnen würden: Die, die „das Kind beim Namen nennen“ und schwangere Frauen zur (oft erneuten) Mutterschaft ermutigen wollen, erhalten keine Stimme. Sie sitzen nicht in Talkshows, können keine Artikel in relevanten Zeitungen veröffentlichen, ihre Bemühungen um ungewollt schwangere Frauen versanden in Nischen, auf Internetforen, in Stiftungen und Vereinen, die nur einen Bruchteil der Hilfesuchenden erreichen.

Bei 1000 plus,  einer enorm agilen und unterstützungswerten Schwangerenberatung, schrieben sie einmal sinngemäß: Im Grunde will keine Frau abtreiben. Sie hat nur keine andere Lösung gefunden. Ich halte dieses Diktum nicht für suggestiv, sondern für wahr.

Es gilt: Einer Frau, in deren Lebensplan das sich ankündigende Kind vorerst keinen Platz hat, darf nicht „reingeredet“ werden, und sei es in wohlwollendster Weise. Eine andere als wohlwollende Hilfestellung ist mir von keiner einzigen deutschen Lebensrecht-Bewegung bekannt, es gibt – anders als etwa in den USA – hier keine Lebensschützer, die abtreibungswillige Frauen bedrohen, beschimpfen oder auch nur verächtlich machen.

Daß der umgekehrte Weg – die vulgäre Schmähung von Lebensrechtlern – sogar mit genußvoller Polemik begangen werden kann, auf prominentem Podium, durfte zuletzt eine haßerfüllt-frustrierte Sibylle Berg auf spiegel-online vorführen. Die Berg schrieb sich hier in Rage über eine „wackere Frau mit Schüttelfrisur“ (gemeint: ein dämliches Muttchen, extrem unsexy), die mit ihren Kindern in aufrüttelnder Absicht an einem „Marsch fürs Leben“ teilnahm. Ob man „jeden Furz“ (noch mal: es ging um Abtreibungen und den Mut, sich dagegen zu entscheiden) öffentlich machen müsse, fragte die schüttelfrisurfreie Schriftstellerin hämisch.

In Bergs trauriger Weltsicht „eiern“ diese quasi-perversen Lebensschützer also

„durch Deutschland und offenbaren mit ihren als Schutzschilde missbrauchten Kindern, die vielleicht nichts mehr wollen als angesichts der ockerfarbenen Mutter wieder in die Dunkelheit des Universums zu fliehen, das größte Missverständnis des Menschen.“

Weil die demonstrierende Mutter innerhalb einer kleinen Gruppe unterwegs war, sieht Berg „die Selbstgerechtigkeit des Einzelnen zur Pest“ werden, da

„sich aus ihm Gruppen ähnlich Denkender bilden. So entsteht jeder Dreck auf der Erde und der besonnene Mensch, der ab und zu kurz Luft holt, wenn er sich wieder einmal überlegen wähnt, denkt: Gebärt doch, ihr Bratzen! Lasst Kinder aus euch rausflutschen, dass es nur so kracht. (…) Aber tut es doch einfach still, und lasst andere Menschen mit eurem Hobby in Ruhe. Lasst andere die Pille nehmen, abtreiben, nicht gebären, es ist doch nicht euer verdammtes Problem. Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Erde weiter zu bevölkern, es gibt kein Grundrecht auf Lebensherstellung.“

Wenn es nun Hunderttausende wären, die Woche für Woche mit herausgekreischten Lebensrechtparolen durch die Städte zögen, stets direkt an Sibylle Bergs Haus vorbei, und Berg würde in einem Nischenorgan ihren Wutkrampf publizieren – man würde milde urteilen: Gut, diese Frau hat das vielleicht nötiger, als wir ahnen; soll sie es rauslassen, habt Mitleid, übt Nachsicht!

Im realen Fall allerdings gebührt das Mitleid nicht der kinderlos Krakeelenden, sondern denen, die im Stillen und mit bescheidener Wirksamkeit (immerhin!) das Unzeitgemäße und lebensbejahende tun, dem Gemeinschaftprojekt 1000plus mit seiner wirklich rührigen, dabei hochprofessionellen online-Beratung oder- unter spärlichen anderen ähnlich tapferen Projekten – dem Verein Durchblick und der Aktion Lebensrecht für Alle.

Letzere beiden Initiativen haben vergangenen Samstag mit einer Kundgebung in Memmingen auf die Abtreibungsnot aufmerksam gemacht: 1014 Paar Kinderschuhe wurden aufgestellt – so viele Ungeborene wurden allein in Bayern 2011 durchschnittlich pro Monat abgetrieben. Zwei Rednerinnen wagten den Tabubruch: Sie berichteten von ihren Abtreibungen und der schweren Not, in der sie sich hernach fanden.

Auch das muß man sich mal vorstellen: Das Post-Abortion-Syndrom ist in den medizinischen Diagnoseschemata nicht vorgesehen! Die gängigen Diagnose- undAbrechungsnummerlisten erfassen alle möglichen Befindlichkeitsstörungen (etwa psychosoziale Nöte aufgrund von Wohnungsproblemen oder schlicht antisoziales Verhalten), eine Depression in Folge von Tötung der eigenen Leibesfrucht hingegen gilt als Finte der Lebensschützer, die in Verdacht gestellt werden, den Frauen ein „schlechtes Gewissen“ erst einzureden.

Seit Karin Strucks furios unbeherrschtem Auftritt in einer Talkshow (1992 schleuderte sie in einer von „Stückzahlen“ sprechenden Angela Merkel ein volles Glas Wasser entgegen) ist es verdammt still geworden um das Elend der ganz alltäglichen Abtreibungen. Bizarr ist ganz nebenbei, daß solche zutiefst verlogenen Rechtsbeschlüsse in der BRD durchaus Jahrzehnte lang Bestand haben können, ohne daß sich einer muckt: Eine Abtreibung ist illegal, doch sie bleibt straffrei. Was ist das: Gönnerhaftigkeit, Duldertum oder feiste Bequemlichkeit?

42 Kommentare zu „Wer gehört abgetrieben?“

  1. Petra

    Auch im Lebensschutz, besonders beim Thema Abtreibung, versagt die CDU total.

  2. JeanJean

    Ja, die Stückzahl – in einem aktuellen Artikel der Huffingtton Post, weisen zwei Autoren auf die Gefahren hin, die entstehen wenn Lebensschützer den „Zellklumpen“ sprachlich zum Menschen machen.

    Gegenmittel müssen gefunden werden. Auf das Framing kommt es an.Planned Parenthood (bei uns Pro Familia!) bezeichnet Abtreibung als Gottesdienst – organisiert „Prayers for Abortion“, der Gaya Kult lässt grüßen,wie auch bei Berg, und nennt die Lebensschützer Menschenfeinde, die einen „Krieg gegen Frauen“ führen..

    Merkels Auftritt kannte ich bislang nicht – das erklärt einiges zur Handlungsweise dieser Frau und zu ihrer Beziehung zum Klimapapst Schellhuber…

    Ein schöner Artikel – wie immer!

    http://www.huffingtonpost.com/george-lakoff/birth-control-framing_b_1675759.html

  3. zentralwerkstatt

    Der historisch beispiellose Massenmord mit humanistischer Systematik und Semantik an den Wehrlosesten mit aufoktroyierter Erbschuld paßt schlicht zur BRD. Für „Linke“/Sozialisten gehört der Mord aus ‚guten Beweggründen‘ so zum politischen Programm wie die Quote.

    Die Schizophrenie der BRD-Turmsteher wird hier allzu deutlich. Die vor Bauklötzen in bester Lage bei Blitzlicht abgedrückten Krokodilstränen kullern dem Aufmarsch der Lilalaunebauchmegären als Freudentränen über die Befreiung der Frau entgegen. Ein Irrenhaus.

  4. Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Man müßte nur dafür sorgen, daß die §§ 218a ff. aus dem Strafgesetzbuch rausgenommen werden, die sehen nämlich eine weitgehende Straffreiheit beim Schwangerschaftsabbruch vor.
    Existierte der § 218a nicht, würde wieder der § 218 gelten, in dem es so schön heißt: „Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

  5. Ist Ihnen schonmal aufgefallen, daß Migrantenkinder NIE abgetrieben werden?

  6. Prätorianer

    Die Berg schrieb sich hier in Rage über eine „wackere Frau mit Schüttelfrisur“ (gemeint: ein dämliches Muttchen, extrem unsexy), die mit ihren Kindern in aufrüttelnder Absicht an einem „Marsch fürs Leben“ teilnahm.

    Nimmt so ein couragierter bundesdeutscher Wutbürger sein Kind (mehr als eines hat er ja in der Regel selten) allerdings mit auf eine „Bunt statt Braun“ Demonstration gegen diverse rechte Splittergruppen, gilt das freilich als besonders progressiv und demokratiepolitisch Frühkind-förderlich. AktionLebensrecht, 1000plus, Durchblick und wie diese kreuzbraven Vereine alle heißen mögen vertreten grundsätzlich essenzielle Anliegen, es fehlt aber bei diesen meißtens stark christlich geprägten Institutionen wie so oft die Militanz bzw. die nötige Durchschlagskraft, leider charakteristisch für das heutige Christentum und dessen Vertreter. Diskussionen um Abtreibungen generell finden heute kaum noch Erwähnung im öffentlichen Diskurs, bei der Pränataldiagnostik meldet sich aber plötzlich die gesamte Heuchlerbande zu Wort, und das wohlgemerkt obwohl 95 % der abgetriebenen Föten völlig gesund gewesen wären. Gutmenschen die mir irgendwas von hungernden Kindern in Afrika erzählen, entgegne ich da stets das in Afrika traurigerweise Kinder an Hunger sterben, in Europa dagegen werden diese bereits im Mutterleib zerstückelt.

  7. T-Bone

    Immer wenn ich vom Kinderschlachten und Abtreibungskult höre, frage ich mich, in welchen Institutionen, von welchen Akteuren, mit welcher Zielsetzung dieses für eine Gesellschaft suizidale Programm eigentlich erdacht wurde. Wo und von wem wird eigentlich der Zeitgeist destilliert, dessen grausige Essenz sich später in den entsprechenden Gesetzen widerspiegelt?!

  8. Unke

    Also ob (quasi-)staatliche Stellen tatsächlich systemisch ‚pro Abtreibung’ getrimmt sind, wie im Artikel insinuiert, wage ich zu bezweifeln. Schließlich lebt eine ganze Sozialindustrie von den sog. Alleinerziehenden.
    Zur Person Berg: diese armselige Figur wird völlig überbewertet. Die Tatsache dass sie ihren unreflektierten Auswurf im SPIEGEL verbreiten darf sollte nicht darüber hinwegtäuschen dass der faktische Einfluss dieser kinderlosen Klimakterierin gegen Null tendieren dürfte. Das Schöne am Internet ist ja, dass durch die geringen Kosten der Veröffentlichung (jeder kann ein Blog starten, z.B.) einerseits der Einfluss der etablierten Medien sinkt, sich jedoch anderseits jeder geäußerte Unsinn auch noch Jahre später einfachst aus den elektronischen Archiven hervorholen lässt. Wer weiß – vielleicht ist in 10 Jahren diese hormongeschüttelte Ossi-Tusse zu einer klerikalen Fundamentalistin mutiert und beglückt uns mit den aktuellen Weisheiten des opus dei?
    .
    Aber genug der Präliminarien. Persönlich finde ich die Möglichkeit der (de facto immer) straffreien Abtreibung prinzipiell richtig. Es ist zwar inkonsequent, einem gefühlsgesteuerten Wesen wie der Frau eine solche Entscheidung zuzubilligen (nun, sie dürfen -leider!- auch wählen oder selbstständig eine Wohnung anmieten etc. ;-), aber es gibt m. E.
    - klare Fälle (pränatal diagnostizierte Erbkrankheit, Vergewaltigung) in denen Abtreibung sogar ethisch geboten ist
    - tatsächlich den Punkt des ungewollten Kindes. Ich könnte über das gesellschaftliche Umfeld ganze Bücher verfassen (wer warum dem einen Kinder vergällt und sie beim anderen fördert etc), aber der Ansatz in den 60ern und 70ern war ja ein individueller; nämlich, ein Kind nur dann großziehen zu wollen wenn auch wenigstens halbwegs gewährleistet ist, dass man das auch zu akzeptablen Bedingungen tun kann. Sicherlich gibt es dazu eine ganze Reihe berechtigter Einwände(1); grundsätzlich jedoch manifestiert die geringe Geburtenzahl autochthoner DeutschInnen jedoch zuvörderst ein abgrundtiefes Misstrauen gegen den eigenen Staat bzw. gegen das System (der die Zukunft –die Zukunft unserer [überwiegend eben NICHT geborener!] Kinder!- verspielt).
    Im Grunde genommen ist es aber doch ganz einfach: die Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs resultierte aus millionenfacher persönlicher Erfahrung, dass man als Kind eben nicht erwünscht war. (Klingt hart? Wie wäre es mal mit einer kräftigen Prise Wirklichkeit?) Und das macht die klerikalen pro life- Gruppen zu unerträglichen Heuchlern.(2) (3)
    .
    Mir ist völlig klar dass solche Ansichten keineswegs Konsens sind. Für Konservative bin ich zu „liberal“ und wirtschaftsnah bzw. -präziser- Ökonomie-zentriert, für Libertäre zu „völkisch“.
    Mit dieser Gemengelage kann ich bestens leben.
    .
    In dem Artikel vermisse ich den Hinweis auf den Feminismus, bzw. dessen radikale VertreterInnen, die Femenazis.
    Kein einziges Wort darüber. Vielleicht mache ich mich damit bei der ein- oder anderen nicht sonderlich beliebt, aber die „Geburtenfrage“ (und ihre Lösung) liegt allein in den Händen der Frauen. Feminazitum und Gendergedöns –eine Abart/Unterart des ‚kulturellen Marxismus’, mithin tragende Säulen des Real Existierenden Sozialismus- sorgen mit ihrem Männerhass für ein fortpflanzungsfeindliches Klima.
    Persönlich hätte ich den Artikel von Grund auf anders aufgezogen; neben dem Feminismus kommen nämlich hier auch Männer (soviel ich weiß sind die mindestens bei Erzeugung des Nachwuchses beteiligt, oder?) nicht vor.
    (1) Der wichtigste Einwand ist wohl ein erkenntnistheoretischer: bis eine Frau in ganzem Umfang alle Aspekte des Kinderbekommens und –habens ermessen kann ist sie zu alt. Kinder lassen sich nun mal nicht über den intellektuellen Leisten schlagen, ein Kardinalfehler des Feminismus. Reproduktion und Erhalt eines Volkes finden immer(!) über tradierte Einstellungen/Werte statt; gehen diese verloren (und werden etwa durch Konstrukte –Aufklärung, französische Revolution, Hegelianismus und Bolschewismus lassen grüßen) führt dies zum Verschwinden des Volkes. Nationalismus und Eugenik ist sozusagen die (untaugliche) neocon- Antwort, wo wenigstens zunächst paläo-konservativ zu argumentieren wäre.

    (2) Die Entwicklung demographischer Aspekte ist nicht uninteressant. In unserem Kulturraum sind seit dem Spätmittelalter Phänomene der Überbevölkerung zu erkennen, beispielsweise in der „Verwurstung“ überzähliger Männer in Söldnerheeren oder als Auswanderer/ Kolonisatoren. Für die Entscheider in den Amtskirchen, sozusagen den Sozialklempnern jener Jahre, war ein ‚Bevölkerungsüberschuss‘ als verfügbare Schlagetots und Arbeitssklaven für die Feudalherrscher willkommen. (Lies nach bei Gunnar Heinsohn.) Deswegen seien sie als das bezeichnet was sie sind: kriminelles Pack (damals wie heute).

    (3) Das ist so ähnlich wie bei den Scheidungskritikern: Missbrauch bei Scheidungsfällen sollte nicht den Blick darauf verstellen, dass eine (rechtzeitig!) geschiedene Ehe besser ist als eine zerrüttete Ehe.

  9. Unke

    LEICHT KORRIGIERTE FASSUNG – BITTE DIESE HIER NEHMEN! DANKE!!
    ———————-
    Also ob (quasi-)staatliche Stellen tatsächlich systemisch ‚pro Abtreibung‘ getrimmt sind, wie im Artikel insinuiert, wage ich zu bezweifeln. Schließlich lebt eine ganze Sozialindustrie von den sog. Alleinerziehenden.
    Zur Person Berg: diese armselige Figur wird völlig überbewertet. Die Tatsache dass sie ihren unreflektierten Auswurf im SPIEGEL verbreiten darf sollte nicht darüber hinwegtäuschen dass der faktische Einfluss dieser kinderlosen Klimakterierin gegen Null tendieren dürfte. Das Schöne am Internet ist ja, dass durch die geringen Kosten der Veröffentlichung (jeder kann ein Blog starten, z.B.) einerseits der Einfluss der etablierten Medien sinkt, sich jedoch anderseits jeder geäußerte Unsinn auch noch Jahre später einfachst aus den elektronischen Archiven hervorholen lässt. Wer weiß – vielleicht ist in 10 Jahren diese hormongeschüttelte Ossi-Tusse zu einer klerikalen Fundamentalistin mutiert und beglückt uns mit den aktuellen Weisheiten des opus dei?
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    Aber genug der Präliminarien. Persönlich finde ich die Möglichkeit der (de facto immer) straffreien Abtreibung prinzipiell richtig. Es ist zwar inkonsequent, einem gefühlsgesteuerten Wesen wie der Frau eine solche Entscheidung zuzubilligen (nun, sie dürfen -leider!- auch wählen oder selbstständig eine Wohnung anmieten etc. ;-), aber es gibt m. E.
    - klare Fälle (pränatal diagnostizierte Erbkrankheit, Vergewaltigung) in denen Abtreibung sogar ethisch geboten ist
    - tatsächlich den Punkt des ungewollten Kindes. Ich könnte über das gesellschaftliche Umfeld ganze Bücher verfassen (wer warum dem einen Kinder vergällt und sie beim anderen fördert etc), aber der Ansatz in den 60ern und 70ern war ja ein individueller; nämlich, ein Kind nur dann großziehen zu wollen wenn auch wenigstens halbwegs gewährleistet ist, dass man das auch zu akzeptablen Bedingungen tun kann. Sicherlich gibt es dazu eine ganze Reihe berechtigter Einwände(1); grundsätzlich jedoch manifestiert die geringe Geburtenzahl autochthoner DeutschInnen jedoch zuvörderst ein abgrundtiefes Misstrauen gegen den eigenen Staat bzw. gegen das System (der die Zukunft –die Zukunft unserer [überwiegend eben NICHT geborener!] Kinder!- verspielt).
    Im Grunde genommen ist es aber doch ganz einfach: die Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs resultierte aus millionenfacher persönlicher Erfahrung, dass man als Kind eben nicht erwünscht war. (Klingt hart? Wie wäre es mal mit einer kräftigen Prise Wirklichkeit?) Und das macht die klerikalen pro life- Gruppen zu unerträglichen Heuchlern.(2) (3)
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    Mir ist völlig klar dass solche Ansichten keineswegs Konsens sind. Für Konservative bin ich zu „liberal“ und wirtschaftsnah bzw. -präziser- Ökonomie-zentriert, für Libertäre zu „völkisch“.
    Mit dieser Gemengelage kann ich bestens leben.
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    In dem Artikel vermisse ich den Hinweis auf den Feminismus, bzw. dessen radikale VertreterInnen, die Femenazis.
    Kein einziges Wort darüber. Vielleicht mache ich mich damit bei der ein- oder anderen nicht sonderlich beliebt, aber die „Geburtenfrage“ (und ihre Lösung) liegt allein in den Händen der Frauen. Feminazitum und Gendergedöns –eine Abart/Unterart des ‚kulturellen Marxismus‘, mithin tragende Säulen des Real Existierenden Sozialismus- sorgen mit ihrem Männerhass für ein fortpflanzungsfeindliches Klima.
    Persönlich hätte ich den Artikel von Grund auf anders aufgezogen; neben dem Feminismus kommen nämlich hier auch Männer (soviel ich weiß sind die mindestens bei Erzeugung des Nachwuchses beteiligt, oder?) nicht vor.

    (1) Der wichtigste Einwand ist wohl ein erkenntnistheoretischer: bis eine Frau in ganzem Umfang alle Aspekte des Kinderbekommens und –habens ermessen kann ist sie zu alt. Kinder lassen sich nun mal nicht über den intellektuellen Leisten schlagen, ein Kardinalfehler des Feminismus. Reproduktion und Erhalt eines Volkes finden immer(!) über tradierte Einstellungen/Werte statt; gehen diese verloren (und werden etwa durch Konstrukte ersetzt –Aufklärung, französische Revolution, Hegelianismus und Bolschewismus lassen grüßen) führt dies zum Verschwinden des Volkes. Nationalismus und Eugenik ist sozusagen die (untaugliche) neocon- Antwort, wo wenigstens zunächst paläo-konservativ zu argumentieren wäre.

    (2) Die Entwicklung demographischer Aspekte ist nicht uninteressant. In unserem Kulturraum sind seit dem Spätmittelalter Phänomene der Überbevölkerung zu erkennen, beispielsweise in der „Verwurstung“ überzähliger Männer in Söldnerheeren oder als Auswanderer/ Kolonisatoren. Für die Entscheider in den Amtskirchen, sozusagen den Sozialklempnern jener Jahre, war ein ‚Bevölkerungsüberschuss“ als verfügbare Schlagetots und Arbeitssklaven für die Feudalherrscher willkommen. (Lies nach bei Gunnar Heinsohn.) Deswegen seien sie als das bezeichnet was sie sind: kriminelles Pack (damals wie heute).

    (3) Das ist so ähnlich wie bei den Scheidungskritikern: Missbrauch bei Scheidungsfällen sollte nicht den Blick darauf verstellen, dass eine (rechtzeitig!) geschiedene Ehe besser ist als eine zerrüttete Ehe.

  10. erwalf

    Die sibylle-besonnenen Menschen und Stückzahldenker, heute in höchsten Ämtern und Ansehen, sprechen oder schreiben die wahre Sprache des Unmenschen. Aber ich denke, diese Leute sind wirklich nicht mehr in der Lage zu begreifen, zu verstehen, mit Emphatie nachzuvollziehen, worum es bei der sogenannten Abtreibung geht. Karin Struck war ja zunächst auch zeitgeistgerecht sozialisiert, hatte im modisch linken Millieu Karriere gemacht und abgetrieben, bis ihr die Augen aufgingen, sie sich für die Schutzlosesten einsetzte und eine mehrfache liebende Mutter wurde. Mit Dankbarkeit gedenke ich des Briefwechsels mit ihr und der Buchgeschenke, die sie mir machte, nachdem ich ihr nach einer Lesung ihres Buches – war es „Blaubarts Schatten“ oder „Ich sehe mein Kind im Traum“? – mit wenigen Worten zur Seite gesprungen war. Aber ich weiß auch um die echte Konfliktsituation, in der sich schwangere Frauen befinden können. Nicht jede Frau treibt so locker ab, gewiß die Wenigsten, wie es manch eine Schwarzer oder Berg suggeriert.

  11. Hesperiolus

    Welch unvordenklicher Grade des Absurden die Verwerfungen einer zeitgeistgesteuerten Gutmenschen-Moral fähig sind, körperliche Unversehrtheit wenige Tage vor oder nach dem großen „Flutsch“, zeigt auf dem Hintergrund der gradezu systemischen Abtreibungsziffern verblüffend die Skandalisierung religiöser Beschneidung. Kein Zweifel, daß ein post-zirkumzisives Trauma in Bälde klassifiziert werden wird.

  12. ulla

    Nun ja an einem Menschenmangel leidet der Planet ja nunmal nicht.
    Es sei denn man sieht die Sache rassisitisch.
    Wieso zahlt das denn die Krankenkasse?
    Das Symptom einer Krankheit?

  13. Lilo Müller

    Dass Abtreibungen einfach völlig OK sind, ist feministische Staatsdoktrin. Folglich haben die Medien jegliche potenziell kritische Haltung zu diesem Thema aufgegeben – wer hätte etwas anderes erwartet? Umso hässlicher, dass Beschneidungen jetzt auch Staatsdoktrin werden. Nicht etwa, weil das so schön feministisch wäre, sondern weil das Ausland uns sonst als „Komikernation“ betrachten könnte. In diesen Kontext des hellen Wahns passt die Hasspredigt von Frau Berg ganz hervorragend.

    Bloß: All diese Verrückten schreiben und reden komplett an der Lebenswirklichkeit vorbei. Das ist einerseits beruhigend, denn die Realität wird auch diese Ideologen einholen; andererseits ist es äußerst beunruhigend, weil all diese Positionen von bürgerfeindlichem Extremismus geprägt sind, der sich immer weiter steigert. Wohin noch?

  14. Lieber Kurt Schumacher:
    Nee, wie auch? Mir liegt gerade keine Namensliste derer vor, die abgetrieben haben. Indizien widersprechen jedenfalls Ihrer Vermutung. Einigermaßen assimilierte Migranten passen ihre Kinderzahl immerhin brav an die hier übliche an – was freilich nichts über Abtreibungen als deren Verhütung der Wahl aussagt. Aber in den aufwendigen Broschüren von 1000plus lassen sie immer wieder verzweifelt ratsuchende Mütter mit Mihigrund zu Wort kommen. Auch in dem Anti-Abtreibungsfilm „Maria und ihre Kinder“ sieht man dunkelhäutige Frauen /Paare in die Münchner Abtreibungsklinik spazieren. In viele Ländern, aus denen nach Deutschland eingewandert wird, sind Schwangerschaftabbrüche noch weitaus häufiger. Warum also glauben Sie, daß Migrantenkinder nicht abgetrieben werden?

  15. Schon länger besorgt

    Daß Abtreibungen so behandelt werden, als würde ein Tumor entfernt (was tatsächlich einzig und allein das Recht des betroffenen Menschen ist) und nicht eine gewissensbeladene Güterabwägung, erstaunt auch mich schon seit langem.
    Als besonders unangenehm erinnere ich mich an einen Filmausschnitt, der vor nicht allzu langer Zeit gesendet wurde, ein Ausschnitt aus einer Panorama-Sendung der 70er Jahre, wenn ich mich recht erinnere. Darin zu sehen war eine junge Alice Schwarzer, die einer Abtreibung beiwohnte. Das triumphierende Lachen, mit dem sie die abtreibende Frau „beglückwünschte“ („Das war es schon!“), konnte ich lange nicht vergessen. Es kamen Assoziationen an die böse Hexe oder mißgünstige Fee aus dem Märchen auf, die Leben zerstören will. Am meisten wunderte mich, daß sich Schwarzer für einen solchen Auftritt heutzutage nicht in Grund und Boden schämt. Es war so böse wie im bösesten Märchen.

  16. drauf und drann

    Die Abtreibungen von Mädchen im asiatischen Raum wird in der BRD sehr wohl geächtet.
    Nach BRD-Logik müssten in diesen Ländern einfach nur mehr Jungen abgetrieben werden, so ne Art Quotenregelung, und die BRD-Welt wäre wieder in Ordnung.

  17. Martin

    Das, was mich an der „offiziellen“ Abtreibungsdebatte, bzw. den „amtlichen“ Argumenten immer so stört, ist, dass da so getan wird, als handele es sich bei den Frauen, die abtreiben, zumeist um die armen, verführten jungen Lieschen, welche sich mit einem Kind das „Leben und die Karriere“ „verbauen(!)“… (b.t.w.: für mich wäre das auch kein echter Grund)

    Soweit ich mal gelesen habe, sind die deutliche Mehrzahl der Frauen, die abtreiben, in einer festen Partnerschaft, meist Ehe, in der denn oft auch bereits schon Kinder vorhanden sind.

    Abtreibung scheint daher weniger der „Notfall“ zu sein, als ein einkalkuliertes Mittel (wenn auch wohl oft „letztes“) der Familienplanung.

    Wenn es in einer Ehe oder festen Partnerschaft nicht möglich ist, Familienplanung anders zu gewährleisten, dann frage ich mich, ganz unabhängig von Fragen der Moral, des Rechtes oder der Ethik, schon nach dem Geisteszustand unserer werten Mitbürger oder zu gut-deutsch: Zu blöd zum Verhüten (?!). Und das nach Jahrzehnten der amtlichen Aufklärung, des „anything goes“, solange man sich nur eine Tüte über den Lümmel steckt, der Pille schon ab 12 etc. – Das scheitern der amtlichen Sexualmoral und Aufklärungspolitik drückt sich massiv in den Abtreibungszahlen aus. Wenn alle so „aufgeklärt“ und „Erwachsen“ und „moralisch integer“ wären, wie immer getan wird, dann dürfte es so viele Abtreibungen nicht geben.

    Sodom und Gomorrha eben …

  18. Fabian Niklas

    Ich habe selbst lange eine recht liberale Ansicht zu Abtreibungen gepflegt. Mit wenigen, eigentlich nur zwei, Fragen hat eine Person diese aber ins Wanken gebracht.

    Die erste Frage war schon fast suggestiver Natur: Stehen die Menschenrechte ohne Ausnahme jedem Menschen zu? (Zu diesen gehört nach Artikel 3 der allgemeinen Menschenrechtserklärung das Recht auf Leben.)

    Die zweite Frage ist, wenn man so will, eine Abwandlung einer der vier großen Kant‘ischen Grundfragen der Philosophie: Was ist der Mensch?
    Konkret: Inwiefern ändert sich die Spezieszugehörigkeit eines Embryos plötzlich nach einem Stichtag (12. SSW) oder überhaupt in der Schwangerschaft?

    Wer erste Frage bejaht muss um Schwangerschaftabbrüche immer noch verteidigen zu können den Menschen so definieren, dass all die Kinder die straffrei abgetrieben werden, schon begrifflich nicht mehr als Menschen gelten. Damit kommt man aber eben in enorme Probleme, wenn man halbwegs intellektuell ehrlich ist. Es gibt keine biologischen Sprünge in der Spezieszugehörigkeit. Der Mensch entwickelt sich nicht zum Menschen, sondern als Mensch. Spermien und Eizellen alleine entwickeln sich nicht, aber der Beginn allen menschlichen Lebens ist die befruchtete Eizelle. Sie ist als Entität ein Dritter, Subjekt und nicht Objekt. Menschliches Leben wird nicht durch seinen Grad an Komplexität oder kognitiver Funktionsfähigkeit menschlich, sondern durch seine Abstammung vom Menschen.

    Diese Wahrheit auszusprechen, nur zu denken, fiel mir schwer, weil mir die Konsequenzen die ich daraus ziehen muss so enorm sind.

  19. waldemar

    „Ist Ihnen schonmal aufgefallen, daß Migrantenkinder NIE abgetrieben werden?“

    Ich kann Ellen Kositzas letzten Beitrag nur bestätigen. Es ist tatsächlich so, daß in bestimmten Stadtteilen der Großstädte die Mehrzahl der Anträge auf Abtreibungen von Frauen mit Mihigru stammen. Warum? Verhütungsmittel müssen selbst gezahlt werden, die Abtreibung zahlt die Kasse – so einfach, und so brutal.

  20. Gast

    @ulla

    ja, die hohe Zahl an Abtreibungen unter den weißen, europäischen Frauen und der Geburtenrückgang scheint auch rassistische Gründe zu haben, nämlich autorassistische Gründe, den Haß auf die eigene Ethnie und Kultur, der Schuldkomplex der weißen, europäischen Frauen, der ihnen seit Jahrzehnten von ihren eigenen Eliten (Linke in Medien, Universitäten und Kultur) eingetrichtert wird. Wer so aufwächst, daß er die eigene Zivilisation als größtes Übel und als Ursache von Überbevölkerung, Armut Ausbeutung und Umweltverschmutzung hält, kommt eher auf die Idee, seine eigenen Kinder abzutreiben, als Angehörige anderer Kulturen, wie z.B. Moslems. Das ist einer der entscheidenden kulturellen Hintergründe, dazu kommt eben auch, wie in dem Kommentar von Unke beschrieben, ein abgrundtiefes Mißtrauen der autochthonen deutschen Frauen gegenüber ihrem eigenen Staat, dem die Zukunft seiner eigenen Kinder scheinbar unwichtig geworden ist.

    Antirassismus ist ein Codewort für antiweißen Rassismus.

  21. Unke

    @Fabian Niklas
    Menschenrechte?
    Menschenrechte sind das, was die definierende Elite Gesetzgeber, Journaille und Justiz als Vorgabe macht mit den übergeordneten Nebenbedingungen „es muss den Weißen schaden“ und „Frauen sind die besseren Menschen“. Ein klassisches Kuckucksei, das in der heutigen Form… aber warum soll ich für andere googeln?

    Mit anderen Worten: lieber Herr Niklas, stecken Sie sich Ihre Menschenrechte dahin wo die Sonne nicht scheint. Der Rest Ihrer Argumentation ist ebenso… unvollkommen. Nichts für ungut.
    .
    @drauf und drann

    Die Abtreibungen von Mädchen im asiatischen Raum wird in der BRD sehr wohl geächtet.
    Nach BRD-Logik müssten in diesen Ländern einfach nur mehr Jungen abgetrieben werden, so ne Art Quotenregelung, und die BRD-Welt wäre wieder in Ordnung.

    Dem liegen mehrere Denkfehler zugrunde, Herr drauf und dran
    1. Je mehr Jungen abgetrieben werden, desto besser für die Jungen(!). Denn je mehr Mädchen es pro 100 Jungen gibt, desto mehr Mühe müssen sich erstere geben. Prinzessinnen und Zicken gedeihen schließlich nur bei Jungenüberschuss (die Sache mit Angebot und Nachfrage –auch auf dem Heiratsmarkt)! Warum nur war es nach Kriegen so friedlich an der Heimatfront…?
    2. Es wäre für künftige Eltern somit rational die Jungs abzutreiben: die Mädchen haben bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt (wenn sonst überwiegend -‘von den Anderen‘- Jungens abgetrieben werden) bzw. in einer die Jungs benachteiligenden Gesellschaft generell.
    Insofern stellt sich die Frage, ob asiatische Eltern irrational handeln? Oder die Empörung deutscher Gutmenschen echt ist bzw. ob sich Femenazis auch empören würden wüssten sie um o.g. Zusammenhänge (aber Denken ist gerade in solchen Kreisen oft Glücksache)?
    ==========================================
    Mir scheint es wird in Teilen Demographie(politik) mit der Abtreibungsfrage vermischt. Das ist ein logischer Fehler.
    Das angebliche Demographieproblem lässt sich ganz einfach lösen, und zwar von heute auf morgen: Rückführung der Staatsquote von (offiziell) 50% auf (zunächst) 20% (später 10%), Auflösung von 80% der Behörden, Entlassung sämtlicher(!) Frauenbeauftragten etc., Privatisierung des (Hoch-)Schul- und Erziehungswesens, Wiederherstellung des Rechtsstaats, Verschuldungsverbot für staatliche Haushalte, goldgedeckte Währung. Fertig.
    Damit ist allerdings zur Rechtmäßigkeit der individuellen Abtreibung nichts gesagt.

  22. Theosebeios

    Unke: „Im Grunde genommen ist es aber doch ganz einfach: die Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs resultierte aus millionenfacher persönlicher Erfahrung, dass man als Kind eben nicht erwünscht war. (Klingt hart? Wie wäre es mal mit einer kräftigen Prise Wirklichkeit?)“

    Ich bin sehr für Realismus, Unke, aber wie kommen Sie denn darauf? Freilich lassen sich viele Motive und Erfahrungen spekulieren, aber wir sollten sie nicht gleich „millionenfach“ verallgemeinern. Überdies steht der Erfahrung, selbst als Kind unerwünscht gewesen zu sein, die bewusste eigene Entscheidung für Kinder als erwünschte nicht entgegen.

    Kositza: „Bei 1000 plus, einer enorm agilen und unterstützungswerten Schwangerenberatung, schrieben sie einmal sinngemäß: Im Grunde will keine Frau abtreiben. Sie hat nur keine andere Lösung gefunden. Ich halte dieses Diktum nicht für suggestiv, sondern für wahr.“

    Ich sehe es auch so, obwohl ich das als Mann letztlich gefühlsmäßig nicht beurteilen kann. Jedenfalls lässt sich ergänzen, dass deshalb keine Lösung gefunden wurde, weil der Lebenswert des auszutragenden Kindes hinter anderen (Lebenswerten) zurückgestellt wird. In diesen Konflikt sind Frauen immer schon geraten, heute jedoch fällt die Entscheidung leichter.

    In Deutschland ist das sog. generative Verhalten schon seit 100 Jahren rückläufig, abgesehen von vorübergehenden „Babybooms“ in den 30er- und 50er-Jahren. Aus meiner Sicht sind die Berufstätigkeit der Frauen (einschl. zunehmender akademischer Ausbildung) und (als dominanter Faktor) der Rückgang der Religiosität maßgeblich. Eine religiöse Frau findet in der Regel eine Lösung (und treibt nicht ab), denn sie fühlt sich in Gott geborgen. Feminismus und (kultureller) Selbsthass sind nur einfache Beschleuniger, vermitteln Legitimationsbewusstsein, keineswegs sind sie die Ursache für Geburtenrückgang und Abtreibungsnormalität.

  23. CM

    Vieles ist bei dieser ganzen Debatte so weit weg…
    und plötzlich holt es einen ein. Ich sitzt hier und jetzt noch schlägt
    mir das Herz bis zum Halse.
    Ich kam in die Frauenarztpraxis, stand am Tresen, eine Tür öffnet sich und mein langjähriger Arzt erscheint mit einer jungen Frau. Mein erster Eindrck
    „die ist bestimmt schwanger -wie schön“. Der Arzt wandte sich ihr zu und meinte, ja, jetzt könne man ja die Papiere fertigmachen. In mir schmunzelte
    es und ich freute mich. Da hörte ich ihn die Worte sagen, “ Frau x wollen sie mal wieder in den Keller gehen?“ somit übergab er das Gespräch an eine
    Mitarbeiterin. Die junge Frau stand mittlerweile nebenmir. Nun wurde ‚cool‘
    alles besprochen, was für den Abtreibungstermin nötig wäre, wie lange der
    Eingriff dauern würde etc. Ich kann gar nicht beschreiben, was in mir los war. Kurz vor heulen, zittern… Ich setzte mich in den angrenzenden
    Wertebereich. Meine Hände zitterten so sehr, mit Mühe schaffte ich es die
    Visitenkarte der „Birke“ aus meinem Portemonaie zu nesteln. Das Gespräch am Tresen nahm entspannt seine Lauf, so als handelte es sich um den Erwerb neuer Schuhe… Und ich ? Ich hatte einfach Schiß! Menschenfurcht!
    Angst! Ich wollte ihr doch nur Die Karte geben, aber diese Situation, die Kälte, noch nie hatte ich so etwas erlebt… Die Frau ging.
    Jemand kam, erkundigte sich nach mir, ob ich die Beine hochlegen wolle, ich sei so blaß, ein Glas Wasser… Ja, gern.
    Ich wurde aufgerufen. Hatte mich gefangen, dachte ich…
    Der Arzt:“ sie haben mit Bluthochdruck zu tun?“ “ nein,nein nur jetzt..“
    An den Wänden sah ich die vielen Babyphotos, auch die unserer Kinder .
    Da kamen mir die Tränen. Ich schilderte ihm auf dem Weg ins Behandlungszimmer mein Erlebtes. Er legte mir seinen Arm auf die Schulter, ja diese Art des Zusammentreffens hätte noch nicht besser
    Gelöst werden können… Da sah ich das Ultraschallbild… Ich sagte ihm, es wird ein Mensch umgebracht. „Ja,“meinte er, er von dem ich wußte, das er sogar Fruchtwasseruntersuchungen ablehnt…“wissen Sie , Sie kennen doch meine Meinung. Wenn jemand unschuldiges Leben ermordet sollte darauf die Todesstrafe stehen“
    Er arbeitet in einer Gemeinschaftspraxis, sein Kollege ‚erledigt‘ die Abtreibungen… Was der? Hörte ich mich denken. Der, dessen Frau Hebamme ist, die Hebamme unserer Kinder!
    Alles zusammen hat mich so fertiggemacht…
    Ich war so sehr erschüttert. Über alles, aber in besonderem Maße über
    mich. Meine Unfähigkeit, Sprachlosigkeit….
    Als ich aus der Praxis kam weinte ich hemmungslos, so als hätte man mir gerade eine tödliche Diagnose gestellt.
    Und tödlich war es ja auch.

  24. drauf und drann

    Hallo Unke,
    für Mädchen muss eine Mitgift bezahlt werden, und Buben sind in diesem Kulturkeis mehr wert.
    Durch die Ein-Kind Politik werden Mädchen oft abgetrieben, damit noch die Chance besteht einen Jungen zu bekommen.
    Man kann es auch so ausdrücken, ein Mädchen passt nicht in die „individuelle Lebensplanung“ der Eltern, deshalb wird es abgetrieben.
    Dieses Handeln wird zu recht als verwerflich bezeichent.
    Nun ist es aber so das aus dem genau gleichen Grund Frauen bei uns auch abtreiben, weil das Kind eben nicht in die „individuelle Lebenplanung“ passt. Das dies unabhängig vom Geschlecht passiert ist für das Individium, im diesem Fall das ungeborene Kind, eher zweitrangig.
    Hier wird wieder mal mit zweierlei Maß gemessen, und dies wollte ich aufzeigen.

    Angenommem in einem Zoo würde ein Weibchen ihr Kind töten, oder die Reproduktion komplett verweigern, so würde man dieses abnorme Verhalten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf eine nicht artgerechte Haltung zurückführen.
    Mensch – Tier Vergleiche sind immer heikel, aber es stellt sich doch die Frage ob wir in der BRD artgerecht gehalten weden, oder ???

  25. Georg Mogel

    Für den skandalösen Embryozid (euphemistisch: Schwangerschaftsabbruch) gibt es seit den frühen 70 er-Jahren eine lächerlich niedrige rechtliche Hürde, obwohl die Opferzahl mit weit mehr als 100.000 jährlich (Straßenverkehr: 5.000, Schußwaffen: 100) eine ganz andere ethische und gesellschaftliche Dimension ereicht. Oswald Spengler meinte zu recht, die Emanzipation der Frau sei keine Emanzipation vom Mann, sondern vom Kind.

  26. Unke

    Theosebeios:

    Überdies steht der Erfahrung, selbst als Kind unerwünscht gewesen zu sein, die bewusste eigene Entscheidung für Kinder als erwünschte nicht entgegen.

    Selbstverständlich nicht. Vermutlich ist sogar der Wunsch welche zu bekommen und es besser zu machen sogar größer.

  27. zentralwerkstatt

    klare Fälle (pränatal diagnostizierte Erbkrankheit, Vergewaltigung) in denen Abtreibung sogar ethisch geboten ist

    Die Massenmorde in der Sowjetunion wurden auch als ethisch geboten verbrämt, in diesem Fall zur Erschaffung des sozialistischen Menschen – die Motivation des NKWD war wiederum weniger eine vermeintliche „ethische Vision“ als viel mehr purer Sadismus. Wenn man geistlose Zellklumpen nach ‚ethischen Geboten‘ eliminieren darf, dann habe ich bald keine Platzsorgen mehr in der U-Bahn, oder wie?

    Die Auslöschung eines Menschenlebens sollte man schon aus schnödem Eigeninteresse ächten, irgendjemand redet sich nachher ja doch wieder mit dem ethisch Gebotenen hervor. Es gilt, niemals einem Menschen die Legitimation zur humanen Letalisierung (schön gesagt, nicht?) zuzusprechen.

    Danke übrigens an Fabian Niklas für die saubere und eindeutige Definition eines Menschenlebens ohne Umhersabbeln und –larvieren. Naturwissenschaftliche Exaktheit, so mag ich es.

    Mir ist völlig klar dass solche Ansichten keineswegs Konsens sind. Für Konservative bin ich zu „liberal“ und wirtschaftsnah bzw. -präziser- Ökonomie-zentriert, für Libertäre zu „völkisch“.

    Freiheitlichkeit und völkische Hinwendung sind keineswegs Widersacher.

    Aber auch bei dem Massenmord an nicht geborenen Menschen rennen wir wieder nur einer Fata Morgana im Kampf gegen das Böse hinterher.

    Der Hebelpunkt, wo anzusetzen ist, ist das Geldsystem, mit ihm verschwinden all diese durchgeknallten „Interessensstoßtrupps“ und „Befreiungskonglomerate“, die Wirrstifter, die schlichte Chaos anrühren wollen.

    Die gute Nachricht ist zusätzlich, daß nach Umkippen des Finanzpolitkomplexes niemand irgendetwas zurückzahlen muß, sondern es der Praktikabilität wegen für alle bei Null zum Start in ein gerechtes und allgemein verträgliches Wirtschaftssystem steht. Man muß es noch mehr Leuten erzählen noch mehr verbreiten, das ist der redlichste Lebensschutz, nur darüber können wir zur Freiheit gelangen. Es brodelt immerhin schon in relevanten Kreisen und Schichten, nach meinem Gespür jedenfalls in ganz anderen Dimensionen als noch vor einem Jahr.

    Es geht um nicht weniger als die MdB auf die Anklagebank zu schicken. Die Alternative ist, daß wir zur Schlachtbank geführt werden.

  28. Wer sich für Zahlen interessiert findet Sie hier:
    http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/WS0100/_XWD_FORMPROC?TARGET=&PAGE=_XWD_200&OPINDEX=9&HANDLER=XS_ROTATE_ADVANCED&DATACUBE=_XWD_226&D.000=ACROSS&D.001=PAGE&D.963=DOWN&D.100=PAGE#SVG

    Die Alterverteilung findet man, wenn man unten auf einen Link klickt. Migrationshintergrund wird wohl nicht erfasst.

  29. Sprach lächelnd der Waldgänger:

    „Was interessiert es mich, ob die Pöbelmenschen dort draußen ihre Gören abtreiben oder sonstwie totschlagen? Diese Selektion ist natürlich und gut: Das Kranke und Kaputte merzt sich selbst aus.

    Frl. Sybille Berg hat Recht: Hätten ihre Eltern rechtzeitig abgetrieben, wäre den lebenbejahenden Menschen eine abstoßende Kreatur erspart geblieben! Daß sie sich dem natürlichen Alterungs- und Ausscheidungsprozeß hingibt und keinen zusätzlichen genetischen Müll produziert, ist ihr hoch anzurechnen!“

  30. rautenklause

    @ eulenfurz

    Was interessiert es mich, ob die Pöbelmenschen dort draußen ihre Gören abtreiben oder sonstwie totschlagen? Diese Selektion ist natürlich und gut: Das Kranke und Kaputte merzt sich selbst aus.

    Ist das Ihre Meinung? Interessant! Das bedeutet also, Sie können vorhersehen und -sagen, in welche Richtung sich ein ungeborenes Menschenkind entwickelt hätte? Chapeau! Dann bitte ich höflichst um die Übermittlung der morgigen Lottozahlen (6 aus 49) – das sollte bei Ihren Fähigkeiten ja einfachst sein

  31. @rautenklause
    Das ist des Waldgängers Meinung, wir sind auch erst einmal betroffen, bestürzt und empört. Lesen Sie dazu das Interview.

    Wenn Sie meinen, daß Vererbung wie Lottospielen funktioniert, dann sind Sie im 68er Mainstream angekommen. Dann ist es freilich auch egal, wenn faule HartzIV-Frauen und Anatolierinnen für Nachwuchs sorgen (der Rest wird importiert), während die kinderlosen Leistungsfähigen für deren Alimentierung rackern.

  32. GFC

    @Petra Auch im Lebensschutz, besonders beim Thema Abtreibung, versagt die CDU total.

    Ich glaube, das ist typisch bei angeblich konservativen und christlichen Parteien im Westen überhaupt: in den USA tun die Republicans dasselbe. Seit 1973 (als Abtreibung in den USA landesweit legal wurde) machen die Republicans immer Wahlkampf gegen die Abtreibung und fangen damit die Stimmen vieler christlichen Wähler auf. Trotz mehrere Gelegenheiten über die anschließenden Jahrzehnten, gesetzlich etwas gegen das Abtreibungsrecht zu unternehmen, haben sie gar nichts getan, selbst wenn sie Mehrheiten in beiden Kammern des Congress und das Weiße Haus besessen haben.

    Die bittere Wahrheit ist die sogenannten konservativen Parteien gehören weitgehend der linksliberalen Gesellschaftskonsens an, sehen sich als Teil des herrschenden Establishments und hinter vor gehaltener Hand verspotten die eigenen Stammwähler. Die hatten und haben nie die Absicht, wirklich etwas gegen Abtreibung oder andere konservativen Anliegen zu tun.

    Für uns Christen und Konservativen, ist auf die konservativen Parteien kein Verlass. Wir sollen diese Wölfe in Schafspelz vermeiden.

  33. Unke

    @drauf und drann

    für Mädchen muss eine Mitgift bezahlt werden, und Buben sind in diesem Kulturkreis mehr wert.

    Werter drauf und drann, hier kann etwas nicht stimmen. WENN tatsächlich, wie behauptet, vornehmlich und viele Mädchen abgetrieben werden, dann sind eben im Gefolge die Buben mitnichten mehr Wert als Mädchen, insbesondere wenn’s ans Heiraten geht („Mitgift“). Man stelle sich den Schwiegervater (d.h. den Vater der Tochter) in spe vor, wie sich die Freier die Klinke in die Hand geben und um eine der wenigen verfügbaren Mädels die Hand anhalten – und der soll dafür auch noch bezahlen? Nie und nimmer, vgl. Angebot und Nachfrage („wie, Du willst auch noch Geld für die Heirat haben? Von mir? Dann verpfeif’ Dich, stehen noch genügend andere Schlange!“).
    Hier stimmt also was nicht. Irgendjemand („besorgte“ Emanze-Tussen; „Chinakenner“) lügt. Sprich: irgendwas an „dort sind Mädchen weniger wert als Jungens“ und/oder „es werden mehr Mädchen abgetrieben“ ist falsch. Wie so häufig gilt: selber denken hilft weiter.

  34. Inselbauer

    Liebe Frau Kositza, ich kann den im Grunde „linken“ Ekel, den Sie vor der Zumutung einer Duldung von Zwecktötungen und gegen die Hetze auf Schwache empfinden, recht gut nachvollziehen. Meine Tochter leidet an einer schweren Erbkrankheit, und wer so etwas erlebt hat, der lernt den Abtreibungsrassismus an der Wurzel kennen. Nachdem man den Kontakt zu den Leuten aus der Verwandtschaft abgebrochen hat, die einen anrufen und aufsuchen oder die Frau hinterrücks niederquatschen, um doch noch eine Abtreibung zu „erreichen“, stellen sich langsam „rechte“ Gefühle ein (…)

  35. Faschist

    st das Ihre Meinung? Interessant! Das bedeutet also, Sie können vorhersehen und -sagen, in welche Richtung sich ein ungeborenes Menschenkind entwickelt hätte? Chapeau!

    Ja, die Genetik kann das. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass auch mal ein wohlgeratenes Kind missratenen Eltern entspringt, aber es kommt letztlich auf den Durchschnitt an.

  36. Theosebeios

    Falls dieser Bereich noch nicht geschlossen ist, möchte ich noch meinen Eindruck angefügt wissen, dass dieser Hr. Waldgänger aus dem Satireportal offenbar eine, nun wie soll ich mich ausdrücken, vielleicht mit Wittgenstein, eine gewisse Familienähnlichkeit mit Frl. Berg aufweist.

  37. herbstlicht

    Zufallsfund aus Schweden; vielleicht sind die Zahlen von Interesse.

    Heute erschien Abortkliniker brister i stöd efter ingreppet (Die Abtreibungskliniken sind schwach bei der Unterstützung nach dem Eingriff).

    Die ersten zwei Absätze lauten:

    Jedes Jahr werden in Schweden zwischen 35000 und 40000 Abtreibungen durchgeführt. Bei einer Untersuchung an der Universität Uppsala haben 499 Frauen, welche abgetrieben haben, einen Fragebogen beantwortet und mit 24 wurde ein Gespräch geführt, wie sie sich nach dem Eingriff fühlten und wie die Pflege mit ihren Eindrücken umging.

    Die Studie zeigt auf, daß die unerwünschte Schwangerschaft, selbst dann wenn der Beschluß zur Abtreibung als richtig empfunden wird, bei den Frauen eine Menge existenzieller Fragen hinsichtlich der Abtreibung hervorruft. Ganze 61 Prozent der Antwortenden empfinden die Pflege im Zusammenhang mit der Abtreibung als unzulänglich, soweit es um seelische Hilfe (wörtl. “Lebensfragen'‘; Grunfragen des Lebens) geht.

    —–

    Und die Freunde hier welche meinen, man könne die Deutschen bereits im Mutterleib in “Gute'‘ und “Schlechte'‘ sortieren, möchte ich bitten, ihre Kenntnisse z.B. mit dem Seyffert abzugleichen. Alternativ etwa gründliche Erfahrung in der Zucht und Ausbildung von Gebrauchshunden.

  38. zentralwerkstatt

    Hhhmmmpf…
    Liebe Frau Kositza, zu gerne wüßte ich, warum mein Beitrag durchgefallen ist. Ich dachte mir noch, vielleicht besser das Israel aus dem Geinernotizen-Zitat herauszunehmen. In der Tat glaube ich nicht, daß es eine jüdisch-religiös vermittelte Machtinitiative ist, die die Welt seit 100 Jahren mit Kriegen überzieht. Gebürtige Juden jedoch scheinen daran maßgeblich beteiligt zu sein. Und wirklich, ich weiß gar nicht, warum mich dieses Zitat so faszinierte. Es paßt schon auch zu dem von Ihnen angestoßenen Themenkomplex, aber da ist sicherlich auch etwas darüber hinaus, was ich mir auch nicht so ganz eingestehen will. Ich pflege keinen Schuldkomplex, ich habe keine besondere Affektion bezüglich Juden, ausgenommen Zentraltäteräten oder Leuten wie Friedman und Broder. Aber gegen diese Leute Aversionen zu entwickeln, kann man schwerlich jemandem vorwerfen.

    Vielleicht war es aber auch das „Uff…“. Nun, liebe Frau Kositza, man muß der Rechten in Gestalt der Blogs wie Sezession, auch Junge Freiheit, the Intelligence, etc. für viele intellektuelle, sehr informative, tief gehende und auch humoristische Analysen danken. Aber eines muß man ihr vorwerfen – dem einen davon mehr, dem anderen weniger – sie sieht doch manchmal den Wald vor Bäumen nicht. Alles Übel wickelt sich über das Schuldgeldsystem ab. Dieses manifestiert einen gigantischen Betrug, es kann in der Tat keine Schulden+Zinseszins-Begleichung leisten. Darüber hinaus generieren „staatlich“ angestrichene Zentralbanken, aber auch ganz unverhohlen Privatleute aus dem Nichts Geld, das sie gegen Waren und Dienstleistungen tauschen. Und am allerbesten: Sie haben dafür das Monopol inne, das ihnen durch die westliche Werteverfallsgemeinschaft ‚staatlich‘ als „systemrelevant“ garantiert wird…. UFF!

    Es ist bestenfalls lächerlich, wenn „alternative“ Portale immer noch von Schulden zurückzahlen sabbeln, aber ehrlich gesagt, es läßt resignieren. Dieses System muß auf Null gestoppt und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Ich weiß durchaus, wie schwierig es ist, jemandem zu vermitteln, was da gerade läuft. Es ist so unfaßbar, die totale „Matrix“. Allerdings war ich zutiefst wütend, als mir vor ein paar Jahren klar wurde, was da gegen uns alle abläuft, aber andere tangiert es nicht weiter, dabei ist es mathematisch doch so klar. Schauen Sie sich doch bei Gelegenheit die Darstellungen der Herren Andreas Popp oder Andreas Clauss an, oder hören Sie, was Dirk Müller zu sagen hat.

    Es hängt alles am Scheingeld. Ich habe das begriffen – und ich bin beileibe kein „Systemverlierer“! Im Gegenteil, aber ich bescheinige mir durchaus noch Charakter. Doch wo liegt die Lösung? Es kann doch nicht alles seinen Gang gehen, und die einzigen Ausscherer intellektualisieren in Scheingefechten. Das kann nicht alles sein.

  39. Unke

    Vielleicht etwas spät aber hoffentlich nicht zu spät ist mir leider jetzt erst wieder der Bestseller von Steven D. Levitt eingefallen, „Freakonomics: Überraschende Antworten auf alltägliche Lebensfragen“. Er geht hier in Kapital 4 („Wo sind all die Kriminellen geblieben?“) auf die Ursache(n) für die stark gesunkene Verbrechensraten in den USA ein.
    Entgegen der weit verbreiteten „Broken Windows“- Theorie hat Levitt eine einzige Erklärung (und untermauert die als guter Ökonom selbstverständlich mikro-ökonometrisch, d.h. empirisch): die Legalisierung der Abtreibung sorgt(e) keine 20 Jahre später dafür, dass Kriminelle erst gar nicht geboren worden waren mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Kriminalstatistik!

    Ebenfalls arg spät eine -naheliegende- wichtige Frage an kirchliche (christliche?) Abtreibungsgegner: bis vor kurzem waren seitens des Papstes „künstliche“ Verhütung (die Pille, Kondome) nicht erlaubt (früher auch das Masturbieren verboten), die logische ‚Verlängerung‘ der Definition Zellklumpen = Leben => Nichtbefruchtung / Masturbation = unterdrücktes Leben.
    Wäre es demgemäß nicht richtig, neben Abtreibungen auch den Verkauf von Kontrazeptiva zu verbieten?

    Schließlich möchte ich mich kurz einem meiner Lieblingshobbys widmen, dem Aufzeigen doppelter Standards. In diesem Artikel in der Frankfurter Rundschau, einem Dumont-Blättchen, das bisher m.W. nicht durch pro life- Engagement aufgefallen ist, werden Abtreibungen kritisiert.
    Welche Abtreibungen?
    Diejenigen, die Frau aus Gründen von „Schwangerschaft passt mir gerade nicht“ vornimmt?
    Weil sie zu bequem war sich um Verhütung zu kümmern?
    I wo.
    Es geht um Abtreibungen von Föten, bei denen pränatal ein schwerwiegender genetischer Defekt diagnostiziert wurde.
    Darauf ein Verbrüderungsschnäppschen!

  40. Laura

    Eine „Frau“ (dieser Begriff impliziert wohl zu viel Ehre für die betreffende Person), die es wagt, ihr Kind abzutreiben, würde m.E. in einem gesunden Land gleichsam dem Tod zugeführt werden für ihr abscheuliches Verbrechen.

    Ehrlich gesagt kann ich es kaum fassen, dass Mütter, die ihr Mutterdasein durch Abschlachtung ihres ungeborenen Kindes beenden, straffrei bleiben. Aber in einer verkommenen Zeit ist eben sowohl das Volk als auch die Politik und die Gesetzgebung verkommen. Und nichts bleibt ohne Konsequenzen, sei es in diesem, sei es im jenseitigen Leben.

    Ich wünsche mir innig Vergeltung für jedes vernichtete unschuldige Leben, und gerade das jüngste Leben ist im Vergleich mit dem erwachsenen so frei von jeder persönlichen Schuld! Zugleich bedaure ich jede „Frau“, die ihr eigenes Kind umbringt sowie jeden Menschen, der solches in irgendeiner Weise gutheißt oder gar fordert. Erbärmlicher kann man nicht sein.

Diskussion geschlossen. :-)

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