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Variante Bolz

erlaubt Variante BolzVor drei Wochen war Gelegenheit, an dieser Stelle auf Michael Klonovksys Spekulationen über die Notwendigkeit einer neuen konservativen Partei hinzuweisen. Seitdem hat ein weiterer prominenter Kopf die Idee aufgegriffen, allerdings in charakteristischer Abwandlung dessen, was im Focus stand.

Der Vorschlag des Medienwissenschaftlers Norbert Bolz in einem Meinungsbeitrag für den Tagesspiegel, differiert nicht nur in bezug auf die Wortwahl – Bolz spricht ausdrücklich von der Notwendigkeit, den Begriff „rechts“ zu rehabilitieren –, sondern auch im Hinblick auf den Argumentationsansatz. Es geht ihm nicht um die Rückkehr der im Kampf um die Fleischtöpfe ausgeschiedenen und erst in zweiter Linie um die Mobilisierung der Frustrierten in der Wählerschaft, es geht Bolz ums Prinzipielle:

Die erste Aufgabe einer anspruchsvollen politischen Rechten wäre, zu sagen, was die Politische Korrektheit der Medienlinken zu sagen verbietet. Mehr noch als Ideen braucht man dazu Mut, denn in unserer Öffentlichkeit herrscht keine Waffengleichheit. Die Medienlinke hofiert die Linken und denunziert die Rechten. Auf der Kommunistischen Plattform darf man fröhlich tanzen. Aber wehe, wenn man der „Jungen Freiheit“ ein Interview gibt.

Darüber läßt sich reden, und vielleicht bewahrheitet sich, was Armin Mohler immer betont hat: Bewegung kommt in die Rechte erst, wenn Linke eine echte Bekehrung erleben. Bolz immerhin war Schüler von Jacob Taubes, jenem Alten vom Berge der Berliner Linken, Apokalyptiker, Strippenzieher an der FU – und Studienfreund Mohlers. Die Zeichen mehren sich …

24 Kommentare zu „Variante Bolz“

  1. Hans Freyer

    „Mit einem Wort: Die politische Rechte steht für Bürgerlichkeit. “

    Naja, ich glaube Mohler hätte sich mit so einem liberalkonservativen Gewäsch kaum identifizieren können.

    Insofern weiß ich nicht, ob sich die Zeichen wirklich mehren…

    Auf entäuschte Unions-Wähler, die am Stammtisch nach ein paar Bier nonkonfirmistische Sprüche ablassen und am nächsten Tag wieder brav angepasste Bürger spielen, können wir verzichten.

    Wie oft wurde die Tendenzwende schon angekündigt? Immer wurde gehofft und am Ende ging die Auflösung der konservativ-revolutionären Traditionen doch immer weiter.

    Was hat denn ein Norbert Bolz eigentlich bislang im Kampf gegen das verkorkste 68er-System beigetragen? Vermutlich war er jetzt einfach mal etwas frustriert, daß ihn trotz seiner tollen Professoren-Stelle niemand kennt und hat deswegen jetzt einmal den frechen Gärtnerkonservativen gespielt, der sich couragiert für die Rechte der Bürger, in der JF schreiben zu dürfen, einsetzt.

    Da muß schon ein wenig mehr kommen…

  2. Antieuropäer

    Mit guten Argumenten ist in diesem Lande nichts mehr zu retten. Diese ‚Bevölkerung‘ wird erst aufwachen, wenn sich auch eine Linksregierung als handlungsunfähig erwiesen haben wird. Also erst wenn durch forcierte politische Gängelung des bürgerlichen Lagers die Wirtschaft massiv in Mitleidenschaft gezogen sein wird und die Sozialtransfers in dem bisherigen Ausmaß nicht mehr zu leisten sind.
    Auch die DDR ist letztlich nicht daran zerbrochen, daß dort den Bürgern das Bekenntnis zu einer abergläubischen Ideologie (dem übrigens die meisten auch sich selbst eher als bgl eischätzenden meiner Bekannten bis heute anhängen) abverlangt worden ist und Abweichler verfolgt worden sind, sondern an ihrem ökonomischen Versagen. Da (zumindest bei den meisten) die Klugheit tatsächlich nur aus dem Schaden zu kommen scheint führt an ‚rot-rot-grün‘ leider kein Weg vorbei.

  3. hans

    Hans Freyer,

    was wäre denn an einem furtlosen freiheitsliebenden (und betont anti-etatistischen) Konservatismus auszusetzen? Das wäre immerhin mal was Neues auf der politischen Bühne in Deutschland. Sozialdemokratische und sozialistische Politikangebote gibt es ja nun wahrlich mehr als genug und in jeder erdenkbaren geschmacksrichtung. Wer sich diesen anschließt bzw. diese versucht zu imitieren, wird keinen Erfolg haben. Das müssen ja CDU und FDP in den Umfragen gerade massivst spüren. Sozialisten und Sozialdemokraten wählen lieber ihre Originale. Der Freiheitlichen und Bürgerlichen aber werden ins Nichtwähler-Milieu abgedrängt, brechen mit der Politik und dem Staat gänzlich. Ich persönlich halte das gar nicht mal für so schlimm. Wahrscheinlich wäre eine freiheitlich-konservative, establishment- und staatskritische Parteienformation von rechts sogar erfolgreich im (Re-)Aktivieren politischer Partizipation, wie dies einst Ronald Reagan in den USA gelang. Und vermutlich würde sie dann – an der Macht angekommen – die hehren Ziele, Überzeugungen und Grundwerte genau so verraten wie dieser. Von daher ist es durchaus zu wünschen, dass diese lebensverlängernde Maßnahme des Staates unterbleibt.

  4. BuergeJoerg

    Den Begriff „rechts“ in Deuteschland gegen die vorhandene Medienlandschaft zu etablieren, ist meines Erachtens nicht möglich.

    Beispiele für gescheiterte „neue rechte“ Parteien gibt es genug.

    Die Verlogenheit der MSM, die Feigheit der deutschen Intellektuellen, die Bequemlichkeit, die Denkfaulheit der breiten Bevölkerung, lähmt jegliche Veränderung.

    Der Gipfel der „bürgerlichen“ Revolution ist die Verweigerung der Wahlen, oder man straft die C-Parteien in dem man die FDP wählt.
    Die kollektive Blödheit ist bei jeder Landtags- und Bundestagswahl zu besichtigen. Man beachte nur die aktuellen Umfragewerte.

    Das sog. Bürgerliche nach 1945 ist ein schlechter Witz. Was stellt denn das Konservative in dem Zusammenhang dar? Welche Werte der BRD sollen denn gewahrt werden?

    Wirkliche gesellschaftliche Veränderung wird es erst geben, wenn der Leidensdruck noch erheblich zunimmt. Das wird kommen – so sicher wie das Amen in der Kirche; aber es ist ein Armutszeugnis, ein einziges riesiges Versagen unserer Gesellschaft, daß nur in der Katastrophe mit tatsächlichen Veränderungen zu rechen ist.

    Skeptische Grüße, Jörg

  5. Varnhagen

    Der Ruf nach Rehabilitierung ist der wichtigste.
    Und deswegen stimmt es mich positiv, wenn sich ein Tagesspiegel dazu herablässt dies Meinung von Bolz zu publizieren.
    Solange rechte Politik aber kein Forum hat, weil nicht rehabilitiert, werden alle anderen sektierischen und elitären rechten bestrebungen genauso im Sande verlaufen wie bisher.
    Schön wenn man ein intellektuell ansprechendes ausgewogenes Gedankengebäude zur Stützung seiner politischen Ansicht hat. Schlecht wenn es in/von der Öffentlichkeit auf pöhsen Rassismus, Chauvinismus, Schhlechtmenschismus reduziert wirst.
    Der Karren fährt in den Dreck

  6. Haggi Celine

    der bolz, der wollts, der hans, der kanns. kann er auch bolzen, der bolz, nur mal so fürn ernstfall gefragt?

  7. Distelherz

    „Liberalkonservatives Gewäsch“ (Zitat Hans Freyer, erster Kommentar) trifft es ausgezeichnet. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber auch Bolz ist wieder einer aus der Riege der um ihren üppigen Wohlstand Besorgten, die eifersüchtiges Besitzstandswahren mit konservativer Haltung verwechseln. Von diesen Pseudokonservativen ist nichts Heilsames zu erwarten, denn sie haben nicht begriffen, daß ihre Vorstellungen vom Konservatismus durch und durch angelsächsisch und materialistisch sind und nichts mit unserer eigenen Tradition gemein haben – und um die geht es doch, auf die sollten wir uns doch so dringend wieder besinnen, wenn wir nicht weiter wie Lemminge mit der Masse auf den Abgrund zulaufen wollen.

  8. lieber_aal

    Auch wenn es nur indirekt mit dem obigen Artikel zu tun hat: Als ich im Netz etwas zu USA und Wirtschaftskrise suchte, stieß ich auf folgenden ZEIT-Online-Artikel, in dem der amerikanische Zukunftsforscher Joel Kotkin, der in seinem Fach wohl als Koryphäe gilt, die These aufstellt, dass die USA trotz ihrer derzeitigen Probleme langfristig gegenüber Europa die Nase vorn behalten werde. Kernpunkt seiner These: Der demographische Wandel, der in Europa zu anderen Bevölkerungen und steigenden Anteilen schlecht integrierter und weniger arbeitswilliger Menschen führe. (Und das in der linksintellektuellen ZEIT …).

    „Der Arbeitsmarkt für die so gründlich ausgebildeten Kräfte in Deutschland wird demnächst dramatisch austrocknen. Mehr und mehr Arbeitssuchende werden dann Migranten sein, deren Integration alles andere als perfekt ist. Auch ist überhaupt nicht klar, ob künftige Generationen von Deutschen (oder Dänen, Schweden, Niederländern) eine ähnliche Arbeitsmoral an den Tag legen werden wie frühere. In Schweden zum Beispiel setzen sich heute manche Endzwanziger als Arbeitsunfähige zur Ruhe.“

    http://www.zeit.de/2010/14/USA-Optimismus

  9. Waldgänger

    …und vielleicht bewahrheitet sich, was Armin Mohler immer betont hat: Bewegung kommt in die Rechte erst, wenn Linke eine echte Bekehrung erleben.

    Mit Verlaub: Mohlers Symphatie für die Analyse Sternhells und die ‚Haltung‘ (ein wichtiges Wort bei Mohler), die sich in seinem Essay zum ‚faschistischen Stil‘ zeigt, scheint mir nicht dafür zu sprechen, dass es ihm um ‚Bekehrungen‘ geht.

    Ebenso wenig dürfte ‚Bürgerlichkeit‘ eines seiner Herzensanliegen gewesen sein.

    Und ‚frustrierte Unionswähler‘ als ‚größtes Potenzial‘?
    Eine Politik, die ihren Impetus aus dem Ressentiment des ‚frustrierten‘ Konservativen bezieht, ist für mich nicht verlockender als die Rückseite dieser Medaille: der frustrierte Sozialdemokrat, der sein Herz für die ‚Linke‘ entdeckt.

    Immerhin passt eine solche ‚Rechte‘ zum hier in den Kommentaren gerne erträumten Personaltableau aus Hohmann und Merz, Clement und Sarrazin…

  10. Varnhagen

    „Liberalkonservatives Gewäsch“ (Zitat Hans Freyer, erster Kommentar) trifft es ausgezeichnet. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber auch Bolz ist wieder einer aus der Riege der um ihren üppigen Wohlstand Besorgten

    Es ist meines Erachtens total unerheblich, was seine Beweggründe sind, wenn es nur dazu führte, dass auch der nationalkonservative Flügel Teil öffentlicher Auseinandersetzungen würde. Das Problem im Mainstream ist, dass alles rechts von rot-grün pöhse ist. Und wenn Liberale sich da als Eisbrecher betätigten, so wären sie meines Segens gewiss. Die Alternative lautet: Alles geht weiter seinen sozialistischen Gang. Dann aber aufpassen, dass Sie nicht als Tramführer mit der JF erwischt werden. Sonst heißt’s Hexen- …Pardon… Faschojagd.

    Beste Grüße

  11. KS

    Immer diese Nabelschau! Wie sieht es in Europa aus? Wie stehen bei unseren Nachbarn die Chancen für eine neue Rechte? Neue (gesamteuropäische) Problem erfordern neues Denken und neue Lösungen. Wer diese anbietet gewinnt. Es widerspricht der geschichtlichen Erfahrung, dass Deutschland davon vollkommen unbeteiligt immer und immer wieder das alte langweilig gewordene 68er Lied singt: „Der Mensch ist gut, die Welt ist schön!“
    Nicht angesichts der Folgen dieses Irrglaubens und nicht angesichts neuer globaler Herausforderungen, auf die die Linken, Grünen usw. doch gar keine Antwort haben. Ja, über die sie wegen ihrer eigenen Diskursbeschränkungen (P.C.) noch nicht einmal reden dürfen! Und das gibt mir Hoffnung: So blöde ist auf Dauer kein Mensch! (Stichwort: Schweigespirale Noelle-Neumann) Nicht einmal der Deutsche.

  12. mfh

    Auch ich wage nicht, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Der Begriff „rechts“ ist für die absolute Mehrheit der Deutschen, insbesondere die junge Generation, gleichbedeutend mit dem Wort „braun“. Daß es auf der rechten Seite des politischen Spektrums viele Facetten gibt, oder besser gesagt, gab, ist heute niemandem mehr geläufig. Schlimmer jedoch ist die absolute Ahnungslosigkeit, die sich breitmacht, wenn junge und gebildete Menschen mit dem Begriff „deutsch“ konfrontiert werden. Hier herrscht schnell Desinteresse, weil selbst die eigene nationale Identität von den alles beherrschenden zwölf Jahren vernebelt ist. Revolution beginnt in den Köpfen, sagt man. In leeren Köpfen beginnt aber leider gar nichts, wie ich fürchte. Wenn es nicht gelingt, jungen Menschen die eigene Geschichte und damit auch die Idee nahezubringen, ihr Vaterland lieben zu dürfen, ist jede Parteigründung auf der rechten Seite ein Schuß in den Ofen.

  13. Rechter Europäer

    Interessanter Artikel in der Zeit, aber Joel Kotkin vergisst dabei das dieses Wirtschaftswachstum der USA nur Statistikbetrug ist. Ich darf zwar keine Artikel in der Zeit schreiben, aber weiss das schon lange. Die USA sind sicher innovativer was tolle neue Produkte angeht, aber haben dafür kaum Industrie. Dem Durchschnittsamerikaner dürfte es daher in Zukunft eher schlechter gehen, und der Wirtschaft insgesamt sicher auch nicht allzu gut. Mit der richtigen Politik in Deutschland könnte es eher eine Wanderung von Deutschstämmigen nach Deutschland geben, und auch das Türkenproblem ist lösbar. Ein paar Anreize zur freiwilligen Rückwanderung und etwas unfreundlicher Druck, und schon kommt da einiges in Bewegung.
    Und übrigens arbeiten viele Europäer gar nicht, oder nicht so wie sie wollen, daher gibt es auch so schnell keinen Arbeitskräftemangel.

  14. Hans Freyer

    Wer von radikalen Systemreformen nicht spricht, soll vom Konservatismus schweigen … das haben die liberalkonservativen Besitzstandwahrer einfach nicht begriffen.

    Ich empfehle diesen ganzen Quoten-Konservativen alla Bolz („Seht ihr, der Bolz darf doch seine Meinung sagen, ihr Rechten seit doch paranoid mit eurer Meinungsverbotpropaganda“) erst einmal gründlich Carl Schmitt, Arnold Gehlen und Armin Mohler zu studieren und anschließend in einschlägigen Organen (Sezession, Neue Ordnung, JF usw.) die Schweine (68er, Parteienstaat, Multikultifetischisten) klar beim Namen zu nennen.

    Anschließend kann man dann über neue Parteien usw. sprechen …

  15. Toni Roidl

    „Bewegung kommt in die Rechte erst, wenn Linke eine echte Bekehrung erleben.“

    Alle Rechten, die ich kenne (ich selbst eingeschlossen), sind ehemalige „Linke“, die ein Erweckungserlebnis (Jenninger, Hohmann, Potsdam etc.) hatten.

    „Die Zeichen mehren sich …“ Na ja, zumindest ist die Eskalation kein linearer Prozess, sondern beschleunigt sich auf beiden Seiten.

  16. Martin

    Es braucht keine Partei-Neugründungen – es gibt mit PRO und REP bereits Vereinigungen/Parteien und wer auch noch auf Sozialismus steht, der kann zur NPD. Regional könnte man sich auch bei Herrn Nitzsche sehr gut engagieren, evtl. will dessen Bewegung ja auch mal überregional was werden …

    Also: Aufhören mit dem Genöle, dass die CDU zu weit links ist – einfach austreten und woanders eintreten!

    Eine Neugründung macht überhaupt keinen Sinn, da es die genannten, angeblichen Galleonsfiguren wie Sarrazin, Merz, Koch, Clement ohnehin nicht machen werden, so etwas anzustoßen …

    ehrlicher ist, in eine bereits bestehende Partei einzutreten und nicht aus Feigheit davor, weil diese bestehenden Parteien mit der Nazi-Keule bereits zum Teil seit Jahren bearbeitet wurden, es zu unterlassen und darauf zu warten, dass sich etwas „unbelastetes“ gründet … allein die Terminologie „unbelastet“ ist z.K. und auch eine „Neugründung“ würde ohnehin sofort mit der Nazikeule bearbeitet, da der VS sicher ein paar seiner Leute von der NPD sofort in dieser neue Partei umschwenken lassen würde, um diese zu desauvouieren …

    also: Jammern einstellen – Engagement anstellen! Und nicht auf St. Nimmerlein warten …

  17. Thomas

    Grundtenor mancher Meinungen hier ist offensichtlich, daß Bürgerlichkeit, liberales und freiheitliches Denken den wahren und echten Konservativismus nicht nur verwässert sondern kontaminiert. Daher sollte man sich tunlichst davon fernhalten, die Abgrenzung davon scheint mindestens so wichtig zu sein, wie die Abgrenzung von Linken.

    Nun, die wahren „Rechten“, wahren „Konservativen“ oder wofür auch immer sie sich halten, mögen meinetwegen die Liberalkonservativen, Bürgerlichen, „Materialisten“, „Pseudokonservativen“ verachten – aber sie können sie nicht ignorieren. Wer wirklich eine positive Änderung der derzeitigen Verhältnisse wünscht, wird sie in seine strategischen Planungen mit einbeziehen.

    Zur Parteiendebatte: Hauptproblem in Deutschland ist derzeit eine überzeugende Führungsfigur. Menschen wählen in erster Linie nicht Programme sondern folgen Personen.

  18. Pat Bateman

    @Martin

    Wird es ihnen eigentlich nicht langsam einmal langweilig, diese Kasper von der NPD ständig als „Sozialisten“ oder „links“ zu bezeichnen? Bloß weil ein paar Hiwis in dieser Politsekte ab und zu ein paar platte Antikap. Phrasen dreschen? Sie können denen ja mal den Vorschlag machen, mit der MLDP zu fusionieren, dann sind sie zwar immer noch eine Sekte, aber wenigstens haben sie dann Geld.
    Die Rep sind tot, und wenn PI das Aushängeschild von PRO sein soll, dann danke, aber NEIN danke!

  19. Die deutschen
    Professoren haben schon
    1848 jämmerlich versagt, haben
    solange geredet und disputiert, bis alles
    zerredet und die Fürstenmacht wieder
    zu Kräften gekommen war.
    Sie haben damals
    versagt und
    tun es heute wieder.
    Ein bißchen wider den Stachel löcken,
    aber mehr ist nicht. Das konnte man gut bei
    Barrikaden-Baring beobachten, und
    der gute alte Slo spitzt auch
    mehr den Mund, als
    daß er pfeift.

  20. d.n.

    Ich fürchte, einige wiegen sich hier zu sehr in Illusionen.

    Natürlich ist eine rechte Partei in den Parlamenten wünschenswert. Nur sollte man den Einfluß einer solchen Partei nicht überschätzen, insbesondere sollte man sich nicht dem Wunschbild hingeben, daß diese erfolgreiche rechte Partei die verheerende Fehlentwicklung der letzten drei, vier Jahrzehnte entscheidend in unserem Sinne verändern wird. Was in (West-)Europa im Jahre 2010 möglich ist, zeigen die Beispiele aus den Nachbarländern. Ob Regierungspartei (Österreich, Italien), Kooperationspartner einer Minderheitsregierung (Dänemark, Niederlande) oder starke Opposition (Belgien, Frankreich): Eine Feinkorrektur und ist durchaus möglich, das Verstellen der entscheidenden Weichen nicht. Neben der parteipolitischen Entwicklung sollten daher auch Anzeichen eines Drucks von „rechts unten“ im Auge behalten werden. Erst gesellschaftliche Eigendynamik wird zu gesamtpolischen Veränderungen führen.

    Die Sitzblockaden und Mahnwachen einiger Dutzend Jugendlicher nach dem Mord an einem Deutschen durch einen Türken in Hamburg (Kubitschek berichtete hier darüber, auch in der aktuellen „Zuerst!“ findet sich ein Artikel dazu) sind bereits ein erster, freilich völlig harmloser Ansatz. Wie die Geschichte zeigt, liegt dem deutsche Geblüt französische Kopf-ab-Raserei zwar fern – amerikanische Tea-Party-Behaglichkeit stellt aber auch eher die Ausnahme dar.

  21. Vulture

    Ob sich die Zeichen mehren kann ich nicht beurteilen. Die in verschiedenen Kommentaren angesprochenen alten Maenner werdens jedenfalls nicht mehr reissen, egal ob frustrierte CDUler etc. oder sonst was. Unserer Vaeter Generation hatten ihre Revolution in ‚89, und haben ihre Sache nicht schlecht gemacht, auch wenn man im Nachhinein leicht Bereiche findet, in denen mehr drin gewesen waere, stehts uns doch nicht an uns darueber zu beschweren. Neue Leute muessen her, und das dauert noch ein bisschen. Die jetzige Generation der Kinder und Jugendlichen wird die erste sein, die im breiten Bewusstsein des Konflikts mit den Migranten sowie der Staatspleite vom Anbeginn ihrer politischen Wahrnehmung aufwaechst. Bei uns gab es das noch nicht, jedenfalls in Mitteldeutschland. Wir sind eigentlich viel zu spaet aus unseren Tagtrauemen der persoenlichen Freiheit und des Endes der Geschichte erwacht. Wir haben jetzt immerhin die Chance, eine Generation in dem Bewusstsein zu erziehen, dass in Deutschland, vieles nicht mal mehr blankgeputztes Plastik ist, was fuer Edelmetall verkauft wird. Die Sache braucht Zeit und Reifung. Die ganze Torschlusspanik einiger rechter Kommentarschreiber, die vor Hilflosigkeit ja zu verzweifeln scheinen, kann ich nicht nachvollziehen. Deutschland ist doch nicht die dritte Welt, wo man mal eben wieder den 137ten Militaerputsch anzetteln kann, wenn einem was nicht passt.

  22. Hans Freyer

    Die Zeichen mehren sich wirklich. Allerdings nicht so, wie wir es gern hätten. Das wird in diesem Video ganz deutlich:

    http://www.youtube.com/watch?v=_6uVQ143YYE&feature=related

  23. Kreuzweis

    (OT:) Geschätzter Herr Kubitschek,

    in Ihrem heutigen Aufsatz „Variationen eines Themas“ schreiben Sie „… Richterin Heisig (die sich kurz vor Erscheinen ihres Buches umbrachte) …“.

    Dies finde ich ärgerlich, da Sie hier die m.E. leicht erkennbar anrüchige offizielle Version unkritisch übernehmen.

    Fall Ihnen die ungeheurlichen Widersprüche noch nicht von selbst ins Auge gestochen haben sollten, bitte ich die fleißigen Denkanregungen Gerhard Wisnewskis zu Thema (mittlerweile 8) zu konsumieren:

    info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/kirsten-heisig-die-halbgoettin-in-schwarz-teil-8-.html

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