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Autoren-Archiv

Ellen Kositza

Eleonore Prohaska

von Ellen Kositza

Heute vor 225 Jahren kam Eleonore Prohaska zur Welt. Als sie, 28jährig, Männerkleider anlegte, um sich den Schwarzen Jägern mit dem Totenkopf auf der Kopfbedeckung anzuschließen, gab’s weder die Möglichkeit, das Unerhörte zu twittern, noch eine Gleichstellungsstelle anzurufen.

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Ellen Kositza

Wenn Frauen ihre Tage haben

von Ellen Kositza

Kleiner Nachklapp zum Frauentag, dem gerade hierzulande schwer zu entkommen ist, weil er in der DDR-Tradition fest verwurzelt war. Wie jedes Jahr hingen schon seit Wochen in den Kaufhallen und an den örtlichen Schwarzen Brettern Plakate mit Einladungen zum Männerstriptease („Frau gönnt sich ja sonst nichts“), die großen Töchter berichteten wieder von Blumengaben an Lehrerinnen, von den Kleineren hagelte es wieder Geschenke. (weiter…)

Ellen Kositza

Buchstäblicher Verdacht

von Ellen Kositza

Ich bin mir sicher: Den üblichen Aufdrucken auf T-Shirts und Pullis wird generell wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eine Zeitlang pflegte ich bei Klassenkameraden meiner Kinder nachzufragen: „Sag mal, was bedeutet eigentlich diese Aufschrift, die du da auf deiner Brust spazierenträgst: Chicago Slam Dunk Great Competition Since 1978 We must win? Hast Du da mal an einem Wettbewerb teilgenommen, in Chicago, oder was?“

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Ellen Kositza

War Hitler Feminist/in?

von Ellen Kositza

Nicht nur mir erscheint die im offiziellen Sprachgebrauch heute gängige Anrede von „Migranten und Migrantinnen“, „Bischöfen und Bischöfinnen“ usw. als wohlfeile Anbiederung und reichlich lachhaft. Wahllos herausgegriffen aus zahllosen Einlassungen zu dieser feministisch korrekten Floskelei habe ich mal dies:

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Ellen Kositza

Deutsch-jüdische Symbiose

von Ellen Kositza

Als ich gestern früh beim Müllrausbringen, ungekämmt und angetan mit u.a. einer Kittelschürze und übergroßen Schuhen von Kubitschek, in die ich schnell geschlüpft war, auf dem Weg zur „Gelben Tonne“ im Schnee ausrutschte und hinfiel, war mein erster Gedanke ziemlich absurd:

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Ellen Kositza

Ingo Naujoks muckt

von Ellen Kositza

Ingo Naujoks hat sein Dasein als Gender-Krüppel satt. Er steigt aus einer Rolle als Fußabtreter Lebensgefährte der kühlen Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler aus.  „Am Ende wurde Martin nur noch aufs Babysitten und Frühstückmachen reduziert, was mir immer weniger gefiel“, begründete Naujoks seinen Abschied.

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Ellen Kositza

Ich war dabei

von Ellen Kositza

Noch auf der Autobahn Richtung Dresden stand keineswegs fest, ob wir uns zu den Trauermärschlern der Jungen Landsmannschaft gesellen würden. Besser: inwiefern den Ankündigungen zu trauen sei, daß es sich um eine würdige Gedenkveranstaltung handeln würde. Die Jahre davor, so hatten uns Veteranen dieser Veranstaltung berichtet, sei das tatsächlich so gewesen. Das sei kein Glatzenaufmarsch, sondern ein sehr stilles, ja schweigsames „Gesichtzeigen“.

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Ellen Kositza

Diskriminierte Puppen

von Ellen Kositza

Ans Puppenmuseum der Brüder-Grimm-Stadt Hanau hab ich noch folgende Erinnerung: Als uns in der sechsten Klasse mitgeteilt wurde, daß der nächste „Wandertag“ eine Fahrt in ebendieses Puppenmsueum bedeuten würde, ertönte Jubel, 25 Armpaare erhoben sich in frenetischer Begeisterung, zwei blieben unten – jene Mädchen haßten Puppen.

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Ellen Kositza

Radikale …

von Ellen Kositza

… Kürze einerseits und ausufernde Länge andererseits: Was das wohl über den aktuellen Kommunikationsstil aussagt? Einerseits wird seit gut einem Jahr getwittert, was das Zeug hält. Andererseits fällt zur selben Zeit auf, daß die Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt einen beinahe absurden Zug zur epischen Länge haben.

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Ellen Kositza

Smudo gegen Kulturpessimismus

von Ellen Kositza

Begründen kann ich´s kaum, rechfertigen erst recht nicht. Aber in einer aus heutiger Sicht undurchschaubaren Phase meines Lebens war ich mal Smudo-Fan. Also: nicht wirklich fanatisch, aber in einer alten Kiste, die beim Anzündmaterial für unseren Holz-und-Kohle-Ofen steht, hab ich antiquierte Eintrittkarten für Konzerte sowohl der Fantastischen Vier, der Megavier und gar der Jazz-Kantine entdeckt.

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Ellen Kositza

Holokunst für Offenbach

von Ellen Kositza

Mit einem fulminanten Holocaust-Mahnmal will sich meine Heimatstadt Offenbach demnächst in eine Reihe mit den Metropolen Chicago und Shanghai stellen. Der Künstler und Alchimist (Selbstbezeichnungen) Ruben Talberg möchte die Stadt mit einer 15 Meter hohen Skulptur, Zitat, „veredeln“.

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Ellen Kositza

Wir Rassisten

von Ellen Kositza

„Kristina Köhler bricht ihr erstes Versprechen“, verkündete die Welt gestern. Denn: Im aktuellen Haushaltsentwurf des Familienministeriums sind wie im Vorjahr wiederum 24 Millionen Euro für Programme gegen sogenannten Rechtsextremismus vorgesehen. Und Köhler (auf die zahlreiche Konservative Hoffnungen setzten, allein schon, weil sie so ein „hübsch´ Mädel“ ist) hatte doch versprochen, sich ungefähr gleichermaßen den Gefahren zu widmen, die von links und von Islamisten drohen!

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Ellen Kositza

Jüdisch

von Ellen Kositza

Das jüdische Baumfest, Tu Bi Schwat, steht vor der Tür. Alle Kinder freuen sich. Nur der kleine Jonathan ist skeptisch. Nach langem Überlegen fragt der Kleine seine Mutter: „Und welches Unglück ist dem jüdischen Volk zu Tu Bi Schwat passiert?“

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Ellen Kositza

Xenophobie als Gesundheitsprophylaxe

von Ellen Kositza

Eine Zeitschriftenredaktion wie die der Schweizer Weltwoche wird man hierzulande vergebens suchen. Was Felix Menzel gestern über die (Un-)Möglichkeit einer Verquickung von „rechtem“ Denken und Pop schrieb – in diesem Magazin wird sichtbar, daß es funktionieren kann. Das nur am Rande.

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Ellen Kositza

Die Hosen anhaben

von Ellen Kositza

Zufällig weiß ich noch ganz genau, wann ich a) meine letzte Hose erwarb und b) auch, wann sie kaputtging. Ich weiß es deshalb, weil beides, so oder so, einschneidende Daten waren. Ich kaufte sie in einer Offenbacher Boutique am 9.11. 1989. Das weiß ich deshalb, weil gelegentlich die Frage aufkam „Wie hast Du den Tag des Mauerfalls erlebt?“ Damals führte ich noch Tagebuch, und daraus lassen sich allerhand Trivialitäten ablesen. Unter anderem eben die, daß ich am historischen Datum wenig mehr vermerkte als eben den Erwerb dieser Hose, einer Jeans.

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