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weissmann Karlheinz Weißmann


Indonesien als Lehrstück

eineweltDem Indonesier war die Erschütterung anzumerken. Man höre die Stimmen, sagte er in der Reportage, die Hilferufe unter den Trümmerbergen und dem Schutt, aber man könne nichts tun. Gestern seien sie noch lauter gewesen, dann schwächer geworden, heute verstummt.

Es werde mit allem gegraben, auch mit den Händen. Aber die indonesische Regierung sehe sich außerstande, genügend Geräte zu stellen, um die Opfer des Erdbebens zu bergen.

Ein Bild der Katastrophe und der Unfähigkeit vor Ort, an das man sich gewöhnt hat, genauso wie an die Hilfe des Westens. Suchhunde aus der Schweiz, Johanniter und Malteser aus der Bundesrepublik, Sachspenden aus den USA, Spezialisten mit schwerem Gerät aus Australien.

Zwei Fragen drängen sich angesichts dessen auf:

1. Gibt es in der Einen Welt keine Solidarität der Dritten untereinander?, und

2. Warum hört man bei humanitären Einsätzen nie von massiver Unterstützung durch islamische Staaten, denen es an Geld kaum fehlen kann, zum Beispiel Saudi-Arabien oder Kuwait? Gibt es nicht einmal eine Verpflichtung, Glaubensbrüdern zu helfen – immerhin sind neunzig Prozent der Indonesier Anhänger des Islam –, oder geht der Europäer da nur einer weiteren Illusion über die Ähnlichkeit der „abrahamitischen“ Religionen auf den Leim?

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