BAföG, quo vadis?

Ich bekam als Studentin kein BAföG. Meine Eltern hatten zwar nur „Volksschule“ (= acht Jahre, insofern wäre ich rein ideologisch ein förderungswürdiges „Arbeiterkind“ gewesen; niemand in meiner Sippe hatte je studiert), waren aber beide berufstätig. BAföG war nicht drin. Ich jobbte damals bis zur Grenze - meist zwei, drei Job nebeneinander.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ging gut, mach­te Spaß, konn­te nicht kla­gen. Ab dem vier­ten Semes­ter kamen ja ande­re Staats­leis­tun­gen hin­zu. Kin­der­geld, bald zwei­mal, „Erzie­hungs­geld“ vul­go Eltern­geld. (Hab in Regel­stu­di­en­zeit absol­viert.) Das war deut­lich mehr, als ich ausgab.

Kon­sum­lau­ne ging mir stets ab. Kin­der­wa­gen, Kin­der­kla­mot­ten: aus den Acht­zi­gern, wun­der­schön. Da ich bis zum 27. Lebens­jahr spar­sam im Eltern­haus leb­te, konn­te ich einen finan­zi­el­len Grund­stock auf­bau­en und mir dann 2001 ein gan­zes Rit­ter­gut im Osten leisten.

Das nennt man wohl „ein Momen­tum genutzt haben.“ Heu­te wird man kein im Grun­de gleich bewohn­ba­res Objekt zu einem so güns­ti­gen Preis mehr fin­den, aber wer weiß. Die Leer­stän­de meh­ren sich aus demo­gra­phi­schen Grün­den, die Prei­se „auf dem Land“ sin­ken wieder.

Unse­re Kin­der bekom­men BAföG. Es sind nun „Kin­der von Aka­de­mi­kern“, also im Grun­de pri­vi­le­gier­te Kin­der nicht­ar­mer Eltern, aber durch unse­re schie­re Kin­der­zahl haben wir rund 8.000 Euro anrech­nungs­frei­es Einkommen.

Ich fin­de das gut und gerecht und ver­dient. Logisch auch aus der eige­nen Per­spek­ti­ve. Liber­tä­re fin­den, Kin­der­geld und Bafög (etc.) gehör­ten abge­schafft. Über­haupt: staat­li­che Subventionen.

Sub­ven­tio­nen dien­ten (nach die­ser Les­art) dazu, Schwach­sinn zu för­dern. Über­flüs­si­ge Kul­tur­events, schwa­che Men­schen, ideo­lo­gi­sche Pro­jek­te. Was teil­wei­se rich­tig ist: Die Ideo­lo­gi­sie­rung von Thea­ter, Oper, Kino und ÖRR steht ja außer Fra­ge. Nur rund 10% der Kos­ten der „Kul­tur­häu­ser“ wer­den aus Ein­nah­men (=Ein­tritts­kar­ten) gedeckt.  Frag­wür­di­ger­wei­se bezie­hen rund 300.000 im Aus­land leben­de Kin­der Kin­der­geld aus Deutschland.

Es gibt zehn­tau­sen­de BAföG-Bezie­her, die nur zum Schein stu­die­ren, und um neben­bei das in den gerin­gen Stu­di­en­ge­büh­ren inte­grier­te Deutsch­land­ti­cket abzu­grei­fen. Wie leicht wäre es bit­te, die auszusondern?

Wor­um geht es der­zeit? Das BAföG soll leicht ange­ho­ben wer­den. Die Wohn­kos­ten­pau­scha­le soll von 380 auf 440 € stei­gen, auch der Grund­be­darf soll gering­fü­gig wach­sen. Lin­ke und Grün­de wol­len BAföG vom Eltern­ein­kom­men kop­peln. CDU/CSU hin­ge­gen rudern in punc­to BAföG-Reform zurück: Das gebe der Haus­halt, der “ver­tei­di­gungs­las­ti­ge”, nicht her.

Die AfD nimmt mei­nes Erach­tens eine kon­se­quen­te Posi­ti­on ein. BAföG sei ers­tens ein „Büro­kra­tie­mons­ter“, das gründ­lich ent­schlackt wer­den müßte.

Das kann ich bestä­ti­gen. Eine Toch­ter im Mas­ter war­tet der­zeit erneut seit neun­ein­halb Mona­ten auf die Aus­zah­lung. Sie wird dann wie­der auf einen Schlag 10.000 Euro über­wie­sen bekom­men. Bis dahin schie­ßen wir zu. Ges­tern ging bei ihr eine Zwi­schen­mit­tei­lung ein, rekur­rie­rend auf ihren Antrag von Sep­tem­ber 2025: Sie möge mit­tei­len, wann genau sie die Aus­kunft erhal­ten habe, daß sie den Bache­lor bestan­den habe. Andert­halb Jah­re her. Plus: „Nach­fra­gen inner­halb der nächs­ten drei Mona­te Ihrer­seits kön­nen nicht beant­wor­tet wer­den.“ Es ist eh nie­mals jemand für Nach­fra­gen erreichbar.

AfD, zwei­tens: Natür­lich dür­fe es kein „BAföG für alle“ geben, mit­hin kei­ne Ent­kop­pe­lung vom Eltern­ein­kom­men. Logisch!

Drit­tens: Für eine Bafög-Bezug müs­sen ernst­haf­te Stu­di­en­leis­tun­gen vor­lie­gen. Eben­falls logisch & vordringlich!

Der BAföG-Höchst­satz beträgt heu­te knapp 1000 Euro/Monat. Nach der in Fra­ge ste­hen­den Reform wür­de er knapp über 1000 € betra­gen. Es han­delt sich um unter 100 Euro hin oder her.

Set­zen wir das mal ins Ver­hält­nis: Die BAföG-Aus­ga­ben des Bun­des betra­gen rund zwei Mil­li­ar­den Euro jähr­lich. Etwa 11% der Stu­den­ten kom­men in den Genuß. (Es ist ein Kre­dit, des­sen Rück­zah­lung auf 10. 010 € gede­ckelt ist.)

Der Bund gibt jähr­lich 83 Mil­li­ar­den Euro für „Ver­tei­di­gung“ aus.  Für „Arbeit & Sozia­les“ (vor allem für Zuschüs­se zur Ren­te, 127 Mrd. davon) blecht er 197 Mil­li­ar­den. Der Ent­wick­lungs­hil­fe-Etat, der heu­te anders heißt (Arbeit auf Augen­hö­he oder so) beläuft sich auf 10 Mil­li­ar­den pro Jahr.

Sprich: Ich ver­ste­he nicht, was an die­ser mini­ma­len BAföG-Reform so kom­pli­ziert sein soll. Es sind äußerst ulki­ge Prio­ri­tä­ten, die unser Staat setzt.

Laut aktu­el­len Stu­di­en („Jugend in Deutsch­land“ 2026; „You­Gov“ 2025) pla­nen 21% der jun­gen Leu­te unter 30, Deutsch­land zu ver­las­sen. 41% könn­ten es sich immer­hin gut vor­stel­len. No Coun­try for young men.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (85)

Laurenz

5. Juni 2026 12:36

@EK ... Sehr geehrte Frau Kositza, der Artikel ist ok, weil Sie das beschreiben, was Sie erleben. Allerdings kamen Sie zum Beginn des Artikels im Bezug zu Ihren Eltern, auf das eigentliche Problem, des Pudels Kern, zu sprechen. Daß kein BAFÖG gezahlt oder es zumindest gemindert wird, hat damit zu tun, daß Arbeitnehmer-Eltern hier mit dem Unterhalt für die Kinder mit einer sogenannten Impliziten Steuer oder Sonderabgabe belastet werden, was diese Eltern daran hindert, das Geld zB in den eigenen Vermögensaufbau zu stecken. Arbeitnehmer-Eltern werden hier für ihre Kinder bestraft. BAFÖG wird aber nicht nach Vermögenswerten berechnet, die in Deutschland ziemlich ungleich verteilt sind. Es werden nur die Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung, wie Dividenden/Zinsen/Erträge herangezogen. Diese Erträge kann man aber legal manipulieren & minimieren, ob durch Sanierungen, Kreditaufnahmen, Rücklagenbildung, Thesaurierende Fonds/ETFs & schlicht keine Verkäufe tätigen, Gold (wirft keine Erträge ab), was auch immer. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Kinder vermögender Eltern BAFÖG erhalten, ist wesentlich größer, als bei Kindern deren Eltern malochen gehen. Hier bestünde für die AfD konkreter, vor allem kreativer Handlungsbedarf, wenn man konstruktiv an die Sache herangehen & Wähler gewinnen will.

Herold

5. Juni 2026 13:03

Wie leicht wäre es bitte, die auszusondern?

Das Problem ist nicht die auszusondern, sondern dass kontinuierlich ausgesondert werden muss. Ändert man eine Regel, werden neue Lücken gefunden werden, dann muss erneut ausgesondert werden, was neue Regeln schafft ... ad infinitum. Da sind wir ja, in vielen Bereichen, auch schon. Sie selbst müssten ja den Tanz mit LUCID, OSS, Impressumsabmahnungen, etc. aus Ihrem Gewerbebetrieb kennen.
Also: BAfÖG (und andere) abschaffen und dafür sorgen, dass ein Studium durch Eigenmittel der Eltern finanziert werden kann, wenn es die Kinder selbst nicht können. Dazu muss es aber bei denen mehr geben, die erwirtschaften. Dazu müssen die weg, die Kostgänger sind und es müssen die weg, die den Bürger dieses Landes die Möglichkeiten nehmen, Wohlstand zu erwerben und zu halten. Es bedarf keiner besser gesteuerten Umverteilung - die ja selbst wieder Kostgänger und Machtpositionen / die SPD schafft - sondern mehr Beweglichkeit. Lieber ein hartes Kartellrecht und eine gut gerüstete Kartellbehörde, als überall Kleingeld rumzureichen. Das ist Modus BRD und hat nicht funktioniert.

RMH

5. Juni 2026 13:05

"Laut aktuellen Studien („Jugend in Deutschland“ 2026; „YouGov“ 2025) planen 21% der jungen Leute unter 30, Deutschland zu verlassen. 41% könnten es sich immerhin gut vorstellen. No Country for young men."
Gut, dann haben wir für Dritte ausgebildet - also weg mit dem BAFöG. Im Übrigen darf man das alte Spiel, weil man ja überall so & so viel ausgibt, nicht spielen. BAFöG ist eine hochgradig ungerechte Leistung aus den Zeiten, wo es noch das Bedürfnis gab, die Akademikerquote im Land zu erhöhen. Dieses Bedürfnis ist kompett entfallen & BAFöG ist seit etlichen Jahren sogar kontraprodutkiv (dazu ist auch das sog. "Meister-BAFöG" zu zählen). Mein Vorschlag für BAFÖG: Es gibt wählbare Beträge zwischen 500.- & 1.000 Euro im Monat OHNE Vermögensprüfungen (wer für & auf den Namen seiner Kinder spart, wird bekanntermaßen bestraft) & zwar auch elternunabhängig. Der Absolvent (oder Studienabbrecher), der BAFöG erhalten hat, zahlt dafür 15 Jahre lang X% (je nach in Anspruch genommener Förderung) mehr Steuern, die nicht durch Zeiten des ALG Bezugs, Kinderzeiten etc. "abgesessen" werden können, bei Wegzug ins Ausland ist eine Strafsteuer fällig. Mal sehen, wer dann zuschlägt oder es sein lässt. Ansonsten kann das BAFÖG gerne komplett gestrichen werden. Denn auch mein Vorschlag ist mit Bürokratie verbunden & die muss weniger werden. Wenn ich jetzt, am Ende des Beitrages, es mir recht überlege: Afuera! Weg damit! Komplett, ohne Ersatz.

Caroline Sommerfeld

5. Juni 2026 13:36

Frage an die BaföG-Abschaffer unter Ihnen: Familie mit drei Kindern, Mutter Mindestlohn, aber aus alternativem Idealismus, Vater Hartz IV und kümmert sich um die ebenso alternative Bewirtschaftung von Haus und Hof. Die großen Kinder wollen studieren (extrem teuer ist das Wohnen dabei, alles andere nicht). Wie ginge das ohne staatlichen Ausbildungskredit? Jobben und das Studium auf Maximaldauer strecken? Nicht studieren und eine Lehre machen, später dann die ererbte Intelligenz auf alternativem Wege irgendwann in die Gesellschaft einbringen? 

Beta Jas

5. Juni 2026 14:20

Ich würde das sogenannte BAföG, wie so einiges andere auch, streichen und das Ganze lieber komplett über ein einheitliches Bürgergeld regeln. Warum bekommen Studenten eigentlich kein Bürgergeld? Das würde die unzähligen Beiträge im ÖRR obsolet machen, in denen ständig beklagt wird, wie schwierig das Studieren in Deutschland ist. Wenn man nun mal an einer weit entfernten Universität studiert und dort extra zur Miete wohnt, soll das bitte der Staat über das Bürgergeld bezahlen.

Le Chasseur

5. Juni 2026 14:36

"Sprich: Ich verstehe nicht, was an dieser minimalen BAföG-Reform so kompliziert sein soll. Es sind äußerst ulkige Prioritäten, die unser Staat setzt."
Tja, die Christlich-Demokratischen und die Christlich-Sozialen haben eben begriffen, dass der wichtigste Rohstoff unseres einstmals schönen Landes die Köpfe der jungen Menschen sind. Folgerichtig lässt man Schulen und Universitäten verrotten und knausert bei den Darlehen für Studenten. Um an der Ostfront für die Shareholder von Rheinmetall und Hensoldt zu verrecken, braucht man schließlich kein abgeschlossenes Studium.
Die amtierende Bundesforschungsministerin Dorothee Bär erhielt als Studentin übrigens ein Stipendium der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Sicher, weil sie so brillant ist, und nicht, weil ihr Vater CSU-Bürgermeister und sie selber CSU-Mitglied war.

Mitleser2

5. Juni 2026 15:52

Bei den Summen ist die BAföG-Diskussion tatsächlich ein schlechter Witz. Was der Beitrag aber am Rande mit anspricht ist die maßlose Verschwendung von Steuergeld an so vielen Stellen (lassen wir mal die Rentenzuschüsse weg).
Es gibt ja gerade den GIZ-Skandal, wo ein gescheiterter Hessen-CDUler auf dem Versorgungsposten sitzt. 
Die "Demokratie"-NGO-Förderungen, UN, WHO, Ukraine, ...
Die Liste ist uferlos. Kein Wunder, dass so viele abhauen wollen.
Und leider gibt es im Kommentariat auch einige, die meinen, wir müssten uns vor "dem Russen" mehr schützen und brauchen dafür das "Verteidigungs-Sondervermögen". 
So, Schluß mit dem Rundumschlag.
 

Christa

5. Juni 2026 16:13

Da ich schon 30 Jahre alt war (ich habe gearbeitet, damit mein Mann sein Studium zuerst machen konnte), war ich nicht mehr BAföG - anspruchsberechtigt. Also ging ich weiter, neben dem Studium, arbeiten. Es gab damals Kommilitonen, die nur wegen des BAföG ein Studium aufnahmen. Die hatten keinen Bock auf Arbeit. Nun ja ... Es hat sich eine Mentalität aufgetan, dass der Staat verpflichtet werden müsste, jedem ein Studium zu ermöglichen. Um sich dann kinderlos ins Ausland abzusetzten? Demgegenüber fehlt es hier an allen Ecken und Kanten an sog. Fachkräften. Welch ein Hohn. Auch zahlreiche ausländisch Studierende, die von deutschen Steuergeldern profitieren (null Studiengebühren, einschl. BAfög und preiswerte Wohnung versteht sich)

Joerg

5. Juni 2026 20:59

Obwohl die Preise heute in teilweise absurde Höhen galoppieren, kann man mit Konsumverzicht immer noch viel erreichen. 

Beta Jas

5. Juni 2026 21:11

@Caroline Sommerfeld
Fragen Sie die Menschen – die Frauen und Männer aus bestimmten Kulturkreisen von anderen Kontinenten. Sie leben mit drei Kindern und mehr hervorragend, und das ganz ohne ein Studium der Soziologie, Psychologie oder anderer Orchideenfächer. Wenn sie hierherkommen, bekommen sie einen Wohlstand zu spüren, den sie tatsächlich verdient haben. Denn seien wir mal ehrlich:
Die Gesellschaft wird nicht von Studenten am Laufen gehalten, auch wenn linke Propaganda gerne mit dem „arabischen Arzt“ daherkommt, den ich bisher noch nicht hatte und auch nicht will. Ganz zu schweigen davon, dass wohl dort die Zukunft zu finden ist, wo es nicht mal ansatzweise den berühmten Sozialstaat gibt – wie in Ländern Afrikas, wo derartige Zahlungen als staatliche Leistung größtenteils unbekannt sind, oder in Teilen Arabiens, wo es sich mit Ausnahmen wie der Subventionierung von Brot in Ägypten oder von Kraftstoff im Iran und mit kleineren Zahlungen, die eine Karikatur unseres Sozialstaates sind, gut leben lässt. Und natürlich lebt es sich noch besser in der Mitte Europas.

Joerg

5. Juni 2026 21:11

@Caroline Sommerfeld:
Abschaffen nicht, aber die Bezieher so weit ausdünnen, dass die bestehenden staatlichen Strukturen wieder eine zeitnahe Bewilligung ermöglichen. Also für deutlich weniger und nur ernsthafte Studenten, aber da dann wirksam und regelmäßig.
 

RMH

5. Juni 2026 21:21

"Nicht studieren und eine Lehre machen,"
@C.S., so hat man das früher gemacht - und nach der Lehre gabs auch noch elternunabhängiges BAFöG. Weiß nicht, ob das heute noch so ist. Oder man studiert via Bundeswehr, "Dual", Fernuni neben der Arbeit, oder, oder, oder.
Ich habe z.B. trotz Belastung durch Hausarbeiten in den Semsterferien regelmäßig in der Industrie in Schichtarbeit gejobbt, so weit es zulässig war (mir fehlen dafür eben die tollen Reiseerfahrungen anderer aus ihrer Studentenzeit, vermisse ich aber nicht). Das hat mehr Kohle gebracht, als zu Kellnern und war eine echte Horizonterweiterung. Und dann habe ich eben auch nicht in einer schicken, hippen Großstadt studiert, was die Kosten auch reduziert hat. Aber das war vor Jahrzehnten. also kein Tipp für das hier und jetzt. Heute sind die Probleme sicher anders. Insgesamt ist der Ansatz von @Herold nicht verkehrt. ECHTES steuerliches Familiensplitting, wie es die AfD will, wäre einer der Wege dazu.

Herold

5. Juni 2026 21:23

Frage an die BaföG-Abschaffer unter Ihnen:

Frage an die Umverteiler unter Ihnen:
Vater ist Altgeselle als Fliesenleger, Mutter putzt neben dem Haushalt noch schwarz (Akademikerfamilie, DINKs, aber nicht so Bock auf Bad putzen) und pflegt die halbdemente Großmutter. Kids gehen auf die umfangreich bereicherte Hauptschule im Brennpunkt - also in Deutschland.
Warum soll Vatern noch Ihrem Hartz-IV-Papi die Ausbildung der Brut finanzieren? Damit seine Kids, auch Handwerker, dann später von den studierten Sozialpädagogen verächtlich gemacht werden, wenn sie ganz im Standesdünkel die Grünen wählen?
Können wir bitte aufhören so zu tun, als hätte dieses System irgendwann mal funktioniert? Wir sind hier, weil getan wurde, was getan wurde. Es braucht nicht mehr davon, sondern radikal weniger. Radikal weniger Umverteilung - die übrigens der maßgebliche Pull-Faktor ist.
Von mir aus Antaios Stipendium für angehende Ökonomen. Bräuchte es hier vielleicht mal alternativ zu den ganzen Waldgängern, die glauben, dass nur ein bisschen Dritter Weg nötig wäre um Zeit für die Kultivierung der eigenen Selbstverliebtheit zu haben.

RMH

5. Juni 2026 21:30

"Auch zahlreiche ausländisch Studierende, die von deutschen Steuergeldern profitieren (null Studiengebühren, einschl. BAfög und preiswerte Wohnung versteht sich)."
@Christa, richtig, man darf sich nur mal FHs, heutzutage "Universties for applied sciences", in kleineren und mittleren Städten ansehen: Die leben davon, dass sie mindestens 50% ausl. Studenten haben, denn nur so haben sie die notwendigen Studentenzahlen insgesamt, damit es weiterhin Mittel für sie gibt und sie weiter existieren können. Nur mit deutschen Studenten, die zudem lieber in größeren, dafür aber teureren Städten studieren, wo es hipper ist, wäre da recht schnell Schicht im Schacht. Wenn dann mal einer von den Migranten den Abschluss gut macht, wird das werbewirksam besonders herausgestellt. Diese FHs sind wahre Migrationsmaschinen.

Herold

5. Juni 2026 21:36

Obwohl die Preise heute in teilweise absurde Höhen galoppieren, kann man mit Konsumverzicht immer noch viel erreichen. 

Was man spart, belastet der Staat zusätzlich. Immerhin, Allgemeinplätzchen sind kosten- und wertlos.

Laurenz

5. Juni 2026 21:42

Stimme unserem bewährten Teilnehmer @RMH zwar nicht ganz zu, Er hat aber was Wichtiges geschrieben. Wir haben eine exorbitante & vor allem nutzlose Akademiker-Schwemme, speziell bei weiblichen Studenten in den weichen Pseudo-Studiengängen, zB Jura (KI wird 50% ersetzen). Kann man sich darauf einigen, daß der Staat Studenten in wertschöpfenden Fächern, wie Naturwissenschaften oder Ingenieurswesen unterstützt? Davon haben wir schlicht zuwenige. Lehrer werden wir nach einer Remigration eh zu viele haben. Unterstützenswert sind dementsprechend auch Handwerker-Berufe, die nicht durch KI zu ersetzen sind. Je nachdem, wie sich zukünftige Politik entwickeln wird.... wenn eine AfD sich für die Unterstützung von Stundenten entschließt, ist der Vorschlag vom Teilnehmer @Beta Jas, zwecks Abbau der Bürokratie, nicht von der Hand zu weisen. Ansonsten, nach dem Lesen aller bisherigen Kommentare, bin ich mir nicht endgültig schlüssig geworden, stimme in der Tendenz aber @Mitleser 2 zu. Allerdings denke ich, kommt man nicht umhin mit der Unterstützung von Studenten bestimmte Studienfächer zur wertschöpfenden Berufen zu steuern & die Uni-Budgets brotloser Bullshit-Studiengänge radikal zu kürzen. In Krisenzeiten funktioniert Kultur von selbst.

Herold

5. Juni 2026 21:44

Christa:

Demgegenüber fehlt es hier an allen Ecken und Kanten an sog. Fachkräften.

Wenn hier Fachkräfte fehlen würden, würden die Löhne für Fachkräfte durch die Decke gehen. Das ist ein Märchen, das schon seit Jahren erzählt wird und es war noch nie wahr, außer um weiter die anderen Fachkräfte importieren zu können. In der Realität sind wir in einer Stagflation angekommen, die mit viel Mühe kaschiert wird (z.B. in dem man kreativ die Warenkörbe anpasst, mit denen man "Inflation" (eigentlich Preissteigerung, Inflation ist was anderes) misst).
Die Arbeitslosenzahlen leiten da gerne fehl, aber selbst die steigen und man kann sich mal den Finanzbedarf für Leistungen der BA anschauen und bekommt feuchte Augen - aber nicht vor Freude.
 

Laurenz

5. Juni 2026 21:54

@Herold ... Ihre eher liberale Haltung berücksichtigt nicht die Bedürfnisse des Staates. Das sorgt nur dafür, daß wir mehrheitlich Studienabgänger reicher Familien haben werden, ganz abseits dessen, ob die Hirn in der Birne haben oder nicht mal als Dorfdeppen durchgehen. Das können wir uns nach 50 Jahren Bildungskrise einfach nicht erlauben. Bin zwar nicht im Detail im Bilde, aber Milei hat den Unis die Budgets aus Bundesmitteln um 70% gekürzt, damit die Unis Argentiniens kein Geld mehr für politische Projekte haben, aber gleichzeitig unterstützt Milei, so ganz anders als es Ihren Vorstellungen entspricht, kinderreiche Familien & Rentner. Denn, wenn man die Rentner Scheiße behandelt, will niemand mehr für den Staat eintreten & ohne Kinder gibt es keine Zukunft. Ich dachte, ich hätte beim letzten GK-Artikel die liberalen Dummbatzen ein für allemal abgeräumt. Es ist arg mühselig unseren Ideologen immer wieder die Realität nahe bringen zu müssen. Zum 1.000sten x auf der SiN: Eine liberale AfD wird nicht gewählt. Man kann den liberalen Faktor nur dort einsetzen, wo er mehrheitlich akzeptiert wird.

Le Chasseur

5. Juni 2026 22:22

@Laurenz
"Lehrer werden wir nach einer Remigration eh zu viele haben."
Es wird keine Remigration geben.

Hedda

5. Juni 2026 22:38

Generell bin ich für Eigenleistung, für Arbeit & Studium bzw. Duales Studium, für eigenverantwortliche Lösungen. Ausnahme leistungsbezogenes Stipendium. Der mittlere Sohn (Begabtenstudium) finanzierte sich über diverse Jobs bis hin zur Straßenmusik selbst (ein Instrument lernen, kann sich auszahlen - Bach, Händel, saisonales Weihnachts/Osterrepertoire). Er schlief temporär in der Universität und schloss in der Regelstudienzeit erfolgreich ab. 
Der Jüngste studiert Physik, nebenbei etwas Jura, und schreibt seine Zwischenprüfungsarbeit über Modelle intuitionistischer Logik. Ich finanziere ihn voll. Bafög bekommt er nicht. Meine egoistischen Hoffnungen gehen auf ein Stipendium. Insgesamt konstatiere ich jedoch Erziehungsfehler meinerseits (wer nebenher etwas Jura treibt, kann auch nebenher etwas arbeiten). 
Das gesamte Bildungssystem müsste vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Gegen eine solide Ausbildung nach der 10. Klasse ist nichts einzuwenden. Das Erlangen des Abiturs sollte wieder akademisch ausgerichtet werden. Entsprechend wäre das Studium zu gestalten. Bologna ist eine Katastrophe, die das schulische Angebot trefflich ergänzt: Von 30 Physikstudenten waren nach zwei Semestern noch ganze 8 übrig. 
@ Caroline Sommerfeld Die Situation ist ein Luxus-Beispiel. Warum geht der Vater der Kinder nicht arbeiten? Weshalb soll ihn jemand finanzieren? Hier scheint Eigen- vor Gemeinnutz zu gehen. Für den eigenen Lebensunterhalt sollte man selbst aufkommen.

Majestyk

6. Juni 2026 00:20

@ Laurenz:
"Ich dachte, ich hätte beim letzten GK-Artikel die liberalen Dummbatzen ein für allemal abgeräumt."
Tja, das ist so eine Sache mit dem Denken. Glaubt man der KI so müssen Studenten im kommunistischen China (welches Sie gerne als nationalsozialistischen Musterstaat beschreiben) Studiengebühren zahlen. Je nach angestrebtem Abschluß und Fachrichtung zwischen 1.500 und 10.000 Euro pro Jahr. Im Gegenzug gibt es leistungsbezogene Stipendien und die anderen müssen Studienkredite aufnehmen. Wie schafft es China bloß seinen Bedarf an Akademikern zu decken ohne Studium für lau und Förderung durch Papa Staat mittels Gießkannensystem?
"Eine liberale AfD wird nicht gewählt"
Möglich. Eine (national)sozialistische oder nationalsozialdemokratische AfD aber auch nicht. Jedenfalls nicht von mir.

Guilelmia

6. Juni 2026 06:04

»Laut aktuellen Studien („Jugend in Deutschland“ 2026; „YouGov“ 2025) planen 21% der jungen Leute unter 30, Deutschland zu verlassen. 41% könnten es sich immerhin gut vorstellen. No Country for young men.«
Wie also sorgen Sie/wir dafür, dass die young men im Land bleiben? Was will die AfD dafür tun? – "Arisierung" geht nicht mehr, auch wenn das mal der Kassenschlager (falsches Bild?) gewesen sein soll. Ja, ich war nicht dabei. Et si omnes ego non.
 

Kurativ

6. Juni 2026 06:15

Angesichts der Milliarden an Ukraine und Co im Rahmen der teuflischen Abhängigkeiten von Deutschland gegenüber Wall Street, EU, NATO und West-Oligarchen sind die paar Euro für eine moderate Bafög Erhöhung tatsächlich lächerlich. Das Geld soll halt woanders hin. Solange man dem eigenen Land und den Insassen irgendwie schaden kann, macht man es.
Ich selber lebte zu Hause und bekam ein paar Euro aufs Konto. Arbeiten in den Semesterferien habe ich aus lange Weile. Konnte wahrscheinlich steuerlich abgeschrieben werden. Ich hatte schon einen Facharbeiterbrief. Wohlwollende Handwerksmeister wollten mich auch für die Vorlösungszeit. Da habe ich einen Fehler gemacht. Studium war nicht schwer. Mit dem linken Zeug im Kopf habe ich mir meine Zeit schwer gemacht.
Zum Bafög: Man könnte auch zur Bank gehen und einen Businessplan vorlegen: Ich studiere noch, und dann zahle ich ich mit dem neuen Job zurück. Ich kenne welche. Sah gut aus. Beim Bafög trägt der Steuerzahler das Risiko. Auf der anderen Seite: Was man kriegen kann... Und unbeschäftigte Paläontologen mit Masterabschluss kann man als Politiker abhängig von dem Parteivorstand machen, weil die in der offenen und freien Wirtschaft nicht ihr eigenen Brot verdienen könnten.

Mitleser2

6. Juni 2026 08:13

@Herold: "Wenn hier Fachkräfte fehlen würden, würden die Löhne für Fachkräfte durch die Decke gehen."
Das mag noch so sein. Aber fragen Sie mal Handwerksmeister. Viele deren Mitarbeiter nähern sich der Rente, und was nachkommt ist oft eine Katastrophe. In Oberbayern arbeiten Maler, Fliesenleger, Renovierer etc. ganz viel mit Bosniern. Die sind echt gut und wollen noch was reißen.

Laurenz

6. Juni 2026 09:06

@Le Chasseur ... Ihre depressive Sicht ist nicht nur hier weit verbreitet. Ich kann damit nichts anfangen. Schauen Sie das neue Höcke-Interview bei Weltwoche. @Majestyk @L. ... Die AfD hat nicht vor, ein Mehrparteien-System abzuschaffen, insofern gibt es keine nationalsozialistische AfD. Ein wichtiges Merkmal des politischen Nationalszialismus ist der 1-Parteien-Staat. Der ökonomische Nationalsozialismus hat sich bei uns bis in die 60er bewährt & wird auch in den USA von der Rechten nicht-tarifär favorisiert. Bei der Chinesischen Bildungspolitik haben Sie wieder nicht genau recherchiert. Es ist richtig, China nimmt p.a. 1,5k - 5k €. Der Staat behält die Preiskontrolle & steuert mit Stipendien & kleinen Studentenkrediten für die Landbevölkerung die Wahl des Studienfachs. In den USA sind die Studentloans & alle (auch die Nullinger-) Fächer garantiert, was zu einer Studentenkredit-Blase von 1,9 Bio. US$ geführt hat. Das Geld haben die Unis einkassiert, & machen mit einem Luxus-Campus linksradikale Politik. Davon betroffen sind über 40 Mio. US-Amerikaner. Milei hat das US-System nicht kopiert, sondern hat externe Prüfungen für die Unis eingeführt, deren Ergebnis die finanzielle Förderung des Staates bestimmt.

RMH

6. Juni 2026 09:24

@Kurativ, die private Bank, die Studienkredite vergibt, möchte ich sehen. Die Kreditvergaberichtlinien (überigens machen diese die bösen Banken nicht selber) geben sowas über Kleinstkredite meist nicht her. Es gibt aber von der KfW Studiendarlehen, die haben Konditionen, dass man jeden Studenten davor nur warnen kann. 

RMH

6. Juni 2026 09:24

@All: Insgesamt mal wieder viel Erwartung an einen Staat, ein System, welches man doch im Grunde sehr stark ablehnt. Ich weiß, dass Geld vom Staat nehmen wird von manchen auch noch irgendwie mit "macht kaputt, was euch kaputt macht" oder ähnlichem verqueren Gedanken gerechtfertigt. Das Wort "Anstand" oder das Geschimpfe über andere Transferempänger, braucht man dann aber nicht mehr überstrapazieren, da irgendwie von dem Finger, mit dem man auf andere zeigt, einige auf einen selber zurück zeigen. Generell offenbart man seine Vermögensverhältnisse mit all diesen Anträgen auf Subventionen, die oft nur aus Gier gestellt werden oder unter dem Aspekt, endlich auch mal was zu bekommen & der Staat hat noch mehr Wissen über einen, also ohnehin. Muss alles nicht sein, wenn man selber es stemmen kann. Und das könnten auch die meisten der "Berechtigten".

Le Chasseur

6. Juni 2026 10:13

@RMH
" Ich weiß, dass Geld vom Staat nehmen wird von manchen auch noch irgendwie mit "macht kaputt, was euch kaputt macht" oder ähnlichem verqueren Gedanken gerechtfertigt."
Da ist gar nichts verquer. Jeder Euro, der nicht als BAföG -Leistung ausgezahlt wird, landet in dem schwarzen Loch namens Ukraine, in den Kassen von Rüstungsunternehmen für überteuerten Schrott oder auf den Konten der fremdgesteuerten  Berufspolitiker, die dieses Land absichtlich in den Abgrund führen.

Laurenz

6. Juni 2026 10:47

@RMH @Kurativ ... bei der knapp 1,9 Bio. US$-Studentenkreditblase der USA, sind nur knapp 1,7 Bio. US$ staatlich vergeben. Der Rest (nicht ganz 200 Mrd. US$) ist durch Banken finanziert.

Gracchus

6. Juni 2026 10:53

@RMH: Scherzkeks. Die allermeisten Unis sind doch staatlich. Wenn man von denen den "Segen" der Lehre und eines Abschlusses empfängt - warum nicht Geld? Nach deiner Logik dürfte, wer den Staat ablehnt, ans Studieren gar nicht denken.

Christa

6. Juni 2026 11:04

@RMH: Die Zeiten haben einen extremen Wandel der Bildungslandschaft hervorgebracht. Auch stelle ich mir die Frage, ob wir wirklich jeden Studiengang benötigen. Die geschaffenen Studiengänge resultierenden gerade nicht aus den Nachfragen am Arbeitsmarkt, sodass Hochschulabsolventen nach dem Studium nicht selten arbeitslos bleiben. Zuletzt lief ich auf einem Unigelände, wo regelmäßig gegen die AfD protestiert wird, nun ein Infostand der DKP stand. Soweit ist es schon ...
@Herold: Einer meiner Söhne macht eine Ausbildung zum Maurer. Die Bauunternehmer raufen sich die Haare, was sich dort bewirbt. Der Fachkräftemangel resultiert auch daraus, dass junge Leute entscheiden können, sich die Hände schmutzig machen zu müssen, zu tun, was der Vorgesetzte sagt ODER gleich von der Wohlfahrt leben zu wollen. Alles schon direkt erlebt. Ein Betreuer von Wohngruppen, mit dem ich mich darüber unterhalten habe, macht nämlich diese Erfahrung.

Caroline Sommerfeld

6. Juni 2026 12:16

Meines Erachtens gibt es in dieser Frage zwei Denkmöglichkeiten: inside und outside the box. Mein (reales) Beispiel ist natürlich inside, hier und jetzt, die wollen in der realexistierenden BRD studieren, haben diese und keine anderen Eltern, und können nicht auf eine Revolution von rechts (= von oben) warten. Im derzeit noch am Laufen gehaltenen System brauchen sie dafür Staatsknete. Es ist also von innen betrachtet einfach utopistisch gedacht, daß es selbstverständlich besser wäre, jeder Ehemann und Familienvater wäre auch Ernährer und Sparer, Deutschland braucht wesentlich weniger Akademiker bzw. Bullshit-Studien-Absolventen und Arbeit im praktischen Leben ist überhaupt sinnstiftender und menschengemäßer als solche hinterm Rechner, von kommenden Kriegen und Selbstversorgungsfähigkeit einmal ganz abgesehen. Outside the box gedacht bin ich genau dafür. Die dahinterstehende Frage ist: Denkt man als Rechter vom realexistierenden System her (=wirklichkeitsnah) oder vom übergeordneten Guten (=wirklichkeitsnah) – was ist Wirklichkeit? 

Kurativ

6. Juni 2026 12:48

@RMH (6. Juni 2026 09:24) : Wenn Sie Interesse haben, kann ich gerne mal nachfragen. Ich schätze, dass es den dortigeren Entscheidern auf die Person und eine mögliche Perspektive ankommt. Chonischer Fatalismus und der Blick auf das Negative würden sich dabei eher ungünstig auswirken.

Laurenz

6. Juni 2026 12:59

@CS ... das beschreiben Sie völlig korrekt. Und welche Wertschöpfung erzielen Abhandlungen über Kant?

Herold

6. Juni 2026 13:57

CS:

und können nicht auf eine Revolution von rechts (= von oben) warten

Nach einer "Revolution" von rechts sollten die auch nicht auf die Uni gehen, wenn sie sich das nicht selbst leisten können.
Was ist das eigentlich für ein linkes Weltbild, dass hier herrscht? Erfolg, aka Reichtum und Macht, korrellieren mit hoher Intelligenz und anderen Charaktereigenschaften, die wünschenswert sind. Natürlich sollte eine rechte Bewegung dafür eintreten, dass es eine echte Elite gibt und nicht alle irgendwie gleich sind - weil wir es nicht sind.
Dass man glaubt, die AfD könne sowas nicht fordern, weil sie dann von den armen Schluckern und Boomern aus dem Osten nicht mehr gewählt wird - ja das ist am Ende der Leim, der die BRD zusammen hält, viel stärker als eine Brandmauer. Dann wird die AfD halt die nächste SPD, nur mit weniger Türken. Die brauch ich aber auch nicht. Niemand kann mehr gegen die "moocher and looter" anstinken, wenn sie mal das einzige erlangt haben, was ihnen politisch Wert gibt: Ihr Kreuzchen. 

bb

6. Juni 2026 14:40

Vorschlag: Studenten oder Auszubildende leihen sich pro Semester und bis zu einer bestimmten Maximalsumme Geld vom Staat. Im Gegenzug müssen sie die jeweils aktuelle Immatrikulationsbescheinigung o.Ä. vorlegen. Der Staat gibt dreißigjährige Bundesanleihen aus, um dieses Geld zu beschaffen. Nach dem Studium muss das Geld mitsamt Zinsen vollständig zurückgezahlt werden. Der Staat kauft sich damit die Anleihen zurück. Vor einem Wegzug aus Deutschland muss der Kredit vollständig getilgt sein, analog zur Wegzugsteuer. Hochschulen finanzieren sich über Studiengebühren.
Dieses System ist weniger bürokratisch als Bafög. Jeder kann sich passend zu seiner finanziellen und familiären Situation verschulden. Hochschulen konkurrieren untereinander und haben einen Anreiz, die Studiengebühren effizient zu verwenden. Auszubildende werden nicht benachteiligt. Studenten haben den Anreiz, ihr Studium schnell abzuschließen und nebenher zu arbeiten. Absolventen haben den Anreiz, in Deutschland zu bleiben. Staatliche Investitionen in Bildung erfolgen gezielt.

Laurenz

6. Juni 2026 15:34

@Herold ... Nach einer "Revolution" von rechts sollten die auch nicht auf die Uni gehen, wenn sie sich das nicht selbst leisten können. ... Sie wissen schon wieder nicht, was Rechts ist. Der woke Feudalismus, der Ständestaat des II. Reichs ist/war eindeutig ein linksextremer Staat. Rechts ist das Bekenntnis zum Deutschsein, entstanden durch die Deutsche Romantik. Der Masse des Adels ging Deutschland, wie der Linken, am Arsch vorbei. ZB an Karl May, einem der erfolgreichsten Autoren/Literaten der Menschheitsgeschichte, erkennt man dessen unglückliche Divergenz. Einerseits seine gescheiterte christliche Mission (im Verhältnis zum Glauben im Mittelalter) & seiner schon frühen, sozial eher schwachen Leserschaft im Deutschen Hausschatz, die an Mays Vaterlandsliebe hing. Ich kann das auch noch weiter ausführen, aber ich habe schlicht die Nase voll davon, hier dauernd irgendwelchen Neuankömmlichen das Grundlegende an Deutscher Geschichte zu vermitteln, was hier (auf der SiN) schon mehr als ein Jahrzehnt debattiert wird.

Umlautkombinat

6. Juni 2026 15:47

Reichtum und Macht, korrellieren mit hoher Intelligenz und anderen Charaktereigenschaften, die wünschenswert sind. 

Ich dachte das ist Ironie, aber das "wuenschenswert" war dann doch zu dick aufgetragen.
 

Hedda

6. Juni 2026 16:44

@Caroline Sommerfeld
Warum brauchen die Kinder dafür "Staatsknete"? Ich verstehe den Ansatz nicht. Sind die Kinder bzw jungen Erwachsenen begabt, findet sich ein Stipendium. Möchten die Kinder etwas unbedingt, können sie das via Arbeit und Studium, dualem Studium oder Arbeit und Fernstudium realisieren. Was steht dem im Wege?
Hier wurde ein Konstrukt beschrieben, dass ich zutiefst ablehne: Es wird genommen (aus "alternativem Idealistismus") und es wird mehr erwartet. Transferleistungen dieser Art führen zum Hausschwein ohne Weide - fett und träge. Das gibt es hier im Umfeld auf dem Land in Sachsen-Anhalt auch - "rechte" Männer und Frauen, die "traditionell" leben und ALGII beziehen. Häufig zu träge, um die eigenen Kinder zu beschäftigen - die kommen früh in den Kindergarten und spät aus der Staatsschule. Das Essen kommt aus der Kaufhalle oder vom Dönerladen. Kritisiert wird alles und wenn jemand sich laut aufregt, weil irgendeine Sache gerade mal nicht verfügbar ist, stammt er unter Garantie aus der Klientel. Maß und Wert werden hier nicht vermittelt. Das sehe ich auch nicht anders, wenn man "alternativ" lebt und wirtschaftet. Aber klar, da muss Bafög für die Kinder her. Nicht dass sie sich etwa überanstrengen, sich selbst Gedanken machen und auf alternative Ideen wie Arbeit in den Semesterferien oder am Wochenende kommen.

Caroline Sommerfeld

6. Juni 2026 17:49

@Hedda u.a.: Ich lerne aus dieser Debatte Grundsätzliches. Wenn es "links" ist, für Umverteilung, BaföG, "faire" Studienfinanzierung unabhängig vom Elternhaus zu sein – und "rechts", für den "self made man", Verschuldung durch Kreditaufnahme, Reichtum und Macht als Karrierevoraussetzung und -ziel und neoliberale "Werte" zu sein, dann bin ich (auf der Ebene outside the box) weder noch, weil diese beiden "Lager" stets gegeneinander ausgespielt wurden und werden. Dann bin ich reaktionär: Eine Elite von hochbegabten Männern heranziehen, sie je nach persönlicher Eignung Wirtschaft, Technik, Medizin, Geschichte und Theologie studieren lassen auf Kosten des Staates bzw. der Kirche. Die Normalbegabten in Landwirtschaft, Handwerk, Industrie und Handel möglichst frei Ausbildungen wählen und vom Betrieb finanzieren lassen, die Betriebe steuerlich diesbezüglich freistellen. Und die einfachen Gemüter unter den Männern das arbeiten lassen, was ihr Leben mit Sinn erfüllt: Knecht, einfacher Handwerker, Verkäufer, Fahrer etc. Alle dazu fähigen Männer gründen Familien und ernähren sie durch ihre Arbeit. Die Frauen werden Mütter, von sehr wenigen hochbegabten Ausnahmen (Künstlerinnen, Ordensfrauen, Ärztinnen, Erfinderinnen etc.) abgesehen, für die es Stipendien und immer schon Sonderwege gibt. Lehrerinnen, Erzieherinnen und Krankenschwestern auszubilden wäre Sache der Kirche für die jungen Frauen, die keine Familie haben wollen oder können. So ist Europa groß geworden, so kann es wieder groß werden.

Carsten Lucke

6. Juni 2026 18:11

@ Umlautkombinat
Könnten Sie sich bitte angewöhnen, zum Zitat auch den Autor zu nennen ? 
Das wäre nett - danke !

Ein gebuertiger Hesse

6. Juni 2026 18:25

Bevor die Relationen untergehen, hier nochmal die schieren Zahlen aus dem Artikel:
'Die BAföG-Ausgaben des Bundes betragen rund zwei Milliarden Euro jährlich.
Der Bund gibt jährlich 83 Milliarden Euro für „Verteidigung“ aus. Für „Arbeit & Soziales“ (vor allem für Zuschüsse zur Rente, 127 Mrd. davon) blecht er 197 Milliarden. Der Entwicklungshilfe-Etat, der heute anders heißt (Arbeit auf Augenhöhe oder so) beläuft sich auf 10 Milliarden pro Jahr.'
Also, worüber reden wir?

Kositza: Ich find die Smileys nicht. Suche den mit der Kußhand!

Laurenz

6. Juni 2026 18:56

@Hedda @Caroline Sommerfeld ... man kann das noch drastischer als CS ausdrücken. Wir Deutschen sind alle mehr miteinander verwandt, als mit sonstwem. Das Vaterland & sein Volk ist im weiteren, abstrakten Sinne Familie, Stamm, Kommune, Verein, egal, welchen Maßstab man anlegt. Da wir außer Kohle & Wasser nicht wirklich über Rohstoffe verfügen, ist die Ausbildung, egal ob akademisch, kaufmännisch oder handwerklich, das A & O für das Überleben unseres Volkes. Da ist es auch nicht egal, was man ausbildet, wenn es um die nackte Existenz geht. Paul Kennedy beschrieb in seinem Mammutwerk "Aufstieg und Fall der großen Mächte“ (The Rise and Fall of the Great Powers) exakt, warum Deutschland in 2 Weltkriegen so lange gegen eine x-fache Übermacht aushalten konnte. Wegen der weltweit besten Bildung & Berufsausbildung seiner Soldaten. Der Gedanke, daß der Deutsche Staat hier nicht steuert & nicht auch radikal die Blöden unter uns fördert, ist ein abwegiger, linksextremer Gedanke. Die Bildungs-Basher hier denken die Konsequenzen ihrer Haltung einfach nicht zuende. Das sieht CS völlig korrekt.

Gracchus

6. Juni 2026 19:35

Was EK im letzten Abschnitt anspricht, ist irgendwie typisch. Im Inneren und gegenüber den Seinen ist "der Deutsche" geizig, nach außen mimt er den Krösus und hat die Spendierhosen an. 
Ich gönne es jungen Menschen, sich ein paar Jährchen nutzlos wildem Denken hinzugeben sich intellektuell auszutoben - bevor sie in der Berufswelt dem Fachidiotentum und dem Stumpfsinn anheimfallen - allerdings: die heutige Uni scheint wenig dazu geeignet; für mich war sie schon - das war vor den unseligen Bologna-Reformen - eher enttäuschend, ich habe seither eine Vorliebe für Autodidakten, die Akademisierung, finde ich zum Beispiel, schadet der schönen Literatur, und jetzt, nach, mit Bologna, bleibt anscheinend noch weniger Freiraum.
Corona hat ja das Versagen der Akademiker-Kaste schmerzhaft-eindrucksvoll gezeigt; das kommt nicht von ungefähr. 
Wenn ich die Uni - gerade für "Ekstatiker" - nicht unbedingt empfehle, so bin ich doch - so oder so - für Bafög, ein Studium sollte nicht nur rich kids offenstehen. Es ist auch nicht schlecht, wenn die jungen Kubitscheks mit ihrem etwas anderen Geisteshintergrund den Laden aufmischen. 
 
 
 
 

nom de guerre

6. Juni 2026 19:52

Frage an Frau Sommerfeld: Haben Sie dieses in unterschiedlicher Hinsicht etwas erstaunliche Konzept nicht zu Ende gedacht, habe ich es nicht richtig verstanden oder sind Sie tatsächlich der Ansicht, dass (von den von Ihnen genannten sehr wenigen hochbegabten Ausnahmen abgesehen) JEDE Frau, die keine eigenen Kinder haben kann oder will, Lehrerin, Erzieherin oder Krankenschwester werden sollte? Damit also unabhängig von persönlicher Eignung oder Neigung, und das ausgerechnet in Berufen, die "nah am Menschen", in den genannten Beispielen sogar besonders hilfs- bzw. schutzbedürftigen Menschen, angesiedelt sind? Was macht denn ganz nebenbei bemerkt eine Frau, die keine Kinder haben WILL, zu einer guten Erzieherin oder Lehrerin? Man könnte doch vielmehr auf den Gedanken kommen, dass sie mit Kindern nicht gut zurechtkommt und das glücklicherweise auch selbst weiß.

Kommentar CS: Nein, nein, es gab immer auch Frauen ohne "mütterliche Ader", die im väterlichen Betrieb oder auf dem Hof, in der Kultur oder im Handel mitgearbeitet haben, und die wird es auch immer geben.

Monika

6. Juni 2026 19:53

@ Laurenz zu CS 12.59, Eine Dissertation über Kant und drei Kinder, d.i. eine maximale "Wertschöpfung". Und selbst so ? 

RMH

6. Juni 2026 20:24

@Gracchus, war aber kein Scherz. Wenn man die niedrigen Studiengebühren als Argument pro BAFöG heranzieht, dann gibt es 2 logische Konsequenzen: Ausweitung des mickrigen Schüler-BAFöG oder Einführung von Gebühren für Oberschulen /Gymnasien und Hochschulen. Mir persönlich egal (meine Kinder erben dann halt weniger, wenn es mehr an Ausbildung kostet. Da die linke Kamerilla ja die Erbschaftsteuer permanent anheben will, evtl. sogar besser), aber aufs Land gesehen hat Deutschland bisang von der Abschaffung des Schulgeldes und niedrigen Studienbeiträge profitiert. 
Außerdem habe ich Eingangs ein System genannt,welches aus meiner Sicht gerechter wäre und wesentlich unbürokratischer wäre, als das, was heute ist. Und wer aktuell für eine Erhöhung des BAFöGs ist, der darf sich nicht wundern, wenn die läppischen maximalen 10k Rückzahlung in Konsequenz angehoben werden (eigentlich überfällig). Wäre aus meiner Sicht die aktuell allereinfachste Lösung bei knapper Kassenlage.

Hedda

6. Juni 2026 20:27

@Caroline Sommerfeld Da gehen wir ungefähr d'accord. Dann passt Ihr Beispiel nicht. Begabtenstipendien gibt es ja bereits. 

RMH

6. Juni 2026 20:32

@Laurenz, man kann meiner Meinung nach die USA nicht mit D in punkto Studienkredite vergleichen. Worauf ich mit meinen Beitrag an @Kurativ zum Ausdruck bringen wollte, war etwas, was Sie als Ex-in der Bank/Finanzindustrie Mitarbieter wissen müssten oder besser wissen. Banken haben bei der Kreditvergabe sehr viel zu bachten, zu prüfen, kommt auch über die EU etc. Bonität, Sicherheiten etc. - was soll da ein Student anbieten können, außer seine Zukunft, welche zu keiner guten Risikoeinstufung führen würde? Evtl. Bürgen ja andere, dann kann es billiger werden. In Deutschland dominiert bei Studentenkrediten die KfW - und die kocht die Jugend ab. Da motzt von der Linken/SPD etc. seltsamerweise keiner.

Ellen Kositza

6. Juni 2026 21:22

@Hedda Mir wär`s grad lieber, Sie hätten das an mich gerichtet. ICH hatte doch eingangs berichtet, daß die Kinder „Staatsknete“ kriegen, obwohl wir nicht unterprivilegiert sind.

Sehen Sie: Das Leben und die Leben sind nicht schwarz/weiß, es gibt hunderte Graustufen. Vielleicht ist ein Elternteil schwer krank, das andere pflegt? Vielleicht kann einer bei Stipendien nicht reüssieren, weil er einen „verbrannten“ Namen trägt? Vielleicht arbeiten die Kinder ja, aber 500 € reichen nicht hin, weil es ein anspruchsvolles Studium ist, das eigtl. vollen Einsatz verlangt?

Und daß „Transferleistungen“ vulgo unsere Steuern ohnehin in alle (un)mögliche Richtungen fließen, was ist damit?

Mir ist auch nicht klar, was das für Leute sein sollen, die „traditionell“ leben, aber in Dönerläden futtern und die Kinder zur Aufbewahrung weggeben. Klingt SEHR schräg. Daß Sie „Maß und Wert werden nicht vermittelt“ mit dem Namen von CS vermengen, ist beinahe boshaft.

Le Chasseur

6. Juni 2026 21:59

@Ein gebuertiger Hesse
Durch den Tankrabatt vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 verzichtet der Staat auf Steuereinnahmen in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro.

RMH

6. Juni 2026 22:00

@Gracchus, wer BAFöG bekommt und ernsthaft davon leben muss, für den ist ein nettes Studentenleben mit langen Abenden mit Ausgehen, Kneipen, Bars, Clubs & in den Semesterferien die obligate Fernreise sicher nicht drin. Insofern ist BAFöG in der Breite oft nur ein Mitnahmeeffekt. 
@Ein gebürter Hesse, Also, worüber reden wir?
Wir reden über - so die Zahlen, die mir die I-Net Recherche ausgeworfen hat - von 3.1 Mrd Ausgaben des Bundes, die geschätze 30-50 Mio Verwaltungsausgaben in den Ländern zur Folge hat (& nicht schtäzbare Pensionskosten für die Beamten am Ende). & das Argument, woanders hat man den Geldscheißer, trägt einfach nicht bei Steuerausgaben, sondern es ist klassischer Whatabboutism. Es heißt immer, D sei ein rohstoffarmes Land (was in der genannten Absolutheit so nicht stimmt, bei uns ist die Exploration nur zu teuer & wir haben "Umwelt"-Gewissensbisse) & man müsse daher massiv in "Bildung" investieren. Warum man dann das faktisch ungerechte Gießkannen- BAFöG, was am Bedarf vorbei fördert, verteidigt, erschließt sich mir nicht. 3.1 sinnlos & falsch ausgegebene Milliarden sind 3.1 Milliarden zu viel & nicht dadurch gerechtfertigt, dass anderen Ortes hunderte Mrd sinnlos ausgegeben werden. Die Ausbildungsförderung bedarf einer kompletten Reform. Aktuell, wie alle anderen Reformen, nicht durchführbar.

ofeliaa

6. Juni 2026 22:27

Naja, Leute man muss es so klar sagen: Deutsche will man nicht. Nirgends. Es tummeln sich unendlich viele indische Menschen auf dem Campus. Die haben alle einen Platz im Wohnheim. In deren Ländern herrscht übrigens kein Krieg. Uns Deutschen sagt man, dass man für ein Wohnheimzimmer auf eine Warteliste muss. Ich kann hier nicht zu viel schreiben, weil ich dafür gar keine Kraft mehr habe, aber seien wir ehrlich: Deutsche will niemand. Ausländer bekommen Wohnraum, Krankenversicherung (wisst ihr wie unfassbar schwierig es ist, als Student ü25 eine Krankeversicherung zu bezahlen?), sonstige Hilfen und Verständnis entgegengebracht. Deutsche bekommen weniger als einen feuchten Händedruck. Und wie man ein Kind großziehen soll, OHNE es fremdbetreuen zu lassen, weiß ich nicht. Ich wollte mein Kind gerne nach Montessori erziehen bzw. bilden - aber dafür müsste ich zuhause bleiben können. Ich denke, das wird niemals möglich für mich sein. Viele Frauen würden gerne für ihre Kinder da sein, aber entweder kann man dem Mann nicht vertrauen, dass er einen nicht plötzlich verlässt und man dann ohne eigenen Job dastünde, oder der Mann verdient auch nicht genug oder erwartet von der Frau, dass sie arbeiten gehen muss. Meistens vor allem letzteres. 

Umlautkombinat

6. Juni 2026 22:30

@Carsten Lucke

Könnten Sie sich bitte angewöhnen, zum Zitat auch den Autor zu nennen ? 

Meist mache ich das. Wenn nicht, schaffen Sie das mit einer Selektion und der browsereigenen Suchfunktion, da ich bin zuversichtlich.
Bei dem schrottigen Editor hier bin ich froh, wenigstens ein Zitat hinzubekommen, Listen z.B. funktionierten noch nie. Insofern verrenke ich mich nicht um Standardfunktionalitaet selbst herzustellen, gesagt wurde das oft genug. 

Ein gebuertiger Hesse

6. Juni 2026 22:37

@EllenKositza
Es ging mir bloß um verschiedene kraße Höhenunterschiede - wuthering heights -, was die Alimentationsgrößen angeht, die Sie - Kußhand - in Ihrem Artikel herausgearbeitet haben.

RMH

6. Juni 2026 23:50

Habe gerade einmal versucht herauszufinden, wie viele ausl. Studenten BAFöG beziehen. Habe nichts dazu finden können, angeblich wird das statistisch nicht erfasst. Da die Anzahl der BAFöG Bezieher tendenziell rückläufig ist, ist mein Verdacht, dass Deutsche weniger beziehen, dafür mehr Ausländer, die zudem wohl meist den vollen Satz erhalten. 
Wäre mal ein Thema für eine Anfrage der AfD im BT.

Laurenz

7. Juni 2026 00:30

@Monika @L. @CS ... Eine Dissertation über Kant & drei Kinder, d.i. eine maximale "Wertschöpfung". Und selbst so? ... Das sehen Sie so. Bei den 3 Kindern werden wir uns 100% einig. Bei Kant nicht wirklich. Philosophie hat nach Platon/Aristoteles 0 Einfluß auf irgendwas. Die diametralen Unterschied sieht man exakt bei Francis Bacon, 2 Welten in einer Person, die nichts miteinander zu tun haben. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, weder will ich die Philosophie verbieten, noch jemanden das Philosophieren. Halte es da mit Goethe & Seinem Faust. "Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei & Medizin, & leider auch Theologie Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! & bin so klug als wie zuvor;“ Bei der Intelligenz von Frau Sommerfeld, für was braucht Sie da einen akademischen Abschluß, um Kant abzuchecken? Solch ein Studiengang an der Uni Rostock ist reine Staatsknete-Verschwendung. Ein Buch über Kant kann man auch so publizieren. Behaupte, die Promotion macht CS weder dümmer, noch schlauer als zuvor. Was mich angeht, so war ich die Kernzeit meines Arbeitslebens ein mieser Zinsknecht. In diesem Genre kommt man direkt mit Politik, Information, Geld, Marktmeinung, Kreditrisiko, Zentralbankpolitik etc. pp. in Berührung. Ohne das, könnte ich hier zB nichts über eine inverse Zinskurve schreiben, ohne, daß ich abseits des kaufmännischen Rechnens Ahnung von Mathe hätte. Aber was ein Delta ist, lernt man ganz schnell, wenn man sein Zinsveränderungsrisiko hedgen will.

Gracchus

7. Juni 2026 00:49

@RMH: "Scherzkeks" war ja nur auf den Obersatz bezogen, dass wer den Staat ablehnt, zum Studieren keine Staatsknete abgreifen soll. 
Bekanntlich bin ich ein Feind jeder Bürokratie und für Vereinfachungen zu haben. Was jetzt das beste und einfachste Bafög-System wäre - ich stelle mir vergnüglichere Samstagabend Beschäftigungen vor, als mir darüber den Kopf zu zerbrechen, und wen interessiert's? das perfekte System gibt es ja eh nicht - dein Ziel scheint ja zu sein, die Leute damit abzuschrecken. 
Von Parties und Fernreisen habe ich nicht gesprochen - die sind aber auch drin -,  sondern von Abenteuern des Denkens. 

Gracchus

7. Juni 2026 01:21

@EK, Gebuertiger Hesse: Danke für die Zahlen. Das ist wie erwartet nicht der Rede wert. Das Anti-Bafög-Argument scheint jedoch zu sein: das reizt die jungen Leute an, irgendetwas Nutzloses - Geisteswissenschaft - zu studieren und wertvolle Jahre zu verplempern, in denen sie wertschöpfend - was auch immer das heißen mag - tätig sein könnten. 

Gracchus

7. Juni 2026 01:23

@Laurenz: Über Kant mag genug geschrieben sein, aber was ist denn mit "wertschöpfend" gemeint?

Gracchus

7. Juni 2026 01:34

Die Geisteswissenschaften - und diesen dient ja der Groll zu gelten; wer MINT-Fächer studiert, scheint dagegen gerechtfertigt - befinden sich zugegeben (soweit für mich einsehbar) in einem bedauerlich orientierungslosen Zustand, was in der bürgerlichen vom Geldgeist beherrschten bzw. dynamisierten Gesellschaft nun auch wiederum nicht verwundert, aber statt auf deren Abschaffung hinzuarbeiten, kann man sich ja auch überlegen, wie man diese reformiert. 

Majestyk

7. Juni 2026 01:51

@ Caroline Sommerfeld:
Was ist denn an einer Studienfinanzierung durch Umverteilung fair, wo die Mehrheit der Studenten sich doch bloß für Orchideenfächer und Geschwätzwissenschaften entscheidet oder als echter oder angeblicher Mediziner in der Politik oder beim Fernsehen landet? Die Steuern, mit denen jenes selig machende BAFöG ermöglicht wird zahlen auch Leute, die sich ihre Ausbildung erarbeiten mußten. Physiotherapeuten z.B. zahlen einen Großteil ihrer Ausbildungskosten aus eigener Tasche, Kraftfahrer, Piloten u.U. ebenfalls, auch bei den meisten IHK-Fortbildungen sieht es mit der Förderung mau aus. Eigeninitierte Umschulungen gehen auch auf eigene Rechnung. 
Ich war nach der BW auch mal ganz kurz an der Uni, ein halbes Semester Jura, ehe ich merkte, daß das Fach nichts für mich ist und ich da auch menschlich nicht hineinpasse. Ich hätte aber auch kein BAFöG bekommen, mein Vater verdiente als Fernfahrer zu viel, Hätte es aber als unfair empfunden, daß jener für mich auf dem Bock sitzen soll. Kenne andere, die kamen aus vermögendem Haus und wurden mit BAFöG zugeschüttet. Am deutschen Umverteilungssystem ist mal gar nichts fair. Deswegen wird es von Beamten, Politikern, Medienanschaffenden, Funktionären und allen anderen Subventionsbegünstigten ja mit Inbrunst verteidigt. 

Gracchus

7. Juni 2026 01:58

@CK: Mich irritiert auch, dass hier vermehrt neoliberale Postulate Einzug halten, und Ihr reaktionäres Modell hat was für sich, jedoch: Der Wind weht vom Paradies her, es gibt kein Zurück, nur a pilgrim's progress; vielleicht kehrt einiges wieder, vielleicht tritt die wahre, die Heilsökonomie wieder anstelle der Ökonomie der permanenten Verschuldung, und vielleicht ist die These belastbar, dass letztere, die weder Sühne noch Gnade kennt, mit dem Verblassen des Sühn- und Messopfers aufgekommen ist.

Hedda

7. Juni 2026 06:27

@ Ellen Kositza Sie lesen konträr. Das Beispiel der "alternativ" lebenden Eltern kam von Frau Sommerfeld. 
Dass Transferleistungen in diverse Richtungen fließen, rechtfertigt nicht das Bsp.: Der Hartz IV beziehende Vater werkt daheim, die Mutter arbeitet aus idealistischen Gründen nur bedingt, die Kinder brauchen Geld. Man zahlt nicht ein (außer durch die drei Kinder, was nicht wenig ist), man erwartet und nimmt? Sollte es nicht ein Geben und Nehmen im Gemeinwesen geben?
Selbstredend gibt es Grautöne - ich merkte an, dass ich gerade einen "Faulpelz" finanzier. Das anspruchsvolle Studium schiebe ich als Entschuldigung vor: Es gibt angehende Physiker, die arbeiten.
Die "rechten" Familien mit Hartz-IV-Bezug auf dem Land, die wird es auch bei Ihnen geben. Es wäre mir lieb, wären sie eine Überspitzung meinerseits. Der Ansatz, Steuergelder würden auch sonst verschwendet: Ja, Himmel, es wird auch gestohlen, darum stiehlt man doch nicht!
Arbeit erzieht. Sie leben es selbst Ihren Kindern vor. In Notsituationen reißt man sich zusammen. Ich lebe ohne Bad/Wasser von der Pumpe. Das Geld geht ins Studium der nachfolgenden Generation. Das muss nicht jeder so handhaben und, ich schrieb es, ein Stipendium nach erfolgter Zwischenprüfung wäre mir lieb.
Boshaft war nichts. Meine Mutter schrieb dem Enkel zum 18. Geburtstag, man habe seine Ausbildung bisher unterstützt, nun sei es an ihm. Maß und Wert als Rigorosum - flieg oder stürz ab.Auch bei "verbrannten Namen" finden sich Möglichkeiten.

Diogenes

7. Juni 2026 09:55

Über Ministerium muss groß und deutlich stehen: Fordern und Fördern (!) Auslese begint in den förderungswürdigen Fähigkeiten (das Gute, nicht das Schlechte, ist würdig) die vom Gemeinwesen gefordert sind, um die Gesellschaft deutscher Menschen in Einheit Wohl und Heil gedeihen zu lassen. Und um Entwicklung nach Vorne, nach Oben, zu ermöglichen, nach den Sternen zu greifen, die tiefsten Erkenntnisse unseres Universums zu be-greifen! 
 
Sieben! Eine Bestenauslese erschaffen, die würdig ist durch entsprechende(n) Leistungen und Charakter zu herrschen! Eine Aristokratie und Aristosophie, gekoppelt ans Abstammungsprinzip (im größeren Sinne auch u.a. Österreich) nachweisen kann (theoretisch in Dokumenten und praktisch in Erbhöfen/Erbhäusern/Ahnenerbschaft) und Verortung an dt. Volk und Heimat gekoppelt und Förderungswürdig in seinen Fähigkeiten ist, der soll und muss vom idealen Deutschen Staat (ausgehend) die Auslagen bezahlt bekommen. Der soll, nach eingehender Prüfung (Treue und Wille zum dt. Volk und ihm zu dienen) Privilegien gewährt bekommen. Das ist alles machbar. Alleine, es fehlt der nationalpolitische Wille entsprechende Hochschulen (Deutsches Gegenstück zu englischartigen "Gentleman") zu gründen. Stichwort: Schuldkult. 
 
In Geist und Körper das Beste empor und den dt. Menschen verfügbar machen. Es geht nicht darum wer >gerne< studieren möchte, sondern ob >der< es wert ist, daß >wir< als Staat für seine Kosten aufkommen. Was bringt uns dieser Mensch?

Laurenz

7. Juni 2026 12:10

@Gracchus @L. ... Wertschöpfung ist die Schaffung eines Mehrwerts. In der Ökonomie ist es der Prozeß, bei dem ein Unternehmen Rohstoffe, Arbeit & Maschinen einsetzt, um ein (neues) Produkt oder eine Dienstleistung zu erzeugen. Der Wert dieses neuen Endprodukts ist dabei höher als die Summe der eingekauften Rohstoffe & Vormaterialien. Die einfache Formel lautet: Wertschöpfung = Verkaufswert des Produkts - Kosten der Vorleistungen ... Alle anderen Jobs sind entweder Dienstleister der Wertschöpfer (zB Versorger/Entertainer) oder reine Schmarotzer. Die Jobs der Wertschöpfer, die alles finanzieren, sinken in Deutschland rasant & mit ihnen logischerweise auch die Jobs der Dienstleister. Dagegen steigt die Masse der reinen (Henryk) Broder'schen Schmarotzer-Jobs immer weiter an. Ein Philosphie-Professor dient weder den Wertschöpfern, noch den Dienstleistern. Ich kann hier keinen Wert für eine Gesellschaft erkennen. Ein guter Philosoph muß einfach durch das Entertainment seiner Leser/Konsumenten existieren.

Karl

7. Juni 2026 12:53

Müssten bei den Bafög-Kosten nicht eigentlich diejenigen Kosten für den Hoschulbetrieb mit einbezogen werden, der z.T. durch dies Bafög erst generiert wird? Also z.B. Infrastruktur- und Personalkosten? Die Infrastruktur- und Personalkosten belaufen sich auf ein Vielfaches von BAföG (werden aber größtenteils von den Ländern getragen und tauchen daher im Bundeshaushalt nicht auf). Wie hoch wäre dieser Betrag? Ein reiner Vergleich von BAföG mit anderen Bundesetats greift daher zu kurz, wenn man das gesamte System betrachtet. Außerdem entstehen Folgekosten, also z.B. nutzlose Hochschulabschlüsse und deren konsekutive Folgekosten. In der Medizin ist die Knappheit des Personals auch darauf zurückzuführen, dass besonders von den Absolventinnen ein großer Teil nur teilzeitbeschäftigt ist, so dass die Ausgaben für deren Ausbildung gesellschaftlich nicht den vorgesehenen Nutzen einbringen. Ca. 46 % der berufstätigen Ärztinnen arbeiten in Teilzeit. Zum Vergleich: Bei männlichen Ärzten sind es nur 18 %. 

RMH

7. Juni 2026 13:51

@Laurenz, kann ihren persönlichen eingefärbten Feldzug gegen philosophische Bildung nicht so richtig nachvollziehen. Wenn Philosophie, Geisteswissenschaft etc. so vollkommen egal wären, dann bräuchten Sie sich auch gar nicht erst daran abarbeiten. So hingegen wirken ihre Beiträge contra irgendwie so, als ob Sie irgendeine Art von intellektueller Kränkung abarbeiten müssen. Dabei wäre es doch völlig egal, wenn es egal ist. Das ein Studium oder ein Dr. Titel nicht zwingend etwas über Intelligenz aussagt, ist eine Binse, genauso wie die, dass einen Bildung nicht per se zum besseren Menschen oder charakterlich guten Menschen macht. Das Problem an der Philosophie, den Geisteswissenschaften heute ist doch eher, dass es Studiengänge ohne echtes Finanzprestige sind, dass jeder mit Abitur sich da irgendwo einschreiben kann & dilettieren darf. Das gipfelt dann eben auch in einer Flut mittelmäßiger Dissertationen, welche die hervorragenden mit runterziehen. Es ist der Fluch der öffentlich geförderten Universitäten, dass sie Studentenzahlen brauchen, "publizieren" müssen, damit sie weiterhin Staatskohle bekommen. Evtl. sollte man daran mal was änderen, zugespitzt: Statt NC auf Medizin mal einen NC auf Philopsophie, mindestens aber Zulassungs- & Eignungsgespäche. 

EK: 100% Zustimmung

Majestyk

7. Juni 2026 14:02

Die Zensur meines Beitrags von letzter Nacht ist bezeichnend.
@ ofeliaa:
Wenn Sie feministisch leben wollen, sorgen Sie selber für Ihren Lebensunterhalt. Wenn Sie von einem Mann klassisch versorgt werden wollen, bieten Sie diesem ganz klassisch einen Gegenwert, heißt Heim ohne Drama, in welches Mann nach getaner Arbeit gerne zurückkehrt um emotional auftanken zu können. Was Sie wollen sind die Pralinen zweier unterschiedlicher Lebenswelten. Wird nicht funktionieren, wird auch nie ein selbstbewußter, leistungsfähiger, erwachsener Mann darauf anspringen. 
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Laurenz hat völlig recht mit seiner These über Gegenwert.
 
 

Majestyk

7. Juni 2026 14:05

@ Herold:
"Erfolg, aka Reichtum und Macht, korrellieren mit hoher Intelligenz und anderen Charaktereigenschaften, die wünschenswert sind." 
Kann, muß man aber nicht so sehen. Nenne mal die Namen Klaus Schwab oder Friedrich Merz. Erfolg und Reichtum wären Indiz für Leistungsfähigkeit in einer Gesellschaft, in der nur die eigene Leistung über Auf- und Abstieg entscheiden. Dies anzustreben wäre tatsächlich eine sinnvolle Ausrichtung der Opposition.
Erwarte ich nicht bei einem Vorfeld als Think Tank, welches entsprechende Überzeugungen als moralische Verkommenheit einer liberalen Brut betrachtet. Das Vorfeld ist selber etatistisch, siehe jetzige Diskussion. Man ist nur nicht egalitär, sondern eher so ein bißchen ständisch orientiert.
Ob die AfD wirklich zu einer SPD mit weniger Türken werden wird, glaube ich auch nicht so ganz. Die AfD will Erfolg, dazu braucht sie Stimmen. Woher Stimmen kommen ist keiner Partei wirklich wichtig. Buhlen um migrantische Stimmen findet in der AfD längst statt, Höhepunkt Maximilian Krahs Video auf Türkisch. Alice Weidel betont auch die Lebensleistung von Migranten.
Wer betont die Lebensleistung der Aufbaugeneration? Im Gegenteil, schimpfen auf Alte ist en vogue, Ihr Boomerbashing (bin selbst keiner) keine Ausnahme. Auch der Boomer hat ein Recht auf die ihm versprochene Rente und den Genuß seines erarbeiteten Wohlstands. Das werden Sie spätestens dann ähnlich sehen, wenn Sie sich selbst Ihrem Ruhestandsalter nähern.

RMH

7. Juni 2026 14:08

Nochmal zum Thema Geisteswissenschaften:
Untrennbar mit der dt Nationenbildung im 19. Jhdt war der Drang zur Altphilologie, der evtl. noch prägender für D war, als alle technischen Erfindungen zusammen. D war in der Altphilologie - wie auch in den Naturwissenschaften - Weltspitze. Die epochale Unterscheidung zwischen Kultur & Zivilistation, wie wir sie bei Thomas Mann (Betrachtungen eines Unpol.) & vor allem bei Spengler (dank an E. Lehnart für seinen Artikel in Sezession Nr. 131) finden, wäre über diesen "Fimmel" für die Altphilologie nicht denkbar. Nietzsche wohl auch nicht. Wie verdanken dieser Antikenbegeisterung das Gymnasium - für alles andere gab es früher zusätzlich die Oberrealschule.  Dieser altphilologisch geprägte, deutsche "Sonder"- Weg wurde natürlich auch schon von Anbräunern für die dt "Verbrechen" verantwortlich gemacht. Geschenkt. Zurück zum BAFöG: Wenn nur noch wenige gefördert werden, davon viele Ausländer oder Leute, die durch geschickte "Gestaltung" ihre Berechtigung erlangt haben, dann ist es Zeit, daran etwas Grundlegendes zu ändern. Und "Geistis" gegen MINT & andere auszuspielen ändert am Grundproblem eigentlich gar nichts. Ebenso wenig, wenn man Bildung nur nach irgendwelchem "Bedarf" für die Mühlen des Erwerbslebens ausrichtet. Ohne Orchideen keine Schönheit.

Majestyk

7. Juni 2026 14:18

Studenten kann man fördern, aber nie ohne Gegenwert. Wer gefördert studiert, muß auch damit rechnen dürfen, daß er z.B. als Lehrer oder Mediziner die ersten Berufsjahre dort eingesetzt wird, wo Bedarf herrscht. Gleichzeitig muß man Studenten bewußt machen, daß Sie ihr Studium dem Steuerzahler verdanken und dem im Gegenzug etwas schulden. Wenn ich hier lese, daß Studenten ein Recht auf Partys und bummeln haben, schwillt mir der Kamm. Der Lehrling zahlt die Zeche für seine Partys selber. 
Förderung gegen Leistung, heißt Stipendien und Kredite, die gerne später gegen Steuerleistungen verrechnet werden können, aber niemals ein Studium so ganz für lau. Wo das hinführt, sieht man ja. Die Dekadenz eines ehemals sehr leistungsfähigen Volkes kommt ja nicht von ungefähr. Politisch wird dieses Land doch von Akademikern geführt. Wie viele Handwerker, Kaufleute, Facharbeiter oder Landwirte bekleiden denn Ministerposten oder ähnliches? Führen ohne Verantwortung ist bloß Verwaltung. Deutsches Führungspersonal wird an den Universitären aber längst nicht mehr auf Verantwortung und Leistungswillen getrimmt. Woher soll Elite kommen, wenn ich keinen Pool habe, aus dem heraus ich selektieren kann?

Ein gebuertiger Hesse

7. Juni 2026 16:38

@Hedda
"Auch bei 'verbrannten Namen' finden sich Möglichkeiten." Klar, die Welt ist groß, auch wenn sie flach sein sollte, aber bitteschön: wem sagen Sie das denn gerade? 

Ein gebuertiger Hesse

7. Juni 2026 18:50

Und eh, "wir" leben hier in nem Land, auf dessen medialer "Spring schön drauf!"-Schiene sowas unterwegs ist.

Laurenz

7. Juni 2026 21:01

@RMH & EK @L. ... Muß Ihnen hier ganz hart widersprechen. Antaios ist ein eklatantes Argument für meine Schlußfolgerungen. Es gibt keinen Staat, der Antaios subventioniert. Der Verlag agiert in einer Marktlücke, die er bedient. Die Autoren müssen die konsumptive Anerkennung der Leser bewirken, egal, ob sie einen akademischen Abschluß ihr Eigen nennen oder nicht. Mir zB ist die leicht stoffelige Art in ELs Herangehensweise an Sachthemen oder Autoren, meines Erachtens ein Charakterzug Seiner geographischen Herkunft, sehr sympathisch. Was interessiert mich da sein Dr.-Titel? Er ist schlicht ein guter, verläßlicher Mann. Man vertraut Ihm auch in der politischen Tätigkeit. Daß bei den zertifizierungswütigen Deutschen irgendwelche Attribute weiterhelfen, geschenkt. Aber das passiert nur auf der persönlichen Ebene, nicht in der Volkswirtschaft per se. Aber da man Titel kaufen kann, ist das quasi ein volkswirtschaftlich sinnloser Witrschaftszweig geworden. Wissenschaft kackt ab, weil wir heute kaum noch unabhängige Humboldts, zu Neuwieds, Schliemanns oder Paretos mehr haben, sondern Plagiat-Marios.

Gracchus

7. Juni 2026 22:05

@Laurenz: Die Definition hat Ihnen wohl irgendeine KI geflüstert. Der erste Satz ist eine Tautologie, es wird einfach ein "Mehr" reingemogelt. Ich schließe daraus: Sex im Bordell ist "wertschöpfend", Sex mit der eigenen Ehefrau nicht. Dachte mir schon, dass es sich um einen Nebel-bzw. Fetisch-Begriff handelt.

Gracchus

7. Juni 2026 22:14

@RMH: Das sind ja neue Töne. Stimme zu. Im deutschen Griechen-Spleen kann man auch die beginnende Identitätskrise sehen oder den Keim für die missglückte Identitätsstiftung. Mein Eindruck ist auch, dass viele, die eine Geisteswissenschaft studieren, sich nicht wirklich dafür interessieren. Dann noch der Hinweis: Das Ziel der Philosophie war einst die kontemplative Schau. Davon ist gar nix mehr vorhanden. Man müsste also wieder kontemplative/meditative Disziplin einführen. Stattdessen herrscht - wie angedeutet - ein völlig geistwidriger Quantitätsmasstab.

Umlautkombinat

7. Juni 2026 22:26

niemals ein Studium so ganz für lau. Wo das hinführt, sieht man ja. 

Das kann nicht der Schluss sein. Ich hatte fast ein Studium fuer lau. Mit der interessanten Konstellation, Ost- und Westsystem drin zu haben, da von 1987-92 studiert. Im Osten gab es nichts anderes, ab glaube zweitem Studienjahr noch Leistungsstipendien, falls gut genug. Konnte man wegen pol. Fehlverhalten verlieren, aber das war nicht kritisch. 
 
Deswegen wird aber das Studium nicht schlechter. Ich sass in Universitaeten beider Systeme und ich kenne die Qualitaet bis in die Nachpromotion hinein. Den Marxismusschrott konnte man natuerlich knicken - aber speziell in Naturwissenschaften gab es nichts zu verstecken, in der Schulbildung haenge ich diesen Teil sogar hoeher als im Westen.
 
Was der Osten nicht hatte, war etwas anderes als Regelstudienzeit. Maximal Kinder konnten das verlaengern. Viele haben das trotzdem nicht in Anspruch genommen, wie meine damalige Frau z.B. nicht. Ja Krippe ab Woche 10 oder 20 dann bis Mittag. Heute wuerde ich das auch nicht mehr machen, aber das war damals das Leben.

Laurenz

8. Juni 2026 11:34

@Umlautkombinat ... heute wuerde ich das auch nicht mehr machen, aber das war damals das Leben. ... Wie würden Sie es denn heute machen?

FraAimerich

8. Juni 2026 12:07

@Gracchus: "Der erste Satz ist eine Tautologie, es wird einfach ein 'Mehr' reingemogelt."
 
Es ist typisch für unseren "Wertewesten" und selbst Rechte, die marx'sche Auffassung von kapitalistischer "Wertschöpfung" stillschweigend anzuerkennen, um sich dann klammheimlich für den "Klassenkampf von oben" zu entscheiden.
Den von @RMH angeregten NC für bestimmte geisteswissenschaftliche Disziplinen mit besonders hohen Bewerberzahlen an bestimmten Unis gab es übrigens "intern" zumindest in der Vergangenheit. Erinnere mich an die Verzweiflung einer Mutter, deren Sohn seinen Abi-Durchschnitt nicht wie geplant für ein Medizinstudium, sondern für eine Geschwätzorchidee hingab. Aufgerufen wurde dafür - was ich seinerzeit erstaunlich (und sympathisch) fand - eine 1,4.
Interessiert war der junge Mann an seinem Studium aber durchaus, sogar mehr als ein mit ihm befreundeter Medizinstudent und Lebemann, dem es dabei nur um die Kohle zu gehen schien.

Umlautkombinat

8. Juni 2026 14:33

Wie würden Sie es denn heute machen?

Es braucht nicht mal ein "wuerde", @Laurenz. Ich habe noch derart ein junges Kind, dass es die Tochter der anderen sein koennte. Die ging ab Drei in den Kindergarten, vorher war ihre Mutter zu Hause. Das war voellig OK fuer alle Seiten.

Hesperiolus

8. Juni 2026 17:21

Befremdet - Die Ein-Mann-Kaserne verlegt sich aus dem gramsciesk-spoliierten Elfenbeinturm nun in die völkisch geplattete Wirtschaftskaserne? Stellt als „schöne Rechte“ die Todesstrafe, NPD-ig, dem peuple zur Debatte? Eine Zäsur des Blogs! Lässt den ressentimentalen Ökonomie-Pöbel (freidanksch ständisch:  Den vierten schuf des Teufels List . Der dieser dreie Meister ist , Der Stand wird Wucher genannt)  die Humaniora spotten? CS`s reaktionäre Vision teils-teilend, aus Jüngers Marmorklippen erinnend: So arm war keiner dort, daß nicht das Erste und Beste, das sein Garten an Früchten brachte, in die Denker-Hütten und Dichter-Klausen ging. So konnte jeder, der sich berufen fühlte, der Welt im Geist zu dienen, in Muße leben — zwar in Armut, doch ohne Not. In Hin und Wider jener, die den Acker bauten und das Wort bestellten, galt als Vorbild der alte Satz: das Beste geben die Götter uns umsonst. 
 

Kositza: Drunter machen Sie's nicht, gell.

Majestyk

8. Juni 2026 17:29

@ Umlautkombinat:
"Das kann nicht der Schluss sein."
Für mich schon und ich kann meine Sicht ja begründen. Wenn Sie nach dem Studium zum Leistungsträger geworden sind und Ihr Studium für Sie und die Allgemeinheit einen Mehrwert geschaffen hat, dann ist das eine schöne Win-win-Situation. Laut KI studieren gerade mal 57.000 Studenten derzeit Mathematik, von insgesamt 2,9 Mio., davon 17 Prozent ohne deutschen Paß.. Genau genommen schreibt die KI "Studierende", auch so ein Quatsch, den Akademiker dem Rest der Republik aufzwingen wollen. 
Warum sollen Studienmodelle, die in vielen Ländern gut funktionieren, in Deutschland nicht möglich sein? Ich sehe keinen nachvollziehbaren Grund, warum der Steuerzahler Studien ohne Mehrwert finanzieren soll oder Endlosstudien ohne Abschluß. Dient weder der Allgemeinheit, noch den Betroffenen, die am Arbeitsmarkt vorbei studieren und so gar keine Chance haben sich ein Leben aufzubauen. Dass die Schulbildung in der DDR teilweise besser war, glaube ich aufs Wort. In Kinder von Golzow sieht man Jugendliche bei der Matheabschlußprüfung der 10. Klasse, da sah man einen Wissenstand, der kaum geringer war als unserer beim Abi 1990 in NRW. Ideologischen Schrott wie im Fach SoWi gab es bei uns ebenfalls, allerdings eher hintenrum. Im Übrigen waren Sie in der DDR auch mehr auf Leistung getrimmt als wir in vielen Westbundesländern. Genau darum dreht sich doch auch meine Argumentation. Schüler und Studenten wieder auf Leistung trimmen, gut für alle, gut für die Betreffenden.

Hedda

8. Juni 2026 18:27

@Ein gebuertiger Hesse
Selbst die Tochter von Edda Schmidt hat es geschafft. Der Punkt war allerdings das Beispiel mit dem Hartz-IV-Vater und der Alternativfamilie. Man muss sich wohl entscheiden. Andererseits ärgere ich mich, dass ich darauf angesprungen bin: Ich werd's nicht ändern. Wir machen's so (wie gesagt - ein Leistungsstipendium wäre höchst willkommen) und nehmen Arbeit auch gern mal als Wert an sich, halten daran fest, dass es ein Geben und Nehmen sein muss, andere machen's anders. 
Mir hat neulich auch jemand erklärt, dass jeder so fett werden darf, wie er möchte. Volksgesundheit sei eine absurde Forderung. Nun gut. Jeder, wie er mag. Wenn es Sie glücklich macht, jubeln Sie mir auch die Erde als Scheibe unter und schreiben Sie einen Antrag. 

FraAimerich

8. Juni 2026 22:52

@Hesperiolus  -  Altväterweistum: Wer zu lange in den Abgrund für Deutschland blickt, droht selbst im klaffenden Elend zu versinken. Und dies ist heilsgeschichtlich wohl auch unumgänglich. Erfreuen wir uns also einfach an der Vorstellung, wer gerade mit zusammengepressten Lippen "Humaniora" zu ergoogeln sucht.