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lichtmesz Martin Lichtmesz


Begräbnis eines Märtyrers

Felix Menzel berichtete letzte Woche über den Fall des Sven N. , der in Neukölln aus Notwehr den 18jährigen Jusef El-A. erstach. Den Sachverhalt der Notwehr hat bisher niemand bestritten; nun gerät auch die kurz darauf in den Umlauf gesetzte Legende ins Schwanken, Jusef wäre tragischerweise als „Streitschlichter“ im Einsatz gewesen – eine vom Jobcenter finanzierte „Arbeit“, die ihm nach kleineren kriminellen Delikten eine neue Chance bereiten sollte.

Das ergab natürlich eine rührende Geschichte wie aus einem gutgemeinten antirassistischen Film, die aber nun durch neue Ermittlungen erschüttert wird: laut Augenzeugenberichten beteiligte sich Jusef El-A. aktiv an der Hetzmeute, die Oliver H. und Sven N. quer durch das Viertel jagte, und zeigte dabei „aufpeitschendes Verhalten“.

Unterdessen wurde in Berlin ein dickes Menetekel sichtbar, das uns weit mehr beschäftigten sollte als die (nicht gerade überraschende) Mitschuld des Opfers: nämlich der Umstand, daß sich mehr als 3000 Menschen an der Trauerfeier für den 18jährigen beteiligten. Das ist eine enorme Zahl, und es wird sich dabei nicht gerade samt und sonders um Familiengehörige gehandelt haben. Die Fotos von dem Begräbniszug zeigen Menschenmassen, die alles andere „bunt“ gemischt sind: es handelt sich dabei offenbar nahezu ausschließlich um Araber, Türken und andere Moslems, darunter eine auffallende Mehrzahl von jungen Männern, davon nicht wenige mit zornigen Gesichtern und zornigen Stimmen. „Allahu Akhbar“ wird skandiert, die Hände werden zum militanten Salut in die Luft gereckt. Frauen tauchen nur gelegentlich am Rande der Zeremonie auf. Die Süddeutsche Zeitung sprach am Wochenende von einer „bewegenden Trauerfeier“ ohne all dies zu erwähnen, und behauptete, es sei keine Spur von Aggressivität oder Rachsucht in der Luft gelegen.

Der Imam Ferid Heider selbst soll den Anwesenden zugerufen haben, Jusef sei „ein Märtyrer“ gewesen – ein Wort, das in der islamischen Welt eine gänzlich andere Bedeutung hat als in der christlichen. Ein „Märtyrer“ ist jeder, der im Kampf für den Islam sein Leben läßt, auch der Krieger und Selbstmordattentäter. Bezeichnend ist auch, daß in diesen Vorfall, der an sich nichts mit Religion zu tun hat, schnell ein aufgeladener religiöser Kontext hineingetragen wird. Das wäre keineswegs passiert, wenn Jusef einer Messerstecherei unter türkischen, kurdischen oder arabischen Jugendlichen zum Opfer gefallen wäre, was nun durchaus keine Seltenheit ist.

Wäre Sven N. bei dem Vorfall zu Tode gekommen, wie bereits hunderte „Kartoffeln“ vor ihm, hätte es ebensowenig eine solche Massenbekundung gegeben, wie bei den Hunderten vor ihm.  Was wir hier beobachten können, ist die emotionale und ideelle Solidarität eines Volkes mit einem Menschen, der als „einer von uns“ wahrgenommen wird und entsprechend betrauert wird. Ich habe keine Informationen über die genaue ethnische Zusammensetzung der Teilnehmer des Trauermarsches, aber daß sich ein erheblicher Zusammenhalt über den Islam ergibt, ist eindeutig. Auch in den Schulen von Neukölln sind sich rivalisierende ethnische Gruppen schnell einig, wenn es gegen die Deutschen geht, die nicht einmal den Ansatz eines ähnlichen Gruppengefühls zeigen.

Es spielt keine Rolle, inwiefern sich das Opfer dabei mitschuldig gemacht hat, oder wer den Streit angefangen, wer angegriffen und wer sich verteidigt hat. Entscheidend ist, daß der Tote der eigenen Gruppe entstammt, und der Täter einer anderen. Blut ist dicker als Wasser, und das gilt in einem hohen Maße für islamisch-orientalische Völker. Jusef ist den Beteiligten ein „Bruder“, auch wenn er nicht direkt mit ihnen verwandt war.Von hier aus könnte man durchaus die düstere Prognose stellen, daß die Deutschen in etwaigen künftigen ethnischen Auseinandersetzungen keine Chance haben werden: wo sie mangels Gruppengefühl seit Jahren die Gewalt gegen Angehörige des eigenen Volkes hinnehmen, als ginge sie das alles persönlich nichts an, sind Araber und Türken bereit, für einen einzigen von ihnen zu Tausenden auf die Straße zu gehen. Darin liegt natürlich auch eine großangelegte Droh- und Machtgeste, wie sie für die islamische Welt typisch ist.

Man kann sogar spekulieren, ob es bei diesem ungleichen Verhältnis überhaupt noch zu nennenswerten Zusammenstößen kommen wird: eher ist zu erwarten, daß die in sich uneinige und solidaritätslose Gruppe sich schon der bloßen Drohung durch die geschlossene, konflikt- und gewaltbereite Gruppe auf der anderen Seite fügen wird, wie es in Neukölln ja schon im Kleinen der Fall ist. Das soziale und identitäre Gefüge der Deutschen ist bereits jetzt so mürbe, daß die Herausbildung eines nennenswerten Widerstands fragwürdig ist. Es wird nicht viel brauchen, um es im Ernstfall zusammenkrachen zu lassen wie ein Kartenhaus.

„Diversity is Strength“ lautet ein beliebter Slogan der amerikanischen Multikulturalisten – „Vielfalt ist Stärke.“ „United we stand, divided we fall“ ist ein anderes Motto: „Vereint bestehen wir, uneins fallen wir.“ Das leuchtet natürlich viel mehr ein. Eine Vielfalt, die sich nicht zu einer Einheit schließt, kann unmöglich Stärke sein – im Gegenteil. Wir sollten uns an dieser Stelle wieder bewußt machen, daß die Forderung nach „bunten Republiken“ sich ausschließlich an die Noch-Mehrheit des Stammvolkes und der Stammkultur richtet, eben mit dem Ziel eine wahrhaft geschlossene und emotional fundierte Solidargemeinschaft zu verhindern und das noch Vorhandene aufzulösen. Vergeblich wird man darauf warten, daß sich irgendein Grüner darüber beunruhigt zeigt, wie wenig „vielfältig“ die Gruppen sind, die sich zum Begräbnis von Jusef El-A. auf den Straßen Berlins zeigten.
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