von Ellen Kositza
Wo spielt denn bloß dieses Szenario, das diese Woche von ungezählten Medien als „weiche“ Konkurrenz zu Sarrazin aufgegriffen wird? Die Rede geht von einer Rückkehr des Muttermythos, und zwar in bedrohlichem Ausmaß. Es gebe immer mehr Frauen, die sich von einem „naturalistischen Feminismus verführen“ lassen.
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Zur Debatte gestellt
von Ellen Kositza
Der WELT-Mann Alan Posener hat dieser Tage in der online-Ausgabe seines Blattes einen Artikel veröffentlicht, in dem er eine Renaissance der Ost-Pädagogik beklagt. Schon mache die Rede von einer „Ossifizierung“ der Schule die Runde. Posener hörts mit Grausen und sieht einen „Kulturkampf“ an Berliner Schulen aufziehen. (weiter…)
von Ellen Kositza
Urd heißt man eine,
die andere Werdandi –
sie schnitten Stäbe –,
Skuld die dritte;
Lose lenkten sie,
Leben koren sie,
Menschenkindern,
Männergeschick.
(aus der Edda/Völuspa)
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von Ellen Kositza
Knapp verspätet möchte ich noch an den 150. Geburtstag einer feschen Dame erinnern. Annie Oakley wurde am 13. August 1860 in Ohio als fünftes von acht Kindern in der Blockhütte einer armen Quäker-Familie geboren. Der Vater starb bald, und Klein-Annie ging auf die Jagd, um den Unterhalt der Familie zu sichern.
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von Ellen Kositza
Nichts Neues auf der antifaschistischen SPD-Seite endstation-rechts.de: Das wiederum ist an sich nichts Neues. Die „tierisch komischen“ Storchfabeln auf gehässigem Behindertenwitz-Niveau, regionale Neuigkeiten über den kleinen Parteikonkurrenten NPD, dazwischengewobene Theoriegeflechte mit Schaubildern– mehr ist ja selten.
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von Ellen Kositza
Ich komme nicht umhin, abermals einen schlichten Schwank aus dem heimischen Alltag auszuplaudern. Das folgt einer gewissen Logik: Wir befinden uns in der sechsten Woche der Sommerferien. Heißt: Von morgens bis abends sind Kinder zu betreuen, selbst der Kindergarten hat Ferien, erst recht die Vereine und Musikschulen. Keine Zeit, ausführlich die Zeitung zu lesen oder nebenbei Radio zu hören. Da wird das Private politisch!
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von Ellen Kositza
Daß ich vor neun Jahren aus meiner Heimatstadt Offenbach fortzog, über Dresden nach Schnellroda, hatte eine Handvoll Gründe. Die Bevölkerungszusammensetzung in Offenbach war einer davon. Mit der multikulturellen Wirklichkeit hatte ich so meine Erfahrungen gemacht – meine Kinder sollten das nicht nötig haben. Heute bin ich gern und recht häufig kurzfristiger Heimkehrer.
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von Ellen Kositza
Wo das Integrationsgelingen unserer Republik sich angeblich an der Fußball-Nationalmannschaft ablesen läßt und der neue Bundespräsident die Hoffnung hegt, das Land werde (noch) bunter, sei ein Blick auf die Artenvielfalt im Rittergut Schnellroda gewährt. Wir finden vor: kunterbuntes Durcheinander neben knallhartem Rassismus. Beides erweist sich als recht fruchtbar. (weiter…)
von Ellen Kositza
pdf der Druckfassung aus Sezession 36 / Juni 2010

Es jährte sich 2010 zum 67. Mal der Tag, an dem Roland Freisler Hans und Sophie Scholl köpfen ließ. Während über Hans Scholl als Hauptverantwortlichem der »Weißen Rose« noch immer keine Biographie vorliegt, wurde das Leben seiner Schwester Sophie vielfach beleuchtet. Nun liegt die erste umfassende Beschreibung ihres Lebens vor. (weiter…)
von Ellen Kositza
Friedrich Sieburgs Die Lust am Untergang ist neu aufgelegt worden, versehen nun mit einem Vor- und Nachwort von Thea Dorn. Was für ein Werk! Einen angejahrten Schinken als „immer noch hochaktuell“ zu bezeichnen, ist nun ein recht übler Gemeinplatz. Hier aber kommt der Leser nicht drum herum, sich Hunderte Seiten lang zu wundern:
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Zur Debatte gestellt
von Ellen Kositza
„Aber so was darf man heute ja nicht sagen!“ Einerseits habe ich eine Allergie gegen diesen Gemeinplatz, der im gemeinen Volk zu einer Standardfloskel geworden ist. Es stimmt wohl, daß diverse kritische Äußerungen und Haltungen (zur Migrationsthematik, zur Frauenemanzipation, zu sexuellen Orientierungen oder zum Zentralrat der Juden) hierzulande von einigen Soziologiehäuptlingen unter „menschenfeindliche Einstellungen“ subsumiert werden.
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von Ellen Kositza
pdf der Druckfassung aus Sezession 36 / Juni 2010

Die Feststellung, daß »irgendwas mit Hitler« sich immer gut verkauft, sagt freilich nichts über die Qualität von Heike Görtemakers Eva-Braun-Biographie aus. Auch Erfahrungsberichte chronisch Kranker haben Konjunktur – solche Werke titeln »Leben mit Brustkrebs «, »mit Diabetes« etc., und mancher mag es originell finden, daß nun ein Lebenspartner, mithin ein Mensch, unter solcher Kategorie rubriziert wird.
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von Ellen Kositza
Auf der Rangliste meiner Lieblingsbücher steht Michel Tourniers Der Erlkönig (dt. 1972) ziemlich weit oben. Gestern holte ich es wieder aus dem Schrank, begann mit der Lektüre und war abermals hingerissen.
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von Ellen Kositza
Es heißt, nach sieben Jahren an einem neuen Wohnort fühle man sich „heimisch“. Wir haben diese quasi-magische Zahl seit ein paar Monaten überschritten, ohne daß uns eine solche Zäsur deutlich wurde. Wir fühlen uns schon lange äußerst wohl hier in Sachsen-Anhalt. Ein paar Sitten und Gebräuche irritieren uns nach wie vor – ohne daß dies unser Wohlbefinden beeinträchtigen würde.
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von Ellen Kositza
pdf der Druckfassung aus Sezession 36 / Juni 2010
Frauen, die nicht einstimmen ins radikaldemokratische, feministische Grundrauschen, sind hierzulande nahezu unsichtbar. Christa Meves und Gabriele Kuby dürfen in ihren begrenzten christlichen Kreisen wirken, Karin Struck und Eva Herman wurden gebrandmarkt, in krassen Szenen bei Talkshows ausgebootet und hernach der Lächerlichkeit preisgegeben, Alice Schwarzers Kontrahentin Esther Vilar sah sich aufgrund von ausufernder Hetze gar gezwungen, das Land zu verlassen. Zwar habe es an diese Frauen zahlreiche Solidaritätsnoten »aus dem Volk« gegeben, Zustimmungen aus dem Privaten. Mehr als einen gewissen Niederschlag auf Leserbriefseiten brachte es nicht: Feminismus ist Leitkultur. Die mangelnde mediale Präsenz kühner Feminismuskritikerinnen umgibt daher ihr Anliegen mit einer harmlos-rosigen Aura oder dem Ruch von Mottenkugeln jenseits des Haltbarkeitsdatums. (weiter…)