von Karlheinz Weißmann
Es gibt den Fall, daß Menschen unserer Aufmerksamkeit entgleiten, auch dann, wenn sie in der Öffentlichkeit eine Rolle spielten, auch dann, wenn man ihren Lebenslauf mit Interesse verfolgt hat. Irgendwann verschwinden sie, ziehen sich freiwillig zurück, aus Altersgründen, weil sie ihre letzten Jahre in Ruhe verbringen wollen, beschränken sich auf eine private Existenz.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Die Initiative „Stoppen Sie den Linkstrend“, die der ehemalige CDU-Bundesrichter Friedrich-Wilhelm Siebeke angestoßen hat, ist eine honorige Sache. Das, was die Unterzeichner, meistens ältere und ausgewiesen konservative Parteimitglieder fordern, kann man nur unterstützen: Schluß mit der Verschuldung, dem Multikulturalismus, der weichen Gesellschafts- und Schulpolitik, dem einseitigen Gedenken, massenhafter Abtreibung, schleichender Islamisierung.
(weiter…)
Zur Debatte gestellt
von Karlheinz Weißmann
„Und ist der Lebenslauf noch so toll – klingt ein Name türkisch, haben Jobbewerber schlechtere Chancen.“ Wir glauben es der jüngsten Spiegel-Ausgabe, – unbesehen. Ein aufwendiges „Namenslotto“ mit fiktiven Bewerbungsunterlagen, fiktiven Zeugnissen von fiktiven Studenten, die sich um ein Praktikum in einem realen Unternehmen bemühen und trotz gleichartiger Leistungen verschieden behandelt wurden:
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Zum 150. Todestag von Ernst Moritz Arndt
Am 27. Januar 1970 hielt Hellmut Diwald vor der Siemens-Stiftung in München einen Vortrag über Ernst Moritz Arndt. Das Datum lag kurz vor dessen 110. Todestag, einen Monat nach dessen 200. Geburtstag. Das Gedenken war dürftig gewesen, der neue Zeitgeist duldete keinen Bezug auf jemanden, der im Ruch des Nationalisten und Antisemiten stand.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat eine Studie erstellt, derzufolge eine alleinerziehende Mutter, die Hartz IV bekommt, sich günstiger steht, wenn sie es dabei beläßt und keine Berufstätigkeit aufnimmt. Die Feststellung kommt nicht überraschend.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Wer je als Lektor am Gottesdienst zum ersten Weihnachtstag teilgenommen hat, weiß um die Schwierigkeit der vorgeschriebenen Lesung aus Kapitel Eins des Johannesevangeliums: Die Verse über das „Wort“ am „Anfang“, das „bei“ Gott war und das Gott selbst „war“, sind nicht nur schwer verständlich, sie sind auch schwer vor-lesbar.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
„Pantera“ ist ein so seltsamer Name, daß er sofort im Gedächtnis haften bleibt. Zuerst begegnete er mir in einem Schulaufsatz, der während der NS-Zeit im „deutsch-christlichen“ Religionsunterricht geschrieben worden war und sich mit der Frage der „arischen“ Herkunft Jesu befaßte. Gemäß der damals gewünschten Perspektive wurde behauptet, daß das Weihnachtsevangelium ein mythologischer Rest sei, dessen Faktenkern darin bestehe, daß Jesus aus einer Liaison zwischen Maria und einem römischen Legionär namens Pantera hervorging, womit dann hinreichend erklärt schien, weshalb das Evangelium so gar keinen „jüdischen Geist“ atmete.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Die Stabkirche von Eidsborg gehört nicht zu den ganz berühmten in Norwegen, aber zu den schönsten. Ihr heutiges Aussehen, das so authentisch-mittelalterlich wirkt, verdankt sie zwar erst einer Rekonstruktion in den 1920er Jahren, aber das mindert den Eindruck nicht. Der gedrungene Bau, die mit Teer gestrichenen Holzschindeln, das alles erinnert daran, daß man die Stabkirchen mit umgedrehten Drachenschiffen verglichen hat, und die Abgeschiedenheit oberhalb eines kleinen Sees, am Rande des Kyrkjedalen, tut ein übriges.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Wenn früher jemand im ländlichen Niedersachsen gefragt wurde, was er zwischen Weihnachten und Dreikönig keinesfalls tun dürfe, so lautete die Antwort: „Wäsche zum Trocknen aufhängen“. Faßte man nach und wollte den Grund wissen, hieß es: „Weil sonst jemand im Hause stirbt.“
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
… ist eine Formel, die Otto Schily, weiland Bundesinnenminister aus den Reihen der SPD, zuerst benutzt hat, um dasselbe zu sagen wie die weiland Bundeskanzlerkandidatin aus den Reihen der CDU, Angela Merkel: „Die multikulturelle Gesellschaft ist gescheitert“.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
pdf der Druckfassung aus Sezession 33/Dezember 2009
Vor einhundert Jahren, am 2. Dezember 1909, wurde Marion Gräfin Dönhoff geboren. Ihre Familie gehörte zu den alten Adelsgeschlechtern des deutschen Ostens, zuerst in Livland, dann in Preußen ansässig. Sie selbst war eine der einflußreichsten Journalistinnen der Nachkriegsjahrzehnte.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
In der Schweiz sollen keine Minarette mehr gebaut werden, so die Entscheidung der Volksabstimmung vom vergangenen Sonntag. Wohl gemerkt, es geht nicht um ein Verbot von Moscheen oder der Ausübung islamischer Religionspraxis, sondern nur darum, daß die Errichtung jener Türme unterbleibt, die man als Triumphzeichen des Islam verstehen kann, die in der Vergangenheit auch an gewaltsam entweihten und für den moslemischen Gottesdienst umgewidmeten Kirchen gebaut wurden.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Keine Nachricht ist auch eine Nachricht, und über den Todesschützen von Fort Hood, dem amerikanischen Militärstützpunkt in Texas, gab es keine Nachrichten mehr. Man wußte, daß er dreizehn Menschen getötet hatte: ein Militärpsychologe im Majorsrang mit mäßiger Qualifikation, namens Nidal Malik Hasan, der am 5. November – für seine Umgebung unerwartet – das Feuer auf zufällig angetroffene Personen in einer Krankenstation eröffnete.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Den Kampf der Hamburger gegen die schwarz-grüne Schulreform kann man nur mit Sympathie verfolgen. Seit der Auseinandersetzung um die Hessischen Rahmenrichtlinien und die „Coop“-Schule in Nordrhein-Westfalen hat sich der Widerstand gegen absurde Bildungskonzepte nie so deutlich und so legitim gezeigt wie hier.
(weiter…)
von Karlheinz Weißmann
Wenn die ehemaligen Siegermächte des Ersten Weltkriegs den 11. November feierlich begehen, so hat das seinen Grund nicht nur darin, daß man am „Waffenstillstandstag“ oder „Tag des Sieges und des Friedens“ der Gefallenen gedenken will, sondern auch darin, daß das Erinnerungsbild von Briten und Franzosen ein anderes ist als das der Deutschen. Um genau zu sein: ein anderes war als das der Deutschen.
(weiter…)