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Tröten, Songs, Hymnen

vierkleur1 150x118 Tröten, Songs, HymnenAb heute also Fußball-WM in Südafrika – und das heißt auch: In ein paar Wochen ist endlich wieder Ruhe mit Fertigfraß à l’Africaine in allen Lebensmittelregalen, nervtötenden Plastik-„Wuwuzela“-Tröten und vor allem mit den allenthalben abgenudelten „offiziellen WM-Hymnen“:

 dem sonst nur aus der Coca-Cola-Werbung bekannten „Wave the Flag“, ein reichlich monotones Reggae-Geleiere mit kryptischer Botschaft, aber gleichwohl Ohrwurm-Potential, vorgetragen von einem in Kanada tätigen Rapper somalischer Herkunft.

Wer Jogi Löws Truppe samt multikultureller Söldner-Verstärkung mit Nationalhymnenallergie hochleben lassen möchte, kann auf allerlei „WM-Songs“ in deutschem Idiom ausweichen, von „Afrika wir sind da“ bis „Weltmeista“. Die meisten klingen freilich ähnlich lieblos und schnellschußmäßig zusammengeschustert wie der seltsame multikulturelle Musikmischmasch, der gegenwärtig als „Nationalhymne“ des „neuen Südafrika“ firmiert.

Fußball-Muffel dagegen können sich mit den Nachfahren der burischen und britischen Staatsgründer zusammentun – ein Fünftel von ihnen hat in den letzten fünfzehn Jahren ohnehin schon das Land verlassen und lebt über die ganze Welt verstreut. Südafrikas Weiße ignorieren traditionell den Fußball und bevorzugen Cricket oder Rugby. Auch ihre Hymnen hören sich etwas anders an: Das trotzige Lied des jungen Sängers Bok van Blerk zum Beispiel über den burischen Nationalhelden im Krieg gegen die Briten General De La Rey, oder die heimliche Nationalhymne des Afrikaanervolks Sarie Marais, ein Volkslied aus der Zeit der Burenkriege.

Für alle, denen beim Stichwort Südafrika noch etwas anderes einfällt als „Regenbogennation“ oder Fußball-Party.

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